Konstantin Wecker – Wieder dahoam (1986)

FrontCover1Dieses Album ist in mehrfacher Hinsicht – zumindest für mich – ein ganz besonderes Album.

Zum einen markiert dieses Album das Ende seiner „Toskana-Jahre“ und mit dem dazu passenden Titelsong „Wieder dahoam“ hat er einer der schönsten musikalischen Verbeugungen von meiner Heimatstadt München gemacht.

Und dann noch: Auf diesem Album kann Wecker quasi mit einer internationalen Besetzung aufwarten; eine Besetzungsliste, bei der einem die Spucke wegbleibt. Bei der Zusammenstellung dieser Crew stand dem Wecker mit Rat und Tat kein geringerer als Fritz Rau zur Seite. Und der Horst Lippmann war für die Produktion verantwortlich ! Am Mischpult saß Mal Luker … ja, ja … der in den 60er Jahren als Mitglied der Gruppe The Smoke einen Riesenhit mit „My Friend Jack“ hatte.

Aber zurück zu diesem Album:

Weckers Zusammenarbeit mit den Jazz-Größen Wolfgang Dauner, Charlie Mariano, Colin Hodgkinson, Johannes Faber und Pete York Mitte der 80er Jahre war schon was einmaliges. Immer wieder hat Wecker ja auch auf den musikalischen Wandel gesetzt und damit seinen Kompositionen und Liedern völlig neue Akzente gegeben. Und hier verschmelzen Wecker und die Jazzer zu einem unerhörten, eigenständigen Sound …
Und textlich hat Wecker natürlich auch was zu bieten gehabt. Neben seiner bereits erwähnten Hymne an München (mit einem wunderbar jazzigen Instrumentalpart) sind vorallem die Nummern „Oma“ und „Der Baum“ zu erwähnen. Und mit „Bayern Power“ hat er eine großartige Parodie auf all jene verfasst, die eben nicht zu dem „anderen Bayern“ gehören, sondern jenes Bayern, das mit Arroganz und Verachtung auf Menschen mit anderen Idealen reagiert.Wenn man so will: Eine Mitgröhlnummer mit Tiefgang.
Konstantin Wecker, 1986

Konstantin Wecker, 1986

Besetzung:
Wolfgang Dauner (keyboards)
Frank Diez (guitar)
Johannes Faber (trumpet)
Joe Gallardo (trombone)
Colin Hodgkinson (bass)
Christof Lauer (saxophone)
Charlie Mariano (saxophone)
Konstantin Wecker (vocals, piano)
Pete York (drums)
+
Background vocals:
Claudia Schwarz – Edith Prock – Hans-Herbert Gebhard – Peter Bischof – Renate Mauerer – Toni Matheis
+
Biermösl-Blosn – Hans Brenner – Willy Michl (bei 05.)
+
Toni Burger (violin bei 08.)
Münchner Geign (bei 08.)

BackCover1Titel:
01. Wieder dahoam (Wecker) 7.05
02. Laß mi wieder falln (Wecker) 4.58
03. Oma (Wecker) 4.08
04. Weil du fort bist (Newman/Wecker) 2.25
05. Bayern Power (Wecker) 4.21
06. Der Baum (Wecker) 4.58
07. Fangt mi wirklich koaner auf (Wecker) 5.43
08. San koane Geign da (Wecker) 2.34

LabelB1

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Man kann´s ja mal versuchen: "Bayern Power" und "Wieder dahoam" als Mixi-Single

Gerd Albrecht – Erklärt und dirigiert „Der Zauberlehling“ von Paul Dukas (1986)

FrontCover1Selten traf für mich das Prädikat „pädagogisch wertvoll“ so zu, wie bei diesem musikalischem Hörbuch des Dirigenten Gerd Albrecht:

Seit über 30 Jahren moderiert Gerd Albrecht spezielle Konzerte für Kinder, in denen er große Werke der Musikgeschichte spannend und anschaulich erklärt. Zahlreiche Aufnahmen solcher Konzerte erhielten Auszeichnungen. Seine Erzählversion von Paul Dukas‘ Tondichtung nach Goethes Ballade Der Zauberlehrling gehört in diese Reihe.

Dukas‘ Tondichtung eignet sich besonders gut, um musikalische Ausdrucksmittel zu erklären. Die Musik an sich ist schon so bildhaft, dass sie die Phantasie der Kinder mit Leichtigkeit anregen kann. Zunächst erzählt Gerd Albrecht jeweils den außermusikalischen Inhalt des Werkes und weist auf verschiedene Stilmittel und Effekte in der Musik hin. Danach folgt die zusammenhängende Interpretation des Zauberlehrlings mit dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin.

Der französische Komponist Paul Dukas folgt in seinem „Scherzo nach der Ballade von Goethe“ dem Gedicht teilweise ganz genau, teilweise verweilt er in großartigen musikalischen Bildern. Die angstvolle Stimmung des Zauberlehrlings beispielsweise („Kommt der Alte wieder? Was wird geschehen?“) charakterisiert das Orchester durch die mit Dämpfer spielenden Violinen, die Harfe spielt die Melodie mit abgedämpften Handballen und das angstvolle Herzflattern des Kleinen kommt in den Holzbläsern zum Ausdruck. Der Besen hat sein eigenes Instrument, nämlich das Fagott und die Zauberformel sprechen die abgedämpften Trompeten und Hörner. Außerdem weist Albrecht auf ein meisterlich zur Spannungssteigerung eingesetztes Mittel von Dukas hin: Die Pausen. Dieses Wissen um die Bedeutung der einzelnen Instrumente und Stilmittel steigern Wiedererkennungswert und Hörgenuss für Jung und Alt ungemein. Desgleichen gelingt Gerd Albrecht mit seiner schelmischen Erklärung des Till Eulenspiegel. Er verrät und erläutert die versteckten musikalischen Streiche des Komponisten, die der Hörer mit geschärften Ohren nachvollziehen kann.

