Des Geyers Schwarzer Haufen – Die erste (1986)

FrontCover11986 hämmerte ein gewisser Ritchie Blackmore noch auf seiner Fender Stratocaster herum, da machten sich zwei Männer auf, mittelalterliche musik aus deutschen Landen geradzu zu zelebrieren:

Des Geyers schwarzer Haufen ist eine deutsche Mittelalterband. Ihr Name verweist auf die Bauernkriege, in denen sich der Ritter Florian Geyer an die Spitze einer Gruppe aufständischer Bauern setzte.

Albrecht Schmidt-Reinthaler gründete die Gruppe 1983 als „Spielmann Albrecht“ zusammen mit Ulrich von Olnhausen. Seit einer Trennung 1999 war die neue Formation mit Martin Ernst als „Bruder Martin“ und Ralf Glenk als „Ralf der Saitengreifer“ in der Tradition der Spielleute unterwegs. Martin Ernst und Ralf Glenk wurden 2011 durch Andreas Berg (Blasinstrumente, Cembalo, Percussion) und Bernd Settgast (diverse Saiteninstrumente) ersetzt. Ihr Lied-Repertoire wird großen Teils auf zahlreichen nachgebauten historischen Instrumenten dargeboten.

Die ehemaligen Mitglieder Thomas Roth, Albert Dannenmann und Jost Pogrzeba spielten bis Juni 2014 zusammen mit Georg Hesse, Maik Walter und Elias Maier unter dem Namen Geyers mittelalterliche Musik mit Rockelementen. (Quelle: wikipedia)

Hier das Erstlingswerke dieser schrägen Typen und insbesondere die Instrumentierung macht so richtig vergnügen … Wir hören hier eine Mischung aus tatsächlich uralten Weisen und Texten sowie Neukompositionen.

Und weil mir diese mittelalterliche Musik ein wenig suspekt ist (ich erinnere mich da nur an den Mittelalter Hokus Pokus auf diversen Märkten: Einerseits bin auch ich ein wenig fasziniert, andererseits kommt s mir dann arg albern vor) sprchen mich die Instrumentalwerke im besonderer Weise an … Man höre sich da mal z.B. „St. Chartier“ ab …

Also reinhören lohnt sich allemal … und dann erinnert man sich auch, dass ein gewisser Ritchie Blackmore später mal mittelalterliche Musik für sich entdeckte, und dabei justament genau diese Gruppe besonders imponierte .. und da konnte es dann schon malpassieren, dass er plötzlich auf der Bühne dieser Gruppe auftauchte.

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Besetzung:
Thomas Roth (vocals, violin, drums, mandoline)
Albrecht Schmidt-Reinthaler (lute, mandoline, accordeon, horns, flute, hurdy-gurdy, vocals)
+
Albert Dannemann (bagpipe, hurdy-gurdy, whistle, bassoon)
Ute Ulshöfer (flute)

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Titel:
01. Bauernkrieg (Traditional) 3.29
02. Freier Bauersknecht (Traditional) 4.00
03. Armer Bauer (Traditional) 2.43
04. Bauernhimmel (Traditional) 3.03
05. St. Chartier (Schmidt-Reinthaler/Roth) 2.49
06. Wiegenlied für Deutschland (Vesely/Herwegh) 4.06
07. Landsknechte kommen (Traditional) 1.55
08. Unser liebe Fraue (Traditional) 3.44
09. Flandrischer Totentanz (Traditional) 3.12
10. Es ist alles eitel (Schmidt-Reinthaler/Gryphius) 4.40
11. Hotel Globus (Schmidt-Reinthaler) 2.10
12. Hans im Schnakenloch (Traditional) 1.58
13. Tod von Basel (Traditional) 3.41

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Stich, der Florian Geyer zeigen soll / Wappen der Familie Geyer nach Siebmachers Wappenbuch

 

 

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Udo Jürgens – Deinetwegen (1986)

FrontCover1In den 80er Jahren war der Udo Jürgens mit seinen Schallplattenaufnahmen nicht mehr so erfolgreich, aber die „Maschinerie Udo Jürgens“ lief weiterhin wie geschmiert … und seine Alben dienten meist dazu, eine weitere große Udo Jürgens Tournee anzukündigen, und die waren weiterhin mehr als gut besucht.

Hier also nun ein Album aus den 80er Jahren:

Mit dem Album „Deinetwegen“ setzte Udo seinen musikalischen Stil den er zu Beginn der 1980er eingefahren hat weiter erolgreich fort. Eingängige Songs (eine Mischung zwischen Pop-Rock-Orchester-Schlager) verbunden mit Swing und wunderbaren Balladen. Einzig der Opener „Narrenschiff“ mit seinem doch schrägem Intro will nicht so richtig zünden. Anspieltipps sind auf alle Fälle „Sperr mich nicht ein“, „Guten Morgen mein Liebes“ und „Unsichtbar“. Ach ja und der Swing-Song „Ladies and Gentleman“. Neben einer sprissigen Melodie ist hier Udo textlich On Top vom Superstar der immer sein Bestes gibt um oben zu bleiben. Als bekanntestes Lied ist hier „Jeder so wie er mag“ vertreten. Gute Laune Song mit Reaggie Einflüssen. Selbstverständlich hat auch Udo seine Balladen im Album mit eingestreut, davon wirklich positiv hervorzuheben ist der o.g. Song „Guten Morgen, mein Liebes“, welcher vom Sorgen des Alltags handelt.

