Anyone’s Daughter – In Blau (1982)

FrontCover1Wenn ich mich recht erinnere, waren sie damals ganz schön angesagt … und ich habe gerade nachgedacht, warum diese Band damals an mir eher vorbeigegangen ist. Da fiel mir ein, dass ich damals gerade dabei war, eine Familie zu gründen und zudem einen ziemlich aufreibenden Job hatte … da hatte meine musikalische Leidenschaft einfach mal ne Auszeit zu nehmen … Aber, kann man ja alles noch nachholen:

Dieses Album ist sicherlich der Höhepunkt des musikalischen Schaffens der Schwaben. Anyones Daughter treten mit „In Blau“ den Beweis an, dass man sehr wohl ein poetisches Rockalbum mit deutschen Texten schaffen kann. Dieses Album berührt mich und Titel wie „Nach diesem Tag“ erzeugen noch heute beim Hören eine Gänsehaut bei mir. Absolut grandios ist das Epos „Tanz und Tod“, wohl eine der fantasievollsten und positivsten musikalischen B(V)erabeitungen zum Thema Tod. Vielleicht das Meisterwerk des deutsprachigen Artrocks. (Martin Dambeck )

Und nicht ganz so euphorisch:

Harald Bareths Stimme ist einfach toll. Wie Anyone’s Daughter selbst erfährt er in meinem Augen nicht die ihm und der Band zustehende Anerkennung in Deutschland. Ob nun Adonis, Piktor oder eben „In Blau“ das Referenzwerk der Schwaben ist, ist schwer zu sagen. Zu unterschiedlich sind die Alben, jedoch auf gleich hohem Niveau. Selbst Neue Sterne würde ich nicht von der CD-Player-Kante stoßen, wenn ihr wisst, was ich meine.

„Sonnenzeichen-Feuerzeichen“ ist ein grandioser Opener. Bareths Gesang ist von einer Intensität…auch wenn der Vergleich nun hinkt: unterm Kopfhörer musste ich fast an Steve Hogarth denken. Ein wunderschönes Gitarrensolo krönt den Song und Erinnerungen an große 70er Progheroen suchen mich heim. Warum das Solo nicht noch drei Minuten weitergeht weiß nur die Band selbst.

AnyonesDaughter2

Ob deutsche Texte peinlich oder einfach nur ungewöhnlich klingen, darüber kann man während der folgenden Songs nachdenken. Musikalisch kann „In Blau“ sicherlich durchgehend überzeugen. „Für ein kleines Mädchen“ kommt recht akustisch daher, „Nichts für mich“ erinnert an zeitgenössische Genesis (und ich meine dies positiv) mit schönen Percussion und ungezwungenen Rhythmuswechseln. Selbst in simplem Popsongs a la „Nach diesem Tag“ will man nicht zuletzt dank Bareths Stimme nicht sofort die Skiptaste betätigen. Überhaupt ist die Atmosphäre auf „In Blau“ recht entspannt und souverän. Vom reinrassigen Progressive Rock hat man sich entfernt ohne deshalb flach und oberflächlich zu werden.

Höhepunkt ist sicherlich „Tanz & Tod“. Thematisch geht es (natürlich) um das Ableben. Damit jedoch keine Missverständnisse aufkommen: „Tanz & Tod“ ist kein 15minütiger Longtrack, sondern besteht aus drei mehr oder weniger eigenständigen Parts. „Der Begleiter“ besticht durch wundervolle Melodien (man sagte mir, die Band PUR hätten ordentlich davon geklaut). Auch hier herrscht die akustische Gitarre und Bareths Gesang zunächst vor, für Anyone’s Daughter kommt man gegen Ende allerdings verhältnismäßig forsch zur Sache. Keyboards und Gitarre hetzten sich durch das Stück, doch Schlagzeuger Peter Schmidt lässt die beiden nicht entkommen. Ja, Anyone’s Daughter, so geht großes Kino! Darf man beim Piano dominierten zweiten Teil namens „Yaqui“ an ELP denken? Naja, ganz so großspurig geht es vielleicht doch nicht zu, aber man darf trotzdem. „Tanz & Tod“ mit seiner gesprochenen Passage ist dann der passende Abschluss für ein wirklich tolles Werk.

Kein alles überragendes, aber ein durchaus überzeugendes Album, dass man als Progressive Rock Fan aus deutschen Landen kennen sollte. (Gün Schote)

Und noch weniger euphorisch bin da ich: Keine Frage, in ihren intensiven Instrumentalpassagen weiß die Band durchaus zu überzeugen, aber – und so geht´s mir oft bei Produktionen dieser Art – die Gesangparts hauen mich einfach nicht vom Hocker … wobei sie mich mehr als einmal an Pur erinnern – und so bleibt bei mir ein arg zwiespältiger Eindruck zurück … Gut, dass die Geschmäcker verschieden sind.

