Peter Hofmann – Rock Classics (1982)

FrontCover1An den Hype, den der „Star-Tenor“ Peter Hoffmann mit seinem ersten „Rock Classics“ Album damals auslöste, kann ich mich noch gut erinnern:

Peter Hofmann (* 22. August 1944 in Marienbad, Sudetenland; † 29. November 2010 in Selb, Fichtelgebirge) war ein deutscher Opernsänger (Tenor), der auch als Rockmusiker bekannt wurde.

Peter Hofmann wuchs in Darmstadt auf und begann mit 16 Jahren als Sänger und Gitarrist in verschiedenen Rock-and-Roll-Bands. Als Schüler des Ludwig-Realgymnasiums (heute Lichtenbergschule) trieb er Leistungssport und war unter anderem hessischer Jugendmeister im Stabhochsprung und Zehnkampf.

Als Zeitsoldat diente er bei der Fallschirmjägertruppe in Lebach und Bergzabern und war zuletzt Stabsunteroffizier. Schon in dieser Zeit begann er mit Gesangsstunden bei Emmy Seiberlich in Karlsruhe. Nach dem Abschied von der Bundeswehr studierte er ab 1969 an der Hochschule für Musik Karlsruhe.

Peter Hofmann03Sein Operndebüt gab er 1972 am Theater Lübeck als Tamino in Mozarts Oper Die Zauberflöte. Ab der Spielzeit 1974/1975 war Hofmann für zwei Spielzeiten bis Sommer 1976 am Opernhaus Wuppertal engagiert. 1975 gastierte er mit der Rolle des Loge in Das Rheingold am Opernhaus Dortmund. 1976 sang er in Wuppertal erstmals die Rolle des Siegmund in Richard Wagners Die Walküre. Mit dieser Rolle gastierte er Anfang 1976 bereits auch an der Staatsoper Stuttgart und an der Hamburgischen Staatsoper, bevor ihm im Sommer 1976 mit dem Siegmund bei den Bayreuther Festspielen im Jahrhundertring unter der musikalischen Leitung von Pierre Boulez der endgültige Durchbruch als Opernsänger gelang. 1976 erhielt Hofmann einen Fünf-Jahres-Vertrag am Staatstheater Stuttgart und war dort festes Ensemblemitglied. Bis 1983 trat er dort regelmäßig auf.

Danach übernahm Hofmann vor allem Wagnerrollen an den wichtigsten Opernhäusern der Welt wie der Opéra Garnier (Paris) und der Metropolitan Opera in New York. Er sang die Titelrollen in Tristan und Isolde, Lohengrin, Parsifal und Walther von Stolzing in Die Meistersinger von Nürnberg – Rollen, in denen er nicht nur wegen seines kraftvollen Gesangs, sondern auch wegen seiner hünenhaften Erscheinung mit für einen Opernsänger ungewöhnlich langen blonden Locken auffiel.

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Peter Hofmann als Old Firehand, 1997

Im Juli/August 1989 hatte Hofmann mit dem Siegmund auch seine letzten Auftritte bei den Bayreuther Festspielen. Hofmann trat bis 1992 in Wagner-Rollen weiterhin als Opernsänger auf. 1992 sang er am Nationaltheater Mannheim nochmals die Titelrolle in Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal.

Parallel dazu widmete sich Hofmann weiterhin der Rockmusik und veröffentlichte erfolgreich einige Platten, auf denen er bekannte Rock- und Popballaden interpretierte. Dieser Ausflug in die U-Musik wurde mit vier Gold- und zwei Platin-Schallplatten belohnt. Bereits das erste Album Rock Classics erhielt nach kurzer Zeit Doppel-Platin. Die Alben Unsre Zeit, Peter Hofmann 2, Monuments und Rock Classics Vol. 2 wurden in Deutschland mit Gold ausgezeichnet. Das letztgenannte Album wurde auch in Österreich mit Gold prämiert. In der Folgezeit war Hofmann sowohl im Opern- als auch im U-Musik-Bereich aktiv und präsentierte sich zeitweise als Rocker mit Lederkluft und schweren Motorrädern. Er wollte nie ein Opernsänger im herkömmlichen Sinne sein.

Ab 1990 spielte er die Titelrolle in dreihundert Aufführungen von Das Phantom der Oper, mit denen das neu erbaute Theater Neue Flora in Hamburg seinen Betrieb aufnahm. Peter Hofmann erhielt Auszeichnungen wie diverse Bambis bis zum Grammy.

1997 war Hofmann neben Gojko Mitić bei den Karl-May-Spielen Bad Segeberg als Old Firehand in Winnetou und Old Firehand zu sehen.

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Im Jahr 2003 erschien die Biografie Peter Hofmann – Singen aus Leidenschaft. Im Oktober 2012 erschien das Buch seines Bruders Fritz Hofmann Peter Hofmann – Geschichten aus einem bewegten Sängerleben.

Aus seiner ersten Ehe hatte er zwei Söhne, seine zweite Ehe mit der Opernsängerin Deborah Sasson wurde 1983 auf dem Standesamt Kemnath geschlossen und dauerte bis 1990. Hofmann lebte viele Jahre auf Schloss Schönreuth in der Oberpfalz, anschließend einige Jahre im ehemaligen Schulhaus von Friedersreuth bei Pressath und dann mehrere Jahre bis zu seinem Tode zurückgezogen mit seiner dritten Frau Sabine (geborene Zimmerer) und der 2003 geborenen Tochter Laura im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge.

