Arnulf Wenning – Arnulf Wenning (1987)

FrontCover1.jpgNur gut, dass es in München auch nachts einen psychiatrischen Notdienst gibt, denn jetzt kommt … Arnulf Wenning:

Arnulf Wenning (* 1957 in Stendal) ist ein deutscher Popsänger.

Wenning lernte als 17-Jähriger autodidaktisch Querflöte und sang im Studiochor Magdeburg. 1977 bis 1980 war er Gründungsmitglied der Magdeburger Band Gatalula (kurz für „Ganztageslustlatte“). 1979 bis 1983 studierte er an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar Gesang und Querflöte. Wenning wurde 1981 als Sänger der Ulk-Band Reggae Play bekannt. 1984 verließ er Reggae Play, um eine Solokarriere zu beginnen. Er bildete kurzzeitig mit Sängerin Tina das Duo Traumboot. 1986 erreichte er mit dem Disko-Titel Eisdame einen zweiten Platz beim Interpretenwettbewerb im ungarischen Siófok und den ersten Platz beim Nachwuchsfestival Goldener Rathausmann in Dresden. Sein Titel Rot so rot war in mehreren osteuropäischen Ländern ein großer Erfolg. 1987 erschien beim DDR-Plattenlabel Amiga eine Langspielplatte mit dem Titel Arnulf Wenning. Im selben Jahr erhielt er für Rot so rot eine Goldene Schallplatte. Mit Ines Paulke sang er das Duett Du könntest es sein. 1987 gewann der Kurzfilm Der erneute Versuch der Menschwerdung die Silbermedaille beim UNICA-Filmfestival in Wien mit Wenning als einzigem Schauspieler. Er ist dort nackt am Ostseestrand zu sehen. 1988 gewann er den Hauptpreis Grand Prix beim Internationalen Schlagerfestival Dresden.

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Nach der Wende gründete Wenning die „Schlager-Beat-Kapelle“ Arni & die Schlagersterne, die bis 1992 existierte. Von 1993 bis 1996 arbeitete er als Heißluftballonpilot. 1994 erschien die Maxi-CD Nur bei dir. 1996 begann er, als freischaffender Fotograf zu arbeiten, unter anderem als Werbefotograf. Von 1996 bis 1999 trat er mit German Dance House featuring Arnulf Wenning auf. Seit 2004 ist er Mitglied der Romantiker, die Swing spielt. Seit 2005 bzw. 2006 tritt er alternierend mit der Leipzig Big Band bzw. der Arnulf Wenning Band auf. Seit 2007 ist er auch unter dem Namen Capitano Arnulfo bekannt und begann die Zusammenarbeit mit dem Akkordeonspieler Martin Müller, woraus zunächst das Projekt Die große Freiheit entstand. Im selben Jahr erschien sein Amiga-Album zusammen mit drei neueren Stücken als CD. Seit 2009 tritt er auch mit Lutz Winkler (ehemals Reggae Play) und weiteren Musikern als Reggae Play bzw. Margots Albtraum auf – in dieser Formation werden Stücke von Reggae Play gespielt, die von Kurzfilmen (von Helmut Pöschel, Amateurfilmstudio Würchwitz) aus der DDR-Zeit ergänzt werden, unter anderem Der erneute Versuch der Menschwerdung. Seit 2010 gibt diese Band auch Konzerte als Liederpiraten, wobei 2011 Max Nehrig zeitweise an die Stelle von Lutz Winkler trat. Außerdem bietet Wenning beruflich Segeltouren an. (Quelle: wikipedia)

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Und hier sein Erstlingswerk … Oh Gott … wir hören just jenen schmierigen Disco-Sound, den ich auf den Tod nicht ausstehen kann …

Und ich verstehe nicht, wie die Amiga Album ein erart seichtes Album veröffentlichen konnten,vielleicht dachten sie ja der Titel „Rot so rot“ sei ne politische Aussage. Und gelegentlich könnte man doch glatt den Eindruck bekommen, die DDR hat den Löffel nicht nur wegen wirtschaftlichen Missmanagement und sonstigen Verwerfungen abgeben, sondern weil solche Alben im „sozialistischem Arbeiter- und Bauernstaat“ veröffentlicht werden konnten. Verbrochen hat dieses Machwerk ein gewissen Arnulf Fritzsch (* 5. September 1951 in Schlettau) … Dessen Geschichte erzähl ich vielleicht ein anderes mal … aber vorerst möchte ich gerne bei der nächsten Polizeidienststelle eine Anzeige erstatten …

Arnulf Fritzsch

Wanted: Dead or alive: Arnulf Fritzsch

Da hilft dann das durchaus neckische Cover (erinnert ein wenig an die westliche Dekadenz der sog. „wet shirts parties“) auch nichts mehr.

Und meine Frau Gemahlin wartet schon im Auto … es gibt da so ne psychiatrische Notaufnahme in München … selber fahren kann ich nicht mehr. Und sie ruft mir ständig zu „Die Liebe wird siegen“ …

Und ich träller die ganze Zeit … Lady Cool … break the rule … Lady Cool … lalala“  … 

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Besetzung:
Arnulf Wenning (vocals)
+
ein unbekanntes Studio-Orchester unter der Leitung von Arnulf Fritzsch
Ines Paulke (vocals bei 05.)

