Verschiedene Interpreten – Schlager – Hits mit Witz – Vol. 1 (2016)

FrontCover1Jetzt mache ich es mir mal ganz einfach … ich starte mit der Edition „Schlager – Hits mit Witz“:

Jawohl – es gab nicht nur Schlager bei den sich „Herz auf Schmerz“ und „Liebe auf Triebe“ reimte. In dieser 10 CD Box haben wir 200 der witzigsten Schlager zusammengetragen. „Mein Papagei frisst keine harten Eier“ . „Mein kleiner grüner Kaktus“ – „An der Nordseeküste“ oder auch „Polonäse Blankenese“ – alle diese Titel sind dem gewogenen Hörer deutscher Schlagermusik bestens im Ohr. Alle in dieser Box versammelten Titel sind entweder zum Mitgrölen oder mindestens zum Schmunzeln geeignet. Diese humoristische Schlagerreise führt den Hörer durch zehn Jahrzehnte musikalischer Humorhöhepunkte. 

Von den Comedian Harmonists, Max Kuttner und Willi Rose bis hin zu Klaus & Klaus, Gottlieb Wendehals oder auch Torfrock ist hier fast alles vertreten was Rang und Namen hat oder hatte. (Hüllentext)

SinglePack1.jpg

Was macht der Maier am Himalaja? Die humorvolle Antwort auf diese und viele andere Fragen des Lebens findet man in dieser Box mit 200 ganz speziellen Schlagern. Denn hier geht es einmal nicht um Herz und Schmerz, sondern um Lieder mit doppeldeutigen, hintergründigen und witzigen Texten vom Jahr 1920 bis heute.

Schlager waren immer ein Spiegel der jeweiligen Zeit und so spannt sich der musikalische Bogen vom kabarettistischen Trizonesien-Song von 1949 über Peter Igelhoffs Nachtgespenst bis zur unbeschwerten Polonäse Blankenese. Künstler wie Peter Alexander, Evelyn Künnecke, Bill Ramsey, Trude Herr und viele andere sorgen auf einer Reise durch die Jahrzehnte für gute Laune.

SinglePack2

Außerdem bieten die zehn CDs etliche Raritäten zum Schmunzeln wie Curd Jürgens Hühner-Boogie oder einen Twist, in dem Frankreichs Rockstar Johnny Hallyday in schwer verständlichem Deutsch einen Elefanten besingt. (jpc.de)

Mir gefallen natürlich insbesondere (oder fast ausschließlich) all die alten ulkigen Singles aus den 60er Jahren. Wobei die Sammlung nicht so ganz stringent ist, denn was der Dorte Hit „Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben“ in dieser Sammlung zu suchen hat, erschließt sic nicht auf den ersten Blick (außer man hält alle Schlager der 60er Jahre für unfreiwillig komisch … )

SinglePack3.jpg

Sei´s drum … net nette Sammlung, die nehm ich vielleicht mal zum nächsten Seniorentanz-Cafe mit … vielleicht kann ich dann mit einer rüstigen Senioren ne kesse Sohle auf dem Tanzparkett hinlegen …

