Darek Ensemble – Salon- und Café-Musik von gestern und vorgestern (1987)

FrontCover1Schon lange war hier nicht mehr die Rede von meiner immer wieder innig geliebten Salon- und Café-Musik aus längst vergangenen Tagen. Und deswegen wird es mal wieder höchste Zeit, ein Album mit Musik dieser Art zu präsentieren.

Aber was ist nun eigentlich Salon-und Café Musik ?

Man könnte sagen, sie ist ein Ausdruck für leicht aufnehmbare, sentimentale, sinnliche und oft auch besonders virtuose Musik. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts etablierte sich neben dem literarischen auch der musikalische Salon. Die in einem Empfangs-oder Gesellschaftszimmer aufgeführte Musik war an einen spezifischen geselligen Kontext gebunden und diente Unterhaltungszwecken. Im „Salon“ befand sich eine private, meist großbürgerliche Gesellschaft, die den musikalischen Darbietungen eher oberflächlich folgte. In gewisser Weise ist Salonmusik die bürgerliche Fortführung der Kammermusik des Adels aus dem 17./18. Jahrhundert.

Die Salonmusik als musikalische Gattung setzt sich zumeist aus Bearbeitungen von klassischer Musik, Opern-und Operetten-Arien, Gesellschaftstänzen sowie aus poetischen Instrumentalstücken und volkstümlichen Melodien zusammen. Selbst Franz Schubert komponierte Musik für die biedermeierlichen Salons in Wien. Mit zunehmender Kommerzialisierung der Hausmusik gegen Mitte des 19. Jahrhunderts entstand ein Genre der Salonmusik, das nicht mehr so ernst genommen und von Kritikern als Kitsch bezeichnet wurde. Neben den musikalischen Dilettanten, die sich der Salonmusik annahmen, gab es professionelle, vornehmlich artistische Salonmusik. Franz Liszt glänzte als Klaviervirtuose in den Salons und Jacques Offenbach begann seine Karriere in den Pariser Salons.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Salonmusik kleinbürgerlicher und öffentlicher. Sie war in zahlreichen Cafés, Weinstuben, Hotel- und Konzerthallen zu hören. Neben den Tanzkapellen entstanden Salonorchester in spezieller Besetzung. Häufig musizierte man mit einem Klaviertrio. Jedoch gab es auch erweiterte Ensembles z.B. die Pariser, die Wiener und eine Berliner Besetzung. Das Klavier behielt seine dominante Stellung bei.

SalonMit der Entwicklung von Radio und Grammophon wurde die Salonmusik enorm zurück gedrängt und fristete ein Schattendasein. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts tritt die historische Salonmusik erfreulicher Weise wieder stärker in Erscheinung und wird von zahlreichen Ensembles vorgetragen.

Eine Erweiterung der Salonmusik aus vielen anderen musikalischen Genres wie z.B. Filmmusiken, Schlager, Evergreens, Jazz, Blues, verschiedene Tänze u.a. sind in der heutigen Aufführungspraxis häufig anzutreffen. Dadurch erfreut sich die Salonmusik zunehmender Beliebtheit und hält wieder regen Einzug in den öffentlichen und privaten Gebrauch.
Und die Entwicklung der Kaffeehausmusik ist eng verbunden mit der Gründung der ersten europäischen Kaffeehäuser und der Verbreitung von Kaffeespezialitäten. Die ersten Kaffeehäuser entstanden im osmanischen Reich. Mit der Eröffnung eines Kaffeehauses in Istanbul erreichte diese Institution erstmals den europäischen Kontinent. Im westlichen Europa wurde das erste Café 1647 in Venedig unter den Arkaden des Markusplatzes gegründet. Später folgten in London, Bremen, Hamburg und anderen Städten. In Wien eröffnete ein Armenier namens Johannes Theodat 1685 das erste Kaffeehaus der Stadt. Neben dem Adel saßen auch einfache Leute am gleichen Tisch, redeten, diskutierten und lasen ihre Zeitungen. Gelehrte, Literaten und Politiker wie auch Künstler waren in Kaffeehäusern häufig gesehene Gäste. Im 18. Jahrhundert begann eine neue Ära des Wiener Kaffeehauses.

Das erste Wiener Konzertcafé wurde 1788 von Martin Diegand eröffnet. In der Folgezeit besuchte auch W.A. Mozart gern Konzertcafés, um die Wirkung seiner Musik aus erster Hand begutachten zu können. CafehausBeethoven ließ es sich auch nicht nehmen und musizierte öfter in Kaffeehäusern. Kaffeehausmusik, auch als Salonmusik bezeichnet, verbreitete sich nicht nur in Wien sondern auch in anderen großen europäischen Städten wie Paris und Berlin. Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zum großen Durchbruch. Obwohl es teilweise schon um 6.00 Uhr morgens losging, war kein Platz mehr zu bekommen. In Wien war es das Streicherensemble rund um Johann Strauß Senior und Josef Lanner, das für berstend volle Kaffeehäuser sorgte. Ihr Ruf verschaffte ihnen Auftritte in ganz Europa, wo sie wie Popstars umjubelt wurden. Aber auch J. Strauß Sohn und viele seiner komponierenden Zeitgenossen wurden in den Wiener Kaffeehäusern gefeiert. Die heute aufgeführte Kaffeehaus-oder Salonmusik setzt sich aus verschiedenen Musikgattungen zusammen. Sie dient der Unterhaltung beim Genuss von Kaffee, allein oder in geselliger Runde. Man kann Leute treffen und kennenlernen, lesen, eine Auszeit nehmen, und nebenher den Klängen der ruhigen Musik lauschen. Das Kaffeehaus ist eine Stätte der JiriDarekEntspannung und des Wohlbefindens. Die abwechslungsreiche und unterhaltsame Musik wird, wie bei der Salonmusik, in kleineren Besetzungen dargeboten. (Kaffeehaus – und Salonensemble Rudolstadt)

Und mit dem „Darek Ensemble“ wird dieser herrlich-schmalzigen Musik ein Denkmal gesetzt.