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Titel:
01. Eisdame (Fritzsch) 3.47
02 Lady Cool (Fritzsch) 3.49
03. Die Mädels sind scharf drauf (Fritzsch) 3.50
04. Rot so rot (Fritzsch) 3.02
05.Du könntest es sein (Fritzsch) 4.23
06. Infanta Marina (Fritzsch) 4.41
07. Romanze in rot (Fritzsch) 3.47
08. Frau oder Mann (Fritzsch) 4.18
09. Mädchen (Fritzsch) 3.23
10. Afrika Mama (Fritzsch) 4.39
11. Die Liebe wird siegen (Fritzsch) 3.32
+
12. Eisdame 2007 (Fritzsch) 3.30
13. Bad, Bad Leroy Brown (Croce/Schüble) 2.36
14. That`s Life (Kay/Gordon/Bradtke) 2.54

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Schallplattenunterhalter mit Kassetten

Partystimmung bei der Silvesterdisco 1988/89 im Volkshaus Laubegast in Dresden

Münchner Motetten Chor und Bläserensemble – … Und Friede auf Erden (1987)

FrontCover1.jpgDieser Chor ist wohl einer der renommiertesten Chöre Deutschlands:

Der Münchner Motettenchor ist ein Konzertchor in München mit rund 90 Sängerinnen und Sängern. Der Chor wurde im Jahre 1960 von Hans Rudolf Zöbeley gegründet und bis 1997 von ihm geleitet. Zwischen 1998 und 2013 war Hayko Siemens künstlerischer Leiter; seit November 2013 ist dies Benedikt Haag.

Im Repertoire des Chores stehen seltener aufgeführte Komponisten, insbesondere aus neuerer Zeit (Britten, Honegger, Janáček, Kodály, Poulenc, Martin) gleichbedeutend neben den „Großen“ der Vergangenheit wie Monteverdi, Schütz, Bach, Mozart, Mendelssohn Bartholdy, Brahms oder Verdi. Ein Eckpfeiler im Repertoire sind Carl Orffs „Carmina Burana“, die der Chor 40 Mal aufgeführt hat – unter anderem auf Konzertreisen nach Nord- und Südamerika sowie nach Asien. Zu seinen Lebzeiten war Orff dem Chor persönlich eng verbunden. Im Juli 1995 sang der Münchner Motettenchor das Werk anlässlich des 100. Geburtstages des Komponisten vor 10.000 Menschen auf dem Münchner Marienplatz. Zum 50-jährigen Chor-Jubiläum komponierte Enjott Schneider ein Pendant zu den „Carmina Burana“. Dieses Werk, „Orbe rotundo“, wurde am 5. Dezember 2010 im Münchner Herkulessaal uraufgeführt.

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Ein künstlerischer Höhepunkt in der Geschichte des Münchner Motettenchores war die Uraufführung des monumentalen Oratoriums „Joram“ von Paul Ben-Haim am 8. November 2008, dem Vorabend der 70. Wiederkehr der Reichspogromnacht, in der Münchner Philharmonie. Der in München als Paul Frankenburger geborene Komponist hatte sein Hauptwerk in den Jahren 1932/33, kurz vor seiner Emigration nach Palästina, geschrieben. Auf Einladung des Israel Philharmonic Orchestra brachte der Chor im April 2012 den „Joram“ im Smolarz-Auditorium der Universität Tel Aviv erstmals in der ungekürzten Originalfassung zur Aufführung.

Neben seiner Konzerttätigkeit ist der Münchner Motettenchor an der St. Matthäuskirche München, der Bischofskirche des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strom, aktiv. Dort tritt er bei der liturgisch gestalteten Reihe „Münchner Motette in Matthäus“ sowie bei Gottesdiensten, insbesondere an den hohen Feiertagen, in Erscheinung. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist wichtigster Förderer des Münchner Motettenchores.

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Hans Rudolf Zöbeley

Rundfunk- und CD-Produktionen sind fester Bestandteil der Chorarbeit. Zum Beispiel wurde 1999 in Co-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk ein Live-Mitschnitt der „Es-Dur-Messe“ von Franz Schubert und eines Konzertes bei den Richard-Strauss-Tagen in Garmisch-Partenkirchen mit selten zu hörenden Werken von Richard Strauss aufgenommen. Der Live-Mitschnitt eines Konzertes in der Berliner Philharmonie mit Werken der Romantik für Chor und großes Orchester erschien im Herbst 2004.
Tourneen
Im Mai 2002 führte der Chor seine größte Konzertreise um die Welt durch: von Europa auf den nord- und südamerikanischen Kontinent und weiter nach Ostasien. Dabei veranstaltete er unter anderem Konzerte in der Sala São Paulo in São Paulo (Brasilien), im Lincoln Center in New York City, im Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt und im Grand Theater in Shanghai. (Quelle: wikipedia)

Und bei diesen großartigen Aufnahmen hören wir traditionelle Weihnachtslieder aus aller Herren Länder … und es eröffnet sich ein faszinierendes Spektrum an Chor-Musik, prächtig garniert mit Bläsersätzen … da hat sich der Hans Rudolf Zöbeley so richtig Mühe gegeben und selbst eine Komposition seines Vaters bringt er zu Gehör.

… Und Friede auf Erden … damit wird dann auch die für mich zentrale Botschaft des Weihnachtsfestes auf den Punkt gebracht.

Und: Von diesem Chor wird hier ganz gewiss noch öfters die Rede sein …

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Besetzung:
Münchner Motetten Chor und Bläserensemble unter der Leitung von Hans Rudolf Zöbeley

