Wind – Für alle + Feuer und Eis (1985)

FrontCover1Den folgenden Text (in kursiv) habe ich vor 5 Jahren für einen anderen blog verfasst;

Da hör´ ich einfach mal so ne Single, um sie dann auch wiedr zu entsorgen und dann kommt mir so ein Text wie wie „Für alle“ entgegen …

Wie viele Menschen liegen wach in einer sternenklaren Nacht?
Sie wissen nicht genau was morgen kommt und träumen doch davon.
Sie glauben an die Zärtlichkeit
und daß ein Hoffnungsschimmer
bleibt;
an kleine Dinge und ein fernes Ziel und auch an ein Gefühl.

Für alle hier
die den Regenbogen auch im Dunkeln seh’n

und die Wahrheit
die im Verborg’nen liegt.
Für alle hier
die die ungesagten Worte versteh’n

für alle die sing‘ ich ein Lied.

Für alles hier
für die Sehnsucht
die in Kinderaugen steht

für die Träume und für die Fantasie

und für den Mut
der die Zweifel und die Angst übersteht

für alle singe ich ein Lied.

Gedanken dreh’n sich oft im Kreis
und Träume haben ihren Preis;
und doch
solang‘ es hier noch Menschen gibt
hat Sehnsucht noch
ein Lied.
Für alle hier
die den Regenbogen auch im Dunkeln seh’n

Für alles hier
für die Sehnsucht
die in Kinderaugen steht

für die Träume und für die Fantasie

… und spontan denke ich an alle jene Menschen, die in den letzten Tagen quasi vor meiner Haustür am Münchner Hauptbahnhof gestrandet sind, alle jene geschundenen Menschen, die alles verloren haben …

Und im Moment verspüre ich so gar keine Lust, die sicherlich erzählenswerte Geschichte von „Wind“ hier wiederzugeben … das holfe ich vielleicht mal nach … denn im Moment, bin ich bei den Menschen am Bahnhof …

Seitdem hat sich diesbezüglich so verdammt viel getan und nachdem ich mit diesem Personenkreis seitdem sehr viel beruflich zu tun hatte … könnte man da glatt ein Buch schreiben … das spar ich mir aber vorerst.

Asylbewerber
Besetzung:

Alexander „Ala“ Heiler
Rainer Hoeglmeier
Willie Jakob
Sami Kalifa
Petra Scheeser
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

BackCover1Titel:
01. Für alle (Haller) 2.55
02. Feuer und Eis (Pietsch/Haller/Meinunger/Schüler) 4.07

LabelA1

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Milva – Mut zum Risiko (1985)

FrontCover1Von der Milva war hier ja schon öfters die Rede, und das wird auch so bleiben.

Dass Milva auf dem Zenit ihrer Gesamtkarriere ab 1978 auch in Deutschland populär und mehrheitsfähig werden konnte, verdankt sie neben Stimme und Bühnenpräsenz nicht zuletzt ihren Textern – allen voran Thomas Woitkewitsch, der auch für dieses Album verantwortlich zeichnet.
Nun wäre es allerdings vermessen, die Behauptung aufzustellen, Milva und ihre Equipe hätten das Rad neu erfunden. Gerade während der 70er und 80er Jahre hinterließen unvergleichliche Künstlerinnen deutschsprachiger Zunge Spuren, die bis heute unausgelöscht blieben: Gitte Haenning, Mireille Mathieu, Caterina Valente oder aber Hildegard Knef lieferten Kunstwerke, die die Zeit überdauern werden, auch wenn die Trends, die Moden, wechselten und neue Artisten nach oben spülten (was indes nicht unbedingt mit unveränderter Qualität gleichzusetzen ist).