BackCover1.jpg

Titel:
01. Klaus & Klaus: An der Nordseeküste (1985) (deReede/Ortel/v.Hill/Büchner) 3.39
02. Bill Ramsey: Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett (1962) (Gietz/Bradtke) 3.02
03. Gus Backus: Da sprach der alte Häuptling der Indianer (1960) (Scharfenberger/ Wehle) 2.50
04. Muskelkater: Mich kennt keine Sau (1990) (Bruhn) 3.20
05. Tennessee: Tote Hose im Wilden Westen (1997) (Walendowski/David-Ohlmeier/ Heinrichs/Meifert) 3.08
06. Billy Mo: Ich kauf mir lieber einen Tirolerhut (1962) (Niessen/Rüger) 2.26
07. Paul Kuhn: Es gibt kein Bier auf Hawaii (1963) (Rolle/Röckelein) 2.54
08. Die Regento Stars: Leila (1959) (Dauber/v.Breda) 2.35
09. Torfrock: Volle Granate Renate (1979) (Büchner/Voß/Rieckmann) 4.02
10. Dorthe: Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben (1968) (Bruhn/Buschor/Förster) 2.39
11. Trude Herr: Ich will keine Schokolade (1960) (Morrow/Blecher) 2.26
12. Vico Torriani: Cafe Oriental (1960) (Alstone/Tabet) 2.18
13. Billy Sanders: Gartenzwerg-Marsch (1962) (Bruhn/Bradtke) 2.56
14. Die Jokies: Unser Stammlokal (1983) (Floppkopp/David-Ohlmeier/Heinrichs/ Waleridowski) 3.14
15. Ralf Bendix: Babysitter Boogie (1961) (Parker/Relin) 2.07
16. Hazy Osterwald Sextett: Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt (1966) (Feltz/Peeters) 3.30
17. Rex Gildo: Speedy Gonzales (1962) (Kaye/Hill/Lee/Charles/Gerard/Gordan) 2.37
18. Chris Howland: Die Mutter ist immer dabei (1960) (Jagert/Schwabach) 2.30
19. Bill Ramsey: Maskenball bei Scotland Yard (1962) (Gietz/Bradtke) 2.35
20. Gottlieb Wendehals: Polonäse Blankenese (Neuaufnahme) (1981) (Böhm-Thorn/Jud) 4.02

CD1.jpg

*
**

BoxBackCover1

Die Rückseite der 10 CD Box

Jan Reimer – The Point Of No Return (1985/1992)

FrontCover1.jpgUnd jetzt mal ein ganz besonderer musikalischer Leckerbissen:

Jan Reimer (* 11. März 1953) ist ein deutscher Fusion- und Fingerstyle-Gitarrist und Komponist, der seit Mitte der 1990er Jahre als Astrologe tätig ist.

Reimer begann mit 15 Jahren, leidenschaftlich Gitarre zu spielen. Er erhielt für mehrere Jahre Unterricht bei Rick Abao. Nach dem Abitur spielte er während der Studienzeit an der Pädagogischen Hochschule Köln abends beim Polit-Kabarett Die Machtwächter Gitarre. Nach dem Staatsexamen bildete er mit Norbert Stein und Mike Herting die Fusiongruppe Head Band, die mit wechselnder Rhythmusgruppe zwischen 1979 und 1982 tätig war, in den USA auf Tournee ging und drei Alben vorlegte.[1] Seit 1978 begleitete er zudem den Liedermacher Franz Josef Degenhardt im Studio und auf Tourneen.

JanReimer011983 startete er eine Solokarriere und legte mehrere Alben als Solist vor. Kompositionen von ihm (z. B. „Escape from a Fairytale“) wurden auch von anderen Gitarristen wie Alex de Grassi und Ulli Bögershausen interpretiert. Er ist auch auf Alben von Steve Tibbetts und Noise Forest zu hören. Eine Armoperation bedeutete das Ende seiner Musikerkarriere. Seit 1994 ist er als Astrologe aktiv, seit 2006 auch für den Kölner Stadt-Anzeiger. (Quelle: wikipedia)

Oder aber auch:

Wenn Ohren Urlaub machen könnten – sie würden ihn mit der Musik von Jan Reimer verbringen! – Der Kölner Gitarrist wurde Mitte der 70er Jahre mit der Jazz-Rock-Gruppe Headband bekannt, dann als Arrangeur und Begleitmusiker von F. J. Degenhardt und als Gitarrist bei Bongi Makeba. Seit 1983 arbeitet er an Solo-Projekten. Ergebnis waren vielbeachtete und von der Musikkritik hochbewertete Alben. (westparkmusic.de)

Mehr als Gitarrenmusik… Experimental Guitar Percussion – ein Markenzeichen für Jan Reimer. Eine alte Contreras-Konzertgitarre, deren Korpus auf einem Stativ befestigt ist, wird wie eine Conga gespielt. der Klang der dadurch in Schwingung gebrachten Saiten wird durch Effektgeräte verfremdet. Aber Jan Reimer trommelt nicht nur auf seiner Gitarre. Dreh- und Angelpunkt für sein musikalisches Schaffen sind und bleiben seine sensiblen Kompositionen mit meist einfachen, eingängigen Melodien. Der Kölner Gitarrist wurde Anfang der 70er Jahre durch die Jazz-Rock-Gruppe Headband bekannt, dann als Arrangeur und Begleitmusiker von Franz-Josef Degenhardt und als Gitarrist bei Bongi Makeba.