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Titel:
01. Bist willekommen Herre Christ (Traditional) 0.40
02. O Heiland, reiss die Himmel auf (Traditional) 1.05
03. Maria durch ein‘ Dornwald ging (Traditional) 3.55
04. Nun komm, der Heiden Heiland (Traditional) 1.10
05. Die Nacht ist vorgedrungen (R.Zöbeley) 1.22
06. Unser lieben Frauen Traum (Reger/Traditional) 2.18
07. Lullaby (Holborne) 1.41
08. Vom Himmel hoch, da komm ich her (H.Zöbeley/Eccard/Bach) 3.28
09. Kommet ihr Hirten (Traditional) 1.06
10. In dulci jubilo (Traditional) 2.07
11. Ein‘ grosse Freud (Traditional) 0.45
12. O Freude über Freud (Traditional) 3.19
13. Vom Himmel hoch, ihr Englein kommt (Traditional) 2.33
14. Es blühen die Maien (Traditional) 1.35
15. Schlaf, Jesulein zart (Traditional) 2.59
16. Heiligste Nacht (Traditional) 1.24
17. D’où viens-tu, belle bergère (Traditional) 1.32
18. D’où vient cette nouvelle (Traditional) 1.22
19. Venid pastorcillos (Traditional) 1.03
20. How Many Miles (Traditional) 1.00
21. Der Heiland ist geboren (Traditional)
22. Dormi, dormi bel bambin (Traditional) 1.41
23. Joulupuu on rakennettu (Traditional) 1.23
24. Campana sobre campana (Traditional) 1.37
25. Gdy sie Chrystus (Traditional) 2.23
26. Joseph, lieber Joseph mein (Traditional) 1.37
27. Schlaf‘, mein Kindelein (Reger) 1.07
28. Melchior et Balthazar (Traditional) 0.56
29. Kommt und lasst und Christum ehren (Traditional) 1.01
30. Drei Kön’ge wandern aus Morgenland (Cornelius) 2.32
31. Das Kindl-Woegen auf Weihnacht (Riedl) 1.33
32. Still, weil’s Kindlein schlafen will (Traditional) 1.03
33. Zu Bethlehem geboren (Traditional) 1.24
34. Still, o Himmel (Traditional) 0.55
35. Stille Nacht, heilige Nacht (Gruber/Mohr) 3.14

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Hans Rudolf Zöbeley (* 27. Mai 1931 in Mannheim; † 5. Dezember 2007 in Garmisch-Partenkirchen)

Darek Ensemble – Salon- und Café-Musik von gestern und vorgestern (1987)

FrontCover1Schon lange war hier nicht mehr die Rede von meiner immer wieder innig geliebten Salon- und Café-Musik aus längst vergangenen Tagen. Und deswegen wird es mal wieder höchste Zeit, ein Album mit Musik dieser Art zu präsentieren.

Aber was ist nun eigentlich Salon-und Café Musik ?

Man könnte sagen, sie ist ein Ausdruck für leicht aufnehmbare, sentimentale, sinnliche und oft auch besonders virtuose Musik. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts etablierte sich neben dem literarischen auch der musikalische Salon. Die in einem Empfangs-oder Gesellschaftszimmer aufgeführte Musik war an einen spezifischen geselligen Kontext gebunden und diente Unterhaltungszwecken. Im „Salon“ befand sich eine private, meist großbürgerliche Gesellschaft, die den musikalischen Darbietungen eher oberflächlich folgte. In gewisser Weise ist Salonmusik die bürgerliche Fortführung der Kammermusik des Adels aus dem 17./18. Jahrhundert.

Die Salonmusik als musikalische Gattung setzt sich zumeist aus Bearbeitungen von klassischer Musik, Opern-und Operetten-Arien, Gesellschaftstänzen sowie aus poetischen Instrumentalstücken und volkstümlichen Melodien zusammen. Selbst Franz Schubert komponierte Musik für die biedermeierlichen Salons in Wien. Mit zunehmender Kommerzialisierung der Hausmusik gegen Mitte des 19. Jahrhunderts entstand ein Genre der Salonmusik, das nicht mehr so ernst genommen und von Kritikern als Kitsch bezeichnet wurde. Neben den musikalischen Dilettanten, die sich der Salonmusik annahmen, gab es professionelle, vornehmlich artistische Salonmusik. Franz Liszt glänzte als Klaviervirtuose in den Salons und Jacques Offenbach begann seine Karriere in den Pariser Salons.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Salonmusik kleinbürgerlicher und öffentlicher. Sie war in zahlreichen Cafés, Weinstuben, Hotel- und Konzerthallen zu hören. Neben den Tanzkapellen entstanden Salonorchester in spezieller Besetzung. Häufig musizierte man mit einem Klaviertrio. Jedoch gab es auch erweiterte Ensembles z.B. die Pariser, die Wiener und eine Berliner Besetzung. Das Klavier behielt seine dominante Stellung bei.

SalonMit der Entwicklung von Radio und Grammophon wurde die Salonmusik enorm zurück gedrängt und fristete ein Schattendasein. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts tritt die historische Salonmusik erfreulicher Weise wieder stärker in Erscheinung und wird von zahlreichen Ensembles vorgetragen.

Eine Erweiterung der Salonmusik aus vielen anderen musikalischen Genres wie z.B. Filmmusiken, Schlager, Evergreens, Jazz, Blues, verschiedene Tänze u.a. sind in der heutigen Aufführungspraxis häufig anzutreffen. Dadurch erfreut sich die Salonmusik zunehmender Beliebtheit und hält wieder regen Einzug in den öffentlichen und privaten Gebrauch.
Und die Entwicklung der Kaffeehausmusik ist eng verbunden mit der Gründung der ersten europäischen Kaffeehäuser und der Verbreitung von Kaffeespezialitäten. Die ersten Kaffeehäuser entstanden im osmanischen Reich. Mit der Eröffnung eines Kaffeehauses in Istanbul erreichte diese Institution erstmals den europäischen Kontinent. Im westlichen Europa wurde das erste Café 1647 in Venedig unter den Arkaden des Markusplatzes gegründet. Später folgten in London, Bremen, Hamburg und anderen Städten. In Wien eröffnete ein Armenier namens Johannes Theodat 1685 das erste Kaffeehaus der Stadt. Neben dem Adel saßen auch einfache Leute am gleichen Tisch, redeten, diskutierten und lasen ihre Zeitungen. Gelehrte, Literaten und Politiker wie auch Künstler waren in Kaffeehäusern häufig gesehene Gäste. Im 18. Jahrhundert begann eine neue Ära des Wiener Kaffeehauses.

