Die 68er und die Folgen (4): Karlheinz Liefers – Offene Zweierbeziehung (Dario Fo – Franca Rame) (Hörspiel) (1986)

FrontCover1Es mag ja ein wenig kühn sein, das Hörspiel des Nobelpreisträgers Dario Fo (* 1926) in meine kleine Reihe „Die 68er und die Folgen“ einzureihen, noch dazu, wenn es sich hier um ein Hörspiel des DDR Rundfunks handelt.

Aber natürlich haben die 68er auch die bürgerliche Moral wie z.B. die Monogamie themaisiert und in Frage gestellt. („Wer einmal mit derselben pennt, gehört zum Establishment“ … ja, ja)

Und von daher passt dieses Hörbuch durchaus in diese kleine Reihe:

Wie durch ein Brennglas gesehen entfaltet sich in dieser abgründigen Komödie das exemplarische Scheitern einer Beziehung – lustvoll, pointiert und spannungsgeladen.

Es geht um Antonia und ihren Mann, die in einer offenen Zweierbeziehung leben. Genau genommen lebt aber nur er in einer offenen Zweierbeziehung. Antonia erleidet sie. Nachdem es ihr selbst mit wiederholten Selbstmorddrohungen nicht gelingt, ihren Gatten vom Fremdgehen abzuhalten, erweist sie sich als äußerst lernfähig: Eigene Wohnung, eigener Job, eigener Liebhaber. Antonia findet Gefallen an der offenen Zweierbeziehung und dreht den Spieß um: Nun – wer hätte es gedacht – leidet ihr Mann.

In dieser rasanten Inszenierung jagt eine Pointe die nächste, wobei Verletzungen des anderen genussvoll in Kauf genommen werden.

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Dario Fo + Franco Rame

Vermeintliche Toleranz kippt in Sekundenschnelle in rasende Eifersucht. Denn die Großzügigkeit hat ihr Ende, sobald das eigene Herz in Gefahr gerät. Liebe hat leider allzu oft auch mit Besitz zu tun. Dass diese Wahrheit keine ausschließlich bittere ist, dafür sorgt ein brillanter Schlagabtausch. Diese Farce über das Eheleben schickt zwei Charaktere auf die Suche nach dem Kern ihrer zweisamen Beziehung, auf die Jagd nach Glaubhaftigkeit, Vertrauen, Respekt und Liebe. Und garantiert ist: Treuefetischisten bekommen hier genauso ihr Fett weg wie die Befürworter offener Beziehungsmodelle.

„Offene Zweierbeziehung“, 1983 in Italien uraufgeführt, zielt direkt und ohne Umschweife auf den scheinbar nur schwer behebbaren Dauerclinch seit Erfindung der Menschheit: Das vermeintliche Missverhältnis zwischen Mann und Frau. Das Stück begibt sich lustvoll in die Abgründe moderner Beziehungsdramatik, die immer auch eine Gratwanderung ist zwischen Aufbruch und Scheitern, Lieben und Leiden. „Offene Zweierbeziehung“ hat auch nach einem Vierteljahrhundert nichts an bissig-ironischer Aktualität verloren.

Der Nobelpreisträger Dario Fo und seine Frau Franca Rame gehen in ihrer Farce das Thema an, indem sie den Spieß der traditionellen Machtverhältnisse einfach umdrehen: Antonia leidet so lange an den Vorstellungen ihres Gatten über eine „offene Zweierbeziehung“, die dem Herrn alle Freiheit lässt und der Gattin die Rolle der treuen, fleißigen Hausfrau im Hintergrund zuweist, bis Antonia sich ebenfalls einen Liebhaber anlacht. Dario Fo pflegt einen an die Tradition der Commedia dell’Arte angelehnten volkstümlichen Stil, Franca Rame kommt aus der Tradition des Volksschauspiels. Beide zusammen stehen für ein fröhliches, anarchisches, aufgeklärtes Theater. (Quelle: www.kleinestheater-kammerspiele-landshut.de)

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Dario Fo + Franco Rame

Nun ja … und hier dieses hochexplosive Hörspiel … ein Zuckerschlecken ist das nicht, was in dieser großartigen Produktion da erwartet.

Da zerfleischt sich ein Ehepaar … mehr als einmal mehr als lautstark …

Und dann wollte ich doch mehr über die Akteure dieses Hörspiels wissen:

Angelika Waller (* 26. Oktober 1944 in Bärwalde) ist eine deutsche Schauspielerin.

Von 1963 bis 1966 wurde sie im Nachwuchsstudio des Deutschen Fernsehfunks zur Schauspielerin ausgebildet.

Ihr Filmdebüt ist zugleich ihre berühmteste Rolle, die der Öffentlichkeit erst 1989 zugänglich gemacht wurde. Der 1965 gedrehte Film Das Kaninchen bin ich von Kurt Maetzig kam in der DDR auf den Index. Mit ihrer zweiten Kinorolle in Schwarze Panther Angelika Wallerwurde sie ein Publikumsliebling. In dem russischen Epos Befreiung spielte Angelika Waller 1969 die Eva Braun. Eine äußerst populäre Rolle war 1973 die Titelheldin im TV-Film Rotfuchs. Große Beachtung fand sie auch im Fernseh-Mehrteiler Johann Sebastian Bach.

Seit den 1970er-Jahren war sie zunächst Dozentin, später Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Außerdem arbeitete sie als Regisseurin und inszenierte in Berlin am Berliner Arbeiter-Theater. Seit 2010 arbeitet sie außerdem regelmäßig als Gastdozentin am Thomas-Bernhard-Institut für Schauspiel und Regie am Mozarteum in Salzburg.