Niemand aber bot auf seinen Alben ein derart breitgefächertes thematisches Spektrum wie eben diese Italienerin, die aus Maria Ilva den Künstlernamen MILVA ableitete.
MCBeredtes Zeugnis davon legt einmal mehr das 1985 entstandene „Mut zum Risiko“ ab. Hervorragend produziert und arrangiert sieht sich der Zuhörer durch viele Bereiche seines (Er)Lebens geführt, die immer ein „Deja vu“ im Sinne selbsterfahrener Situationen ermöglichen. Die Schwierigkeit, wichtige Entscheidungen zu treffen (Mut zum Risiko), die Vorurteile Anderen gegenüber (Ein kurzer Blick), das Erkennen wahrer Freundschaft (Du bist ein Freund), die trotzige Selbstbehauptung (Nein – ich ergeb mich nicht) oder aber die Einsicht in unwiderrufliche Versäumnisse (Die verlorene Zeit) – stets ist die Künstlerin als Sprachrohr des Texters dicht an der unverkitschten Realität, am Puls der Zeit.
Ohne die Spur erhobenen moralischen Zeigefingers durchwandert man beim Hören dieser Produktion auf unterhaltsame Weise angenehme wie auch diffizile Lebensetappen, mit denen man sich voll und ganz identifizieren kann; die ureigenen Stärken und Schwächen werden widergespiegelt und aufgefangen. Das alles auch noch zu einer Musik, die ebenso niveauvoll wie perfekt produziert diesem Album den letzten Schliff zu verleihen weiß.

Jene Vielfalt ist es, die Milva für alle Zeit von ihren hochkarätigen zeitgenössischen Konkurrentinnen unterscheiden wird. Nahezu ausnahmslos lieferte sie höchste Qualität in Musik, Text, Arrangement, Interpretation; stets verweigerte sie sich erfolgsträchtigen Plattituden. In dieser Kombination war, ist und wird sie unerreicht bleiben, auch wenn sie heute bedauerlicherweise der kollektiven Vergessenheit anheimfiel.

Ihren zahlreichen Bewunderen indes wird sie ebenso unvergesslich wie unersetzlich bleiben. (Ulrich Groh)

Und so ganz unrecht hat der Ulrich Groh nicht, wenn er dann noch schreibt: „Ein Diamant im Bereich niveauvoller Unterhaltungsmusik“, wenngleich mir hier ein wenig die politische Milva gefehlt hat.

Poster1

Dieser LP war dieses Poster beigelegt

Besetzung:
P.eter Franken (drums, percussion)
Gerd Führs (keyboards)
Natale Massara (keyboards)
Milva (vocals)
Nick. Munro (piano)
Manfred Thiers (bass)
Peter. Weihe (guitar)

BackCover1Titel:
01. Mut zum Risiko 4.00
02. Du bist ein Freund 3.06
03. Die Kraft unserer Liebe 3.10
04. Ein kurzer Blick 4.26
05. Ein Sonntag ohne dich 3.36
06. Zärtlichkeit 4.12
07. Nein – Ich ergeb mich nicht 4.20
08. Das alte Haus mit Blick auf’s Meer 4.26
09. Rosa 4.30
10. Die verlorene Zeit 3.36
11. Sehnst du dich nicht auch 3.28

Musik und Texte: Nick Munro und Thomas Woitkewitsch

LabelB1*
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Mehr Milva:
Mehr

André Heller – Narrenlieder (1985)

FrontCover1Ich bin ganz fassungslos, dass dieses Album von André Heller so unbekannt oder gar so erfolglos geblieben ist.

Denn hier hören wir einen Heller auf höchstem Niveau. Gut, das Album hat sehr viel wehmütige Aspekte, denn er stand damals wohl am Scheideweg:

„1982, also durchaus im Zenit dieser Karriere, musste ich meine Konzerttätigkeit beenden, weil es mir zur Qual wurde, um 20 Uhr vor einigen tausend Zuhörern begabt zu agieren, nur weil sie Eintritt bezahlt hatten. 1984 verabschiedete ich mich auch von meinen Plattenambitionen. Ich wusste, man verzeihe mir den eventuellen Hochmut, dass ich im deutschen Sprachraum konkurrenzlos war und meine Zeit besser für Abenteuer nützen sollte, von denen ich Wesentliches lernen würde“. (André Heller)

Die für Heller beachtliche Lebensfreude und der Schwung des vorigen Albums Stimmenhören, die es zum Gut-Seiler werden ließen, sind verschwunden. Gevatter Tod kommt wieder vor, mit Streichquartett und modernem Chorsatz wird ernsthaft geku(e)nstelt, und um die stilistische Melange vollends undurchschaubar zu machen, spielt Heller im Duett mit Wolfgang Ambras den fetzenden Rocker.

Weil der Poet novembergrau wieder mal um sich selbst mäandert (drei Lieder sind von Anfang der 70er Jahre), gewinnen die exzellenten Arrangements und grandiose Musiker wie Astor Piazolla und Sängerin Flora Purim die Oberhand. (Musik Express, 1985)

In der Tat: die Musik und die Arrangements sind exzellent und die Texte stehen da nicht nach. Man lausche mal den Zeilen von „Der alte Pierre) und das Duett mit Ambros bei „Kumm ma mit kane Ausreden mehr“ ist ein Knaller, ich glaube so einen harten Rocksong hat André Heller noch nie gesungen.

Und dann natürlich die beiden Kompisitonen mit Astor Piazzolla (eingespielt mit der Piazzolla Band). Das kann man ja nur mit der Zunge schnalzen.

Und als weiterer Höhepunkt „Das Lied vom idealen Park“ mit Flora Purim … da wird man glatt verzaubert …

Und nicht vergessen sollte man den ausnahmemusiker Peter Wolf der hier ein großartiges Album mitgestaltet hat.

Singles

„Das gesamte Einspielergbnis des Duettes mit Wolfgang Ambross kommt der Finanzierung des Konrad-Lorenz-Volkbegehrens zur Durchsetzung der wesentlichen ökologischen Notwendigkeiten in Österreich zugute“ (André Heller)

Besetzung:
André Heller (vocals)
Mischa Krausz (bass)
Heribert Metzker (drums)
Peter Paul Skrepek (guitar, background vocals)
Peter Wolf (keyboards, background vocals)
+
Wolfgang Ambros (vocals bei 06.
Hector Console (bass bei 02. + 07.)
Airto Moreira (percussion, background vocals bei 08.)
Astor Piazzolla (bandoneon bei 02. + 07.)
Oscar Lopez Rutz (guitar bei 02. + 07.)
Fernando Suarez Paz (violin bei 02. + 07.)
Flora Purim (vocals bei 08.)
Ernie Watts (saxophone bei 08.)
Pablo Ziegler (piano bei 02. + 07.)
+
Schmetterlinge (background vocals bei 05.)
Arno Schönberg Chor (unter der Leitung von Erwin Ortner) (vocals bei 09.)
Salieri Streicher Quratett (strings bei 04.)

BackCover1Titel:
01. Wie komm ich nur durch die Nacht (Heller/Hoffmann) 4.58
02. Maria Magdalena (Piazzolla/Heller) 5.03
03. Waast es eh (Schönherz/Rigoni/Heller) 3.30
04. Marie’s Lied (Heller/Hoffmann) 1.52
05. Miramare (Heller/Hoffmann) 4.47
06. Kumm ma mit kane Ausreden mehr (Wolf/Heller) 3.54
07. Der alte Pierre (Piazzolla/Heller) 5.32
08. Das Lied vom idealen Park (Wolf/Heller) 4.51
09. Du Spätgefundene (Rüegg/Heller) 2.03
10. Der Himmel is so weit (Wolf/Heller) 5.03

LabelA1

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Verschiedene Interpreten – Schlager – Hits mit Witz – Vol. 1 (2016)

FrontCover1Jetzt mache ich es mir mal ganz einfach … ich starte mit der Edition „Schlager – Hits mit Witz“:

Jawohl – es gab nicht nur Schlager bei den sich „Herz auf Schmerz“ und „Liebe auf Triebe“ reimte. In dieser 10 CD Box haben wir 200 der witzigsten Schlager zusammengetragen. „Mein Papagei frisst keine harten Eier“ . „Mein kleiner grüner Kaktus“ – „An der Nordseeküste“ oder auch „Polonäse Blankenese“ – alle diese Titel sind dem gewogenen Hörer deutscher Schlagermusik bestens im Ohr. Alle in dieser Box versammelten Titel sind entweder zum Mitgrölen oder mindestens zum Schmunzeln geeignet. Diese humoristische Schlagerreise führt den Hörer durch zehn Jahrzehnte musikalischer Humorhöhepunkte. 

Von den Comedian Harmonists, Max Kuttner und Willi Rose bis hin zu Klaus & Klaus, Gottlieb Wendehals oder auch Torfrock ist hier fast alles vertreten was Rang und Namen hat oder hatte. (Hüllentext)

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Was macht der Maier am Himalaja? Die humorvolle Antwort auf diese und viele andere Fragen des Lebens findet man in dieser Box mit 200 ganz speziellen Schlagern. Denn hier geht es einmal nicht um Herz und Schmerz, sondern um Lieder mit doppeldeutigen, hintergründigen und witzigen Texten vom Jahr 1920 bis heute.

Schlager waren immer ein Spiegel der jeweiligen Zeit und so spannt sich der musikalische Bogen vom kabarettistischen Trizonesien-Song von 1949 über Peter Igelhoffs Nachtgespenst bis zur unbeschwerten Polonäse Blankenese. Künstler wie Peter Alexander, Evelyn Künnecke, Bill Ramsey, Trude Herr und viele andere sorgen auf einer Reise durch die Jahrzehnte für gute Laune.

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Außerdem bieten die zehn CDs etliche Raritäten zum Schmunzeln wie Curd Jürgens Hühner-Boogie oder einen Twist, in dem Frankreichs Rockstar Johnny Hallyday in schwer verständlichem Deutsch einen Elefanten besingt. (jpc.de)

Mir gefallen natürlich insbesondere (oder fast ausschließlich) all die alten ulkigen Singles aus den 60er Jahren. Wobei die Sammlung nicht so ganz stringent ist, denn was der Dorte Hit „Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben“ in dieser Sammlung zu suchen hat, erschließt sic nicht auf den ersten Blick (außer man hält alle Schlager der 60er Jahre für unfreiwillig komisch … )

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Sei´s drum … net nette Sammlung, die nehm ich vielleicht mal zum nächsten Seniorentanz-Cafe mit … vielleicht kann ich dann mit einer rüstigen Senioren ne kesse Sohle auf dem Tanzparkett hinlegen …

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Titel:
01. Klaus & Klaus: An der Nordseeküste (1985) (deReede/Ortel/v.Hill/Büchner) 3.39
02. Bill Ramsey: Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett (1962) (Gietz/Bradtke) 3.02
03. Gus Backus: Da sprach der alte Häuptling der Indianer (1960) (Scharfenberger/ Wehle) 2.50
04. Muskelkater: Mich kennt keine Sau (1990) (Bruhn) 3.20
05. Tennessee: Tote Hose im Wilden Westen (1997) (Walendowski/David-Ohlmeier/ Heinrichs/Meifert) 3.08
06. Billy Mo: Ich kauf mir lieber einen Tirolerhut (1962) (Niessen/Rüger) 2.26
07. Paul Kuhn: Es gibt kein Bier auf Hawaii (1963) (Rolle/Röckelein) 2.54
08. Die Regento Stars: Leila (1959) (Dauber/v.Breda) 2.35
09. Torfrock: Volle Granate Renate (1979) (Büchner/Voß/Rieckmann) 4.02
10. Dorthe: Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben (1968) (Bruhn/Buschor/Förster) 2.39
11. Trude Herr: Ich will keine Schokolade (1960) (Morrow/Blecher) 2.26
12. Vico Torriani: Cafe Oriental (1960) (Alstone/Tabet) 2.18
13. Billy Sanders: Gartenzwerg-Marsch (1962) (Bruhn/Bradtke) 2.56
14. Die Jokies: Unser Stammlokal (1983) (Floppkopp/David-Ohlmeier/Heinrichs/ Waleridowski) 3.14
15. Ralf Bendix: Babysitter Boogie (1961) (Parker/Relin) 2.07
16. Hazy Osterwald Sextett: Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt (1966) (Feltz/Peeters) 3.30
17. Rex Gildo: Speedy Gonzales (1962) (Kaye/Hill/Lee/Charles/Gerard/Gordan) 2.37
18. Chris Howland: Die Mutter ist immer dabei (1960) (Jagert/Schwabach) 2.30
19. Bill Ramsey: Maskenball bei Scotland Yard (1962) (Gietz/Bradtke) 2.35
20. Gottlieb Wendehals: Polonäse Blankenese (Neuaufnahme) (1981) (Böhm-Thorn/Jud) 4.02

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Die Rückseite der 10 CD Box

Jan Reimer – The Point Of No Return (1985/1992)

FrontCover1.jpgUnd jetzt mal ein ganz besonderer musikalischer Leckerbissen:

Jan Reimer (* 11. März 1953) ist ein deutscher Fusion- und Fingerstyle-Gitarrist und Komponist, der seit Mitte der 1990er Jahre als Astrologe tätig ist.

Reimer begann mit 15 Jahren, leidenschaftlich Gitarre zu spielen. Er erhielt für mehrere Jahre Unterricht bei Rick Abao. Nach dem Abitur spielte er während der Studienzeit an der Pädagogischen Hochschule Köln abends beim Polit-Kabarett Die Machtwächter Gitarre. Nach dem Staatsexamen bildete er mit Norbert Stein und Mike Herting die Fusiongruppe Head Band, die mit wechselnder Rhythmusgruppe zwischen 1979 und 1982 tätig war, in den USA auf Tournee ging und drei Alben vorlegte.[1] Seit 1978 begleitete er zudem den Liedermacher Franz Josef Degenhardt im Studio und auf Tourneen.

JanReimer011983 startete er eine Solokarriere und legte mehrere Alben als Solist vor. Kompositionen von ihm (z. B. „Escape from a Fairytale“) wurden auch von anderen Gitarristen wie Alex de Grassi und Ulli Bögershausen interpretiert. Er ist auch auf Alben von Steve Tibbetts und Noise Forest zu hören. Eine Armoperation bedeutete das Ende seiner Musikerkarriere. Seit 1994 ist er als Astrologe aktiv, seit 2006 auch für den Kölner Stadt-Anzeiger. (Quelle: wikipedia)

Oder aber auch:

Wenn Ohren Urlaub machen könnten – sie würden ihn mit der Musik von Jan Reimer verbringen! – Der Kölner Gitarrist wurde Mitte der 70er Jahre mit der Jazz-Rock-Gruppe Headband bekannt, dann als Arrangeur und Begleitmusiker von F. J. Degenhardt und als Gitarrist bei Bongi Makeba. Seit 1983 arbeitet er an Solo-Projekten. Ergebnis waren vielbeachtete und von der Musikkritik hochbewertete Alben. (westparkmusic.de)

Mehr als Gitarrenmusik… Experimental Guitar Percussion – ein Markenzeichen für Jan Reimer. Eine alte Contreras-Konzertgitarre, deren Korpus auf einem Stativ befestigt ist, wird wie eine Conga gespielt. der Klang der dadurch in Schwingung gebrachten Saiten wird durch Effektgeräte verfremdet. Aber Jan Reimer trommelt nicht nur auf seiner Gitarre. Dreh- und Angelpunkt für sein musikalisches Schaffen sind und bleiben seine sensiblen Kompositionen mit meist einfachen, eingängigen Melodien. Der Kölner Gitarrist wurde Anfang der 70er Jahre durch die Jazz-Rock-Gruppe Headband bekannt, dann als Arrangeur und Begleitmusiker von Franz-Josef Degenhardt und als Gitarrist bei Bongi Makeba.

JanReimer02

Jan REimer mit Franz-Josef Degenhardt

Ab 1983 begann er, an Soloprojekten zu arbeiten. Das Ergebnis waren vielbeachtete und von der Musikkritik hochbewertete Alben. Das Album „The Point Of No Return“ gibt einen guten Überblick über Jan Reimers musikalische Arbeit der letzten Jahre. „…ein Zauberer sowohl auf der akustischen Gitarre als auch auf der elektrischen Gitarre.“ (Saarlouiser Rundschau)

Ursprünglich erschien dieses Album im Jahre 1984 bei Pläne Schallplatten, 7 Jahre späer gab´s dann ne erweiterte CD Version, die mir nun vorliegt.

OriginalAlbum

Das Original Album aus dem Jahr 1985

Und mehr als einmal hat man bei diesen Aufnahmen den Eindruck, ein Hexenmeister der Gitarre ist im Werk … Reimer spielt überwiegend akustische Gitarre, ergänzt dieses Instrument mit diversen Percussion-Elementen, Bass und elektrische Gitarre.

So entstand eine unglaubliche Vielfalt von Klänen und Melodien, gelegentlich ein wenig avantgardistisch („‚The Point Of No Return), oftmals aber auch von einer nur vordergründigen Schlichtheit, dahinter verbirgt sich aber jede Menge mehr.

Für offene Ohren schlicht und ergreifend ein Genuss.