Das erste Wiener Konzertcafé wurde 1788 von Martin Diegand eröffnet. In der Folgezeit besuchte auch W.A. Mozart gern Konzertcafés, um die Wirkung seiner Musik aus erster Hand begutachten zu können. CafehausBeethoven ließ es sich auch nicht nehmen und musizierte öfter in Kaffeehäusern. Kaffeehausmusik, auch als Salonmusik bezeichnet, verbreitete sich nicht nur in Wien sondern auch in anderen großen europäischen Städten wie Paris und Berlin. Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zum großen Durchbruch. Obwohl es teilweise schon um 6.00 Uhr morgens losging, war kein Platz mehr zu bekommen. In Wien war es das Streicherensemble rund um Johann Strauß Senior und Josef Lanner, das für berstend volle Kaffeehäuser sorgte. Ihr Ruf verschaffte ihnen Auftritte in ganz Europa, wo sie wie Popstars umjubelt wurden. Aber auch J. Strauß Sohn und viele seiner komponierenden Zeitgenossen wurden in den Wiener Kaffeehäusern gefeiert. Die heute aufgeführte Kaffeehaus-oder Salonmusik setzt sich aus verschiedenen Musikgattungen zusammen. Sie dient der Unterhaltung beim Genuss von Kaffee, allein oder in geselliger Runde. Man kann Leute treffen und kennenlernen, lesen, eine Auszeit nehmen, und nebenher den Klängen der ruhigen Musik lauschen. Das Kaffeehaus ist eine Stätte der JiriDarekEntspannung und des Wohlbefindens. Die abwechslungsreiche und unterhaltsame Musik wird, wie bei der Salonmusik, in kleineren Besetzungen dargeboten. (Kaffeehaus – und Salonensemble Rudolstadt)

Und mit dem „Darek Ensemble“ wird dieser herrlich-schmalzigen Musik ein Denkmal gesetzt.

Jiri Darek studierte am Konservatorium in Prag und an der Janacek-Akedemie in Brünn. Von jeher war er um eine möglichst vielseitige musikalische Bildung bemüht, und schon während seiner Studienzeit widmete er sich nicht ausschließlich nur den Meisterwerken der solistischen und kammermusikalischen Violinliteratur, sondern spielte ebenso gern auch im Orchester oder in einem kleinen Kaffeehaus-Ensemble.

Im Jahre 1973 wurde der Mitglied, sechs Jahre später Konzertmeister im Rundfunkorchester des Südwestfunks.“ (zitiert aus dem booklet)

Man lasse sich nicht täuschen: Auch diese Musik erfordert durchgehend ein hohes Niveau … und in diesem Ensemble spielte z.B. ein Thilo Berg mit … der später als wirklich bemerkenswerter Jazzdrummer mit seinen eigenen Produktionen durchaus beeindruckend war.

Aber nun: viel Vergnügen mit all diesen verspielten und schmachtenden Melodien !

DarekEnsemble

Besetzung:
Thilo Berg (drums)
Jiri Darek (violin)
Hans-Rolff Hauck (violoncello)
Edmund Högemann (piano)
Klaus Leppla (violin)
Peter Matejcek (clarinet, saxophone)
Winfried Mattern (clarinet, saxophone)
Willie Tiepold (bass)
Georg Uhl (guitar)
Alfred Wurm (clarinet, saxophone)

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Titel:
01. Roter Teufel (Plessow/Grünberg) 2.50
02. Ganz leise kommt die Nacht (Grothe/Grünberg) 3.39
03. Avant de mourir (Boulander/Schneiders) 2.46
04. Das blonde Kätchen (di Lazzaro/Grünberg/Darek) 2.53
05. Im Chambre Separee (Heuberger/Darek) 3.28
06. Somewhere Over The Rainbow (Arlen) 3.28
07. Spitzbub (Rixner/Grünberg) 2.03
08. El Toro Loco (Schneiders) 2.02
09. Tea For Two (Youmann/Grünberg) 3.35
10. Puszta Fox (Erdelyi/Schneiders) 2.02
11. Wien wird schön erst bei Nacht (Stolz/Grünberg) 3.30
12. Da Capo (Boulanger/Grünberg/Darek) 2.30
13. Toselli-Serenade (Toselli/Grünberg) 3.25
14. Von der Pusta will ich träumen (Brühne/Grünberg) 3.29

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Max Klein und seine Musikanten – Echt bayerisch musiziert (1987)

FrontCover1.jpgDer Musikant Max Kleun stammt aus dem Örtchen Hausham im oberbayerischen Landkreis Miesbach:

Zwischen Tegernsee und Schliersee – also mitten im Herzen Oberbayerns – liegt der Ort Hausham, einer der Urstätten echter bayerischer Volksmusik. Offenbar ist die Fröhlichkeit der vielen Musikanten, die hier in dieser Region zuhause sind, ein Dankeschön an die Natur, großzügig bei der malerischen Aufteilung von Bergen, Wiesen, Wäldern, Almen und Seen umgegangen zu sein.
Einer der glücklichen, der sogar das Musizieren hauptberuflich ausübt, ist Max Klein, der nach dem Musiklehrer-Studium am Richard-Strauß-Konservatorium drei Instrumente großartig beherrscht: Zither, Gitarre und Klarinette. Seine Liebe zur Musik hat er wohl von seinem Großvater, einem damals bekannten Zitherspieler, übernommen, denn bereits im Alter von 12 Jahren war Max Klein Mitglied des »Haushamer Soat’nquartetts«. Seine große Musikalität zeigt sich auch beim Komponieren und Arrangieren.

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Und da liegt Hausham/Obb.

Ein besonderes Erlebnis ist es für jeden Zuhörer, wenn Max Klein wie auf diesen Aufnahmen zu hören ist – mit seinen Freunden musiziert:
Brigitte Magritsch am Hackbrett, Beatrix Kirchberger, Harfe, Josef Rottenfußer, Geige (ehemals Professor an der Münchner Hochschule für Musik) Christian Kellerer, Akkordeon, Rudi Rutz, Kontragitarre und – nicht zuletzt – Hermann Klattenbacher, der als gebürtiger Haushamer ebenfalls Mitglied des »Haushamer Soat’nquartetts« war.

