Badesalz – Och Joh (1990)

FrontCover1Der schräge Humor von Badesalz amüsiert mich seit langem …

Badesalz ist ein hessisches Humorduo. Es wurde Anfang der 1980er Jahre von Henni Nachtsheim und Gerd Knebel als Badesalz Theater gegründet und war damals nur eine Nebenbeschäftigung. Beide gingen zu dieser Zeit hauptberuflich anderen Beschäftigungen nach: Nachtsheim sang und spielte Saxophon bei den Rodgau Monotones, Knebel sang und kasperte damals in der Band Flatsch.

Der erste offizielle Auftritt unter dem Namen Badesalz soll am 24. Dezember 1982 im Frankfurter Sinkkasten gewesen sein. Außerdem traten Badesalz 1992 auf dem Musikfestival Rock am Ring auf. Sie hatten im Laufe der Jahre drei eigene Sketch-Shows im Fernsehen: Och Joh (1990, Das Erste), Comedy-Stories (1999–2000, Sat.1) und seit 2007 eine Show beim Sender Comedy Central, die ebenfalls Badesalz heißt. (Quelle: wikipdia)

Eigentlich ist dieser wikipedia viel zu kurz, weil Badesalz mit ihrem speziellem Humor einfach einmalig waren/sind …

Deshalb ein paar Zeilen von ihrer eigenen Selbstdarstellung:

BadesalzDie Geschichte des hessischen Comedy-Duos Badesalz Hendrik „Henni“ Nachtsheim (blond, Haare) und Gerd Knebel (auch blond, bloß ohne Haare) ist zu schön, als dass sie nur einen Anfang haben dürfte. Also bitteschön:

„Wir tanzten kurz nach dem Krieg im russischen Staatsballett, wo wir uns auch kennengelernt haben,“ erzählten sie einst einem Journalisten. Oder: „Wir trafen uns bei einer Brauereipferde-Auktion im holländischen Heiloo, wo wir beide dasselbe Pferd ersteigern wollten…“.

Die Wahrheit hingegen hier sei sie verkündet ist erschreckend schlicht: „Denn in Wirklichkeit haben wir uns beim Tag der offenen Tür der Hessischen Weltraumbehörde kennengelernt: Dort dürfen ambitionierte Laienastronauten, eingeteilt in Zweierteams, in großen Fässern, und in simulierter Schwerelosigkeit, Sauerkraut stampfen. Ich kann ihnen sagen: Das Zusammenspiel mit Gerd war phantastisch..!“ So klingt derzeit Henni Nachtsheims Lieblingsversion der Badesalzwerdung. „Was damit zusammenhängen könnte,“ ergänzt er nach kurzem Grübeln, „dass mir diese Variante der Geschichte erst vor fünf Minuten eingefallen ist“.

Was immer auch am Anfang stand, die deutsche Comedy-Landschaft wäre ohne Badesalz sicherlich nicht die, die wir heute kennen …

Ich kann da nur empfehlen: Reinhören !

https://allerleibuntesausdeutschland.files.wordpress.com/2014/01/booklet01a.jpg?w=652&h=326

Besetzung:
Gerd Knebel
Henni Nachtsheim

Single1990

Titel:
01. Blues-Boy  0.31
02. Mitesszentrale 3.06
03. Pappa? Vol.I  0.36
04. In der Avantgarde-Kneipe 0.16
05. Ein dufter Abend  4.19
06. Satanische Botschaft 2.38
07. Schostakovitsch 1.10
08. Am Abgrund der Dummheit 0.58
09. Das Rhythmusgerät 2.16
10. Pappa? Vol.II  0.16
11. Der Komponist 0.46
12. Der Anrufer 1.12
13. Coppa Cabana 3.39
14. Die Anruferin 0.27
15. Frech wie Oskar 1.43
16. Live In Concert 1.22
17. Steuerbüro 1.17
18. Pappa? Vol.III 0.16
19. Schau einmal, die Großmutter dort. Sie hat ja nichts zu trinken 1.05
20. Och joh! 1.17
21. Soul I 0.34
22. Das Leben ist ein Karusell 5.12
23. Soul II 0.18
24. An der Kasse 2.13
25. Liebeslied 0.53
26. Nichts hält mehr 0.25
27. Im Restaurant 0.49
28. Kinderspielplatz 0.45
29. Dingelingeling 5.29
30. Pappa? Vol.IV  0.49
31. Maffay 2.41
32. Im Park 0.31
33. Hooligans 0.57

Alle textlichen und musikalischen Ideen: Gerd Knebel & Henni Nachtsheim

LabelA

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Badesalz2

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Bayerische Landesschule für Blinde – Eine Reise durchs Jahr (1990)

FrontCover1Das neue Jahr ist nicht mehr weit und da dachte ich mir, passt diese CD sehr gut als nächste Präsentation, heißt doch diese CD „Eine Reise durchs Jahr“, eingespielt von den Musikern der Bayerischen Landesschule für Blinde in München.

Diese CD muss quasi der Startschuß für das bis heute erfolgreiche Projekt „Blinde Musiker München“ gewesen sein, denn …

„… seit 1995 musizierten blinde Berufsmusiker in dem Ensemble „Blinde Musiker München“. Sie traten als Blaskapelle, Jazzband, Blockflötengruppe und Chor auf. Ihr Repertoire reichte von der Klassik über Volksmusik bis hin zur modernen Unterhaltungsmusik.

Ursprünglich als „Projekt“ Berufsausbildung für junge blinde Menschen 1991 vom Bayerischen Blinden und Sehbehinderten Bund e.V. geplant und gestartet, wurde die gemeinnützige GmbH Blinde Musiker 1995 als vom BBSB e. V. getragene Selbsthilfefirma in das Handelsregister eingetragen und mittlerweile schon mehrfach ausgezeichnet u. a. 2007 mit dem Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung.“ (Selbstdarstellung des Ensembles)

Dieses Erstlingswerk hat viele musikalische Facetten, von pastoralem Gelabere bis hin zu beschwingten Jazzmelodien und auch „Rock Around The Clock“ ist zu hören … und selbt die deutsche Nationalhymne klingt kurz auf … kurz und gut: Ein munteres „Stell-Dich-Ein“ diverser Musikstile und das ist schon auch meine Kragenweite und dennoch: Warum verdammt nochmal war mal damals nicht in der Lage, die Musiker ordentlich vorzustellen und nicht nur ihre Namen … über die musikalischen Begleiter und Förderer dieses Projektes ist hingegen weitaus mehr in dem booklet zu lesen … Schade, denn so bleibt der fahle Nachgeschmack, dass die eigentlichen Musiker eher das Beiwerk sind … und das kanns ja wohl nicht sein …

Booklet1

Besetzung:
Stefan Albershauser – Hans Alram – Kartin Aich – Willi Brem – Andreas Dialer – Natascha Heinhaus – Assim Khan – Georg Kellerer – Gerhard Koller – Markus Ludwing – Olivber Möckel – Markus Quenzer – Johanna Riedl – Klaus Rippel – Alexandra Ritzler – Thomas Schadwinkel – Jörg Schiener – Rosario Sciacco – Daniela Stoikovic – Stefan Unterstraßer – Karin Waidner – Peter Weiler – Dilek Yumak
+
Anton Betzl – Andreas Hoffmann – Georg Kläne – Annette Landauer – Ingeborg Lutz – Monika Schuster
+
Stefan Wunderlich (organ)

Musikalische Leitung: Franz L. Schachtner

BookletBackCover1

Titel:
01. Trompetenaufzug aus Weyarn (Brand) 1.11
02. Maria Lichtmeß 0.34
03.  Choralvorspiel (Wunderlich) 1.53
04. Ein Haus voll Glorie schauert (unbekannt) 0.44
05. Lied des Prinzen Karneval (Krüss) 1.45
06. Teddy’s Dixie (Sandleben) 1.37
07. Rock Around The Clock (Freedman/Myers) 1.44
08. Muskrat-Ramble (Ory) 1.26
09. An der schönen blauen Donau (Strauß) 4.11
10. Er ist´s (Mörike) 0.32
11. An hellen Tagen (Gastoldi) 0.40
12. Gegrüßet seist du Königin (unbekannt) 0.41
13. Hausmusik (Brem) 0.21
14. Sonata Nr. 1 (Traditional) 1.34
15. Preludio (Correlli) 2.18
16. Zweistimmige Invention Nr. 8 F-Dur (Bach) 1.21
17. Love Changes Everything (Webber) 1.54
18. Pomp And Cicumstance (Elgar) 2.48
19. Abendserenade (unbekannt) 0.24
20. Der Mond ist aufgegangen (Schulz) 0.36
21. Guten Abend, gute Nacht (Brahms) 1.17
22. Sommerzeit – Ferienzeit (unbekannt) 0.32
23. Auf großer Fahrt (Traditional) 2.14
24. Fjählin vingad syns pà Haga (Bellmann) 1.14
25. Nationalhymne von Malta (Samut) 1.25
26. Bayernlied (Traditional) 1.09
27. Festtage im Herbst (unbekannt) 0.16
28. Das höchste sind die Berge (Thusek) 1.26
29. Nun danket alle Gott (unbekannt) 0.45
30. Deutsche Nationalhymne (Haydn) 0.58
31. Intrada (Griebler) 1.32
32. Vergängliches und Ewiges (Claudius) 0.24
33. Jésus que ma joie demeure (Bach) 3.12
34. Alte Spielmusik (Susato) 1.14
35. Menuett aus der Suite h-Moll (Bach) 1.28
36. St. Martin (unbekannt) 1.28
37. Seht unsere Laterne/Ich geh mit meiner Laterne (Traditional) 0.57
38. Weihnachtsfanfare (Köll) 0.53
39. Altes Weihnachtsgedicht (Traditional) 0.48
40. Andachtsjodler (Traditional) 0.58
41. Worte des Dankes (Hofmann) 2.30
42. Muss i denn … (Traditional) 1.29

CD1

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Purple Schulz – Purple Schulz (1990)

FrontCover1Erst dachte ich ja … schau an…  da hat der sog. Purple Schulz“ ganz schon kräftig von den Textvarianten des Hartmut Engler und von den Melodien des Ingo Reindl geklaut … aber dann … habe ich auf das Aufnahmejahr geschaut … und dann die Erkenntnis: Weit gefehlt !!!

Rüdiger „Purple“ Schulz (* 25. September 1956 in Köln) ist ein deutscher Popsänger und Songschreiber. Seine größten Erfolge hatte er in den 1980er Jahren mit Titeln wie Sehnsucht, Verliebte Jungs und Kleine Seen.

Schulz ist in Köln aufgewachsen. Seit den frühen 1990er Jahren lebt er mit seiner Frau in Glessen im Kölner Umland. Das Paar hat drei Kinder.

Seinen Künstlernamen erhielt Schulz 1970 in Köln, da er bereits als 13-jähriger in einem Orgelgeschäft dem Verkäufer mit Interpretationen der Band Deep Purple auf die Nerven fiel. Sein Bühnendebüt hatte er am 31. März 1973 mit der Band D’accord. Während der Neuen Deutschen Welle war Schulz an dem Bandprojekt Neue Heimat beteiligt, deren erstes Album, Die Härte, 1982 erschien.

1983 veröffentlichten Schulz, Josef Piek, der Gitarrist von Neue Heimat, und der Schlagzeuger Dieter Hoff unter dem Namen Purple Schulz den Titel Sehnsucht, der ihr bis dahin größter Erfolg wurde und für den sie die Goldene Europa erhielten. Dieses Lied erreichte im Frühjahr 1985 in Deutschland und der Schweiz Platz 6 sowie in Österreich Platz 20 der Charts. Zahlreiche Fernsehauftritte und Tourneen bis nach Italien schlossen sich an.

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Purple Schulz, 1973

1986 trat Purple Schulz neben den Toten Hosen, Rio Reiser, BAP, Herbert Grönemeyer und anderen Künstlern bei Deutschlands bis dahin größtem Festival, dem Anti-WAAhnsinns-Festival gegen den Bau der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, auf. Nach den folgenden Alben, Verliebte Jungs und Der Stand der Dinge, verließ Dieter Hoff die Band Anfang 1987. Für die Alben Verliebte Jungs und Die Singles 1983–1992 erhielt Purple Schulz jeweils eine Goldene Schallplatte.

1989 und 1990 war Purple Schulz im Rahmen der „Rockpoeten-Tour“ in der DDR unterwegs und sang dort auch seinen größten Hit Sehnsucht mit der Textzeile Ich will raus, der im Osten Deutschlands oft als „Hymne der Ausreisewilligen“ bezeichnet wurde. Bis Anfang des neuen Jahrtausends spielte Purple Schulz zum überwiegenden Teil in den neuen Bundesländern. 1999 wirkten Purple Schulz und Josef Piek bei der Night of the Proms mit. 2001 traten Schulz und Piek auch als Duo auf.

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Im Sommer 2004 organisierten Piek und Schulz dazu eine eigene Kleinkunstreihe im Kölner Theater im Bauturm. Gäste waren Pe Werner, Stoppok, Manfred Maurenbrecher, Ulla Meinecke, Jess Jochimsen, Die Halbe Wahrheit und Tommy Engel. Die ungewöhnlichen Kombinationen sorgten für so hohen Publikumsandrang, dass man sich entschloss, die Reihe 2006 wieder aufzunehmen, diesmal mit Gästen wie den Bläck Fööss, Wise Guys, dem Kölner Stimmenimitator und Talentproben-Moderator Linus und Heinz Rudolf Kunze. Aus der Begegnung mit Kunze entstand ein Quartett, das als „Gemeinsame Sache“ von 2007 bis 2010 etwa 150 Shows spielte. Wolfgang Stute und Josef Piek ergänzten die beiden Sänger an Cajón und Gitarre. Die vier Musiker entwickelten ein Programm aus Hits und teils vergessenen Songs und boten komödiantische Einlagen und Parodien. 2005 wirkten Schulz und Piek bei der Kölner Stunksitzung mit und verstärkten deren Hausband Köbes Underground. Einmal im Jahr unterstützten sie danach das Ensemble von „Stunk unplugged“ auf dessen Tournee.

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Purple Schulu mit Pe Werner & Josef Piek in Lippstadt, 2008

Zusammen mit seinem Sohn Ben Schulz nahm Purple Schulz 2008 die Single Wir haben alle was zu sagen auf. 2011 trat er gemeinsam mit Tommy Engel in dessen Show Weihnachtsengel auf. Im November 2011 beendeten Piek und Schulz ihre musikalische Zusammenarbeit. Im Oktober 2012 veröffentlichte Purple Schulz nach 15 Jahren sein erstes Studioalbum So und nicht anders, bei dem er erstmals auch als Produzent fungierte. Die Texte dazu schrieb er überwiegend zusammen mit seiner Frau.
Von 2012 bis zum Sommer 2015 stand Purple Schulz mit dem Gitarristen Schrader auf der Bühne, der zuvor in der Gruppe von Guildo Horn spielte. Im November 2013 erschienen das Livealbum und die DVD So ist das live!. Im Dezember 2013 war Purple Schulz neben Gaby Köster zu Gast in den Weihnachtsshows der Gruppe Brings in der Lanxess Arena in Köln.
2014 und 2015 war Purple Schulz auf einer 140 Konzerte umfassenden Tour in Deutschland unterwegs und spielte dort u. a. auch in psychiatrischen Einrichtungen.

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Purple Schulz im Studio

Neben seinen Konzerten engagiert sich Schulz zunehmend bei den Themen Demenz und Alzheimer, unter anderem mit einem Video zu seinem Song „Fragezeichen“ auf Youtube. Dort schlüpfte Schulz in die Rolle eines an Demenz Erkrankten. Das Video dient zum Einstieg bei Kongressen zum Thema Alzheimer und wird auch bei der Ausbildung von Pflegekräften eingesetzt. Seit der Herbst-Tour 2015 spielt Purple Schulz mit dem Violinisten und Gitarristen Markus Wienstroer, der vorher u. a. mit Westernhagen auf der Bühne stand.

Am 23. November 2015 erschien Schulz’ erstes Buch Sehnsucht bleibt, eine Reise durch vier Jahrzehnte künstlerischen Schaffens und die deutsch-deutsche Geschichte.

2016 wurde Purple Schulz vom World Parliament of Clowns mit dem „Clown d’honneur“ ausgezeichnet.

Im März 2017 erschien sein 14. Album mit dem Titel Der Sing des Lebens, das zu seinen politischsten Werken gezählt werden kann. So thematisiert das Video zu seinem Song Das ist die Zeit! den Anschlag vom 19. Dezember 2016 auf dem Berliner Breitscheidtplatz.

Im gleichen Jahr wurde Purple Schulz Mitglied im Kuratorium der Deutschen Alzheimer Stiftung. Seit Mai 2017 moderiert Purple Schulz einmal im Monat die Radiosendung Songpoeten auf WDR 4. (Quelle: wikipedia)

Und angesichts dieser Bioraphie kann ich nur sagen: Respekt !!!

Und dann auch noch dieses Album … es hat mir fast den Boden unter den Füßen weggezogen, denn mehr als einmal hatte ich das Gefühl … der Mann singt von mir …

Text1

Aber auch:

Text2

Puuh … jede Zeile … ist wie eine Quintessence meines Lebens (zumindest was mein privates Leben als Mann betrifft) …

Ich fass es nicht … ich bin sprachlos und belasse es mal dabei.

Puuuuh …

Und … ich behaupte nun … Hartmut Engler und Ingo Reindl von der Gruppe „Pur“  haben sich mehr als heftig von Purple Schulz inspierien lassen …

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Besetzung:
Eddie Conard (percussion)
Paul Harriman (bass)
Josef Piek (guitar, vocals)
Wolf Simon (drums)
+
The Brause Horns

Booklet03A

Titel:
01. Ich bin schlecht (Piek/Schulz) 3.42
02. Ich such dich (Piek/Schulz) 3.26
03. Schöne Leute (Piek/Schulz) 3.17
04. Der Kanal (Piek/Schulz) 5.18
05.  Unter der Haut (Hoff/Schulz) 5.35
06. Gerade noch gefehlt (Piek/Richter/Schulz) 3.19
07. Ganz normale Leute (Piek/Schulz) 3.57
08. Wann & wie (Piek/Schulz) 3.59
09. Nachbarn (Piek/Schulz) 2.57
10. Immer nur leben (Piek/Schulz) 4.45

CD1

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Text3

 

Ensemble für frühe Musik Augsburg – Hildegard von Bingen und ihre Zeit (1990)

FrontCover1Seit Wochen, wenn nicht länger umkreise ich die Hildegard von Bingen gedanklich, denn sie scheint mir einer ganz und gar außergewöhnliche Frau gewesen zu sein, eine Frau die ihrer Zeit weit voraus war. Und damit steigen wir ganz tief in den Keller der Musikgeschichte … viel tiefer geht gar nicht mehr, denn wir schreiben un das 12. Jahrhundert:

Hildegard von Bingen (* 1098 in Bermersheim vor der Höhe (Ort der Taufkirche) oder in Niederhosenbach (damaliger Wohnsitz des Vaters Hildebrecht von Hosenbach); † 17. September 1179 im Kloster Rupertsberg bei Bingen am Rhein) war Benediktinerin, Äbtissin, Dichterin, Komponistin und eine bedeutende Universalgelehrte. In der römisch-katholischen Kirche wird sie als Heilige und Kirchenlehrerin verehrt. Daneben wird auch in der anglikanischen, der alt-katholischen und der evangelischen Kirche mit Gedenktagen an sie erinnert.

Hildegard von Bingen gilt als erste Vertreterin der deutschen Mystik des Mittelalters. Ihre Werke befassen sich mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie. Sie war auch Beraterin vieler Persönlichkeiten. Von ihr ist ein umfangreicher Briefwechsel erhalten geblieben, der auch deutliche Ermahnungen gegenüber hochgestellten Zeitgenossen enthält, sowie Berichte über weite Seelsorgereisen und ihre öffentliche Predigertätigkeit.

Am 7. Oktober 2012 erhob Papst Benedikt XVI. die heilige Hildegard zur Kirchenlehrerin (Doctor Ecclesiae universalis) und dehnte ihre Verehrung auf die Weltkirche aus. Ihre Reliquien befinden sich in der Pfarrkirche von Eibingen. (Quelle: wikipedia)

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Diverse Hildegard von Bingen Abbildungen

Und mich interessierte natürlich insbesondere die Komponistin Hildegard von Bingen:

Musik hatte für Hildegard von Bingen eine ganz besondere Bedeutung: Als Spiegel der himmlischen Harmonie brachte die Musik die Menschen Gott nahe. Sie selbst verfasste zwischen 1151 und 1158 über 70 Gesänge, die als Symphonia armonie celestium revelationum bezeichnet werden, sowie ein geistiges Singspiel. Man muss Wibert von Gembloux zustimmen: „Wer hat je ähnliches von irgendeiner Frau gehört?“. In den Gesängen preist sie den dreieinigen Gott, die Engel und die Heiligen, allen voran Maria, die heilige Ursula sowie Rupert und Disibod. Wieder bekräftigt sie den göttlichen Ursprung ihres Werks:

„Darauf sah ich eine von Licht durchstrahlte Luft. Aus ihr ertönten mir auf wundersame Weise mannigfaltige Klänge entgegen. Es waren Lobgesänge für jene, die im Himmel wohnen (…)“.

Noten

In einem Brief an die Mainzer Prälaten, die 1178 über dem Kloster Rupertsberg das Interdikt ausgesprochen hatten, erfahren wir, welche bedeutende Rolle die Musik für Hildegard im Gesamtzusammenhang ihrer Theologie besaß: Vor dem Sündenfall sei es dem Menschen möglich gewesen, am Gotteslob der Engel teilzunehmen. Erst die Propheten erhielten wieder etwas von dem damals verlorenen Wissen zurück. Durch die Gesänge und den Klang der Instrumente sollten die Menschen belehrt und zu einem gottgefälligen Leben ermuntert werden. Seitdem habe der Teufel alles daran gesetzt, das gesungene Gotteslob zu verhindern. Er sei über die wiedergewonnene Fähigkeit der Menschen zu singen höchst beunruhigt gewesen, denn der Gesang entstamme dem Heiligen Geist und sei der Widerhall himmlischer Harmonie.

Innerhalb des musikalischen Werks Hildegards nimmt das Singspiel Ordo virtutum eine besondere Stellung ein. Es hat die Form eines gesungenen liturgischen Dramas: Ähnlich wie im Liber Vitae Meritorum stellen sich die Tugendkräfte im Kampf um die Seelen der Menschen dem Teufel und seinen Machenschaften entgegen. Da die Harmonie der Musik immer dem Lob Gottes dient, ist der Teufel in dem Stück nur zu unrhythmischem lärmendem Getöse fähig. Vielleicht trugen es Hildegard und ihre Nonnen auf dem Rupertsberg und in Eibingen bei kirchlichen Festen vor.

Die Gesänge, die Hildegard komponierte, wurden bei der Messe oder dem Stundengebet gesungen, wie wir von Wibert wissen: „Diese Gesänge, die zum Lobe Gottes und zur Ehre der Heiligen komponiert sind, werden öffentlich in der Kirche vorgetragen“. Ob sie erst die Texte und später die Melodien schrieb, die in Neumen, den damaligen Tonzeichen, notiert wurden, oder ob beides zeitgleich entstand, ist nicht überliefert. Genauso wenig kann heute gesagt werden, wie die Musik in Hildegards Zeit tatsächlich klang. Die heutigen Fassungen der Lieder können sich daran nur annähern. (Quelle: www.bingen.de)

Klosterruine

Klisterruine Disibodenberg: Am 1. November 1112 wurde sie mit Jutta, von da an ihre Lehrmeisterin, und einer dritten jungen Frau in einem Inklusorium an oder in dem seit 1108 von Benediktinermönchen bewohnten Kloster Disibodenberg eingeschlossen. Während Jutta an diesem Tage vor Abt Burchard (1108–1113) auch ihre Profess ablegte, tat dies Hildegard später vor dem Bischof Otto von Bamberg, der von 1112 bis 1115 den inhaftierten Mainzer Erzbischof Adalbert vertrat.
Nach dem Tode Juttas in der mittlerweile zum Kloster gewachsenen Klause wurde Hildegard 1136 zur Magistra der versammelten Schülerinnen gewählt. Mehrfach kam es zu Auseinandersetzungen mit Abt Kuno von Disibodenberg, weil Hildegard die Askese, eines der Prinzipien des Mönchtums, mäßigte. So lockerte sie in ihrer Gemeinschaft die Speisebestimmungen und kürzte die durch Jutta festgelegten, sehr langen Gebets- und Gottesdienstzeiten. Offener Streit brach aus, als Hildegard mit ihrer Gemeinschaft ein eigenes Kloster gründen wollte. Die Benediktiner von Disibodenberg stellten sich dem entschieden entgegen, da Hildegard deren Kloster Popularität verschaffte.

Und hier ein erster musikalischer Eindruck der damaligen Musik, wie sie von Hildegard von Bingen (und anderen) komponiert wurde.

Dargeboten werden diese musikalischen Kostbarkeiten von dem Ensemble für frühe Musik, Augsburg, dieses Album ist zugleich ihr Debütalbum:

Das Ensemble für frühe Musik Augsburg wurde vor beinahe 25 Jahren gegründet und zählt heute nach Jahren intensiver musikwissenschaftlicher und musikalischer Arbeit zu den bekanntesten Gruppen für Musik des Mittelalters. Über 1000 Konzerte in ganz Europa, in den USA und bei Internationalen Festivals für Alte Musik sowie zahlreiche Schallplatten- und Rundfunkaufnahmen begründen diesen Ruf.

Ensemble

 

Neben der Frage nach der Gesangs- und instrumentalen Spieltechnik des Mittelalters, neben der Zusammenarbeit mit Romanisten und Germanisten, aber auch mit spezialisierten Instrumentenbauern, neben dem Versuch also, zu erfahren, „wie es wirklich geklungen hat“ stand immer wieder die Idee im Vordergrund der musikalischen Überlegungen, „Musik von Gestern“ für „Leute von Heute“ zu machen, d.h. das Publikum mit „Phantasien über mittelalterliche Musik“ (Dieter Kühn) zu fesseln und zu begeistern. Dabei zeigte sich im Laufe der Jahre, dass beide Wege zum gleichen Ziel führten:
Je näher man versuchte dem „Original“ zu kommen, um so beeindruckender wurde das musikalische Erlebnis für den heutigen Zuhörer.
In seiner Besetzung ist das Ensemble seit den Anfängen gleich geblieben. (Selbstdarstellung)

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Und dieses Ensemble gibt´s noch heute ! Was für ein Geschenk !

Man muss nicht unbedingt religiös sein … aber dennoch kann diese Musik so richtig tief in Herz gehen … so jedenfalls geht es mir …

Unglaublich, dass Melodien aus dem 12. Jahrhundert heute noch eine derartige Magie vertrömen können.

Wer´s nicht glaubt … sollte reinhören.

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Besetzung:
Hans Ganser (vocals, percussion, psaltery)
Rainer Herpichböhm (vocals, chitarra saracenica, harp, percussion)
Sabine Lutzenberger (vocals, recorder, shawm)
Heinz Schwamm (vocals, fiddle, lira, shawm, hurdy-gurdy)

Booklet05A.jpg

Titel:

Hildegard von Bingen:
01. O Magne Pater1 O Magne Pater 3.06
02. O Aeterne Deus 2.19
03. Ave, Generosa, Gloriosa Et Intacta Puella 4.54
04. O Frondens Virga 5.31

Petrus Abaelardus:
05, Planctus David Super Saul Et Ionatha 9.38

Hildegard von Bingen:
06. O Felix Anima 4.24
07. Ave, Maria, O Auctrix Vitae 4.30

Petrus Abaelardus:
08. O Quanta Qualia 6.01

Anonym:
09. Promat Chorus Hodie (Aquitanien (12.Jh.) 3.29
10. Annus Novus In Gaudio (Aquitanien (12.Jh.) 4.48
11. Fulget Dies Celebris (Aquitanien (12.Jh.) 2.14

Hildegard von Bingen:
12. O Quam Mirabilis 6.19
13. O Virtus Sapientiae 2.46
14. O Vis Aeternitatis 6.00

CD1

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Textbeispiel

Karl Dall – Herzilein, wie kann man so herzlos sein – Herzilein (Instrumental) (1990)

FrontCover1Tja, der Karl Dall …

Karl Bernhard Dall (* 1. Februar 1941 in Emden, Ostfriesland) ist ein deutscher Fernsehmoderator, Sänger, Schauspieler und Komiker.Karl Bernhard Dall (* 1. Februar 1941 in Emden, Ostfriesland) ist ein deutscher Fernsehmoderator, Sänger, Schauspieler und Komiker.

Karl Dall kam als Sohn eines Schulrektors und einer Lehrerin zur Welt. In der zehnten Klasse verließ er die Mittelschule und machte eine Lehre als Schriftsetzer in der Druckerei Rautenberg in Leer.Stationen
1967 gründete er mit Ingo Insterburg, Jürgen Barz und Peter Ehlebracht die Komödiantengruppe Insterburg & Co., der er bis Ende der 1970er Jahre angehörte. Durch die Radio-Bremen-Reihe Musikladen wurde das Quartett weithin populär. Nach der Auflösung von Insterburg & Co. startete Dall umgehend eine Solokarriere als Bühnenkünstler und arbeitete auch fürs Fernsehen.

In der WDR-Produktion Plattenküche trat er 1979 in mehreren Folgen als Kantinenkoch „Karl Toffel“ in zahlreichen Sketchen auf.
In der von Kurt und Paola Felix präsentierten Sendung Verstehen Sie Spaß?, die im ersten Programm der ARD ausgestrahlt wurde, war er von 1983 bis 1990 unter anderem als chaotischer Filmvorführer und Spaßtelefonierer vertreten.

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Karl Dall mit Insterburg & Co.

Im deutschen Hörfunkprogramm von Radio Luxemburg moderierte Dall eine Blödelshow. Im regionalen Fernsehprogramm Südwest 3 hatte er beim „Brettl-Talk“ seine Form des Nonsens-Gesprächs entwickelt. Als RTLplus Ende 1984 einen Nachfolger für den zur ARD gewechselten Mike Krüger suchte, der im RTL-Vorabendprogramm ebenfalls eine Blödel-Talkshow präsentiert hatte, war Dall eine naheliegende Wahl. Am 19. Januar 1985 hatte seine Sendung Dall-As Premiere; ab dem 31. August 1985 wurde sie bis Ende 1991 alle 14 Tage im Spätprogramm des Senders ausgestrahlt.

Als ein Höhepunkt des Formats, dessen Konzept es war, Gäste zu irritieren und zu provozieren, gilt Dalls Spruch zu Roland Kaiser: „Na, sing schon mal, damit wir es hinter uns haben“, worauf dieser die Sendung wütend verließ. Die Wildecker Herzbuben nannte er „Wildecker Speckbuben“. Einen anderen Gast fragte er: „Was macht Ihr Friseur im Hauptberuf?“ Nach seinem Wechsel zu Sat.1 setzte Dall die Sendung seit dem 4. Januar 1992 dort unter dem Titel Jux und Dallerei fort. Eine Klage des Fernsehsenders RTL gegen Sat.1 wegen inhaltlicher Überschneidungen wurde abgewiesen.

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Mein Gott, wie die Zeit vergeht: Rudi Carrell mit seinen Kollegen von „7 Tage, 7 Köpfe“ Karl Dall, Jochen Busse, Gaby Köster und Mike Krüger und den Gästen Mary (3. v.l.) und Jörg Kachelmann (vorne, r.)

Ab 1991 moderierte Dall zwei Jahre lang die Sendung Koffer Hoffer bei Tele 5. 1996 war er Mitglied im Anfangsensemble der von Rudi Carrell produzierten Sendung 7 Tage, 7 Köpfe auf RTL. Differenzen zwischen Carrell, der seine Sendungen generell mit Akribie plante, und dem spontanen Dall führten dazu, dass dieser das Ensemble 1997 wieder verließ.

Des Weiteren moderierte er bei RTL die Sendungen Karls Kneipe (1997), Die Karl Dall-Show (1999–2000) sowie bei Kabel 1 Weißt Du noch? Das Retro-Quiz (2003–2004). Mitte September 2006 erschien Dalls Autobiografie mit dem Titel Auge zu und durch. Im Oktober 2012 feierte Dall mit dem Ein-Mann-Theaterstück Der Opa des isländischen Autors Bjarni Haukur Thorsson Premiere. Dall stand damit auch zum ersten Mal für ein Theaterstück auf der Bühne. Seit Mai 2015 ist Dall mit seinem neuen Live-Programm Der alte Mann will noch mehr unterwegs, in dem er einen Querschnitt aus allen Jahrzehnten seines Schaffens zeigt.

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Karl Dall mit Guildo Horn, 1999

Im September 2016 strahlte der Sender Tele 5 die zwölf Folgen umfassende Dokusoap Old Guys on Tour (OGOT) aus. Innerhalb von 21 Tagen wollen vier ehemalige Showmaster (Jörg Draeger, Frederic Meisner, Björn-Hergen Schimpf, Harry Wijnvoord) den Jakobsweg gehen. Dall war der Reiseführer, Moderator und Kommentator während der mehrwöchigen Tv-Wanderung.

Karl Dall nahm immer wieder Singles auf, von denen einige erfolgreich in die Hitparade einstiegen. Das Stück Diese Scheibe ist ein Hit kann als Parodie auf das schnelllebige Popmusikgeschäft verstanden werden („Diese Scheibe ist ein Hit – wann kriegt ihr das endlich mit? Diese Scheibe müsst ihr koofen, das ist ’ne Scheibe für die Doofen“). Das Stück wurde von Dall alleine eingesungen, aber unter Mitwirkung von Insterburg & Co. eingespielt.

Weitere Erfolgstitel waren Millionen Frauen lieben mich, Heute schütte ich mich zu und Der älteste Popper der Stadt. Stilistisch sind Dalls Plattenaufnahmen überwiegend dem Genre „Blödelschlager“ zuzuordnen. Dall spricht dabei meist mehr als er singt, und er wirkt insgesamt etwas fahrig. Textlich nimmt er sich und seine Umwelt ironisch auf die Schippe, oftmals kokettiert er mit Charakteren, die sich selbst für sehr attraktiv und erfolgreich halten, in Wahrheit aber nur kleine Brötchen backen.
Eine Ausnahme war die CD Hoppla, jetzt komm ich, auf der Dall alte Seemanns- und Heimatlieder aus Hamburg, darunter Lieder von Hans Albers, interpretierte. Seit 2005 tritt er auch wieder zusammen mit Ingo Insterburg auf.

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Karl Dall mit Ingo Insterburg, 2005

Am 19. September 2014 erhob die Staatsanwaltschaft Zürich gegen Dall Anklage wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und versuchten Nötigung einer Schweizer Journalistin. Dall bestritt die Anschuldigungen der wegen Stalking vorbestraften Journalistin.[5][6][7] Der Prozess endete mit einem Freispruch für Dall, der Ende Juli 2015 endgültig rechtskräftig wurde, da die Klägerin ihren Antrag auf Berufung zurückzog.

FamilieKarl Dall ist seit 1971 verheiratet und hat eine Tochter, die als Stuntfrau in Kanada arbeitet, und eine Enkelin. Er hat zwei Schwestern und einen Bruder namens Otto Dall, der Inhaber des Lehrstuhls für Technik und ihre Didaktik II an der Technischen Universität Dortmund war.

Karl Dall wohnt im Hamburger Stadtteil Eppendorf. (Quelle: wikipedia)

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Karl Danz mit Markus Lanz

Und hier eine Single aus seiner wohl sehr erfolgreichen Phase (Anfang der der 90er Jahre). Und wenn man sich einbildet, einen blog betreiben zu müssen, der auch die ganze Bandbreite der populären Musik in Deutschland abbilden möchte, dann bleiben solche Präsentationen nicht aus.

Das Lied „Herzilein, wie kann man so herzlos sein“ handelt von einem stinkbesoffenem Mann, der nach Hause kommt, aber die Ehefrau lässt ihn nicht mehr in die Wohnung …

Keine Frage: ein wahrer Tiefpunkt in der Geschichte dieses blogs … und selten habe ich mich von einer Single so gerne getrennt, wie von dieser.

Seite 2 ist dann die Instrumentalversion … ein Wohltat im Vergleich zum eigentlichen Lied.

Aus dem Karl Dall hätte (angesichts seiner frühen Jahre mit Insterburg & Co.) wahrlich etwas werden können …  aber so nicht …

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Besetzung:
Karl Dall (vocals)
+
ein kleiner Haufen von Studiomusikern
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Titel:
01. Herzilein, wie kann man so herzlos sein (B.Lüdtke/C.Lüdtke) 3.20
02. Herzilein (Instrumental) (B.Lüdtke/C.Lüdtke) 3.25

LabelB1
*
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Karl Dall nach dem Freispruch hinsichtlich der Vergewaltigungs-Vorwürfen

Ludger Edelkötter – Die kleine Raupe Nimmersatt (Singspiel) (1990)

FrontCover1Keine Frage: das Bilderbuch „Die kleine Raupe Nimmerdsatt“ gehört zu den Klassikern der Kinderbuchliteratur.

Die kleine Raupe Nimmersatt (englischer Originaltitel The Very Hungry Caterpillar) ist ein Bilderbuch des US-Kinderbuchautors und -illustrators Eric Carle, das im Jahr 1969 erschien.

Das Buch erzählt die Geschichte einer Raupe, die aus einem Ei schlüpft und sich eine Woche lang durch viele Lebensmittel frisst. Am Ende der Woche ist sie dick und rund, verpuppt sich und wird zu einem Schmetterling.

Die Buchseiten haben Löcher durch die Bilder, die teilweise durch mehrere Seiten hindurchgestanzt sind, um zu veranschaulichen, wie sich die Raupe durch die Nahrungsmittel hindurchfrisst.

Die Geschichte beginnt mit einem Ei, aus dem eine Raupe schlüpft, die alles Mögliche frisst, um größer zu werden. Auf jeder Buchseite ist ein Tag dargestellt:

Am Montag fraß sie sich durch einen Apfel, aber satt war sie noch immer nicht.
Am Dienstag fraß sie sich durch zwei Birnen, aber satt war sie noch immer nicht.
Am Mittwoch fraß sie sich durch drei Pflaumen, aber satt war sie noch immer nicht.

Das Bilderbuch

Das Bilderbuch

Sie frisst jeden Tag mehr; am Samstag frisst sie verschiedenste menschliche Lebensmittel und fühlt sich danach schlecht. Am Sonntagmorgen frisst sie nur ein grünes Blatt und da geht es ihr viel besser. Dann frisst sie nichts mehr, sondern verpuppt sich und schlüpft nach einigen Wochen als Schmetterling.

Die Raupe Nimmersatt, erschienen am 20. März 1969, war nicht Carles erstes Buch, brachte ihm aber den Durchbruch und ermöglichte es ihm, seine Arbeit als Werbegrafiker aufzugeben. Es erfreut sich weltweit enormer Beliebtheit und wurde

EricCarle

Eric Carle

nach Aussagen des Verlagshauses Gerstenberg (dem Verleger der deutschsprachigen Fassung) über 30 Millionen Mal verkauft. Charakteristisch für die Buchgestaltung sind die Stanzlöcher. Die mit der Zahl der Früchte zunehmende Breite der Buchseiten war zum Erscheinungsdatum ein Novum.

Auf die pädagogische Eignung von Carles Bilderbüchern, darunter die „Insekten-Trilogie“, zu der neben The Very Hungry Caterpillar auch The Very Busy Spider (Die kleine Spinne spinnt und schweigt, 1984) und The Very Quiet Cricket (Die kleine Grille singt ihr Lied, 1990) gehören, wurde mehrfach hingewiesen.

Im Jahr 1999 erklärte der damals zukünftige US-Präsident George W. Bush die kleine Raupe Nimmersatt zu seinem Lieblingsbuch und sagte, das Werk habe ihn beim Heranwachsen beeinflusst. Als das Buch 1969 erschien, war Bush bereits 23 Jahre alt (Quelle: wikipedia)

Und natürlich bot es ich dann irgendwann mal an, aus diesem Kinderbuch auch ein Singspiel zu produzieren.

Komponist dieses Singspiels ist Ludger Edelkötter

Ludger Edelkötter (* 26. Dezember 1940 in Bockum-Hövel) ist ein deutscher Komponist, Musikpädagoge und Verleger.

Der in Pulheim lebende freischaffende Komponist und Musikpädagoge Ludger Edelkötter studierte zunächst die Instrumente Oboe und Flöte im Orchesterfach. Als Komponist Neuer Geistlicher Lieder wurde er durch zahlreiche Neuschöpfungen international bekannt. Mit dem Kanon Herr, gib uns Deinen Frieden (EG 436) fand Edelkötter Aufnahme in den überregionalen Teil des Evangelischen Gesangbuchs.

Buch

Das Buch zum Singspiel

Nach mehrjähriger Zusammenarbeit mit Peter Janssens gründete Edelkötter seine eigene Musikgruppe „Impulse“, mit der er viele Jahre in der sich seit den 1960er Jahren neu entwickelnden „NGL-Szene“ des neuen geistlichen Kirchenliedes auftrat. Die Gruppe reiste mit Musicals wie Unterwegs in das Land der Verheißung (Text Alois Albrecht), Franz von Assisi (Text Wolfgang Poeplau) oder Liebe ist Pflicht (über Vinzenz von Paul, Text von Josef Reding) durch Deutschland, sang auf Kirchen- und Katholikentagen und prägte die musikalische Landschaft in der katholischen und evangelischen Kirche.

1985 komponierte Edelkötter das Musical Wagnis und Liebe über das Leben des Gründers der Schönstatt-Bewegung und Entwickler der Kentenich-Pädagogik Pater Josef Kentenich. Dabei arbeitete er mit dem Texter Wilhelm Willms zusammen. Edelkötter ist Mitglied der Textautoren- und Komponistengruppe TAKT.

Ludger Edelkötter entstammt einer Musikerfamilie. Sein Bruder Norbert Edelkötter (1937–2015) war Leiter der Musikschulen in Goslar und Hamm. Er hatte die Idee der mehrstufigen Orchesterschule, die vorbildhaft für zahlreiche Musikschulen in Deutschland war. (Quelle: wikipedia)

Nun denn, ein nettes Singspiel, an das sich sicherlich ganz viele erinnern, sofern sie sich an ihre Kindheit erinnern können oder mögen …

Hört man sich die Instrumentalfassung von „Die keline Raupe Nimmersatt“ an … hat man zuweilen das Gefühl, auf einem psychedelischen Trip  zu sein …

LudgerEdelkötter2005

Ludger Edelkötter gibt Autogramme (2005)

Besetzung:
Ludger Edelkötter (alle Instrumente, vocals)

BackCover1

Titel:
01. Die kleine Raupe Nimmersatt 8.15
02. Der Schmetterling erinnert sich 3.37
03. Die kleine Raupe Nimmersatt (Instrumentalfassung) 8.16
04. Der Schmetterling erinnert sich (Instrumentalfassung) 3.34

Musik: Ludger Edelkötter
Texte: Viktor Christen

MC2A
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Illustration

Helge Schneider – Seine grössten Erfolge (1991)

FrontCover1Ei, ei, ei … da ist mir aber vor zwei Tagen eine mehr als nette Leihgabe ins Haus getrudelt.

Ein Helge Schneider Album aus dem Jahr 1991 (die LP-Version von „Seine grössten Erfolge “ erschien ein Jahr früher) … Die CD weist dann jedoch „bonus tracks“ auf.

Tja, der Helge Schneider… entweder man mag ihn … oder nicht … dazwischen gibt´s nix … und ich mag ihn … denn er ist ein wahrlich schräger Vogel …. der Zeit seines Lebens sich die Freiheit herausnahm …. seine absurden Ideen aufzunehmen … und … das sollte man nie vergessen … dabei auch noch ein wirklich profunder Musiker war und ist.

Und zu diesem Album schreibt ein „Kreisler“ auf Amazon dann folgendes:

„Ich habe dieses Album zuerst in den fruehen 90ern gekauft (damals sogar zuerst auf Vinyl) und fand es schon immer witzig und einfallsreich, wenn auch etwas arg schraeg. Zuletzt habe ich nochmal ‚reingehoert, und mit ist bewusst geworden, dass dieses Album absolut genial ist – originell in Text, Rhythmus, Instrumentation, Sound, Stil, mit dem Mut zur vollen Exzentrik … als damals praktisch unbekannter „comedian“ wollte Schneider niemandem beweisen, dass er diese ganzen Instrumente tatsaechlich mindestens passabel spielen kann. Noch dazu sind die meisten Lieder echte Ohrwuermer. Im einzelnen:

Leichte Uebung – ein Klavierstueck unterlegt mit Stoehnen wie von Glenn Gould – wie schoen sich das ganze steigert und der Pseudobach rhythmisch zerfliesst
Maedchen – elektrisierend und total bescheuert
100000 Rosen – ein HS standard fuer den Schatz im besten Alter, mit dem besten Klarinettensolo und dem besten vibrato … „Liebe im Herbst des Lebens ist so frei wie die Natur“BookletBackCover1
Texas: Was für Reime … und was für instrumente (steel guitar?)
Je ne griais: Piaf/franz. chanson Parodie und Parodie der franzoesischen Sprache
Schneemann: merkwuerdiger geht’s nicht … wie schoen hier das Mittelhochdeutsch eingebaut ist, und wie ploetzlich wir auf einmal im vulgaeren landen
Hottemax: guter Sound, schoener jazziger Mittelteil
Einsam durch die Strassen: bester Text mit bestem Stilbruch („denn wie ich eingangs schon erwaehnte“), schoene Synthesizer Arpeggi
Disco: sehr innovativer Sound direkt aus der Hoelle, extreme aufpeitschend, trotz der Kirchenglocken
Herren Politiker: political prog rock meets Ruhrgebietpolemik … sehr schoen
Glaserlwein: „des muss ja immer dabei sein“ … Wirthausszene in Alban Bergs Wozzeck plus Weaner Gemuetlichkeit auf den Punkt gebracht. Flexibler Rhythmmus, und gutes Gitarren- (oder Zither?) solo

Sei doch nicht so kleinlich: ein bisschen Jazz in all der Sentimentalitaet
Gefunkt: schmissiger Rock ohne kleingedrucktes
Nimm’s nicht so schwer: Musik und text fliessen sehr schoen, auch hier wieder ein HelgeSchneiderbisschen schöner Jazz drin
Wurstgesicht: Das ist wohl Punk … gepaart mit Ruhrgebietsgrobheit. Gut gebrüllt.
Verknallt: Liebeslied auf dem Barpiano, mit einer Prise Fuer Elise und schoöem Schluss
Paris und Boeser Willi sind sehr eingaengige Jazznummern, nachträglich hinzugefügt für die CD – sehr schön und verrückt, aber auf andere Weise als der Rest des Albums … schöne Trompete in „Paris“

„In den Zeiten, wo noch nicht von vornherein alles für lustig gehalten wurde, was aus Helges Mund kam, war sein Humor tatsächlich noch genialer und vielfältiger“ – „kunde“ hat voellig recht. HS hat seinen Stil nie ändern muessen … aber Mühe musste er sich – für laute Lacher vor vollen Häusern – seit langer, langer Zeit nicht mehr geben, und deshalb ist seit „Katzeklo“ leider immer weniger von wirklich guter Qualität.“ (Diese letzte Einschätzung teile ich allerdings nicht … Helge war auch noch nach „Katzeklo“durchaus inspieriet !)

Also: Prädikat: viel durchgeknallter geht´s nicht.

Und natürlich: eine ganz herzliches Dankeschön an den Leser dieses Blogs, der mich mit dieser Leihgabe nicht nur überrascht, sondern auch gleichzeitig sehr erfreut hat. Vielen Dank !

KurowskiSchneider

1984 singt Eva Kurowski in der frühen Helge Schneider-Show. Als prinzessinnenhafte Bühnenpartnerin interpretiert sie auf ihre Art die Helge-Lieder, die Schneider 1990 auf Vinyl als „Seine größten Erfolge“ veröffentlicht: Schneemann baun, Sei doch nicht so kleinlich, Liebe ist nicht peinlich, Nimms nicht so schwer, Rattapuff – ich bin verliebt, Paris, Paris …

 

Besetzung:
Thomas Alkier (drums)
Helge Schneider (alle anderen Instrumente)Booklet01

Titel:

01. Leichte Übung von Bach) 0.23
02. Mädchen wollen küssen 1.32
03. Hunderttausend Rosen schick ich dir 2.58
04. Texas 2.05
05. Je ne griäh 1.52
06. Schneemann bau’n 1.53
07. Ich bin der Hottemax 2.06
08. Ich geh rinsam durch die Strassen 3.16
09. Reprise (100000 Rosen) 1.24
10. Disco, Disco…  2.22
11. Die Herren Politiker 3.17
12. Glaserlwein 1.56
13. Sei doch nicht so kleinlich, Liebe ist nicht peinlich 1.56
14. Gefunkt (Vier Versionen) 6.31
15. Nimm’s nicht so schwer 2.29
16. Wurstgesicht (Ich hab‘ dich lieb) 1.32
17. Ich bin verknallt in dich 1.34
18. Paris, Paris 2.45
19. Der nöse Willy 4.01
20. Schneiders Auto 0.35
Musik und Texte: Helge Schneider

CD1

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