Jiri Darek studierte am Konservatorium in Prag und an der Janacek-Akedemie in Brünn. Von jeher war er um eine möglichst vielseitige musikalische Bildung bemüht, und schon während seiner Studienzeit widmete er sich nicht ausschließlich nur den Meisterwerken der solistischen und kammermusikalischen Violinliteratur, sondern spielte ebenso gern auch im Orchester oder in einem kleinen Kaffeehaus-Ensemble.

Im Jahre 1973 wurde der Mitglied, sechs Jahre später Konzertmeister im Rundfunkorchester des Südwestfunks.“ (zitiert aus dem booklet)

Man lasse sich nicht täuschen: Auch diese Musik erfordert durchgehend ein hohes Niveau … und in diesem Ensemble spielte z.B. ein Thilo Berg mit … der später als wirklich bemerkenswerter Jazzdrummer mit seinen eigenen Produktionen durchaus beeindruckend war.

Aber nun: viel Vergnügen mit all diesen verspielten und schmachtenden Melodien !

DarekEnsemble

Besetzung:
Thilo Berg (drums)
Jiri Darek (violin)
Hans-Rolff Hauck (violoncello)
Edmund Högemann (piano)
Klaus Leppla (violin)
Peter Matejcek (clarinet, saxophone)
Winfried Mattern (clarinet, saxophone)
Willie Tiepold (bass)
Georg Uhl (guitar)
Alfred Wurm (clarinet, saxophone)

BookletBackCover1

Titel:
01. Roter Teufel (Plessow/Grünberg) 2.50
02. Ganz leise kommt die Nacht (Grothe/Grünberg) 3.39
03. Avant de mourir (Boulander/Schneiders) 2.46
04. Das blonde Kätchen (di Lazzaro/Grünberg/Darek) 2.53
05. Im Chambre Separee (Heuberger/Darek) 3.28
06. Somewhere Over The Rainbow (Arlen) 3.28
07. Spitzbub (Rixner/Grünberg) 2.03
08. El Toro Loco (Schneiders) 2.02
09. Tea For Two (Youmann/Grünberg) 3.35
10. Puszta Fox (Erdelyi/Schneiders) 2.02
11. Wien wird schön erst bei Nacht (Stolz/Grünberg) 3.30
12. Da Capo (Boulanger/Grünberg/Darek) 2.30
13. Toselli-Serenade (Toselli/Grünberg) 3.25
14. Von der Pusta will ich träumen (Brühne/Grünberg) 3.29

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Max Klein und seine Musikanten – Echt bayerisch musiziert (1987)

FrontCover1.jpgDer Musikant Max Kleun stammt aus dem Örtchen Hausham im oberbayerischen Landkreis Miesbach:

Zwischen Tegernsee und Schliersee – also mitten im Herzen Oberbayerns – liegt der Ort Hausham, einer der Urstätten echter bayerischer Volksmusik. Offenbar ist die Fröhlichkeit der vielen Musikanten, die hier in dieser Region zuhause sind, ein Dankeschön an die Natur, großzügig bei der malerischen Aufteilung von Bergen, Wiesen, Wäldern, Almen und Seen umgegangen zu sein.
Einer der glücklichen, der sogar das Musizieren hauptberuflich ausübt, ist Max Klein, der nach dem Musiklehrer-Studium am Richard-Strauß-Konservatorium drei Instrumente großartig beherrscht: Zither, Gitarre und Klarinette. Seine Liebe zur Musik hat er wohl von seinem Großvater, einem damals bekannten Zitherspieler, übernommen, denn bereits im Alter von 12 Jahren war Max Klein Mitglied des »Haushamer Soat’nquartetts«. Seine große Musikalität zeigt sich auch beim Komponieren und Arrangieren.

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Und da liegt Hausham/Obb.

Ein besonderes Erlebnis ist es für jeden Zuhörer, wenn Max Klein wie auf diesen Aufnahmen zu hören ist – mit seinen Freunden musiziert:
Brigitte Magritsch am Hackbrett, Beatrix Kirchberger, Harfe, Josef Rottenfußer, Geige (ehemals Professor an der Münchner Hochschule für Musik) Christian Kellerer, Akkordeon, Rudi Rutz, Kontragitarre und – nicht zuletzt – Hermann Klattenbacher, der als gebürtiger Haushamer ebenfalls Mitglied des »Haushamer Soat’nquartetts« war.