Soweit ich das überblicken kann, können wir hier nun sein Solo-Debütalbum hören … und wiedermal hören wir stimmungsvolle Klänge aus dem Voralpenland … weitab von dem Klamauk eines Musikantenstadls … mit ganz viel Liebe eingespielt …  für besinnli che Stunden durchaus geeignet, wenngleich diese Musik weiterhin nicht die Musik ist, an der mein Herz hängt … aber dennoch: Volksmusik in ihrer ursprünglichen Form und das ist schon mal was wert … in Zeiten wie diesen.

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Alternatives Frontcover

Besetzung:
Betrix Kirchberger (harp)
Christian Kellerer (accordeon)
Max Klein (zither, guitar, clarinet)
Hermann Klattenbacher (bass)
Brigitte Magritsch (dulcimer)
Josef Rottenfußer (violin)
Rudi Rutz (guitar)

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Titel:
01. Haushamer Boarischer (Klein) 2.29
02. Auf der Stöger Alm (Klein) 3.02
03. Jadgschloss-Boarischer (Kellerer) 2.38
04. Alt Haushammer-Menuett (Klein) 3.08
05. Im Sommerhäusl (Klein) 3.15
06. An der Schlierach (Klein) 2.54
07. Huberspitz-Polka (Klein) 3.09
08. Pokorny Menuett (Klein/Pokorny) 2.27
09. Im Rosengarten (Klein) 3.09
10. Moni Boarischer (Klein) 2.48
11. Menuett aus St. Gallen (Traditional) 3.00
12. Haberfeld-Schottisch (Klein) 2.47
13. Marsch aus Österreich (Traditional) 2.20
14. Tegernseer Menuett (Traditional) 3.12
15. Maibaum-Landler (Klein) 2.45
16. Binkerl-Polka (Klein) 2.57
17. Blutenburg-Menuett (Rottenfußer) 2.10
18. Fehnbach-Landler (Klein) 2.41
19. Auf der Romanshöhe (Rottenfußer) 2.17
20. Gaudiburschen (Rottenfußer) 2.13
21. Stadlberg-Marsch (Klein) 2.22

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Diesen Beitrag möchte ich gerne dem blog Leser giorgis widmen

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Ganz schön idyllisch gelegen: Hausham

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Man glaubt es kaum … gefunden auf amazon.dot.com

Hugo Strasser – Die Tanzplatte 1987 (1986)

FrontCover1Höchste Zeit, dass mal wieder ein weiterer Großmeister der gepflegten Tanzmusik hier Erwähnung findet. Und wenn dann so einer Jahrgang 1922 ist, hat er doch so einiges erlebt:

Hugo Strasser (* 7. April 1922 in München-Schwabing – † 17. März 2016 in München-Trudering) ist ein deutscher Klarinettist und Bandleader. Das Orchester ist bekannt für seine Tanzmusik, vor allem durch die Albumreihe „Tanzplatte des Jahres“ und die musikalische Ton- und Takt-Vorgabe bei vielen Tanz-Weltmeisterschaften.

Strassers Vater, ein verbeamteter Schulhausmeister, stammte aus einer Bauernfamilie in Jetzendorf, seine Mutter aus Schrobenhausen. Als Siebenjähriger spielte Strasser in der Kinderstunde des Bayerischen Rundfunks sein erstes Mundharmonika-Solo. Mit 16 Jahren kam er an die Akademie der Tonkunst in München. Im 8. Semester wurde er zum Militär eingezogen und erhielt seine weitere musikalische Ausbildung an der Heeres-Musikschule in Bückeburg, wie z. B. auch James Last, Roy Etzel und Horst Fischer. Nach dem Krieg, an dem er als Soldat nicht aktiv teilnehmen musste, spielte er Jazzmusik in amerikanischen Clubs in München und anderen bayerischen Städten, unter anderem vom Juni 1945 bis zum Dezember 1945 im „Oberhaus“ in Passau für die dortige US-Infanteriedivision. Ab 1949 wirkte er als Altsaxophonist und Klarinettist im 1948 gegründeten Max-Greger-Sextett.

1955 gründete er sein eigenes, 16-köpfiges Tanzorchester, mit dem er noch immer (Stand: Dezember 2008) auf zahlreichen Ballveranstaltungen auftritt, so unter anderem den Faschingsbällen beim Bayerischen Rundfunk. Von großem Vorteil für den berühmten Strasser-Sound war, dass seine Arrangeure immer auch Musiker seines Orchesters waren (besonders zu erwähnen sind der 2001 verstorbene Tenorsaxophonist Werner Tauber, der Posaunist Hans Ehrlinger, der Trompeter Etienne Cap und der 2012 verstorbene Gitarrist Dirk Schweppe). 2008 besteht das Orchester neben Strassers Klarinette aus fünf Saxophonen, drei Trompeten, drei Posaunen, Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Obwohl das Orchester seit mehr als fünf Jahrzehnten existiert, gab es kaum personelle Wechsel. So führt der 1. Altsaxophonist und Klarinettist Hans Wolf (* 1927) seit 1957 Strassers Saxophonsatz an.

Autogrammkarte aus den 50er Jahren

Autogrammkarte aus den 50er Jahren

Anlässlich eines Konzertes zu seinem 65. Geburtstag gründete Hugo Strasser die Formation Hot Five. Neben Strasser gehören Martin Schmid (Bass), Uwe Gehring (Gitarre), Ladia Base (Klavier und Arrangement) und Martin Breinschmid (Perkussion) zur (wechselnden) Besetzung. (Stand: 2008)

2005 und 2006 tourte er mit Max Greger und Paul Kuhn als Swing-Legenden mit der SWR-Bigband mit A Tribute to Glenn Miller durch die Lande. Zusammen mit Greger geht Strasser auch weiterhin regelmäßig auf Tournee. Im Januar 2009 gab er zusammen mit Max Greger und Bill Ramsey als Swing-Legenden in der Stuttgarter Liederhalle ein Konzert. Gaststars waren die Kessler-Zwillinge. 2013 gab er mit der Aichacher Swing-Band „Crazy Oak Big Band“ ein Konzert, welches nach einem Geburtstagsgruß zustande kam.