JanReimer02

Jan REimer mit Franz-Josef Degenhardt

Ab 1983 begann er, an Soloprojekten zu arbeiten. Das Ergebnis waren vielbeachtete und von der Musikkritik hochbewertete Alben. Das Album „The Point Of No Return“ gibt einen guten Überblick über Jan Reimers musikalische Arbeit der letzten Jahre. „…ein Zauberer sowohl auf der akustischen Gitarre als auch auf der elektrischen Gitarre.“ (Saarlouiser Rundschau)

Ursprünglich erschien dieses Album im Jahre 1984 bei Pläne Schallplatten, 7 Jahre späer gab´s dann ne erweiterte CD Version, die mir nun vorliegt.

OriginalAlbum

Das Original Album aus dem Jahr 1985

Und mehr als einmal hat man bei diesen Aufnahmen den Eindruck, ein Hexenmeister der Gitarre ist im Werk … Reimer spielt überwiegend akustische Gitarre, ergänzt dieses Instrument mit diversen Percussion-Elementen, Bass und elektrische Gitarre.

So entstand eine unglaubliche Vielfalt von Klänen und Melodien, gelegentlich ein wenig avantgardistisch („‚The Point Of No Return), oftmals aber auch von einer nur vordergründigen Schlichtheit, dahinter verbirgt sich aber jede Menge mehr.

Für offene Ohren schlicht und ergreifend ein Genuss.

BackCover1.jpg

Besetzung:
Jan Reimer (guitar, percussion, voice, bass)

Booklet1

Titel:
01. Im Kreislauf des Geschehens 3.55
02. Meditation für Glenn Gould 3.23
03. Prima Ballerina 4.42
04. Hot Hands 4.52
05. Escape From A Fairy Tale 3.52
06. The Point Of No Return 3.52
07. Nun gut, Herr Elefant 5.32
08. Let Me Reach Your Island 5.06
09. Pink Pätticoat 2.29
10. If You Know What I Mean 4.55
11. Lecker, lecker, wunderbar 3.36

Musik: Jan Reimer

CD1

*
**

JanReimer03

Jan Reimer, der Astrologe … nun ja ….

Die aktuelle website von Jan Reimer, dem Astrologen:

website

Ulla Meinecke – Der Stolz italienischer Frauen (1985)

FrontCover1Auch wenn ich mit ihr niemals so richtig warm geworden bin, gehört sie natürlich zu den zentralen weiblichen Figuren des Deutsch-Rocks der letzten Jahrzehnte:

Der Charme dieser 1985er Scheibe ist noch immer ungebrochen, denn Ulla Meineckes Songs sind so zeitlos wie sie selbst. Wenn man sich ihrer klugen Weitsicht öffnet, versinkt man schnell in den emotionalen Stromschnellen ihrer stimmungsvollen Sprachgemälde, die, getränkt mit bodenloser Menschenkenntnis, den Blick für das Verborgene erschließen.
Ihre Worte sind heißes Öl auf offenes Feuer, die behutsamen bis powervollen Sounds verstärken das Gesagte. Geschichten, in denen sich wirklich jeder wiederfinden kann, lassen nach der ersten Berührung selten wieder los, sind Rat, Trost und Lebenshilfe einer starken Frau – einer Glücksjägerin, die den Mut besitzt, hinter den Kulissen des Lebens nach Sternenstaub zu suchen. Lieder wie Wilde Walzer, Prinzessin, Was Ich An Dir Mag oder Gewitter graben sich energisch in die Seele, machen das Herz weit und wecken vergessen geglaubte Gefühle. „Hör auf dich zu drehn und du wirst sehn: alles dreht sich um dich!“…[Andre Göbel]

Und ich kann es drehen und wenden wie ich will: Selten hat mich eine Scheibe emotional so kalt gelassen wie diese. Weiß der Teufel, warum.

