Jan Reimer – The Point Of No Return (1985/1992)

FrontCover1.jpgUnd jetzt mal ein ganz besonderer musikalischer Leckerbissen:

Jan Reimer (* 11. März 1953) ist ein deutscher Fusion- und Fingerstyle-Gitarrist und Komponist, der seit Mitte der 1990er Jahre als Astrologe tätig ist.

Reimer begann mit 15 Jahren, leidenschaftlich Gitarre zu spielen. Er erhielt für mehrere Jahre Unterricht bei Rick Abao. Nach dem Abitur spielte er während der Studienzeit an der Pädagogischen Hochschule Köln abends beim Polit-Kabarett Die Machtwächter Gitarre. Nach dem Staatsexamen bildete er mit Norbert Stein und Mike Herting die Fusiongruppe Head Band, die mit wechselnder Rhythmusgruppe zwischen 1979 und 1982 tätig war, in den USA auf Tournee ging und drei Alben vorlegte.[1] Seit 1978 begleitete er zudem den Liedermacher Franz Josef Degenhardt im Studio und auf Tourneen.

JanReimer011983 startete er eine Solokarriere und legte mehrere Alben als Solist vor. Kompositionen von ihm (z. B. „Escape from a Fairytale“) wurden auch von anderen Gitarristen wie Alex de Grassi und Ulli Bögershausen interpretiert. Er ist auch auf Alben von Steve Tibbetts und Noise Forest zu hören. Eine Armoperation bedeutete das Ende seiner Musikerkarriere. Seit 1994 ist er als Astrologe aktiv, seit 2006 auch für den Kölner Stadt-Anzeiger. (Quelle: wikipedia)

Oder aber auch:

Wenn Ohren Urlaub machen könnten – sie würden ihn mit der Musik von Jan Reimer verbringen! – Der Kölner Gitarrist wurde Mitte der 70er Jahre mit der Jazz-Rock-Gruppe Headband bekannt, dann als Arrangeur und Begleitmusiker von F. J. Degenhardt und als Gitarrist bei Bongi Makeba. Seit 1983 arbeitet er an Solo-Projekten. Ergebnis waren vielbeachtete und von der Musikkritik hochbewertete Alben. (westparkmusic.de)

Mehr als Gitarrenmusik… Experimental Guitar Percussion – ein Markenzeichen für Jan Reimer. Eine alte Contreras-Konzertgitarre, deren Korpus auf einem Stativ befestigt ist, wird wie eine Conga gespielt. der Klang der dadurch in Schwingung gebrachten Saiten wird durch Effektgeräte verfremdet. Aber Jan Reimer trommelt nicht nur auf seiner Gitarre. Dreh- und Angelpunkt für sein musikalisches Schaffen sind und bleiben seine sensiblen Kompositionen mit meist einfachen, eingängigen Melodien. Der Kölner Gitarrist wurde Anfang der 70er Jahre durch die Jazz-Rock-Gruppe Headband bekannt, dann als Arrangeur und Begleitmusiker von Franz-Josef Degenhardt und als Gitarrist bei Bongi Makeba.

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Jan REimer mit Franz-Josef Degenhardt

Ab 1983 begann er, an Soloprojekten zu arbeiten. Das Ergebnis waren vielbeachtete und von der Musikkritik hochbewertete Alben. Das Album „The Point Of No Return“ gibt einen guten Überblick über Jan Reimers musikalische Arbeit der letzten Jahre. „…ein Zauberer sowohl auf der akustischen Gitarre als auch auf der elektrischen Gitarre.“ (Saarlouiser Rundschau)

Ursprünglich erschien dieses Album im Jahre 1984 bei Pläne Schallplatten, 7 Jahre späer gab´s dann ne erweiterte CD Version, die mir nun vorliegt.

OriginalAlbum

Das Original Album aus dem Jahr 1985

Und mehr als einmal hat man bei diesen Aufnahmen den Eindruck, ein Hexenmeister der Gitarre ist im Werk … Reimer spielt überwiegend akustische Gitarre, ergänzt dieses Instrument mit diversen Percussion-Elementen, Bass und elektrische Gitarre.

So entstand eine unglaubliche Vielfalt von Klänen und Melodien, gelegentlich ein wenig avantgardistisch („‚The Point Of No Return), oftmals aber auch von einer nur vordergründigen Schlichtheit, dahinter verbirgt sich aber jede Menge mehr.

Für offene Ohren schlicht und ergreifend ein Genuss.

BackCover1.jpg

Besetzung:
Jan Reimer (guitar, percussion, voice, bass)

Booklet1

Titel:
01. Im Kreislauf des Geschehens 3.55
02. Meditation für Glenn Gould 3.23
03. Prima Ballerina 4.42
04. Hot Hands 4.52
05. Escape From A Fairy Tale 3.52
06. The Point Of No Return 3.52
07. Nun gut, Herr Elefant 5.32
08. Let Me Reach Your Island 5.06
09. Pink Pätticoat 2.29
10. If You Know What I Mean 4.55
11. Lecker, lecker, wunderbar 3.36

Musik: Jan Reimer

CD1

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JanReimer03

Jan Reimer, der Astrologe … nun ja ….