Soweit ich das überblicken kann, können wir hier nun sein Solo-Debütalbum hören … und wiedermal hören wir stimmungsvolle Klänge aus dem Voralpenland … weitab von dem Klamauk eines Musikantenstadls … mit ganz viel Liebe eingespielt …  für besinnli che Stunden durchaus geeignet, wenngleich diese Musik weiterhin nicht die Musik ist, an der mein Herz hängt … aber dennoch: Volksmusik in ihrer ursprünglichen Form und das ist schon mal was wert … in Zeiten wie diesen.

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Alternatives Frontcover

Besetzung:
Betrix Kirchberger (harp)
Christian Kellerer (accordeon)
Max Klein (zither, guitar, clarinet)
Hermann Klattenbacher (bass)
Brigitte Magritsch (dulcimer)
Josef Rottenfußer (violin)
Rudi Rutz (guitar)

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Titel:
01. Haushamer Boarischer (Klein) 2.29
02. Auf der Stöger Alm (Klein) 3.02
03. Jadgschloss-Boarischer (Kellerer) 2.38
04. Alt Haushammer-Menuett (Klein) 3.08
05. Im Sommerhäusl (Klein) 3.15
06. An der Schlierach (Klein) 2.54
07. Huberspitz-Polka (Klein) 3.09
08. Pokorny Menuett (Klein/Pokorny) 2.27
09. Im Rosengarten (Klein) 3.09
10. Moni Boarischer (Klein) 2.48
11. Menuett aus St. Gallen (Traditional) 3.00
12. Haberfeld-Schottisch (Klein) 2.47
13. Marsch aus Österreich (Traditional) 2.20
14. Tegernseer Menuett (Traditional) 3.12
15. Maibaum-Landler (Klein) 2.45
16. Binkerl-Polka (Klein) 2.57
17. Blutenburg-Menuett (Rottenfußer) 2.10
18. Fehnbach-Landler (Klein) 2.41
19. Auf der Romanshöhe (Rottenfußer) 2.17
20. Gaudiburschen (Rottenfußer) 2.13
21. Stadlberg-Marsch (Klein) 2.22

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Diesen Beitrag möchte ich gerne dem blog Leser giorgis widmen

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Ganz schön idyllisch gelegen: Hausham

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Man glaubt es kaum … gefunden auf amazon.dot.com

Hugo Strasser – Die Tanzplatte 1987 (1986)

FrontCover1Höchste Zeit, dass mal wieder ein weiterer Großmeister der gepflegten Tanzmusik hier Erwähnung findet. Und wenn dann so einer Jahrgang 1922 ist, hat er doch so einiges erlebt:

Hugo Strasser (* 7. April 1922 in München-Schwabing – † 17. März 2016 in München-Trudering) ist ein deutscher Klarinettist und Bandleader. Das Orchester ist bekannt für seine Tanzmusik, vor allem durch die Albumreihe „Tanzplatte des Jahres“ und die musikalische Ton- und Takt-Vorgabe bei vielen Tanz-Weltmeisterschaften.

Strassers Vater, ein verbeamteter Schulhausmeister, stammte aus einer Bauernfamilie in Jetzendorf, seine Mutter aus Schrobenhausen. Als Siebenjähriger spielte Strasser in der Kinderstunde des Bayerischen Rundfunks sein erstes Mundharmonika-Solo. Mit 16 Jahren kam er an die Akademie der Tonkunst in München. Im 8. Semester wurde er zum Militär eingezogen und erhielt seine weitere musikalische Ausbildung an der Heeres-Musikschule in Bückeburg, wie z. B. auch James Last, Roy Etzel und Horst Fischer. Nach dem Krieg, an dem er als Soldat nicht aktiv teilnehmen musste, spielte er Jazzmusik in amerikanischen Clubs in München und anderen bayerischen Städten, unter anderem vom Juni 1945 bis zum Dezember 1945 im „Oberhaus“ in Passau für die dortige US-Infanteriedivision. Ab 1949 wirkte er als Altsaxophonist und Klarinettist im 1948 gegründeten Max-Greger-Sextett.

1955 gründete er sein eigenes, 16-köpfiges Tanzorchester, mit dem er noch immer (Stand: Dezember 2008) auf zahlreichen Ballveranstaltungen auftritt, so unter anderem den Faschingsbällen beim Bayerischen Rundfunk. Von großem Vorteil für den berühmten Strasser-Sound war, dass seine Arrangeure immer auch Musiker seines Orchesters waren (besonders zu erwähnen sind der 2001 verstorbene Tenorsaxophonist Werner Tauber, der Posaunist Hans Ehrlinger, der Trompeter Etienne Cap und der 2012 verstorbene Gitarrist Dirk Schweppe). 2008 besteht das Orchester neben Strassers Klarinette aus fünf Saxophonen, drei Trompeten, drei Posaunen, Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Obwohl das Orchester seit mehr als fünf Jahrzehnten existiert, gab es kaum personelle Wechsel. So führt der 1. Altsaxophonist und Klarinettist Hans Wolf (* 1927) seit 1957 Strassers Saxophonsatz an.