Inlet02

Besetzung:
Harald Bareth (bass, vocals)
Uwe Karpa (guitar, flute)
Peter Schmidt (drums, percussion)
Matthias Ulmer (keyboards, vocals)

Inlet01

Titel:
01. Sonnenzeichen – Feuerzeichen  5.20
02. Für ein kleines Mädchen 5.24
03. Nichs für mich 6.45
04. Nach diesem Tag 4.00
05. La La 3.10
06. Sonne 4.30
07. Tanz und Tod 15.05
07.1. Der Begleiter 5:20
07.2. Yaqui 3:30
07.3. Tanz und Tod 6:15
+
08. Sonne + Adonis Medley (Live in Ettlingen 1982) 14.13
09.  Nach diesem Tag (Live in Ettlingen 1982) 13.18

Musik und Text: Bareth/Ulmer/Karpa/Schmidt (Anyone´s Daughter)
außer bei „Sonne“:  Bareth/Ulmer/Karpa

LabelA1

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Gitte Hænning – Ungeschminkt (1982)

FrontCover1Hm. wollte man den Zeitgeist jener Jahre exemplatisch erläutern bzw. dokumentieren, so könnte dieses Album durchaus eine Referenzalbum sein:

Ungeschminkt ist ein deutschsprachiges Studioalbum der dänischen Sängerin Gitte Hænning aus dem Jahr 1982.

Nach der Veröffentlichung von Bleib noch bis zum Sonntag, einer deutschsprachigen Aufnahme des Andrew-Lloyd-Webber-Musicals Tell Me on a Sunday, stellte Gitte Hænning 1982 ihr zweites Konzeptalbum vor. Alle Texte stammen aus der Feder des Librettisten Michael Kunze, der in den 1980er Jahren eng mit Hænning zusammenarbeitete und ihr zu einem neuen Image als emanzipierte Pop-Interpretin jenseits des Schlagers verhalf. Die Kritiken zu diesem Album fielen positiv aus und die Single Ich will alles stieg auf Platz 42 der deutschen Charts.(Quelle: wikipedia)

Oder aber auch: die emanzipatorische Frauenbewegung hat auch die Unterhaltungsmusik erreicht …

Gitte02

Exemplarisch dieser fordernde Text von „Ich will alles“:

Jetzt leb‘ ich jeden Tag aus
Jetzt trink‘ ich jedes Glas leer
Ich will nicht viel
Ich will mehr
Jetzt bin ich freib und will alles
Ich lerne Spanisch und Bridge
Ich spiele Schach und Klavier
Ich kämpf‘, gewinn‘ und verlier‘
Und geb‘ nicht auf

Ich will alles
Ich sage nie mehr vielleicht
Ich schrei‘ hinaus was ich fühl‘
Und setze alles auf’s Spiel

Ich will mehr
Ich will mehr
Ich will alles

Nie mehr bescheiden und stumm
Nie mehr betrogen und dumm
Nein! Ich will alles
Ich will alles
Und zwar sofort
Eh‘ der letzte Traum in mir zu Staub verdorrt

Ich will leben
Will mich geben
So wie ich bin
Und was mich kaputt macht
Nehm‘ ich nicht mehr hin
Niemand speist mich ab
Niemand macht mich satt
Zu lang hab‘ ich verzichtet
Und mich selber klein gemacht

Ich will alles
Sperr‘ mich nicht ein
Ich will nie mehr
Zu früh zufrieden sein
Ich baue Mauern aus Licht
Ich mache Wasser zu Wein
Ich fang‘ den Augenblick ein
Denn ich bin frei

Und will alles
Ich will kein Zuschauer sein
Ich möchte selber was tun
Und immer wissen warum
Ich geb‘ nicht nach
Ich will alles
Ich will nie mehr was bereu’n
Will nicht gescheit sein nur klug
Will nicht perfekt sein nur gut

Ich will mehr
Ich will mehr
Ich will alles
Nie mehr bescheiden und stumm
Nie mehr betrogen und dumm
Nein! Ich will alles
Ich will alles
Und zwar sofort
Eh‘ der letzte Traum in mir zu Staub verdorrt
Ich will leben
Will mich geben
So wie ich bin

Und was mich kaputt macht
Nehm‘ ich nicht mehr hin
Niemand speist mich ab
Niemand macht mich satt
Zu lang hab‘ ich verzichtet
Und mich selber klein gemacht
Ich will alles
Ich will alles
Sperr‘ mich nicht ein
Ich will nie mehr
Zu früh zufrieden sein

Hm, da hat sich der Texter Michael Kunze aber weit aus dem Fenster gelehnt … und auch all seine anderen Texte sind ein beredtes Beispiel für jene Dekade …  Frauen wollen alles … sie sind stark, mögen Himbeer auf Eis, mögen lieben … ungeschminkt und authentisch … Kompromisse: Nein danke !.

Und dann lässt sich die Gitte Hænning so abbilden:

Gitte01

Und wenn eine ‚Frau sich so abbilden lässt, dann weiß sie, was sie tut …

Hm, irgendwie sind all die Texte durchaus interessant und. z.T. wirklich ansprechend und zugleich beschleichen mich eigenartige Gefühle.