Hier ist vor allem die Reihe „Tanzplatte des Jahres“ zu nennen, die Strasser von 1966 bis 1996 bestritt. Nach 1996 kamen noch ein paar „Best of“-CDs heraus, seine große Zeit war jedoch vorbei. Ein Kuriosum war das Album „Was ich sagen wollte …“ (1989). Auf ihr war Strasser tatsächlich als Sänger zu hören, mit Liedern über sich, das Leben und seine Heimatstadt München. Es kam sogar eine Single heraus mit dem Lied „I kann ned tanzen“ (Strasser kokettierte zeit seines Lebens damit, dass er beim Tanzen stets aus dem Takt komme).

Zu den bekanntesten von Strasser eingespielten Titeln gehören sicher „You’re the Cream in My Coffee“ (Quickstep) aus „Turniertanz-Trümpfe“; außerdem der Ohrwurm „Wild Cat Blues“, ebenfalls ein Quickstep, der Strassers Klarinette prominent präsentiert, zu finden auf „ARD Masters Gala ’92“ (das Lied war außerdem die Begleitmusik eines 70er-Jahre-Pausenfilms des Hessischen Rundfunks mit Kätzchen, die in halboffenen „hr“-Würfeln herumkrabbeln).

Daneben ist er immer auch dem Swing und Jazz treu geblieben, z. B. durch Auftritte in Quintettbesetzung, seiner so genannten Hot Five, von der es auch CDs gibt.

Gelegentlich komponierte er auch Filmmusik wie 1964 für „Das Mädel aus dem Böhmerwald“ mit Gerlinde Locker.

2016, wenige Wochen vor seinem 94. Geburtstag, wirkte Strasser wie bereits seit vielen Jahren an der Ballnacht im Deutschen Theater mit. Seinen letzten Auftritt hatte er am 28. Februar 2016 in Unterhaching. Am 17. März 2016 starb Hugo Strasser an den Folgen eines Blasenkrebsleidens. Er wurde anonym auf einem Kemptener Friedhof bestattet. (Quelle: wikipedia)

Hugo Strasser - Max Greger - Paul Kuhn

Hugo Strasser – Max Greger – Paul Kuhn

Hier also eine seiner berühmten Tanzplatten … und schön beim ersten Hören dachte ich mir, dass solch ein faszinierende Big-Band-Jazz-Sound eindeutig unter Wert verkauft (schaut man sich z.B. das Cover an … aber wir wissen: You can´t judge a record by looking at the cover !), wenn man sie eben nur als „mit allen Tänzen des Tanzweltprogramms im strikten Tanzrhythmus“ anpreist. Nein, hier gibt es eben einen geradezu superben Jazz zu hören aus einer längst vergangenen Epoche der großen Banktetts … und natürlich wurde auch getanzt … aber die Musik schmeichelt sich einfach auch „nur so“ ins Gemüt … das geht schon bei „Goody Goody“ los … und dann folgende diverse Tanzstile von Cha-Cha-Cha über Tango, Walzer, Slow-Fox bin hin zu Rock N Roll (diesen Titel komponierte sein Sohn Thomas Strasser). Und selbst Dieter Bohlen ist mit 2 Kompositionen vertreten, die dann als „Disco“ und „Slow Beat“ firmieren … Herz, was willst Du mehr !

Also: Hören und ein wenig ungläubig staunen lautet daher meine Empfehlung.

HugoStrasser

Besetzung:
Ladia Base (piano, synthesizer)
Viktor Behrens (trumpet)
Etienne Cap (trumpet)
Hans Ehrlinger (trombone)
Georges Delagaye (trombone)
Fritz Gläser (trombone)
Josef Güntner (trombone)
Kurt Kümpel (saxophone, flute)
James Polivka (trumpet)
Walter Rab (trumpet)
Horst Reipsch (saxophone, clarinet)
Dirk Schweppe (guitar)
Pat Simon (vocals)
Hans Joachim Stelzer (saxophone, clarinet)
Eric Stevens (bass)
Hugo Strasser (clarinet)
Thomas Strasser (guitar)
Werner Tauber (saxophone, clarinet)
Alan Waterson (drums)
Hans Wolf (accordeon, saxophone, clarinet, flute)
+
Bob Coassin (trumpet bei 04. + 07.)
+
Eine Streichergruppe unter der Leitung von Hans Herchenhahn

BackCover1

Titel:
01. Goody Goody (Warren) 2.55
02. Katja (H.Strasser) 2.58
03. Tango Militaire (Kötscher) 2.20
04. New York, New York (Kander) 3.13
05. Domino (Ferrari) 3.15
06. Skyliner (Barnet) 2.47
07. Nikita (John / Bernie Taupin) 3.38
08. Atlantis Is Calling (Bohlen) 3.35
09. Dob’s Boogie (Dobschinski) 2.41
10. Etüde (Chopin/Tauber) 3.23
11. Trumpet Cha Cha (Cap) 2.56
12. Con Fuego (H.Strasser) 3.06
13. As Time Goes By (Hupfeld) 2.43
14. Rockmobil (Th.Strasser) 3.17
15. Midnight Lady (Bohlen) 3.13
16. Polka Vienna (Schrammel) 3.09

CD1

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Bläserkorps der Jägerschaft Duderstadt – Jagdhorn-Klänge (1987)

FrontCover1.jpgAlso, da gibt es die Jägerschaft Duderstadt und die scheint es schon vor dem II Weltkrieg gegeben zu haben, aber da schweigt sich die Jubiläumsbroschüre irgendwie verdächtig dezent aus. Und so lesen wir folgendes über die Anfänge:

Die meisten können sich die Verhältnisse und ebensumstände unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr vorstellen, da sie in einer glücklichen Zeit aufwuchsen, die ihnen Frieden und Wohlstand brachte. Die Zeiten, in denen die Jägerschaft Duderstadt neu gegründet wurde, waren unruhig. Deutschland war geteilt und von den Siegermächten besetzt. Das Unter-Eichsfeld war britisch.
Überfälle und Plünderungen fanden statt. Die Briten konnten diese Überfälle
nicht verhindern, verfolgten sie oftmals aber auch nicht konsequent genug. So
wurde die von den Briten ausquartierte Familie Hollenbach aus Duderstadt, die
zu dieser Zeit im Jagdhaus Desingerode lebte, dort am 30.06.45 überfallen und
ausgeraubt.
Noch 1948 organisierten die Gemeinden nächtliche Wachdienste zum Schutz
ihrer Ernten, wofür eigens ein Gesetz geschaffen worden war. Kriege und
Revolutionen waren oft verbunden mit Not. Auf die Jagd hatte dies stets
negative Auswirkungen, da immer dann vermehrt gewildert wurde, ob mit
Waffe oder Schlinge. Auch einige einheimische Jäger sahen nicht ein, daß sie
auf die Jagd verzichten sollten und jagten gelegentlich mit versteckten Waffen,
ein lebensgefährliches Spiel, denn auf – zu der Zeit illegalen – Waffenbesitz
stand die Todesstrafe. Die inzwischen unter britischer Aufsicht neu organisierte
Polizei drückte jedoch meistens die Augen zu, bis auf einen Fall, der aber
glimpflich ausging …

JägerschaftDuderstadt01

Gegründet wurde dann dieser Verein am 29. März 1947 (Die Chronik des Vereins ist wirklich arg verwirrend)

Das Jagdhornbläserkorps der Jägerschaft Duderstadt ist zweifellos das Aushängeschild der Jägerschaft. Kein anderer Organisationszweig hat derartig gute Möglichkeiten, für die Jägerei effektive und von positiven Inhalten geprägte Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, wie das Jagdhornbläserkorps. Die Duderstädter Bläser leisten diese Arbeit, indem sie nicht nur bei Veranstaltungen der Jägerschaft auftreten, sondern auch in der
Öffentlichkeit und bei befreundeten Institutionen und Verbänden. Jahrelang war es z.B. üblich, daß das Jagdhornbläserkorps der Jägerschaft das Schützenfest der Schützengesellschaft Duderstadt eröffnete. Darüber hinaus
ist unser Bläserkorps Dank des Engagments und der Leistung ihres langjährigen Leiters Rudi Lindner bei Wettbewerben außergewöhnlich erfolgreich, die Frucht kontinuierlich betriebener und zeitweiser harter Arbeit. Dies führte dazu, daß die Duderstädter Bläser inzwischen schon einige Repräsantationsauftritte für die Landesjägerschaft Niedersachsen wahrnahmen.

Nachdem die einheimischen Jäger sich 1949 in der Kreisgruppe Duderstadt zusammengefunden hatten, kam bald der Wunsch auf, das jagdliche Brauchtum, insbesondere das Jagdhornblasen, wieder mehr zu pflegen. Der Vorstand bemühte sich, Jäger und bläserisch erfahrene Freunde für das Führen des Jagdhorns zu inteessieren. Die Entwicklung schritt zunächst nur langsam voran, und bis zur Bildung einer Gruppe, wie wir sie heute haben, war es noch ein weiter Weg.
Im Jahre 1952 beschloß der Vorstand erstmalig den Kauf von ”2 Signalhörnern für die Hornisten”. Bei der 0Jahreshauptversammlung am 30.07.54 wurde bekanntgegeben, daß Jagdhornblasen unterrichtet wird. Noch 1955 wurde seitens der Führung des Bläserkorps ́ und des Vorstandes eine schlechte Übungsbeteiligung beklagt.

JägerschaftDuderstadt03.jpg

Als das Jagdhornblasen sich immer größerer Beliebtheit erfreute, wurden Landes
– und Bundeswettbewerbe veranstaltet.
Auch die Duderstädter Bläser wollten an solchen Wettbewerben teilnehmen. Um einen entsprechenden Leistungsstand zu erreichen, übten die Bläser der ersten Stunde an vielen Tagen bei den Waidgesellen Walter Zinserling und Ernst Georg
Wüstefeld. (Jubiläums Chronik; liegt der Präsentation bei)

Es folgen dann etwas wirre Angaben, wann man denn nun eine eigene Unform hatte und wann man denn nun an den ersten Wettbewerben teilgenommen habe …

Aber dann:

Der Wunsch, eine Plattenaufnahme durchzuführen, existierte im Bläserkorps
schon lange. Für die Realisierung dieses zunächst kostspieligen Vorhabens sorgte
Thomas Ehbrecht im Jahre 1987. Im Frühjahr dieses Jahres setzten sich die
Bläser an mehreren Wochenenden mit den Tücken von Mikrofon und Tonband
auseinander. Heraus kam eine Aufnahme, die mehr ist, als eine schöne
Erinnerung, sich bis zum heutigen Tage sehr gut verkauft und mittlerweile die
Kosten wieder eingespielt hat. (Jubiläums Chronik)

JägerschaftDuderstadt04.jpg

Und das Ergebnis können wir hier nachhören … Da geht´s um diverse Signal-Klänge im Laufe einer Jagd, aber auch um klassicghe Jaglieder …

Und so sehr ich den Klang eines Jagdhorns mag und schätze … und hier wurde dieses Instrument nun wahrlich souverän eingespielt, so sehr bleib ich zurück mit gemischten Gefühlen.

Denn die Jagd und all die damit verbundenen Rituale und Sitten … die mir weiterhin arg patriachalisch vorkommen, sind mir weiterhin fremd … und geheuer sind sie mir auch nicht … obwohl ich natürlich mittlerweise auch weiß, dass die Jagd oftmals für ein ökologisches Gleichgewicht nicht unwichtig ist.