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Mit „Ich will-ich kann, I can-I will“ ist Udo eine hervorragende Melodie gelungen, doch mit dem Deutsch Englischem wirkt der Song doch schon arg am Kitsch, getreu dem Motto Deutsche Lieder müssen sich international behaupten. Aber naja Unfälle können jedem Künstler passieren. Das Album im Ganzem ist aber rundherum gelungen und klingt auch nach beinahe 30 Jahren top. Udo R.I.P. Danke für all Deine Lieder und dieser CD. (Volker Nagel)

Der ganz große Wurf ist dieses Album nun nicht, aber der Text zu „Narrenschiff“ ist wirklich wieder mal ein Höhepunkt (siehe unten)

Weitere Lieder, die ich guten Gewissens empfehlen kann wären dann noch „Nach all‘ den Jahren„;

Gleich Segelschiffen, die die Anker lichten,
geh’n mir Erinnerungen durch den Sinn.
Und märchenhafte Weißt-du-noch-Geschichten
begleiten mein „Woher“ in mein „Wohin“:

Ich denk‘ an euch, ihr Freunde meiner Jugend,
an Eltern, Brüder, Nachbarn nebenan;
ich denke an die Not und an die Tugend,
die ich nicht voneinander trennen kann.

Ich denk‘ an Szenen, die im Gestern spielen,
an Liebe, die ich nur im Traum umwarb,
an Sehnsucht nach zu hoch gesteckten Zielen,
an Glück, das nicht in der Erfüllung starb.

Ich denk‘ an jeden Sturz ins Bodenlose,
an jeden Tiefenrausch im Höhenflug.
Ich atme noch den Duft von jeder Rose,
die je in meinem Herzen Wurzeln schlug.

Ich denk‘ an die, die anders weiterleben,
an meine Kinder, die erwachsen sind,
an Menschen, die auf meiner Strecke blieben –
nicht miterfaßt von meinem Rückenwind.

An alle, die mir unentbehrlich waren
und sind und bleiben – nach all den Jahren.

Ich denke an euch Musiker und Dichter
Heinz, Walter, Willy, Bob – wie ihr auch alle heißt,
an hunderttausend Publikumsgesichter
mit Liebe, die noch heut‘ mein Herz zerreißt.

Oh ja, auch an die Liebe muß ich denken,
die so manches Spielchen mit mir trieb,
ich ließ mich allzuleicht von ihr beschenken,
wobei ich sicher vieles schuldig blieb.

Stößt mancher Anruf auch auf taube Ohren,
haut auch ein Wiedersehen mit euch nicht hin,
aus meinen Augen hab‘ ich euch verloren –
doch ich verlor euch niemals aus dem Sinn.

Ich denk‘ an euch, ihr Freunde meines Lebens,
wo ihr auch seid, ihr seid ein Stück von mir.
Der Teufel nimmt es und die Götter geben’s.
Erinnerung beflügelt mein Klavier.

Ich denk‘ an Wunder, die sich heut erst offenbaren –
nach all den Jahren – nach all den Jahren.

Aber auch der Ttelsong „Deinetwegen“ lässt aufhorchen:

Meinetwegen – ich träume
ganz egal, was ihr denkt,
ich spiele weiter verrückt!

Wie ein Clown ohne Zirkus,
trotzdem ist mir bis heut‘
fast jedes Lachen geglückt!

Wer auf mich baut ist verlor’n,
wer mit mir tanzt ist nie allein
auf dem Seil ohne Halt.
Ich werd‘ nie wieder geboren,
bin nie der, den ihr meint.
Und vor allem – wer spinnt,
wird nie alt!
Ich hab‘ genau so wie du
meine Karte am Eingang bezahlt!

Meinetwegen – ich lebe.
Glaubt keinem Träumer wie mir,
der doch nur macht, was er will.

Ist es leeres Gerede?
Ist es Ernst oder Spiel?
Wer’s glaubt ist früher am Ziel!

Wer auf mich baut ist verlor’n…

Meinetwegen – ich falle,
das Orchester spielt auf.
Ich bin der letzte im Saal.

Es erklingt das Finale,

ich steh‘ auf und ich tanz‘
nur deinetwegen nochmal.

Ich werd‘ nie wieder geboren.
Ich bin nie der, den ihr meint.
Und vor allem – wer spinnt,
wird nie alt!
Ich hab‘ genau so wie du
meine Karte am Eingang bezahlt!

Wie gesagt, kein Album mit durchschlagender musikalischen Wucht … aber ein Album, dass wieder mal eine kleine Schar von hörenswerten Titeln enthält. Und, na ja … sein „Sperr mich nicht ein“ war wohl eine, seine kleine Hymne auf sein doch ziemlich ausschweifendes Leben …

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Besetzung:
Udo Jürgens (piano, vocals)
+
Orchester Pepe Lienhard:
Osvldo Aden (trumpet)
Francesco Castellani (trombone)
Tom Howard (trumpet)
Peter Lübke (drums)
Capo Mayer (bass)
Billy Prosper (percussion)
Don Randolph (trombone)
Steven R. Rentschler (trumpet)
Laszlo Spiro (guitar)
Kudjoe Todzo (percussion)
Georges Walther (keyboards)
+
Franz Bartzsch (keyboards)
Francis Colena (guitar)
Sonja Kimmons (vocals bei 07.)
Frank Ludecke (saxophone)
Eddie Taylor (saxophone)
+
background vocals:
Claudia Garden – Draga Hoffmann – Agnes Skolud – Angelika Henschen – Norman Ascot – Achim Götz – Frank Turba

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Titel:
01. Narrenschiff (Jürgens/Hofer) 4.30
02. Sperr mich nicht ein (Jürgens/Kunze) 4.31
03. Jeder so wie er mag (Jürgens/Kunze) 4.09
04. Guten Morgen, mein Liebes (Jürgens/Christen) 4.33
05. Stolze Verlierer (Jürgens/Kunze) 4.28
06. Ladies And Gentlemen (Jürgens/Lehmann) 3.36
07. Ich will – ich kann, I Can – I Will (Jürgens(Christen) 3.49
08. Radio (Jürgens/Kunze) 4.11
09. Weißt du noch (Sternstunden) (Jürgens/Kunze) 4.56
10. Nach all‘ den Jahren (Jürgens/Lehmann) 4.34
11. Unsichtbar (Jürgens/Kunze) 4.13
12. Deinetwegen (Jürgens/Christen) 4.14

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Fern am Horizont,
auf dem Meer der Zeit,
schwebt ein Schiff zu neuen Gestaden.
Nur mit Zuversicht
und mit Menschlichkeit
und mit Licht und Liebe beladen.