UllaMeineckeBesetzung:
Michael Brandt (guitar)
Christian Evans (drums)
George Kochbeck (keyboards)
Peter Küchhold (bass)
Ulla Meinecke (vocals)
Richard Wester (saxophone)
+
Anselm Kluge (bass)
Matthias Raue (keyboards)
Peter Weihe (synthesizer bei 06.)
Edo Zanki (vocals bei 07.)

Booklet03A

Titel:
01. Wilde Walzer (Meinecke/Evans/Arndt/Brandt) 4.06
02. Heisser Draht (Meinecke/Mitteregger) 4.54
03. Ey Kleine (Meinecke/Mitteregger) 3-57
04. Prinzessin (Meinecke/Zanki) 5.17
05. Der Stolz italienischer Frauen (Meinecke/Mitteregger) 4.25
06. Alles dreht sich (Meinecke/Zanki) 4.01
07. Gewitter (Meinecke/Evans) 4.29
08. Was ich an dir mag (Pudelko) 2.49
09. Reprise (Kluge) 1.48

LabelA1

*
**

Rundfunkchor und Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig – Ein deutsches Requiem (Joahnnes Brahms (1985 + 2012)

FrontCover1Eigentlich sollte „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms (1833-1897) “Ein menschliches Requiem” heißen und vielleicht wäre dies tatsächlich der geeignetere Name gewesen um auszudrücken, dass sich Brahms’ Totenmesse primär nicht um das Seelenheil der Toten, sondern um die Auseinandersetzung der (Über-)Lebenden mit dem Tod dreht, “A Requiem for the Living” wie das renommierte Gramophone-Magazine in einem aufschlussreichen Artikel über die verschiedenen Einspielungen überschrieb.

Und natürlich gibt es zahllose Aufnahmen: Ein Deutsches Requiem gilt heute schließlich als das bedeutendste deutsche geistliche Werk der Romantik und es ist gleichzeitig zweifelsohne eines der populärsten und bewegendsten Werke des Hamburger Komponisten. Kaum ein wichtiger Dirigent des 20. und 21. Jahrhunderts, kaum ein Orchester, kaum ein Chor, der das Werk noch aufgeführt oder aufgenommen hätte. Sucht man etwa beim exquisit sortierten deutschen CD-Versender JPC nach dem Begriff “Johannes Brahms Ein Deutsches Requiem”, so erhält man 90 CD-Einträge. Selbst wenn man die verschiedenen Ausgaben derselben Aufnahme nur einfach zählt, kann man heute von rund fünf Dutzend verschiedener Aufnahmen ausgehen. Und um ehrlich zu sein: Es gibt viele Aufnahmen, die zumindest hörenswert sind.

Rundfunchor und RSO Leipzig, H. Kegel: J. Brahms – Ein deutsches RequiemUnter diesen zahlreichen ordentlichen Aufnahmen gibt es aber dann doch eine handvoll Aufnahmen, die immer wieder genannt werden, wenn es um besonders empfehlenswerte Einspielungen geht, die den Test der Zeit überstanden haben (denn nicht alles, was bei der Erstveröffentlichung von Kritik gefeiert wird, besteht die Jahre unbeschadet): Herbert von Karajans frühe 1947er Mono-Aufnahme für EMI und die spätere für Deutsche Grammphon von 1964er, Rudolf Kempes Berliner Aufnahme von 1955 (auch nur in Mono), Otto Klemperers Aufnahme von 1962 mit dem Philharmonia Orchestra & Chorus, John Eliot Gardiners 1990er-Aufnahme und – last but not least – die vorliegende Aufnahme des Rundfunkchor Leipzig und Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig unter Herbert Kegel von 1985.