Die aktuelle website von Jan Reimer, dem Astrologen:

website

Ulla Meinecke – Der Stolz italienischer Frauen (1985)

FrontCover1Auch wenn ich mit ihr niemals so richtig warm geworden bin, gehört sie natürlich zu den zentralen weiblichen Figuren des Deutsch-Rocks der letzten Jahrzehnte:

Der Charme dieser 1985er Scheibe ist noch immer ungebrochen, denn Ulla Meineckes Songs sind so zeitlos wie sie selbst. Wenn man sich ihrer klugen Weitsicht öffnet, versinkt man schnell in den emotionalen Stromschnellen ihrer stimmungsvollen Sprachgemälde, die, getränkt mit bodenloser Menschenkenntnis, den Blick für das Verborgene erschließen.
Ihre Worte sind heißes Öl auf offenes Feuer, die behutsamen bis powervollen Sounds verstärken das Gesagte. Geschichten, in denen sich wirklich jeder wiederfinden kann, lassen nach der ersten Berührung selten wieder los, sind Rat, Trost und Lebenshilfe einer starken Frau – einer Glücksjägerin, die den Mut besitzt, hinter den Kulissen des Lebens nach Sternenstaub zu suchen. Lieder wie Wilde Walzer, Prinzessin, Was Ich An Dir Mag oder Gewitter graben sich energisch in die Seele, machen das Herz weit und wecken vergessen geglaubte Gefühle. „Hör auf dich zu drehn und du wirst sehn: alles dreht sich um dich!“…[Andre Göbel]

Und ich kann es drehen und wenden wie ich will: Selten hat mich eine Scheibe emotional so kalt gelassen wie diese. Weiß der Teufel, warum.

UllaMeineckeBesetzung:
Michael Brandt (guitar)
Christian Evans (drums)
George Kochbeck (keyboards)
Peter Küchhold (bass)
Ulla Meinecke (vocals)
Richard Wester (saxophone)
+
Anselm Kluge (bass)
Matthias Raue (keyboards)
Peter Weihe (synthesizer bei 06.)
Edo Zanki (vocals bei 07.)

Booklet03A

Titel:
01. Wilde Walzer (Meinecke/Evans/Arndt/Brandt) 4.06
02. Heisser Draht (Meinecke/Mitteregger) 4.54
03. Ey Kleine (Meinecke/Mitteregger) 3-57
04. Prinzessin (Meinecke/Zanki) 5.17
05. Der Stolz italienischer Frauen (Meinecke/Mitteregger) 4.25
06. Alles dreht sich (Meinecke/Zanki) 4.01
07. Gewitter (Meinecke/Evans) 4.29
08. Was ich an dir mag (Pudelko) 2.49
09. Reprise (Kluge) 1.48

LabelA1

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Rundfunkchor und Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig – Ein deutsches Requiem (Joahnnes Brahms (1985 + 2012)

FrontCover1Eigentlich sollte „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms (1833-1897) “Ein menschliches Requiem” heißen und vielleicht wäre dies tatsächlich der geeignetere Name gewesen um auszudrücken, dass sich Brahms’ Totenmesse primär nicht um das Seelenheil der Toten, sondern um die Auseinandersetzung der (Über-)Lebenden mit dem Tod dreht, “A Requiem for the Living” wie das renommierte Gramophone-Magazine in einem aufschlussreichen Artikel über die verschiedenen Einspielungen überschrieb.

Und natürlich gibt es zahllose Aufnahmen: Ein Deutsches Requiem gilt heute schließlich als das bedeutendste deutsche geistliche Werk der Romantik und es ist gleichzeitig zweifelsohne eines der populärsten und bewegendsten Werke des Hamburger Komponisten. Kaum ein wichtiger Dirigent des 20. und 21. Jahrhunderts, kaum ein Orchester, kaum ein Chor, der das Werk noch aufgeführt oder aufgenommen hätte. Sucht man etwa beim exquisit sortierten deutschen CD-Versender JPC nach dem Begriff “Johannes Brahms Ein Deutsches Requiem”, so erhält man 90 CD-Einträge. Selbst wenn man die verschiedenen Ausgaben derselben Aufnahme nur einfach zählt, kann man heute von rund fünf Dutzend verschiedener Aufnahmen ausgehen. Und um ehrlich zu sein: Es gibt viele Aufnahmen, die zumindest hörenswert sind.

Rundfunchor und RSO Leipzig, H. Kegel: J. Brahms – Ein deutsches RequiemUnter diesen zahlreichen ordentlichen Aufnahmen gibt es aber dann doch eine handvoll Aufnahmen, die immer wieder genannt werden, wenn es um besonders empfehlenswerte Einspielungen geht, die den Test der Zeit überstanden haben (denn nicht alles, was bei der Erstveröffentlichung von Kritik gefeiert wird, besteht die Jahre unbeschadet): Herbert von Karajans frühe 1947er Mono-Aufnahme für EMI und die spätere für Deutsche Grammphon von 1964er, Rudolf Kempes Berliner Aufnahme von 1955 (auch nur in Mono), Otto Klemperers Aufnahme von 1962 mit dem Philharmonia Orchestra & Chorus, John Eliot Gardiners 1990er-Aufnahme und – last but not least – die vorliegende Aufnahme des Rundfunkchor Leipzig und Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig unter Herbert Kegel von 1985.