1994 entdeckte Hofmann an sich erste Anzeichen der Parkinson-Krankheit, konnte die Auswirkungen jedoch zunächst mit Hilfe von Medikamenten beherrschen und weiter als Sänger auftreten. 1999 gab er seine Krankheit öffentlich bekannt und trat nach seiner Weihnachtstournee im Jahr 2000 nicht mehr auf. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit konnte er kaum noch sprechen, nicht mehr selbständig essen und war auf den Rollstuhl angewiesen. Jahrelang unterstützte er die Parkinson-Forschung mit seinem Peter-Hofmann-Parkinson-Forschungsprojekt.

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Wie muss man drauf sein, um sich ablichten zu lassen ???

In der Nacht zum 30. November 2010 starb Hofmann in einer Klinik, in die er wenige Tage zuvor mit dem Verdacht auf Lungenentzündung eingeliefert worden war.

In der Stadtbücherei Kemnath ist ihm ein Gedenkraum gewidmet. Gezeigt werden zahlreiche Fotos, ein Gemälde, das ihn als Siegmund in Bayreuth zeigt, die erste seiner vielen Goldenen Schallplatten sowie eine DVD-Dokumentation. Den zentralen Platz im Raum nimmt eine Bronzebüste ein.

Am 16. März 2018 wurde auf Initiative seines Bruders Fritz eine Gedenktafel am Geburtshaus Peter Hofmanns in Marienbad eingeweiht.

Seit seiner Bundeswehrdienstzeit als Fallschirmjäger in Merzig pflegte Hofmann eine enge Freundschaft zu dem Wolfsforscher Werner Freund, der sein militärischer Ausbilder war. Hofmann war Pate des Wolfes Peter im Wolfspark in Merzig. (Quelle: wikipedia)

Nun ja, warum auch immer der Peter Hofmann es ewagt hat, sich an den „Rock Classics“ zu versuchen … hört man sich das Ergebnis an … bleibt man sprach- und fassungslos zurück, denn das Ergebnis ist, schlicht und ergreifend schauderhaft. Diese opernhaften Interpretationen spotten jeder Beschreibung.  Dabei hatte er ja eigentlich mehr als brauchbare musikalische Mitstreiter an Bord (siehe Besetzungsliste). Aber so hört es sich  halt an, wenn ein Opernsänger sich an Klassiker der Rockmusik versucht … Wäre ich böse, würde ich scheiben, dass ihm für diese Musik die Eier gefehlt haben …

Und eben habe ich mir gedacht, wie es wohl klingen würde, hätte er Klassiker wie „Jumpin Jack Flash“, „Highway To Hell“ oder „Whatever You Want“ interpretiert.

Und der große Erfolg dieser Aufnahmen macht einen erst sprach- und ratlos. Nun ja …vielleicht konnte sich so der klassische Bildungsbürger ein wenig wild fühlen …

Selten habe ich mich so gerne von einer Scchallplatte getrennt. Für meinen Geschmack eignet sie sich allenfalls als Rausschmeisser nach einer langen Partynacht …

Aber: Dieses Siechtum am Ende seines Lebens … das hat er nun wirklich nicht verdient.

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Peter Hofmann & Deborah Sasson

Besetzung:
Curt Cress (drums)
Roland Heck (keyboards, synthesizer)
Peter Hofmann (vocals)
Dieter Petereit (bass)
Nils Tuxen (guitar)
Paul Vincent (guitar)
Eberhard Wieland (keyboards, synthesizer)
+
Mitglieder des Orchesters der Deutschen Oper Berlin
+
Deborah Sasson (vocals bei 02,)

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Titel:
01. The House Of The Rising Sun (Traditional) 4.04
02. Scarborough Fair (Traditional) 4.15
03. The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore (Crewe/Gaudio)  3.40
04. The Long And Winding Road (Lennon/McCartney) 4.12
05. Mac Arthur Park (Webb) 5.04
06. Sailing (Sutherland) 4.58
07. Yesterday (Lennon/McCartney) 3.47
08. Say Goodbye To Hollywood (Joel) 4.02
09.Nights In White Satin (Hayward) 5.11
10. Bridge Over Troubled Water (Simon) 4.04

LabelB1

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Bergisch-Brandenburgisches Quartett • Bergisch-Brandenburgisches Quartett (1982)

FrontCover1.jpgDas war schon ganz schön starker Tobak, den diese Free-Jazz-Kapelle aus der DDR fabrizierte. Und es war ein in der Tat erstaunliches Quartett: 2 Musiker kamen aus Westdeutschland, einer aus Schweden und einer eben aus der DDR…

Mit dem „Bergisch-Brandenburgischen Quartett“ war man Teil der „ersten mauerübersteigenden Band zur Zeit des kalten Krieges“ (Hans Reichel)

Vielleicht war das auch nur so einer Art von Musik möglich, man lese sich mal die verwendeten „Instrumente“ durch, dann weiss man, was ich meine und dann weiß man, auf was man sich einlässt, wenn man diese Scheibe anhören will.