Autogrammkarte aus den 50er Jahren

Autogrammkarte aus den 50er Jahren

Anlässlich eines Konzertes zu seinem 65. Geburtstag gründete Hugo Strasser die Formation Hot Five. Neben Strasser gehören Martin Schmid (Bass), Uwe Gehring (Gitarre), Ladia Base (Klavier und Arrangement) und Martin Breinschmid (Perkussion) zur (wechselnden) Besetzung. (Stand: 2008)

2005 und 2006 tourte er mit Max Greger und Paul Kuhn als Swing-Legenden mit der SWR-Bigband mit A Tribute to Glenn Miller durch die Lande. Zusammen mit Greger geht Strasser auch weiterhin regelmäßig auf Tournee. Im Januar 2009 gab er zusammen mit Max Greger und Bill Ramsey als Swing-Legenden in der Stuttgarter Liederhalle ein Konzert. Gaststars waren die Kessler-Zwillinge. 2013 gab er mit der Aichacher Swing-Band „Crazy Oak Big Band“ ein Konzert, welches nach einem Geburtstagsgruß zustande kam.

Hier ist vor allem die Reihe „Tanzplatte des Jahres“ zu nennen, die Strasser von 1966 bis 1996 bestritt. Nach 1996 kamen noch ein paar „Best of“-CDs heraus, seine große Zeit war jedoch vorbei. Ein Kuriosum war das Album „Was ich sagen wollte …“ (1989). Auf ihr war Strasser tatsächlich als Sänger zu hören, mit Liedern über sich, das Leben und seine Heimatstadt München. Es kam sogar eine Single heraus mit dem Lied „I kann ned tanzen“ (Strasser kokettierte zeit seines Lebens damit, dass er beim Tanzen stets aus dem Takt komme).

Zu den bekanntesten von Strasser eingespielten Titeln gehören sicher „You’re the Cream in My Coffee“ (Quickstep) aus „Turniertanz-Trümpfe“; außerdem der Ohrwurm „Wild Cat Blues“, ebenfalls ein Quickstep, der Strassers Klarinette prominent präsentiert, zu finden auf „ARD Masters Gala ’92“ (das Lied war außerdem die Begleitmusik eines 70er-Jahre-Pausenfilms des Hessischen Rundfunks mit Kätzchen, die in halboffenen „hr“-Würfeln herumkrabbeln).

Daneben ist er immer auch dem Swing und Jazz treu geblieben, z. B. durch Auftritte in Quintettbesetzung, seiner so genannten Hot Five, von der es auch CDs gibt.

Gelegentlich komponierte er auch Filmmusik wie 1964 für „Das Mädel aus dem Böhmerwald“ mit Gerlinde Locker.

2016, wenige Wochen vor seinem 94. Geburtstag, wirkte Strasser wie bereits seit vielen Jahren an der Ballnacht im Deutschen Theater mit. Seinen letzten Auftritt hatte er am 28. Februar 2016 in Unterhaching. Am 17. März 2016 starb Hugo Strasser an den Folgen eines Blasenkrebsleidens. Er wurde anonym auf einem Kemptener Friedhof bestattet. (Quelle: wikipedia)

Hugo Strasser - Max Greger - Paul Kuhn

Hugo Strasser – Max Greger – Paul Kuhn

Hier also eine seiner berühmten Tanzplatten … und schön beim ersten Hören dachte ich mir, dass solch ein faszinierende Big-Band-Jazz-Sound eindeutig unter Wert verkauft (schaut man sich z.B. das Cover an … aber wir wissen: You can´t judge a record by looking at the cover !), wenn man sie eben nur als „mit allen Tänzen des Tanzweltprogramms im strikten Tanzrhythmus“ anpreist. Nein, hier gibt es eben einen geradezu superben Jazz zu hören aus einer längst vergangenen Epoche der großen Banktetts … und natürlich wurde auch getanzt … aber die Musik schmeichelt sich einfach auch „nur so“ ins Gemüt … das geht schon bei „Goody Goody“ los … und dann folgende diverse Tanzstile von Cha-Cha-Cha über Tango, Walzer, Slow-Fox bin hin zu Rock N Roll (diesen Titel komponierte sein Sohn Thomas Strasser). Und selbst Dieter Bohlen ist mit 2 Kompositionen vertreten, die dann als „Disco“ und „Slow Beat“ firmieren … Herz, was willst Du mehr !

Also: Hören und ein wenig ungläubig staunen lautet daher meine Empfehlung.

HugoStrasser

Besetzung:
Ladia Base (piano, synthesizer)
Viktor Behrens (trumpet)
Etienne Cap (trumpet)
Hans Ehrlinger (trombone)
Georges Delagaye (trombone)
Fritz Gläser (trombone)
Josef Güntner (trombone)
Kurt Kümpel (saxophone, flute)
James Polivka (trumpet)
Walter Rab (trumpet)
Horst Reipsch (saxophone, clarinet)
Dirk Schweppe (guitar)
Pat Simon (vocals)
Hans Joachim Stelzer (saxophone, clarinet)
Eric Stevens (bass)
Hugo Strasser (clarinet)
Thomas Strasser (guitar)
Werner Tauber (saxophone, clarinet)
Alan Waterson (drums)
Hans Wolf (accordeon, saxophone, clarinet, flute)
+
Bob Coassin (trumpet bei 04. + 07.)
+
Eine Streichergruppe unter der Leitung von Hans Herchenhahn