Radner

Maria Radner + Oleg Bryjak

Unbestritten ist, dass Brahms in seinem Requiem nicht unbedingt den religiösen Aspekt in den Vordergrund stellen wollte. Dementsprechend inszeniert Kegel in seiner Einspielung das Requiem nicht als sakrales Werk,sondern als dramatische, düstere, schmerzvolle Umsetzung menschlicher Trauer. Nicht das Geistige, also die Erlösung der Seele des Toten, sondern das Irdische, der Schmerz der Hinterbliebenen und dessen Überwindung macht Kegel intensiv erfahrbar. Dabei lässt er das RSO Leipzig seine volle Wucht entfalten und den leitet den Leipziger Rundfunkchor an, damals wie heute einer der besten Chöre Deutschlands, die menschlichen Abgründe der Trauer und des Schmerzes geradezu schonungslos offenlegen. MariAnne Häggander (Sopran) und Siegfried Lorenz (Bariton) lassen sich als Solisten vom Sog der Intensität mitreißen und offenbaren echte, berührende Menschlichkeit ihrem Gesang. Die phantastische Klangqualität der digitalen Aufnahme macht die Eindringlichkeit dieser Interpretation unmittelbar erfahrbar.

Fazit: Die hier wiederveröffentlichte Aufnahme von 1985 (ursprünglich auf Capriccio erschienen) gehört zu den besten, intensivsten und düstersten Aufnahmen des Werkes und kann sowohl klanglich, als auch interpretatorisch den Vergleich mit den allerbesten Aufnahmen des Werkes standhalten. Eine ähnlich überzeugende Gesamtleistung von Solisten, Orchester und Chor wird man selten finden (sal)

InGedenken

Besetzung:
MariAnne Häggander (sopran)
Siegfried Lorenz (bariton)
+
Rundfunkchor Leipzig unter der Leitung von Jörg-Peter Weigle
+
Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig unter der Leitung von Herbert Kegel

inlay1Titel:
01. Selig sind, die da Leid tragen 11.23
02. Denn alles Fleisch, es ist wie Gras 13.47
03. Herr, lehre doch mich 10.12
04. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth  5.02
05. Ihr habt nun Traurigkeit 7.16
06. Denn wir haben hie keine bleibende Stadt 11.22
07. Selig sind die Toten, die in dem Herren sterben 12.44

OriginalFrontCover1985

Original Cover aus dem Jahre 1985

* (momentan offline)
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Spider Murphy Gang – Wahre Liebe (1985)

FrontCover1.JPGTja, dieses Album steht geradezu exemplarisch für jene Phase der Spider Murphy Gang, als der Hype um sie nachließ und sie als Lieferanten für knackige Melodien und Texte letztlich immer weniger attraktiv waren. Immerhin kamen sie mit diesem Album noch auf Platz 18 der Charts.

Und das hatte auch seine Gründe.

Zum einen glaube ich, dass dem Hitlieferanten der Band, Günther Sigl so allmählich die ganz zündendenIdeen ausgingen.

Und zum anderen wurde sie mit dieser LP auch ein wenig kastriert, denn bei so etlichen Titeln trimte man sie eher auf eine Pop-Band … und damit verließen die Spiders ihre Spur.

Um diesen geglätteten Sound hinzubekommen, gab´s  dann auch den kleine Schar von ergänzenden Studiomusikern … hätte die Band ja eigentlich gar nicht nötig gehabt.

Textlich gibt es jedoch ein paar Highlights, wie z.B. „Cadillac“ (aus der Kategorie „vorausschauend“):

Es war einmal in Deutschland vor einem Jahr
Ich war ganz groß, der Superstar
Ich fuhr ’nen schneeweißen Cadillac
Mit Chauffeur und Groupies im Gepäck

Doch eines Tages – was muss ich seh’n?
Der Chauffeur und die Groupies sind weg
Und auch der Cadillac
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Cadillac – wo ist mein Cadillac?

Ich lebte wie ein König in Saus und Braus
Nur „dolce vita“ – tagein, tagaus
Ich fuhr ’nen schneeweßen Cadillac
Hatte jede Menge Freunde und zahlte mit Scheck

Doch eines Tages – was ist gescheh’n?
Die Freunde und das Geld sind weg
Und auch der Cadillac
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Irgendwer hat mein‘ Cadillac gestohl’n
Und ich steh‘ da wiar a Depp
Auf meine Gummisohl’n

Ich war schon auf dem Sprung nach USA
Die Presse jubelt: „Hurra, hurra!“
Ich fuhr ’nen schneeweißen Cadillac
War gern geseh’n bei Dieter-Thomas Heck

Doch eines Tages – ich kann es nicht versteh’n –
Die Leute von der „Bravo“ sind weg
Und auch der Cadillac.
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Irgendwer hat mein‘ Cadillac gestohl’n
Und ich steh‘ da wiar a Depp
Auf meine Gummisohl’n

Oder aber auch das Spottlied auf die „Beate“ (Uhse):

Beate.jpg

und dann erst recht noch das Lied “

Mümin

Und genau dieses Lied ist unterlegt mit harmlosen Popmelodien … und genau hier hätte es ja wohl den hart und kantigen Spider Murphy Sound gebraucht …. und kein einschläferndes Tralala Liedchen ….  !

Singles

Und die Spiders kommentieren dieses Album ziemlich lapidar mit diesen Worten:

Das Album „Wahre Liebe“ und die Single „Cadillac“ erfüllen die Erwartungen nicht, die Tour allerdings ist ein Riesenerfolg.