Selbst ein dreiwöchiger Ausflug in die USA war damals möglich. Die DDR-Musikzeitschrift berichtete dann auch darüber:

„Alle Wertungen weglassend, bei nüchterner Rekapitulation all dessen, was mir Ernst-Ludwig Petrowsky über seine Reisen erzählt hat, ist doch gleich zu Beginn ein Superlativ unvermeidlich: Kunstpreisträger Petrowsky ist der am weitesten gereiste, der „weltläufigste“ Jazzmusiker der DDR. Im Oktober 1981 war er knapp drei Wochen mit dem Bergisch-Brandenburgischen Quartett in den USA unterwegs; ein Vierteljahr später tourte er mit Heinz Becker und Klaus Koch vierzehn Tage durch Indien.

Keines der vorfabrizierten Bilder schien sich mit der erlebten Wirklichkeit zu decken. Sich der Einmaligkeit, auch der Zufälligkeit eigener Eindrücke bewusst, möchte Petrowsky die Verfestigung von Vorstellungsmustern auch im Gespräch über das Gesehene und Gehörte vermeiden. Er weiß, wie stark der Eindruck eines Landes von Bewegung und Rhythmus (im wörtlichen und übertragenen Sinne) abhängt. Und schon sind wir beim Thema. „Das Alltagserleben in den Straßen von New York lässt ein ganz anderes rhythmisches Gefühl, ein ganz anderes Timing entstehen, als die bei allem äußerlichen Durcheinander noch spürbare Gelassenheit indischer Lebensauffassung.“ Das ist schwer zu beschreiben und wird doch sogleich musikalisch evident, wenn Petrowsky eine aus Indien mitgebrachte Platte auflegt, die mit einem unsagbar weitgezogenen Shenai-Solo anhebt. Für Petrowsky war Indien die Bekanntschaft mit einem bedrückend armen Land, zugleich aber auch die Begegnung von Würde, das Erlebnis von sehr viel Schönheit und alter Kultur. Von den USA spricht Petrowsky mit einer Mischung aus Faszination und Beunruhigung: ein Land, das bei allen phantastischen technischen und landschaftlichen Dimensionen auf Schritt und Tritt Widersprüche und eine unterschwellige Aggressivität erkennen ließ, in der Petrowsky eine Entsprechung zur Expansion und Arroganz politischer Macht sieht.

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Konzertplakat

Petrowskys USA-Tour mit dem Saxophonisten und Klarinettisten Rüdiger Carl, dem Gitarristen Hans Reichel (beide BRD) und dem schwedischen Schlagzeuger, Akkordeonspieler und Sänger Sven-Ake Johansson begann am 10. Oktober 1981 im New Yorker „Soundscape“, einem vorbildlich geführten Klub, in dem im gleichen Monat beispielsweise auch Sun Ra, Dewey Redman, David Murray, Alexander von Schlippenbach und Toshinori Kondo auftraten. New York wurde dann für das Quartett eine Zeitlang zur „Operationsbasis“, von der aus Vorstöße ins Landesinnere unternommen wurden: Nach Baltimore (Maryland), Richmond (Virginia), Greensboro (North Carolina), Philadelphia (New Jersey), Allentown (Pennsylvenia). Das Bergisch-Brandenburgische Quartett, dessen wunderlich verwegenen musikalisch-aktionistisch-lyrisch-dramatischen Spielabenteuer im Februar dieses Jahres zum zweiten Mal auch in der DDR zu erleben waren, spielte in den USA sowohl in Klubs als auch in Galerien, Universitäten, Konservatorien, kleinen Theatern und Lofts. Überall, berichtete Petrowsky, hätte es begeisterte Zuhörer, zumeist auch Fragen zur Musik und stundenlange Diskussionen gegeben. Zu der vom Bergisch-Brandenburgischen Quartett vorgestellten „europäischen“ Spielart von Jazz gibt es seit einiger Zeit auch amerikanische Entsprechungen, kleine Kreise von Musikern und Publikum, die es in einer weitgehend vom Mainstream und zudem kommerziell beherrschten Jazzszene doppelt schwer haben. Jazz aller Art kann man in New York rund um die Woche hören. Petrowsky traf im „Village Vanguard“ auf Steve Kuhn, Sheila Jordan und Al Jarreau, hörte Alleinunterhalter und Avantgardgitarristen, begegnete nachts auf irgendeiner Straße (zufällig) Art Blakey und sah die Namen von Musikern wie Pepper Adams auf Speisekarten gedruckt. Man mag letzteres als Herabwürdigung ansehen – trotzdem, der musikalische Gesamtbefund von Petrowsky (nicht so der gesellschaftliche!) fällt eher positiv aus: „Swingende Musik ist vielfach ins Leben integriert, sie scheint mitunter tatsächlich aus dem Asphalt zu springen.“

Aufgenommen im Haus der jungen Talente, Berlin, Germany, 01. März 1982

 

BackCover1

Besetzung:
Rüdiger Carl (saxophone, accordeon, vocals, clarinet)
Sven-Åke Johansson (drums, schlagtuch, accordeon, vocals, schuhspanner, telefonbücher, bandeisen)
Hans Reichel (violine, zigarrenkiste, guitar, rundfunksender)
Ernst-Ludwig Petrowsky (saxophone, ratsche, harmonica, clarinet)

Bergisch

Titel:
01. Ohne Telefonbücher 4.13
02. Empfindungen und Nachempfindungen (3.47
03. Eskapaden (Carl, Johansson, Petrowsky, Reichel 9.25
04. Die Kuh Mit Den Zehn Litern (Carl, Johansson, Petrowsky, Reichel 4.45
05. Kalldautzki (Carl, Johansson, Petrowsky, Reichel 6.31
06. Neapolitanische Schwermut (Carl, Johansson, Petrowsky, Reichel 9.21
07. Blue Skies in the Background (Carl, Johansson, Petrowsky, Reichel 1.46