BackCover1

Titel:
01. Goody Goody (Warren) 2.55
02. Katja (H.Strasser) 2.58
03. Tango Militaire (Kötscher) 2.20
04. New York, New York (Kander) 3.13
05. Domino (Ferrari) 3.15
06. Skyliner (Barnet) 2.47
07. Nikita (John / Bernie Taupin) 3.38
08. Atlantis Is Calling (Bohlen) 3.35
09. Dob’s Boogie (Dobschinski) 2.41
10. Etüde (Chopin/Tauber) 3.23
11. Trumpet Cha Cha (Cap) 2.56
12. Con Fuego (H.Strasser) 3.06
13. As Time Goes By (Hupfeld) 2.43
14. Rockmobil (Th.Strasser) 3.17
15. Midnight Lady (Bohlen) 3.13
16. Polka Vienna (Schrammel) 3.09

CD1

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Bläserkorps der Jägerschaft Duderstadt – Jagdhorn-Klänge (1987)

FrontCover1.jpgAlso, da gibt es die Jägerschaft Duderstadt und die scheint es schon vor dem II Weltkrieg gegeben zu haben, aber da schweigt sich die Jubiläumsbroschüre irgendwie verdächtig dezent aus. Und so lesen wir folgendes über die Anfänge:

Die meisten können sich die Verhältnisse und ebensumstände unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr vorstellen, da sie in einer glücklichen Zeit aufwuchsen, die ihnen Frieden und Wohlstand brachte. Die Zeiten, in denen die Jägerschaft Duderstadt neu gegründet wurde, waren unruhig. Deutschland war geteilt und von den Siegermächten besetzt. Das Unter-Eichsfeld war britisch.
Überfälle und Plünderungen fanden statt. Die Briten konnten diese Überfälle
nicht verhindern, verfolgten sie oftmals aber auch nicht konsequent genug. So
wurde die von den Briten ausquartierte Familie Hollenbach aus Duderstadt, die
zu dieser Zeit im Jagdhaus Desingerode lebte, dort am 30.06.45 überfallen und
ausgeraubt.
Noch 1948 organisierten die Gemeinden nächtliche Wachdienste zum Schutz
ihrer Ernten, wofür eigens ein Gesetz geschaffen worden war. Kriege und
Revolutionen waren oft verbunden mit Not. Auf die Jagd hatte dies stets
negative Auswirkungen, da immer dann vermehrt gewildert wurde, ob mit
Waffe oder Schlinge. Auch einige einheimische Jäger sahen nicht ein, daß sie
auf die Jagd verzichten sollten und jagten gelegentlich mit versteckten Waffen,
ein lebensgefährliches Spiel, denn auf – zu der Zeit illegalen – Waffenbesitz
stand die Todesstrafe. Die inzwischen unter britischer Aufsicht neu organisierte
Polizei drückte jedoch meistens die Augen zu, bis auf einen Fall, der aber
glimpflich ausging …

JägerschaftDuderstadt01

Gegründet wurde dann dieser Verein am 29. März 1947 (Die Chronik des Vereins ist wirklich arg verwirrend)

Das Jagdhornbläserkorps der Jägerschaft Duderstadt ist zweifellos das Aushängeschild der Jägerschaft. Kein anderer Organisationszweig hat derartig gute Möglichkeiten, für die Jägerei effektive und von positiven Inhalten geprägte Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, wie das Jagdhornbläserkorps. Die Duderstädter Bläser leisten diese Arbeit, indem sie nicht nur bei Veranstaltungen der Jägerschaft auftreten, sondern auch in der
Öffentlichkeit und bei befreundeten Institutionen und Verbänden. Jahrelang war es z.B. üblich, daß das Jagdhornbläserkorps der Jägerschaft das Schützenfest der Schützengesellschaft Duderstadt eröffnete. Darüber hinaus
ist unser Bläserkorps Dank des Engagments und der Leistung ihres langjährigen Leiters Rudi Lindner bei Wettbewerben außergewöhnlich erfolgreich, die Frucht kontinuierlich betriebener und zeitweiser harter Arbeit. Dies führte dazu, daß die Duderstädter Bläser inzwischen schon einige Repräsantationsauftritte für die Landesjägerschaft Niedersachsen wahrnahmen.

Nachdem die einheimischen Jäger sich 1949 in der Kreisgruppe Duderstadt zusammengefunden hatten, kam bald der Wunsch auf, das jagdliche Brauchtum, insbesondere das Jagdhornblasen, wieder mehr zu pflegen. Der Vorstand bemühte sich, Jäger und bläserisch erfahrene Freunde für das Führen des Jagdhorns zu inteessieren. Die Entwicklung schritt zunächst nur langsam voran, und bis zur Bildung einer Gruppe, wie wir sie heute haben, war es noch ein weiter Weg.
Im Jahre 1952 beschloß der Vorstand erstmalig den Kauf von ”2 Signalhörnern für die Hornisten”. Bei der 0Jahreshauptversammlung am 30.07.54 wurde bekanntgegeben, daß Jagdhornblasen unterrichtet wird. Noch 1955 wurde seitens der Führung des Bläserkorps ́ und des Vorstandes eine schlechte Übungsbeteiligung beklagt.