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Diese Original-LP enthält dann auch noch eine sehr liebevoll gestaltetes Booklet mit wirklich reizenden Illustrationen und diversen Zusatzinformationen … dieser Augenschmaus erhöht das gesamte Vergnügen ungemein.

„Gerd Albrecht fasst es als sein zentrales Anliegen auf, die Musik dem Publikum nicht nur vorzusetzen, sondern sie ihm begreifbar zu machen. Anders als bei gewissen Jugendkonzerten wird bei Albrecht nicht einer kompakten Werkdarbietung einfach ein Referätchen oder eine Plauderei vorangestellt. Vielmehr bricht er die Werkstruktur auf, leuchtet in sie hinein, erklärt Motive und Themata so präzis wie musikalische Formabläufe. Das Besondere liegt darin, dass die Musik auf dieser Weise nicht zerfassert, dank Albrechts konzisen und packenden Erläuterungen. Selbst wer das Stück schon lange kennt, vermag sich der eigenartigen Faszination solcher Musik-Verdeutlichungen nicht zu entziehen“ (Christoph Winzeder)

So und nicht anders ist es … Eine Paradebeispiel gelungener Musikvermittlung, von der man eigentlich gar nicht genug bekommen kann. Und zur Vertiefung habe ich 2 pdf-Dateien, die sich mit dieser Kompositon beschäftigen, beigelegt.

Und leider, leider muss ich diesen Beitrag mit dieser Information schließen:

„Mit großer Trauer teilen wir mit, dass Gerd Albrecht in den Abendstunden des 2. Februar 2014 nach schwerer Krankheit in Berlin verstorben ist.“  (website) … Was für ein Verlust !

GerdAlbrecht

* 19. Juli 1935 in Essen; † 2. Februar 2014 in Berlin

Besetzung:
Radio-Symphonie Orchester Berlin unter der Leitung von Gerd Albrecht

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Alternatives Frontcover

Titel:
01. Gerd Albrecht erklärt den Zauberlehrling von Paul Dukas (Dukas/Albrecht) 27.50
02. Der Zauberlehrling (Dukas) 10.22

LabelA1

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Des Geyers Schwarzer Haufen – Die erste (1986)

FrontCover11986 hämmerte ein gewisser Ritchie Blackmore noch auf seiner Fender Stratocaster herum, da machten sich zwei Männer auf, mittelalterliche musik aus deutschen Landen geradzu zu zelebrieren:

Des Geyers schwarzer Haufen ist eine deutsche Mittelalterband. Ihr Name verweist auf die Bauernkriege, in denen sich der Ritter Florian Geyer an die Spitze einer Gruppe aufständischer Bauern setzte.

Albrecht Schmidt-Reinthaler gründete die Gruppe 1983 als „Spielmann Albrecht“ zusammen mit Ulrich von Olnhausen. Seit einer Trennung 1999 war die neue Formation mit Martin Ernst als „Bruder Martin“ und Ralf Glenk als „Ralf der Saitengreifer“ in der Tradition der Spielleute unterwegs. Martin Ernst und Ralf Glenk wurden 2011 durch Andreas Berg (Blasinstrumente, Cembalo, Percussion) und Bernd Settgast (diverse Saiteninstrumente) ersetzt. Ihr Lied-Repertoire wird großen Teils auf zahlreichen nachgebauten historischen Instrumenten dargeboten.

Die ehemaligen Mitglieder Thomas Roth, Albert Dannenmann und Jost Pogrzeba spielten bis Juni 2014 zusammen mit Georg Hesse, Maik Walter und Elias Maier unter dem Namen Geyers mittelalterliche Musik mit Rockelementen. (Quelle: wikipedia)

Hier das Erstlingswerke dieser schrägen Typen und insbesondere die Instrumentierung macht so richtig vergnügen … Wir hören hier eine Mischung aus tatsächlich uralten Weisen und Texten sowie Neukompositionen.

Und weil mir diese mittelalterliche Musik ein wenig suspekt ist (ich erinnere mich da nur an den Mittelalter Hokus Pokus auf diversen Märkten: Einerseits bin auch ich ein wenig fasziniert, andererseits kommt s mir dann arg albern vor) sprchen mich die Instrumentalwerke im besonderer Weise an … Man höre sich da mal z.B. „St. Chartier“ ab …

Also reinhören lohnt sich allemal … und dann erinnert man sich auch, dass ein gewisser Ritchie Blackmore später mal mittelalterliche Musik für sich entdeckte, und dabei justament genau diese Gruppe besonders imponierte .. und da konnte es dann schon malpassieren, dass er plötzlich auf der Bühne dieser Gruppe auftauchte.