Alle Kompositionen: Carl/Johansson/Petrowsky/Reichel

LabelA1
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Breslau – Volksmusik (1982)

BreslauFrontCoverBreslau – eine der umstrittensten Kapellen der NDW (diese „Eingruppierung ist eigentlich kompletter Quatsch; Breslau waren vielmehr Teil der deutschen Heavy Metal Szene). Mit ihrer kraftvollen, rockigen Musik auch eine der Härtesten. Breslau hatte den Ursprung in der Kapelle Dick + Alex. Kingsize Dick und Alex Parche erarbeiteten bereits 1976 ihr erstes Demo mit harter, deutscher Rockmusik das Conny Plank so gut gefiel, das er Dick + Alex sofort produzieren wollte. Dick Frangenberg (Bass) und Jan Dix (Schlagzeug, später BAP) vervollständigten Dick + Alex welche so die Alben „Dick + Alex“ (1978) und „Schweine in weißen Westen“ (1980) einspielten. 1981 bekam Alex Parche ein Angebot der Zeltinger Band dort als Gitarrist einzusteigen, was er prompt annahm. So begann das „Duo Infernale“ Parche/Zeltinger das mit Unterbrechungen bis heute gut funktioniert. Damals war die Zusammenarbeit aber bereits nach einem halben Jahr schon beendet und im Juli 1981 ging es mit Breslau los.

Ursprünglich war das neue Projekt unter dem Namen Alex Parche geplant. Das Projekt war ja eine musikalische Fortsetzung von „Dick + Alex“. Nur stand ja Dick nicht mehr zur Verfügung, er hatte sich für das Karnevalstreiben in Köln entschieden. So bastelte Parche mit Cay Wolf (Schlagzeug, Ex-Zeltinger), Zwiebel Truhöl (Bass) und Frontfrau „Frau“ Lehmann an der neuen Musik. Diese sollte, Zitat Parche, gradliniger, schnörkelloser, dreckiger und kompromissloser sein. Und so war Breslau  dann auch…

BreslauVolksmusikLive
Durch gute Kontakte ergab sich auch gleich beim Plattenriesen EMI Electrola ein Plattendeal. Und das Label sorgte gleich für eine entscheidende Umbesetzung. Wurde das Album „Volksmusik“ fast komplett mit Frau Lehmann vorproduziert, war das Label damit nicht zufrieden und schlug Jutta Weinhold vor. Weinhold war keine Unbekannte im deutschen Rock-Geschäft, sie spielte u.a. mit Udo Lindenberg und hatte auch Solo einige Erfolge Ende der 70er Jahre (LPs „Comming“ 1976, „Jutta Weinhold“ 1978). Die Entscheidung gegen Frau Lehmann fiel der Kapelle nicht leicht, am Ende war die bessere „Röhre“ ausschlaggebend.

1982 kam dann „Volksmusik“ auf den Markt. Gute Reaktionen aus dem deutschsprachigen Ausland war das positive Echo – das negative kam aus Deutschland selbst. Breslau wurde auf Grund des Namens und einiger aus dem Zusammenhang gerissener Textpassagen in die rechte Ecke gedrängt. Diese ständigen Anfeindungen der Presse zermürbte die Band, insbesondere Weinhold war diesen Angriffen nicht gewachsen und schmiss dann Mitte 1982 das Handtuch. So war das viel versprechende Projekt Breslau schon wieder Geschichte. Parche veröffentlichte 1983 noch mit der Nachfolgegruppe Alex Parche Band das Album „Adrenalin“. Später ist er massgeblich an weiteren Platten der Zeltinger Band beteiligt (als Musiker und Produzent) und arbeitet weiterhin intensiv an „The Alex Parche Project“.

Alex

Alex Parche (* 16. September 1952 in Hannover; † 12. März 2009 in Köln)

Noch ein paar Worte zu Jutta Weinhold: Es ist eigentlich schade, dass diese Sängerin sich in den letzten Jahren fast ausschließlich auf eine bombastische Variante des Heavy Metal konzentriert hat. Sie hat eine fantastische Stimme und die wenigen Aufnahmen von ihr, wo sie z.B. dem Blues-Rock huldigt, sind wirklich vom feinsten.

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Besetzung:
Alex Parche (guitar)
Zwiebel Truhöl (bass)
Jutta Weinhold (vocals)
Cay Wolf (drums)
+
Frau Lehmann (vocals)

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Tracklist:
01. Volksmusik (Parche/Truhöl/Wolf) 3.10
02. Exzess (Parche/Truhöl/Wolf) 4.33
03. Kampfmaschine (Parche/Truhöl/Wolf) 4.50
04. Auf der Galeere (Parche/Truhöl/Wolf) 4.07
05. Hexentanz (Parche/Ganes) 3.05
06. Spinne (Parche/Truhöl) 3.27
07. Ohne Einsatz (Parche/Wolf) 4.59
08. Held im Traum (Parche/Wolf) 2.27
09. Nach uns die Sintflut (Parche/Truhöl/Wolf) 3.06
10. Wixer (Parche/Truhöl/Wolf) 2.51
+
11. Volksmusik (demo version) (Parche/Truhöl/Wolf) 3.14
12. Nach uns die Sintflut (demo version) (Parche/Truhöl/Wolf) 4.14
13. Wixer (demo version) (Parche/Truhöl/Wolf) 2.53
14. Held im Traum (demo version) (Parche/Wolf) 2.29

LabelA1

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Paola + Kurt Felix – Lieder gehen um die Welt (Ricky King) (1982)

FrontCover1Da haben wir ja mal drei meiner ganz besonderen Lieblinge auf einen Haufen:

Kurt und Paolo Felix sowie den „Gitarrengott“ Ricky King.