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Besetzung:
Jan Reimer (guitar, percussion, voice, bass)

Booklet1

Titel:
01. Im Kreislauf des Geschehens 3.55
02. Meditation für Glenn Gould 3.23
03. Prima Ballerina 4.42
04. Hot Hands 4.52
05. Escape From A Fairy Tale 3.52
06. The Point Of No Return 3.52
07. Nun gut, Herr Elefant 5.32
08. Let Me Reach Your Island 5.06
09. Pink Pätticoat 2.29
10. If You Know What I Mean 4.55
11. Lecker, lecker, wunderbar 3.36

Musik: Jan Reimer

CD1

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JanReimer03

Jan Reimer, der Astrologe … nun ja ….

Die aktuelle website von Jan Reimer, dem Astrologen:

website

Ulla Meinecke – Der Stolz italienischer Frauen (1985)

FrontCover1Auch wenn ich mit ihr niemals so richtig warm geworden bin, gehört sie natürlich zu den zentralen weiblichen Figuren des Deutsch-Rocks der letzten Jahrzehnte:

Der Charme dieser 1985er Scheibe ist noch immer ungebrochen, denn Ulla Meineckes Songs sind so zeitlos wie sie selbst. Wenn man sich ihrer klugen Weitsicht öffnet, versinkt man schnell in den emotionalen Stromschnellen ihrer stimmungsvollen Sprachgemälde, die, getränkt mit bodenloser Menschenkenntnis, den Blick für das Verborgene erschließen.
Ihre Worte sind heißes Öl auf offenes Feuer, die behutsamen bis powervollen Sounds verstärken das Gesagte. Geschichten, in denen sich wirklich jeder wiederfinden kann, lassen nach der ersten Berührung selten wieder los, sind Rat, Trost und Lebenshilfe einer starken Frau – einer Glücksjägerin, die den Mut besitzt, hinter den Kulissen des Lebens nach Sternenstaub zu suchen. Lieder wie Wilde Walzer, Prinzessin, Was Ich An Dir Mag oder Gewitter graben sich energisch in die Seele, machen das Herz weit und wecken vergessen geglaubte Gefühle. „Hör auf dich zu drehn und du wirst sehn: alles dreht sich um dich!“…[Andre Göbel]

Und ich kann es drehen und wenden wie ich will: Selten hat mich eine Scheibe emotional so kalt gelassen wie diese. Weiß der Teufel, warum.

UllaMeineckeBesetzung:
Michael Brandt (guitar)
Christian Evans (drums)
George Kochbeck (keyboards)
Peter Küchhold (bass)
Ulla Meinecke (vocals)
Richard Wester (saxophone)
+
Anselm Kluge (bass)
Matthias Raue (keyboards)
Peter Weihe (synthesizer bei 06.)
Edo Zanki (vocals bei 07.)

Booklet03A

Titel:
01. Wilde Walzer (Meinecke/Evans/Arndt/Brandt) 4.06
02. Heisser Draht (Meinecke/Mitteregger) 4.54
03. Ey Kleine (Meinecke/Mitteregger) 3-57
04. Prinzessin (Meinecke/Zanki) 5.17
05. Der Stolz italienischer Frauen (Meinecke/Mitteregger) 4.25
06. Alles dreht sich (Meinecke/Zanki) 4.01
07. Gewitter (Meinecke/Evans) 4.29
08. Was ich an dir mag (Pudelko) 2.49
09. Reprise (Kluge) 1.48

LabelA1

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Rundfunkchor und Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig – Ein deutsches Requiem (Joahnnes Brahms (1985 + 2012)

FrontCover1Eigentlich sollte „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms (1833-1897) “Ein menschliches Requiem” heißen und vielleicht wäre dies tatsächlich der geeignetere Name gewesen um auszudrücken, dass sich Brahms’ Totenmesse primär nicht um das Seelenheil der Toten, sondern um die Auseinandersetzung der (Über-)Lebenden mit dem Tod dreht, “A Requiem for the Living” wie das renommierte Gramophone-Magazine in einem aufschlussreichen Artikel über die verschiedenen Einspielungen überschrieb.