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Besetzung:
Thomas Roth (vocals, violin, drums, mandoline)
Albrecht Schmidt-Reinthaler (lute, mandoline, accordeon, horns, flute, hurdy-gurdy, vocals)
+
Albert Dannemann (bagpipe, hurdy-gurdy, whistle, bassoon)
Ute Ulshöfer (flute)

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Titel:
01. Bauernkrieg (Traditional) 3.29
02. Freier Bauersknecht (Traditional) 4.00
03. Armer Bauer (Traditional) 2.43
04. Bauernhimmel (Traditional) 3.03
05. St. Chartier (Schmidt-Reinthaler/Roth) 2.49
06. Wiegenlied für Deutschland (Vesely/Herwegh) 4.06
07. Landsknechte kommen (Traditional) 1.55
08. Unser liebe Fraue (Traditional) 3.44
09. Flandrischer Totentanz (Traditional) 3.12
10. Es ist alles eitel (Schmidt-Reinthaler/Gryphius) 4.40
11. Hotel Globus (Schmidt-Reinthaler) 2.10
12. Hans im Schnakenloch (Traditional) 1.58
13. Tod von Basel (Traditional) 3.41

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Stich, der Florian Geyer zeigen soll / Wappen der Familie Geyer nach Siebmachers Wappenbuch

 

 

Udo Jürgens – Deinetwegen (1986)

FrontCover1In den 80er Jahren war der Udo Jürgens mit seinen Schallplattenaufnahmen nicht mehr so erfolgreich, aber die „Maschinerie Udo Jürgens“ lief weiterhin wie geschmiert … und seine Alben dienten meist dazu, eine weitere große Udo Jürgens Tournee anzukündigen, und die waren weiterhin mehr als gut besucht.

Hier also nun ein Album aus den 80er Jahren:

Mit dem Album „Deinetwegen“ setzte Udo seinen musikalischen Stil den er zu Beginn der 1980er eingefahren hat weiter erolgreich fort. Eingängige Songs (eine Mischung zwischen Pop-Rock-Orchester-Schlager) verbunden mit Swing und wunderbaren Balladen. Einzig der Opener „Narrenschiff“ mit seinem doch schrägem Intro will nicht so richtig zünden. Anspieltipps sind auf alle Fälle „Sperr mich nicht ein“, „Guten Morgen mein Liebes“ und „Unsichtbar“. Ach ja und der Swing-Song „Ladies and Gentleman“. Neben einer sprissigen Melodie ist hier Udo textlich On Top vom Superstar der immer sein Bestes gibt um oben zu bleiben. Als bekanntestes Lied ist hier „Jeder so wie er mag“ vertreten. Gute Laune Song mit Reaggie Einflüssen. Selbstverständlich hat auch Udo seine Balladen im Album mit eingestreut, davon wirklich positiv hervorzuheben ist der o.g. Song „Guten Morgen, mein Liebes“, welcher vom Sorgen des Alltags handelt.

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Mit „Ich will-ich kann, I can-I will“ ist Udo eine hervorragende Melodie gelungen, doch mit dem Deutsch Englischem wirkt der Song doch schon arg am Kitsch, getreu dem Motto Deutsche Lieder müssen sich international behaupten. Aber naja Unfälle können jedem Künstler passieren. Das Album im Ganzem ist aber rundherum gelungen und klingt auch nach beinahe 30 Jahren top. Udo R.I.P. Danke für all Deine Lieder und dieser CD. (Volker Nagel)

Der ganz große Wurf ist dieses Album nun nicht, aber der Text zu „Narrenschiff“ ist wirklich wieder mal ein Höhepunkt (siehe unten)

Weitere Lieder, die ich guten Gewissens empfehlen kann wären dann noch „Nach all‘ den Jahren„;

Gleich Segelschiffen, die die Anker lichten,
geh’n mir Erinnerungen durch den Sinn.
Und märchenhafte Weißt-du-noch-Geschichten
begleiten mein „Woher“ in mein „Wohin“:

Ich denk‘ an euch, ihr Freunde meiner Jugend,
an Eltern, Brüder, Nachbarn nebenan;
ich denke an die Not und an die Tugend,
die ich nicht voneinander trennen kann.

Ich denk‘ an Szenen, die im Gestern spielen,
an Liebe, die ich nur im Traum umwarb,
an Sehnsucht nach zu hoch gesteckten Zielen,
an Glück, das nicht in der Erfüllung starb.

Ich denk‘ an jeden Sturz ins Bodenlose,
an jeden Tiefenrausch im Höhenflug.
Ich atme noch den Duft von jeder Rose,
die je in meinem Herzen Wurzeln schlug.

Ich denk‘ an die, die anders weiterleben,
an meine Kinder, die erwachsen sind,
an Menschen, die auf meiner Strecke blieben –
nicht miterfaßt von meinem Rückenwind.

An alle, die mir unentbehrlich waren
und sind und bleiben – nach all den Jahren.

Ich denke an euch Musiker und Dichter
Heinz, Walter, Willy, Bob – wie ihr auch alle heißt,
an hunderttausend Publikumsgesichter
mit Liebe, die noch heut‘ mein Herz zerreißt.

Oh ja, auch an die Liebe muß ich denken,
die so manches Spielchen mit mir trieb,
ich ließ mich allzuleicht von ihr beschenken,
wobei ich sicher vieles schuldig blieb.

