Dresdner Kreuzchor – So sei gegrüßt vieltausendmal, holder, holder Frühling (1985 / 90er Jahre)

FrontCover1.jpgBeschäftigt man sich mit diesem Album,. so kann man unterschiedlichste Aspekte entdecken.

Da ist zum einer der Dresdner Kreuzchor:

Der Dresdner Kreuzchor ist ein weltbekannter Knabenchor aus Dresden mit einer etwa 650-jährigen Chortradition. Er zählt nach dem Aachener Domchor, den Regensburger Domspatzen, dem Stadtsingechor zu Halle und dem Leipziger Thomanerchor zu den fünf ältesten Knabenchören Deutschlands und Europas.

Dem Dresdner Kreuzchor gehören heute 125 Kruzianer – so werden die Chormitglieder genannt – im Alter von 9 bis 19 Jahren an, die als gemischt-stimmiger Knabenchor (Sopran/Alt/Tenor/Bass) musizieren. Die Größe der Besetzung richtet sich nach den jeweils aufzuführenden Werken. Zu Gastspielen reisen etwa 80 Kruzianer.

Träger des Kreuzchores ist die Stadt Dresden (er ist also kein kirchlicher Chor), wobei allerdings die künstlerische Heimstatt des Chores die Kreuzkirche ist. Die Gestaltung der Musica sacra für die Vespern und Gottesdienste entspricht seiner ursprünglichen Verpflichtung und bildet zugleich das Fundament seiner künstlerischen Arbeit.

 

Ein gleichermaßen vielfältiges wie umfassendes Repertoire zeichnet den Chor aus. Es reicht von den frühbarocken Werken des Dresdner Hofkapellmeisters Heinrich Schütz, den Bachschen Passionen, Motetten und Kantaten sowie der Chormusik des 19. Jahrhunderts bis zur Moderne; wie die Uraufführung des Werkes Pilgerfahrten von Chaya Czernowin. Mit zahlreichen Ur- und Erstaufführungen erfährt der Dresdner Kreuzchor immer wieder auch die Beachtung und Anerkennung der Fachkritik.

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Kreuzkantor Mauersberger und einige Kruzianer während einer Konzertreise 1948 in Celle

Die gemeinsamen Konzerte mit der Dresdner Philharmonie, der Sächsischen Staatskapelle Dresden oder Spezialensembles für „Alte Musik“ sind fest verwurzelt im Konzertleben der Stadt Dresden.

Regelmäßig wird der Chor zu Fernseh- und Rundfunkaufnahmen verpflichtet. Seit über 80 Jahren produzieren die Kruzianer Tonaufnahmen für angesehene Schallplattenfirmen. Werke aus nahezu allen Epochen der Musikgeschichte wurden seitdem aufgenommen und liegen heute als CDs bei Berlin Classics, Capriccio, Teldec und der Deutschen Grammophon Gesellschaft vor.

Bis zum Abitur erhalten die Kruzianer ihre schulische Ausbildung am Evangelischen Kreuzgymnasium. Die Kruzianer des ersten Jahrgangs (vierte Klasse) sowie die älteren mit weiteren Heimfahrtswegen wohnen im Alumnat, dem Internat des Chores.

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Drei Kruzianer in Kurrendetracht (1957) – bei Bildern wie diesem wird mir allerdings regelmässig ein wenig plümerant … 

Erfolg und Berühmtheit resultieren nicht allein aus dem spezifischen Klang der Knabenstimmen (auch Kruzianerstimmen genannt), Grundlage dafür sind die tägliche Probenarbeit und ein intensiver Gesangs- und Instrumentalunterricht. Die Synthese zwischen liturgischer Tradition, kontinuierlicher Ausbildung und einer hohen künstlerischen Qualität verhilft dem Ensemble zu weltweiter Ausstrahlung.

Im Jahr 2014 wurde der Dresdner Kreuzchor gemeinsam mit dem Thomanerchor und den Dresdner Kapellknaben vom Land Sachsen für das Immaterielle Kulturerbe nominiert. (Quelle: wikipedia)

Und da ist zum anderen der Dirigent Martin Flämig:

Martin Flämig (* 19. August 1913 in Aue; † 13. Januar 1998 in Dresden) war ein deutscher Kirchenmusiker, evangelischer Landeskirchenmusikdirektor und Kreuzkantor in Dresden.

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Nach seinem Staatsexamen als Kirchenmusiker trat Flämig die Nachfolge von Franciscus Nagler als Kantor der Matthäuskirche in Leisnig an. Von dort kam er zunächst nach Döbeln, bevor er 1948 als Nachfolger seines ehemaligen Lehrers Alfred Stier Kantor an der Dresdner Versöhnungskirche wurde. Ein Jahr später gründete er die Landeskirchenmusikschule. Zudem leitete er bereits seit 1945 als Hochschullehrer und Abteilungsleiter das Fach Chordirigieren an der Akademie für Musik und Theater Dresden. 1953 erfolgte die Ernennung zum Professor an der Hochschule für Musik Dresden. Ab 1959 übernahm er Verpflichtungen als Lehrer am Konservatorium in Bern und Chorleiter der Engadiner Kantorei in der „Laudinella“ in St. Moritz.

Um ihm die gefährdete Weiterarbeit in der Schweiz zu ermöglichen und ihn damit als Dirigenten zu erhalten, gründeten Mitglieder der Berner Kantorei, der Basler Münsterkantorei und des damaligen Ostschweizer Auswahlchors 1962 die Evangelische Singgemeinde und stellten Martin Flämig als ihren ersten musikalischen Leiter an.