In früheren Jahren hätte ich diese drei Gestalten durchaus als „Hassfiguren“ bezeichnet … heute möchte ich einen solchen Begriff nicht mehr verwenden.

Das ändert aber nichts daran, dass ich mit diesem Album nun wirklich nicht warm werden kann. Er gab sich Mühe, aber es halt nichts geholfen.

Wobei die Bedeutung von Kurt und Paola Felix ausschließlich darin besteht, diese LP zu „präsentieren“, denn musikalisch hören wir ausschließlich Ricky King mit all seinem von Hall und Tremolo-Effekten geprägten Instrumentalversionen diverse Hits aus dem Bereich der Unterhaltungsmusik. Oh ja … die Shadows („Apache“) hatten ja ein ähnliches Konzept, wenn man ehrlich sein darf.

Wobei die Auswahl der Lieder gar nicht mal so schlecht ist … aber seine Interpretationen sind halt, was soll man da schreiben … seine Interpretationen sind schon arg der leichten Muse zugeneigt … um es mal dezent zu formulieren.

Aber was soll´s … auch sowas hat hier seinen Platz ….

RickyKing

Besetzung:
Ricky King (guitar)
+
Das Ricky King Orchester

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Titel:
01. Spanish Eyes (Kaempfert) 2.56
02. Merci, Chérie (Jürgens) 2.46
03. Der dritte Mann (Karas) 2.15
04. Goodbye My Love, Goodbye (Panas/Munro) 3.10
05 Rivers Of Babylon (Dowe/McNaughton) 2.49
06. Wunderland bei Nacht(Neumann) 2.51
07. Eine Schwarzwaldfahrt (Jankowski) 2.53
08. Lili Marleen (Schultze) 2.53
09. Griechischer Wein(Jürgens) 3.40
10. Strangers In The Night (Kaempfert) 2.30
11. Glaube mir (Winkler/Ranch) 2.30
12. Dschinghis Khan(Siegel) 2.36
13. Morgen (Moesser) 3.06
14. Mackie Messer (Weill) 2.07
15. O mein Papa (Burkhard) 3.46
16. Muss i denn (Traditional) 1.55

LabelB1

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Blues Co. – Ich hab den Blues schon´n bißchen länger (1982)

FrontCover1Nicht wegzudenken von der deutschen Blues-Szene, die „Blues Company“ … die sich auf diesem Frühwerk noch „Blues Co.“ nannten.

Die Blues Company ist eine deutsche Bluesband aus Osnabrück. Die Band hat über 20 Tonträger veröffentlicht, die beim Musiklabel Inakustik erscheinen. Mit der Frankfurt City Bluesband, der Pee Wee Bluesgang und der Band Das dritte Ohr gehört sie zu den Wegbereitern des Blues in Deutschland.

Die Band wurde 1976 von Todor „Toscho“ Todorovic und Christian Rannenberg als „Christian Rannenbergs Bluesband“ gegründet und kurze Zeit später in Blues Company umbenannt. Sie hat über 3000 Konzerte in ganz Europa gespielt.

Anfangs spielte die Band als Begleitband für die Bluesmusiker, die vom Veranstalter Rolf Schubert nach Europa geholt wurden. Die erste Platte entstand mit „Live“ im Jahr 1980. Seitdem sind noch zahlreiche Tonträger erschienen, welche die Band zur langlebigsten und erfolgreichsten deutschen Bluesband machten. (Quelle: wikipedia)

Ein bisschen dürftig diese wikipedia Zeilen … zumindest hätte doch dieses Album erwähnt werden müssen, denn dieses Album ist das einzige deutschsprachige Bluesalbum der Blues Company. Und musikalische waren sie bereits damals ziemlich hochwertig und die Text, hm, die bedienen sich ein wenig arg von gängigen Bluesklischees (besonders dürftig: „Boogie Typ“)… aber da finden sich auch Zeilen wie „Ich hab´ im Kopf nicht viel begriffen, doch mein Bauch verstand den Blues“. Feine Erinnerung, mir ging´s am Anfang meiner Musikbegeisterung ganz sicher nicht viel anders ! Und musikalisch ist die LP ne Wucht !

Also: zugreifen !

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Besetzung:
Rudi Marhold (drums)
jan Schäfer (piano)
Michael Schürmann (bass)
Todor Todorovic (guitar, vocals)
+
Günther Eschkotte (harmonica)

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Titel:
01. Ich hab´ den Blues schon ´n bisschen länger (Todorovic/Miller) 3.10
02. Lahmer Zahn (Todorovic/Michaelis) 7.01
03. Voll Breit (Todorovic/Michaelis) 4.14
04. Hey Bedienung (Todorovic/Dulisch) 4.35
05. Eifersucht (Todorovic) 3.44
06. Mag schon sein… (Todorovic/Miller) 6.13
07. Boogie Typ (Todorovic/Michaelis) 4.28
08. Ich komm´mir vor wie´n Blöder (Todorovic/Michaelis) 5.23

LabelA1

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Ludwig Güttler – Bläsermusik zur Weihnacht (1984)

FrontCover1Für mich ist und bleibt er einer der bedeutendsten Trompetenspieler der Gegenwart.

Hier mal eine WEihnachts-LP von ihm … es war wahrlich nicht seine einzige, wenn ich das recht +berblicke.

Auf dieser LP zelebriert er sein Trompetenspiel mit Miniaturen aus der Barock- undRenaissancezeit und das auf dem zu erwartenden hohen Niveau:

Die Kompositionen „beeindrucken durch innere Geschlossenheit … und ruhigen, weitgespannten Bläsergesang, der weihnachtlichen Glanz austrahlt.“

Eine festliche Untermalung für die Besinnung unter dem Weihnachtsbaum. Alles Instrumentalstücke mit Bläsermusik.

Beim Kerzenschein des Adventkranzes vermittelt diese unvergleichliche Aufnahme ein tiefes, gläubiges Gefühl der Vorweihnachtszeit. eine Perle …
Wer Ludwig Güttler kennt, der weiß, dass diese Aufnahme interpretatorisch wie technisch ein einmaliges Tondokument darstellt und höchsten künstlerischen Ansprüchen genügt.

So ein paar der Amazon Kunden.

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Und dann noch dieses Zitat:
„Wer den Auftakt in die nahende Adventszeit besonders festlich gestalten will, dem sei dieser Silberling empfohlen.“ (Klassik. com)
Besonders bemerkenseert für mich, dass Ludwig Güttler, der Musikforscher ganz und gar seltene Kompositionen ausgegraben hat … etliche der Komponisten höre ich damit zum ersten mal … erstaunlich, welche tiefen Kenntnisse der Ludwig Güttler von dieser Zeit hatte. Oder: wer kennt schon Komponisten namens Valerius Otto, Johannes Ghro, Melchior Vulpius oder Johannes Eccard ?
Interessant auch die verschiedenen Intzerpreationen von Klassikern wie „Es ist ein Ros entsprungen“oder gar „Vom Himmel hoch“ (da „streiten“ sich gleich 3 Komüonisten um das Urheberrecht !)

Wenn dann der Heilige Abend kommt … diese Scheibe wird dann bei uns erklingen ….

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Gibt´s heute noch: Das Blechbläserensemble des Ludwig Güttler

Besetzung:
Lothar Böhm (waldhorn)
Manfred Eidner (trombone)
Gerhard Eßbach (trombone)
Ludwig Güttler (trumpet)
Hans Hombsch (trombone)
Werner Hornuff (trombone)
Rainer Jurkiewicz (waldhorn)
Lutz Randow (trumpet)
Roland Rudolph (trumpet)
Kurt Sandau (trumpet)
Paul-Gerhard Schmidt (trombone)
Klaus Schweter (tuba)
Martin Stephan (tuba)
Heinz Stiefel (trumpet)
Istvan Vincze (waldhorn)
Manfred Zeumer (trombone)
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Titel:
01. Valerius Otto: Intrade (Prag 1611) 3.06
02. Georg Friedrich Händel: Tochter Zion, freue dich 0.53
03. Johann Crüger: Wie soll ich dich empfangen 1.36
04. Johannes Ghro: Paduane Aus „Dreißig neue erlesene Padouane und Galliard…“, (Meißen 1604) 2.02
05. Andreas Raselius: Nun Komm, Der Heiden Heiland (Regensburg 1591) 0.43
06. Michael Praetorius: Jubilate Domino aus „Musae Sioniae“ (Teil X Nr. 45) 2.16
07. Georg Friedrich Händel: Marsch aus „Josua“ 1.16
08. Johann Pezel: Sonate 24 aus „Hora Decima“ 2.36
09. Anonymous: Uns ist geborn ein Kindelein aus „Weihnachtsliederbuch des Zwickauer Kantors Cornelius Freundt“ (1500-1591) 1.03
10. Melchior Vulpius: Kanon Über „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ 1.27
11. Michael Praetorius: Sinfonia über „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ 0.54
12. Michael Praetorius: Es Ist Ein Ros‘ Entsprungen Aus „Musae Sioniae“ (Teil VI Nr. 53) 0.55
13. Johann Crüger: Fröhlich soll mein Herze springen 1.03
14. Giovanni Gabrieli: Canzon à 7 2.41
15. Johann Pezel: Sonate 28 aus „Hora Decima“ 2.25
16. Johann Crüger: Gelobet seist du, Jesu Christ 1.19
17. Michael Praetorius: In Dulci Jubilo aus „Musae Sioniae“ (Teil II Nr. 5) 2.09
18. Johann Pezel: Sonate 21 aus „Hora Decima“ 4.16
19. Johann Andreas Herbst: Singt und klinget allzumal 1.21
20. Jeremiah Clarke: Trumpet Voluntary 2.20
21. Johannes Eccard: Vom Himmel hoch (Königsberg 1597) 0.27
22. William Brade: Paduane 2.38
23. Michael Praetorius: Vom Himmel hoch aus „Musae Sionae“ (Teil IV Nr. 2) 2.16
24. Michael Praetorius: Vom Himmel hoch Aus „Musae Sionae“ (Teil IX Nr. 8) 2.28
15. Johann Hermann Schein: Vom Himmel hoch 1.29
LabelB1

Günter Noris – Top Hits eines Plus Jahrzehnts (1982)

FrontCover1Und hier mal wieder ein Stück bundesdeutsche Firmengeschichte, gekoppelt mit Trallala und Hopsassa Klängen des Günter Noris.