Da schreibt ein Mann Texte für eine aufgeweckte Frau , da komponieren Männer Musik (Abteilung: Synthie-Pop) für eine aufgeweckte Frau … passt das wirklich zusammen ?

Von daher für mich ein Album, das voller Zwiespältigkeit steckt ….

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Besetzung:
Geoff Bastow (keyboards, synthesizer)
Mats Björklund (guitar)
Curt Cress (drums, percussion)
Johan Daansen (guitar)
George Delagaye (trombone)
Mladen Franko (keyboards, synthesizer)
Benny Gebauer (saxophone)
Günther Gebauer (bass)
Josef Güntner (trombone)
Gitte Hænning (vocals)
Manfred Niezgoda (trumpet)
Silos Pohanka (trumpet)
Rudi Risavy (percussion)
Armin Rusch (accordeon)
Giuseppe Solera (saxophone, pan flute)
Robert Tucci (tuba)
Hermann Weindorf (keyboards, synthesizer)
+
background vocals:
Edith Prock – Angelika Tiefenböck – Helmut Knorr – Günther Eric Thöner – Jerry Rix
+
Münchener Philharmonie unter der Leitung von Hans Herchenhan

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Titel:
01. Wie Himbeeren auf Eis 4.27
02. Ich bin stark 4.10
03. Der Anruf (Er rief an) 4.33
04. Tränen? – Vielleicht 3.55
05. Ein Engel, der über Leichen geht 4.04
06. Ich will alles 3.52
07. Die Faust 0.48
08. Und wenn ich dich liebe 4:18
09. Gib mich frei 3.45
10. Ungeschminkt 0.38
Die Schlange 3:34
Hilf mir doch 3:29
Wir sind stark 0:50

Musik: Guido de Angelis + Maurizio de Angelis
Texte; Michael Kunze

LabelB1

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Und der Dieter Thomas Heck benimmt sich wieder mal daneben:

Erste weibliche Fleischergesellin nach 1945 – Ferien auf dem Lande (1982)

FrontCover1Also, auf einen solchen Bandnamen muss man auch erstmal kommen:

Die „Erste weibliche Fleischergesellin nach 1945“ war eine 1982 gegründete, deutsche Band um den Mathematiklehrer Thomas Hermann aus Hagen. Sie zählt zur Neuen Deutschen Welle. Einige Male trat die Band auch als Opener bei Gigs von Extrabreit auf.
Phillip Boa spielte 1983 als Gitarrist auf zwei Stücken des ersten Albums mit. Alle anderen Tapes waren bereits eingespielt. Trotz hoher Erwartungen floppte das Projekt, denn lediglich 300 Schallplatten wurden verkauft. Es wurden weitere Demobänder aufgenommen, nun alle unter Beteiligung von Boa, die aber einige Monate später gar nicht erst von der Plattenfirma angenommen wurden.

SchrägeGesellen

Dieses Fallengelassenwerden, nachdem der Gruppe zuvor große Hoffnungen und Versprechungen gemacht worden waren, bezeichnete Boa später als eine Erfahrung mit der Musikindustrie, die seine Karriere geprägt habe.
Herrman gründete später das JA!-Plattenlabel. Er produzierte bis etwa 1985 die ersten Plattenauflagen von Phillip Boa. (Quelle: wikipedia)

Und ne Single wurde ihnen auch noch spendiert … Dazu schreibt der Karl May Wiki kurz und knapp:

Winnetou und die 7 Geißlein war eine Musiksingle der 1982 gegründeten und weitgehend erfolglosen NDW-Band „Erste Weibliche Fleischergesellin nach 1945“. Gründer war Thomas Hermann aus Hagen.

SingleFront+BackCover

Nun ja — ähm … ich sitze mittlerweile ziemlich sprach- und fassungslos an meinem Schreibtisch ob der mir dargebotenen musikalischen Kost … damals wie heute war ich naürlich nicht die Zielgruppe für diese NDW-Klänge … dennoch: starker Tobak, sehr schräg und ich überlege mir gerade, welche psychiatrischen Notfallmaßnahmen nun bei mir einzuleiten sind … aber, das Cover ist wirklich gut !

Aber andere sind ganz schön angetan von dieser Scheibe:

Obscure and much underrated German band formed by the mathematician Thomas Hermann.Phillip Boa played guitar in a couple of songs.Music is pure NDW ,with much weirdness sometimes remindig a mix of punk and Residents or some Geistefahrer,Wirtshaftswunder early recordings. (by http://mutant-sounds.blogspot.com)

Na bitte … kann man also auch so sehen …

Inlets

Die inlets

Besetzung:
Siggi Acker (drums)
Peter Niemann (percussion)
Thomas Hermann-Seibert (vocals, guitar, keyboards, trombone, drum programming)
+
Uli „Phillip Boa“ Figgen (guitar bei 02. + 10.)
Eberhard Schnellen (piano bei 07.)
Susanne Ulbrich (vocals)