JägerschaftDuderstadt02

Man beachte die Augen des Schützen …

Besetzung:
Blästerkorps der Jägerschaft Duderstadt: unter der Leitung von Rudi Lindner:
Dieter Bömeke – Thomas Ehbrecht – Christian Gödeke -Erich Hagemann – Hermann-Josef Hotze – Elmar Kohlrautz – Ludger Kohlrautz -Manfred Krell – Hans-Adolf Kurth – Frank Lindner – Rudi Lindner – Otto Mühe – Holger Rümenapf – Bernward Schneegans -Friedbert Wandt – Markus Wucherpfennig – Jürgen Wüstefeld – Ralph Wüstefeld -Wolfgang Wüstefeld

Booklet01A

Titel:
01. Auf, auf zum fröhlichen Jagen (Traditional) 1.48
02. Hubertusgruß (Traditional) 1.49
03. Begrüßung (Traditional) 1.11
04. Das Ganze – Anblasen des Treibens (Traditional) 0.24
05. Aufmunterung zum Treiben (Traditional) 0.16
06. Treiber in den Kessel (Traditional) 0.19
07. Aufhören zu Schießen (Traditional) 0.13
08. Sammeln der Jäger (Traditional) 0.17
09. Hisch tot (Traditional) 0.34
10. Sau tot (Traditional) 0.30
11. Reh tot (Traditional) 0.25
12. Fuchs tot (Traditional) 0.29
13. Jagd vorbei – Halali (Traditional) 0.38
14. Eichsfelder Jägermarsch (Lindner) 1.18
15. Sollingfanfare (Traditional) 1.14
16. Jägermarsch ‚Der Tutterige‘ (Corneli/Lindner) 1.06
17. Ehrenfanfare (Traditional) 1.00
18. Hubertusmarsch 1.36
19. Hundefanfare (Traditional) 1.02
20. Hessischer Jägermarsch (Friedl) 0.46
21. Der Jäger aus Kurpfalz (Traditional) 0.45
22. Jägermarsch Nr. 1 (Traditional) 0.45
23. Alpenjägermarsch (Traditional) 1.48
24. Ländler (Traditional) 1.23
25. Auf Wiedersehen (Galetti) 1.11
26. Anjagd – Gute Jagd (Haydn) 0.44
27. Ich ging durch ein grasgrünen Wald (Traditional) 1.59
28. Kurpfälzer Halali (Stief) 3.21
29. Wie lieblich schallt (Silcher) 1.54
30. Jagdstück (Traditional) 2.11
31. Kein schöner Land (Volkslied um 1807) (Traditional) 2.09
32. Jägerchor aus der Oper ‚Der Freischütz‘ (v.Weber) 1.33
33. Sanctus und Hymne an St. Hubertus (Traditional) 3.02
34. Hubertusmarsch (Traditional) 1.37
35. Kurfürstenfanfare (Traditional) 3.41
36. Fürstengruß (Traditional) 0.43

CD1

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Und hier liegt Duderstadt:

Karte

Ulla Meinecke – Kurz vor acht – Live (1987)

FrontCover1Wenn eine Plattenfirma einer deutschen Sängerin ein Live-Doppelalbum spendiert, dann kann dies nur bedeutet, dass diese Sängerin so ziemlich erfolgreich ist.

Und diese trifft natürlich auch für die Ulla Meinecke zu … zumindest in jenen Jahren.

Und das Ergebnis kann sich auch hören lassen … und natürlich hatte sich die Ulla Meinecke längst von den Udo Lindenberg Prägungen ihrer frühen Jahre emanzipiert.

Und so erzählt und singt sie Geschichten, aus der weiblichen Perspektive, jene Perspektiven dieser Jahr, die man mit selbstbewußt und ehrlich bezeichnen kann. Nachdenklich und sensibel hat sie dabei all die Worte gewählt.

Gut, dass es dabei nicht nur um das alte Thema „Beziehungen“ geht (siehe Randy Newman´s „Politische Wissenschaft“ … abr wenn´s dann auch um Beziehungen geht, damm zeigt sie auf fulminante Weise, wie man diese Themen ausserhalb der Schlagerwelt behandeln kann.

Und so hält uns eine zutiefst sympathische Frau einen Spiegel vor´s Gesicht und so entstand ein zutiefst sympathisches Live-Album … bis heute hörens- und nachdenkswert.

BackCover

Besetzung:
Michael Brandt (guitar)
Chris Evans (drums)
George Kochbeck (keyboards)
Peter Küchhold (bass)
Ulla Meinecke (vocals)
Rosa Precht (keyboards)
Richard Wester (saxophone)

Inlet

Titel:
01. Was ich an dir mag (Pudelko) 2.49
02. Nie wieder (Meinecke/Mitteregger) 4.12
03. Ansage 0.18
04. Feuer unterm Eis (Meinecke/Mitteregger) 5.10
05. Ansage 2.01
06. Zu fett für’s Ballett (Meinecke/Mitteregger) 5.19
07. Ansage 1.55
08. Erwischt (Meinecke/Mitteregger) 5.00
09. Ansage 1.07
10. Hafencafé (Maurenbrecher) 4.21
11. Ansage 0.46
12. Politische Wissenschaft (Newman/Meinecke) 2.36
13. Ansage 1.17
14. Video (Meinecke/Mitteregger) 3.38
15. Die Blonde (Meinecke/Mitteregger) 1.54
16. Frankfurt (Meinecke/Mitteregger) 4.22
17. Ansage 0.27
18. Die Tänzerin (Meinecke/Zanki) 5.43
19. Ansage 1.52
20. Zauberformel (Meinecke/Evans) 3.53
21. Ansage/Bandvorstellung 1.12
22. Dach der Welt (Meinecke/Mitteregger) 5.21
23. Wenn ich jetzt weiterrede (Meinecke/Kravetz) 4.20
LabelD

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UllaMeinecke