Spider Murphy Gang – Deine Augen + Mir geht´s gut (1985)

FrontCover1Dass man damals die Spider Mursphy Gang zur „Neuen Deutschen Welle“ zählte, war natürlich vollkommener Quatsch, aber der Band mag´s recht gewesen sein … erhöhte diese Etikettierung doch die Aufmerksamkeit, die man dann der Band entgegen brachte.

Und ich gestehe, mir fehlt bei der Spieder Mursphy Gang die kritische Distanz, denn ich habe sie seit ihren Tagen, als sie noch völlig unbekannt in jenen verrauschten Clubs (das gab´s damals noch) in München spielten, begleitet und ich habe irgendwie an dieser Band einen Narren gefressen.

1985 war vermutlich kein leichtes Jahr für die Spider Murphy Gang:

„Mit dem Folgealbum „Wahre Liebe“ muss die Band, der Ende 1984 nun offiziell der Saxophon-Spieler Willy Ray Ingram angehört, dann aber 1985 erstmals die Erfahrung machen, dass kein Hype ewig andauert. Die Verkaufszahlen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück, die Tour allerdings ist erneut erfolgreich. „Die Neue Deutsche Welle ist irgendwann gegen eine Mauer geschwappt und war vorbei“, erklärt Barny Murphy die sinkenden Plattenverkäufe. „Viele haben dann aufgehört, aber wir sind ja eine Rock’n’Roll-Band gewesen und haben das weiter gemacht, was wir am besten können: live spielen.“ (Quelle: spiderfanpage.de)

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Diese Single ist eine Auskopplung aus og. LP „Wahre Liebe“ und sie war nicht mal ein Achtungserfolg.  Vielleicht weil die A-Seite eine eher melancholische Angelegenheit ist: „Du hast bestimmt schon bessere Zeiten gesehen … ich schau in deine Augen, weil ich so einsam bin“ …

Und die B-Seite (mit feinen Akkordeon-Klängen) ist ne süffisante Abrechnung mit jenem Finanz-Adel, der es bevorzugt, sich mit den Kontenbewegungen der Einlagen in Schweizer Banken zu beschäftigen … köstlich !

Geschrieben wurden beide Songs von dem Mastermind der Spiders, Günther Sigl, und vielleicht kommt mal der Tag, dass er auch als Texter eine größere Anerkennung zu bekommen … denn sein Blick auf den Alltag der Menschen (nicht nur in München) ist ein ganz besonders treffsicherer Blick.

Zeittafel

Besetzung:
Michael Busse (keyboards, accordeon)
Gerhard Gmell („Barny Murphy“) (guitar)
Willy Ray Ingram (saxophone)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)

BackCover1

Titel:
01. Deine Augen (Sigl) 3.34
02. Mir geht´s gut (Sigl) 3.45

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Und sie spielen immer noch:

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De Bläck Fööss – Bye Bye My Love + S.D.I. (mir hevven af) (1985)

FrontCover1Jetzt wird mal wieder Zeit, sich der Karnevals-Zeit zu erinnern (am 11.11.2019 geht´s ja wieder los) und da kommen mir die De Bläck Fööss gerade recht. Und die haben ja nun wirklich eine bewegte und vorallem sehr lange Geschichte. Daher hier erstmal nur ein kleiner Auszug aus ihrer Geschichte:

Ab den 1970er Jahren entwickelten sich die Bläck Fööss durch einfallsreiche und humorvolle Titel mit eingängigen Melodien zu musikalischen Superstars des Kölner Karnevals. Sie wurden mit über 100 Titeln zu den Hauptabnehmern der Lieder des Komponisten Hans Knipp über das kölsche Milieu, die rheinische Mentalität und Blicke hinter die Kulissen des kleinbürgerlichen Alltags. Zu Knipp entstand erstmals 1970 ein Kontakt, als die Gruppe noch unbekannt war. Er verfasste 1973 mit Mer losse d’r Dom en Kölle eine der Hymnen des kölschen Karnevals. Ursprünglich als Kritik an der Sanierungspolitik der Stadt Köln gedacht, wird das Stück auch häufig als Hommage an den Kölner Dom interpretiert. In Lange Samstag en d’r City aus dem Jahr 1977 sang die Gruppe über das Erlebnis eines verkaufsoffenen Samstags mit Kleinkindern. Bei seinen Titeln für die Bläck Fööss wie Ming eetste Fründin (1976), Buuredanz (1977), Mer bruche keiner (1998) oder Unsere Stammbaum (2000) ließ Knipp sich von der künstlerischen Vielfalt der Band leiten. Sein Bye Bye My Love im Stil der fünfziger Jahre mit Close-Harmony-Saxophonen übernahmen die Bläck Fööss 1985. (Quelle: wikipedia)

Bei dieser Single-Auskoppelung aus der LP „Schöne Bescherung“ kann vorallem die A-Seite überzeugen: Köstlich schmachtender Rock N Roll im Stil des Highschool Rock N roll der 50er Jahre mit heißem Saxophon ! Zumindest recht schwungvoll ist dann auch die B-Seite.

Die nette Hülle ist übrigens eine Anleihe an die Cover-Illustration der beworbenen LP, wie man hier unschwer erkennen kann:

Illustration
Besetzung:
Thomas „Tommy“ Richard Engel (vocals)
Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath (guitar, background vocals)
Hartmut Reinhold Priess (bass)
Willy Schnitzler (keyboards)
Franz Peter Schütten (guitar, background vocals)
Ernst „Erry“ Josef Stoklosa (guitar, background vocals)
+
Werner Dies (saxophone bei 01.)
Garcia Morales (drums)

BackCover1
Titel:
01. Bye Bye My Love (Engel/Hörnig/Schnitzler/Stoklosa) 3.51
02. S.D.I. (Mir hevven af) (Knipp/Lückerath/Schütten) 3.52

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Gert Westphal – Gedichte als Wegweiser (Herausgegeben von Karl Carstens) (1985)

FrontCover1.JPGAu weia …. hab´ ich mir gedacht, als ich mich dieser doch sehr seltenen LP zugewandt habe

Zum einen Lyrik (nicht mein Steckenpferd) und dann auch noch herausgegeben von Karl Carstens:

Karl Walter Claus Carstens (* 14. Dezember 1914 in Bremen; † 30. Mai 1992 in Meckenheim) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1976 bis 1979 Präsident des Deutschen Bundestages und von 1979 bis 1984 der fünfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Carstens wurde in der Fitgerstraße 36 des Bremer Stadtteils Schwachhausen geboren, kurz nachdem sein Vater Carl Emil Carstens (1877–1914), Oberlehrer und Studienrat an der Handelsschule in Bremen (Oberrealschule), in Frankreich gefallen war. Er wohnte einige Jahre mit seiner Mutter Gertrud Carstens, geb. Clausen (1880–1963) im Reihenhaus Busestr. Nr. 67. Seine Patentante war die Bremer Kindermalerin Agnes Sander-Plump.

Nachdem er 1933 das Abitur am Alten Gymnasium in Bremen erlangt hatte, absolvierte Carstens ein Studium der Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main, Greifswald, Dijon, München, Königsberg und Hamburg, das er 1936 mit dem ersten und 1939 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1938 schloss er seine Promotion zum Dr. jur. ab. Er wurde Referendar am Landgericht Bremen. Nach der studienbedingten Rückstellung vom Wehrdienst leistete er 1938 eine Wehrübung beim Flak-Regiment 26. Von 1939 bis 1945 nahm er als Soldat bei der Flakartillerie am Zweiten Weltkrieg teil. Er wurde in der Flak-Abteilung 407 zum Flugmelder ausgebildet. Nach dem zweiten Staatsexamen lehnte er eine Richterstelle ab. 1940 wurde er Unteroffizier, 1941 Wachtmeister der Reserve und 1942 Leutnant und Ordonnanzoffizier im Stab der Flak-Abteilung 262 der Luftwaffe. Er war an der Flak-Artillerieschule III in Berlin-Heiligensee tätig.

Karl Carstens, Veronica Carstens

Karl  und Veronica Carstens, 1949

Nach Kriegsende wurde er in Bremen als Rechtsanwalt zugelassen und begann seine Tätigkeit in der Kanzlei Ahlers & Vogel. Er war zudem vom Juni 1945 bis 1947 ganz oder zeitweise für Bürgermeister und Justizsenator Theodor Spitta tätig und wirkte auch an der Erstellung der Bremer Verfassung mit. 1948 begann Carstens ein Studium an der Yale-Universität in New Haven (Connecticut), das er 1949 mit dem Grad eines Masters of Laws (LL.M.) beendete.

Von 1949 bis 1954 war er Rechtsberater des Bremer Senats und Bevollmächtigter Bremens beim Bund. Ab 1950 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität zu Köln, wo er sich 1952 habilitierte. 1954 trat er in den Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland ein. Bis 1955 war er Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat in Straßburg und danach im Auswärtigen Amt in Bonn tätig, wo er als Experte für Europafragen zum Stellvertreter des Bundesaußenministers aufstieg und 1958 die Leitung der Abteilung „West I Europa“ übernahm. 1960 erfolgte seine Berufung zum Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Köln. Von 1970 bis 1972 leitete er das Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Bonn.

Carstens heiratete 1944 Veronica Prior in der Flak-Kaserne in Berlin-Schulzendorf. Veronica Carstens wurde später Fachärztin für Innere Medizin. Die Ehe blieb kinderlos. Das Ehepaar gründete 1982 die Karl und Veronica Carstens-Stiftung mit dem Ziel der Förderung von Naturheilkunde und Homöopathie.

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Als Staatssekretär 1963 im Gespräch mit US-Präsident Kennedy

Im Sommersemester 1933 begann Carstens sein Jura-Studium an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt. Die NS-Machthaber hatten die Absicht, diese Universität in eine nationalsozialistische „Musteruniversität“ umzuwandeln. Am 1. Mai 1933 übernahm der Nationalsozialist Ernst Krieck als „Führer“ ihre Leitung. Die NS-Studentenorganisationen forderten, dass die Studenten der ersten Semester in „Kameradschaftshäusern“ oder in vom NS-Standpunkt aus einwandfreien Korporationsheimen wohnten. Carstens entschied sich für ein „Kameradschaftshaus“ und musste von nun an am SA-Dienst teilnehmen. 1936 war Carstens nach Denunziation eine Studienbeihilfe der Landesschulbehörde Bremen entzogen worden. Nach Aufforderung durch den Präsidenten des Bremer Landgerichts unter Androhung der Nichtzulassung zum Assessorexamen im Jahre 1937 beantragte Carstens die Mitgliedschaft in der NSDAP. Er verschleppte die Einreichung notwendiger Unterlagen, so dass der Antrag erst nach Kriegsausbruch positiv beschieden wurde; zu einem Zeitpunkt also, an dem Carstens bereits Soldat war und somit nach dem Wehrgesetz nicht aktives Parteimitglied sein konnte. Entsprechend entschied die I. Spruchkammer Bremen im Rahmen von Carstens’ Entnazifizierungsverfahren am 3. Juni 1948, dass eine „praktische Mitgliedschaft in der NSDAP nie bestand“ und er „nach dem Maß seiner Kräfte aktiv Widerstand gegen die Nazi-Gewaltherrschaft“ leistete.

Pullach, Besuch Carstens beim BND

Carstens spricht als Bundespräsident am 28. Juni 1982 beim Bundesnachrichtendienst

Von 1972 bis 1979 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von Mai 1973 bis Oktober 1976 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Oppositionsführer. Nach der Bundestagswahl 1976 wurde Carstens am 14. Dezember 1976 zum Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt.

Carstens ist 1972 über die Landesliste Schleswig-Holstein und 1976 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ostholstein in den Bundestag eingezogen.

Von Juli 1960 bis Dezember 1966 war er Staatssekretär im Auswärtigen Amt, in der Zeit der Großen Koalition von Dezember 1966 bis 1968 Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung. Von 1968 bis 1969 war er als Staatssekretär Chef des Bundeskanzleramtes bei Bundeskanzler Kiesinger. Von Dezember 1976 bis Mai 1979 war er Bundestagspräsident.

Bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1979 wählte ihn die Bundesversammlung am 23. Mai 1979 zum 5. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Carstens’ Kandidatur war zuvor wegen seiner früheren NSDAP-Mitgliedschaft kritisiert worden.

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Karl Carstens als Wandervogel

Er löste Walter Scheel als Bundespräsidenten ab. Während seiner Amtszeit positionierte sich Carstens gegen Forderungen der Friedensbewegung nach einseitiger Abrüstung und lehnte insbesondere deren Bezugnahme auf die Bergpredigt ab.

1983 gab er die Gedicht-Anthologie Deutsche Gedichte heraus. Eine erste Druckauflage wurde wegen vieler editorischer Fehler eingestampft.

Wegen seiner Vorliebe für das Wandern war Carstens während seiner Amtszeit bekannt als „Wanderpräsident“. Er nutzte diese Wanderungen zur Begegnung mit vielen Menschen, von denen er sich streckenweise begleiten ließ und mit denen er unterwegs einkehrte. Aus Altersgründen verzichtete er auf die Kandidatur für eine zweite Amtszeit und schied damit am 30. Juni 1984 aus dem Amt. (Quelle: wikipedia)

Nun ja, für mich war in all den Jahren eine der Reizfiguren der besonderen Art …

Aber dafür kann natürlich der ehrenwerte Gert Westphal nichts:

Gert Curt Gerhard Westphal (* 5. Oktober 1920 in Dresden; † 10. November 2002 in Zürich) war ein deutsch-schweizerischer Regisseur, Schauspieler und Rezitator.

1920 in Dresden als Sohn eines kulturell interessierten Fabrikdirektors geboren, absolvierte Gert Westphal nach dem Abitur am Realgymnasium Blasewitz seine Schauspielausbildung bei Paul Hoffmann am Dresdner Staatsschauspielhaus. 1940 debütierte er in der Rolle des zweiten Reiters in Goethes Götz von Berlichingen, bevor er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Nach Kriegsgefangenschaft und einigen Umwegen kam er 1946 nach Bremen. Hier begann er neben einem Engagement an den Bremer Kammerspielen zur gleichen Zeit als Sprecher und Redakteur bei Radio Bremen. 1948 wurde er Hörspielleiter des noch immer von den Alliierten kontrollierten Senders und GertWestphal02.jpgübte diese Position bis zu seinem Wechsel zum Südwestfunk Baden-Baden 1953 aus. Dort war er bis 1959 in gleicher Position beschäftigt und damit für sämtliche in dieser Zeit produzierten Aufnahmen verantwortlich. In regelmäßigem Kontakt stand er mit zahlreichen Autoren dieser Zeit wie etwa Alfred Andersch, Ingeborg Bachmann, Gottfried Benn, Max Frisch oder auch Carl Zuckmayer und gab auch Arbeiten für Hörspiele in Auftrag. Er arbeitete mit Max Ophüls, Will Quadflieg, Hans Paetsch, Oskar Werner, Walter Jens, Joachim Fest u. v. a. zusammen, produzierte oder bearbeitete selbst regelmäßig Hörspiele und Radiofeatures und wirkte selbst als Sprecher mit. U. a. führte er die Regie in dem fünfteiligen Hörspiel Am grünen Strand der Spree, in dem der Autor Hans Scholz auch eine der Hauptrollen sprach.

Daneben war Westphal seit Beginn seiner Arbeit beim Rundfunk immer auch mit Lesungen zu hören, deren Texte er selbst aussuchte und bearbeitete, und unterstützte neue oder nur schwer realisierbare Formate und Projekte. Für den damaligen Chefredakteur der Jazz-Redaktion des Südwestfunk, Joachim-Ernst Berendt, etwa war Westphal wegen seines Textverständnisses und seiner Musikalität die Idealbesetzung für die von ihm kreierten Lyrik und Jazz-Programme (etwa mit dem Metronome Quintett), die bis heute stilbildend wirken. Der musikalischen Form des Melodrams fühlte er sich trotz wiederkehrender Bedenken zahlreicher Veranstalter besonders verbunden. So brachte er u. a. das Melodram Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke von Rainer Maria Rilke in der Version für Sprecher und Klavier von Viktor Ullmann zusammen mit dem Pianisten Michael Allan am 15. Juni 1994 bei den Sommerlichen Musiktagen Soest zur Uraufführung. Auch bei Ullmanns orchestrierter Fassung (Ghetto Theresienstadt 1944) übernahm Westphal, etwa in der Berliner Philharmonie mit der Deutsch-Skandinavischen Jugend-Philharmonie unter der Leitung von Andreas Peer Kähler, den Part des Sprechers.

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Am Theater der Nationen in Paris gastierte Westphal im Mai 1963 mit dem Theater Ensemble Oskar Werner mit einer Aufführung des Torquato Tasso. Zusammen mit Käthe Gold und Walter Richter trat er Anfang 1965 in Israel auf, wo zum ersten Mal überhaupt mit dem Totentanz von August Strindberg ein Theaterstück in deutscher Sprache aufgeführt wurde. Von 1959 bis 1980 gehörte er dem Ensemble am Zürcher Schauspielhaus an und wirkte in zahlreichen Uraufführungen mit, bevor er sich selbständig machte und sich auf das Vorlesen auf der Bühne und im Studio konzentrierte. Nebenbei war er auch als Regisseur an zahlreichen Theatern und Opernbühnen Deutschlands engagiert. 1960 erwarb Westphal neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch das Schweizer Bürgerrecht und konnte somit auch in der damaligen DDR[2] Aufnahmen realisieren. Bis zum September 2002 trat er öffentlich auf und nahm weitere Lesungen auf Tonträger auf.

Die besondere Liebe des Königs der Vorleser, wie ihn Petra Kipphoff von der Zeit einmal nannte, galt der Rezitation und der literarischen Lesung vor Publikum, im Radio, für Sprechplatte oder Hörbuch. Johann Wolfgang Goethe, Theodor Fontane und Thomas Mann galten ihm als „Säulenheilige“. Von ihnen nahm er – bis auf wenige Ausnahmen – sämtliche Romane und Erzählungen – teilweise sogar mehrfach – auf oder nutzte diese Werke als Vorlagen der von ihm produzierten Hörspiele.

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In der Kombination Lesung/Hörspiel nahm Westphal wiederholt mehrere Funktionen gleichzeitig wahr, die das jeweilige Werk aus zwei Perspektiven erleben lässt: Neben den eigentlichen Lesungen mit nur einem Vorleser wirkte er in zahlreichen Hörspielen als Erzähler mit und/oder führte hier auch Regie. In diesem Zusammenhang ist auch bemerkenswert, dass er mit großem Erfolg auch an Produktionen sogenannter Trivialliteratur beteiligt war. So wirkte er z. B. in der Langzeitreihe Der Frauenarzt von Bischofsbrück des SDR von Alfred Marquart und Herbert Borlinghaus sowie bei den vom SDR verwirklichten Verfilmungen der von Hedwig Courths-Mahlers verfassten Romane (Die Bettelprinzeß, Griseldis, Die Kriegsbraut, Der Scheingemahl und Eine ungeliebte Frau) als Erzähler mit. Dass dies sowohl Kritik als auch Publikum positiv aufnahmen, wurde immer wieder mit der Ernsthaftigkeit begründet, mit der Westphal seine Rollen ausfüllte. Auch sind die Protagonisten in ihrer Herkunft, Bildung und ihren Eigenschaften mit denen der „klassischen“ Literatur vergleichbar, da es sich hier weitestgehend ebenfalls um Ärzte, Rechtsanwälte, Militärangehörige, Lehrer oder um (verarmte) Adelige und ihre Bediensteten handelt. Die Stimme Westphals traf offenbar sehr genau den hier angebrachten Tonfall. Auffällig ist dabei auch der Umstand, dass seine Stimme ab etwa Anfang der 1970er Jahre zunehmend dunkler wurde. Besonders auffällig wird dies etwa bei den Josephromanen Thomas Manns, bei denen das Vorspiel Höllenfahrt ca. 30 Jahre nach den Teilen I–IV aufgenommen wurde.

Neben den Hauptwerken deutschsprachiger Autoren nahm Westphal auch zahlreiche Werke europäischer Autoren wie z. B. Gustave Flaubert, Victor Hugo, Henry James oder auch Thornton Wilder auf Tonträgern auf. Ferner bildete die russische Literatur mit Autoren wie Tschingis Aitmatow, Fjodor Dostojewski, Nikolai Gogol, Iwan Gontscharow, Maxim Gorki, Nikolai Semjonowitsch Leskow, Vladimir Nabokov, Leo Tolstoi oder auch Anton Tschechow einen regelmäßigen Schwerpunkt bei seinen Lesungen und Inszenierungen.

Darüber hinaus schrieb er unter dem Pseudonym Gerhard Wehner einige Hörspiele. Bei Radio Bremen wurden seine Hörspiele Offene Rechnung und Gestern ist lange her aufgenommen. Sein Hörspiel Große Konjunktion im Zeichen der Fische wurde 1971 beim DRS und 1973 beim ORF (Radio Salzburg) aufgenommen.

1954 hatte er die Schauspielerin und Rezitatorin Gisela Zoch beim Norddeutschen Rundfunk kennengelernt, mit der er im Dezember 1957 die Ehe schloss, aus der zwei Töchter (Jg. 1963 und 1966) hervorgingen. 2002 erlag Westphal einem Krebsleiden. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof von Kilchberg am Zürichsee, nahe am Grab von Thomas Mann. (Quelle: wikipedia)

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Das Grab Gert Westphals in Kilchberg, Züricher See/Schweiz

Und vermutlich ist es ihm zu verdanken, dass ich dann doch in wenig Zugang zu diesem Album bekommen habe … er war einfach ein großartiger Rezitator.

Überrascht hat mich aber auch die Auswahl, die Karl Carstens getroffen hat … (die jeweiligen Einführungen zu den unterschiedlichen Themenkreisen sind sehr persönlich gehlaten) – insbesondere die von ihm gewählten Themenkreise „Krieg und Frieden“ und „In der Fremde“ hätte ich ihm nicht zugetraut.

Auch lässt er – zumindest mir – unbekannte Dichter zu Wort kommen (Rudolf Hagelstange, Wilhelm Lehmann, Karl Krolow oder Albrecht Goes).

Und wer sich für Lyrik begeistern kann, wird hier sicher fündig.

Dennoch: er war als Politiker ganz sicher kein Gewinn für unser Land … als Schöngeist überzeugte er mich nun mehr.

Deutsche Gediche

Dieses Buch war die Basis für diese LP

Besetzung:
Karl Carstens (Sprecher)
Gert Westphal (Sprecher)

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Titel:
01. Ein Gedicht… (Rudolf Hagelstange) 1.16

Karl Carstens: Zur Gedichtauswahl und zum Themenkreis Jahreszeiten: 2.51
02. Vorfrühling (Hugo von Hofmannsthal) 1.26
03. Tag, der den Sommer endet (Gottfried Benn) 1.04
04. Hälfte des Lebens (Friedrich Hölderlin) 0.55
05. Herbsttag (Rainer Maria Rilke) 1.07
06. Wir nennen es Winter (Rudolf Hagelstange) 1.04
07. Von guten Mächten (Dietrich Bonhoeffer) 2.41

Karl Carstens: Zum Themenkreis Krieg und Frieden: 0.48
08. Tränen des Vaterlandes (Andreas Gryphius) 1.51
09. Grodek (Georg Trakl) 1.51
10. Heimkehr (Peter Huchel) 2.27
11. Frühling 1946 (Elisabeth Langgässer) 1.41
12. Dankeslied für die Verkündigung des Friedens (Paul Gerhardt) 3.55

Karl Carstens: Zum Themenkreis in der Fremde: 0.56
13. Nachtgedanken (Heinrich Heine) 2.17
14. Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen (Max Herrmann-Neisse) 1.32
15. Abschied und Wiederkehr (Carl Zuckmayer) 2.12
16. In der Fremde III (Heinrich Heine) 0.41
17. An die Nachgeborenen (Bertholt Brecht) 4.35

Karl Carstens: Zum Themenkreis Dichter: 1.08:
18. Auf sommerlichem Friedhof (Wilhelm Lehmann) 1.15
19. Wiepersdorf, die arnimschen Gräber (Günter Eich) 2.03
20. Epilog zu Schillers „Glocke“ (Auszug) (Johann Wolfgang von Goethe) 4.37
21. Nicht Geist, nicht Inbrunst wollen wir entbehren“ (für Karl Graf Lanckroński) (Rainer Maria Rilke) 2.52

Karl Carstens: Zum Themenkreis Liebe: 1.22
22. Es ist einfach (Karl Krolow) 1.31
23. Wie er wolle geküsset sein (Paul Fleming) 1.09
24. Vorm Abschied (Ulla Hahn) 0.48
25. An Charlotte von Stein (Johann Wolfgang von Goethe) 3.33
26. Die Schritte (Albrecht Goes) 0.55
27. 1. Korintherbrief, 13. Kapitel – Preis Der Liebe (Altes Testament) 2.25

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Man klicke auf den Staeckbrief, dann kann man ihn auch lesen …

Klaus Hoffmann – Morjen Berlin (1985)

FrontCover1.jpgKlaus Hoffmann ist ganz sicher einer der musikalisch vielfältigsten Liedermacher in deutschen Landen, der zudem auch textlich zur Spitze dieses Genres gehört.

Klaus Hoffmann (eigentlich: Klaus-Dieter Hoffmann, * 26. März 1951 in Berlin) ist ein deutscher Sänger, Schauspieler, Autor und Liedermacher.

Klaus Hoffmann wurde als einziges Kind des Finanzbeamten Erich und der Fabrikarbeiterin Waldtraud Hoffmann geboren und wuchs in der Kaiser-Friedrich-Straße in Berlin Charlottenburg auf. Einschneidendes Erlebnis seiner als einsam beschriebenen Kindheit war der frühe Tod des Vaters im Jahr 1961. Dieser hatte, an Diabetes und einem Herzfehler leidend, sein musikalisches Talent und seine künstlerischen Ambitionen nicht verwirklichen können und unter der Enge und Eintönigkeit seiner Tätigkeit im Finanzamt gelitten.

Nach dem Realschulabschluss 1967 absolvierte Hoffmann eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann für Stahl und Eisen bei Klöckner-Eisenhandel GmbH & Co. KG In dieser Zeit begann Hoffmann seine Laufbahn als Liedermacher mit ersten Auftritten in

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Klaus Hoffmann, 1968

Berliner Szenekneipen. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung unternahm er 1969 eine Reise nach Afghanistan, die ihn mehrfach in lebensbedrohliche Situationen brachte. 1970 begann er eine Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Neben seiner Schauspielausbildung arbeitete er intensiv an seiner Karriere als Liedermacher.

Ab 1974 erhielt Hoffmann Engagements an der Freien Volksbühne Berlin unter Intendant Kurt Hübner und am Hamburger Thalia-Theater unter Intendant Boy Gobert. Er spielt in mehreren Film- und Fernsehproduktionen mit, so etwa in Ingmar Bergmans „Das Schlangenei“ oder Tom Toelles ”Die Kameliendame“. Einem breiten Publikum wurde Hoffmann bekannt durch die Titelrolle in der Verfilmung von Ulrich Plenzdorfs „Die neuen Leiden des jungen W.“. Für diese Rolle wurde er mit dem „Bambi“ sowie der „Goldenen Kamera“ der TV-Zeitschrift Hörzu ausgezeichnet.

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Sein erstes Album „Klaus Hoffmann“ erschien 1975. Die ausnahmslos von ihm selbst geschriebenen Lieder des 1978er Albums „Was fang ich an in dieser Stadt?“ drehten sich überwiegend um seine – damals geteilte – Heimatstadt Berlin. 1978 erhielt Hoffmann für seine Lieder den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Chanson. 1979 folgte seine erste große, ausverkaufte Deutschland-Tournee sowie 1980 der Deutsche Schallplattenpreis für die LP „Westend“. Hoffmann hat bis heute mehr als 30 Alben eingespielt. (Quelle: wikipedia)

Hier sein 85er Album, das – wie der Titel schon ein wenig verrät – auch um seine Heimatstadt Berlin geht … Aber es geht auch + über Berlin hinaus -um städtisches Leben mit all dem pulsierendem Leben, mit all dieses verdammten Hoffnungen und Ticket1986.jpgSehnsüchten.

Und das Album ist ein Glanzpunkt in der wahrlich nicht an Höhepunkten armen Discographie des Klaus Hoffmann:

Musikalisch bewegt sich Klaus Hoffmann hier noch einen gewaltigen Schritt näher an höchstes nationales Niveau heran. Mal balladesk, mal rockig (auch schon mal typisch deutschrockig), mal angejazzt – von Arrangement und Komposition, von der Qualität der Musiker wie der Produktionstechnik ist das allererste Sahne. Vielleicht Hoffmanns bestes Album bis zu diesem Zeitpunkt. Wie der Titel des Albums unschwer erraten lässt, ist dieses Album eine einzige Hommage an des Künstlers Heimatstadt, Berlin. Liebeserklärungen an die Schattenseiten wie den Glamour, an die Menschen unterschiedlichster sozialer Herkunft und ihr Lebensgefühl. Aber auch schonungslose Blicke in die Kieze… Hoffnungslosigkeit, die in Gewalt, Prostitution und Selbstzerstörung mündet. Nicht nur mit „Der Dreck der Straße“ und „Gewalt“ überrascht Hoffmann mit völlig neuen Tönen, hier harter Funk und Soul. Selten hat sich der Sänger lässiger und lockerer präsentiert – die Songs strahlen geradezu sonnenbebrillte Coolness aus, wie das saucoole „Ich hab die Liebe geseh’n“. „Morjen Berlin“ präsentiert sich als zeitlos schönes Klassealbum – eine ungeschönte Visitenkarte für unsere Bundeshauptstadt! (Steve Braun)

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Besetzung:
Klaus Hoffmann (vocals)
Thomas Holm (drums, percusion)
Ute Kannenberg (vocals)
David Kreitner (saxophone)
Mathias Müller (guitar)
Matthias Raué (keyboards)
Stefan Warmuth (bass)

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Titel:
01. Ich hab die Liebe gesehn (Hoffmann) 4.29
02. Morjen Berlin (Hoffmann) 3.45
03. Der Dreck der Straße (Hoffmann) 2.59
04. Ratten der Großstadt (Hoffmann) 3.25
05. Tegel (Hoffmann) 3.09
06. Städter sind cool (Hoffmann) 3.12
07. Junge Hunde (Raue/Hoffmann) 3.23
08. Gewalt (Hoffmann) 3.17
09. Für zwei Stunden (Hoffmann) 3.46
10. Keine Zeit (Hoffmann) 2.09
11. Sommer in der Stadt (Hoffmann) 4.27
12. Gesichter (Hoffmann) 4.05

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Morjen Berlin, morjen du Schöne,
Herz in der Hand, Küsse im Sinn.
Schnauze, du Stadt, machst lange Beene,
rennst vorneweg, knallst wieder hin,
machst uff janz groß, du große Kleene,
stehst uff besonders, bist Provinz.

Morjen Berlin, morjen du Schöne.
Morjen Berlin, morjen du Schöne,
verhungertes Kind, Fussel im Bauch.
Klappe, du Gör, hälst große Reden,
schlägst Riesenrad, stehst uffm Schlauch,
wartest auf Sonne, du lachende Träne,
zauberst dir Regen, du Trümmerkind.

Morjen Berlin, morjen du Schöne.
Mama ist weg, Papa geht fremd,
dich will doch keener, nicht mal geschenkt.
Hör uff zu flennen, putz dir die Nase,
ick mag dich,
komm altes Mädchen, ick bin dein Prinz.

Morjen Berlin, morjen du Schöne,
der Zirkus beginnt, die Clowns schlagen Krach
dufte, du Stadt, laß et mal tönen,
Riesenspektakel bis in die Nacht.
Ick liebe deine Farben, ick liebe deine Töne,
och wenn du langsam graumeliert klingst.
Morjen Berlin, morjen du Schöne.

Graziano Mandozzi – Bach – Händel 300 (1685 – 1985) (1985)

CDFrontCover1Also irgendwie ist der gute Graziano Mandozzi mit diesem Album a bisserl zu spätgekommen, denn da waren schon ein paar vor ihm, die diese Idee hatten.

Graziano Mandozzi (* 23. Juni 1939 in Osogna, Schweiz) ist ein Schweizer Komponist, Dirigent und Musikwissenschaftler.

Graziano Mandozzi stammt aus einer Tessiner Musikerfamilie. Er besuchte eine Lehrerbildungsanstalt in Locarno und studierte von 1960 bis 1963 am Mozarteum in Salzburg bei Gerhard Wimberger und Cesar Bresgen, wo ihm die Lilli-Lehmann-Medaille verliehen wurde.[1] Nachdem er erfolgreich seine Kapellmeisterprüfung ablegte, begann er am Theater zu arbeiten. Da er einer der letzten Schüler Bernhard Paumgartners war, wurde ihm erlaubt, eine der ersten Aufnahmen der Camerata Academica einzuspielen. Später arbeitete er beim Film, für Hörspiele und beim Ballett. So schrieb er Mitte der 1970er Jahre die Musik für das von Johann Kresnik aufgeführte Ballett „Jesus GmbH“. Als Musikwissenschaftler setzte er sich jahrelang für die Aufarbeitung und Neubewertung der Werke von Ruggero Leoncavallo und Nino Rota ein. (Quelle: wikipedia)

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Und im Laufe seines wirklich vielfältigen Wirkens spielte er dann auch diese LP ein. Und die Idee war ja nun wirklich nicht neu:

Man nahme ein paar Klassiker der Barockmusik und interpretierte sie auf einem Synthesizer, in diesem Fall ein Synthesizer der Firma „PPG Wave Computer System, Hamburg „.

Da schrieb einer dazu (mit einer gewissen Widersprüchlichkeit):

Zweifelsohne schwimmt diese CD im Fahrwasser von Carlos‘ „Switched on Bach“ und Konsorten; im Unterschied zum Moog-Klang der diversen frühen Carlos-Alben gibt es hier jedoch PPG Wave auf die Ohren. Streckenweise etwas kindisch arrangiert (Wassermusik mit „Blubb“-Effekt — na gut, wenn’s sein muss), aber ansonsten einwandfrei, was Arrangement und Aufnahmequalität anbelangt.

Wie konnte mir diese Scheibe über 30 Jahre verborgen bleiben? (Angstroemam)

In dem vorbildlichem Begleitheft bekannt sich Graziano Mandozzi natürlich zu den Vorbildern Wendy Carlos und Isao Tomita, aber deren Intensität erreicht er halt dann doch nicht.

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Graziano Mandozzi

Besetzung:
Graziano Mandozzi (sdynthesizer)

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Titel:

Johann Sebastian Bach:
01. Allegro (1st Movement) from Brandenburg Concerto No.2 In F Major 5.11
02 Prelude In C Minor (C Moll) 1.49
03. Corale „Jesu,Joy Of Man’s Desiring“ 3.12

Georg Friedrich Händel:
04. Country Dance 1/2 In G Minor/Major (G-Moll/G-Dur) 1.18
05. Menuet In F Major (F-Dur) 2.23
06. Bourre In F Major From The Water Music 1:25

Johann Sebastian Bach:
07. Vivace (1st Movement) From The Concerto For 2 Violins In D-Minor (D-Moll) 3.55
08. Allegro (1st Movement) From The Flute Sonata In F Major (F-Dur) Op. 1 No.11 1.08
09. Aria „Bist Du Bei Mir“ 2.31
10. Badinerie From The Suite For Orchestra No.2 In B-Minor (H-Moll) 1.16

Georg Friedrich Händel:
11. Hallelujah“ Chorus From Messiah 3.35
12. Andante (1st Movement) From The Sonata A 5 (Violin Concerto) In B Flat Major (B-Dur) 1.44
13. Sinfonia „The Arrival Of The Queen Of Sheba“ From Solomon 3.00

Johann Sebastian Bach:
14. Minuet In G Major (G-Dur) From The „Notenbüchlein Der Anna Magdalena Bach“ 1.46
15. Aria (1st Movement) „Jauchzet Gott In Allen Landen“ 4.15

Georg Friedrich Händel:
16. Adagio (3rd Movement) From The Sonata For Viola De Gamba And Harpsichord In C Major 2.37
17. Andante Allego )1st Movement) From The Organ (Harp/Synthesizer?) Concerto In B Flat Major (B-Dur) Op.4 No.6 2.47
18. Air And Variations „The Harmonious Blacksmith“ 4.05

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Mit diesen Zeilen wirbt Graziano Mandozzi für seine Form der Interpretation der alten Klassiker:

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De Plattfööt – Songs ut Meckelbörg (1985)

FrontCover1.JPGWieder mal so ein Beitrag aus der Rubrik „geschieht mir ganz recht“ … wenn ich schon herkunftsbedingt immer wieder diesen bayerischen Kram & Krempel hier offeriere … dann müssen dringend auch mal andere Dialeke ran. Und hier wird´s nun plattdeutsch:

De Plattfööt ( Die Plattfüße) nannte sich eine sehr erfolgreiche plattdeutsche Folk-Gruppe aus Mecklenburg-Vorpommern, bestehend aus den Sängern und Gitarristen Peter Wilke und Klaus Lass.
Beide stammen aus Rostock und leben seit einigen Jahren sowohl in Schwerin (Wilke) als auch in Warnemünde (Lass). De Plattfööt selbst gründeten sich 1979 und traten bis zum Dezember 2011 gemeinsam auf.

Dabei entstand der Name „De Plattfööt“ nicht als Charakterisierung einer anatomischen Besonderheit iher Füße, sondern weil sie mit ihrem „Platt“ sehr erfolgreich durch die Lande zogen. Ihre Musik war ein Mix aus Folk, Blues und Countrymusik und ihre Texte orientierten sich an dem fröhlichen „Plattdütsch“ von Rudolf Tarnow und Fritz Reuter. DePlattfööt02Gern mischten Peter und Klaus dabei behutsam ein sogenanntes Missingsch in ihre Liedergeschichten, um so möglichst viele auch „Nichtplattdeutsche“ zu erreichen und zu begeistern, was ihnen in beeindruckender Art und Weise gelang.
Bei Rundfunk, Fernsehen und Schallplatte(CD) wurden zwischen 1979 und 2011 über einhundert Titel produziert. Die bekanntesten Hits sind „Disco up’n Dörp“, „Fru Püttelkow ut Hagenow“ und „De Isenbahnboomupundaldreier“.
Durch jahrzehntelange Medienpräsenz, unzählige Live-Auftritte im In- und Ausland (Schweden, Österreich und sogar in Singapur), waren De Plattfööt einem sehr breiten Publikum bekannt. De Plattfööt wurden u.a. mit dem Fritz Reuter-Kunstpreis ausgezeichnet.

Getreu ihrem Motto: “ Kort is dien Leben un lang‘ büst du dod, Minsch, blot nich argern, Ne, lachen deit good !“ (Rudolf Tarnow), haben sie die Musikantenszene weit über Deutschlands Nordosten geprägt.
Als das Duo „De Plattfööt“ zu Weihnachten 2011 völlig überraschend sein Ende verkündete, waren bei allem Verständnis tausende von Fans weit über Deutschland hinaus sehr betroffen.

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Was bleibt, sind ihre Lieder, entstanden in den Jahren zwischen 1980 bis 2011. Sie verkörpern in unnachahmlicher Art und Weise authentisch ein Stück Lebensgefühl an der nordostdeutschen Ostseeküste in jener Zeit. (Quelle:

Auch wenn die „Gaudi“ bei den biden Barden im Vordergrund steht, sie haben auch etliche Feinheiten zu bieten. Bei „Up’n rasenden Roland“ musizieren ganz im Sttile internationale Folk-Songs, eine ganz feine Komposition.

Bei „Remmi Demmi “ lassen sie einfach mal sdie Sau raus … und bei „Elsa von Trabant “ kann man auch sehr hintersinnig schmunzeln.Und mir scheint ihr „Wir aus dem Norden“ war damals so ne Art Hymne in Meck-Pom.

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Nun … und ich komme mir jetzt vor, wie so ein norddeutscher Tourist in Bad Tölz, der im Kursaal einen bayerischen Heimtbend geniesst und nicht so recht weiss, wie authentisch nun die Musik tatsächlich ist.

Aber einen gewissen Charme hat sie schon … auch wenn ich gelegentlich nur Bahnhof verstehe …

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Besetzung:
Klaus-Dietrich Lass (vocals, guitar, accordion, synthesizer, tuba, jew´s har, flute)
Peter Wilke (guitar, vocals)
+
Bernd Klinkhardt (trombone)
Thomas Klippstein (clarinet bei 07.)
Thomas Syrek (trumpet bei 07.)

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Titel:
01. God’n Dag ok (Wilke) 1.03
02. An der Eck steiht’n Jung (Traditional) 2.42
03. Carola un Johann (Wilke/Seifert) 2.59
04. Gitti ut de City (Wilke) 3.13
05. Up’n rasenden Roland (Lass) 3.53
06. De Zoobummel (Lass) 3.31
07. De Blasmusik (Wilke) 4.02
08. Dat ward wat (Wilke) 2.37
09. Remmi Demmi (Wilke) 3.48
10. Petri Heil (Wilke) 3.56
11. Elsa von Trabant (Wilke) 3.44
12. Min lewe Fru (Lass) 4.14
13. Wat wünscht sick een Mann (Wilke/Draehmpaehl) 2.57
14. Wir aus dem Norden (Wilke/Niekammer) 3.11

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Biermösl Blosn – Tschüß Bayernland (1985)

Also … die Biermösl Blosn waren einfach ne Offenbarung … für all jene Bajuwaren, die sich nicht damit abfinden wollten/konnten, dass das Land der Bajuwaren bundesweit als „pechschwarz“ erlebt wurde. Oder anders ausgedrückt: Die Biermösl Blosn waren eine der wichtigsten (musikalischen) Stimmen jenes „anderen Bayern“, das es halt auch gab … dem Kraudn Sepp und dem Wildschütz Jennerwein sei Dank !

Hier ihre Geschichte … nach dem Motto … so ging´s damals los:

Die Biermösl Blosn war eine bayerische Musik- und Kabarettgruppe, die 1976 von den Brüdern Hans (* 1953), Christoph (* 1959) und Michael Well (* 1958) gegründet wurde. Biermösl ist abgeleitet von Beerenmoos, einem Teil des Haspelmoors im Landkreis Fürstenfeldbruck. Blosn (Blase) ist ein bairischer Begriff für Clique, Gruppe.

Die Gruppe verband bayerische Volksmusik (Stubnmusi) und Mundart mit politischen und satirischen Texten und kann daher zum Bereich der sogenannten Neuen Volksmusik gerechnet werden. Am 18. Januar 2012 gab die Gruppe ihr letztes Konzert in Fürth.

Die drei Mitglieder der Biermösl Blosn entstammen der 17-köpfigen Familie des Schulmeisters Hermann Well (1913–1996) und seiner Frau Gertraud (geborene Effinger, 1919–2015) aus dem Dorf Günzlhofen bei Fürstenfeldbruck.

  • Christoph Well (genannt Stofferl, * 3. Dezember 1959 in Günzlhofen) studierte Trompete und war Solotrompeter bei den Münchner Philharmonikern und später Konzertharfenist.
  • Michael Well (* 10. Oktober 1958 in Günzlhofen) hat eine Ausbildung zum Solotubisten und Baritonisten, ebenfalls bei den Münchner Philharmonikern.
  • Hans Well (* 1. Mai 1953 in Willprechtszell), der Germanistik und Geschichte studierte, ist hauptsächlich für die Texte der Gruppe verantwortlich.

Großes Vorbild der drei Brüder ist der Kraudn Sepp (1896–1977) aus dem Isarwinkel. Sie begannen 1976 mit Volksmusikauftritten, wie sie sie schon zuvor unter Anleitung ihres Vaters absolviert hatten. Sie arbeiteten häufig mit Gerhard Polt zusammen und traten gelegentlich in der ARD-Sendung Scheibenwischer auf.

Auftritt der Biermösl Blosn mit Gerhard Polt beim Hörbacher Montagsbrettl 1985

Auftritt der Biermösl Blosn mit Gerhard Polt beim Hörbacher Montagsbrettl 1985

Die Musik der Biermösl Blosn zeichnet sich u. a. durch die zum Teil ironische Integration anderer Musikstile wie etwa der keltischen Folklore, ungewöhnliche Instrumentierungen wie Dudelsack, Alphorn, Harfe oder Didgeridoo, aber vor allem durch bissige satirisch-politische bzw. gesellschaftskritische Texte aus (beispielsweise bedachten sie Kardinal Josef Ratzinger mit dem Spitznamen Alpen-Ayatollah), die häufig auf traditionellen bayerischen Reim- und Gesangsstilen (Gstanzl) beruhen und im Dialekt vorgetragen werden.

Sie erlangte bundesweite Bekanntheit, als sie 1981 – „versehentlich“ zum traditionellen Maibockanstich im Münchner Hofbräuhaus eingeladen – die Regierungspartei CSU in Zusammenhang mit der Massenverhaftung von Nürnberg vor den versammelten Ministern und Landtagsabgeordneten scharf kritisierten und so einen politischen Eklat verursachten. 1981 erhielt die Gruppe in Mainz den Förderpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis. In Bayern wurden ihr 1985 und 1996 trotz eindeutiger Nominierungen durch die jeweilige Jury entsprechende Auszeichnungen verweigert. (Quelle: wikipedia)

Und hier ihr drittes Album … veröffentlicht auf dem Label Mood Records (damals noch exklusiv auf Zweitausendeins … jenem Versand. der mit damals den Verstand geraubt hat).

Verstehen wird man vermutlich dieses Album nur dann, wenn einem Namen wie Franz-Koseph Straußt, Edmund Stoiber oder auch Boris Becker noch was sagen … wenn man sich dem Irrsinn von bestimmten Münchner Geschichten vergenwärtigt … aber anhören sollte man sich dieses Album allemal … es ist musikalisch und erst recht textlich ein Bravourstück boarischer Hinterfotzigkeit !

Mein Gott, was waren die Burschen damals noch jung ...

Besetzung:
Christoph Well (trumpet, harp, dulcimer, flute, zither, guitar, tuba, vocals)
Hans Well (guitar, harmonica, tuba, trumpet, accordion)
Michael Well (tuba, flute, hurdy-gurdy, banjo, vocals)

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Titel:
01. Tschüß Bayernland (H.Well/Reichert/C.Well)  2.37
02. Zing Zang Zing (H.Well/C.Well/Traditional)  2.56
03. Exotenlandler (F.Stoiber/H.Stoiber) 2.23
04. Mittlerer-Ring-Jodler (H,Well/Tradional) 1.44
05. Stolz von da Au (H.Well/Ringsgwandl/Müller) 3.07
06. I woass net, wos i wern soit (H.Well/Traditional) 2.05
07. Eine grosslappener Schuttkrähe träumt von Irland (C.Well) 3.23
08. Dada Mpfda (H.Well/C.Well) 0.43
09. Da Russ (H.Well/Berlin) 1.41
10. Auswandererlied (H.Well/Pfenning/C.Well) 2.33
11. Baynerland-Lied (H.Well/Traditional) 4.11
12. Prof. Zipfl liest / Im Wald is so staad (H.Well/C.Well/Thoma/Traditional) 1.34
13. St. Öd Räbb (H.Well/C.Well) 2.47
14. In Memoriam Brachvogel (C.Well/Traditional) 3.10
15. Z´Murnau is Markt (Traditional) 1.34
16. Heldengedenktag (H.Well/C.Well) 2.52
17. Boris Bumm Bumm (H.Well/C.Well/Belafonte) 2.33
18. G´Stanzl (H.Well/Traditional) 3.27

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