Stößt mancher Anruf auch auf taube Ohren,
haut auch ein Wiedersehen mit euch nicht hin,
aus meinen Augen hab‘ ich euch verloren –
doch ich verlor euch niemals aus dem Sinn.

Ich denk‘ an euch, ihr Freunde meines Lebens,
wo ihr auch seid, ihr seid ein Stück von mir.
Der Teufel nimmt es und die Götter geben’s.
Erinnerung beflügelt mein Klavier.

Ich denk‘ an Wunder, die sich heut erst offenbaren –
nach all den Jahren – nach all den Jahren.

Aber auch der Ttelsong „Deinetwegen“ lässt aufhorchen:

Meinetwegen – ich träume
ganz egal, was ihr denkt,
ich spiele weiter verrückt!

Wie ein Clown ohne Zirkus,
trotzdem ist mir bis heut‘
fast jedes Lachen geglückt!

Wer auf mich baut ist verlor’n,
wer mit mir tanzt ist nie allein
auf dem Seil ohne Halt.
Ich werd‘ nie wieder geboren,
bin nie der, den ihr meint.
Und vor allem – wer spinnt,
wird nie alt!
Ich hab‘ genau so wie du
meine Karte am Eingang bezahlt!

Meinetwegen – ich lebe.
Glaubt keinem Träumer wie mir,
der doch nur macht, was er will.

Ist es leeres Gerede?
Ist es Ernst oder Spiel?
Wer’s glaubt ist früher am Ziel!

Wer auf mich baut ist verlor’n…

Meinetwegen – ich falle,
das Orchester spielt auf.
Ich bin der letzte im Saal.

Es erklingt das Finale,

ich steh‘ auf und ich tanz‘
nur deinetwegen nochmal.

Ich werd‘ nie wieder geboren.
Ich bin nie der, den ihr meint.
Und vor allem – wer spinnt,
wird nie alt!
Ich hab‘ genau so wie du
meine Karte am Eingang bezahlt!

Wie gesagt, kein Album mit durchschlagender musikalischen Wucht … aber ein Album, dass wieder mal eine kleine Schar von hörenswerten Titeln enthält. Und, na ja … sein „Sperr mich nicht ein“ war wohl eine, seine kleine Hymne auf sein doch ziemlich ausschweifendes Leben …

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Besetzung:
Udo Jürgens (piano, vocals)
+
Orchester Pepe Lienhard:
Osvldo Aden (trumpet)
Francesco Castellani (trombone)
Tom Howard (trumpet)
Peter Lübke (drums)
Capo Mayer (bass)
Billy Prosper (percussion)
Don Randolph (trombone)
Steven R. Rentschler (trumpet)
Laszlo Spiro (guitar)
Kudjoe Todzo (percussion)
Georges Walther (keyboards)
+
Franz Bartzsch (keyboards)
Francis Colena (guitar)
Sonja Kimmons (vocals bei 07.)
Frank Ludecke (saxophone)
Eddie Taylor (saxophone)
+
background vocals:
Claudia Garden – Draga Hoffmann – Agnes Skolud – Angelika Henschen – Norman Ascot – Achim Götz – Frank Turba

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Titel:
01. Narrenschiff (Jürgens/Hofer) 4.30
02. Sperr mich nicht ein (Jürgens/Kunze) 4.31
03. Jeder so wie er mag (Jürgens/Kunze) 4.09
04. Guten Morgen, mein Liebes (Jürgens/Christen) 4.33
05. Stolze Verlierer (Jürgens/Kunze) 4.28
06. Ladies And Gentlemen (Jürgens/Lehmann) 3.36
07. Ich will – ich kann, I Can – I Will (Jürgens(Christen) 3.49
08. Radio (Jürgens/Kunze) 4.11
09. Weißt du noch (Sternstunden) (Jürgens/Kunze) 4.56
10. Nach all‘ den Jahren (Jürgens/Lehmann) 4.34
11. Unsichtbar (Jürgens/Kunze) 4.13
12. Deinetwegen (Jürgens/Christen) 4.14

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Fern am Horizont,
auf dem Meer der Zeit,
schwebt ein Schiff zu neuen Gestaden.
Nur mit Zuversicht
und mit Menschlichkeit
und mit Licht und Liebe beladen.

Und wenn die Nächte wie aus Glas sind
und die Silberwinde wehn,
kannst du die letzten Idealisten
in ihren bunten Kleidern seh’n.

Auf dem Narrenschiff

Es trägt den Dichter,
der die Worte weiß,
welche Herzen öffnen und Türen.
Und den Musiker,
der die Töne kennt,
die an’s Innerste in dir rühren.

Auf dem Narrenschiff…

Es trägt den Maler,
der die Hoffnung malt,
und die Seelen der Menschen und Bäume.
Und den Weisen,
der die Wege kennt,
in das Land aller Träume.

Auf dem Narrenschiff…

Und wir sogenannten Klugen
merken nicht die Ironie,
daß wir dümmer und verlass’ner
und viel ärmer sind als die.

Auf dem Narrenschiff…
Und bevor die Welt
noch an Hochmut stirbt
und die weißen Tauben fliehen,
möchte ich mit dir
zu den Narren geh’n,
um mit ihnen fortzuziehen!

Auf dem Narrenschiff…

MC

Session ´86 (Die Guggen) – Gaukler Bock (1986)

FrontCover1Also, ziemlich rätselhaft ist diese Single (45U/min), die im Gewand einer LP daher kommt.