Daneben lieh sie als Synchronsprecherin ihre Stimme u. a. Geneviève Bujold (Antonius und Cleopatra) und Linda Purl (Die letzten Tage von Pompeji).

1978 erhielt sie den Kunstpreis der DDR.

Ihre Tochter Susann Thiede (geboren 1963) ist ebenfalls als Schauspielerin tätig.

Klaus Manchen (eigentlich: Klaus-Joachim Manchen; * 1. Dezember 1936 in Breslau) ist ein deutscher Film- und Theaterschauspieler.

Seine Schauspielausbildung absolvierte Klaus Manchen an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, der heutigen Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Im Anschluss daran arbeitete er von 1964 bis 1965 an der Vereinigung von Volksbühne und Maxim-Gorki-Theater. Nach Auflösung des Zusammenschlusses entschied er sich für das Maxim-Gorki-Theater und war dort von 1965 bis 2002 festes Ensemblemitglied.

Nebenbei nahm er Film- und Fernsehaufgaben für das Fernsehen der DDR und die DEFA wahr, u. a. in Konrad Wolfs Ich war neunzehn, in Lotte in Weimar oder im DEFA-Indianerfilm Der Scout, in dem er als Sergeant Anderson den Gegenspieler des von Gojko Mitić verkörperten Indianerhäuptlings „Weiße Feder“ spielte.

Seit 2002 arbeitet er als freischaffender Schauspieler für Film- und Fernsehproduktionen.

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Ja … und dann noch der Regisseur:

Karlheinz Liefers (* 6. August 1941 in Döbeln, Sachsen; † 21. Januar 2006 in Berlin) war ein deutscher Regisseur.

Karlheinz Liefers stammte aus einer Theaterfamilie. Sein Vater war der Schauspieler Heinz Liefers. Er begann seine Laufbahn als Schauspieler. Er war Regieassistent an der Berliner Volksbühne u. a. bei Benno Besson, Matthias Langhoff und Manfred Karge. Später war er als Regisseur an verschiedenen Theatern tätig, u. a. in Tübingen, Dresden, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Schleswig. Von 1996 bis 2000 war er Schauspieldirektor am Thüringer Landestheater in Rudolstadt.

Bekannt wurde Liefers vor allem durch seine mit Auszeichnungen gewürdigten Hörspielinszenierungen, die er von 1984 bis zu seinem Tod 2006 intensiv betrieb.Neben seinen Hörspielen war Liefers auch weiterhin für das Theater als Regisseur tätig. An den Uckermärkischen Bühnen Schwedt inszenierte er Hexenjagd (2002), Ladies Night (2003) und für die Freilichtbühne Ritter Runkels große Stunde (2004).

Liefers Hörspielinszenierung des Volker-Braun-Stücks Iphigenie in Freiheit wurde im September 1991 zum Hörspiel des Monats gewählt und von der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet. Zwei Mal wurde er mit dem Deutschen Kinderhörspielpreis geehrt.

Er ist der Vater des Schauspielers und Musikers Jan Josef Liefers sowie der Stiefvater des Schauspielers Martin Brambach. Karlheinz Liefers starb 2006 im Alter von 64 Jahren. Er wurde auf dem Karlshorster und Neuen Friedrichsfelder Friedhof in Berlin-Karlshorst beigesetzt. (Quelle: wikipedia)

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Bub … ein Hörspiel, das nichts für zarte Gemüter ist, im Gegenteil … das ist wahrlich starker Tobak … und das führt zu einem ganz großen Kompliment für die Akteure … für mich ein Höhepunkt des deutschen Hörspiels.

Na ja, und dann führte mich dieses Hörspiel auch auf meine eigenen Spuren und ich erinnere mich schmunzelnd an manch´ Narretei meines Lebens .. auch in diesem Bereich. Wobei ich all jene diesbezüglich  dramatischen Momente meines Lebens denke, ist mir natürlich auch klar …  wie illusionär so manche Überlegungen der 68er Jahre waren … und welche Verletzungen daraus entstanden sind.

OffeneZweierbeziehung

Besetzung:
Klaus Manchen (Mann)
Martin Seifert (Professor)
Angelika Waller (Frau)

Bearbeitung: Gabriele Bigott

Regie: Karlheinz Liefers

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Diverse Buchausgaben des Theaterstücks (alle erschienen im Rotbuch Verlag, Berlin)

Titel:
01. Offene Zweierbeziehung 43.10

OffeneZweierbeziehung2

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Pete York – Presents Superdrumming – Vol. 1 (1987)

FrontCover1Und schon wieder so ein britischer Musiker, der hier in diesem blog präsentiert wird … hat aber auch seinen guten Grund, denn die Basis für dieses Doppel-Album wr eine gleichnamige TV-Show in der ARD:

Super Drumming war eine deutsche Fernsehserie der ARD, in der Live-Musik in einer besonderen Kulisse ohne Publikum präsentiert wurde. Im Mittelpunkt stand dabei das Schlagzeug und die Percussions. Präsentiert wurde die Serie in drei Staffeln von Pete York, der auch als Moderator fungierte.

Stilistisch wurde zwischen Rock, Jazz, Fusion, Weltmusik oder Musical gewechselt, viele Musikstücke wurden gecovert oder neu arrangiert, wenige Stücke wurden eigens für die Sendung komponiert. Pro Folge gab es oft ein kurzes Interview mit einem der beteiligten Schlagzeugern.

Der Titelsong war eine Version von George Gershwins I Got Rhythm im Jazzrock-Stil.

Die Erstausstrahlung der ersten Staffel war vom 8. bis 20. Februar 1987 im Ersten Deutschen Fernsehen zu sehen. Sie wurde in einer ehemaligen Pfarrkirche in Staig, Ulm aufgenommen. (Quelle wikipedia)

Und diese TV-Serie (Regie: Michael Maschke) hat bei so manchen (wie mir) einen verdammt tiefen Eindruck hinterlassen … wo konnte man schon vor einer stimmungsvollen Kulisse Musikern der Spitzenklasse bei ihrem Handwerk zusehen … Und so gibt es etliche, ganz liebevolle Erinnerungen wie diese hier z.B.:

Was war das für ein Fest. Mitte der 80er begann ich Schlagzeug zu spielen. Kurz darauf startete in der ARD diese Serie mit dem mir damals noch unbekannten Pete York. Und er hatte alle meine Drum-Heroes von damals dabei (Ian Paice, Cozy Powell, Simon Phillips). Gottseidank hatte mein Vater damals gerade frisch der Familie einen Videorekorder gespendet, also wurden natürlich alle Folgen der ersten Staffel aufgezeichnet. Das VHS-Band habe ich noch, nur leider total verrauscht.

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Aber es gibt ja inzwischen die DVD-Version, wenn auch stark gekürzt. Ich glaube kaum, dass diese Serie jemals wiederholt wird, leider nicht Massenkompatibel. Auf die Frage, ob es vielleicht mal eine Neuauflage der Serie geben könnte antwortete Pete York 2002 auf einer Drum-Clinic in Köln sinngemäß: „Um so ein Konzept heutzutage einem Fernsehsender schmackhaft zu machen, müsste man sechs Drummer zusammen mit Verona Feldbusch in einen Container sperren.“ Ich glaube er hat leider Recht, Schade! (Florian; Quelle: www.fernsehserien.de)

Und in der Tat: Die erse Staffel (hier eben als Doppel-Album) war ein wunderbarer Auftakt … und wenn man sich die Besetzungsliste ansieht, der kann eigentlich nur mit der Zunge schnalzen … die Gäste, die Pete York aufgrund seiner vielfältigen Kontakte eingeladen hat … das war schon ne feine Auswahl:

Den Wolfgang Schmid kennt man als Bassisten der legendären Klaus Doldinger´s Passport Formation der frühen Jahre … Brian Auger … mein Gott …. Nippy Noya … Cozy Powell … Ian Paice, Simon Phillips, Gerry Brown … und dann noch die Jazz-Schlagzeuglegende Louie Bellson … u.a. zu hören bei dem großartigen „Skin Deep“.

Bedingt durch die Tatsache, dass Wolfgang Schmid doch sehr viele der Kompositionen beigestuert hat … ist dieses Album stark Fusion Jazz lastig … nichts gegen Wolfgang Schmid … aber hier entstand dadurch eine gewisse Einseitigkeit.

Aufgehoben wurden sie dann durch die Beiträge von Nippy Noye („Collapso, Calypso“) und Cozy Powell steuerten insbesondere mit seinem Single-Hit aus dem Jahr 1972 „Dance With The Devil“ (da wird dann ganz schön gerockt …) ein wenig Abwechslung bei.

Von daher … ein wunderbarer Einstieg in die Welt von Superdrumming … aber in den folgenden Staffeln legte Pete York noch ne Schippe drauf … und dann wird´s endgültig genial-gigantisch …

Pete York

Pete York

Ja, ja … ich hör´ schon auf mit meinen Schwärmereien …

Es gab dann später auch ne CD von diesen Aufnahmen … allerdings enthielt diese nur 13 statt der eigentlich 21 Stücken …. von daher präsentiere ich hier die Vinyl-Fassung

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Besetzung:

Superdrumming Band:
Brian Auger (keyboards)
Wolfgang Schmid (bass)
Gert Wilden Jr. (keyboards)
Peter Wölpl (guitar)
Pete York (drums, percussion)
+
Gerry Brown (drums bei 04., 09., 14., 18.)
Louie Bellson (drums bei 02., 05.,11. , 21.)
Nippy Noya (percussion bei 03., 15.)
Ian Paice (drums bei 10., 12.)
Cozy Powell (drums bei 13. + 20.)
Simon Phillips (drums bei 02., 07.)

BookletA

Titel:
01. I Got Rhytm (The Last Round Up) (Gershwin) 1.14
02. Laid Back Heart Attack Tango (Schmid-Grandy) 8.04
03. Body Moves (Schmid-Grandy) 5.45
04. Disco Dance Foe Daft Dodgers (Schmid-Grandy) 3.27
05. The Hawk Talks (Bellson) 4.35
06. Killer (Moore) 4.21
07. Don’t Step In It (Schmid-Grandy) 3.31
08. Collapso, Calypso (Schmid-Grandy) 4.36
09. Can You Dig It (Schmid-Grandy) 2.54
10. Ian’s Shuffle (Schmid-Grandy) 4.01
11. Caravan (Ellington/Tizol) 4.25
12. Threezenuff (Schmid-Grandy) 2.28
13. Pots And Pans (Schmid-Grandy)
14. Life On The Road (Schmid-Grandy)
15. Ritual Magic (Schmid-Grandy) 3.22
16. Beating The Bronze (Schmid-Grandy) 4.28
17. Calypso X (Wilden jr.) 4.20
18. Locked In (Schmid-Grandy) 1.44
19. Programme Changes (Schmid-Grandy) 2.22
20. Dance With The Devil (Hayes) 3.06
21. Skin Deep (Bellson) 13.39

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MC
Und hier kann man es sehen  … wie das damals ausgeschaut hat:

Die Berliner S-Bahn – Fahrgeräusche – Fkten – Fotos (1986)

FrontCover1Also … Sachen gibt´s, die gibt´s gar nicht oder …

Oder: hier ein weiterer Beitrag aus der allseits beliebten Rubrik Skurrilitäten aus ganz Deutschland.