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Als das Jagdhornblasen sich immer größerer Beliebtheit erfreute, wurden Landes
– und Bundeswettbewerbe veranstaltet.
Auch die Duderstädter Bläser wollten an solchen Wettbewerben teilnehmen. Um einen entsprechenden Leistungsstand zu erreichen, übten die Bläser der ersten Stunde an vielen Tagen bei den Waidgesellen Walter Zinserling und Ernst Georg
Wüstefeld. (Jubiläums Chronik; liegt der Präsentation bei)

Es folgen dann etwas wirre Angaben, wann man denn nun eine eigene Unform hatte und wann man denn nun an den ersten Wettbewerben teilgenommen habe …

Aber dann:

Der Wunsch, eine Plattenaufnahme durchzuführen, existierte im Bläserkorps
schon lange. Für die Realisierung dieses zunächst kostspieligen Vorhabens sorgte
Thomas Ehbrecht im Jahre 1987. Im Frühjahr dieses Jahres setzten sich die
Bläser an mehreren Wochenenden mit den Tücken von Mikrofon und Tonband
auseinander. Heraus kam eine Aufnahme, die mehr ist, als eine schöne
Erinnerung, sich bis zum heutigen Tage sehr gut verkauft und mittlerweile die
Kosten wieder eingespielt hat. (Jubiläums Chronik)

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Und das Ergebnis können wir hier nachhören … Da geht´s um diverse Signal-Klänge im Laufe einer Jagd, aber auch um klassicghe Jaglieder …

Und so sehr ich den Klang eines Jagdhorns mag und schätze … und hier wurde dieses Instrument nun wahrlich souverän eingespielt, so sehr bleib ich zurück mit gemischten Gefühlen.

Denn die Jagd und all die damit verbundenen Rituale und Sitten … die mir weiterhin arg patriachalisch vorkommen, sind mir weiterhin fremd … und geheuer sind sie mir auch nicht … obwohl ich natürlich mittlerweise auch weiß, dass die Jagd oftmals für ein ökologisches Gleichgewicht nicht unwichtig ist.

JägerschaftDuderstadt02

Man beachte die Augen des Schützen …

Besetzung:
Blästerkorps der Jägerschaft Duderstadt: unter der Leitung von Rudi Lindner:
Dieter Bömeke – Thomas Ehbrecht – Christian Gödeke -Erich Hagemann – Hermann-Josef Hotze – Elmar Kohlrautz – Ludger Kohlrautz -Manfred Krell – Hans-Adolf Kurth – Frank Lindner – Rudi Lindner – Otto Mühe – Holger Rümenapf – Bernward Schneegans -Friedbert Wandt – Markus Wucherpfennig – Jürgen Wüstefeld – Ralph Wüstefeld -Wolfgang Wüstefeld

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Titel:
01. Auf, auf zum fröhlichen Jagen (Traditional) 1.48
02. Hubertusgruß (Traditional) 1.49
03. Begrüßung (Traditional) 1.11
04. Das Ganze – Anblasen des Treibens (Traditional) 0.24
05. Aufmunterung zum Treiben (Traditional) 0.16
06. Treiber in den Kessel (Traditional) 0.19
07. Aufhören zu Schießen (Traditional) 0.13
08. Sammeln der Jäger (Traditional) 0.17
09. Hisch tot (Traditional) 0.34
10. Sau tot (Traditional) 0.30
11. Reh tot (Traditional) 0.25
12. Fuchs tot (Traditional) 0.29
13. Jagd vorbei – Halali (Traditional) 0.38
14. Eichsfelder Jägermarsch (Lindner) 1.18
15. Sollingfanfare (Traditional) 1.14
16. Jägermarsch ‚Der Tutterige‘ (Corneli/Lindner) 1.06
17. Ehrenfanfare (Traditional) 1.00
18. Hubertusmarsch 1.36
19. Hundefanfare (Traditional) 1.02
20. Hessischer Jägermarsch (Friedl) 0.46
21. Der Jäger aus Kurpfalz (Traditional) 0.45
22. Jägermarsch Nr. 1 (Traditional) 0.45
23. Alpenjägermarsch (Traditional) 1.48
24. Ländler (Traditional) 1.23
25. Auf Wiedersehen (Galetti) 1.11
26. Anjagd – Gute Jagd (Haydn) 0.44
27. Ich ging durch ein grasgrünen Wald (Traditional) 1.59
28. Kurpfälzer Halali (Stief) 3.21
29. Wie lieblich schallt (Silcher) 1.54
30. Jagdstück (Traditional) 2.11
31. Kein schöner Land (Volkslied um 1807) (Traditional) 2.09
32. Jägerchor aus der Oper ‚Der Freischütz‘ (v.Weber) 1.33
33. Sanctus und Hymne an St. Hubertus (Traditional) 3.02
34. Hubertusmarsch (Traditional) 1.37
35. Kurfürstenfanfare (Traditional) 3.41
36. Fürstengruß (Traditional) 0.43

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Und hier liegt Duderstadt:

Karte

Ulla Meinecke – Kurz vor acht – Live (1987)

FrontCover1Wenn eine Plattenfirma einer deutschen Sängerin ein Live-Doppelalbum spendiert, dann kann dies nur bedeutet, dass diese Sängerin so ziemlich erfolgreich ist.

Und diese trifft natürlich auch für die Ulla Meinecke zu … zumindest in jenen Jahren.

Und das Ergebnis kann sich auch hören lassen … und natürlich hatte sich die Ulla Meinecke längst von den Udo Lindenberg Prägungen ihrer frühen Jahre emanzipiert.

Und so erzählt und singt sie Geschichten, aus der weiblichen Perspektive, jene Perspektiven dieser Jahr, die man mit selbstbewußt und ehrlich bezeichnen kann. Nachdenklich und sensibel hat sie dabei all die Worte gewählt.