Zudem wirkte er als Organist in Bern, Thun und Effretikon sowie als Dirigent des Thuner Singkreises, des Lehrergesangvereins Seeland und des Zürcher Radiochors. 1971 wurde er als Nachfolger von Rudolf Mauersberger zum Dresdner Kreuzkantor berufen. Dieses Amt hatte er bis 1991 inne; 1988 wurde er Ehrenbürger der Stadt Dresden. Flämig war Mitglied der Evangelischen Michaelsbruderschaft und der Christlich-Demokratischen Union der DDR.

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Seit 1991 lebte Flämig in Tschingel bei Gunten am Thunersee im Ruhestand. Er starb 1998 und wurde auf dem Waldfriedhof Weißer Hirsch in Dresden begraben.

In der Tageszeitung „Dresdner Neueste Nachrichten“ wurde Flämig im Jahre 2000 zu einem der „100 Dresdner des 20. Jahrhunderts“ gewählt. (Qulle: wikipedia)

Na, und dann ist natürlich noch dieses Album: Es erschien wohl irgendwnn in den 90er Jahren; ursprünglich erschien er erstmalig 1987 auf dem Eterna Label, aufgenommen wurde es bereits im Jahr 1984 und zwar in der Lukaskirche in Dresden.

OriginalFront+BackCover

Original Front + Back Cover aus dem Jahr 1987

Und Martin Flämig greift hier ganz tief in die Kiste des deutschen Volksliedes … Nicht alle ind heut noch bekannt, das gilt freilich nicht für Lieder wie „Zogen einst fünf wilde Schwäne“. „Der Mai ist gekommen“ oder „In einem kühlen Grunde“. Aber der Rest, den kann man hier neu entdecken und vermutlich zum ersten mal hören.

Auch wenn ich kein wirklicher Kenner dieser musikalischen Gttung bin, so wage ich es einfach mal zu schreiben: Hierhandelt es sich makellose Aufnahmen auf ziemlicg hohem Niveau !

Von daher kann ich diese Aufnahmen eigentlich nur empfehlen, zumindest für all jene Menschen, die keine Berührungsängste mit dem alten deutschem Liedgut haben.

Interessant noch die ganz kurze Geschichte des Labels „Deutsche Schallplatten GmbH“:

Nach der Friedlichen Revolution ging die VEB Schallpaltten Berlin in die neu gegründete Deutsche Schallplatten GmbH über, bevor in den darauffolgenden Jahren die Urheberrechte vieler Produktionen beispielsweise an die Edel Music GmbH oder die Bertelsmann Music Group verkauft wurden. (Quelle: ddr-museum.de).

Auch hier also war der Ausverkauf des Thema der frühen 90er Jahre.

OriginalLabels

Die Original Labels aus dem Jahr 1987

Besetzung:
Dresdner Kreuzchor  unter der Leitung von Martin Flämig

Booklet1

Titel:
01. So sei gegrüßt vieltausendmal, holder, holder Frühling (Schumann/v.Fallersleben) 1.46
02. So treiben wir den Winter aus (Traditional) 1.16
03. Nun will der Lenz uns grüßen (Traditional/v.Reuenthal) 1.15
04. Wach auf, meins Herzens Schöne (Reichardt) 2.28
05. Zogen einst fünf wilde Schwäne (Traditional/Plenzat) 2.24
06. In einem kühlen Grunde (Glück/v.Eichendorff) 2.24
07. Es geht ein dunkle Wolk herein (Traditional) 2.55
08. Es fiel ein Reif (Traditional/Zuccalmaglio) 1.37
09. Es fiel ein Reif op. 41 Nr. 2 (Mendelsohn-Bartholdy/Zuccalmaglio) 1.25
10. Ich hört ein Sichlein rauschen (Tracdtional) 1.55
11. Als wir jüngst in Regensburg waren (Traditional) 3,18
12. Das Lieben bringt groß Freud (Traditional) 1.25
13, Frühlingsahnung op. 48 Nr. 1 Mendelsohn-Bartholdy/Uhland) 2.02
14. Wohlauf in Gottes schöne Welt (Traditional) 2.13
15. An der Saale hellem Strande (Fesca/Kugler) 1.38
16. Der Mai ist gekommen (Lyra/Geibel) 1.38
17. Nun ade, du mein lieb Heimatland (Traditional/Disselhoff) 1.32
18. Gut G’sell und du mußt wandern (Traditional/Grünwald) 2.07
19. Zum Tanze, da geht ein Mädel (Traditional) 1.12
20. Jetzt gang i ans Brünnele (Traditional) 1.42
21. Bei nächtlicher Weil (Traditional) 2.35
22. Ich ging durch einen grasgrünen Wald (Traditional) 2.42
23. Es fiel ein Himmelstaue (Traditional) 2.03
24. Ach Gott, wie weh tut Scheiden (Traditional) 1.55
25. Abschiedslied (Traditional) 2,59
26. Schnitter Tod (Traditional) 2.06

CD1

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Milva – Tango – Gefühl und Leidenschaft (1984)

FrontCover1Über einen ziemlich langen Zeitraum hat Milva auch in Deutschland für ziemlich viel Furore gesorgt:

Milva (* 17. Juli 1939 in Goro, Italien; bürgerlich Maria Ilva Biolcati) ist eine italienische Sängerin und Schauspielerin.

Milva wurde 1961 Siegerin eines Wettbewerbs bei der italienischen Fernsehgesellschaft RAI und avancierte bald darauf zum erfolgreichen Star in Italien. 1978 nahm sie die Single Zusammenleben mit der Musik von Mikis Theodorakis auf und wurde dadurch auch im deutschen Sprachraum bekannt. Es folgten zahlreiche Konzerte, Tourneen und weitere deutschsprachige Aufnahmen, von denen Freiheit in meiner Sprache und Hurra, wir leben noch die erfolgreichsten waren.