Radner

Maria Radner + Oleg Bryjak

Unbestritten ist, dass Brahms in seinem Requiem nicht unbedingt den religiösen Aspekt in den Vordergrund stellen wollte. Dementsprechend inszeniert Kegel in seiner Einspielung das Requiem nicht als sakrales Werk,sondern als dramatische, düstere, schmerzvolle Umsetzung menschlicher Trauer. Nicht das Geistige, also die Erlösung der Seele des Toten, sondern das Irdische, der Schmerz der Hinterbliebenen und dessen Überwindung macht Kegel intensiv erfahrbar. Dabei lässt er das RSO Leipzig seine volle Wucht entfalten und den leitet den Leipziger Rundfunkchor an, damals wie heute einer der besten Chöre Deutschlands, die menschlichen Abgründe der Trauer und des Schmerzes geradezu schonungslos offenlegen. MariAnne Häggander (Sopran) und Siegfried Lorenz (Bariton) lassen sich als Solisten vom Sog der Intensität mitreißen und offenbaren echte, berührende Menschlichkeit ihrem Gesang. Die phantastische Klangqualität der digitalen Aufnahme macht die Eindringlichkeit dieser Interpretation unmittelbar erfahrbar.

Fazit: Die hier wiederveröffentlichte Aufnahme von 1985 (ursprünglich auf Capriccio erschienen) gehört zu den besten, intensivsten und düstersten Aufnahmen des Werkes und kann sowohl klanglich, als auch interpretatorisch den Vergleich mit den allerbesten Aufnahmen des Werkes standhalten. Eine ähnlich überzeugende Gesamtleistung von Solisten, Orchester und Chor wird man selten finden (sal)

InGedenken

Besetzung:
MariAnne Häggander (sopran)
Siegfried Lorenz (bariton)
+
Rundfunkchor Leipzig unter der Leitung von Jörg-Peter Weigle
+
Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig unter der Leitung von Herbert Kegel

inlay1Titel:
01. Selig sind, die da Leid tragen 11.23
02. Denn alles Fleisch, es ist wie Gras 13.47
03. Herr, lehre doch mich 10.12
04. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth  5.02
05. Ihr habt nun Traurigkeit 7.16
06. Denn wir haben hie keine bleibende Stadt 11.22
07. Selig sind die Toten, die in dem Herren sterben 12.44

OriginalFrontCover1985

Original Cover aus dem Jahre 1985

* (momentan offline)
**

Spider Murphy Gang – Wahre Liebe (1985)

FrontCover1.JPGTja, dieses Album steht geradezu exemplarisch für jene Phase der Spider Murphy Gang, als der Hype um sie nachließ und sie als Lieferanten für knackige Melodien und Texte letztlich immer weniger attraktiv waren. Immerhin kamen sie mit diesem Album noch auf Platz 18 der Charts.

Und das hatte auch seine Gründe.

Zum einen glaube ich, dass dem Hitlieferanten der Band, Günther Sigl so allmählich die ganz zündendenIdeen ausgingen.

Und zum anderen wurde sie mit dieser LP auch ein wenig kastriert, denn bei so etlichen Titeln trimte man sie eher auf eine Pop-Band … und damit verließen die Spiders ihre Spur.

Um diesen geglätteten Sound hinzubekommen, gab´s  dann auch den kleine Schar von ergänzenden Studiomusikern … hätte die Band ja eigentlich gar nicht nötig gehabt.

Textlich gibt es jedoch ein paar Highlights, wie z.B. „Cadillac“ (aus der Kategorie „vorausschauend“):

Es war einmal in Deutschland vor einem Jahr
Ich war ganz groß, der Superstar
Ich fuhr ’nen schneeweißen Cadillac
Mit Chauffeur und Groupies im Gepäck

Doch eines Tages – was muss ich seh’n?
Der Chauffeur und die Groupies sind weg
Und auch der Cadillac
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Cadillac – wo ist mein Cadillac?