BackCover

Titel:
01. Fröhliche Kinder (Hermann-Seibert) 3.28
02. Born To Be Wild (Bonfire) 3.33
03. Winnetou und die sieben Geißlein (Hermann-Seibert) 3.42
04. Seele auf Eis I (Hermann-Seibert/Niemann) 3.55
05. Ich fress dir aus der Hand (Hermann-Seibert) 3.11
06. Schädel (Hermann-Seibert) 2.20
07. Seele auf Eis II (Hermann-Seibert) 4.11
08. Menschenland (Hermann-Seibert) 3.01
09. Das grosse Lalula (Hermann-Seibert/Morgenstern) 3.32
10. Der Ratzeburger Achter (Hermann-Seibert) 3.41
11. Die Wiedergeburt der Gitarre (Hermann-Seibert) 3.58

Label

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Günstiger

Geht auch günstiger

Peter Hofmann – Rock Classics (1982)

FrontCover1An den Hype, den der „Star-Tenor“ Peter Hoffmann mit seinem ersten „Rock Classics“ Album damals auslöste, kann ich mich noch gut erinnern:

Peter Hofmann (* 22. August 1944 in Marienbad, Sudetenland; † 29. November 2010 in Selb, Fichtelgebirge) war ein deutscher Opernsänger (Tenor), der auch als Rockmusiker bekannt wurde.

Peter Hofmann wuchs in Darmstadt auf und begann mit 16 Jahren als Sänger und Gitarrist in verschiedenen Rock-and-Roll-Bands. Als Schüler des Ludwig-Realgymnasiums (heute Lichtenbergschule) trieb er Leistungssport und war unter anderem hessischer Jugendmeister im Stabhochsprung und Zehnkampf.

Als Zeitsoldat diente er bei der Fallschirmjägertruppe in Lebach und Bergzabern und war zuletzt Stabsunteroffizier. Schon in dieser Zeit begann er mit Gesangsstunden bei Emmy Seiberlich in Karlsruhe. Nach dem Abschied von der Bundeswehr studierte er ab 1969 an der Hochschule für Musik Karlsruhe.

Peter Hofmann03Sein Operndebüt gab er 1972 am Theater Lübeck als Tamino in Mozarts Oper Die Zauberflöte. Ab der Spielzeit 1974/1975 war Hofmann für zwei Spielzeiten bis Sommer 1976 am Opernhaus Wuppertal engagiert. 1975 gastierte er mit der Rolle des Loge in Das Rheingold am Opernhaus Dortmund. 1976 sang er in Wuppertal erstmals die Rolle des Siegmund in Richard Wagners Die Walküre. Mit dieser Rolle gastierte er Anfang 1976 bereits auch an der Staatsoper Stuttgart und an der Hamburgischen Staatsoper, bevor ihm im Sommer 1976 mit dem Siegmund bei den Bayreuther Festspielen im Jahrhundertring unter der musikalischen Leitung von Pierre Boulez der endgültige Durchbruch als Opernsänger gelang. 1976 erhielt Hofmann einen Fünf-Jahres-Vertrag am Staatstheater Stuttgart und war dort festes Ensemblemitglied. Bis 1983 trat er dort regelmäßig auf.

Danach übernahm Hofmann vor allem Wagnerrollen an den wichtigsten Opernhäusern der Welt wie der Opéra Garnier (Paris) und der Metropolitan Opera in New York. Er sang die Titelrollen in Tristan und Isolde, Lohengrin, Parsifal und Walther von Stolzing in Die Meistersinger von Nürnberg – Rollen, in denen er nicht nur wegen seines kraftvollen Gesangs, sondern auch wegen seiner hünenhaften Erscheinung mit für einen Opernsänger ungewöhnlich langen blonden Locken auffiel.

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Peter Hofmann als Old Firehand, 1997

Im Juli/August 1989 hatte Hofmann mit dem Siegmund auch seine letzten Auftritte bei den Bayreuther Festspielen. Hofmann trat bis 1992 in Wagner-Rollen weiterhin als Opernsänger auf. 1992 sang er am Nationaltheater Mannheim nochmals die Titelrolle in Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal.

Parallel dazu widmete sich Hofmann weiterhin der Rockmusik und veröffentlichte erfolgreich einige Platten, auf denen er bekannte Rock- und Popballaden interpretierte. Dieser Ausflug in die U-Musik wurde mit vier Gold- und zwei Platin-Schallplatten belohnt. Bereits das erste Album Rock Classics erhielt nach kurzer Zeit Doppel-Platin. Die Alben Unsre Zeit, Peter Hofmann 2, Monuments und Rock Classics Vol. 2 wurden in Deutschland mit Gold ausgezeichnet. Das letztgenannte Album wurde auch in Österreich mit Gold prämiert. In der Folgezeit war Hofmann sowohl im Opern- als auch im U-Musik-Bereich aktiv und präsentierte sich zeitweise als Rocker mit Lederkluft und schweren Motorrädern. Er wollte nie ein Opernsänger im herkömmlichen Sinne sein.

Ab 1990 spielte er die Titelrolle in dreihundert Aufführungen von Das Phantom der Oper, mit denen das neu erbaute Theater Neue Flora in Hamburg seinen Betrieb aufnahm. Peter Hofmann erhielt Auszeichnungen wie diverse Bambis bis zum Grammy.

1997 war Hofmann neben Gojko Mitić bei den Karl-May-Spielen Bad Segeberg als Old Firehand in Winnetou und Old Firehand zu sehen.

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Im Jahr 2003 erschien die Biografie Peter Hofmann – Singen aus Leidenschaft. Im Oktober 2012 erschien das Buch seines Bruders Fritz Hofmann Peter Hofmann – Geschichten aus einem bewegten Sängerleben.

Aus seiner ersten Ehe hatte er zwei Söhne, seine zweite Ehe mit der Opernsängerin Deborah Sasson wurde 1983 auf dem Standesamt Kemnath geschlossen und dauerte bis 1990. Hofmann lebte viele Jahre auf Schloss Schönreuth in der Oberpfalz, anschließend einige Jahre im ehemaligen Schulhaus von Friedersreuth bei Pressath und dann mehrere Jahre bis zu seinem Tode zurückgezogen mit seiner dritten Frau Sabine (geborene Zimmerer) und der 2003 geborenen Tochter Laura im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge.

1994 entdeckte Hofmann an sich erste Anzeichen der Parkinson-Krankheit, konnte die Auswirkungen jedoch zunächst mit Hilfe von Medikamenten beherrschen und weiter als Sänger auftreten. 1999 gab er seine Krankheit öffentlich bekannt und trat nach seiner Weihnachtstournee im Jahr 2000 nicht mehr auf. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit konnte er kaum noch sprechen, nicht mehr selbständig essen und war auf den Rollstuhl angewiesen. Jahrelang unterstützte er die Parkinson-Forschung mit seinem Peter-Hofmann-Parkinson-Forschungsprojekt.

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Wie muss man drauf sein, um sich ablichten zu lassen ???

In der Nacht zum 30. November 2010 starb Hofmann in einer Klinik, in die er wenige Tage zuvor mit dem Verdacht auf Lungenentzündung eingeliefert worden war.

In der Stadtbücherei Kemnath ist ihm ein Gedenkraum gewidmet. Gezeigt werden zahlreiche Fotos, ein Gemälde, das ihn als Siegmund in Bayreuth zeigt, die erste seiner vielen Goldenen Schallplatten sowie eine DVD-Dokumentation. Den zentralen Platz im Raum nimmt eine Bronzebüste ein.

Am 16. März 2018 wurde auf Initiative seines Bruders Fritz eine Gedenktafel am Geburtshaus Peter Hofmanns in Marienbad eingeweiht.

Seit seiner Bundeswehrdienstzeit als Fallschirmjäger in Merzig pflegte Hofmann eine enge Freundschaft zu dem Wolfsforscher Werner Freund, der sein militärischer Ausbilder war. Hofmann war Pate des Wolfes Peter im Wolfspark in Merzig. (Quelle: wikipedia)

Nun ja, warum auch immer der Peter Hofmann es ewagt hat, sich an den „Rock Classics“ zu versuchen … hört man sich das Ergebnis an … bleibt man sprach- und fassungslos zurück, denn das Ergebnis ist, schlicht und ergreifend schauderhaft. Diese opernhaften Interpretationen spotten jeder Beschreibung.  Dabei hatte er ja eigentlich mehr als brauchbare musikalische Mitstreiter an Bord (siehe Besetzungsliste). Aber so hört es sich  halt an, wenn ein Opernsänger sich an Klassiker der Rockmusik versucht … Wäre ich böse, würde ich scheiben, dass ihm für diese Musik die Eier gefehlt haben …

Und eben habe ich mir gedacht, wie es wohl klingen würde, hätte er Klassiker wie „Jumpin Jack Flash“, „Highway To Hell“ oder „Whatever You Want“ interpretiert.

Und der große Erfolg dieser Aufnahmen macht einen erst sprach- und ratlos. Nun ja …vielleicht konnte sich so der klassische Bildungsbürger ein wenig wild fühlen …

Selten habe ich mich so gerne von einer Scchallplatte getrennt. Für meinen Geschmack eignet sie sich allenfalls als Rausschmeisser nach einer langen Partynacht …

Aber: Dieses Siechtum am Ende seines Lebens … das hat er nun wirklich nicht verdient.

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Peter Hofmann & Deborah Sasson

Besetzung:
Curt Cress (drums)
Roland Heck (keyboards, synthesizer)
Peter Hofmann (vocals)
Dieter Petereit (bass)
Nils Tuxen (guitar)
Paul Vincent (guitar)
Eberhard Wieland (keyboards, synthesizer)
+
Mitglieder des Orchesters der Deutschen Oper Berlin
+
Deborah Sasson (vocals bei 02,)

BackCover1

Titel:
01. The House Of The Rising Sun (Traditional) 4.04
02. Scarborough Fair (Traditional) 4.15
03. The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore (Crewe/Gaudio)  3.40
04. The Long And Winding Road (Lennon/McCartney) 4.12
05. Mac Arthur Park (Webb) 5.04
06. Sailing (Sutherland) 4.58
07. Yesterday (Lennon/McCartney) 3.47
08. Say Goodbye To Hollywood (Joel) 4.02
09.Nights In White Satin (Hayward) 5.11
10. Bridge Over Troubled Water (Simon) 4.04

LabelB1

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Bergisch-Brandenburgisches Quartett • Bergisch-Brandenburgisches Quartett (1982)

FrontCover1.jpgDas war schon ganz schön starker Tobak, den diese Free-Jazz-Kapelle aus der DDR fabrizierte. Und es war ein in der Tat erstaunliches Quartett: 2 Musiker kamen aus Westdeutschland, einer aus Schweden und einer eben aus der DDR…

Mit dem „Bergisch-Brandenburgischen Quartett“ war man Teil der „ersten mauerübersteigenden Band zur Zeit des kalten Krieges“ (Hans Reichel)

Vielleicht war das auch nur so einer Art von Musik möglich, man lese sich mal die verwendeten „Instrumente“ durch, dann weiss man, was ich meine und dann weiß man, auf was man sich einlässt, wenn man diese Scheibe anhören will.

Selbst ein dreiwöchiger Ausflug in die USA war damals möglich. Die DDR-Musikzeitschrift berichtete dann auch darüber:

„Alle Wertungen weglassend, bei nüchterner Rekapitulation all dessen, was mir Ernst-Ludwig Petrowsky über seine Reisen erzählt hat, ist doch gleich zu Beginn ein Superlativ unvermeidlich: Kunstpreisträger Petrowsky ist der am weitesten gereiste, der „weltläufigste“ Jazzmusiker der DDR. Im Oktober 1981 war er knapp drei Wochen mit dem Bergisch-Brandenburgischen Quartett in den USA unterwegs; ein Vierteljahr später tourte er mit Heinz Becker und Klaus Koch vierzehn Tage durch Indien.

Keines der vorfabrizierten Bilder schien sich mit der erlebten Wirklichkeit zu decken. Sich der Einmaligkeit, auch der Zufälligkeit eigener Eindrücke bewusst, möchte Petrowsky die Verfestigung von Vorstellungsmustern auch im Gespräch über das Gesehene und Gehörte vermeiden. Er weiß, wie stark der Eindruck eines Landes von Bewegung und Rhythmus (im wörtlichen und übertragenen Sinne) abhängt. Und schon sind wir beim Thema. „Das Alltagserleben in den Straßen von New York lässt ein ganz anderes rhythmisches Gefühl, ein ganz anderes Timing entstehen, als die bei allem äußerlichen Durcheinander noch spürbare Gelassenheit indischer Lebensauffassung.“ Das ist schwer zu beschreiben und wird doch sogleich musikalisch evident, wenn Petrowsky eine aus Indien mitgebrachte Platte auflegt, die mit einem unsagbar weitgezogenen Shenai-Solo anhebt. Für Petrowsky war Indien die Bekanntschaft mit einem bedrückend armen Land, zugleich aber auch die Begegnung von Würde, das Erlebnis von sehr viel Schönheit und alter Kultur. Von den USA spricht Petrowsky mit einer Mischung aus Faszination und Beunruhigung: ein Land, das bei allen phantastischen technischen und landschaftlichen Dimensionen auf Schritt und Tritt Widersprüche und eine unterschwellige Aggressivität erkennen ließ, in der Petrowsky eine Entsprechung zur Expansion und Arroganz politischer Macht sieht.

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Konzertplakat

Petrowskys USA-Tour mit dem Saxophonisten und Klarinettisten Rüdiger Carl, dem Gitarristen Hans Reichel (beide BRD) und dem schwedischen Schlagzeuger, Akkordeonspieler und Sänger Sven-Ake Johansson begann am 10. Oktober 1981 im New Yorker „Soundscape“, einem vorbildlich geführten Klub, in dem im gleichen Monat beispielsweise auch Sun Ra, Dewey Redman, David Murray, Alexander von Schlippenbach und Toshinori Kondo auftraten. New York wurde dann für das Quartett eine Zeitlang zur „Operationsbasis“, von der aus Vorstöße ins Landesinnere unternommen wurden: Nach Baltimore (Maryland), Richmond (Virginia), Greensboro (North Carolina), Philadelphia (New Jersey), Allentown (Pennsylvenia). Das Bergisch-Brandenburgische Quartett, dessen wunderlich verwegenen musikalisch-aktionistisch-lyrisch-dramatischen Spielabenteuer im Februar dieses Jahres zum zweiten Mal auch in der DDR zu erleben waren, spielte in den USA sowohl in Klubs als auch in Galerien, Universitäten, Konservatorien, kleinen Theatern und Lofts. Überall, berichtete Petrowsky, hätte es begeisterte Zuhörer, zumeist auch Fragen zur Musik und stundenlange Diskussionen gegeben. Zu der vom Bergisch-Brandenburgischen Quartett vorgestellten „europäischen“ Spielart von Jazz gibt es seit einiger Zeit auch amerikanische Entsprechungen, kleine Kreise von Musikern und Publikum, die es in einer weitgehend vom Mainstream und zudem kommerziell beherrschten Jazzszene doppelt schwer haben. Jazz aller Art kann man in New York rund um die Woche hören. Petrowsky traf im „Village Vanguard“ auf Steve Kuhn, Sheila Jordan und Al Jarreau, hörte Alleinunterhalter und Avantgardgitarristen, begegnete nachts auf irgendeiner Straße (zufällig) Art Blakey und sah die Namen von Musikern wie Pepper Adams auf Speisekarten gedruckt. Man mag letzteres als Herabwürdigung ansehen – trotzdem, der musikalische Gesamtbefund von Petrowsky (nicht so der gesellschaftliche!) fällt eher positiv aus: „Swingende Musik ist vielfach ins Leben integriert, sie scheint mitunter tatsächlich aus dem Asphalt zu springen.“

Aufgenommen im Haus der jungen Talente, Berlin, Germany, 01. März 1982

 

BackCover1

Besetzung:
Rüdiger Carl (saxophone, accordeon, vocals, clarinet)
Sven-Åke Johansson (drums, schlagtuch, accordeon, vocals, schuhspanner, telefonbücher, bandeisen)
Hans Reichel (violine, zigarrenkiste, guitar, rundfunksender)
Ernst-Ludwig Petrowsky (saxophone, ratsche, harmonica, clarinet)

Bergisch

Titel:
01. Ohne Telefonbücher 4.13
02. Empfindungen und Nachempfindungen (3.47
03. Eskapaden (Carl, Johansson, Petrowsky, Reichel 9.25
04. Die Kuh Mit Den Zehn Litern (Carl, Johansson, Petrowsky, Reichel 4.45
05. Kalldautzki (Carl, Johansson, Petrowsky, Reichel 6.31
06. Neapolitanische Schwermut (Carl, Johansson, Petrowsky, Reichel 9.21
07. Blue Skies in the Background (Carl, Johansson, Petrowsky, Reichel 1.46

Alle Kompositionen: Carl/Johansson/Petrowsky/Reichel

LabelA1
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Breslau – Volksmusik (1982)

BreslauFrontCoverBreslau – eine der umstrittensten Kapellen der NDW (diese „Eingruppierung ist eigentlich kompletter Quatsch; Breslau waren vielmehr Teil der deutschen Heavy Metal Szene). Mit ihrer kraftvollen, rockigen Musik auch eine der Härtesten. Breslau hatte den Ursprung in der Kapelle Dick + Alex. Kingsize Dick und Alex Parche erarbeiteten bereits 1976 ihr erstes Demo mit harter, deutscher Rockmusik das Conny Plank so gut gefiel, das er Dick + Alex sofort produzieren wollte. Dick Frangenberg (Bass) und Jan Dix (Schlagzeug, später BAP) vervollständigten Dick + Alex welche so die Alben „Dick + Alex“ (1978) und „Schweine in weißen Westen“ (1980) einspielten. 1981 bekam Alex Parche ein Angebot der Zeltinger Band dort als Gitarrist einzusteigen, was er prompt annahm. So begann das „Duo Infernale“ Parche/Zeltinger das mit Unterbrechungen bis heute gut funktioniert. Damals war die Zusammenarbeit aber bereits nach einem halben Jahr schon beendet und im Juli 1981 ging es mit Breslau los.

Ursprünglich war das neue Projekt unter dem Namen Alex Parche geplant. Das Projekt war ja eine musikalische Fortsetzung von „Dick + Alex“. Nur stand ja Dick nicht mehr zur Verfügung, er hatte sich für das Karnevalstreiben in Köln entschieden. So bastelte Parche mit Cay Wolf (Schlagzeug, Ex-Zeltinger), Zwiebel Truhöl (Bass) und Frontfrau „Frau“ Lehmann an der neuen Musik. Diese sollte, Zitat Parche, gradliniger, schnörkelloser, dreckiger und kompromissloser sein. Und so war Breslau  dann auch…

BreslauVolksmusikLive
Durch gute Kontakte ergab sich auch gleich beim Plattenriesen EMI Electrola ein Plattendeal. Und das Label sorgte gleich für eine entscheidende Umbesetzung. Wurde das Album „Volksmusik“ fast komplett mit Frau Lehmann vorproduziert, war das Label damit nicht zufrieden und schlug Jutta Weinhold vor. Weinhold war keine Unbekannte im deutschen Rock-Geschäft, sie spielte u.a. mit Udo Lindenberg und hatte auch Solo einige Erfolge Ende der 70er Jahre (LPs „Comming“ 1976, „Jutta Weinhold“ 1978). Die Entscheidung gegen Frau Lehmann fiel der Kapelle nicht leicht, am Ende war die bessere „Röhre“ ausschlaggebend.