Und wenn die Nächte wie aus Glas sind
und die Silberwinde wehn,
kannst du die letzten Idealisten
in ihren bunten Kleidern seh’n.

Auf dem Narrenschiff

Es trägt den Dichter,
der die Worte weiß,
welche Herzen öffnen und Türen.
Und den Musiker,
der die Töne kennt,
die an’s Innerste in dir rühren.

Auf dem Narrenschiff…

Es trägt den Maler,
der die Hoffnung malt,
und die Seelen der Menschen und Bäume.
Und den Weisen,
der die Wege kennt,
in das Land aller Träume.

Auf dem Narrenschiff…

Und wir sogenannten Klugen
merken nicht die Ironie,
daß wir dümmer und verlass’ner
und viel ärmer sind als die.

Auf dem Narrenschiff…
Und bevor die Welt
noch an Hochmut stirbt
und die weißen Tauben fliehen,
möchte ich mit dir
zu den Narren geh’n,
um mit ihnen fortzuziehen!

Auf dem Narrenschiff…

MC

Session ´86 (Die Guggen) – Gaukler Bock (1986)

FrontCover1Also, ziemlich rätselhaft ist diese Single (45U/min), die im Gewand einer LP daher kommt.

Tasten wir uns also mal heran.

Auf der Frontseite des Covers ist z.B. zu lesen „Für Rhythmusbegeisterte“ und dann noch „Die Guggen aus der Schweiz spielen urig-schöne Guggenmusik“.

Aha … auf der Rückseite des Hülle erfährt man dann einiges Wissenswertes über die „Guggenmusik“.

„Sie wird in der Schweiz und in Süddeutschland auch „Guggemoseg“, „Guuggemusig“ (in der Zentralschweiz), „Guggamusik“ (in Vorarlberg), „Güggemüsig“ (im Kanton Wallis) oder „Chatzemusig“ genannt. Es handelt sich um eine stark rhythmisch unterlegte, auf ihre eigene, sehr spezifische Art „falsch“ bzw. „schräg“ gespielte Blasmusik. Die Musiker sind dabei oft verkleidet und teilweise maskiert.

Die Guggenmusik ist Bestandteil der schwäbisch-alemannischen Fasnacht, der Basler Fasnacht, Luzerner Fasnacht, Bärner Fasnacht, Winterthurer Fasnacht, Walliser Fasnacht, Solothurner Fasnacht und allgemein der Zentralschweizer Fasnacht.

Der Begriff leitet sich vermutlich her von „Gugge“, was im Alemannischen für Tüte steht. Im Schweizerdeutsch steht der Begriff „Gugge“ für alle Arten von Blechblasinstrumenten. Eine „Guggemusig“ bezeichnet somit eine Gruppe von Leuten, die zusammen musiziert, während sie einfache Masken – damals Tüten, welche in Basel und Umgebung ebenfalls Guggen heißen – trugen.“ (Quelle: wikipedia)

Hier ist allerdings von Blasmusik so gar nichts zu hören, sondern „lediglich“ perkussive Elemente werden zum Besten geboten, das aber in einer wirklich ansprechenden Manier. Wer also sich von diversen Schlaginstrumenten treiben lassen will, wird hier mehr als fündig … Mich hat´s begeistert.

Aber warum der Titel „Gaukler-Bock“ ? Nun diese Aufnahmen wurden von der traditionsreichen Münchner Brauerei „Spaten-Franziskaner-Bräu“ finanziert und wenn ich das Hüllentext richtig interpretieren hatte dann noch der Kunstmäzen Albrecht „Burschi“ Heiden (eigentlich ein Juwelier mit einem sehr traditionsreichem Juweliergeschäft in München). Dieser Heiden war aber auch so ne Art Party-Löwe und – glaubt man den Quellen, hat er auch das Münchner Gesellschaftsleben bis in die 80er Jahre prägend mitgestaltet. Und so kam es wohl, dass er irgendwie einen besonderen Faible für diese eidgenössischen Musiker entwickelt hat: Lud er sie doch zumindest viermal auf das Gauklerfest im Deutschen Theater ein.

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Quelle: Werner Ebnet – Sie haben in München gelebt. Biografien aus acht Jahrhunderten (2016)

Die Platte ist so rar, dass man im Internet eigentlich nichts darüber finden kann (sehr schade, dass man über den Werdegang dieser Musiker nicht mehr weiß) … aber sie gibt es wirklich … und von daher ganz sicher ein ganz besonderes Schmankerl.

