Pe Werner – Los ! (1996)

FrontCover1An ihrem Debütalbum „Weibsbilder“ (1989) habe ich einen Narren gefressen und seitdem verfolge ich immer wieder mal den Werdegang der Pe Wermer, die ja nicht nur Musikerin ist:

Pe Werner (* 13. Oktober 1960 in Heidelberg als Pe Malou Werner) ist eine deutsche Sängerin.

Nach bestandenem Abitur war Pe Werner in den 1980er Jahren in der Kleinkunst- und Kabarettszene ihrer Heimatstadt und der umliegenden Region zu finden. Unter anderem trat sie in Ensembles namens Rosa Zeiten, Alarmstufe Pink im Kabarett Dusche auf, einem Mannheimer Politkabarett. Nach ihrer Debüt-LP Weibsbilder erhielt sie 1990 den Schweizer Kleinkunstpreis, die „Oltner Tanne“. Im Jahr 1992 stellte sie ein Solokabarettprogramm mit dem Titel Der kleine Lebenshunger zwischendurch auf die Beine und tourte damit durch Deutschland.

Pe Werner wird in Presseberichten oft als Songpoetin bezeichnet. In ihren öffentlichen Auftritten und Tourneen, die sie seit den 90er Jahren bis heute betreibt, trägt sie neben bekannten Balladen auch immer eigene Gedichte und Glossen vor, plaudert aus dem Nähkästchen und erzählt Musikergeschichten aus ihrem autobiografischen Buch Mehr als Kribbeln im Bauch.

Am 6. März 2008 nahm sie als Songwriterin für Carolin Fortenbacher mit dem Titel Hinterm Ozean an der Deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2008 teil. Der Titel belegte im Finale mit 49,5 % knapp den 2. Platz hinter den No Angels.

Ihr elftes Album Im Mondrausch ist am 3. April 2009 bei Warner Music erschienen und wurde 2011 aufgrund der Verkäufe mit einem German Jazz Award ausgezeichnet. Im August 2011 veröffentlichte sie das Album Mit großem Besteck, das sie mit der WDR Big Band Köln einspielte. Im Februar 2012 wurde das Live-Album zur gleichnamigen Tour Turteltaub veröffentlicht. (Quelle: wikipedia)

Und mittlerweile hat sie dann noch ein weiteres Album namens „Ne Prise Zimt“ (eine ganz spezielle Weihnachts-CD) veröffentlicht.

Pe Werner mit dem Pianisten Peter Grabinger (2013)

Aber nun zu diesem Album aus den 90er Jahren (es war ihre dritte Veröffentlichung):

Der Albumtitel ist Programm, „Los“ kommt in den vielen Stücken energiegeladen daher. Pe Werner ist verspielt , wenn sie im Titelstück alle möglichen Wortspielereien mit „los“ anstellt (vielleicht eine Spur zu albern). Natürlich gibt es auch viele Liebeslieder, aber bemerkenswert an diesem Album ist, dass sie zwei Stücke Menschengruppen widmet, die sonst wenig besungen werden, Rollstuhlfahrer in „Leben auf Rädern“ und die Damen vom leichten Gewerbe in „Lola“.

Pe Werners Gabe für pointierte, treffsichere Texte und Parabeln kommen auf „los“ besonders gut zum Ausdruck, vielleicht am besten bei allen Alben von ihr. Jedes einzelne Stück sprüht vor Einfallsreichtum. Sei es, dass sie verliebt ihrem Angebeteten in „soweit die Träume tragen“ sagt „damit Du’s weißt, Du kannst mich gerne haben“ oder den Werdegang eines Rechtsradikalen besingt: Eine Textzeile wie „seine Bäckerlehre hängt bereits am Hakenkreuz“ würden die meisten Songwriter im Leben nicht hinbekommen.

PeWernerAuch für die romatische, sensible Pe Werner ist genügend Platz. Sie sehnt sich nach einem „Liebenszeichen“ von ihrem Partner, will „mehr“ als die gute Partie, und „nur Deine Stimme hörn’“.
Zum Ende des Albums überwiegen dann wieder die nachdenklichen Töne. Sie leidet beim Betrachten eines „Lebkuchenherzen“, dass nicht nur die Folie sondern auch das auf ihm stehende „Für immer“ eingestaubt ist und beschreibt die Ängste der Eifersucht in „kein Lippenstift“. Den Abschluss bilden die beiden intimen Balladen „vaterseelenallein“ und „blaue Stunde“.

Insgesamt eine sehr gelungene Mischung von Spritzigkeit und nachdenklichen Tönen.(Keegan)

Aber man kann es natürlich auch so sehen:

„Ziellos, Leinen los, uferlos, hoffnungslos, ratlos, zweifellos, Trauerkloß“: Pe Werner ist jetzt mit ihren „Trostpflastersteinen“ „Vaterseelenallein“ – will sagen: Der aufsteigende Stern am deutschen Popschlagerhimmel nervt auf dem neuen Album „Los“ unendlich mit blöden Wortspielereien, und in melancholischen Titeln greift die erprobte Kabarettistin zu tief in den Kitsch-Topf („Mißtrauen ist ein bitteres Kraut“). Pes Gesang ist wie gehabt Ina-Deter-mäßig, dagegen heben sich die erfrischend schlanken Profi-Arrangements vorteilhaft ab. (Stereoplay, 1996)

Auch wenn mir die thematische Flut von Liebesdramen mal wieder auf den Keks gehen, ist dieses Album vor allem musikalisch eine runde Sache. Stilistische Vielfalt prägt dieses Album … Soul, Jazz-Rock, federleichte Balladen und gelegentliche auch knackiger Rock sind zu hören … und das gepaart mit wirklich überzeugenden Arrangements. Daverzeihtman doch ein wenig die thematische Begrenztheit des Albums … Immerhin gibt es mit dem Song „Das wüste lebt“ einen Song, der sich mit Horizont des braunen Gesindles beschäftigt. Aber auch „Leben auf Rädern“ ist so ein Song, der thematisch mal was anderes bietet … davon hätte ich doch mehr gehabt.

Und irgendwie drängt es mich, demnächst ihr Debütalbum hier zu präsentieren …

Pe  Werner mit Götz Alsmann (2013)

Besetzung:
Joe Chemay (bass)
Dieter Falk (keyboards, background vocals, accordeon)
Peter Leim (drums)
Wesley Plass (guitar, background vocals)
Pe Werner (vocals)
+
Mario Argandoha (percussion bei 04., 07. + 13.)
Sabine van Baaren (background vocals)
Christian Brunnert (cello bei 12.)
Matthias Dörsam (saxophone, uillean pipes bei 04., jews harp bei 06., english-horn bei 07., obeo bei 13.)
Dan Dugmore (pedal-steel guitar bei 09.)
Cae Gauntt (background vocals)
Gary Grant (trumpet)
Jerry Hay (trumpet)
Gustav Kedves (french-horn bei 12.)
Uli Kringler (guitar, mandoline bei 04., 05.)
Terry McMillan (harmonica bei 03., 10.)
Stefan Peiffer (saxophone)
Bill Reichenbach (trombone)
Marc Russo (saxophone solo bei 01., saxophone)
Steffen Schorn (saxophone)
Ulf Weidmann (piano bei 02.)
Karl-Heunz Wiberny (saxophone)
+
Die Musiker von Pur (background vocals bei 06.):
Hartmut Engler – Roland Bless – Rudi Buttas – Joe Crawford

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Titel:
01. Mehr  (Werner)  4.11
02. Los (Werner/Wiedmann/Dorka) 3.08
03. Leben auf Rädern (Werner) 3.38
04. Liebenszeichen  (Werner/Kringler)  3.44
05. Deine Stimme  (Werner)  4.25
06. Das Wüste lebt (Werner) 3.50
07. Soweit die Träume tragen (Werner) 3.48
08. Lieb & Teuer (Werner) 4.32
09. Lola (Werner/Hoffmann) 3.32
10. Lippenstift (Werner) 3.24
11. Das Lebkuchenherz (Werner) 5.36
12. Vaterseelenallein (Werner) 3.47
13. Blaue Stunde (‚Werner) 4.51

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Till Brönner – German Songs (1996)

FrontCover1.jpgBereits um die Jahrtausendwende schreibt das Jazzecho: „Till Brönner als den emporstrebenden deutschen Nachwuchstrompeter schlechthin zu bezeichnen ist mittlerweile hinfällig, da er mehr Platten verkauft haben dürfte als jeder andere deutsche Jazztrompeter. Er spielt in der internationalen Oberliga und pflegt Kontakte zur New Yorker Jazzszene, die ja bekanntlich den Weltmarkt bestimmt.“ Heute gilt der Echo-Preisträger 2007 als der bekannsteste deutsche Jazzexport.

1971 in Viersen geboren, erlebt Till mit Louis Armstrong und Charlie Parker erste prickelnde Momente: „Als ich zum ersten Mal Bebop hörte, Charlie Parker, das war eine Initial-Zündung. Ich war 13, und es war fast so etwas wie die erste erotische Erfahrung. Ich dachte: So etwas Unanständiges kann man eigentlich nicht machen. Die Musik war wie eine Frau, die mich anbaggert.“

Till stammt aus einer Musikerfamilie. Nach einer wohlbehüteten Kindheit absolviert er zuerst eine klassische Ausbildung, um anschließend Jazztrompete an der Kölner Musikhochschule zu studieren. Nach nur drei Semestern überzeugt er als 20-Jähriger bei einem Vorspiel den Chef des Berliner RIAS-Tanzorchesters, und hat damit die erste Hürde genommen.

ZittyBereits zwei Jahre später debütiert er als Bandleader mit der Mainstream-Aufnahme „Generations of Jazz“, und zieht damit erste Insider-Aufmerksamkeit auf sich. Auf „My Secret Love“ widmet er sich kölschem Karnevalsgut. Größeres Interesse wird allerdings seinem dritten Album „German Songs“ zuteil. Darauf nimmt er sich alter UFA-Schlager an, die er mit einer Mischung aus Streichorchester und Jazzquartett instrumentiert. (Quelle: laut.de)

Als Bub war Till Brönner fasziniert von den Bläsern, die in den Fernsehorchestern den oft seicht arrangierten deutschen Schlagern frechen Biß verliehen. Auf seiner CD „German Songs“ knüpft der junge Trompeter nun an diese Kindheitserinnerung an. Mit einem Quartett und dem Deutschen Symphonieorchester Berlin bringt er Evergreens von Friedrich Holländer oder Peter Kreuder zu Gehör.

Die Arrangements sind alles andere als seicht, vielmehr entlocken sie den Symphonikern komplexe jazzige Klänge. Und des Wunderknaben Brönners Horn tönt mal lyrisch, mal boppend, aber immer reif.
(Quelle: Stereoplay)

BackCover

Besetzung:
Reid Anderson (bass)
Till Brönner (trumpet, flugelhorn, vocals)
Roberto Di Gioia (piano)
Jorge Rossy (drums)
+
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von J. A. Keller*

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Titel:
01. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt (Hollaender) 10.21
02. Für eine Nacht voller Seligkeit (Kreuder) 4.31
03. Wenn ein junger Mann kommt (Grothe) 9.13
04. Not Yet (Brönner) 9.51
05. Mime (Brönner) 6.01
06. Ich werde jede Nacht von Ihnen Träumen (Schröder) 5.01
07. The Never Ending Process (Brönner) 3.48
08. Schmetterlinge weinen nicht (Rautenberg) 8.13
09. Bare Necessities (Gilkyson) 2.00

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Samba – T.B.A. (1997)

FrontCover1.jpgDas war damals ne wirklich spannende Neuentdeckung:

Samba ist eine deutsche Band, die 1994 in Münster gegründet wurde, mittlerweile aber in Hamburg, Leipzig und Berlin zu Hause ist.

Mitte der 1990er Jahre bei Sony als hoffnungsvolle Newcomer im Windschatten der Hamburger Schule unter Vertrag, entwickelte sich die Gruppe um Songwriter Knut Stenert von deutschsprachigem Punk hin zu Indie-Pop, ohne dabei ein Massenpublikum ansprechen zu können. Der Name der Band geht auf einen seit den 1970er Jahren beliebten Sportschuh des Unternehmens Adidas zurück.

Samba wurde 1994 von den Schulfreunden Knut Stenert und Götz Grommek mit Schlagzeuger Thomas Hoppe gegründet. 1995 wurde ihre EP Das Licht bei Sony veröffentlicht, das Titelstück Das Licht, das auf mich scheint und aus dem Kühlschrank meiner Küche kommt gelangte zu mäßigem Radioruhm. Von der Debüt-LP Zuckerkick war das Video zu Flach und aus Milch im Musikfernsehen zu sehen.

Mit ihren deutschsprachigen Texten und verträumter Punkpop-Attitüde wurde die Band schnell mit der Hamburger Schule in Verbindung gebracht, obwohl sie mit entsprechenden Bands bis auf die Sprache kaum etwas gemein hatte.

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Samba DC. 1993.
Von links nach rechts: Thomas Hoppe (Schlagzeug bis 1996), Götz Grommek (Bass), Mirko Derpmann (Gesang), Knut Stenert (Gitarre), Arne Piri (Trompete) und Olli Wienand (Saxophon bis 1994

Nachdem das zweite, mit dem neuen Schlagzeuger Matthias Hirzel (auch bekannt als E.V. Hirzel und Hirzel Hirzelnsen) aufgenommene Album t.b.a., das die letzten Rocksongs enthält und die Entwicklung hin zu einer Indie-Pop-Band eröffnet, keinen Erfolg fand, wurde die Band von ihrem Major-Musiklabel Epic Records (Tochter von Sony Music) fallen gelassen. Die folgenden zwei CDs wurden in Hirzels Studio in Münster von der Band produziert und erschienen 1999 und 2001 beim Münchener Label Blickpunkt Pop, von dem unter anderem die Sportfreunde Stiller entdeckt wurden.

2004 ist Samba beim angesehenen Indie-Label Tapete Records untergekommen und veröffentlichte dort das Album Aus den Kolonien. Am 14. Juli 2006 erschien beim gleichen Label das sechste Album Himmel für alle, das im Frühjahr 2006 in Berlin aufgenommen wurde. Da Hirzel Hirzelnsen die Band verlassen hatte, halfen im Studio Tobias Siebert (Schlagzeug, Gitarre), der das Album zusammen mit Knut Stenert produzierte, und dessen Bandkollege bei Delbo, Florian Lüning (ebenfalls Schlagzeug), aus. Auf Tour trat die Band ab September 2006 mit dem Ex-Astra-Kid-Gitarristen Christian Götzer am Schlagzeug auf. 2008 wurde Götzer am Schlagzeug durch Jörn Brucker (Ex-Wolke) ersetzt. Zudem stieß Gitarrist Gregor Schenk zur Band.

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Von links nach rechts: Hirzel (Schlagzeug seit 1996), Knut Stenert (Gesang, Gitarre) und Götz Grommek (Bass).

Im Mai 2009 veröffentlichten Stenert und Benedikt Filleböck (Wolke) unter dem Namen „Knut und die herbe Frau“ ein gleichnamiges Elektropop-Album.

Am 1. April 2011 erscheint mit Die Ekstase der Möwen das siebte Samba-Album. Gründungsmitglied Götz Grommek, der heute bei der Band Elektrogrill Bass spielt, war bei den Aufnahmen nicht mehr dabei, live spielt nun Ramin Bijan von den Türen Bass. (Quelle: wikipedia)

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Promo MC mit 6 Tracks

t.b.a. ist das zweite Album der Münsteraner Indieband Samba und zugleich das letzte Major-Album der Band. Es wurde im November und Dezember 1996 im Hamburger Soundgarden-Studio von Chris von Rautenkranz, Knut Stenert und Samba produziert und abgemischt. Musik und Texte stammen wieder von Sänger Knut Stenert, einzige Ausnahme ist das Trio-Cover Kummer (Musik und Text von Stefan Remmler und Kralle Krawinkel).

t.b.a., der Nachfolger zum gelobten Samba-Album „Zuckerkick“ von 1996, markiert die Abkehr der Band vom Rock hin zum Pop, Sänger Knut Stenert bezeichnete den Titel V2 als seinen „letzten Rocksong“. Statt satter Zerrgitarren herrschen cleane, verspielte Pickings und Harmonien vor. Die Stimmung ist insgesamt düsterer, lakonisch bis depressiv, was sich auch in den nach wie vor kryptischen Texten widerspiegelt. Wichtiges Stilmittel sind die Keyboardsounds, die Bandfreund Carsten Meyer aka Erobique beisteuert. Das Album erschien 1997 auf LP und CD, es fiel bei der Plattenfirma Epic allerdings durch, wurde kaum promoted und der Vertrag mit der Band kurz nach der Veröffentlichung aufgelöst.

Und das ist eigentlich mehr als eine Schande. denn hier musizieren „junge Leute“, die nicht nur musikalisch zu überzeugen wissen. Pfiffige Melodien in Hülle und Fülle eingespielt in einem blitzsauberen Gewand. So hören fast durchgehend einen Ohrenwurm nach dem anderen …

Und nicht minder pfiffig, aber nachdenklich die Texte … da hat der Knut Stenert ganze Arbeit geleistet … und so macht dieses Album Appetit auf mehr !

Die meiste Zeit meines gegenwärtigen Lebens will ich eigentlich gar nicht wirklich jünger sein, wenn ich mir allerdings so ein Album anhöre, bekomme ich da meine Zweifel …

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Besetzung:
Götz Grommek (bass)
E.V. Hirzel (drums)
Knut Stenert (vocals, guitar, banjo, organ, harmonica)
+
Carsten Meyer (keyboards)

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Titel:
01. Ich geh jetzt tauchen (Stenert) 3:51
02. FCKW (Stenert) 2.32
03. Glücklich und dumm (Stenert) 2.51
04. Ein Lied mehr (Stenert) 1.52
05. V2 (Stenert) 2.21
06. Bundeswehrschlafsack (Stenert) 3.57
07. T-Shirt, ich liebe mich (Stenert) 2.29
08. Geht kaputt (Stenert) 1.48
09. Sommerhit (Stenert) 5.43
10. Zinn (Stenert) 2.49
11. Feuerwehr Pizzaservice (Stenert) 2.42
12. Satzkiller (Stenert) 2.18
13. Mir, wo die Blumen sind (Stenert) 2.09
14. Kummer (Krahwinkel/Remmler) 3.15
15. Route 66 (Stenert) 4.34

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Verschiedene Interpreten – Die Wüste bebt ! Herzschläge aus Süddeutschland (1996)

FrontCover1.jpgEin irgendwie trotziges Projekt aus Bayern, damals im Jahre 1996. Am besten, ich lasse mal die Initiatoren dieses Projektes, das im „Free & Easy“ Festival im Back Stage Cub, München seinen Höhepunkt fand, zu Worte kommen:

„Im Lexikon findet man unter „Wüste“: öde, unwirkliche Gegend …

Gemeinhin trifft das aus den Süden Deutschlands, und insbesondere auf Bayern ganz gut zu: politisches Ödland, kulturell unwirklich. Wobei das eine mit dem anderen zu tun hat: Subkulturelle Projekte, also Szenen, in denen junge Menschen sich einen eigenen Begriff ihrer Kultur schaffen können, werden nicht gefördert oder gar bekämpft. Kultzurförderung geht meist an jungen MusikerInnen vorbei und fließt in Prestige- und Renommierobjekte. Auf unfruchtbarem Boden trocknet selbst Innovation und Kreativität aus.

Und dennoch: In den letzten Jahren ist auch hier eine lebhafte und blühende Musikszene entstanden, die uns richtig bewußt wurde, während wir das Liveprogramm für unser Free & Easy Festival `96 auf die Beine stellten. Ganz und gar eigenständig ist die Musik, die von vielen Bands gemacht wird. Sie bilden ein enormes Potential, das zu einer musikalisch vielfältigen Landschaft beiträgt.

Wir haben diese CD zusammengestellt, weil wir wollten, daß sich nicht nur die ZuhörerInnen auf dem Festival von dieser Entwicklung überzeugen und berauschen lassen können. Natürlich gibt ein Song nicht die gesamte Bandbreite einer Band wieder; natürlich repräsentieren 19 Gruppen nur einen kleinen Teil der Musikszene Süddeutschlands. Doch selbst eine so kleine Auswahl kann eines beweisen: Die Wüste lebt nicht nur – sie bebt !

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Nun, natürlich ist es Nonsense zu schreiben, die Musik sei „ganz und gar eigenständig“, welche Band ist denn bitteschön frei von Einflüssen und Vorbildern ? Aber ansonsten macht diese Indie-Rock-Scheibe durchaus Vergnügen und der beste Song ist gleich am Anfang zu hören: „Popstar“ fängt ein wenig schräg an um sich dann zu einer wuchtigen Rocknummer zu entwickeln … Aber auch Ogonjok klingen auf magische Weise überzeugend. Und Meuve überzeugen mit leisen Tönen (dennoch haben sie zu oft „Stairway To Heaven“ gehört *g*)

Ich vermute mal, die meisten der auf diesem Sampler vertretenen Bands haben inzwischen das zeitliche gesegnet, aber die Monostars z.B. gibt es heute noch ! Und Stiller hat es zu einer ziemlich bekannten Band gebracht ! Vordergründig ist dieser Sampler eine Randnotiz in der deutschen Rockgeschichte, für die Akteure waren es vermutlich ganz wichtige Jahre in ihrem Leben …

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Besetzung:

A Million Mercies: 
Blume: 
Robert Wagner (bass, vocals)
C. Ullrich (bass)
Hutpferdemänner:
Ma Cherie For Painting: R. Bremer (electronic noises), K. Hafner (vocals, guitar, bass, keyboards) , J. Henn (bass, guitar, keyboards), Niko Lazarakopoulos (drums, guitar, keyboards)
Meadowsweet: Andi Geiß (drums), Konny Wagner (bass, vocals), Andi Wolf (guitar, vocals)
Meuve: Anja Büchele (vocals), Martin München (guitar)
Monostars:  M. Deckert (keyboards), N. Graeser (bass, vocals), Lenz (guitar), P. Schneider (drums)
Ogonjok: Micha Acher, Adam Bell, Steffanie Böhm, Andreas Gerth, Peter Lasch,
Rekord: R. Dinges (drums), T. Reinbacher (bass), D. Riedl (guitar, vocals), A. Wincierz (guitar)
Sitter: Andi Blab (guitar, vocals), Philip K. Merei (drums) Stefan Nagel (bass)
Slut: C. Neuburger (guitar), M. Neuburger (drums), G. Rosenacker (bass), R. Schaller (guitar)
Splendid: B.Köhler (guitar), G. Pöschl (guitar), J. Quindel (bass, vocals), T. Süßmair (drums)
Social Intention: Ase Aschermann (bass) Chrisch Huttner (drums) V.M. Nobile (guitar, vocals)
Somersault: Alex (drums)Boris (bass), FRicko (vocals), Oliver (guitar)
Stiller:  Peter Brugger (guitar, vocals), Andreas Erhard (bass, vocals), Florian Weber (drums)
Toxic: Martin Gretschmann (bass), Axel Fischer (guitar, vocals), Matthias Laub (drums), Christian Schröcker (guitar),Michael Schweiger (sampler)
Ultra Violet: S. Gottschalk (guitar, vocals), Ä. Pircher ((keyboards, vocals), C. Renner (drums, percussion), S. Vollner (bass, vocals)
Yuk See Mein Soup: A. Alluskewitz (vocals), S. Eberhard (guitar), C. Kaiser (guitar, vocals), R. Lorrig (bass), K. Wossagk (drums, vocals)

Monostars

Monostars

Titel:
01. Sitter:  Popstar 3.17
02. Slut: I Know 2.34
03. Rekord: Darum 4.07
04. Social Intention: Calling You 2.24
05. Hutpferdemänner: Party 4.11
06. Meadowsweet: Present 2.39
07. Blume: Last Year’s Paper 2.28
08. Ogonjok: Nicht nur lang so 3.42
09. Somersault: Erwin 3.23
10. Meuve: Autumn Story 3.56
11. C-Side: Sorry 3.32
12. Splendid: Privileg 5.00
13. Ultra Violet: Friday Night 4.16
14. Yuk See Mein Soup: Refrain 3.13
15. A Million Mercies: Walking, Talking 3.06
16. (Sportfreunde) Stiller: Wunderbaren Jahren 2.54
17. Monostars: Idyll 5.04
18. Ma Cherie For Painting: Postponement & Peace 6.31
19: Toxic: Sonny / 5th Wheel 6.18

Leider wurde es im Booklet versäumt, die jeweiligen Komponisten anzugeben, schade.

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Pigor & Eichhorn – Im Club Existentialiste (1996)

FrontCover1So ziemlich einmalig sind sie schon, die schrägen Vögel, die den Namen Pigor & Eichhorn tragen:

Pigor & Eichhorn sind ein Berliner Kabarett- und Chanson-Duo (eigentlich „Pigor singt, Benedikt Eichhorn muss begleiten“) mit Thomas Pigor und Benedikt Eichhorn seit 1995.

Pigor & Eichhorn sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt geworden durch ihren Salon-Hip-Hop: eine moderne Spielart des kabarettistischen Liedes, ein deutsches „Chanson à texte“, das aktuelle Musik mit satirischen Inhalten zusammenbringt. Zwischen den Songs liefern sich der Sänger und der Pianist einen unterhaltsamen, intelligenten Kleinkrieg, der den roten Faden des Programms darstellt.

Ihre Texte „weisen dem Großstadtsong des ausgehenden 20. Jahrhunderts den Weg“, wie es in der Begründung für den Deutschen Kleinkunstpreis heißt, den sie 1999 in der Sparte Chanson erhielten.

PigorEichhorn2.jpgOder:
Seit 18 Jahren kann man das Duo Thomas Pigor und Benedict Eichhorn mit ihren Programmen: „Pigor singt und Eichhorn muss begleiten“ auf diversen Bühnen erleben.
„Die kabarettistischen unter den Musikern und die musikalischen unter den Kabarettisten“ – witzig, intelligent, bösartig, so werden sie beschrieben. Sie singen und spielen sich quer durch alle Musikgenres und beackern alles, was ihnen in die Quere kommt. (arte)

Hier nun ihr Debütalbum aus dem Jahr 1996, aufgenommen in dem nicht minder schrägen Club „Existentialiste“, Berlin.

„Bösartigkeiten, Gemeinheiten, intelligent getextet und brillant vorgetragen.

Musikalisch voll auf der Höhe der Zeit, das Chanson der 90er Jahre.
Hip Hop im Salonstil, Jazznummern, die das sperrige Deutsch zum Swingen bringen, lautmalerische Höhenflüge.“ (roof music)

Querdenker dieser Art braucht dieses Land … ich kann nur empfehlen: reinhören !

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Besetzung:
Benedikt Eichhorn (piano, vocals)
Martin Lillich (bass)
Rudi Neiwirth (drums)
Thomas Pigor (vocals)
+
Thomas Klemm (saxophone bei 01. + 11.)
Reiner Strahle (accordeon bei 01. + 05.)

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Titel:
01. Burschi (Eichhorn/Pigor) 2.45
02. Charme 45 (Rinnert/Pigor) 3.33
03. Bomben in Baden-Baden (Pigor) 3.12
04. Zigarette (Pigor) 3.28
05. Französische Frauen (Eichhorn/Pigor) 2.36
06. Ta Katie t’a quitté (Eichhorn/Pigor/Lapointe) 2.02
07. Sabine Christiansen Hu! (Pigor) 4.31
08. Toothbrush (Rinnert/Eichhorn/Pigor) 3.30
09. Geh bitte geh! (Eichhorn/Pigor) 4.12
10. Heinz (Eichhorn/Pigor) 2.40
11. Ulrike (Eichhorn/Pigor) 3.07
12. Zu spät (Pigor) 4.36
13. Ruth (Eichhorn/Pigor) 2.25
14. Mecklenburg-Vorpommern (Eichhorn/Pigor) 4.28
15. Hitler (Eichhorn/Pigor) 4.52

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Siyou Gospel Projekt – Otiaa (1996)

FrontCover1Für mich die spannendste Neuentdeckung der letzten Zeit:

Siyou Isabelle Ngnoubamdjum (* 11. September 1968 in Bafang, Kamerun) ist eine afrodeutsche Gospelsängerin und Chorleiterin.

Siyou Isabelle Ngnoubamdjum ist in Bafang (Kamerun) als Tochter eines kamerunischen evangelischen Pfarrers (Martin Ngnoubamdjum, bekannt als „Bruder Martin“) und einer deutschen Entwicklungshelferin geboren. Die Familie wandte sich – als sie zwei Jahre alt war – nach Deutschland, so dass Siyou im süddeutschen Raum aufwuchs. Früh entdeckte sie ihre umfangreichen stimmlichen Möglichkeiten und erprobte diese sowohl in den Stilrichtungen Soul als auch Rock. 1987 wandte sie sich schwerpunktmäßig dem Gospel und dem Spiritual zu und bildete ihre Stimme weiter aus

1993 gründete Siyou Isabelle Ngnoubamdjum das siyou | gospel projekt, eine Gruppe, die sich der Darstellung von Musik aus der „Schwarzen Kirche“ widmet. Zahlreiche Konzerte, Radio- und Fernsehauftritte sowie CD-Produktionen folgten. 2004 wurde die siyou | gospel academy und der Gospelchor see you | singers gegründet. Mit ihren Gruppen unternimmt Siyou Isabelle Ngnoubamdjum Konzerttourneen in Deutschland, Frankreich und Kamerun, gestaltet Kirchentage mit und unterrichtet theoretisch wie praktisch die Kunst des Gospels.

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Mit ihrer Musik möchte Siyou Isabelle Ngnoubamdjum ihr Publikum auch auf gesellschaftliche Missstände hinweisen; gleichzeitig will sie die Geschichte der Schwarzen und deren christlichen Glauben ihren Zuhörerinnen und Zuhörer näher bringen.

Siyou Isabelle Ngnoubamdjum betätigt sich als Moderatorin auf verschiedenen Afrikafestivals Süddeutschlands (Pforzheim, Stuttgart, Würzburg). Bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2009 wurde sie von einem hinteren Listenplatz für Bündnis 90/Die Grünen in den Ulmer Gemeinderat gewählt. Ende 2011 legte sie aus beruflichen Gründen ihr Mandat nieder. (Quelle: wikipedia)

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Soyou  mit ihrem musikalischem und privatem Partner Hellmut Hattler (ja, genau der von „Kraan“)

Und so beschreibt sie sich selber:

Siyou Isabelle Carola Ngnoubamdjum, eine Frau der die Stimme in die Wiege gelegt wurde. Ausgestattet mit der afrikanischen Lebensfreude, unglaublichem Temperament, der Verbundenheit zu Mutter Erde und preußischer Disziplin, natürlicher Musikalität sowie dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten wuchs Siyou in Deutschland auf. Geprägt durch den afrikanischen Vater der hier als Pfarrer für Mission und Ökumene bei der evangelischen Kirche tätig war und ihrer deutschen Mutter, die ihr ihre erste Gitarre schenkte, hat sich Siyou früh mit der Musik der Schwarzen, der Geschichte der Sklaverei und der Gospelmusik auseinandergesetzt. Bei den Gottesdiensten ihres Vaters lernte sie schon als Kind vor Publikum zu singen und spürte die Reaktion auf ihre Stimme.

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Siyou mit Jo Fessele

Nach Ausflügen in die Pop-Blues und Rockmusik konzentrierte Siyou sich auf ihre Tätigkeit als Gospelsängerin, gründete verschiedene Chöre, arbeitete mit Jugendlichen, gab Workshops und bildete sich und ihre Stimme immer weiter aus. Als langjährige Moderatorin von großen Musikfestivals (Afrikafestival Würzburg/ Chiemsee-Reggeafestival) lernte sie mit ihrer Stimme auf der Bühne noch mal ganz anders umzugehen. Als Studiomusikerin, Solistin für verschieden Chorproduktionen und eigenständige Sängerin konnte Siyou sich entwickeln, eigene Songs schreiben, viele Konzerte geben, mit tollen Musikern zusammenarbeiten und sich über die Grenzen hinaus einen Namen machen.

Wie eine musikalische Brückenbauerin bewegt sie sich spielerisch zwischen den verschiedenen Musikrichtungen und vermittelt so auch zwischen Menschen und Kulturen. Im Spannungsfeld zwischen afrikanischen Lebensfreude und deutscher Disziplin pendelt Siyou hin und her, findet ihren Weg und trifft dabei immer den richtigen Ton. Die Fähigkeit ganz natürlich mit ihrer Stimme, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen, authentisch zu sein und ihr Publikum so zu erreichen und zu begeistern, macht Siyou zu einem einzigartigen Erlebnis auf der Bühne. (Selbstdarstellung)

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Und zum Einstieg in die großartige Welt der Siyou Isabelle Ngnoubamdjum ihr Debütalbum (zuvor hatte sie allerdings bereits zwei Singles bei Koch Records veröffentlicht, die man eher dem Schlagermetier zuordnen darf. (demnächst hier in diesem Theater).

Aber hier: Gospelmusik in Reinkultur, kogenial begleitet von Jo Fessele … Was für eine Stimme, was für ein Timbre … was für ein Klavier …

Oftmals spricht manja auch von der heilenden Wirkung von Musik … mir wurde dieses Element noch nie so deutlich wie bei diesem Album …

Wer hier nicht reinhört, ist selber schuld. Für die Gänsehaut garantiere ich …

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Besetzung:
Ralph Damrath (vocals)
Jo Fessele (piano)
Nicole Häußler (vocals)
Siyou (vocals)
+
Bernhard Froh (bass bei 03. + 07.)
Markus Merzig (drums bei 03. + 07.)

Booklet1

Titel:
01. Afrikanisches Palaver 1.18
02. Kumbayah (Traditional) 4.11
03. Joshua Fit de Battle (Traditional) 3.02
04. Amazing Grace (Traditional) 5.42
05. Interlude 0.44
06. Amen (Traditional) 3.42
07. Lord Is The Lord (Fessele/Siyou) 4.29
08. Nobody Knows (Traditional) 5.45
09. He May Not Come (Traditional) 4.57
10. Motherless Child (Traditional) 3.50
11. Put A Little Love In Your Heart (Traditional) 3.12
12. Afrikanische Glocken 0.42
13. Glory Glory (Traditional) 1.05

CD1
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Vertrieb

Und hier ein Portrait aus dem Jahr 2010 (SWR Landeschau):

Bairisch Diatonischer Jodel-Wahnsinn – Ausflug (1996)

FrontCover1Der Bairisch Diatonische Jodel-Wahnsinn (oder auch abgekürzt BDJW) war eine Formation der Neuen Volksmusik in der Zeit von 1986 bis 2002. Die Musikgruppe wechselte ihre Mitglieder bis auf Otto Göttler als einer der Gründer. Die Formation wurde in der Besetzung mit Otto Göttler, Monika Drasch und Josef Brustmann, in der sie langjährig zusammenspielte, auch über die Grenzen Bayerns bekannt.

Die Ursprünge des Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn liegen bereits im Jahr 1986, als der ehemalige Radrennfahrer und Weinhändler Otto Göttler sich mit ein bis vier weiteren Musikanten als Musikband mit skurrilen, aber auch politisch kritischen Texten zusammentat. Sie spielten auf diversen Kleinkunstbühnen, Stadtteilfesten und in Wirtshäusern, aber auch auf politischen Veranstaltungen wie beispielsweise der Anti-WAA-Initiative oder einer Wahlkampftour der SPD.

Die Gruppe begann sich 1991 neu zu formieren, als Otto Göttler die „schüchterne Drehleierspielerin“ Monika Drasch kennenlernte. Ihre Zurückhaltung legte sich aber bald und sie kreierte ihr Markenzeichen, rot gefärbte Haare mit grün angestrichener Geige. 1992 stieß Josef Brustmann dazu, ein „ehemaliger Ministrant“ (Zitat über sich selbst) und ausgebildeter Musiklehrer, der ab 1993 festes Mitglied der Gruppe wurde. In dieser Kombination spielten und sangen die drei zehn Jahre miteinander.

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Größere Kreise wurden zuerst bei einem Tollwood-Festival auf den Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn aufmerksam. Ihr Instrumentarium umfasste neben Geige, Dudelsack, Drehleier, Zither, Gemshorn, Saxophon, singender Säge, Tuba, Tenorhorn, Pauke, Mundharmonika, Konzertina, Okarina, Ukulele, Gitarre, „Pfanntarre“ (einer leicht modifizierten Bratpfanne), Alphorn, Harfe, Cello, und Bandoneon die Diatonische Ziehharmonika, deren Wichtigkeit für die Musik des Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn auch bereits aus ihrem etwas merkwürdigen Namen hervorgeht. Ebenso vielseitig war die Gruppe in ihrer Musik, die von der bayrischen Gstanzl-Tradition über Zwiefachen auch Elemente von Blues, Rap und Rock oder der klassischen Musik beinhaltete. Mit ihrer künstlerischen Art, entsprechend arrangierte Melodien der traditionellen bayerischen Volksmusik mit oft frech-subversiven, leicht anarchistischen, aber auch schönen poetischen Texten in bis dahin so nicht gehörter Weise zu kombinieren, erzielten sie beim Publikum einen umwerfenden Eindruck und gewannen eine große Fangemeinde unter den Freunden der Neuen Volksmusik und des Musikkabaretts. 1995 kam ihre erste CD heraus, die bis zur Auflösung der Gruppe noch um zwei weitere ergänzt wurde. 1998 erhielten sie den Publikumspreis Garchinger Kleinkunstmaske.

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Seit 2002 gehen die Mitglieder eigene Wege. Monika Drasch spielte zunächst in der Band von Hubert von Goisern und präsentiert seitdem eigene Programme, Josef Brustmann spielte zusammen mit Kollegen der ebenfalls aufgelösten Giesinger Sautreiber bei der MonacoBagage und debütiert als Kabarettist. Otto Göttler stellte mit dem Rockbarden Sepp Raith zusammen sozialkritisch-satirisches Musikkabarett vor und gründete nach einem musikalischen Intermezzo mit den Raith-Schwestern und Andi Blaimer die neue Formation Unverschämte Wirtshausmusik mit der Harfenistin Konstanze Kraus. (Quelle: wikipedia)

Mit „Ausflug“ können wir nun ihr 2. Album hören. Was man davon halten kann … davon zeugen folgenden Statements, die sich auf amazon finden lassen:

„Musikalisch sehr gekonnt, Volksmusik toll gespielt, z.T. auch sehr interessant verfremdet. Mit Esprit und Frechheit, teilweise satirischem Inhalt und nie langweilig.“ (no name)

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„Viele bayrische Musikinstrumente in verschiedenen Stilrichtungen eingebaut. Ob traditionell oder rockig, jazzig oder Mittelalter, immer ist der drive der Musiker und der Sängerin zu spüren.“ (rosenresli)

„Mal lebenslustig, mal derb, mal melancholisch, der BDJW beherrscht alle Stimmungslagen, und er vermag es, den Hoerer mit hineinzuziehen. Soweit auf Aktuelles Bezug genommen wird gibt es natuerlich das Problem, dass so mancher schon nach ein paar Jahren nicht mehr so recht weiss, was eigentlich gemein war. Andererseits wird die CD so zum Zeitdokument.“ (Joerg Mergenthaler)

So isses …

BDJW

Besetzung:
Josef Brustmann (guitar, bass, vocals)
Monika Drasch (violin, vocals, hurdy gurdy)
Otto Göttler ((accordion, vocals)
+
diverse weitere Instrumente

BackCover1

Titel:
01. Afrika Afrika (Traditional/Drasch) 1.54
02. ARD-Lied (Brustmann/Schreiner) 3.37
03. Steuerbescheid (Traditional/Boiger) 3.10
04. Valentin (Brahms/Haringer) 3.41
05. Ansage 0.46
06. Münchner Gstanzl (Göttler) 3.11
07. Bei uns dahoam (Brustmann/Ringelnatz) 2.54
08. Ansage 2.24
09. Papa Freud (Karac/Maurer) 2.59
10. Greanes Gras (Traditonal/Göttler) 2.20
11. Lawinengefahr (Traditional/Hummel) 3.42
12. Ansage 1.02
13. Wödaschwüln (Drasch/Meier) 3.10
14. Stubaital (Brustmann/Drasch/Göttler/Kroiss) 2.55
15. Ansage 0.21
16. Wiesenlied (Traditional/Göttler) 3.02
17. Hobelbank (Traditional/Brustmann) 3.53
18. Pfeiffler (Brustmann/Drasch/Göttler) 3.28
19. Ansage 0.32
20. Erdenmutter (Brustmann) 2.55
21. Hoam-Hoam-Hoam (Traditional) 4.57

CD
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