Und damit begannen all jene Jahre, in den die Spiders nicht mehr in den Charts waren, aber auf ihren Tournee derart erfolgreich, dass sie das auch noch 2019 zelebrieren … und die Hütte brennt dann lichterloh !

Spider Murphy Gang 1985

Besetzung:
Michael Busse (keyboards)
Barny Murphy (guitar)
Willy Ray (keyboards, saxophone)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)
+
Mats Björklund (guitar)
Lance Burton (horns)
Bob Coassin (trumpet)
Denny Hostler (?)
Jimmy Polivka (trumpet)
Hermann Weindorf (keyboards)

BackCover1.JPG

Titel:
01. Cadillac 3.15
02. Beate 4.09
03. Deine Augen 5.13
04. Es gibt ned bloss oan Weg ins Glück 4.22
05. Mümin 3.57
06. Wahre Liebe 5.39
07. White Sausage 4.03
08. Liebesbriefe 3.47
09. Mir geht’s gut 3.43

Texte und Musik: Günther Sigl

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Die aktuelle Website der Spider Murphy Gang:

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Spider Murphy Gang – Deine Augen + Mir geht´s gut (1985)

FrontCover1Dass man damals die Spider Mursphy Gang zur „Neuen Deutschen Welle“ zählte, war natürlich vollkommener Quatsch, aber der Band mag´s recht gewesen sein … erhöhte diese Etikettierung doch die Aufmerksamkeit, die man dann der Band entgegen brachte.

Und ich gestehe, mir fehlt bei der Spieder Mursphy Gang die kritische Distanz, denn ich habe sie seit ihren Tagen, als sie noch völlig unbekannt in jenen verrauschten Clubs (das gab´s damals noch) in München spielten, begleitet und ich habe irgendwie an dieser Band einen Narren gefressen.

1985 war vermutlich kein leichtes Jahr für die Spider Murphy Gang:

„Mit dem Folgealbum „Wahre Liebe“ muss die Band, der Ende 1984 nun offiziell der Saxophon-Spieler Willy Ray Ingram angehört, dann aber 1985 erstmals die Erfahrung machen, dass kein Hype ewig andauert. Die Verkaufszahlen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück, die Tour allerdings ist erneut erfolgreich. „Die Neue Deutsche Welle ist irgendwann gegen eine Mauer geschwappt und war vorbei“, erklärt Barny Murphy die sinkenden Plattenverkäufe. „Viele haben dann aufgehört, aber wir sind ja eine Rock’n’Roll-Band gewesen und haben das weiter gemacht, was wir am besten können: live spielen.“ (Quelle: spiderfanpage.de)

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Diese Single ist eine Auskopplung aus og. LP „Wahre Liebe“ und sie war nicht mal ein Achtungserfolg.  Vielleicht weil die A-Seite eine eher melancholische Angelegenheit ist: „Du hast bestimmt schon bessere Zeiten gesehen … ich schau in deine Augen, weil ich so einsam bin“ …

Und die B-Seite (mit feinen Akkordeon-Klängen) ist ne süffisante Abrechnung mit jenem Finanz-Adel, der es bevorzugt, sich mit den Kontenbewegungen der Einlagen in Schweizer Banken zu beschäftigen … köstlich !

Geschrieben wurden beide Songs von dem Mastermind der Spiders, Günther Sigl, und vielleicht kommt mal der Tag, dass er auch als Texter eine größere Anerkennung zu bekommen … denn sein Blick auf den Alltag der Menschen (nicht nur in München) ist ein ganz besonders treffsicherer Blick.

Zeittafel

Besetzung:
Michael Busse (keyboards, accordeon)
Gerhard Gmell („Barny Murphy“) (guitar)
Willy Ray Ingram (saxophone)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)

BackCover1

Titel:
01. Deine Augen (Sigl) 3.34
02. Mir geht´s gut (Sigl) 3.45

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Und sie spielen immer noch:

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De Bläck Fööss – Bye Bye My Love + S.D.I. (mir hevven af) (1985)

FrontCover1Jetzt wird mal wieder Zeit, sich der Karnevals-Zeit zu erinnern (am 11.11.2019 geht´s ja wieder los) und da kommen mir die De Bläck Fööss gerade recht. Und die haben ja nun wirklich eine bewegte und vorallem sehr lange Geschichte. Daher hier erstmal nur ein kleiner Auszug aus ihrer Geschichte:

Ab den 1970er Jahren entwickelten sich die Bläck Fööss durch einfallsreiche und humorvolle Titel mit eingängigen Melodien zu musikalischen Superstars des Kölner Karnevals. Sie wurden mit über 100 Titeln zu den Hauptabnehmern der Lieder des Komponisten Hans Knipp über das kölsche Milieu, die rheinische Mentalität und Blicke hinter die Kulissen des kleinbürgerlichen Alltags. Zu Knipp entstand erstmals 1970 ein Kontakt, als die Gruppe noch unbekannt war. Er verfasste 1973 mit Mer losse d’r Dom en Kölle eine der Hymnen des kölschen Karnevals. Ursprünglich als Kritik an der Sanierungspolitik der Stadt Köln gedacht, wird das Stück auch häufig als Hommage an den Kölner Dom interpretiert. In Lange Samstag en d’r City aus dem Jahr 1977 sang die Gruppe über das Erlebnis eines verkaufsoffenen Samstags mit Kleinkindern. Bei seinen Titeln für die Bläck Fööss wie Ming eetste Fründin (1976), Buuredanz (1977), Mer bruche keiner (1998) oder Unsere Stammbaum (2000) ließ Knipp sich von der künstlerischen Vielfalt der Band leiten. Sein Bye Bye My Love im Stil der fünfziger Jahre mit Close-Harmony-Saxophonen übernahmen die Bläck Fööss 1985. (Quelle: wikipedia)

Bei dieser Single-Auskoppelung aus der LP „Schöne Bescherung“ kann vorallem die A-Seite überzeugen: Köstlich schmachtender Rock N Roll im Stil des Highschool Rock N roll der 50er Jahre mit heißem Saxophon ! Zumindest recht schwungvoll ist dann auch die B-Seite.