Tasten wir uns also mal heran.

Auf der Frontseite des Covers ist z.B. zu lesen „Für Rhythmusbegeisterte“ und dann noch „Die Guggen aus der Schweiz spielen urig-schöne Guggenmusik“.

Aha … auf der Rückseite des Hülle erfährt man dann einiges Wissenswertes über die „Guggenmusik“.

„Sie wird in der Schweiz und in Süddeutschland auch „Guggemoseg“, „Guuggemusig“ (in der Zentralschweiz), „Guggamusik“ (in Vorarlberg), „Güggemüsig“ (im Kanton Wallis) oder „Chatzemusig“ genannt. Es handelt sich um eine stark rhythmisch unterlegte, auf ihre eigene, sehr spezifische Art „falsch“ bzw. „schräg“ gespielte Blasmusik. Die Musiker sind dabei oft verkleidet und teilweise maskiert.

Die Guggenmusik ist Bestandteil der schwäbisch-alemannischen Fasnacht, der Basler Fasnacht, Luzerner Fasnacht, Bärner Fasnacht, Winterthurer Fasnacht, Walliser Fasnacht, Solothurner Fasnacht und allgemein der Zentralschweizer Fasnacht.

Der Begriff leitet sich vermutlich her von „Gugge“, was im Alemannischen für Tüte steht. Im Schweizerdeutsch steht der Begriff „Gugge“ für alle Arten von Blechblasinstrumenten. Eine „Guggemusig“ bezeichnet somit eine Gruppe von Leuten, die zusammen musiziert, während sie einfache Masken – damals Tüten, welche in Basel und Umgebung ebenfalls Guggen heißen – trugen.“ (Quelle: wikipedia)

Hier ist allerdings von Blasmusik so gar nichts zu hören, sondern „lediglich“ perkussive Elemente werden zum Besten geboten, das aber in einer wirklich ansprechenden Manier. Wer also sich von diversen Schlaginstrumenten treiben lassen will, wird hier mehr als fündig … Mich hat´s begeistert.

Aber warum der Titel „Gaukler-Bock“ ? Nun diese Aufnahmen wurden von der traditionsreichen Münchner Brauerei „Spaten-Franziskaner-Bräu“ finanziert und wenn ich das Hüllentext richtig interpretieren hatte dann noch der Kunstmäzen Albrecht „Burschi“ Heiden (eigentlich ein Juwelier mit einem sehr traditionsreichem Juweliergeschäft in München). Dieser Heiden war aber auch so ne Art Party-Löwe und – glaubt man den Quellen, hat er auch das Münchner Gesellschaftsleben bis in die 80er Jahre prägend mitgestaltet. Und so kam es wohl, dass er irgendwie einen besonderen Faible für diese eidgenössischen Musiker entwickelt hat: Lud er sie doch zumindest viermal auf das Gauklerfest im Deutschen Theater ein.

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Quelle: Werner Ebnet – Sie haben in München gelebt. Biografien aus acht Jahrhunderten (2016)

Die Platte ist so rar, dass man im Internet eigentlich nichts darüber finden kann (sehr schade, dass man über den Werdegang dieser Musiker nicht mehr weiß) … aber sie gibt es wirklich … und von daher ganz sicher ein ganz besonderes Schmankerl.

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Besetzung:
Ralph Bachmann – Bruno Baltensperger – Lucia Baltensperger – Elisabeth Dobler – Bruno Gerber – Robert Grundbacher – Werner Hofmann – Guido Maurer – Roman Müller – Ruedi Peter – Eveline Regazzoni – Werner Schaufelberger – Markus Scheuner – Margit Schneeberger – Lisbeth Schudel – Jean Stähli – Rosmarie Stähli – Ueli Weber – Thomas Wiget – Pia Zani – Peter Zaugg

Verwendete Instrumente:
snare – bongos – octopanes – roto-toms – toms – pauken – becken – hi-hat – glocken – samba-pfeife – claps – quika – claves – maracas – cabasa – tambourine

Titel:
01.  Gaukler Bock (Teil1) 3.16
02. Gaukler Bock (Teil 2) 3.09
03. Gaukler Bock (Teil 3) 2.58
04. Gaukler Bock (Teil 4) 1.46
05. Gaukler Bock (Teil 5) 3.03

Komponiert von Session ´86 (Die Guggen)

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Die 68er und die Folgen (4): Karlheinz Liefers – Offene Zweierbeziehung (Dario Fo – Franca Rame) (Hörspiel) (1986)

FrontCover1Es mag ja ein wenig kühn sein, das Hörspiel des Nobelpreisträgers Dario Fo (* 1926) in meine kleine Reihe „Die 68er und die Folgen“ einzureihen, noch dazu, wenn es sich hier um ein Hörspiel des DDR Rundfunks handelt.

Aber natürlich haben die 68er auch die bürgerliche Moral wie z.B. die Monogamie themaisiert und in Frage gestellt. („Wer einmal mit derselben pennt, gehört zum Establishment“ … ja, ja)

Und von daher passt dieses Hörbuch durchaus in diese kleine Reihe:

Wie durch ein Brennglas gesehen entfaltet sich in dieser abgründigen Komödie das exemplarische Scheitern einer Beziehung – lustvoll, pointiert und spannungsgeladen.