In den 1980er Jahren wirkte sie in mehreren Spielfilmen mit. Auch mit Songs von Bertolt Brecht machte sich die überzeugte Sozialistin einen Namen. Milva war bei zahlreichen Musiksendungen in den Fernsehprogrammen Mittel-, West- und Südeuropas zu Gast. Sie singt ihre Lieder nicht nur auf Italienisch, sondern auch auf Deutsch, Französisch und Englisch.

Neben dem Chanson ist Milva Interpretin von Astor Piazzolla und hat für vielfältige Tango-Aufnahmen mit ihm selbst und Gruppen in seiner Tradition zusammengearbeitet. Ihr in Deutschland erfolgreichstes Album (in den Charts bis auf Platz 7) war „Von Tag zu Tag“ mit Liedern des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis, das auch in einer italienischen („La mia età“) und in einer französischen („Attends, la vie“) Version produziert wurde.

Am 2. August 2008 trat Milva zusammen mit Montserrat Caballé und Angelika Milster auf dem Theaterplatz in Dresden zu Diva Maxima auf.

Im September 2010 teilte Milva mit, dass sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auftreten wird. (Quelle: wikipedia)

Am 3. März 2012 trat sie wieder im Musikantenstadl auf.

Live

Aus Sicht einer Frau kommt man dann zu folgender Biographie:

Maria Ilva Biolcati, als Milva international bekannt, ist eine äußerst vielseitige Sängerin. Egal ob Chansons, Schlager, Opernarien oder Brecht/Weill-Kompositionen – die Frau mit dem dramatischen roten Haar (daher ihr Spitzname „La Rossa“) beherrscht all dies gleichermaßen virtuos.

Geboren als Tochter einer Fischhändlerfamilie, musste sie früh mitarbeiten; der Vater hatte das Vermögen weitgehend verspekuliert. Nach einer Gesangsausbildung begann Milva als Nachtclubsängerin, gewann mit 21 den Talentwettbewerb der RAI und kam so zum ersten Plattenvertrag. 1961 schaffte sie mit Platz 3 beim San Remo-Festival den Durchbruch in Italien, trat erstmals als Schauspielerin auf und heiratete ihren Manager Maurizio Corgnati. Die einzige Tochter Martina kam 1963 zur Welt.

In den folgenden Jahrzehnten stieg Milva zum international gefeierten Star auf: sie sang in vielen Sprachen, wurde aber besonders in Deutschland und Frankreich sehr beliebt. Die Zusammenarbeit mit Giorgio Strehler brachte Milva zur intensiven Beschäftigung mit Brecht-Interpretationen, auch selten gehörten und wieder entdeckten Kostbarkeiten. Daneben ist sie bis heute Astor Piazzollas Lieblingssängerin – keine andere haucht seinen Tangoschöpfungen so viel Leben ein. An der Mailänder Scala war Milva in Opernhauptrollen zu sehen, in Paris gab sie die „Seeräuber-Jenny“ in Brechts Dreigroschenoper. Eine ihrer Tourneen widmete Milva den Chansons der Edith Piaf. Namhafte Komponisten wie Theodorakis und Morricone schrieben Lieder für sie, an ihren deutschen Plattenproduktionen arbeiteten u.a. Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg mit. Als Schauspielerin trat sie in mehreren Filmen auf, u.a. an der Seite Gina Lollobrigidas und unter der Regie von Werner Herzog.

Privat dagegen hat Milva viel Leid erfahren. Die Ehe mit Corgnati zerbrach 1969. Von 1986-96 lebte sie mit dem Schauspieler Luigi Pistilli zusammen, der zunehmend unter Depressionen litt und im April 1996 Selbstmord beging. Eigentlich wollte sich die Künstlerin 1992 ins Privatleben zurückziehen, feierte aber zwei Jahre später ein grandioses Comeback und steht seitdem wieder auf Bühnen in aller Welt. (Anna Eunike Röhrig)

Hier ein Album mit Tangos, das 1984 veröffentlicht wurde; die Aufnahmen stammen freilich aus den Jahren 1968 und 1969 (und zwar von den Alben „Tango“ und „Milva singt Tangos deutsch und italienisch“) und man stellt mit einer gewissen Verblüffung fest, dass die Aufnahmen verdammt gut klingen; das spricht für die Qualität von Milva und den Orchestern, die sie damals begleitet haben, und somit darf man getrost von einem zeitlosen Album jener Diva sprechen, die für viele Jahre auch in Deutschland für Furore sorgte … hört man sich das Album an, dann weiss man auch warum !

Live2

Besetzung:
Milva (vocals)
+
Iller Pattacini Orchester

BackCover1

Titel:
01. Lass mich frei [La Cumparsita] (Rodríguez/Hillmann) 3.18
02. A Media Luz [Guardando Intorno A Te] (Lonzi/Donato) 2.32
03. Poema [So Cho Nol Cielo] (Melfi/Bianco*) 3.20
04. Inspiracion [La Mia Vita Cambiera] (Paulus/Rondinella) 3.25
05. El Choclo [All’Osteria] (Villoldo) 2.56
06. Das sind die Männer mit den graumelierten Schläfen [Kiss Of Fire] (Frank/Allen/Hill) 2.22
07. Adios, Pampa Mia (Canaro/Pelay/Larici/Mores) 4.15
08. Blaue Himmel [Cielo Azzurro] (Rixner/Hillmann) 4.05
09. Adio Muchachos (Vedani/Sanders) 2.58
10. Der alte Bandonero [Bandoneon Arrabalero] (Bachicha/Hillmann) 2.40
11. Rodriguez [Rodriguez Pema] (Volich/Hillmann/Greco) 2.45
12. Blue Tango (Anderson/Hillmann) 2.45
13. Duelo Criollo [La Donna Del Buono A Nulla] (Rezzano/Bayardo) 2.57
14. Adios Caballero [Adios, Pampa Mia] (Canaro/Belay/Morea/Siegel) 4.16