Hier geht´s um die Berliner S-Bahn und die Geschichte der Berliner S-Bahn hat es tatsächlich in sich:

Die Geschichte der Berliner S-Bahn beschreibt einen langen Prozess, durch den ein innerstädtisches, elektrisch betriebenes Nahverkehrssystem in Berlin geschaffen wurde. Die Inbetriebnahme der ersten Strecke erfolgte im Jahr 1924, nachdem die wesentlichen Voraussetzungen mit der Einführung eines Nahverkehrstarifs und die Trennung von Nah- und Fernverkehr auf der Schiene schon 1891, also mehr als 30 Jahre vorher geschaffen worden waren.

Erste elektrische Versuchsbetriebe fanden ab 1903 statt. 1924 ging die erste mit seitlicher, von unten bestrichener Stromschiene und 750 Volt Gleichspannung elektrifizierte Eisenbahnstrecke vom Stettiner Vorortbahnhof (heute: Nordbahnhof) nach Bernau in den Regelbetrieb.

Bahnhof Savignyplatz1900

Von einer T-2-Lok geführter Zug in Richtung Grunewald am Bahnhof Savignyplatz (Charlottenburg) der Berliner Stadtbahn, um 1900

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das S-Bahn-Netz schnell von Kriegsschäden befreit. Ende 1947 war bis auf wenige Ausnahmen das gesamte Netz wieder befahrbar. Der Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 führte zum größten Einschnitt in den Betrieb und das Netz der S-Bahn. Während das Netz in Ost-Berlin weiter ausgebaut wurde, sanken die Fahrgastzahlen in West-Berlin aufgrund von Boykotten, wodurch der Betrieb von der die S-Bahn verwaltenden Deutschen Reichsbahn weiter vernachlässigt und 1980 nach einem Streik der Angestellten schließlich auf etwa der Hälfte der Streckenlänge eingestellt wurde. 1984 übernahm die West-Berliner Verkehrsgesellschaft den Betrieb im Westteil und begann dessen Sanierung und wieder den vollständigen Betrieb. Nach dem Fall der Mauer 1989 kam es zur Zusammenführung der beiden getrennten S-Bahnnetze. (Quelle: wikipedia)

Triebwagen des S&H-Versuchsbetriebes

Triebwagen des S&H-Versuchsbetriebes
Bln Potsdamer Bf – Zehlendorf

Und hier hört man nun überwiegend die Fahr- und Bremsgeräusche von diversen S-Bahn Typen auf diversen S-Bahn Strecken in Westberlin … Das muss man auch mal mögen … gelegentlich kommt man sich vor, als wäre man auf einem psychedelischem Trip …

Unterbrochen werden die Sounds durch etliche Wortbeiträge, die mit einer schier unglaublichen Akribie Wissenswertes über die Geschichte, aber auch die Technik der S-Bahn Berlin in einem angenehmen Tonfall erläutern.

So schräg sich das auch alles anhört und wohl auch ist … einige Dinge ginen mir dann schon durch den Kopf …

Zum einen die damals noch bestehende Teilung der Stadt (die immer wieder bei den erläuternden Texten mit anklingt. Zum anderen die Bdeutung solcher Verkehrsmittel als Teil der damaligen und heutigen Mobilität in Groß- und Millionenstädten wie Berlin.

Na ja … und dann stieg mir der Blues ins Herz … Wieviele unzählige alte Bluessongs erzählen von dem Rhythmus der Bahn (Railway), erzählen von den Bahnhof (Station) und erzählen auch davon, wie die Bahn eben für Fortbewegung unverzichtbar war.

Die Bahn als Symbol für Fortbewegung … vielleicht daher auch ein Symbol für persönlich empfundene Freiheit und Weiterentwicklung …

Tickets

S-Bahn Tickets (Ost/West)

Besetzung:
Detlef Wittgen (Sprecher)

Tonaufnahmen: Michael Passenheim

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Titel:
01. S-Bahnfahrt vom Bhf. Frohnau zum Bhf. Papestraße 29.20
02. S-Bahnfahrt vom Bhf. Papestraße zum Endbahnhof Lichtenrade 11.29
03. S-Bahnfahrt vom Bhf. Westkreuz zum Bhf. Nikolassee mit technischen Erklärungen 13.18
04. S-Bahnfahrt vom Bhf. Tegel auf dem Weg zum Bhf. Schönholz 5.09

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TV

 

Helga Hahnemann – Helga – dicke da (1986)

FrontCover1Keine Frage: die Helga Hahnemann war in der DDR nicht nur ein Unikum, sondern ein Unikum der ganz erfolgreichen Sorte:

Helga Hahnemann, auch Henne und Big Helga genannt (* 8. September 1937 in Berlin; † 20. November 1991 ebenda), war eine deutsche Entertainerin, Kabarettistin, Sängerin und Schauspielerin.