Gut, dass es dabei nicht nur um das alte Thema „Beziehungen“ geht (siehe Randy Newman´s „Politische Wissenschaft“ … abr wenn´s dann auch um Beziehungen geht, damm zeigt sie auf fulminante Weise, wie man diese Themen ausserhalb der Schlagerwelt behandeln kann.

Und so hält uns eine zutiefst sympathische Frau einen Spiegel vor´s Gesicht und so entstand ein zutiefst sympathisches Live-Album … bis heute hörens- und nachdenkswert.

BackCover

Besetzung:
Michael Brandt (guitar)
Chris Evans (drums)
George Kochbeck (keyboards)
Peter Küchhold (bass)
Ulla Meinecke (vocals)
Rosa Precht (keyboards)
Richard Wester (saxophone)

Inlet

Titel:
01. Was ich an dir mag (Pudelko) 2.49
02. Nie wieder (Meinecke/Mitteregger) 4.12
03. Ansage 0.18
04. Feuer unterm Eis (Meinecke/Mitteregger) 5.10
05. Ansage 2.01
06. Zu fett für’s Ballett (Meinecke/Mitteregger) 5.19
07. Ansage 1.55
08. Erwischt (Meinecke/Mitteregger) 5.00
09. Ansage 1.07
10. Hafencafé (Maurenbrecher) 4.21
11. Ansage 0.46
12. Politische Wissenschaft (Newman/Meinecke) 2.36
13. Ansage 1.17
14. Video (Meinecke/Mitteregger) 3.38
15. Die Blonde (Meinecke/Mitteregger) 1.54
16. Frankfurt (Meinecke/Mitteregger) 4.22
17. Ansage 0.27
18. Die Tänzerin (Meinecke/Zanki) 5.43
19. Ansage 1.52
20. Zauberformel (Meinecke/Evans) 3.53
21. Ansage/Bandvorstellung 1.12
22. Dach der Welt (Meinecke/Mitteregger) 5.21
23. Wenn ich jetzt weiterrede (Meinecke/Kravetz) 4.20
LabelD

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UllaMeinecke

John F und die Gropiuslerchen – Berlin, Berlin + Entspannung (1987 +1989)

FrontCover1Einerseits ne eher simple Single … mit jenen Sounds, die den Zeitgeist Ende der 80er Jahre begleiteten … kein Zeitgeist, der mir hier in Westdeutschland besonders gefiel … zumindest was die Kohl-Ära betrifft.

Andererseits ein Stück Zeitgeschichte, das es irgendwie in sich hat:

John F. und die Gropiuslerchen war das deutsche Musik-Projekt des Produzenten Jens Tröndle und des Musiker- und Autoren-Teams Rainer Konstantin, U. W. A. Heyder (Uwe Heyder) und Conny Göckel (Konrad Göckel).

Zu Berlins 750-Jahr-Feier erschien 1987 unter dem Namen John F. und die Gropiuslerchen der Titel Berlin, Berlin (… dein Herz kennt keine Mauern). Der als Geheimtipp gehandelte Dancetrack war mit O-Tönen von John F. Kennedy, Willy Brandt, Walter Ulbricht und Ernst Reuter bestückt, wurde von den Berliner Radiosendern, insbesondere dem RIAS, häufig gespielt, erreichte jedoch deutschlandweit keine Chartplatzierung.

DieMauer

Nach dem Fall der Berliner Mauer entstand Berlin, Berlin (Die Mauer ist Weg), eine der Zeit angepasste Version des Liedes mit O-Tönen von Hans-Dietrich Genscher, Walter Momper und Ost-Berliner Demonstranten. Im Dezember 1989 gelang der Sprung in die deutsche Hitparade, wo sich der Titel 9 Wochen hielt und Platz 29 erreichte.

Ebenfalls 1989 kam 2-4-6-8! (Who Do We Appreciate) mit Samples von Humphrey Bogart, Louis Armstrong und Marilyn Monroe in die Läden. Diese Produktion verfehlte, genau wie die 1995er Single Wir sind die Kid’s, eine Hitparadennotierung. (Quelle: wikipedia)

Wer es ganz genau wissen will, der kann sich hier und hier noch vertieft informieren.

Die B-Seite der Sngle ist übrigens, ausgenommen vom wirklich starkem Bass eher ne Nullnummer …

Die Gropiuslerchen

Die Gropiuslerchen

Und jede Zeit hat ihre Gassenhauer … hier hören wir einen aus einer ganz bedeutsamen Zeit deutscher Geschichte.