LabelB1

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MilvaAlbum1969

Marius Müller Westernhagen – Die Sonne so rot (1984)

FrontCover1Auch wenn er nicht so ganz mein Ding ist … wichtig bleibt er dennoch:

„Alter Hippiescheiß, eiskaltes Business, verpisst hat sich der Geist …“ – irgendwie hat Westernhagen mit der Textzeile vom letzten Song des Albums seine eigene Bewertung vorweg genommen. Das Gesamtwerk ist eher durchwachsen: musikalisch teils belanglose Songs reihen sich aneinander, erstmals entwickelt sich die Tendenz zu völlig wirren Texten, und die Version von „Mackie Messer“ (Brecht/Weill) ist für mich künstlisch der absolute Tiefpunkt.

Dennoch: von allen Synthie-Alben, die Westernhagen im zeitgemäßen Stil der 80er Jahre auf den Markt gebracht hat, ist „Die Sonne so rot“ immer noch das ein wenig bessere. „Rumpelstilzchen“ und „Bar bezahlt“ ließen ein letztes mal auf gelungene Weise den Schmuddel-Marius aus der Unterschicht durchkommen, das (leider weitestgehend unbekannte) „Baby“ bestätigt eindrucksvoll, dass Rock, Drumcomputer und Marius‘ röhrendes Organ sich durchaus sinnvoll ergänzen können, und Songs wie „Keine Zeit“ oder „So viele Leute“ waren trotz mäßigem kommerziellen Erfolg des Albums lange Zeit feste Tournee-Highlights, wenn auch mit geändertem Arrangement.

Unterm Strich ergibt dieser Mix aus musikalischen Experimenten, Fehltritten und kleinen Perlen immerhin ein Album mit einer gewissen Spannung, was manch‘ andere Werke Westernhagens gerne vermissen lassen. Kein typisches Westernhagen-Album also, eher was für Fans. Man muss es mehrfach hören, bevor man die eigene Meinung festigt. (Niesfisch).

Erwähnenswert ist dann noch, dass Müller-Westernhagen bei diesem Album sich auf eine spartanische Trio-Besetzung verlässt und mit Lothar Meid und Gert „Kralle“ Krahwinkel hatte er natürlich Hochkaräter mit an Bord.

Führte allerdings auch nicht dazu, dass dieses Album irgendwie erwähnenswert erscheint.

DieDrei

Müller-Westernhagen – Meid – Krahwinkel

Besetzung:
Lothar Meid (bass,drum programming, syntzhesizer, cymbal)
Gert „Kralle“ Krahwinkel (guitar, bass bei 02., background vocals)
Marius Müller-Westernhagen (vocals, guitar, cymbal)
+
Holger Czukay (waldhorn bei 06.)
Katrin Schaake (background vocals)

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Titel:
01. Mackie Messer (Brecht/Weill) 3.56
02. Baby (Müller-Westernhagen) 2.51
03. Flügel (Müller-Westernhagen) 2.51
04. Menschenfresser (Müller-Westernhagen) 3.10
05. Keine Zeit (Müller-Westernhagen) 3.23
06. Rumpelstilzchen (…und ich melke meine Kuh) (Müller-Westernhagen) 3.51
07. So viele Leute (Müller-Westernhagen) 3.44
08. Kotz dich aus (Müller-Westernhagen) 3.13
09. Ich bin ein Mann (Müller-Westernhagen) 2.58
10. Wenn du nach Streit suchst (Müller-Westernhagen) 2.45
11. Bye Bye (Müller-Westernhagen) 2.55
12. Bar bezahlt (Müller-Westernhagen) 3.03

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Max Greger – Herzlichen Glückwunsch (1984)

FrontCover1.JPGAus gegebenen Anlass, diese eher seltene Max Greger Schallplatte (eine 12″ Maxi-Single, wie sie es eben damals noch gab.)

Auf der Seite eins finden wir die klassischen Happy Birhtday Songs (jeweils für sie sowie für ihn).

Dann wird noch der Hochzeit und der sonstige Jubeltage gedacht.

Die Seite zwei lässt dann die Stimmung quasi explodieren, denn hier hören wir ein Stimmungs-Potpourri, wobei man fast grinsend zur Kenntnis nimmt, dass die meisten dieser Stimmungshits eigentlich altge Gospel Lieder sind.

Aufgenommen wurde diese Titel überwiegend 1984, zwei oder drei stammen aus den Jahren 1972 und 1973, soviel sei zu discographischen Information noch erklärt.

Wie gesatg … aus gegebenen Anlass kommt nun auch diese Schallplatte zu Ehren … hoch die Tassen !