1982 kam dann „Volksmusik“ auf den Markt. Gute Reaktionen aus dem deutschsprachigen Ausland war das positive Echo – das negative kam aus Deutschland selbst. Breslau wurde auf Grund des Namens und einiger aus dem Zusammenhang gerissener Textpassagen in die rechte Ecke gedrängt. Diese ständigen Anfeindungen der Presse zermürbte die Band, insbesondere Weinhold war diesen Angriffen nicht gewachsen und schmiss dann Mitte 1982 das Handtuch. So war das viel versprechende Projekt Breslau schon wieder Geschichte. Parche veröffentlichte 1983 noch mit der Nachfolgegruppe Alex Parche Band das Album „Adrenalin“. Später ist er massgeblich an weiteren Platten der Zeltinger Band beteiligt (als Musiker und Produzent) und arbeitet weiterhin intensiv an „The Alex Parche Project“.

Alex

Alex Parche (* 16. September 1952 in Hannover; † 12. März 2009 in Köln)

Noch ein paar Worte zu Jutta Weinhold: Es ist eigentlich schade, dass diese Sängerin sich in den letzten Jahren fast ausschließlich auf eine bombastische Variante des Heavy Metal konzentriert hat. Sie hat eine fantastische Stimme und die wenigen Aufnahmen von ihr, wo sie z.B. dem Blues-Rock huldigt, sind wirklich vom feinsten.

Inlet01A.JPG

Besetzung:
Alex Parche (guitar)
Zwiebel Truhöl (bass)
Jutta Weinhold (vocals)
Cay Wolf (drums)
+
Frau Lehmann (vocals)

BackCover1

Tracklist:
01. Volksmusik (Parche/Truhöl/Wolf) 3.10
02. Exzess (Parche/Truhöl/Wolf) 4.33
03. Kampfmaschine (Parche/Truhöl/Wolf) 4.50
04. Auf der Galeere (Parche/Truhöl/Wolf) 4.07
05. Hexentanz (Parche/Ganes) 3.05
06. Spinne (Parche/Truhöl) 3.27
07. Ohne Einsatz (Parche/Wolf) 4.59
08. Held im Traum (Parche/Wolf) 2.27
09. Nach uns die Sintflut (Parche/Truhöl/Wolf) 3.06
10. Wixer (Parche/Truhöl/Wolf) 2.51
+
11. Volksmusik (demo version) (Parche/Truhöl/Wolf) 3.14
12. Nach uns die Sintflut (demo version) (Parche/Truhöl/Wolf) 4.14
13. Wixer (demo version) (Parche/Truhöl/Wolf) 2.53
14. Held im Traum (demo version) (Parche/Wolf) 2.29

LabelA1

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Paola + Kurt Felix – Lieder gehen um die Welt (Ricky King) (1982)

FrontCover1Da haben wir ja mal drei meiner ganz besonderen Lieblinge auf einen Haufen:

Kurt und Paolo Felix sowie den „Gitarrengott“ Ricky King.

In früheren Jahren hätte ich diese drei Gestalten durchaus als „Hassfiguren“ bezeichnet … heute möchte ich einen solchen Begriff nicht mehr verwenden.

Das ändert aber nichts daran, dass ich mit diesem Album nun wirklich nicht warm werden kann. Er gab sich Mühe, aber es halt nichts geholfen.

Wobei die Bedeutung von Kurt und Paola Felix ausschließlich darin besteht, diese LP zu „präsentieren“, denn musikalisch hören wir ausschließlich Ricky King mit all seinem von Hall und Tremolo-Effekten geprägten Instrumentalversionen diverse Hits aus dem Bereich der Unterhaltungsmusik. Oh ja … die Shadows („Apache“) hatten ja ein ähnliches Konzept, wenn man ehrlich sein darf.

Wobei die Auswahl der Lieder gar nicht mal so schlecht ist … aber seine Interpretationen sind halt, was soll man da schreiben … seine Interpretationen sind schon arg der leichten Muse zugeneigt … um es mal dezent zu formulieren.

Aber was soll´s … auch sowas hat hier seinen Platz ….

RickyKing

Besetzung:
Ricky King (guitar)
+
Das Ricky King Orchester

BackCover1

Titel:
01. Spanish Eyes (Kaempfert) 2.56
02. Merci, Chérie (Jürgens) 2.46
03. Der dritte Mann (Karas) 2.15
04. Goodbye My Love, Goodbye (Panas/Munro) 3.10
05 Rivers Of Babylon (Dowe/McNaughton) 2.49
06. Wunderland bei Nacht(Neumann) 2.51
07. Eine Schwarzwaldfahrt (Jankowski) 2.53
08. Lili Marleen (Schultze) 2.53
09. Griechischer Wein(Jürgens) 3.40
10. Strangers In The Night (Kaempfert) 2.30
11. Glaube mir (Winkler/Ranch) 2.30
12. Dschinghis Khan(Siegel) 2.36
13. Morgen (Moesser) 3.06
14. Mackie Messer (Weill) 2.07
15. O mein Papa (Burkhard) 3.46
16. Muss i denn (Traditional) 1.55

LabelB1

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