 

Von 1956 bis 1959 besuchte Helga Hahnemann die Schauspielschule in Berlin-Niederschöneweide. 1959 debütierte sie an der Leipziger Pfeffermühle, ab 1961 war sie in Berlin unter anderem beim Deutschen Fernsehfunk tätig. Für ihren Auftritt in über 30 Folgen der Serie Tele-BZ erhielt sie den Kunstpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds der DDR.

Ab 1969 gehörte sie fest dem Ensemble des Deutschen Fernsehfunks an. Ende der 1970er AutogrammkarteJahre entwickelte sie sich mit der ihr eigenen „Berliner Schnauze“ zu einer der beliebtesten Entertainerinnen der DDR. Im Berliner Rundfunk moderierte sie ab Ende der 1970er Jahre die Sendung Helgas Top(p)-Musike, wovon auch drei Fernsehshows produziert wurden. Als Sängerin feierte sie Erfolge mit Schlagern wie Wo ist mein Jeld bloß geblieben, Jetzt kommt dein Süßer, U-Bahn-Beat, 100 mal Berlin, Clärchens Ballhaus (mit Hartmut Schulze-Gerlach) und Een kleenet Menschenkind. Die meisten Titel wurden von Angela Gentzmer als Texterin und Arndt Bause als Komponist geschrieben.

Beliebt war Hahnemann auch durch ihre Moderationen der Sendung Ein Kessel Buntes sowie ihre zahlreichen Sketche, etwa mit Alfred Müller, Herbert Köfer, Dagmar Gelbke, Ingeborg Naß. In der Rolle der Erna Mischke war sie zusammen mit Rolf Herricht, Gerd E. Schäfer, Margot Ebert, Traute Sense und Heinz Behrens regelmäßig in der TV-Lustspiel-Reihe Maxe Baumann zu sehen. Mit Ingeborg Naß leitete sie ein Arbeiterkabarett in Berlin. Außerdem betätigte sie sich als Synchronsprecherin. Unter anderem lieh sie in drei Olsenbanden-Filmen der weiblichen Hauptfigur Yvonne Jensen ihre Stimme.

Für Silvester 1991 war eine große Silvestershow mit ihr als Moderatorin geplant, die nicht mehr realisiert werden konnte. Am 20. November 1991 starb Helga Hahnemann in Berlin-Buch mit 54 Jahren an Lungenkrebs. Sie wurde in einem Familiengrab auf dem Friedhof Pankow VII in Berlin-Wilhelmsruh beigesetzt, das seit November 2010 Ehrengrab des Landes Berlin ist. Nach ihrem Tod erschienen mehrere Artikelserien und Bücher über sie.

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1982 wurde Hahnemann mit dem Kunstpreis der DDR und 1987 mit dem Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur III. Klasse ausgezeichnet. Der von der Zeitschrift SUPERillu sowie dem MDR und dem rbb jährlich vergebene Publikumspreis Goldene Henne ist ihr gewidmet. Das in den 2000er Jahren in ihrem langjährigen Wohnort Schöneiche errichtete Gemeindehaus, in dem unter anderem die Musikschule des Ortes untergebracht ist, wurde ihr zu Ehren Helga-Hahnemann-Haus genannt. Ein Fußweg in Berlin-Mitte trägt ihren Namen. Eine posthume Biografie wurde bislang in sechs Auflagen veröffentlicht. Im September 2010 wurde ihr ein Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin gewidmet. (Quelle: wikipedia)

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Alfred Bause (Komponist) + Angela Getzmer (Texterin)

Ergänzt werden soll, dass sie nach der Wende nicht mehr so recht Fuß fassen konnte … aber sie hatte ja auch nicht mehr viel Zeit.

Hier ihr zweites Solo-Album und das ist schon ganz schön pfiffig eingerichtet worden.

Im Plauderton führt die Helga Hahnemann durch das Album … zelebriert es quasi als „biographisches Album“ …und mit dem charmanten „100 mal Berlin“ geht´s los  und es folgen diverse Stimmungs- und Schunkellied … aber da gibt es auch ein paar nachdenkliche Lieder, die aufhorchen lassen („Dit is lange her“, „Leben“, „Ne Frau zu sein“

Aus „westlicher“ Sicht war die Hahnemann so ne Mischung aus Helga von Sinnen und Joy Fleming … stimmlich gibt es daher auch so ein paar Leckerbissen.

Ja und dann bin ich bei meinen Nachforschungen auch auf die lesbische Seite der Helga Hahnemann gestoßen … und darüber wurde zu ihren Lebzeiten nie geredet und dann ragt man sich schon, wie das zusammengeht … Mehr als einmal über die „flotten Jungs“ zu singen und dabei eigentlich eine ganz andere sexuelle Orientierung zu haben.

Damit komm´ ich schlecht klar … aber genauso klar ist es wohl auch, dass es damals wohl auch in der DDR nicht opportun war … über den eigenen Lebensentwurf zu sprechen … möglicherweise wäre dann der ganze großartige Erfolg futsch gewesen.

Und dann lande ich gedanklich bei der Frage, wie wohl die nachdenkliche, vielleicht auch traurige Seite der Helge Hahnemann ausgeschaut haben mag …

HelgaHahnemann02

Besetzung:
Helga Hahnemann (vocals)
+
Studio Band Arndt Bause
+
Streichergruppe Otto-Karl Beck (bei 01., 03., 05., 07. + 09.)
Bernd Kleinow (harmonica bei 02.)