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Besetzung:
Max Greger und sein Orchester

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Titel:
01. Er hat Geburtstag 1.18
01.1. Happy Birthday/Hoch soll er leben (Traditionla)
01.2. So ein Tag, so wunderschön wie heute (Olias)

02. Sie hat Geburtstag 1.19
02.1. Happy Birthday/Hoch soll er leben (Traditionla)
02.2. So ein Tag, so wunderschön w03. ie heute (Olias)

03. Jubilare und Jubeltage 1.21
03.1. Tusch
03.2. Wir gratulieren (Congratulations) (Coulter)
03.3. Hoch soll´n sie leben (Traditional)
03.4. So ein Tag, so wunderschön wie heute (Olias)

04. Hochzeitstag 2.45
04.1. Hochzeitsmarsch (Choral) (Traditional)
04.2. Hoch soll´n sie leben (Traditional)
04.3. So ein Tag, so wunderschön wie heute (Olias)
04.4. Hochzeitsmarsch (Dixie) (Traditional)

05. Stimmungs-Potpourri 6.56
05.1. Komm´ gibt mir deine Hand, denn heute feiern wir (White)
05.2. When The Saint Go Marching In (Traditional)
05.3. Over In The Gloryland (Traditional)
05.4. Glorie Hallelujah (Traditional)
05.5. Good Night Ladies (Traditional)
05.6. Schöne Maid (White)

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Verschiedene Interpreten – Auslese `84 – Bach aus Leipzig (1985)

FrontCover1Auf der Hülle kann man lesen:

„Johann Sebastian Bach: 1685 – 1985“:

Johann Sebastian Bach (* 21. Märzjul./ 31. März 1685greg. in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) war ein deutscher Komponist, Kantor sowie Orgel- und Cembalovirtuose des Barocks. In seiner Hauptschaffensperiode war er Thomaskantor zu Leipzig. Er ist der prominenteste Vertreter der Musikerfamilie Bach und gilt heute als einer der bekanntesten und bedeutendsten Musiker überhaupt. Insbesondere von Berufsmusikern wird er oft als der größte Komponist der Musikgeschichte angesehen. Seine Werke beeinflussten nachfolgende Komponistengenerationen und inspirierten Musikschaffende zu zahllosen Bearbeitungen.

Zu Lebzeiten wurde Bach als Virtuose, Organist und Orgelinspektor hoch geschätzt, allerdings waren seine Kompositionen nur einem relativ kleinen Kreis von Musikkennern bekannt. Nach Bachs Tod gerieten seine Werke jahrzehntelang in Vergessenheit und wurden kaum noch öffentlich aufgeführt. Nachdem die Komponisten der Wiener Klassik sich mit Teilen von Bachs Werk auseinandergesetzt hatten, begann mit der Wiederaufführung der Matthäus-Passion unter Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy im Jahre 1829 die Bach-Renaissance in der breiten Öffentlichkeit. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehören seine Werke weltweit zum festen Repertoire der klassischen Musik. (Quelle: wikipedia)

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Bach Statue in Leipzig

Zum 300. Geburtstag des großen Meisters veröffentlichte man auf einem Sub-Label von Ariola („Auslese“) diese prachtvolle Hommage an Bach.

Geboten wird dabei fast die gesamte Bandbreit des Bach´schen Musiktreibens .. .wobei mir – wie immer bei Musik dieser Art – seine (Instrumentalwerke deutlich mehr zusagen.

Seine religiösen Werke stoßen bei mir quasi eher auf taube Ohren *ggg*.

Die ausführenden Künstler stammten samt und sonders aus der DDR; es ist also zu vermuten, dass man sich hier aus diversen Eterna Alben bediente. Leider fehlen entsprechende discographische Angaben.

Dafür gibts aber auf einem Beiblatt den Stammbaum der Familie Bach … und da staunt man nicht schlecht …

Hören und geniessen ist hier die Devise !

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Besetzung:
Walter Heinz Bernstein (cembalo)
Gisela Burkhardt (sopran)
Ludwig Güttler (trumpet)
Hannes Kästner (organ)
Christoph Kircheis (organ)
Karl-Heinz Passin (flute)
Konrad Ragossnig (lute)
Peter Schreier (tenor)
+
Capella Fidicinia (Leitung: Hans Grüss)
Neues Bachisches Collegium Musicum, Leipzig (Leitung: Max Pommer + Hans-Joachim Rotzsch)
Rostocker Madrigalchor

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Titel:

Neues Bachisches Collegium Musicum, Leipzig (Leitung: Max Pommer)
01. Overtüre aus der Orchestersuite D-Dur BWV 1068 / 10.23
02 Air aus der Orchestersuite D-Dur BWV 1068 / 4.05

Ludwig Güttler + Christoph Kircheis:
03. Wachet auf, ruft uns die Stimme BWV 645 / 3.51

Ludwig Güttler, Thomanerchor Leipzig + Neues Bachisches Collegium Musicum, Leipzig (Leitung: Hans-Joachim Rotzsch)
04. Was Gott tut, das ist wohlgetan BWV 12 / 0.58

Walter Heinz Bernstein + Karl-Heinz Passin:
05. Menuett BWV-Anhang 132 / 1.14

Peter Schreier + Capella Fidicinia (Leitung: Hans Grüss)
06. Bist du bei mir BWV 508 / 2.35

Gisela Burkhardt + Capella Fidicinia (Leitung: Hans Grüss)
07. Dir, dir Jehova will ich singen BWV 299 / 3.31

Neues Bachisches Collegium Musicum, Leipzig (Leitung: Max Pommer)
08. Rejouissance aus der Orchestersuite D-Dur BWV 1069 / 2.20
09. Andante aus dem 2. Brandenburgischen Konzert F-Dur BWV 1047 / 4.32

Ludwig Güttler + Christoph Kircheis:
10. Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter BWV 650 / 3.50

Karl-Heinz Passin + Neues Bachisches Collegium Musicum, Leipzig (Leitung: Max Pommer)
11. Badinerie aus der Orchestersuite H-Moll BWV 1067 B / 1.25

Hannes Kästner:
12. Toccata D-Moll BWV 565 / 2.44

Rostocker Madrigalchor + Capella Fidicinia (Leitung: Hans Grüss):
13. Choral: Jesu meine Freude BWV 227 / 1.07

Peter Schreier + Konrad Ragossnig:
14. Willst du dein Herz mir dchenken BWV 518 / 2.59

Walter Heinz Bernstein:
15. Menuett BWV-Anhang 114 / 3.47

Peter Schreier + Capella Fidicinia (Leitung: Hans Grüss)
16. Wer nur den lieben Gott lässt walten BWV 691 / 5.08

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Heinz Schirk – Die Wannseekonferenz (DVD rip) (1984)

FrontCover1Die Wochenzeitung „Die Zeit“ veröffentlichte im  Jahr  2008 eine zwölfteilige Dokumentation mit dem Titel „Deutschland: Schicksalsstunden““

Und der Untertitel zu dieser Edition lautete dann: „Zwölf legendäre Doku-Dramen von der Wannseekonferenz bis zur Wiedervereinigung – 12 DVDs und ZEIT Begleitbuch“.

Teil 1 dieser Edition beschäftigte sich mit der sog. „Wannseekonferenz“:

Auf der Wannseekonferenz kamen am 20. Januar 1942 in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin 15 hochrangige Vertreter der nationalsozialistischen Reichsregierung und SS-Behörden zusammen, um unter dem Vorsitz von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich als Präsident von Interpol, und damit Hausherr der IKPK-Wannseevilla, den begonnenen Holocaust an den Juden im Detail zu organisieren und die Zusammenarbeit der beteiligten Instanzen zu koordinieren.
Auftrag Hermann Görings an Reinhard Heydrich vom 31. Juli 1941
Ein Dokument der Wannseekonferenz; hier die vorbereitete Liste der jüdischen Bevölkerung in Europa.

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Auftrag Hermann Görings an Reinhard Heydrich vom 31. Juli 1941 (1)

Entgegen verbreiteter Meinung war es nicht Hauptzweck der Konferenz, den Holocaust zu beschließen – diese Entscheidung war mit den seit dem Angriff auf die Sowjetunion (22. Juni 1941) stattfindenden Massenmorden in vom Deutschen Reich besetzten Gebieten faktisch schon gefallen –, sondern in den Grundzügen die Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas zur Vernichtung in den Osten zu organisieren und die erforderliche Koordination sicherzustellen. Die Teilnehmer legten den zeitlichen Ablauf für die weiteren Massentötungen fest, grenzten die dafür vorgesehenen Opfergruppen genauer ein und einigten sich auf eine Zusammenarbeit unter der Leitung des Reichssicherheitshauptamts (RSHA), das Heydrich führte.

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Auftrag Hermann Görings an Reinhard Heydrich vom 31. Juli 1941 (2)

Dies war das Hauptanliegen Heydrichs, den der Reichsmarschall Hermann Göring am 31. Juli 1941 mit der Gesamtorganisation der „Endlösung der Judenfrage“ beauftragt hatte. Daraufhin hatte Heydrich im Dezember 1941 zu der streng geheimen Konferenz eingeladen, an der Staatssekretäre aus verschiedenen Reichsministerien und dem Generalgouvernement, ein Ministerialdirektor der Reichskanzlei sowie leitende Beamte der Sicherheitspolizei (SiPo), des Sicherheitsdienstes (SD) und der Parteikanzlei teilnahmen. Protokollant war der SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, Heydrichs Referent für „Judenangelegenheiten“.

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Die Einladung zur „Wannseekonferenz“

Der erst nach dem Zweiten Weltkrieg geprägte Begriff „Wannseekonferenz“ ergab sich aus dem Tagungsort, dem Gästehaus der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes, Am Großen Wannsee 56/58. Die ehemalige Villa Marlier in Berlin-Wannsee wurde 1914/1915 nach Plänen von Paul Otto August Baumgarten erbaut. Heute ist das Haus eine Gedenkstätte für den Holocaust.

Die Judenliste

Ein Dokument der Wannseekonferenz; hier die vorbereitete Liste der jüdischen Bevölkerung in Europa.

Und hier nun die ARD Produktion zu diesem grässlichem Ereignis aus dem Jahr 1984:

Der Film spielt am 20. Januar 1942 in Berlin. Der SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich hat Repräsentanten verschiedener Ministerien und Dienststellen des Dritten Reiches zu einer Konferenz in eine Villa am Großen Wannsee eingeladen. Die Sitzung dauert ungefähr 85 Minuten. Der Film dokumentiert den Verlauf dieser Sitzung, die als Wannseekonferenz in die Geschichte eingegangen ist. Nach Aufforderung von Hermann Göring berät diese Gruppe unter Leitung von Heydrich organisatorische Fragen im Zusammenhang mit der so genannten Endlösung der Judenfrage. Der Film entstand auf Grundlage des Originalprotokolls.