FrontCover (89 Remix Version)

Das Cover der ´89 Remix Version

Besetzung:
John F und die Gropiuslerchen:

Andrea – Britta – Sandra – Susanne – Tina – Wiebke

BackCover1

Titel:
01. Berlin, Berlin (… Dein Herz kennt keine Mauern) (Heyder/Konstantin/Göckel) 4.15
02. Entspannung /Heyder/Konstantin) 1.55
+
03. Berlin, Berlin (… Dein Herz kennt keine Mauern) (12″ Extended Maxi Version) 5.37
04. Berlin, Berlin (Die Mauer ist weg! 9. November ’89 – Remix) 4.16

LabelA1

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Das Video zur 89er Remix Version:

 

Und hier die Mitklatsch-Version in der ZDF Hitparade:

 

Und die Mauer wird fallen (Willy Brandt)

Georg Danzer – Liebes Leben ! (1987)

FrontCover1Also, die 80er Jahre waren für den George Danzer wahrlich keinleichtes Jahrzehnt:

Im Sommer 1984 löste Danzer seine Band auf und nahm in München mit neuen Musikern das Album Weiße Pferde auf. Bei den Dreharbeiten in Andalusien für ein unter der Regie von Rudi Dolezal produziertes Video zum Titellied hatte er einen schweren Motorradunfall und wurde wegen lebensgefährlicher Verletzungen mit der Flugambulanz nach Wien gebracht. 1985 wurde er von Dagmara geschieden, sein Vater beging Selbstmord und sein Ex-Manager tauchte unter, worauf das Finanzamt Nachforderungen stellte und Polydor seinen Vertrag nicht verlängerte.[16]

1986 schloss er einen neuen Plattenvertrag mit Teldec und verlagerte seinen Lebensmittelpunkt nach Spanien, auch zum Erlernen der Sprache. 1988 zog er nach Hamburg und erkrankte während einer Ägypten- und Keniareise an Malaria. Im folgenden Jahr siedelte er mit Lebensgefährtin Bettina auf einen Bauernhof in Werl-Holtum (Westfalen) über, den er mit Unterbrechungen bis 1994 bewohnte und wo er auch zwei Romane des Spaniers Manuel Vicent übersetzte: Mein Name ist Kain und Flug der erloschenen Schönheit. (Quelle: wikipedia)

GeorgDanzer

Viel dicker kann´s ja kaum kommen !

Und just in dieser Phase erschien sein Album „Liebes Leben !“, das überwiegend von nachklänglichen Texten geprägt ist (wen wundert´s ). Albern wird es eigentlich nur bei „Heute Nacht erschien mir Albert Einstein“.

Zitat

Quelle: Forever Young – Die Klänge der kühlen Dekade von Holger Stürenburg (2001)

Das mag ja sein, dass die Popilarität von Danzer in jenen Jahren nachlies … ganz verstehen kann ich es nicht … Denn hier hören wir ein überwiegend leises, intimes Album … fein instrumentiert und textlich eben z.T.  sehr bewegend:

 

und es läut mei telefon in da nacht
und da nachbar sagt: beim vatern hats kracht
an pumperer gmacht
i ziag mi langsam an
wass ganz genau: ’s is aus uns vorbei…

vater, deine schmerzen hab i ni gspürt
aber i hab gsegn,daß so kommen wird, daß so kommen wird
i kann di guat vasteh
du wolltest selber geh

freiwillig

vater, i waß vü zu wenig von dir
i waß nur, a teu von dir steckt in mir
tief drinnen in mir
du hast scho gwußt, wasd tuast
und wannst jetzt fortgeh muasst, na dann geh!

doch i waß ganz genau, irgendwann, irgendwo
san mia zwa wieder zam auf da wölt
vater, mach da du um mi kane sorgn
weu du kennst dein buam, der scheißt si um morgn

so wenig wia du
i kann di guat versteh
i tät genauso geh, so wia du
do i waß und i gspüä, irgendwann irgendwie

san mir zwa wieder zam
auf da wölt

Keine leichte Kost, aber eine LP, die wieder mal von viel Tiefgang geprägt ist.

Singles

Zwei Singles-Auskoppelungen von diesem Album

Besetzung:
Georg Danzer: (vocals, guitar, harmonica, sequenzer+percussion-programming)
Christian Kolonovits: Piano, Synthsizer, Zieharmonika
Martin Kunz (guitar)
Mischa Krausz (bass)
Hartl Pfannmüller (drums)
Nacho Quixano (percussion)
Willi Schneider (synthesizer)
+
Daniela Danzer (vocals bei 07.)

BackCover

 

Titel:
01. Strandhunde 4.41
02. Legende Vom Grossen Mann 5.39
03. Stephan 3.17
04. Wann werden wir uns wiedersehn 3.32
05. Oh, Kondome 3.59
06. Ich sehn mich so nach deinem Po 3.36
07. Sei nicht traurig (alles wird gut) 3.57
08 Heute Nacht erschien mir Albert Einstein 2.39
09 Die grauen Herren 4.14
10. Sieger 3.16
11. Vater 6.18
12. Barcelona 3.54

Musik und Text: Georg Danzer

LabelB

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die grauen herren fahr’n vor in grauen autos
sie haben nichts an sich, was farbe hat
so grau und leblos wie das blei der kugeln
sie weben fäden über diese stadt
sie steigen aus mit ihren aktentaschen
mit grauen angefüllt bis an den rand
sie fahren zu den obersten etagen
dort hängen graue bilder an der wand
sie sind die feinde unsrer lebensfreude
weil lachen ihre macht in frage stellt
die grauen herren haben angst vor liebe
und wär’n mir mehr, dann liebten wir sie aus der welt

die grauen herren sind verliebt ind tote
weil sich, was lebt, so schwer regieren läßt
die grauen herren mögen keine regenbogen
und darum meiden sie sie wie pest
im grunde ihrer bosheit sind sie feige
sie schwitzen graues blut vor haß und neid
doch ihre kräfte gehn sehr schnell zur neige
wenn wir uns stärker machen als das leid