Die nette Hülle ist übrigens eine Anleihe an die Cover-Illustration der beworbenen LP, wie man hier unschwer erkennen kann:

Illustration
Besetzung:
Thomas „Tommy“ Richard Engel (vocals)
Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath (guitar, background vocals)
Hartmut Reinhold Priess (bass)
Willy Schnitzler (keyboards)
Franz Peter Schütten (guitar, background vocals)
Ernst „Erry“ Josef Stoklosa (guitar, background vocals)
+
Werner Dies (saxophone bei 01.)
Garcia Morales (drums)

BackCover1
Titel:
01. Bye Bye My Love (Engel/Hörnig/Schnitzler/Stoklosa) 3.51
02. S.D.I. (Mir hevven af) (Knipp/Lückerath/Schütten) 3.52

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Gert Westphal – Gedichte als Wegweiser (Herausgegeben von Karl Carstens) (1985)

FrontCover1.JPGAu weia …. hab´ ich mir gedacht, als ich mich dieser doch sehr seltenen LP zugewandt habe

Zum einen Lyrik (nicht mein Steckenpferd) und dann auch noch herausgegeben von Karl Carstens:

Karl Walter Claus Carstens (* 14. Dezember 1914 in Bremen; † 30. Mai 1992 in Meckenheim) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1976 bis 1979 Präsident des Deutschen Bundestages und von 1979 bis 1984 der fünfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Carstens wurde in der Fitgerstraße 36 des Bremer Stadtteils Schwachhausen geboren, kurz nachdem sein Vater Carl Emil Carstens (1877–1914), Oberlehrer und Studienrat an der Handelsschule in Bremen (Oberrealschule), in Frankreich gefallen war. Er wohnte einige Jahre mit seiner Mutter Gertrud Carstens, geb. Clausen (1880–1963) im Reihenhaus Busestr. Nr. 67. Seine Patentante war die Bremer Kindermalerin Agnes Sander-Plump.

Nachdem er 1933 das Abitur am Alten Gymnasium in Bremen erlangt hatte, absolvierte Carstens ein Studium der Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main, Greifswald, Dijon, München, Königsberg und Hamburg, das er 1936 mit dem ersten und 1939 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1938 schloss er seine Promotion zum Dr. jur. ab. Er wurde Referendar am Landgericht Bremen. Nach der studienbedingten Rückstellung vom Wehrdienst leistete er 1938 eine Wehrübung beim Flak-Regiment 26. Von 1939 bis 1945 nahm er als Soldat bei der Flakartillerie am Zweiten Weltkrieg teil. Er wurde in der Flak-Abteilung 407 zum Flugmelder ausgebildet. Nach dem zweiten Staatsexamen lehnte er eine Richterstelle ab. 1940 wurde er Unteroffizier, 1941 Wachtmeister der Reserve und 1942 Leutnant und Ordonnanzoffizier im Stab der Flak-Abteilung 262 der Luftwaffe. Er war an der Flak-Artillerieschule III in Berlin-Heiligensee tätig.

Karl Carstens, Veronica Carstens

Karl  und Veronica Carstens, 1949

Nach Kriegsende wurde er in Bremen als Rechtsanwalt zugelassen und begann seine Tätigkeit in der Kanzlei Ahlers & Vogel. Er war zudem vom Juni 1945 bis 1947 ganz oder zeitweise für Bürgermeister und Justizsenator Theodor Spitta tätig und wirkte auch an der Erstellung der Bremer Verfassung mit. 1948 begann Carstens ein Studium an der Yale-Universität in New Haven (Connecticut), das er 1949 mit dem Grad eines Masters of Laws (LL.M.) beendete.

Von 1949 bis 1954 war er Rechtsberater des Bremer Senats und Bevollmächtigter Bremens beim Bund. Ab 1950 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität zu Köln, wo er sich 1952 habilitierte. 1954 trat er in den Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland ein. Bis 1955 war er Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat in Straßburg und danach im Auswärtigen Amt in Bonn tätig, wo er als Experte für Europafragen zum Stellvertreter des Bundesaußenministers aufstieg und 1958 die Leitung der Abteilung „West I Europa“ übernahm. 1960 erfolgte seine Berufung zum Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Köln. Von 1970 bis 1972 leitete er das Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Bonn.

Carstens heiratete 1944 Veronica Prior in der Flak-Kaserne in Berlin-Schulzendorf. Veronica Carstens wurde später Fachärztin für Innere Medizin. Die Ehe blieb kinderlos. Das Ehepaar gründete 1982 die Karl und Veronica Carstens-Stiftung mit dem Ziel der Förderung von Naturheilkunde und Homöopathie.