Die Plus Warenhandelsgesellschaft mbH existierte von 1972 bis 2010 als Tochter von Tengelmann. Sie war ein Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Die Märkte werden seit der Übernahme durch Edeka von deren Tochter Netto Marken-Discount geführt.
Inhaltsverzeichnis

Plus hatte nach eigenen Angaben wöchentlich 13 Millionen Kunden in ihren etwa 2900 deutschen Filialen mit etwa 27.000 Beschäftigten. Der Umsatz 2006 betrug rund 10 Milliarden Euro, davon 6,87 Milliarden in Deutschland.

Die Plus-Kette galt von ihrem Geschäftskonzept her innerhalb des Lebensmitteleinzelhandels als „Soft“-Discounter, angesiedelt zwischen den „Hard“-Discountern wie Aldi und Norma und den Vollsortimentern wie Rewe oder Edeka. Das Konzept entsprach grundsätzlich dem eines Discounters (aggressive Verkaufspreispolitik, eingeschränktes Sortiment, einfache Warenpräsentation etc.), doch unterschied sich Plus in einigen Punkten von Harddiscountern: Die Produktpalette war größer und es gab einen höheren Anteil an Markenartikeln.

Seit Anfang 2005 veräußerte Plus nicht verkaufte Non-Food-Aktionsware in so genannten Billix-Läden, welche jedoch alle im September/Oktober 2007 wieder geschlossen und in die Plus-Märkte integriert wurden. Die gleichnamigen Märkte in den Niederlanden gehören nicht zur Tengelmann-Gruppe.

Plus01

Viele Jahre fester Bestandteil der örtlichen Infrastruktur

Deutschlandweit war Plus in zwölf Regionen aufgeteilt. Eine Vertriebsregion wurde von einem Regionsleiter geführt, der die Verantwortung für bis zu 270 Filialen trug. Diese Verantwortung gab er an Verkaufsleiter weiter, denen wiederum Bezirksverkaufsleiter unterstanden, die jeweils für etwa acht Filialen verantwortlich waren. Die Warenversorgung der deutschen Filialen erfolgte aus elf Lagern, im April 2009 schloss im Rahmen der Umstellung mit Netto das Zentrallager in Ottendorf-Okrilla.

Plus warb mit dem aus den Buchstaben des Firmennamens abgeleiteten Claim „Prima leben und sparen“. In ehemals West-Berlin hieß Plus Real, was „Richtig Einkaufen Angenehm Leben“ bedeutete. Der andere Namen in Berlin lag wohl im Wettbewerb begründet. Der Name Real hatte nichts mit dem heutigen Verbrauchermarkt mit gleichem Namen zu tun.

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Seit Dezember 2007 bot Plus, wie viele andere Discounter auch, einen eigenen Handytarif („Pluskom“) an. Neben Markenprodukten führte Plus ein breites Sortiment an Eigenmarken-Artikeln, zum Beispiel BioBio für Bioprodukte und „Viva Vital“ für die Gesunde Ernährung. Beide genannten Marken werden weiter über Netto Marken-Discount angeboten.

2008 wurde Plus von PETA als tierfreundlichster Discounter ausgezeichnet.

2007 verkaufte Plus seine 250 Plus-Filialen und 58 Bauprojekte in Spanien für rund 200 Mio. Euro an den französischen Einzelhändler Carrefour sowie die Filialen in Polen und Portugal an die portugiesische Handelskette Jerónimo Martins.

2008 erwarb die Rewe Group die tschechischen, Spar Österreich die ungarischen sowie die belgische Handelskette Delhaize die griechischen Plus-Märkte.

2010 wurden die bulgarischen und rumänischen Plus-Märkte an den Discounter Lidl verkauft.

Ende Mai 2010 verkaufte Tengelmann seine letzte und älteste Plus-Auslandsgesellschaft, Zielpunkt in Österreich, an die luxemburgische Beteiligungsgesellschaft bluO.

Sämtliche abgestoßenen Auslandsmärkte werden in die eigenen Marktauftritte der Erwerber umfirmiert.

Seit Mitte 2010 ist der Verkauf aller Plus-Auslandstöchter abgeschlossen.

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Am 16. November 2007 gaben Tengelmann und Edeka bekannt, dass der Netto Marken-Discount (Edeka) und Plus Deutschland in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden sollen, an dem Edeka mit 70 % und Tengelmann mit 30 % beteiligt seien. Am 1. Juli 2008 stimmte das Bundeskartellamt der Übernahme der Plus-Filialen mit Einschränkungen zu. Die Ertragsbeteiligung der Tengelmann-Gruppe an dem Gemeinschaftsunternehmen wurde auf 20 % beschränkt, die Vermögens- und Stimmrechtsbeteiligung beträgt zudem nur 15 %. Wegen der marktbeherrschenden Stellung durch den Zusammenschluss mussten 378 Filialen mit Schwerpunkt in Ostdeutschland verkauft werden. 328 davon wurden an die Rewe Group verkauft und mittlerweile alle auf das Konzept des Tochterdiscounters Penny umgestellt. Eine anfänglich geplante Einkaufskooperation[8][9] zwischen Edeka und Tengelmann wurde im Zuge des Kartellverfahrens untersagt. Somit wird sich Tengelmann, wie angekündigt, einen anderen Partner für seine Einkaufskooperation suchen. Danach erteilte das Bundeskartellamt am 9. Dezember 2008 für die endgültige Übernahme der Plus-Filialen seine Zustimmung.