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„Der Film bemüht sich um einen authentischen Bericht dieser folgenschweren Konferenz, indem er die Einheit von Ort und Zeit beibehält; ein eindrucksvolles und erschütterndes Dokumentarspiel; fürs Fernsehen entstanden, inzwischen in einigen Ländern im Kino ausgewertet.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Drehbuchautor Paul Mommertz, 54, freut sich: ‚Ein optimaler Film, auf beachtlichem Niveau.‘ Das Lob gilt vor allem dem Regisseur Heinz Schirk, zu Recht: Er hat es mit einer Riege bewährter Schauspieler, allen voran Dietrich Mattausch in der Rolle des Heydrich und Gerd Böckmann als Eichmann, verstanden, dem Mommertz-Stück jene Atmosphäre rassistischen Säuberungswahns und kaltschnäuziger Bürokratenperfektion einzuhauchen, die die Wannseekonferenz zu der wohl schauerlichsten Hitler-Deutschlands machte. Doch was sich hier als dokumentensichere Rekonstruktion der Zeitgeschichte gibt, erweist sich bei näherem Hinsehen auf weiten Strecken als ein Produkt televisionärer Fabulier- und Kombinationslust. Denn: Dies ist nicht die Wannseekonferenz, wie sie die Historiker kennen. Es ist die Wannseekonferenz a la Paul Mommertz.“ (Heinz Höhne: Eine Falle der Betroffenheit. In: Der SPIEGEL 51/1984)

Ganz so hart will ich dann nicht urteilen: Diese Fernsehproduktion ist zumindest eine erste Annäherung an ein Ereignis, das man mit Worten kaum fassen kann.

Das Judentum wird eine statistische Größe, der Holocaust ein Aktenvorgang, der Genozid ein Transportproblem. Eine Gruppe durchaus normal wirkender Menschen löst eine in der Geschichte einmalige Vernichtungsaktion aus: den „verwalteten“, „ordentlichen“ Völkermord. Die Diskrepanz zwischen der Durchschnittlichkeit der Täter und der Ungeheuerlichkeit der Tat macht den Film zu einer schockierenden Erfahrung.

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Der Film erhielt den „Grimme-Preis“

Besetzung: 
Dietrich Mattausch: Reinhard Heydrich
Harald Dietl: Dr. Alfred Meyer
Jochen Busse: Dr. Georg Leibbrandt
Peter Fitz: Dr. Wilhelm Stuckart
Dieter Groest: Erich Neumann
Rainer Steffen: Dr. Roland Freisler
Reinhard Glemnitz: Dr. Josef Bühler
Hans-Werner Bussinger: Martin Luther
Günter Spörrle: Gerhard Klopfer
Franz Rudnick: Friedrich Wilhelm Kritzinger
Robert Atzorn: Otto Hofmann
Friedrich G. Beckhaus: Heinrich Müller
Gerd Böckmann: Adolf Eichmann
Gerd Riegauer: Dr. Karl Eberhard Schöngarth
Martin Lüttge: Dr. Rudolf Lange
Anita Mally: Sekretärin

Regie Heinz Schirk
Drehbuch Paul Mommertz
Produktion Siegfried B. Gloeckner
Kamera Horst Schier
Schnitt Ulla Möllinger

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Eine Übersicht über alle Teile dieser Edtion:

Von der Wannseekonferenz 1942 über den Beginn der Studentenrevolte 1967 bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten: DIE ZEIT präsentiert zwölf fesselnde Dokumentationen und Doku-Dramen zu epochemachenden Ereignissen und Wendepunkten der jüngsten deutschen Geschichte. Mit preisgekrönten Beiträgen von Heinrich Breloer, Hans Christoph Blumenberg, Oliver Storz und anderen.

„Die Wannseekonferenz“
15 Nazigrößen beraten über die sogenannte Endlösung der Judenfrage

„Eine geschlossene Gesellschaft“
Die Bundesrepublik in den Fünfzigern: Jugendliche Freiheitsträume treffen auf verknöcherte Beichtstuhlmoral

„Der Aufstand“
Ost-Berlin, 1953: Der Aufstand gegen das SED-Regime und seine Niederschlagung

„Die Nacht der großen Flut“
Die dramatischen Stunden des Jahres 1962, in denen Hamburg von einer katastrophalen Flut überschwemmt wurde

„Der Polizeistaatsbesuch“
Ein Zeitdokument über den Schah-Besuch und die Studentenproteste von 1967

„Der Olympia-Mord“
Das Terror-Attentat auf die israelische Olympiamannschaft in München 1972

„Im Schatten der Macht“
Willy Brandt und die Affäre um den DDR-Spion Günter Guillaume 1974

„Todesspiel – Teil 1: Volksgefängnis“
Die Geiselnahme Hanns Martin Schleyers durch die RAF 1977

„Todesspiel – Teil 2: Entführt die Landshut“
Das Drama um die Befreiung der von Terroristen gekaperten Lufthansa-Maschine in Mogadischu

„Deutschlandspiel – Teil 1: Auf die Straße“
Die Ereignisse in der DDR bis zum Fall der Mauer

„Deutschlandspiel – Teil 2: Eilig Vaterland“
Das internationale Macht- und Ränkespiel um die Vereinigung der beiden deutschen Staaten

„Jeder schweigt von etwas anderem“
Die DDR-Justiz und das Leben der „Staatsfeinde“ von einst

Herbert von Karajan – Der Rosenkavalier (Querschnitt) (Richard Strauss) (1984)

CDFrontCover1.jpgUnd gleich nochmal zwei Österreicher: Richard Strauss und Herbert von Karajan. Und aufgeführt wird die Oper „Der Rosenkavalier“:

Der Rosenkavalier. Komödie für Musik (op. 59) ist eine Oper in drei Aufzügen. Die Musik stammt von dem deutschen Komponisten Richard Strauss, das Libretto von dem österreichischen Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal. Das Werk wurde am 26. Januar 1911 in der Dresdner Semperoper (Königliches Opernhaus) uraufgeführt.

Handlung;

Die Oper spielt in Wien zur Zeit der ersten Regierungsjahre Maria Theresias, um 1740.