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Als Staatssekretär 1963 im Gespräch mit US-Präsident Kennedy

Im Sommersemester 1933 begann Carstens sein Jura-Studium an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt. Die NS-Machthaber hatten die Absicht, diese Universität in eine nationalsozialistische „Musteruniversität“ umzuwandeln. Am 1. Mai 1933 übernahm der Nationalsozialist Ernst Krieck als „Führer“ ihre Leitung. Die NS-Studentenorganisationen forderten, dass die Studenten der ersten Semester in „Kameradschaftshäusern“ oder in vom NS-Standpunkt aus einwandfreien Korporationsheimen wohnten. Carstens entschied sich für ein „Kameradschaftshaus“ und musste von nun an am SA-Dienst teilnehmen. 1936 war Carstens nach Denunziation eine Studienbeihilfe der Landesschulbehörde Bremen entzogen worden. Nach Aufforderung durch den Präsidenten des Bremer Landgerichts unter Androhung der Nichtzulassung zum Assessorexamen im Jahre 1937 beantragte Carstens die Mitgliedschaft in der NSDAP. Er verschleppte die Einreichung notwendiger Unterlagen, so dass der Antrag erst nach Kriegsausbruch positiv beschieden wurde; zu einem Zeitpunkt also, an dem Carstens bereits Soldat war und somit nach dem Wehrgesetz nicht aktives Parteimitglied sein konnte. Entsprechend entschied die I. Spruchkammer Bremen im Rahmen von Carstens’ Entnazifizierungsverfahren am 3. Juni 1948, dass eine „praktische Mitgliedschaft in der NSDAP nie bestand“ und er „nach dem Maß seiner Kräfte aktiv Widerstand gegen die Nazi-Gewaltherrschaft“ leistete.

Pullach, Besuch Carstens beim BND

Carstens spricht als Bundespräsident am 28. Juni 1982 beim Bundesnachrichtendienst

Von 1972 bis 1979 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von Mai 1973 bis Oktober 1976 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Oppositionsführer. Nach der Bundestagswahl 1976 wurde Carstens am 14. Dezember 1976 zum Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt.

Carstens ist 1972 über die Landesliste Schleswig-Holstein und 1976 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ostholstein in den Bundestag eingezogen.

Von Juli 1960 bis Dezember 1966 war er Staatssekretär im Auswärtigen Amt, in der Zeit der Großen Koalition von Dezember 1966 bis 1968 Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung. Von 1968 bis 1969 war er als Staatssekretär Chef des Bundeskanzleramtes bei Bundeskanzler Kiesinger. Von Dezember 1976 bis Mai 1979 war er Bundestagspräsident.

Bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1979 wählte ihn die Bundesversammlung am 23. Mai 1979 zum 5. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Carstens’ Kandidatur war zuvor wegen seiner früheren NSDAP-Mitgliedschaft kritisiert worden.

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Karl Carstens als Wandervogel

Er löste Walter Scheel als Bundespräsidenten ab. Während seiner Amtszeit positionierte sich Carstens gegen Forderungen der Friedensbewegung nach einseitiger Abrüstung und lehnte insbesondere deren Bezugnahme auf die Bergpredigt ab.

1983 gab er die Gedicht-Anthologie Deutsche Gedichte heraus. Eine erste Druckauflage wurde wegen vieler editorischer Fehler eingestampft.

Wegen seiner Vorliebe für das Wandern war Carstens während seiner Amtszeit bekannt als „Wanderpräsident“. Er nutzte diese Wanderungen zur Begegnung mit vielen Menschen, von denen er sich streckenweise begleiten ließ und mit denen er unterwegs einkehrte. Aus Altersgründen verzichtete er auf die Kandidatur für eine zweite Amtszeit und schied damit am 30. Juni 1984 aus dem Amt. (Quelle: wikipedia)

Nun ja, für mich war in all den Jahren eine der Reizfiguren der besonderen Art …

Aber dafür kann natürlich der ehrenwerte Gert Westphal nichts:

Gert Curt Gerhard Westphal (* 5. Oktober 1920 in Dresden; † 10. November 2002 in Zürich) war ein deutsch-schweizerischer Regisseur, Schauspieler und Rezitator.

1920 in Dresden als Sohn eines kulturell interessierten Fabrikdirektors geboren, absolvierte Gert Westphal nach dem Abitur am Realgymnasium Blasewitz seine Schauspielausbildung bei Paul Hoffmann am Dresdner Staatsschauspielhaus. 1940 debütierte er in der Rolle des zweiten Reiters in Goethes Götz von Berlichingen, bevor er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Nach Kriegsgefangenschaft und einigen Umwegen kam er 1946 nach Bremen. Hier begann er neben einem Engagement an den Bremer Kammerspielen zur gleichen Zeit als Sprecher und Redakteur bei Radio Bremen. 1948 wurde er Hörspielleiter des noch immer von den Alliierten kontrollierten Senders und GertWestphal02.jpgübte diese Position bis zu seinem Wechsel zum Südwestfunk Baden-Baden 1953 aus. Dort war er bis 1959 in gleicher Position beschäftigt und damit für sämtliche in dieser Zeit produzierten Aufnahmen verantwortlich. In regelmäßigem Kontakt stand er mit zahlreichen Autoren dieser Zeit wie etwa Alfred Andersch, Ingeborg Bachmann, Gottfried Benn, Max Frisch oder auch Carl Zuckmayer und gab auch Arbeiten für Hörspiele in Auftrag. Er arbeitete mit Max Ophüls, Will Quadflieg, Hans Paetsch, Oskar Werner, Walter Jens, Joachim Fest u. v. a. zusammen, produzierte oder bearbeitete selbst regelmäßig Hörspiele und Radiofeatures und wirkte selbst als Sprecher mit. U. a. führte er die Regie in dem fünfteiligen Hörspiel Am grünen Strand der Spree, in dem der Autor Hans Scholz auch eine der Hauptrollen sprach.