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Online noch erreichbar

Bis Ende Juli 2010 wurden sämtliche Plus-Märkte sukzessive in Netto-Marken-Discount-Filialen umgestaltet. Etwa 400 kleinere, vornehmlich innerstädtische Filialen werden als Netto Marken-Discount City, kurz Netto City, geführt.

Anfang April 2008 berichtete der Stern nach dem Bekanntwerden der Überwachung der Mitarbeiter in Lidl-Filialen in seiner Online-Ausgabe, dass in einzelnen Fällen detailliert auch „bei Plus und Edeka über die Arbeitsleistung und das Privatleben der Angestellten berichtet“ wurde. (Quelle: wikipedia)

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Aus plus wurde Netto

Na ja … und zum 10jährigen Bestehen dieser Firma gönnte man sich ne eigene Schallplattenproduktion mit dem Unterhaltungs-Organisten Günter Noris:

Günter M. Noris, eigentlich Günter Maier (* 5. Juni 1935 in Bad Kissingen, Unterfranken; † 27. November 2007 in Kerpen, Nordrhein-Westfalen) war ein deutscher Bandleader, Pianist, Arrangeur und Komponist.

Aufgewachsen mit drei Brüdern in Bad Kissingen, kam Günter Maier als ältester Sohn eines Postbeamten früh mit Musik in Berührung und lernte Klavier. Er machte eine klassische Ausbildung am Bayerischen Staatskonservatorium in Würzburg und studierte Noris01Klavier und Kompositionslehre. Sein Studium finanzierte er als Jazzer mit Auftritten in amerikanischen Clubs als Mitglied der Hep Cats Combo. Auch nach erfolgreichem Studienabschluss trat er zunächst weiter als Jazzmusiker mit der Helmut Brandt-Combo auf. Im Jahr 1961 verpflichtete ihn der RIAS für sein RIAS Tanzorchester in Berlin als Pianist und stellvertretenden Dirigenten.

Hildegard Knef machte ihn 1966 zum musikalischen Leiter ihrer ersten Chanson-Tournee. Damals legte er sich nach der „Villa Noris“ in seiner Heimatstadt den Künstlernamen „Noris“ zu. Im Jahr 1967 wechselte Noris als Pianist, Arrangeur und Bandleader zum WDR nach Köln und ging mit diesem Orchester im Jahr 1968 auf eine erfolgreiche Japan-Tournee. Der WDR nahm 1970 sein Musical Pierre und Madeleine mit René Kollo und Gitte Haenning auf.

1971 gründete er die Big Band der Bundeswehr, mit der er auch das musikalische Rahmenprogramm der Olympischen Spiele 1972 in München und der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 gestaltete. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundeswehr gründete er 1983 seine eigene Gala Big Band mit dem typischen „Noris-Sound“.

Von 1977 bis 1996 brachte Noris mit Hugo Strasser und Max Greger 20 offizielle Tanzplatten des Jahres für den Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband (ADTV) heraus. 1995 wurde seine Big Band vom ADTV zum „besten Tanzorchester der Welt“ gekürt.

Günter Noris hatte in knapp 40 Jahren etwa 2.500 Live-Auftritte in 15 Ländern. Die Erlöse aus seinen Wohltätigkeitskonzerten gehen in die Millionen. Bundespräsident Richard von Weizsäcker überreichte ihm das Bundesverdienstkreuz persönlich. Zur Feier seines 70. Geburtstags (2005) ehrten ihn Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.

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Noris starb zweieinhalb Jahre später nach langer Krankheit in seinem langjährigen Wohnort Kerpen-Horrem. (Quelle: wikipedia)

Wenn auf der Hülle zu lesen ist „Top-Hits eines Plaus Jahrzehnts“ das ist das ein wenig gschwindelt, denn zumindest auf Seite 2 der LP befinden sich mit Ausnahme von „Rivers Of Babylon“ und „Morning Has Broken“ eher unbekanntere „Hits“ …

Ansonsten hören wir das übliche Gedudle des Günter Noris, der zumindest  hin und wieder mit pfiffigen Arrangements überraschen kann.

Und die ganze Zeit habe ich das Gefühl, dass der Günter Noris (den Orgel spielen konnte er ja), sich all die Jahre unter Wert verkauft hat.

Noris03

Günter Noris mit Rudi Carrell und Rex Gildo

Besetzung:
Günter Noris (organ)
+
ein kleiner Haufen unbekannter Studiomusiker

Booklet1

Titel:
01. Popcorn (Kingsley) 2.59
02. Amazing Grace (Traditional) 3.27
03. Waterloo (Andersson/Ulvaeus) 2.42
04. Griechischer Wein (Jürgens) 3.28
05. Paloma Blanca (Bouwens) 2.46
06. Das Lied der Schlümpfe (Kartner) 3.14
07. Rivers Of Babylon (Dewe/Farian/Reyam/McNaughton) 3.18
08. You’re The One That I Want (Farrar) 2.36
09. Maybe (Pace) 2.50
10. Midnite Dynamos (Bloomfield) 2.26
11. Zabadak (Blaikley) 3.23
12. Morning Has Broken (Traditional/Stevens) 3.47

LabelB1

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Günter Noris mit Dr. Mildred Scheel