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Titel:
01. 100 mal Berlin 5.23
02. Dit is lange her 4.34
03. Leben 3.34
04. Life is schwer 3.33
05. Glück 4.21
06. Wo is mein Jeld 3.57
07. Ne Frau zu sein 3.33
08. Man kann im Leb’n 3.04
09. Dicke International 8.40
unter Verwendung von:
09.1. Funiculi-Funicula
09.2 She Loves You
09.3. Milord
09.4. Gel‘ du magst mi

Musik: Arndt Bause
Texte: Angela Gentzmer

 

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Burkhard Glaetzner u.a. – Sechs Triosonaten (Jan Dismas Zelenka) (1986)

FrontCover1Da habe ich ja eine – wie mir scheint – wichtige musikalische Entdeckung machen dürfen …. Jedenfalls mir war der Komponist Jan Dismas Zelenka (* 16.10.1679 Launowitz – † 23.12.1745 Dresden)bis dato völlig unbekannt.
Ist ja auch eigentlich kein Wunder … er war ja auch lange in Vergessenheit geraten:

Der böhmische Komponist Jan Dismas Zelenka wurde am 16. Oktober 1679 in Launowitz geboren. Ersten Musikunterricht erhielt er von seinem Vater, seine weitere Ausbildung erfolgte am Jesuitenkolleg in Prag. Bis 1710 stand er in Diensten den Grafen Hartig, dann erhielt er eine Anstellung als Kontrabassist am Hof Augusts des Starken in Dresden. Zwischen 1716 und 1719 reiste er nach Wien, um bei Johann Joseph Fux Kontrapunkt zu studieren. Nach seiner Rückkehr nach Dresden wurde er 1721 Vizekapellmeister, für die Kapellmeisterstelle erhielt Johann Adolf Hasse den Vorzug. 1729 wurde er zum Kapellmeister der Kirchenmusik und 1735 Kirchencompositeur ernannt. Zelenka gilt als der bedeutendste tschechische Barockkomponist. Bedeutung hat er erlangt vor allem durch seine Messen (ca. 20, darunter die sechs Missae ultimae), durch Lamentationen, Responsorienvertonungen und die im neapolitanischen Stil gehaltenen Oratorien. Zelenka starb am 23. Dezember 1745 in Dresden. Sein Grab ist nicht mehr erhalten, eine Gedenkstele erinnert an ihn. (Quelle: klassik-heute.com)

Und der Bayerische Rundfunk schrieb dann noch folgendes:

Zelenka011729 stirbt Johann David Heinichen, der Hofkapellmeister in Dresden. Die Stelle bleibt zunächst unbesetzt. Kommissarisch übernimmt den Posten Jan Dismas Zelenka, der zu diesem Zeitpunkt bereits 50 war. Zurecht kann sich der Musiker Hoffnung auf die Nachfolge machen, schließlich leitet Zelenka seit einigen Jahren die Dresdner Hofkirchenmusik. Doch schließlich macht der 20 Jahre jüngere Opernkomponist Johann Adolf Hasse das Rennen. Zelenka wurde übergangen, ungeachtet seiner außergewöhnlichen musikalischen Leistungen.

„Ich finde, dass er generell zu kurz kommt, weil er ein fantastischer Komponist ist, sehr einfallsreich, sehr individuell, ein fantastischer Meister des Materials. Er war am sächsischen Hof in Dresden tätig, wo er im Schatten der Hofkomponisten stand. Erst war das Heinichen, später Hasse – allerdings, wenn ich die Kompositionen Zelenkas mit diesen beiden Komponisten vergleiche, steht Zelenka auf einem ganz anderen Level.“

(Peter Dijkstra, Künstlerischer Leiter des Chores des Bayerischen Rundfunks)

Jan Dismas Zelenka ist der Sohn eines Organisten und besucht die Jesuitenschule in Prag. Zunächst war er Kontrabassist der Dresdner Hofkapelle, erhält aber bald erste Kompositionsaufträge für die katholische Kirchenmusik. Zu seinen Lehrern gehört auch Johann Joseph Fux. Auffällig ist jedoch Zelenkas gänzliche Unabhängigkeit von Vorbildern. Er hat einen eigenen, hoch expressiven Stil, verbindet meisterhaft ausgeführte kontrapunktische Gefüge mit einem ausgeprägten Gespür für Dramaturgie und kombiniert virtuos hochmoderne Kompositionstechniken mit weiten Rückgriffen in die musikalische Vergangenheit. Seine Werke bis hin zu den herausragenden späten Messen sind von einer überwältigenden Intensität.

Zelenka stirbt 1745 in Dresden, ohne nennenswerte Beachtung erfahren zu haben. Johann Sebastian Bach besaß Abschriften von einigen seiner Werke, beide kannten und schätzten sich wohl auch. Erst im 20. Jahrhundert wird Zelenkas Musik wiederentdeckt. Nicht zuletzt der Komponist und Oboist Heinz Holliger gibt dem Zelenka-Revival seit den 1970ern Jahren kräftige Impulse. So nimmt Jan Dismas Zelenka wenigstens heute zunehmend seinen ihm gebührenden Platz ein, als einer der größten und eigenständigsten Komponisten der späteren Barockzeit. (Quelle: br-klassik.de)

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Und neben den Aufnahmen des Obisten Heinz Hollinger ist auch dieses Doppelalbum dazu angetan, auf ganz wundersame Weise die großartigen Werke des vergessenen Zelenka zu studieren.