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Besetzung:
Ralph Bachmann – Bruno Baltensperger – Lucia Baltensperger – Elisabeth Dobler – Bruno Gerber – Robert Grundbacher – Werner Hofmann – Guido Maurer – Roman Müller – Ruedi Peter – Eveline Regazzoni – Werner Schaufelberger – Markus Scheuner – Margit Schneeberger – Lisbeth Schudel – Jean Stähli – Rosmarie Stähli – Ueli Weber – Thomas Wiget – Pia Zani – Peter Zaugg

Verwendete Instrumente:
snare – bongos – octopanes – roto-toms – toms – pauken – becken – hi-hat – glocken – samba-pfeife – claps – quika – claves – maracas – cabasa – tambourine

Titel:
01.  Gaukler Bock (Teil1) 3.16
02. Gaukler Bock (Teil 2) 3.09
03. Gaukler Bock (Teil 3) 2.58
04. Gaukler Bock (Teil 4) 1.46
05. Gaukler Bock (Teil 5) 3.03

Komponiert von Session ´86 (Die Guggen)

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Die 68er und die Folgen (4): Karlheinz Liefers – Offene Zweierbeziehung (Dario Fo – Franca Rame) (Hörspiel) (1986)

FrontCover1Es mag ja ein wenig kühn sein, das Hörspiel des Nobelpreisträgers Dario Fo (* 1926) in meine kleine Reihe „Die 68er und die Folgen“ einzureihen, noch dazu, wenn es sich hier um ein Hörspiel des DDR Rundfunks handelt.

Aber natürlich haben die 68er auch die bürgerliche Moral wie z.B. die Monogamie themaisiert und in Frage gestellt. („Wer einmal mit derselben pennt, gehört zum Establishment“ … ja, ja)

Und von daher passt dieses Hörbuch durchaus in diese kleine Reihe:

Wie durch ein Brennglas gesehen entfaltet sich in dieser abgründigen Komödie das exemplarische Scheitern einer Beziehung – lustvoll, pointiert und spannungsgeladen.

Es geht um Antonia und ihren Mann, die in einer offenen Zweierbeziehung leben. Genau genommen lebt aber nur er in einer offenen Zweierbeziehung. Antonia erleidet sie. Nachdem es ihr selbst mit wiederholten Selbstmorddrohungen nicht gelingt, ihren Gatten vom Fremdgehen abzuhalten, erweist sie sich als äußerst lernfähig: Eigene Wohnung, eigener Job, eigener Liebhaber. Antonia findet Gefallen an der offenen Zweierbeziehung und dreht den Spieß um: Nun – wer hätte es gedacht – leidet ihr Mann.

In dieser rasanten Inszenierung jagt eine Pointe die nächste, wobei Verletzungen des anderen genussvoll in Kauf genommen werden.

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Dario Fo + Franco Rame

Vermeintliche Toleranz kippt in Sekundenschnelle in rasende Eifersucht. Denn die Großzügigkeit hat ihr Ende, sobald das eigene Herz in Gefahr gerät. Liebe hat leider allzu oft auch mit Besitz zu tun. Dass diese Wahrheit keine ausschließlich bittere ist, dafür sorgt ein brillanter Schlagabtausch. Diese Farce über das Eheleben schickt zwei Charaktere auf die Suche nach dem Kern ihrer zweisamen Beziehung, auf die Jagd nach Glaubhaftigkeit, Vertrauen, Respekt und Liebe. Und garantiert ist: Treuefetischisten bekommen hier genauso ihr Fett weg wie die Befürworter offener Beziehungsmodelle.

„Offene Zweierbeziehung“, 1983 in Italien uraufgeführt, zielt direkt und ohne Umschweife auf den scheinbar nur schwer behebbaren Dauerclinch seit Erfindung der Menschheit: Das vermeintliche Missverhältnis zwischen Mann und Frau. Das Stück begibt sich lustvoll in die Abgründe moderner Beziehungsdramatik, die immer auch eine Gratwanderung ist zwischen Aufbruch und Scheitern, Lieben und Leiden. „Offene Zweierbeziehung“ hat auch nach einem Vierteljahrhundert nichts an bissig-ironischer Aktualität verloren.

Der Nobelpreisträger Dario Fo und seine Frau Franca Rame gehen in ihrer Farce das Thema an, indem sie den Spieß der traditionellen Machtverhältnisse einfach umdrehen: Antonia leidet so lange an den Vorstellungen ihres Gatten über eine „offene Zweierbeziehung“, die dem Herrn alle Freiheit lässt und der Gattin die Rolle der treuen, fleißigen Hausfrau im Hintergrund zuweist, bis Antonia sich ebenfalls einen Liebhaber anlacht. Dario Fo pflegt einen an die Tradition der Commedia dell’Arte angelehnten volkstümlichen Stil, Franca Rame kommt aus der Tradition des Volksschauspiels. Beide zusammen stehen für ein fröhliches, anarchisches, aufgeklärtes Theater. (Quelle: www.kleinestheater-kammerspiele-landshut.de)

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Dario Fo + Franco Rame

Nun ja … und hier dieses hochexplosive Hörspiel … ein Zuckerschlecken ist das nicht, was in dieser großartigen Produktion da erwartet.

Da zerfleischt sich ein Ehepaar … mehr als einmal mehr als lautstark …

Und dann wollte ich doch mehr über die Akteure dieses Hörspiels wissen:

Angelika Waller (* 26. Oktober 1944 in Bärwalde) ist eine deutsche Schauspielerin.

Von 1963 bis 1966 wurde sie im Nachwuchsstudio des Deutschen Fernsehfunks zur Schauspielerin ausgebildet.

Ihr Filmdebüt ist zugleich ihre berühmteste Rolle, die der Öffentlichkeit erst 1989 zugänglich gemacht wurde. Der 1965 gedrehte Film Das Kaninchen bin ich von Kurt Maetzig kam in der DDR auf den Index. Mit ihrer zweiten Kinorolle in Schwarze Panther Angelika Wallerwurde sie ein Publikumsliebling. In dem russischen Epos Befreiung spielte Angelika Waller 1969 die Eva Braun. Eine äußerst populäre Rolle war 1973 die Titelheldin im TV-Film Rotfuchs. Große Beachtung fand sie auch im Fernseh-Mehrteiler Johann Sebastian Bach.