Erster Akt: Im Schlafgemach
Maria Theresa Fürstin Werdenberg, Frau eines Feldmarschalls, vergnügt sich in Abwesenheit ihres Gatten mit ihrem siebzehnjährigen Geliebten, Octavian Graf Rofrano (ja hoplla, was ist das denn für eine Moral ?). Die Szene wird durch Klopfen an der Tür gestört, doch ist es nicht etwa ihr Ehemann, sondern ihr Vetter, Baron Ochs auf Lerchenau. Octavian verkleidet sich in der Eile als Kammerzofe und kann sich in dieser Maskerade der Zudringlichkeiten des mit seiner unersättlichen Begierde prahlenden Barons kaum erwehren. Der Baron ist in Geldnöten und beabsichtigt, die junge Sophie zu heiraten, die Tochter des kürzlich geadelten, neureichen Herrn von Faninal. Die Feldmarschallin bietet ihm Octavian – von dessen Gegenwart der Baron nichts ahnt – als Bräutigamsführer („Rosenkavalier“) an. In diesen Handlungsablauf eingeflochten ist das Lever, der morgendliche Empfang im Schlafgemach der Fürstin mit einem großen Durcheinander von Bittstellern, Intriganten, Personal und anderen, was durch ein Quodlibet gestaltet ist.

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Richard Strauss

Zweiter Akt: Im Hause des Herrn von Faninal
Sophie, Tochter des Herrn von Faninal, bereitet sich auf die Ankunft des Rosenkavaliers vor, der ihr zeremoniell eine silberne Rose überbringen soll und damit die Ankunft des Bräutigams ankündigt. Der Rosenkavalier ist Octavian; als er Sophie gegenübersteht, verliebt er sich in sie. Der anschließend auftretende Baron zeichnet sich durch ein rüpelhaftes Benehmen aus, was seine zukünftige Braut abstößt. Als sich Octavian und Sophie heimlich küssen, werden sie von Valzacchi und Annina, einem italienischen Intrigantenpärchen, verraten. Der Baron ist darüber nicht bekümmert, doch Octavian fordert ihn auf, von Sophie abzulassen. Schließlich verwundet er den Baron mit dem Degen. Sophies Vater greift ein und droht, sie bei weiterer Verweigerung der Heirat lebenslang ins Kloster zu schicken. Der verletzte Baron erhält schließlich durch Annina einen Brief, in dem ihn die Kammerzofe der Fürstin zum Stelldichein lädt.

Dritter Akt: In einem Wirtshaus
Der Baron trifft sich mit der vermeintlichen Kammerzofe in einem Wirtshaus. Allerdings haben Octavian, Valzacchi und Annina dem Baron eine Falle gestellt. Während der Baron zudringlich wird, tritt die verschleierte Annina mit vier Kindern auf, die angeblich von ihm sein sollen. Ein Polizeibeamter greift ein, woraufhin der Baron völlig die Fassung verliert. Schließlich kommen Sophie und ihr Vater hinzu, der sich nun gegen das geplante Ehebündnis stellt. Auch die Feldmarschallin tritt auf, beschwichtigt den Polizisten und jagt den Baron davon. Ihr bleibt aber nichts anderes übrig, als Octavian für die Verbindung mit Sophie freizugeben.

Notenheft

Ein altes Notenheft

Und noch ein paar triviale Ergänzungen:

Nach dem Erfolg der Uraufführung 1911 fuhren Sonderzüge der Reichsbahn von Berlin nach Dresden. Zigaretten erhielten den Namen „Rosenkavalier“, und in einem Faschingsumzug ritten Rosenkavaliere zu Pferd mit, hinter denen Richard Strauss und seine Bühnenfiguren weinend folgten. Satiregedichte wurden verfasst – mit anderen Worten, dieses Werk war in aller Munde. Später wurde es verfilmt (als Stummfilm), wobei die Opernhandlung nur einen Teil des Films bildet.

Hugo von Hofmannsthal war der erste – und einzige – Picasso-Sammler in Österreich. Er kaufte aus den Tantiemen für sein Libretto zum Rosenkavalier das frühe Selbstbildnis „Yo Picasso“ in der Galerie von Heinrich Thannhauser in München. (Quelle: wikipedia)

Basierend auf einer Gesamteinspielung der Oper (4 LP´s !) hier ein sog. „Querschnitt“ dieser LP-Box (Höhepunkt halt).

Nun ja, ich werde mit der Welt der Oper wohl auch für den Rest meines Lebens nicht mehr warm … Karajan hin, Karajan her ….

Unabhängig davon … vielleicht erfreut sich ja der eine oder andere an diese Querschnitt… mich würd´s freuen.

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Anna Tomowa-Sintow

Besetzung:
Agnes Baltsa (Octavian)
Vinson Cole (Sänger)
Gottfried Hornik (Faninal)
Kurt Moll (Baron Ochs)
Helga Müller-Molinari (Annina)
Janet Perry (Sophie)
Anna Tomowa-Sintow (Marschallin)
+
Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan
+
Konzertvereiniginung Wiener Staatsopernchor unter der Leitung von Helmuth Froschauer

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 Titel:

Erster Akt:
01. Einleitung 3.38
02. Wie du warst! Wie du bist« 9.34
03. Der Feldmarschall sitzt im krowatischen Wald 2.21
04. Da geht er hin, der aufgeblasene schlechte Kerl 5.41

Zweiter Akt:
05. Macht das einen lahmen Esel aus mir 6.49
06. I komm‘ glei… Drei arme adelige Waisen 8.44

Dritter Akt:
07. Di rigori armato (Nein, nein, nein ! Ixh trink keinen Wein 9.24
08. Mein lieber Hippolyte 13.10

Musik: Richard Strauss
Libretto: Hugo von Hofmannsthal

LabelB1
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Hach … (Das Bild stammt von einer Aufführung aus Wien, 1955)