G. Pätzig in Stereo 11 / 86 zu Nr. 1-6: »Platte des Monats. ..Die virtuos-noble Gestaltung der fast nur mit dem barocktypischen, geheimnisvollen ›zirkulierenden‹ Endlos-Atem zu bewältigenden Melodieströme und Figurenketten fordert zur Bewunderung heraus. Das stil- und geistvolle Phrasieren und rhetorische Akzentuieren beglückt regelrecht. ..Verkappte Konzerte in hervorragender Solistenbesetzung. Höchste Bewertungen für Interpretation und Klangtechnik.«

Na bitte … wenn das kein Anreiz ist … sich diesem unbekannten Komponisten, dann weiss ich es auch nicht. Na ja, zumindest für die Musikliebhaber, deren Ohren sich an virtuoser Barockmusik erfreuen können.

Der Bayerische Rundfunk schrieb dann auch mal „Auf Augenhöhe mit Bach“  … das finde ich übertrieben, aber mit dem Telemann kann er es durchaus aufnahmen. Welch´ musikalischer Reichtum !

Gedenktafel

Besetzung:
Walter Heinz Bernstein (cembalo)
Achim Beyer (violin)
Burkhard Glaetzner (oboe)
Ingo Goritzki (oboe)
Siegfried Pank (viola da Gamba)
Knut Sönstevold (bassoon)

Booklet1

Titel:

Triosonate F-Dur Zwv 181 Nr. 1:

01. Adagio ma non troppo 3.11
02. Allegro 4.45
03. Larghetto 3.41
04. Allegro assai

Triosonate G-Moll Zwv 181 Nr. 2 5.30:
05. Andante 5.01
06. Allegro 6.51
07. Andante 4.24
08. Allegro assai 5.51

Triosonate B-Dur Zwv Nr. 3 (Original für Violine, Oboe, Fagott und Basso Continuo):
09. Adagio 4.15
10. Allegro 4.20
11. Largo 3.23
12. Allegro – Tempo giusto 6.08

Triosonate G-Moll Zwv 181 Nr. 4:
13. Andante 3.10
14. Allegro 6.03
15. Adagio 3.50
16. Allegro ma non troppo 9.08

Sonate F-Dur Zwv 181 Nr. 5:
17. Allegro 6.59
18. Adagio 3.32
19. Allegro 6.21

Triosonate C-Moll Zwv 181 Nr. 6:
20. Andante 3.23
21. (Allegro) 4.34
22. Adagio 3.12
23. (Allegro) 5.17

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Rudi Zapf Volksmusik – A landlerische Musi (1986)

FrontCover1Vom Rudi Zapf war hier schon mal die Rede und zwar im Zusammenhang mit seiner ersten LP, die er damals noch als Mitglied des Ensembles „Guglhupf“ 1981 veröffentlicht hat.

Doch bald drängte es ihn wohl, als Solist aktiv zu werden … und wenn man seine eigene Kurzbiographie liest, kann man ahnen warum:

Rudi Zapf erhielt seine ersten Hackbrettschläge mit 6 Jahren. Seit seinem Musikstudium mit Hackbrett, Knopfakkordeon und Horn spielte er mit verschiedenen Musik- und Kabarettgruppen (Die Guglhupfa, Die Meiers, Bavario, Never Been There). Unzählige Auftritte in der Kleinkunst- und Kabarettszene sowie Konzerte in ganz Deutschland machten ihn bekannt. Er erhielt er den Förderpreis der Stadt München und den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Tourneen führten ihn auch nach Österreich und in die Schweiz, nach West- und Ostafrika, Süd- und Mittelamerika, Marokko, Tunesien, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Tschechien, Slowakei, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan, Indien und China. Rund 30 CD-Aufnahmen erschienen mit Weltmusik, Klassik, Kleinkunst und Kabarett. Von 1989 bis zum Jahr 2014 organisierte er auch das internationale Hackbrettfestival in München.

Und hier ein weiteres Beispiel seiner Spielfreude und da ist er ganz unverdächtig: Hier hören wir die boarische Volksmusik unverfälscht und authentisch … Und der Rudi Zapf wäre nicht der Rudi Zapf … wenn es ihn dann später nicht auch in andere Länder gezogen hätte .

Ein bayerischer Weltmusiker sozusagen … das lob ich mir !

 

Rudi Zapf

Rudi Zapf

 

Besetzung:
Seppi Althaus (accordeon)
Karl Edelmann (clarinet, bass)
Paul Elter (bass)
Hansi Förg (clarinet)
Uwe Grosser (guitar)
Gabi Reiserer (guitar)
Josef Zapf (clarinet)
Rudi Zapf (accordeon, harmonica)

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Titel:
01. Halbwalzer in G (Zapf) 2.20
02. Pointer Marsch (Edelmann) 2.55
03. Pfeifferl-Boarischer (Zapf) 2.15
04. Halbwalzer (Zapf) 2.19
05. Schluderer Polka (Edelmann) 2.25
06. Weinschütz-Landler in A (Weinschütz) 3.22
07. Jodler (Traditional) 1.07
08. Feilnbacher Halbwalzer (Traditional) 3.05
09. Weinschütz-Landler in G, D und A (Weinschütz) 4.27
10. Katharina Boarischer (Edelmann) 2.36
11. Supergau Polka (Zapf) 2.04
12. Halbwalzer in B (Edelmann)
13. Waahnsinniger Bayrischer (Zapf) 2.08
14. Josefi Marsch (Edelmann) 2.36
15. Landlerische Walzer (Zapf) 2.20

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AlternativesFrontCover

Alternatives Frontcover, 1996

 

Helge Cramer u.a. – WAAhnsinn – Der Wackersdorf-Film (1986)

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Am 26. April 1986 ereignet sich in Tschernobyl der GAU, dessen Folgen Wochen und Monate das tägliche Leben in Europa bestimmten.
Vor diesem Hintergrund bekam die öffentliche Diskussion um den geplanten Bau der atomaren Wiederaufbereitungsanlage – WAA – im oberfänkischen Wackersdorf eine neue Dimension. Der bis dahin eher lokale Widerstand gegen dieses Vorhaben wurde zu einem nationalen Thema und manifestierte sich am 26./27. Juli 1986 beim 5. Anti-Waahnsinns-Festival als eine Demonstration mit 120.000 Teilnehmern:

WAAhnsinn – Der Wackersdorf-Film ist ein deutscher Dokumentarfilm aus dem Jahr 1986. Die Musikdokumentation entstand im Rahmen des Anti-WAAhnsinns-Festival in Burglengenfeld. Sie wurde durch die gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf zusammenarbeitenden Oberpfälzer Bürgerinitiativen finanziert. Alle Beteiligten verzichteten auf Lohn und Honorare.
Der Film lief nach seiner Fertigstellung auf mehreren Filmfestivals. Er wurde auf der Alpinale als Bester sozialkritischer Film ausgezeichnet. Eine 1987 durch Helge Cramer geschaffene, deutlich umfangreichere Video-Rekonstruktion des Gesamtmaterials wurde unter dem Titel Waahnrock ebenfalls auf mehreren Festivals gezeigt.

Der Film berichtet über das fünfte Anti-WAAhnsinns-Festival, das am 26. und 27. Juli 1986, nur 90 Tage nach der Katastrophe von Tschernobyl, in Burglengenfeld stattfand. Das Festival markierte den Höhepunkt der Bürgerproteste gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf. Mit rund 100.000 bis 120.000 Besuchern war es das bis dahin größte Rockkonzert der deutschen Geschichte.

Als Künstler wirkten unter anderen BAP, Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken, Rio Reiser, Herbert Grönemeyer, Haindling, Biermösl Blosn, Wolf Maahn und Die Toten Hosen mit. Der Film legt seinen Schwerpunkt auf die Auftritte der Musiker, zeichnet dabei aber auch das Umfeld nach, in dem die Veranstaltung stattfand.

Die Produktion war von Anfang an auf die Kooperation und das zeitlich parallele Schaffen der beteiligten Regisseure hin ausgelegt. Die Planung sah vor, dass der zu diesem Zeitpunkt im Umfeld des Rockpalast tätige Wagner die Aufzeichnung der Bühnenshow verantwortete, während der Journalist Heitkamp zunächst den Aufbau des Festivals dokumentierte und später die Ereignisse im Backstage-Bereich filmte. Cramer

Filmplakat

Filmplakat

dokumentierte den Großeinsatz der Polizei, fertigte das Material über die Protestierenden an und übernahm den Schnitt. Die Produktion wurde auf U-matic gedreht und geschnitten und später für die Kinos auf 35-mm-Film transferiert.(Quelle: wkipedia)

Der Spiegel schrieb damals Filmpremiere:
„Weihnachten ist auch für die Atomkraftgegner eine Zeit der Besinnung. „WAAhnsinn – Der Wackersdorf-Film“ fügt sich gut in diese Stimmung. In dieser Woche kommt die Dokumentation in die Kinos, die an das große Rockfestival erinnert, zu dem sich im vergangenen Juli mehr als 100000 Besucher in Burglengenfeld versammelt hatten.

Der Film (Regie Christian Wagner) zeigt Bilder von schikanösen Polizeikontrollen und solche, die seit Woodstock bekannt sind: Festivaliers im Schlafsackmorgendliches Zähneputzen im Zeltlager. Und auch die Musik glaubt man seit jenen fernen Tagen schon zu kennen. Prominente Vertreter der Richtung „deutscher Rock“, die manchem Popfreund ein Grausen ist, viele andere aber glücklich macht, sind dabei. Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken und „Bap“, Wolf Maahn und eine Endlos-Liste von Deutsch-Rockern spielen nun noch einmal im Kino auf. Alles vergeben, der Zweck heiligt die Mittel.“ (15. Dezember 1986)

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Und hier mal die Liste der Künstler/Akteure, die man in diesem Streifen zu sehen bekommt, und diese Liste ist wahrlich beeindruckend:

Wolfgang Ambros – Bap – Biermösl Blosn – Fritz Brause Band – Die Firma – Marian Gold – Chris McGregor – Herbert Grönemeyer – Anne Haigis – Haindling – Die Toten Hosen – Uli Hundt und der Wahnsinn – Frankfurter Kurorchester – Udo Lindenberg – Wolf Maahn und Unterstützung – Hedwig Mitteregger – Mo and the Gangsters of Love – Rio Reiser – Rodgau Monotones – Purple Schulz – Theatre du Pain und Hubertus Bensch – Eisi Gulp – Werner Kozwara – Freda Meissner-Blau – Helmut Ruge – Claudia Schenk – Pfarrer Andreas Schlagenhaufer – Günter Wallraff

Und eben fällt mir, dass ich ich in dieser Liste doch glatt noch den großartigen Kevin Coyne vergessen habe.

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Die Toten Hosen – noch ziemlich jung

Für die handwerkliche Qualität der Musikaufzeihnungen zeigte eben de Rockpalast Wagner und da weiß man schon was man hat.

Beeindruckend die Dokumentation rund um den Film … all diese gruseligen Bilder eines völlig überzogenen Verständnis von Staatsmacht – gewalt …

Daher mein Prädikat: Sehr empfehlenswert … eine zeitgeschichtliche Dokumentation von besonderer Güte !

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Rio Reiser + Campino

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