Daneben war Westphal seit Beginn seiner Arbeit beim Rundfunk immer auch mit Lesungen zu hören, deren Texte er selbst aussuchte und bearbeitete, und unterstützte neue oder nur schwer realisierbare Formate und Projekte. Für den damaligen Chefredakteur der Jazz-Redaktion des Südwestfunk, Joachim-Ernst Berendt, etwa war Westphal wegen seines Textverständnisses und seiner Musikalität die Idealbesetzung für die von ihm kreierten Lyrik und Jazz-Programme (etwa mit dem Metronome Quintett), die bis heute stilbildend wirken. Der musikalischen Form des Melodrams fühlte er sich trotz wiederkehrender Bedenken zahlreicher Veranstalter besonders verbunden. So brachte er u. a. das Melodram Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke von Rainer Maria Rilke in der Version für Sprecher und Klavier von Viktor Ullmann zusammen mit dem Pianisten Michael Allan am 15. Juni 1994 bei den Sommerlichen Musiktagen Soest zur Uraufführung. Auch bei Ullmanns orchestrierter Fassung (Ghetto Theresienstadt 1944) übernahm Westphal, etwa in der Berliner Philharmonie mit der Deutsch-Skandinavischen Jugend-Philharmonie unter der Leitung von Andreas Peer Kähler, den Part des Sprechers.

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Am Theater der Nationen in Paris gastierte Westphal im Mai 1963 mit dem Theater Ensemble Oskar Werner mit einer Aufführung des Torquato Tasso. Zusammen mit Käthe Gold und Walter Richter trat er Anfang 1965 in Israel auf, wo zum ersten Mal überhaupt mit dem Totentanz von August Strindberg ein Theaterstück in deutscher Sprache aufgeführt wurde. Von 1959 bis 1980 gehörte er dem Ensemble am Zürcher Schauspielhaus an und wirkte in zahlreichen Uraufführungen mit, bevor er sich selbständig machte und sich auf das Vorlesen auf der Bühne und im Studio konzentrierte. Nebenbei war er auch als Regisseur an zahlreichen Theatern und Opernbühnen Deutschlands engagiert. 1960 erwarb Westphal neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch das Schweizer Bürgerrecht und konnte somit auch in der damaligen DDR[2] Aufnahmen realisieren. Bis zum September 2002 trat er öffentlich auf und nahm weitere Lesungen auf Tonträger auf.

Die besondere Liebe des Königs der Vorleser, wie ihn Petra Kipphoff von der Zeit einmal nannte, galt der Rezitation und der literarischen Lesung vor Publikum, im Radio, für Sprechplatte oder Hörbuch. Johann Wolfgang Goethe, Theodor Fontane und Thomas Mann galten ihm als „Säulenheilige“. Von ihnen nahm er – bis auf wenige Ausnahmen – sämtliche Romane und Erzählungen – teilweise sogar mehrfach – auf oder nutzte diese Werke als Vorlagen der von ihm produzierten Hörspiele.

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In der Kombination Lesung/Hörspiel nahm Westphal wiederholt mehrere Funktionen gleichzeitig wahr, die das jeweilige Werk aus zwei Perspektiven erleben lässt: Neben den eigentlichen Lesungen mit nur einem Vorleser wirkte er in zahlreichen Hörspielen als Erzähler mit und/oder führte hier auch Regie. In diesem Zusammenhang ist auch bemerkenswert, dass er mit großem Erfolg auch an Produktionen sogenannter Trivialliteratur beteiligt war. So wirkte er z. B. in der Langzeitreihe Der Frauenarzt von Bischofsbrück des SDR von Alfred Marquart und Herbert Borlinghaus sowie bei den vom SDR verwirklichten Verfilmungen der von Hedwig Courths-Mahlers verfassten Romane (Die Bettelprinzeß, Griseldis, Die Kriegsbraut, Der Scheingemahl und Eine ungeliebte Frau) als Erzähler mit. Dass dies sowohl Kritik als auch Publikum positiv aufnahmen, wurde immer wieder mit der Ernsthaftigkeit begründet, mit der Westphal seine Rollen ausfüllte. Auch sind die Protagonisten in ihrer Herkunft, Bildung und ihren Eigenschaften mit denen der „klassischen“ Literatur vergleichbar, da es sich hier weitestgehend ebenfalls um Ärzte, Rechtsanwälte, Militärangehörige, Lehrer oder um (verarmte) Adelige und ihre Bediensteten handelt. Die Stimme Westphals traf offenbar sehr genau den hier angebrachten Tonfall. Auffällig ist dabei auch der Umstand, dass seine Stimme ab etwa Anfang der 1970er Jahre zunehmend dunkler wurde. Besonders auffällig wird dies etwa bei den Josephromanen Thomas Manns, bei denen das Vorspiel Höllenfahrt ca. 30 Jahre nach den Teilen I–IV aufgenommen wurde.