Seit den 1970er-Jahren war sie zunächst Dozentin, später Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Außerdem arbeitete sie als Regisseurin und inszenierte in Berlin am Berliner Arbeiter-Theater. Seit 2010 arbeitet sie außerdem regelmäßig als Gastdozentin am Thomas-Bernhard-Institut für Schauspiel und Regie am Mozarteum in Salzburg.

Daneben lieh sie als Synchronsprecherin ihre Stimme u. a. Geneviève Bujold (Antonius und Cleopatra) und Linda Purl (Die letzten Tage von Pompeji).

1978 erhielt sie den Kunstpreis der DDR.

Ihre Tochter Susann Thiede (geboren 1963) ist ebenfalls als Schauspielerin tätig.

Klaus Manchen (eigentlich: Klaus-Joachim Manchen; * 1. Dezember 1936 in Breslau) ist ein deutscher Film- und Theaterschauspieler.

Seine Schauspielausbildung absolvierte Klaus Manchen an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, der heutigen Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Im Anschluss daran arbeitete er von 1964 bis 1965 an der Vereinigung von Volksbühne und Maxim-Gorki-Theater. Nach Auflösung des Zusammenschlusses entschied er sich für das Maxim-Gorki-Theater und war dort von 1965 bis 2002 festes Ensemblemitglied.

Nebenbei nahm er Film- und Fernsehaufgaben für das Fernsehen der DDR und die DEFA wahr, u. a. in Konrad Wolfs Ich war neunzehn, in Lotte in Weimar oder im DEFA-Indianerfilm Der Scout, in dem er als Sergeant Anderson den Gegenspieler des von Gojko Mitić verkörperten Indianerhäuptlings „Weiße Feder“ spielte.

Seit 2002 arbeitet er als freischaffender Schauspieler für Film- und Fernsehproduktionen.

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Ja … und dann noch der Regisseur:

Karlheinz Liefers (* 6. August 1941 in Döbeln, Sachsen; † 21. Januar 2006 in Berlin) war ein deutscher Regisseur.

Karlheinz Liefers stammte aus einer Theaterfamilie. Sein Vater war der Schauspieler Heinz Liefers. Er begann seine Laufbahn als Schauspieler. Er war Regieassistent an der Berliner Volksbühne u. a. bei Benno Besson, Matthias Langhoff und Manfred Karge. Später war er als Regisseur an verschiedenen Theatern tätig, u. a. in Tübingen, Dresden, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Schleswig. Von 1996 bis 2000 war er Schauspieldirektor am Thüringer Landestheater in Rudolstadt.

Bekannt wurde Liefers vor allem durch seine mit Auszeichnungen gewürdigten Hörspielinszenierungen, die er von 1984 bis zu seinem Tod 2006 intensiv betrieb.Neben seinen Hörspielen war Liefers auch weiterhin für das Theater als Regisseur tätig. An den Uckermärkischen Bühnen Schwedt inszenierte er Hexenjagd (2002), Ladies Night (2003) und für die Freilichtbühne Ritter Runkels große Stunde (2004).

Liefers Hörspielinszenierung des Volker-Braun-Stücks Iphigenie in Freiheit wurde im September 1991 zum Hörspiel des Monats gewählt und von der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet. Zwei Mal wurde er mit dem Deutschen Kinderhörspielpreis geehrt.

Er ist der Vater des Schauspielers und Musikers Jan Josef Liefers sowie der Stiefvater des Schauspielers Martin Brambach. Karlheinz Liefers starb 2006 im Alter von 64 Jahren. Er wurde auf dem Karlshorster und Neuen Friedrichsfelder Friedhof in Berlin-Karlshorst beigesetzt. (Quelle: wikipedia)

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Bub … ein Hörspiel, das nichts für zarte Gemüter ist, im Gegenteil … das ist wahrlich starker Tobak … und das führt zu einem ganz großen Kompliment für die Akteure … für mich ein Höhepunkt des deutschen Hörspiels.

Na ja, und dann führte mich dieses Hörspiel auch auf meine eigenen Spuren und ich erinnere mich schmunzelnd an manch´ Narretei meines Lebens .. auch in diesem Bereich. Wobei ich all jene diesbezüglich  dramatischen Momente meines Lebens denke, ist mir natürlich auch klar …  wie illusionär so manche Überlegungen der 68er Jahre waren … und welche Verletzungen daraus entstanden sind.

OffeneZweierbeziehung

Besetzung:
Klaus Manchen (Mann)
Martin Seifert (Professor)
Angelika Waller (Frau)

Bearbeitung: Gabriele Bigott

Regie: Karlheinz Liefers

DiverseBuchausgaen

Diverse Buchausgaben des Theaterstücks (alle erschienen im Rotbuch Verlag, Berlin)

Titel:
01. Offene Zweierbeziehung 43.10

OffeneZweierbeziehung2

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Pete York – Presents Superdrumming – Vol. 1 (1987)

FrontCover1Und schon wieder so ein britischer Musiker, der hier in diesem blog präsentiert wird … hat aber auch seinen guten Grund, denn die Basis für dieses Doppel-Album wr eine gleichnamige TV-Show in der ARD:

Super Drumming war eine deutsche Fernsehserie der ARD, in der Live-Musik in einer besonderen Kulisse ohne Publikum präsentiert wurde. Im Mittelpunkt stand dabei das Schlagzeug und die Percussions. Präsentiert wurde die Serie in drei Staffeln von Pete York, der auch als Moderator fungierte.

Stilistisch wurde zwischen Rock, Jazz, Fusion, Weltmusik oder Musical gewechselt, viele Musikstücke wurden gecovert oder neu arrangiert, wenige Stücke wurden eigens für die Sendung komponiert. Pro Folge gab es oft ein kurzes Interview mit einem der beteiligten Schlagzeugern.

Der Titelsong war eine Version von George Gershwins I Got Rhythm im Jazzrock-Stil.

Die Erstausstrahlung der ersten Staffel war vom 8. bis 20. Februar 1987 im Ersten Deutschen Fernsehen zu sehen. Sie wurde in einer ehemaligen Pfarrkirche in Staig, Ulm aufgenommen. (Quelle wikipedia)

Und diese TV-Serie (Regie: Michael Maschke) hat bei so manchen (wie mir) einen verdammt tiefen Eindruck hinterlassen … wo konnte man schon vor einer stimmungsvollen Kulisse Musikern der Spitzenklasse bei ihrem Handwerk zusehen … Und so gibt es etliche, ganz liebevolle Erinnerungen wie diese hier z.B.:

Was war das für ein Fest. Mitte der 80er begann ich Schlagzeug zu spielen. Kurz darauf startete in der ARD diese Serie mit dem mir damals noch unbekannten Pete York. Und er hatte alle meine Drum-Heroes von damals dabei (Ian Paice, Cozy Powell, Simon Phillips). Gottseidank hatte mein Vater damals gerade frisch der Familie einen Videorekorder gespendet, also wurden natürlich alle Folgen der ersten Staffel aufgezeichnet. Das VHS-Band habe ich noch, nur leider total verrauscht.

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MC Frontcover

Aber es gibt ja inzwischen die DVD-Version, wenn auch stark gekürzt. Ich glaube kaum, dass diese Serie jemals wiederholt wird, leider nicht Massenkompatibel. Auf die Frage, ob es vielleicht mal eine Neuauflage der Serie geben könnte antwortete Pete York 2002 auf einer Drum-Clinic in Köln sinngemäß: „Um so ein Konzept heutzutage einem Fernsehsender schmackhaft zu machen, müsste man sechs Drummer zusammen mit Verona Feldbusch in einen Container sperren.“ Ich glaube er hat leider Recht, Schade! (Florian; Quelle: www.fernsehserien.de)

Und in der Tat: Die erse Staffel (hier eben als Doppel-Album) war ein wunderbarer Auftakt … und wenn man sich die Besetzungsliste ansieht, der kann eigentlich nur mit der Zunge schnalzen … die Gäste, die Pete York aufgrund seiner vielfältigen Kontakte eingeladen hat … das war schon ne feine Auswahl:

Den Wolfgang Schmid kennt man als Bassisten der legendären Klaus Doldinger´s Passport Formation der frühen Jahre … Brian Auger … mein Gott …. Nippy Noya … Cozy Powell … Ian Paice, Simon Phillips, Gerry Brown … und dann noch die Jazz-Schlagzeuglegende Louie Bellson … u.a. zu hören bei dem großartigen „Skin Deep“.

Bedingt durch die Tatsache, dass Wolfgang Schmid doch sehr viele der Kompositionen beigestuert hat … ist dieses Album stark Fusion Jazz lastig … nichts gegen Wolfgang Schmid … aber hier entstand dadurch eine gewisse Einseitigkeit.

Aufgehoben wurden sie dann durch die Beiträge von Nippy Noye („Collapso, Calypso“) und Cozy Powell steuerten insbesondere mit seinem Single-Hit aus dem Jahr 1972 „Dance With The Devil“ (da wird dann ganz schön gerockt …) ein wenig Abwechslung bei.

Von daher … ein wunderbarer Einstieg in die Welt von Superdrumming … aber in den folgenden Staffeln legte Pete York noch ne Schippe drauf … und dann wird´s endgültig genial-gigantisch …

Pete York

Pete York

Ja, ja … ich hör´ schon auf mit meinen Schwärmereien …

Es gab dann später auch ne CD von diesen Aufnahmen … allerdings enthielt diese nur 13 statt der eigentlich 21 Stücken …. von daher präsentiere ich hier die Vinyl-Fassung

BackCover1

Besetzung:

Superdrumming Band:
Brian Auger (keyboards)
Wolfgang Schmid (bass)
Gert Wilden Jr. (keyboards)
Peter Wölpl (guitar)
Pete York (drums, percussion)
+
Gerry Brown (drums bei 04., 09., 14., 18.)
Louie Bellson (drums bei 02., 05.,11. , 21.)
Nippy Noya (percussion bei 03., 15.)
Ian Paice (drums bei 10., 12.)
Cozy Powell (drums bei 13. + 20.)
Simon Phillips (drums bei 02., 07.)

BookletA

Titel:
01. I Got Rhytm (The Last Round Up) (Gershwin) 1.14
02. Laid Back Heart Attack Tango (Schmid-Grandy) 8.04
03. Body Moves (Schmid-Grandy) 5.45
04. Disco Dance Foe Daft Dodgers (Schmid-Grandy) 3.27
05. The Hawk Talks (Bellson) 4.35
06. Killer (Moore) 4.21
07. Don’t Step In It (Schmid-Grandy) 3.31
08. Collapso, Calypso (Schmid-Grandy) 4.36
09. Can You Dig It (Schmid-Grandy) 2.54
10. Ian’s Shuffle (Schmid-Grandy) 4.01
11. Caravan (Ellington/Tizol) 4.25
12. Threezenuff (Schmid-Grandy) 2.28
13. Pots And Pans (Schmid-Grandy)
14. Life On The Road (Schmid-Grandy)
15. Ritual Magic (Schmid-Grandy) 3.22
16. Beating The Bronze (Schmid-Grandy) 4.28
17. Calypso X (Wilden jr.) 4.20
18. Locked In (Schmid-Grandy) 1.44
19. Programme Changes (Schmid-Grandy) 2.22
20. Dance With The Devil (Hayes) 3.06
21. Skin Deep (Bellson) 13.39

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MC
Und hier kann man es sehen  … wie das damals ausgeschaut hat:

Die Berliner S-Bahn – Fahrgeräusche – Fkten – Fotos (1986)

FrontCover1Also … Sachen gibt´s, die gibt´s gar nicht oder …

Oder: hier ein weiterer Beitrag aus der allseits beliebten Rubrik Skurrilitäten aus ganz Deutschland.

Hier geht´s um die Berliner S-Bahn und die Geschichte der Berliner S-Bahn hat es tatsächlich in sich:

Die Geschichte der Berliner S-Bahn beschreibt einen langen Prozess, durch den ein innerstädtisches, elektrisch betriebenes Nahverkehrssystem in Berlin geschaffen wurde. Die Inbetriebnahme der ersten Strecke erfolgte im Jahr 1924, nachdem die wesentlichen Voraussetzungen mit der Einführung eines Nahverkehrstarifs und die Trennung von Nah- und Fernverkehr auf der Schiene schon 1891, also mehr als 30 Jahre vorher geschaffen worden waren.

Erste elektrische Versuchsbetriebe fanden ab 1903 statt. 1924 ging die erste mit seitlicher, von unten bestrichener Stromschiene und 750 Volt Gleichspannung elektrifizierte Eisenbahnstrecke vom Stettiner Vorortbahnhof (heute: Nordbahnhof) nach Bernau in den Regelbetrieb.

Bahnhof Savignyplatz1900

Von einer T-2-Lok geführter Zug in Richtung Grunewald am Bahnhof Savignyplatz (Charlottenburg) der Berliner Stadtbahn, um 1900

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das S-Bahn-Netz schnell von Kriegsschäden befreit. Ende 1947 war bis auf wenige Ausnahmen das gesamte Netz wieder befahrbar. Der Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 führte zum größten Einschnitt in den Betrieb und das Netz der S-Bahn. Während das Netz in Ost-Berlin weiter ausgebaut wurde, sanken die Fahrgastzahlen in West-Berlin aufgrund von Boykotten, wodurch der Betrieb von der die S-Bahn verwaltenden Deutschen Reichsbahn weiter vernachlässigt und 1980 nach einem Streik der Angestellten schließlich auf etwa der Hälfte der Streckenlänge eingestellt wurde. 1984 übernahm die West-Berliner Verkehrsgesellschaft den Betrieb im Westteil und begann dessen Sanierung und wieder den vollständigen Betrieb. Nach dem Fall der Mauer 1989 kam es zur Zusammenführung der beiden getrennten S-Bahnnetze. (Quelle: wikipedia)

Triebwagen des S&H-Versuchsbetriebes

Triebwagen des S&H-Versuchsbetriebes
Bln Potsdamer Bf – Zehlendorf

Und hier hört man nun überwiegend die Fahr- und Bremsgeräusche von diversen S-Bahn Typen auf diversen S-Bahn Strecken in Westberlin … Das muss man auch mal mögen … gelegentlich kommt man sich vor, als wäre man auf einem psychedelischem Trip …

Unterbrochen werden die Sounds durch etliche Wortbeiträge, die mit einer schier unglaublichen Akribie Wissenswertes über die Geschichte, aber auch die Technik der S-Bahn Berlin in einem angenehmen Tonfall erläutern.

So schräg sich das auch alles anhört und wohl auch ist … einige Dinge ginen mir dann schon durch den Kopf …

Zum einen die damals noch bestehende Teilung der Stadt (die immer wieder bei den erläuternden Texten mit anklingt. Zum anderen die Bdeutung solcher Verkehrsmittel als Teil der damaligen und heutigen Mobilität in Groß- und Millionenstädten wie Berlin.

Na ja … und dann stieg mir der Blues ins Herz … Wieviele unzählige alte Bluessongs erzählen von dem Rhythmus der Bahn (Railway), erzählen von den Bahnhof (Station) und erzählen auch davon, wie die Bahn eben für Fortbewegung unverzichtbar war.

Die Bahn als Symbol für Fortbewegung … vielleicht daher auch ein Symbol für persönlich empfundene Freiheit und Weiterentwicklung …

Tickets

S-Bahn Tickets (Ost/West)

Besetzung:
Detlef Wittgen (Sprecher)

Tonaufnahmen: Michael Passenheim

BackCover1

Titel:
01. S-Bahnfahrt vom Bhf. Frohnau zum Bhf. Papestraße 29.20
02. S-Bahnfahrt vom Bhf. Papestraße zum Endbahnhof Lichtenrade 11.29
03. S-Bahnfahrt vom Bhf. Westkreuz zum Bhf. Nikolassee mit technischen Erklärungen 13.18
04. S-Bahnfahrt vom Bhf. Tegel auf dem Weg zum Bhf. Schönholz 5.09

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TV

 

Helga Hahnemann – Helga – dicke da (1986)

FrontCover1Keine Frage: die Helga Hahnemann war in der DDR nicht nur ein Unikum, sondern ein Unikum der ganz erfolgreichen Sorte:

Helga Hahnemann, auch Henne und Big Helga genannt (* 8. September 1937 in Berlin; † 20. November 1991 ebenda), war eine deutsche Entertainerin, Kabarettistin, Sängerin und Schauspielerin.

 

Von 1956 bis 1959 besuchte Helga Hahnemann die Schauspielschule in Berlin-Niederschöneweide. 1959 debütierte sie an der Leipziger Pfeffermühle, ab 1961 war sie in Berlin unter anderem beim Deutschen Fernsehfunk tätig. Für ihren Auftritt in über 30 Folgen der Serie Tele-BZ erhielt sie den Kunstpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds der DDR.

Ab 1969 gehörte sie fest dem Ensemble des Deutschen Fernsehfunks an. Ende der 1970er AutogrammkarteJahre entwickelte sie sich mit der ihr eigenen „Berliner Schnauze“ zu einer der beliebtesten Entertainerinnen der DDR. Im Berliner Rundfunk moderierte sie ab Ende der 1970er Jahre die Sendung Helgas Top(p)-Musike, wovon auch drei Fernsehshows produziert wurden. Als Sängerin feierte sie Erfolge mit Schlagern wie Wo ist mein Jeld bloß geblieben, Jetzt kommt dein Süßer, U-Bahn-Beat, 100 mal Berlin, Clärchens Ballhaus (mit Hartmut Schulze-Gerlach) und Een kleenet Menschenkind. Die meisten Titel wurden von Angela Gentzmer als Texterin und Arndt Bause als Komponist geschrieben.

Beliebt war Hahnemann auch durch ihre Moderationen der Sendung Ein Kessel Buntes sowie ihre zahlreichen Sketche, etwa mit Alfred Müller, Herbert Köfer, Dagmar Gelbke, Ingeborg Naß. In der Rolle der Erna Mischke war sie zusammen mit Rolf Herricht, Gerd E. Schäfer, Margot Ebert, Traute Sense und Heinz Behrens regelmäßig in der TV-Lustspiel-Reihe Maxe Baumann zu sehen. Mit Ingeborg Naß leitete sie ein Arbeiterkabarett in Berlin. Außerdem betätigte sie sich als Synchronsprecherin. Unter anderem lieh sie in drei Olsenbanden-Filmen der weiblichen Hauptfigur Yvonne Jensen ihre Stimme.

Für Silvester 1991 war eine große Silvestershow mit ihr als Moderatorin geplant, die nicht mehr realisiert werden konnte. Am 20. November 1991 starb Helga Hahnemann in Berlin-Buch mit 54 Jahren an Lungenkrebs. Sie wurde in einem Familiengrab auf dem Friedhof Pankow VII in Berlin-Wilhelmsruh beigesetzt, das seit November 2010 Ehrengrab des Landes Berlin ist. Nach ihrem Tod erschienen mehrere Artikelserien und Bücher über sie.

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1982 wurde Hahnemann mit dem Kunstpreis der DDR und 1987 mit dem Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur III. Klasse ausgezeichnet. Der von der Zeitschrift SUPERillu sowie dem MDR und dem rbb jährlich vergebene Publikumspreis Goldene Henne ist ihr gewidmet. Das in den 2000er Jahren in ihrem langjährigen Wohnort Schöneiche errichtete Gemeindehaus, in dem unter anderem die Musikschule des Ortes untergebracht ist, wurde ihr zu Ehren Helga-Hahnemann-Haus genannt. Ein Fußweg in Berlin-Mitte trägt ihren Namen. Eine posthume Biografie wurde bislang in sechs Auflagen veröffentlicht. Im September 2010 wurde ihr ein Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin gewidmet. (Quelle: wikipedia)

BauseGentzmer

Alfred Bause (Komponist) + Angela Getzmer (Texterin)

Ergänzt werden soll, dass sie nach der Wende nicht mehr so recht Fuß fassen konnte … aber sie hatte ja auch nicht mehr viel Zeit.

Hier ihr zweites Solo-Album und das ist schon ganz schön pfiffig eingerichtet worden.

Im Plauderton führt die Helga Hahnemann durch das Album … zelebriert es quasi als „biographisches Album“ …und mit dem charmanten „100 mal Berlin“ geht´s los  und es folgen diverse Stimmungs- und Schunkellied … aber da gibt es auch ein paar nachdenkliche Lieder, die aufhorchen lassen („Dit is lange her“, „Leben“, „Ne Frau zu sein“

Aus „westlicher“ Sicht war die Hahnemann so ne Mischung aus Helga von Sinnen und Joy Fleming … stimmlich gibt es daher auch so ein paar Leckerbissen.

Ja und dann bin ich bei meinen Nachforschungen auch auf die lesbische Seite der Helga Hahnemann gestoßen … und darüber wurde zu ihren Lebzeiten nie geredet und dann ragt man sich schon, wie das zusammengeht … Mehr als einmal über die „flotten Jungs“ zu singen und dabei eigentlich eine ganz andere sexuelle Orientierung zu haben.

Damit komm´ ich schlecht klar … aber genauso klar ist es wohl auch, dass es damals wohl auch in der DDR nicht opportun war … über den eigenen Lebensentwurf zu sprechen … möglicherweise wäre dann der ganze großartige Erfolg futsch gewesen.

Und dann lande ich gedanklich bei der Frage, wie wohl die nachdenkliche, vielleicht auch traurige Seite der Helge Hahnemann ausgeschaut haben mag …

HelgaHahnemann02

Besetzung:
Helga Hahnemann (vocals)
+
Studio Band Arndt Bause
+
Streichergruppe Otto-Karl Beck (bei 01., 03., 05., 07. + 09.)
Bernd Kleinow (harmonica bei 02.)

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Titel:
01. 100 mal Berlin 5.23
02. Dit is lange her 4.34
03. Leben 3.34
04. Life is schwer 3.33
05. Glück 4.21
06. Wo is mein Jeld 3.57
07. Ne Frau zu sein 3.33
08. Man kann im Leb’n 3.04
09. Dicke International 8.40
unter Verwendung von:
09.1. Funiculi-Funicula
09.2 She Loves You
09.3. Milord
09.4. Gel‘ du magst mi

Musik: Arndt Bause
Texte: Angela Gentzmer

 

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