Es geht um Antonia und ihren Mann, die in einer offenen Zweierbeziehung leben. Genau genommen lebt aber nur er in einer offenen Zweierbeziehung. Antonia erleidet sie. Nachdem es ihr selbst mit wiederholten Selbstmorddrohungen nicht gelingt, ihren Gatten vom Fremdgehen abzuhalten, erweist sie sich als äußerst lernfähig: Eigene Wohnung, eigener Job, eigener Liebhaber. Antonia findet Gefallen an der offenen Zweierbeziehung und dreht den Spieß um: Nun – wer hätte es gedacht – leidet ihr Mann.

In dieser rasanten Inszenierung jagt eine Pointe die nächste, wobei Verletzungen des anderen genussvoll in Kauf genommen werden.

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Dario Fo + Franco Rame

Vermeintliche Toleranz kippt in Sekundenschnelle in rasende Eifersucht. Denn die Großzügigkeit hat ihr Ende, sobald das eigene Herz in Gefahr gerät. Liebe hat leider allzu oft auch mit Besitz zu tun. Dass diese Wahrheit keine ausschließlich bittere ist, dafür sorgt ein brillanter Schlagabtausch. Diese Farce über das Eheleben schickt zwei Charaktere auf die Suche nach dem Kern ihrer zweisamen Beziehung, auf die Jagd nach Glaubhaftigkeit, Vertrauen, Respekt und Liebe. Und garantiert ist: Treuefetischisten bekommen hier genauso ihr Fett weg wie die Befürworter offener Beziehungsmodelle.

„Offene Zweierbeziehung“, 1983 in Italien uraufgeführt, zielt direkt und ohne Umschweife auf den scheinbar nur schwer behebbaren Dauerclinch seit Erfindung der Menschheit: Das vermeintliche Missverhältnis zwischen Mann und Frau. Das Stück begibt sich lustvoll in die Abgründe moderner Beziehungsdramatik, die immer auch eine Gratwanderung ist zwischen Aufbruch und Scheitern, Lieben und Leiden. „Offene Zweierbeziehung“ hat auch nach einem Vierteljahrhundert nichts an bissig-ironischer Aktualität verloren.

Der Nobelpreisträger Dario Fo und seine Frau Franca Rame gehen in ihrer Farce das Thema an, indem sie den Spieß der traditionellen Machtverhältnisse einfach umdrehen: Antonia leidet so lange an den Vorstellungen ihres Gatten über eine „offene Zweierbeziehung“, die dem Herrn alle Freiheit lässt und der Gattin die Rolle der treuen, fleißigen Hausfrau im Hintergrund zuweist, bis Antonia sich ebenfalls einen Liebhaber anlacht. Dario Fo pflegt einen an die Tradition der Commedia dell’Arte angelehnten volkstümlichen Stil, Franca Rame kommt aus der Tradition des Volksschauspiels. Beide zusammen stehen für ein fröhliches, anarchisches, aufgeklärtes Theater. (Quelle: www.kleinestheater-kammerspiele-landshut.de)

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Dario Fo + Franco Rame

Nun ja … und hier dieses hochexplosive Hörspiel … ein Zuckerschlecken ist das nicht, was in dieser großartigen Produktion da erwartet.

Da zerfleischt sich ein Ehepaar … mehr als einmal mehr als lautstark …

Und dann wollte ich doch mehr über die Akteure dieses Hörspiels wissen:

Angelika Waller (* 26. Oktober 1944 in Bärwalde) ist eine deutsche Schauspielerin.

Von 1963 bis 1966 wurde sie im Nachwuchsstudio des Deutschen Fernsehfunks zur Schauspielerin ausgebildet.

Ihr Filmdebüt ist zugleich ihre berühmteste Rolle, die der Öffentlichkeit erst 1989 zugänglich gemacht wurde. Der 1965 gedrehte Film Das Kaninchen bin ich von Kurt Maetzig kam in der DDR auf den Index. Mit ihrer zweiten Kinorolle in Schwarze Panther Angelika Wallerwurde sie ein Publikumsliebling. In dem russischen Epos Befreiung spielte Angelika Waller 1969 die Eva Braun. Eine äußerst populäre Rolle war 1973 die Titelheldin im TV-Film Rotfuchs. Große Beachtung fand sie auch im Fernseh-Mehrteiler Johann Sebastian Bach.

Seit den 1970er-Jahren war sie zunächst Dozentin, später Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Außerdem arbeitete sie als Regisseurin und inszenierte in Berlin am Berliner Arbeiter-Theater. Seit 2010 arbeitet sie außerdem regelmäßig als Gastdozentin am Thomas-Bernhard-Institut für Schauspiel und Regie am Mozarteum in Salzburg.

Daneben lieh sie als Synchronsprecherin ihre Stimme u. a. Geneviève Bujold (Antonius und Cleopatra) und Linda Purl (Die letzten Tage von Pompeji).

1978 erhielt sie den Kunstpreis der DDR.

Ihre Tochter Susann Thiede (geboren 1963) ist ebenfalls als Schauspielerin tätig.

Klaus Manchen (eigentlich: Klaus-Joachim Manchen; * 1. Dezember 1936 in Breslau) ist ein deutscher Film- und Theaterschauspieler.