Und natürlich gibt es zahllose Aufnahmen: Ein Deutsches Requiem gilt heute schließlich als das bedeutendste deutsche geistliche Werk der Romantik und es ist gleichzeitig zweifelsohne eines der populärsten und bewegendsten Werke des Hamburger Komponisten. Kaum ein wichtiger Dirigent des 20. und 21. Jahrhunderts, kaum ein Orchester, kaum ein Chor, der das Werk noch aufgeführt oder aufgenommen hätte. Sucht man etwa beim exquisit sortierten deutschen CD-Versender JPC nach dem Begriff “Johannes Brahms Ein Deutsches Requiem”, so erhält man 90 CD-Einträge. Selbst wenn man die verschiedenen Ausgaben derselben Aufnahme nur einfach zählt, kann man heute von rund fünf Dutzend verschiedener Aufnahmen ausgehen. Und um ehrlich zu sein: Es gibt viele Aufnahmen, die zumindest hörenswert sind.

Rundfunchor und RSO Leipzig, H. Kegel: J. Brahms – Ein deutsches RequiemUnter diesen zahlreichen ordentlichen Aufnahmen gibt es aber dann doch eine handvoll Aufnahmen, die immer wieder genannt werden, wenn es um besonders empfehlenswerte Einspielungen geht, die den Test der Zeit überstanden haben (denn nicht alles, was bei der Erstveröffentlichung von Kritik gefeiert wird, besteht die Jahre unbeschadet): Herbert von Karajans frühe 1947er Mono-Aufnahme für EMI und die spätere für Deutsche Grammphon von 1964er, Rudolf Kempes Berliner Aufnahme von 1955 (auch nur in Mono), Otto Klemperers Aufnahme von 1962 mit dem Philharmonia Orchestra & Chorus, John Eliot Gardiners 1990er-Aufnahme und – last but not least – die vorliegende Aufnahme des Rundfunkchor Leipzig und Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig unter Herbert Kegel von 1985.

Radner

Maria Radner + Oleg Bryjak

Unbestritten ist, dass Brahms in seinem Requiem nicht unbedingt den religiösen Aspekt in den Vordergrund stellen wollte. Dementsprechend inszeniert Kegel in seiner Einspielung das Requiem nicht als sakrales Werk,sondern als dramatische, düstere, schmerzvolle Umsetzung menschlicher Trauer. Nicht das Geistige, also die Erlösung der Seele des Toten, sondern das Irdische, der Schmerz der Hinterbliebenen und dessen Überwindung macht Kegel intensiv erfahrbar. Dabei lässt er das RSO Leipzig seine volle Wucht entfalten und den leitet den Leipziger Rundfunkchor an, damals wie heute einer der besten Chöre Deutschlands, die menschlichen Abgründe der Trauer und des Schmerzes geradezu schonungslos offenlegen. MariAnne Häggander (Sopran) und Siegfried Lorenz (Bariton) lassen sich als Solisten vom Sog der Intensität mitreißen und offenbaren echte, berührende Menschlichkeit ihrem Gesang. Die phantastische Klangqualität der digitalen Aufnahme macht die Eindringlichkeit dieser Interpretation unmittelbar erfahrbar.

Fazit: Die hier wiederveröffentlichte Aufnahme von 1985 (ursprünglich auf Capriccio erschienen) gehört zu den besten, intensivsten und düstersten Aufnahmen des Werkes und kann sowohl klanglich, als auch interpretatorisch den Vergleich mit den allerbesten Aufnahmen des Werkes standhalten. Eine ähnlich überzeugende Gesamtleistung von Solisten, Orchester und Chor wird man selten finden (sal)

InGedenken

Besetzung:
MariAnne Häggander (sopran)
Siegfried Lorenz (bariton)
+
Rundfunkchor Leipzig unter der Leitung von Jörg-Peter Weigle
+
Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig unter der Leitung von Herbert Kegel

inlay1Titel:
01. Selig sind, die da Leid tragen 11.23
02. Denn alles Fleisch, es ist wie Gras 13.47
03. Herr, lehre doch mich 10.12
04. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth  5.02
05. Ihr habt nun Traurigkeit 7.16
06. Denn wir haben hie keine bleibende Stadt 11.22
07. Selig sind die Toten, die in dem Herren sterben 12.44

OriginalFrontCover1985

Original Cover aus dem Jahre 1985

* (momentan offline)
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