Ich lebte wie ein König in Saus und Braus
Nur „dolce vita“ – tagein, tagaus
Ich fuhr ’nen schneeweßen Cadillac
Hatte jede Menge Freunde und zahlte mit Scheck

Doch eines Tages – was ist gescheh’n?
Die Freunde und das Geld sind weg
Und auch der Cadillac
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Irgendwer hat mein‘ Cadillac gestohl’n
Und ich steh‘ da wiar a Depp
Auf meine Gummisohl’n

Ich war schon auf dem Sprung nach USA
Die Presse jubelt: „Hurra, hurra!“
Ich fuhr ’nen schneeweißen Cadillac
War gern geseh’n bei Dieter-Thomas Heck

Doch eines Tages – ich kann es nicht versteh’n –
Die Leute von der „Bravo“ sind weg
Und auch der Cadillac.
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Irgendwer hat mein‘ Cadillac gestohl’n
Und ich steh‘ da wiar a Depp
Auf meine Gummisohl’n

Oder aber auch das Spottlied auf die „Beate“ (Uhse):

Beate.jpg

und dann erst recht noch das Lied “

Mümin

Und genau dieses Lied ist unterlegt mit harmlosen Popmelodien … und genau hier hätte es ja wohl den hart und kantigen Spider Murphy Sound gebraucht …. und kein einschläferndes Tralala Liedchen ….  !

Singles

Und die Spiders kommentieren dieses Album ziemlich lapidar mit diesen Worten:

Das Album „Wahre Liebe“ und die Single „Cadillac“ erfüllen die Erwartungen nicht, die Tour allerdings ist ein Riesenerfolg.

Und damit begannen all jene Jahre, in den die Spiders nicht mehr in den Charts waren, aber auf ihren Tournee derart erfolgreich, dass sie das auch noch 2019 zelebrieren … und die Hütte brennt dann lichterloh !

Spider Murphy Gang 1985

Besetzung:
Michael Busse (keyboards)
Barny Murphy (guitar)
Willy Ray (keyboards, saxophone)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)
+
Mats Björklund (guitar)
Lance Burton (horns)
Bob Coassin (trumpet)
Denny Hostler (?)
Jimmy Polivka (trumpet)
Hermann Weindorf (keyboards)

BackCover1.JPG

Titel:
01. Cadillac 3.15
02. Beate 4.09
03. Deine Augen 5.13
04. Es gibt ned bloss oan Weg ins Glück 4.22
05. Mümin 3.57
06. Wahre Liebe 5.39
07. White Sausage 4.03
08. Liebesbriefe 3.47
09. Mir geht’s gut 3.43

Texte und Musik: Günther Sigl

LabelA1.JPG

*
**

Die aktuelle Website der Spider Murphy Gang:

Website.jpg

Spider Murphy Gang – Deine Augen + Mir geht´s gut (1985)

FrontCover1Dass man damals die Spider Mursphy Gang zur „Neuen Deutschen Welle“ zählte, war natürlich vollkommener Quatsch, aber der Band mag´s recht gewesen sein … erhöhte diese Etikettierung doch die Aufmerksamkeit, die man dann der Band entgegen brachte.

Und ich gestehe, mir fehlt bei der Spieder Mursphy Gang die kritische Distanz, denn ich habe sie seit ihren Tagen, als sie noch völlig unbekannt in jenen verrauschten Clubs (das gab´s damals noch) in München spielten, begleitet und ich habe irgendwie an dieser Band einen Narren gefressen.

1985 war vermutlich kein leichtes Jahr für die Spider Murphy Gang:

„Mit dem Folgealbum „Wahre Liebe“ muss die Band, der Ende 1984 nun offiziell der Saxophon-Spieler Willy Ray Ingram angehört, dann aber 1985 erstmals die Erfahrung machen, dass kein Hype ewig andauert. Die Verkaufszahlen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück, die Tour allerdings ist erneut erfolgreich. „Die Neue Deutsche Welle ist irgendwann gegen eine Mauer geschwappt und war vorbei“, erklärt Barny Murphy die sinkenden Plattenverkäufe. „Viele haben dann aufgehört, aber wir sind ja eine Rock’n’Roll-Band gewesen und haben das weiter gemacht, was wir am besten können: live spielen.“ (Quelle: spiderfanpage.de)

Spider Murphy Gang.jpg

Diese Single ist eine Auskopplung aus og. LP „Wahre Liebe“ und sie war nicht mal ein Achtungserfolg.  Vielleicht weil die A-Seite eine eher melancholische Angelegenheit ist: „Du hast bestimmt schon bessere Zeiten gesehen … ich schau in deine Augen, weil ich so einsam bin“ …

Und die B-Seite (mit feinen Akkordeon-Klängen) ist ne süffisante Abrechnung mit jenem Finanz-Adel, der es bevorzugt, sich mit den Kontenbewegungen der Einlagen in Schweizer Banken zu beschäftigen … köstlich !