Seine Schauspielausbildung absolvierte Klaus Manchen an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, der heutigen Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Im Anschluss daran arbeitete er von 1964 bis 1965 an der Vereinigung von Volksbühne und Maxim-Gorki-Theater. Nach Auflösung des Zusammenschlusses entschied er sich für das Maxim-Gorki-Theater und war dort von 1965 bis 2002 festes Ensemblemitglied.

Nebenbei nahm er Film- und Fernsehaufgaben für das Fernsehen der DDR und die DEFA wahr, u. a. in Konrad Wolfs Ich war neunzehn, in Lotte in Weimar oder im DEFA-Indianerfilm Der Scout, in dem er als Sergeant Anderson den Gegenspieler des von Gojko Mitić verkörperten Indianerhäuptlings „Weiße Feder“ spielte.

Seit 2002 arbeitet er als freischaffender Schauspieler für Film- und Fernsehproduktionen.

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Ja … und dann noch der Regisseur:

Karlheinz Liefers (* 6. August 1941 in Döbeln, Sachsen; † 21. Januar 2006 in Berlin) war ein deutscher Regisseur.

Karlheinz Liefers stammte aus einer Theaterfamilie. Sein Vater war der Schauspieler Heinz Liefers. Er begann seine Laufbahn als Schauspieler. Er war Regieassistent an der Berliner Volksbühne u. a. bei Benno Besson, Matthias Langhoff und Manfred Karge. Später war er als Regisseur an verschiedenen Theatern tätig, u. a. in Tübingen, Dresden, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Schleswig. Von 1996 bis 2000 war er Schauspieldirektor am Thüringer Landestheater in Rudolstadt.

Bekannt wurde Liefers vor allem durch seine mit Auszeichnungen gewürdigten Hörspielinszenierungen, die er von 1984 bis zu seinem Tod 2006 intensiv betrieb.Neben seinen Hörspielen war Liefers auch weiterhin für das Theater als Regisseur tätig. An den Uckermärkischen Bühnen Schwedt inszenierte er Hexenjagd (2002), Ladies Night (2003) und für die Freilichtbühne Ritter Runkels große Stunde (2004).

Liefers Hörspielinszenierung des Volker-Braun-Stücks Iphigenie in Freiheit wurde im September 1991 zum Hörspiel des Monats gewählt und von der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet. Zwei Mal wurde er mit dem Deutschen Kinderhörspielpreis geehrt.

Er ist der Vater des Schauspielers und Musikers Jan Josef Liefers sowie der Stiefvater des Schauspielers Martin Brambach. Karlheinz Liefers starb 2006 im Alter von 64 Jahren. Er wurde auf dem Karlshorster und Neuen Friedrichsfelder Friedhof in Berlin-Karlshorst beigesetzt. (Quelle: wikipedia)

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Bub … ein Hörspiel, das nichts für zarte Gemüter ist, im Gegenteil … das ist wahrlich starker Tobak … und das führt zu einem ganz großen Kompliment für die Akteure … für mich ein Höhepunkt des deutschen Hörspiels.

Na ja, und dann führte mich dieses Hörspiel auch auf meine eigenen Spuren und ich erinnere mich schmunzelnd an manch´ Narretei meines Lebens .. auch in diesem Bereich. Wobei ich all jene diesbezüglich  dramatischen Momente meines Lebens denke, ist mir natürlich auch klar …  wie illusionär so manche Überlegungen der 68er Jahre waren … und welche Verletzungen daraus entstanden sind.

OffeneZweierbeziehung

Besetzung:
Klaus Manchen (Mann)
Martin Seifert (Professor)
Angelika Waller (Frau)

Bearbeitung: Gabriele Bigott

Regie: Karlheinz Liefers

DiverseBuchausgaen

Diverse Buchausgaben des Theaterstücks (alle erschienen im Rotbuch Verlag, Berlin)

Titel:
01. Offene Zweierbeziehung 43.10

OffeneZweierbeziehung2

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Pete York – Presents Superdrumming – Vol. 1 (1987)

FrontCover1Und schon wieder so ein britischer Musiker, der hier in diesem blog präsentiert wird … hat aber auch seinen guten Grund, denn die Basis für dieses Doppel-Album wr eine gleichnamige TV-Show in der ARD:

Super Drumming war eine deutsche Fernsehserie der ARD, in der Live-Musik in einer besonderen Kulisse ohne Publikum präsentiert wurde. Im Mittelpunkt stand dabei das Schlagzeug und die Percussions. Präsentiert wurde die Serie in drei Staffeln von Pete York, der auch als Moderator fungierte.

Stilistisch wurde zwischen Rock, Jazz, Fusion, Weltmusik oder Musical gewechselt, viele Musikstücke wurden gecovert oder neu arrangiert, wenige Stücke wurden eigens für die Sendung komponiert. Pro Folge gab es oft ein kurzes Interview mit einem der beteiligten Schlagzeugern.

Der Titelsong war eine Version von George Gershwins I Got Rhythm im Jazzrock-Stil.