Neben den Hauptwerken deutschsprachiger Autoren nahm Westphal auch zahlreiche Werke europäischer Autoren wie z. B. Gustave Flaubert, Victor Hugo, Henry James oder auch Thornton Wilder auf Tonträgern auf. Ferner bildete die russische Literatur mit Autoren wie Tschingis Aitmatow, Fjodor Dostojewski, Nikolai Gogol, Iwan Gontscharow, Maxim Gorki, Nikolai Semjonowitsch Leskow, Vladimir Nabokov, Leo Tolstoi oder auch Anton Tschechow einen regelmäßigen Schwerpunkt bei seinen Lesungen und Inszenierungen.

Darüber hinaus schrieb er unter dem Pseudonym Gerhard Wehner einige Hörspiele. Bei Radio Bremen wurden seine Hörspiele Offene Rechnung und Gestern ist lange her aufgenommen. Sein Hörspiel Große Konjunktion im Zeichen der Fische wurde 1971 beim DRS und 1973 beim ORF (Radio Salzburg) aufgenommen.

1954 hatte er die Schauspielerin und Rezitatorin Gisela Zoch beim Norddeutschen Rundfunk kennengelernt, mit der er im Dezember 1957 die Ehe schloss, aus der zwei Töchter (Jg. 1963 und 1966) hervorgingen. 2002 erlag Westphal einem Krebsleiden. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof von Kilchberg am Zürichsee, nahe am Grab von Thomas Mann. (Quelle: wikipedia)

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Das Grab Gert Westphals in Kilchberg, Züricher See/Schweiz

Und vermutlich ist es ihm zu verdanken, dass ich dann doch in wenig Zugang zu diesem Album bekommen habe … er war einfach ein großartiger Rezitator.

Überrascht hat mich aber auch die Auswahl, die Karl Carstens getroffen hat … (die jeweiligen Einführungen zu den unterschiedlichen Themenkreisen sind sehr persönlich gehlaten) – insbesondere die von ihm gewählten Themenkreise „Krieg und Frieden“ und „In der Fremde“ hätte ich ihm nicht zugetraut.

Auch lässt er – zumindest mir – unbekannte Dichter zu Wort kommen (Rudolf Hagelstange, Wilhelm Lehmann, Karl Krolow oder Albrecht Goes).

Und wer sich für Lyrik begeistern kann, wird hier sicher fündig.

Dennoch: er war als Politiker ganz sicher kein Gewinn für unser Land … als Schöngeist überzeugte er mich nun mehr.

Deutsche Gediche

Dieses Buch war die Basis für diese LP

Besetzung:
Karl Carstens (Sprecher)
Gert Westphal (Sprecher)

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Titel:
01. Ein Gedicht… (Rudolf Hagelstange) 1.16

Karl Carstens: Zur Gedichtauswahl und zum Themenkreis Jahreszeiten: 2.51
02. Vorfrühling (Hugo von Hofmannsthal) 1.26
03. Tag, der den Sommer endet (Gottfried Benn) 1.04
04. Hälfte des Lebens (Friedrich Hölderlin) 0.55
05. Herbsttag (Rainer Maria Rilke) 1.07
06. Wir nennen es Winter (Rudolf Hagelstange) 1.04
07. Von guten Mächten (Dietrich Bonhoeffer) 2.41

Karl Carstens: Zum Themenkreis Krieg und Frieden: 0.48
08. Tränen des Vaterlandes (Andreas Gryphius) 1.51
09. Grodek (Georg Trakl) 1.51
10. Heimkehr (Peter Huchel) 2.27
11. Frühling 1946 (Elisabeth Langgässer) 1.41
12. Dankeslied für die Verkündigung des Friedens (Paul Gerhardt) 3.55

Karl Carstens: Zum Themenkreis in der Fremde: 0.56
13. Nachtgedanken (Heinrich Heine) 2.17
14. Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen (Max Herrmann-Neisse) 1.32
15. Abschied und Wiederkehr (Carl Zuckmayer) 2.12
16. In der Fremde III (Heinrich Heine) 0.41
17. An die Nachgeborenen (Bertholt Brecht) 4.35

Karl Carstens: Zum Themenkreis Dichter: 1.08:
18. Auf sommerlichem Friedhof (Wilhelm Lehmann) 1.15
19. Wiepersdorf, die arnimschen Gräber (Günter Eich) 2.03
20. Epilog zu Schillers „Glocke“ (Auszug) (Johann Wolfgang von Goethe) 4.37
21. Nicht Geist, nicht Inbrunst wollen wir entbehren“ (für Karl Graf Lanckroński) (Rainer Maria Rilke) 2.52

Karl Carstens: Zum Themenkreis Liebe: 1.22
22. Es ist einfach (Karl Krolow) 1.31
23. Wie er wolle geküsset sein (Paul Fleming) 1.09
24. Vorm Abschied (Ulla Hahn) 0.48
25. An Charlotte von Stein (Johann Wolfgang von Goethe) 3.33
26. Die Schritte (Albrecht Goes) 0.55
27. 1. Korintherbrief, 13. Kapitel – Preis Der Liebe (Altes Testament) 2.25

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Man klicke auf den Staeckbrief, dann kann man ihn auch lesen …