Geschrieben wurden beide Songs von dem Mastermind der Spiders, Günther Sigl, und vielleicht kommt mal der Tag, dass er auch als Texter eine größere Anerkennung zu bekommen … denn sein Blick auf den Alltag der Menschen (nicht nur in München) ist ein ganz besonders treffsicherer Blick.

Zeittafel

Besetzung:
Michael Busse (keyboards, accordeon)
Gerhard Gmell („Barny Murphy“) (guitar)
Willy Ray Ingram (saxophone)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)

BackCover1

Titel:
01. Deine Augen (Sigl) 3.34
02. Mir geht´s gut (Sigl) 3.45

LabelA1.jpg

*
**

Und sie spielen immer noch:

SpiderTour2019.jpg

De Bläck Fööss – Bye Bye My Love + S.D.I. (mir hevven af) (1985)

FrontCover1Jetzt wird mal wieder Zeit, sich der Karnevals-Zeit zu erinnern (am 11.11.2019 geht´s ja wieder los) und da kommen mir die De Bläck Fööss gerade recht. Und die haben ja nun wirklich eine bewegte und vorallem sehr lange Geschichte. Daher hier erstmal nur ein kleiner Auszug aus ihrer Geschichte:

Ab den 1970er Jahren entwickelten sich die Bläck Fööss durch einfallsreiche und humorvolle Titel mit eingängigen Melodien zu musikalischen Superstars des Kölner Karnevals. Sie wurden mit über 100 Titeln zu den Hauptabnehmern der Lieder des Komponisten Hans Knipp über das kölsche Milieu, die rheinische Mentalität und Blicke hinter die Kulissen des kleinbürgerlichen Alltags. Zu Knipp entstand erstmals 1970 ein Kontakt, als die Gruppe noch unbekannt war. Er verfasste 1973 mit Mer losse d’r Dom en Kölle eine der Hymnen des kölschen Karnevals. Ursprünglich als Kritik an der Sanierungspolitik der Stadt Köln gedacht, wird das Stück auch häufig als Hommage an den Kölner Dom interpretiert. In Lange Samstag en d’r City aus dem Jahr 1977 sang die Gruppe über das Erlebnis eines verkaufsoffenen Samstags mit Kleinkindern. Bei seinen Titeln für die Bläck Fööss wie Ming eetste Fründin (1976), Buuredanz (1977), Mer bruche keiner (1998) oder Unsere Stammbaum (2000) ließ Knipp sich von der künstlerischen Vielfalt der Band leiten. Sein Bye Bye My Love im Stil der fünfziger Jahre mit Close-Harmony-Saxophonen übernahmen die Bläck Fööss 1985. (Quelle: wikipedia)

Bei dieser Single-Auskoppelung aus der LP „Schöne Bescherung“ kann vorallem die A-Seite überzeugen: Köstlich schmachtender Rock N Roll im Stil des Highschool Rock N roll der 50er Jahre mit heißem Saxophon ! Zumindest recht schwungvoll ist dann auch die B-Seite.

Die nette Hülle ist übrigens eine Anleihe an die Cover-Illustration der beworbenen LP, wie man hier unschwer erkennen kann:

Illustration
Besetzung:
Thomas „Tommy“ Richard Engel (vocals)
Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath (guitar, background vocals)
Hartmut Reinhold Priess (bass)
Willy Schnitzler (keyboards)
Franz Peter Schütten (guitar, background vocals)
Ernst „Erry“ Josef Stoklosa (guitar, background vocals)
+
Werner Dies (saxophone bei 01.)
Garcia Morales (drums)

BackCover1
Titel:
01. Bye Bye My Love (Engel/Hörnig/Schnitzler/Stoklosa) 3.51
02. S.D.I. (Mir hevven af) (Knipp/Lückerath/Schütten) 3.52

LabelA1.jpg

*
**