Die Erstausstrahlung der ersten Staffel war vom 8. bis 20. Februar 1987 im Ersten Deutschen Fernsehen zu sehen. Sie wurde in einer ehemaligen Pfarrkirche in Staig, Ulm aufgenommen. (Quelle wikipedia)

Und diese TV-Serie (Regie: Michael Maschke) hat bei so manchen (wie mir) einen verdammt tiefen Eindruck hinterlassen … wo konnte man schon vor einer stimmungsvollen Kulisse Musikern der Spitzenklasse bei ihrem Handwerk zusehen … Und so gibt es etliche, ganz liebevolle Erinnerungen wie diese hier z.B.:

Was war das für ein Fest. Mitte der 80er begann ich Schlagzeug zu spielen. Kurz darauf startete in der ARD diese Serie mit dem mir damals noch unbekannten Pete York. Und er hatte alle meine Drum-Heroes von damals dabei (Ian Paice, Cozy Powell, Simon Phillips). Gottseidank hatte mein Vater damals gerade frisch der Familie einen Videorekorder gespendet, also wurden natürlich alle Folgen der ersten Staffel aufgezeichnet. Das VHS-Band habe ich noch, nur leider total verrauscht.

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Aber es gibt ja inzwischen die DVD-Version, wenn auch stark gekürzt. Ich glaube kaum, dass diese Serie jemals wiederholt wird, leider nicht Massenkompatibel. Auf die Frage, ob es vielleicht mal eine Neuauflage der Serie geben könnte antwortete Pete York 2002 auf einer Drum-Clinic in Köln sinngemäß: „Um so ein Konzept heutzutage einem Fernsehsender schmackhaft zu machen, müsste man sechs Drummer zusammen mit Verona Feldbusch in einen Container sperren.“ Ich glaube er hat leider Recht, Schade! (Florian; Quelle: www.fernsehserien.de)

Und in der Tat: Die erse Staffel (hier eben als Doppel-Album) war ein wunderbarer Auftakt … und wenn man sich die Besetzungsliste ansieht, der kann eigentlich nur mit der Zunge schnalzen … die Gäste, die Pete York aufgrund seiner vielfältigen Kontakte eingeladen hat … das war schon ne feine Auswahl:

Den Wolfgang Schmid kennt man als Bassisten der legendären Klaus Doldinger´s Passport Formation der frühen Jahre … Brian Auger … mein Gott …. Nippy Noya … Cozy Powell … Ian Paice, Simon Phillips, Gerry Brown … und dann noch die Jazz-Schlagzeuglegende Louie Bellson … u.a. zu hören bei dem großartigen „Skin Deep“.

Bedingt durch die Tatsache, dass Wolfgang Schmid doch sehr viele der Kompositionen beigestuert hat … ist dieses Album stark Fusion Jazz lastig … nichts gegen Wolfgang Schmid … aber hier entstand dadurch eine gewisse Einseitigkeit.

Aufgehoben wurden sie dann durch die Beiträge von Nippy Noye („Collapso, Calypso“) und Cozy Powell steuerten insbesondere mit seinem Single-Hit aus dem Jahr 1972 „Dance With The Devil“ (da wird dann ganz schön gerockt …) ein wenig Abwechslung bei.

Von daher … ein wunderbarer Einstieg in die Welt von Superdrumming … aber in den folgenden Staffeln legte Pete York noch ne Schippe drauf … und dann wird´s endgültig genial-gigantisch …

Pete York

Pete York

Ja, ja … ich hör´ schon auf mit meinen Schwärmereien …

Es gab dann später auch ne CD von diesen Aufnahmen … allerdings enthielt diese nur 13 statt der eigentlich 21 Stücken …. von daher präsentiere ich hier die Vinyl-Fassung

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Besetzung:

Superdrumming Band:
Brian Auger (keyboards)
Wolfgang Schmid (bass)
Gert Wilden Jr. (keyboards)
Peter Wölpl (guitar)
Pete York (drums, percussion)
+
Gerry Brown (drums bei 04., 09., 14., 18.)
Louie Bellson (drums bei 02., 05.,11. , 21.)
Nippy Noya (percussion bei 03., 15.)
Ian Paice (drums bei 10., 12.)
Cozy Powell (drums bei 13. + 20.)
Simon Phillips (drums bei 02., 07.)

BookletA

Titel:
01. I Got Rhytm (The Last Round Up) (Gershwin) 1.14
02. Laid Back Heart Attack Tango (Schmid-Grandy) 8.04
03. Body Moves (Schmid-Grandy) 5.45
04. Disco Dance Foe Daft Dodgers (Schmid-Grandy) 3.27
05. The Hawk Talks (Bellson) 4.35
06. Killer (Moore) 4.21
07. Don’t Step In It (Schmid-Grandy) 3.31
08. Collapso, Calypso (Schmid-Grandy) 4.36
09. Can You Dig It (Schmid-Grandy) 2.54
10. Ian’s Shuffle (Schmid-Grandy) 4.01
11. Caravan (Ellington/Tizol) 4.25
12. Threezenuff (Schmid-Grandy) 2.28
13. Pots And Pans (Schmid-Grandy)
14. Life On The Road (Schmid-Grandy)
15. Ritual Magic (Schmid-Grandy) 3.22
16. Beating The Bronze (Schmid-Grandy) 4.28
17. Calypso X (Wilden jr.) 4.20
18. Locked In (Schmid-Grandy) 1.44
19. Programme Changes (Schmid-Grandy) 2.22
20. Dance With The Devil (Hayes) 3.06
21. Skin Deep (Bellson) 13.39

LabelD1

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MC
Und hier kann man es sehen  … wie das damals ausgeschaut hat: