Verschiedene Interpreten – Die Wüste bebt ! Herzschläge aus Süddeutschland (1996)

FrontCover1.jpgEin irgendwie trotziges Projekt aus Bayern, damals im Jahre 1996. Am besten, ich lasse mal die Initiatoren dieses Projektes, das im „Free & Easy“ Festival im Back Stage Cub, München seinen Höhepunkt fand, zu Worte kommen:

„Im Lexikon findet man unter „Wüste“: öde, unwirkliche Gegend …

Gemeinhin trifft das aus den Süden Deutschlands, und insbesondere auf Bayern ganz gut zu: politisches Ödland, kulturell unwirklich. Wobei das eine mit dem anderen zu tun hat: Subkulturelle Projekte, also Szenen, in denen junge Menschen sich einen eigenen Begriff ihrer Kultur schaffen können, werden nicht gefördert oder gar bekämpft. Kultzurförderung geht meist an jungen MusikerInnen vorbei und fließt in Prestige- und Renommierobjekte. Auf unfruchtbarem Boden trocknet selbst Innovation und Kreativität aus.

Und dennoch: In den letzten Jahren ist auch hier eine lebhafte und blühende Musikszene entstanden, die uns richtig bewußt wurde, während wir das Liveprogramm für unser Free & Easy Festival `96 auf die Beine stellten. Ganz und gar eigenständig ist die Musik, die von vielen Bands gemacht wird. Sie bilden ein enormes Potential, das zu einer musikalisch vielfältigen Landschaft beiträgt.

Wir haben diese CD zusammengestellt, weil wir wollten, daß sich nicht nur die ZuhörerInnen auf dem Festival von dieser Entwicklung überzeugen und berauschen lassen können. Natürlich gibt ein Song nicht die gesamte Bandbreite einer Band wieder; natürlich repräsentieren 19 Gruppen nur einen kleinen Teil der Musikszene Süddeutschlands. Doch selbst eine so kleine Auswahl kann eines beweisen: Die Wüste lebt nicht nur – sie bebt !

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Nun, natürlich ist es Nonsense zu schreiben, die Musik sei „ganz und gar eigenständig“, welche Band ist denn bitteschön frei von Einflüssen und Vorbildern ? Aber ansonsten macht diese Indie-Rock-Scheibe durchaus Vergnügen und der beste Song ist gleich am Anfang zu hören: „Popstar“ fängt ein wenig schräg an um sich dann zu einer wuchtigen Rocknummer zu entwickeln … Aber auch Ogonjok klingen auf magische Weise überzeugend. Und Meuve überzeugen mit leisen Tönen (dennoch haben sie zu oft „Stairway To Heaven“ gehört *g*)

Ich vermute mal, die meisten der auf diesem Sampler vertretenen Bands haben inzwischen das zeitliche gesegnet, aber die Monostars z.B. gibt es heute noch ! Und Stiller hat es zu einer ziemlich bekannten Band gebracht ! Vordergründig ist dieser Sampler eine Randnotiz in der deutschen Rockgeschichte, für die Akteure waren es vermutlich ganz wichtige Jahre in ihrem Leben …

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Besetzung:

A Million Mercies: 
Blume: 
Robert Wagner (bass, vocals)
C. Ullrich (bass)
Hutpferdemänner:
Ma Cherie For Painting: R. Bremer (electronic noises), K. Hafner (vocals, guitar, bass, keyboards) , J. Henn (bass, guitar, keyboards), Niko Lazarakopoulos (drums, guitar, keyboards)
Meadowsweet: Andi Geiß (drums), Konny Wagner (bass, vocals), Andi Wolf (guitar, vocals)
Meuve: Anja Büchele (vocals), Martin München (guitar)
Monostars:  M. Deckert (keyboards), N. Graeser (bass, vocals), Lenz (guitar), P. Schneider (drums)
Ogonjok: Micha Acher, Adam Bell, Steffanie Böhm, Andreas Gerth, Peter Lasch,
Rekord: R. Dinges (drums), T. Reinbacher (bass), D. Riedl (guitar, vocals), A. Wincierz (guitar)
Sitter: Andi Blab (guitar, vocals), Philip K. Merei (drums) Stefan Nagel (bass)
Slut: C. Neuburger (guitar), M. Neuburger (drums), G. Rosenacker (bass), R. Schaller (guitar)
Splendid: B.Köhler (guitar), G. Pöschl (guitar), J. Quindel (bass, vocals), T. Süßmair (drums)
Social Intention: Ase Aschermann (bass) Chrisch Huttner (drums) V.M. Nobile (guitar, vocals)
Somersault: Alex (drums)Boris (bass), FRicko (vocals), Oliver (guitar)
Stiller:  Peter Brugger (guitar, vocals), Andreas Erhard (bass, vocals), Florian Weber (drums)
Toxic: Martin Gretschmann (bass), Axel Fischer (guitar, vocals), Matthias Laub (drums), Christian Schröcker (guitar),Michael Schweiger (sampler)
Ultra Violet: S. Gottschalk (guitar, vocals), Ä. Pircher ((keyboards, vocals), C. Renner (drums, percussion), S. Vollner (bass, vocals)
Yuk See Mein Soup: A. Alluskewitz (vocals), S. Eberhard (guitar), C. Kaiser (guitar, vocals), R. Lorrig (bass), K. Wossagk (drums, vocals)

Monostars

Monostars

Titel:
01. Sitter:  Popstar 3.17
02. Slut: I Know 2.34
03. Rekord: Darum 4.07
04. Social Intention: Calling You 2.24
05. Hutpferdemänner: Party 4.11
06. Meadowsweet: Present 2.39
07. Blume: Last Year’s Paper 2.28
08. Ogonjok: Nicht nur lang so 3.42
09. Somersault: Erwin 3.23
10. Meuve: Autumn Story 3.56
11. C-Side: Sorry 3.32
12. Splendid: Privileg 5.00
13. Ultra Violet: Friday Night 4.16
14. Yuk See Mein Soup: Refrain 3.13
15. A Million Mercies: Walking, Talking 3.06
16. (Sportfreunde) Stiller: Wunderbaren Jahren 2.54
17. Monostars: Idyll 5.04
18. Ma Cherie For Painting: Postponement & Peace 6.31
19: Toxic: Sonny / 5th Wheel 6.18

Leider wurde es im Booklet versäumt, die jeweiligen Komponisten anzugeben, schade.

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Pigor & Eichhorn – Im Club Existentialiste (1996)

FrontCover1So ziemlich einmalig sind sie schon, die schrägen Vögel, die den Namen Pigor & Eichhorn tragen:

Pigor & Eichhorn sind ein Berliner Kabarett- und Chanson-Duo (eigentlich „Pigor singt, Benedikt Eichhorn muss begleiten“) mit Thomas Pigor und Benedikt Eichhorn seit 1995.

Pigor & Eichhorn sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt geworden durch ihren Salon-Hip-Hop: eine moderne Spielart des kabarettistischen Liedes, ein deutsches „Chanson à texte“, das aktuelle Musik mit satirischen Inhalten zusammenbringt. Zwischen den Songs liefern sich der Sänger und der Pianist einen unterhaltsamen, intelligenten Kleinkrieg, der den roten Faden des Programms darstellt.

Ihre Texte „weisen dem Großstadtsong des ausgehenden 20. Jahrhunderts den Weg“, wie es in der Begründung für den Deutschen Kleinkunstpreis heißt, den sie 1999 in der Sparte Chanson erhielten.

PigorEichhorn2.jpgOder:
Seit 18 Jahren kann man das Duo Thomas Pigor und Benedict Eichhorn mit ihren Programmen: „Pigor singt und Eichhorn muss begleiten“ auf diversen Bühnen erleben.
„Die kabarettistischen unter den Musikern und die musikalischen unter den Kabarettisten“ – witzig, intelligent, bösartig, so werden sie beschrieben. Sie singen und spielen sich quer durch alle Musikgenres und beackern alles, was ihnen in die Quere kommt. (arte)

Hier nun ihr Debütalbum aus dem Jahr 1996, aufgenommen in dem nicht minder schrägen Club „Existentialiste“, Berlin.

„Bösartigkeiten, Gemeinheiten, intelligent getextet und brillant vorgetragen.

Musikalisch voll auf der Höhe der Zeit, das Chanson der 90er Jahre.
Hip Hop im Salonstil, Jazznummern, die das sperrige Deutsch zum Swingen bringen, lautmalerische Höhenflüge.“ (roof music)

Querdenker dieser Art braucht dieses Land … ich kann nur empfehlen: reinhören !

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Besetzung:
Benedikt Eichhorn (piano, vocals)
Martin Lillich (bass)
Rudi Neiwirth (drums)
Thomas Pigor (vocals)
+
Thomas Klemm (saxophone bei 01. + 11.)
Reiner Strahle (accordeon bei 01. + 05.)

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Titel:
01. Burschi (Eichhorn/Pigor) 2.45
02. Charme 45 (Rinnert/Pigor) 3.33
03. Bomben in Baden-Baden (Pigor) 3.12
04. Zigarette (Pigor) 3.28
05. Französische Frauen (Eichhorn/Pigor) 2.36
06. Ta Katie t’a quitté (Eichhorn/Pigor/Lapointe) 2.02
07. Sabine Christiansen Hu! (Pigor) 4.31
08. Toothbrush (Rinnert/Eichhorn/Pigor) 3.30
09. Geh bitte geh! (Eichhorn/Pigor) 4.12
10. Heinz (Eichhorn/Pigor) 2.40
11. Ulrike (Eichhorn/Pigor) 3.07
12. Zu spät (Pigor) 4.36
13. Ruth (Eichhorn/Pigor) 2.25
14. Mecklenburg-Vorpommern (Eichhorn/Pigor) 4.28
15. Hitler (Eichhorn/Pigor) 4.52

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Siyou Gospel Projekt – Otiaa (1996)

FrontCover1Für mich die spannendste Neuentdeckung der letzten Zeit:

Siyou Isabelle Ngnoubamdjum (* 11. September 1968 in Bafang, Kamerun) ist eine afrodeutsche Gospelsängerin und Chorleiterin.

Siyou Isabelle Ngnoubamdjum ist in Bafang (Kamerun) als Tochter eines kamerunischen evangelischen Pfarrers (Martin Ngnoubamdjum, bekannt als „Bruder Martin“) und einer deutschen Entwicklungshelferin geboren. Die Familie wandte sich – als sie zwei Jahre alt war – nach Deutschland, so dass Siyou im süddeutschen Raum aufwuchs. Früh entdeckte sie ihre umfangreichen stimmlichen Möglichkeiten und erprobte diese sowohl in den Stilrichtungen Soul als auch Rock. 1987 wandte sie sich schwerpunktmäßig dem Gospel und dem Spiritual zu und bildete ihre Stimme weiter aus

1993 gründete Siyou Isabelle Ngnoubamdjum das siyou | gospel projekt, eine Gruppe, die sich der Darstellung von Musik aus der „Schwarzen Kirche“ widmet. Zahlreiche Konzerte, Radio- und Fernsehauftritte sowie CD-Produktionen folgten. 2004 wurde die siyou | gospel academy und der Gospelchor see you | singers gegründet. Mit ihren Gruppen unternimmt Siyou Isabelle Ngnoubamdjum Konzerttourneen in Deutschland, Frankreich und Kamerun, gestaltet Kirchentage mit und unterrichtet theoretisch wie praktisch die Kunst des Gospels.

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Mit ihrer Musik möchte Siyou Isabelle Ngnoubamdjum ihr Publikum auch auf gesellschaftliche Missstände hinweisen; gleichzeitig will sie die Geschichte der Schwarzen und deren christlichen Glauben ihren Zuhörerinnen und Zuhörer näher bringen.

Siyou Isabelle Ngnoubamdjum betätigt sich als Moderatorin auf verschiedenen Afrikafestivals Süddeutschlands (Pforzheim, Stuttgart, Würzburg). Bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2009 wurde sie von einem hinteren Listenplatz für Bündnis 90/Die Grünen in den Ulmer Gemeinderat gewählt. Ende 2011 legte sie aus beruflichen Gründen ihr Mandat nieder. (Quelle: wikipedia)

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Soyou  mit ihrem musikalischem und privatem Partner Hellmut Hattler (ja, genau der von „Kraan“)

Und so beschreibt sie sich selber:

Siyou Isabelle Carola Ngnoubamdjum, eine Frau der die Stimme in die Wiege gelegt wurde. Ausgestattet mit der afrikanischen Lebensfreude, unglaublichem Temperament, der Verbundenheit zu Mutter Erde und preußischer Disziplin, natürlicher Musikalität sowie dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten wuchs Siyou in Deutschland auf. Geprägt durch den afrikanischen Vater der hier als Pfarrer für Mission und Ökumene bei der evangelischen Kirche tätig war und ihrer deutschen Mutter, die ihr ihre erste Gitarre schenkte, hat sich Siyou früh mit der Musik der Schwarzen, der Geschichte der Sklaverei und der Gospelmusik auseinandergesetzt. Bei den Gottesdiensten ihres Vaters lernte sie schon als Kind vor Publikum zu singen und spürte die Reaktion auf ihre Stimme.

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Siyou mit Jo Fessele

Nach Ausflügen in die Pop-Blues und Rockmusik konzentrierte Siyou sich auf ihre Tätigkeit als Gospelsängerin, gründete verschiedene Chöre, arbeitete mit Jugendlichen, gab Workshops und bildete sich und ihre Stimme immer weiter aus. Als langjährige Moderatorin von großen Musikfestivals (Afrikafestival Würzburg/ Chiemsee-Reggeafestival) lernte sie mit ihrer Stimme auf der Bühne noch mal ganz anders umzugehen. Als Studiomusikerin, Solistin für verschieden Chorproduktionen und eigenständige Sängerin konnte Siyou sich entwickeln, eigene Songs schreiben, viele Konzerte geben, mit tollen Musikern zusammenarbeiten und sich über die Grenzen hinaus einen Namen machen.

Wie eine musikalische Brückenbauerin bewegt sie sich spielerisch zwischen den verschiedenen Musikrichtungen und vermittelt so auch zwischen Menschen und Kulturen. Im Spannungsfeld zwischen afrikanischen Lebensfreude und deutscher Disziplin pendelt Siyou hin und her, findet ihren Weg und trifft dabei immer den richtigen Ton. Die Fähigkeit ganz natürlich mit ihrer Stimme, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen, authentisch zu sein und ihr Publikum so zu erreichen und zu begeistern, macht Siyou zu einem einzigartigen Erlebnis auf der Bühne. (Selbstdarstellung)

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Und zum Einstieg in die großartige Welt der Siyou Isabelle Ngnoubamdjum ihr Debütalbum (zuvor hatte sie allerdings bereits zwei Singles bei Koch Records veröffentlicht, die man eher dem Schlagermetier zuordnen darf. (demnächst hier in diesem Theater).

Aber hier: Gospelmusik in Reinkultur, kogenial begleitet von Jo Fessele … Was für eine Stimme, was für ein Timbre … was für ein Klavier …

Oftmals spricht manja auch von der heilenden Wirkung von Musik … mir wurde dieses Element noch nie so deutlich wie bei diesem Album …

Wer hier nicht reinhört, ist selber schuld. Für die Gänsehaut garantiere ich …

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Besetzung:
Ralph Damrath (vocals)
Jo Fessele (piano)
Nicole Häußler (vocals)
Siyou (vocals)
+
Bernhard Froh (bass bei 03. + 07.)
Markus Merzig (drums bei 03. + 07.)

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Titel:
01. Afrikanisches Palaver 1.18
02. Kumbayah (Traditional) 4.11
03. Joshua Fit de Battle (Traditional) 3.02
04. Amazing Grace (Traditional) 5.42
05. Interlude 0.44
06. Amen (Traditional) 3.42
07. Lord Is The Lord (Fessele/Siyou) 4.29
08. Nobody Knows (Traditional) 5.45
09. He May Not Come (Traditional) 4.57
10. Motherless Child (Traditional) 3.50
11. Put A Little Love In Your Heart (Traditional) 3.12
12. Afrikanische Glocken 0.42
13. Glory Glory (Traditional) 1.05

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Vertrieb

Und hier ein Portrait aus dem Jahr 2010 (SWR Landeschau):

Bairisch Diatonischer Jodel-Wahnsinn – Ausflug (1996)

FrontCover1Der Bairisch Diatonische Jodel-Wahnsinn (oder auch abgekürzt BDJW) war eine Formation der Neuen Volksmusik in der Zeit von 1986 bis 2002. Die Musikgruppe wechselte ihre Mitglieder bis auf Otto Göttler als einer der Gründer. Die Formation wurde in der Besetzung mit Otto Göttler, Monika Drasch und Josef Brustmann, in der sie langjährig zusammenspielte, auch über die Grenzen Bayerns bekannt.

Die Ursprünge des Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn liegen bereits im Jahr 1986, als der ehemalige Radrennfahrer und Weinhändler Otto Göttler sich mit ein bis vier weiteren Musikanten als Musikband mit skurrilen, aber auch politisch kritischen Texten zusammentat. Sie spielten auf diversen Kleinkunstbühnen, Stadtteilfesten und in Wirtshäusern, aber auch auf politischen Veranstaltungen wie beispielsweise der Anti-WAA-Initiative oder einer Wahlkampftour der SPD.

Die Gruppe begann sich 1991 neu zu formieren, als Otto Göttler die „schüchterne Drehleierspielerin“ Monika Drasch kennenlernte. Ihre Zurückhaltung legte sich aber bald und sie kreierte ihr Markenzeichen, rot gefärbte Haare mit grün angestrichener Geige. 1992 stieß Josef Brustmann dazu, ein „ehemaliger Ministrant“ (Zitat über sich selbst) und ausgebildeter Musiklehrer, der ab 1993 festes Mitglied der Gruppe wurde. In dieser Kombination spielten und sangen die drei zehn Jahre miteinander.

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Größere Kreise wurden zuerst bei einem Tollwood-Festival auf den Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn aufmerksam. Ihr Instrumentarium umfasste neben Geige, Dudelsack, Drehleier, Zither, Gemshorn, Saxophon, singender Säge, Tuba, Tenorhorn, Pauke, Mundharmonika, Konzertina, Okarina, Ukulele, Gitarre, „Pfanntarre“ (einer leicht modifizierten Bratpfanne), Alphorn, Harfe, Cello, und Bandoneon die Diatonische Ziehharmonika, deren Wichtigkeit für die Musik des Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn auch bereits aus ihrem etwas merkwürdigen Namen hervorgeht. Ebenso vielseitig war die Gruppe in ihrer Musik, die von der bayrischen Gstanzl-Tradition über Zwiefachen auch Elemente von Blues, Rap und Rock oder der klassischen Musik beinhaltete. Mit ihrer künstlerischen Art, entsprechend arrangierte Melodien der traditionellen bayerischen Volksmusik mit oft frech-subversiven, leicht anarchistischen, aber auch schönen poetischen Texten in bis dahin so nicht gehörter Weise zu kombinieren, erzielten sie beim Publikum einen umwerfenden Eindruck und gewannen eine große Fangemeinde unter den Freunden der Neuen Volksmusik und des Musikkabaretts. 1995 kam ihre erste CD heraus, die bis zur Auflösung der Gruppe noch um zwei weitere ergänzt wurde. 1998 erhielten sie den Publikumspreis Garchinger Kleinkunstmaske.

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Seit 2002 gehen die Mitglieder eigene Wege. Monika Drasch spielte zunächst in der Band von Hubert von Goisern und präsentiert seitdem eigene Programme, Josef Brustmann spielte zusammen mit Kollegen der ebenfalls aufgelösten Giesinger Sautreiber bei der MonacoBagage und debütiert als Kabarettist. Otto Göttler stellte mit dem Rockbarden Sepp Raith zusammen sozialkritisch-satirisches Musikkabarett vor und gründete nach einem musikalischen Intermezzo mit den Raith-Schwestern und Andi Blaimer die neue Formation Unverschämte Wirtshausmusik mit der Harfenistin Konstanze Kraus. (Quelle: wikipedia)

Mit „Ausflug“ können wir nun ihr 2. Album hören. Was man davon halten kann … davon zeugen folgenden Statements, die sich auf amazon finden lassen:

„Musikalisch sehr gekonnt, Volksmusik toll gespielt, z.T. auch sehr interessant verfremdet. Mit Esprit und Frechheit, teilweise satirischem Inhalt und nie langweilig.“ (no name)

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„Viele bayrische Musikinstrumente in verschiedenen Stilrichtungen eingebaut. Ob traditionell oder rockig, jazzig oder Mittelalter, immer ist der drive der Musiker und der Sängerin zu spüren.“ (rosenresli)

„Mal lebenslustig, mal derb, mal melancholisch, der BDJW beherrscht alle Stimmungslagen, und er vermag es, den Hoerer mit hineinzuziehen. Soweit auf Aktuelles Bezug genommen wird gibt es natuerlich das Problem, dass so mancher schon nach ein paar Jahren nicht mehr so recht weiss, was eigentlich gemein war. Andererseits wird die CD so zum Zeitdokument.“ (Joerg Mergenthaler)

So isses …

BDJW

Besetzung:
Josef Brustmann (guitar, bass, vocals)
Monika Drasch (violin, vocals, hurdy gurdy)
Otto Göttler ((accordion, vocals)
+
diverse weitere Instrumente

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Titel:
01. Afrika Afrika (Traditional/Drasch) 1.54
02. ARD-Lied (Brustmann/Schreiner) 3.37
03. Steuerbescheid (Traditional/Boiger) 3.10
04. Valentin (Brahms/Haringer) 3.41
05. Ansage 0.46
06. Münchner Gstanzl (Göttler) 3.11
07. Bei uns dahoam (Brustmann/Ringelnatz) 2.54
08. Ansage 2.24
09. Papa Freud (Karac/Maurer) 2.59
10. Greanes Gras (Traditonal/Göttler) 2.20
11. Lawinengefahr (Traditional/Hummel) 3.42
12. Ansage 1.02
13. Wödaschwüln (Drasch/Meier) 3.10
14. Stubaital (Brustmann/Drasch/Göttler/Kroiss) 2.55
15. Ansage 0.21
16. Wiesenlied (Traditional/Göttler) 3.02
17. Hobelbank (Traditional/Brustmann) 3.53
18. Pfeiffler (Brustmann/Drasch/Göttler) 3.28
19. Ansage 0.32
20. Erdenmutter (Brustmann) 2.55
21. Hoam-Hoam-Hoam (Traditional) 4.57

CD
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Hella von Sinnen – Ich bremse auch für Männer (1996)

frontcover1Ich glaube, ich werd´ mit der Hella von Sinnen wohl niemals warm.

oder: Viel schriller geht es nicht.

Hella von Sinnen (* 2. Februar 1959 in Gummersbach als Hella Kemper) ist eine deutsche Fernsehmoderatorin und Komikerin.
Hella von Sinnen machte 1977 gemeinsam mit Jürgen Domian Abitur, die beiden pflegen bis heute eine enge Freundschaft.[2] Im Anschluss studierte sie in Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Pädagogik, schloss das Studium aber nicht ab.[3] 1979 gründete sie mit Dada Stievermann und Dirk Bach die Kabarettgruppe „Stinkmäuse“. Als ihr Entdecker gilt der Film- und Theaterregisseur Walter Bockmayer, in dessen Theater in der Filmdose sie Ensemblemitglied war.
Bekannt wurde sie 1988 durch die RTL-plus-Show Alles nichts oder?!, die sie zusammen mit Hugo Egon Balder moderierte. Dabei stach sie bei jeder Aufzeichnung mit einem neuen und extravaganten Kostüm hervor, was ebenso zu ihrem damaligen Markenzeichen wurde wie ihre pausenfüllende Lautmalerei „Tschacka-Tschacka“. Die Kostüme wurden von Kölner Kunststudenten entworfen und geschneidert. Erfolgreich war auch ihr Bühnenprogramm Ich bremse auch für Männer, mit dem sie zwei Jahre über Deutschlands Kleinkunstbühnen tourte. 1994 sprach sie den Part der Hyäne Shenzi in der deutschen

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Die junge Hella von Sinnen

Fassung des erfolgreichen Zeichentrickfilms Der König der Löwen, im Original von Whoopi Goldberg gesprochen. Zusammen mit Dirk Bach, mit dem sie in einer WG gelebt hatte und eng befreundet war, synchronisierte sie einige Figuren in Little Britain.

Hella von Sinnen war außerdem regelmäßiger Gast in Ralph Morgensterns Sendung Blond am Freitag im ZDF. Von 2003 bis 2010 gehörte sie zusammen mit Bernhard Hoëcker zum ständigen Rateteam der Sendung Genial daneben – Die Comedy Arena von und mit Hugo Egon Balder auf Sat.1. 2005 erhielten sie und andere für diese Sendung die Goldene Romy für die beste Programmidee. Obwohl sie und Balder sich in der Sendung siezen und einander gelegentlich beleidigen, sind die beiden gut befreundet. Seit Juni 2011 moderiert sie auf RTL 2 die Clipshow „Klick-Stars“. Mit ihrer eigenen Firma Komikzentrum entwickelt Hella von Sinnen Ideen für das Fernsehen.
Hella von Sinnen war lange Zeit die Lebensgefährtin von Cornelia Scheel, der Tochter Mildred Scheels und Adoptivtochter des ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel. Die beiden nahmen 1992 gemeinsam an der „Aktion Standesamt“ des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD) teil, dem sie auch als Mitglieder angehören. Aus diesem Engagement entstand das zusammen mit der deutschen Band Rosenstolz

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Helga von Sinnen + Cornelia Scheel

produzierte Lied Ja, ich will, in dessen Video von Sinnen und Scheel mitwirkten. Hella von Sinnen ist maßgeblich am Kampf gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben beteiligt und engagiert sich in vielen Projekten. Sie und Cornelia Scheel leben in Köln und gaben im November 2015 ihre Trennung bekannt.

1990 produzierte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung einen Werbespot zum Thema Gib Aids keine Chance. Hella von Sinnen spielte dort eine Kassiererin im Supermarkt und Ingolf Lück einen verschüchterten Kunden, der versucht, unauffällig Kondome zu kaufen. Als der Kunde an der Reihe ist, ruft die Verkäuferin mit lauter, durchdringender Stimme durch den ganzen Laden: „Rita, wat kosten die Kondome?“. Der Spot musste in „Tina, wat kosten die Kondome?“ umsynchronisiert werden, um einen möglichen Bezug zur früheren Präsidentin des Deutschen Bundestages Rita Süssmuth zu vermeide (Quelle: wikipedia)

Hier ihr erstes Album … damals war sie wohl auf ihrem Höhepunkt … quasi in aller Munde  als schräger Szenenvogel … und natürlich war ihre Beziehung zur Cornelia Scheel nicht hinderlich … um in aller Munde zu sein.

Und so manchen waren von dieser Aufnahme hell auf begeistert:

„Wer hätte gedacht, daß Hella von Sinnen so konzentriert und diszipliniert ein abendfüllendes Bühnenprogramm auf die Beine stellt?! Ich nicht. Diese Frau überrascht doch immer wieder aufs neue.
Das Programm sprüht vor witzigen Einfällen; sie ist laut, scharfsinnig, selbstbewußt – man könnte meinen, sie habe in ihrem Leben nie etwas anderes getan!
Ob sie in die Figur einer gestressten U-Bahn-Fahrerein schlüpft, die sich über scheinbare sexuelle Belästigung ärgert, ob in die der großen Zarah Leander, die sich über prominente Zeitgenossen mokiert, oder ob in die der angetrunkenen Kölner Karnevalsgängerin, die mal eben die gesamte Mannschaft auf dem Frauenklo unterhält – jede Rolle scheint ihr auf den Leib geschrieben.
Leider kommt man bei einem Hörmittschnitt nicht in der Genuß der witzigen Verkleidungen, die ja einen wichtigen Teil ihrer Auftritte ausmachen, aber egal.
Gekonnt ihre stimmliche Variation, das Setzen kunstvoller Pausen – sie hat ihr Publikum im Griff, das auch prompt jauchzt und tobt.
Sie spricht ja ausgesprochen gern über sich selbst (wie man weiß) und so gibt es auch eine ironisch-augenzwinkernde Darstellung ihrer Beziehung zu Cornelia Scheel – köstlich!
Fazit: Eine rheinisch-intellektuell feministische Rampen-Sau, unverwechselbar, zeitlos gut.
Ein echter Knaller!“
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„Wer comedy gerne hört der wird diese cd lieben von vorschalghammerhumor bis zu intelligenten poenten ist alles vertreten es gibt eigentlich keine langatmigen stellen mann liegt nur noch auf dem boden vor lachen. bei hella kommt keiner ungeschoren davon schwule lebsen männer fraun promis singels oder das krümelmonster. da die witze einfach so genail sind kann mann sich diese cd auch getrost dutzende male anhören mann und frau muss einfach immer wieder lauhals lachen.
ein muss für jeden der gute und schnelle comedy mag aber nicht alles ernst nimmt“ (so zwei Amazon Kunden).

Vermutlich höre ich nicht gerne „Comedy“ …  denn meine Begeisterung hält sich dann doch eher in Grenzen.

Aber natürlich hat dieses Album auch ein paar Highlights, so z.B. „Heike, die Eizelle“ (von dem Comedian Moritz Netenjakob)

Und natürlich zelebriert Hella von Sinnen ihre sexuelle Orientierung, das mit der gewohnten Schrillheit, mit dem sie sich ins Rampenlicht gespielt hat. Und natürlich bekommt auch die Schwulen- und Lesbenszene ihr Fett ab … Kann man mögen, muss es aber nicht … (Live aufgenommen in der Hugenottenhalle, Neu-Isenburg und zwar am 21,09. 1996)

Wie gesagt … ein paar wirklich gute Ideen (Cornelia Scheel hat bei den meisten Texten auch mitgewirkt) … aber sie bleibt mir dennoch fremd … vielleicht weil ich heterosexuell bin und zwar ohne wenn und aber ….

Und ja … den kleinen Häwelmann kenn´ ich auch !

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Besetzung:
Hella von Sinnen (Sprecherin)
+
Herbert Meurer (als Kai-Uwe bei 02.)
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Titel:
01. Guten Abend…   (v.Sinnen/Scheel) 3.00
02. Marlene Bette Greta Rosa Pütz (Vincos) 5.34
03. Zipperlein (v.Sinnen/Scheel) 3.39
04  Das vertekknote Krümelmonster (v.Sinnen/Scheel) 5.23
05. Heike, die Eizelle (Netenjakob) 5.12
06  Frl. Kohl (v.Sinnen/Scheel) 2.48
07. Alaaf Survival Hose (v.Sinnen/Scheel) 6.58
08. Der kleine Hävelmann oder St. Gummersbach (Vincos/v.Sinnen/Scheel) 7.35
09. Susanne am Morgen (v.Sinnen/Scheel) 5.03
10  NutHella von Sinnen (v.Sinnen/Scheel) 3.17
11  Zarah In Hell (Netenjakob/Vincos/v.Sinnen/Scheel) 7.30
12. Junge Männer zum mitreisen gesucht (v.Sinnen/Scheel) 1.24
13  Uschi bei Obi (Vincos/v.Sinnen/Scheel) 5.57
14  Tonja Gerhardt (v.Sinnen/Scheel) 8.29
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Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

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‚Hella von Sinnen, Joachim Hermann Luger, Cornelia Scheel, Rudi Carrell, ARD-Gala “Ein Herz für Russland“, 1991

Michael Proksch – Klavier ab vier (2009)

frontcover1Ja, was ist denn das nun schon wieder ?

Ganz sicher nicht die längste Praline der Welt, aber ganz sicher die längste Titelliste, die ich in diesem blog hier einzugeben hatte (dementsprechend lang hat es gedauert; kleiner dezenter Hinweis auf die Mühen eines Chronisten und Archivaren)

Und um was geht´s nun wirklich ?

Nun, Michael Proksch ist ein studierter Pianist und Musikpädagoge und hat u.a. auch diverse Klavierschule für Kinder veröffentlicht. Zur akustischen Illustrationen seiner Lehrwerke wurde dann diese CD veröffentlicht (eingespielt 1996, veröffentlicht wurden diese Aufnahmen dann 2000 bzw. 2009).

Und wir hören köstlich-kleine Miniaturen (21 an der Zahl !) der Klaviermusik von Klassik, über Ragtime,  Jazz bis hin zu Boogie Woogie und Blues; und natürlich kommen auch Kinderlieder zum Gehör.

Amüsant wie die Musik auch so manche Titel: „Tanz der wilden Oktaven „, „Wenn Triolen davonreiten“ oder „Mit Terzen scherzen“.

Ein wenig biographisches zu Michael Proksch :

Michael Proksch ist gebürtiger Dresdner (1958), lebt seit 1985 in München. Nach privatem Unterricht, Klavierstudium in der Klasse von Prof. Wolfgang Plehn an der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, nach dem Abitur bei Prof. Günther Hörig.

Bis 1989 pianistisch-pädagogische Studien bei Lola Tavor in Genf; in dieser Zeit erste Kompositionen für Kinder.
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Nach dem Aufbau einer privaten Klavierklasse in München, Entwicklung einer eigenen Klavierdidaktik mit Improvisatioselementen; ab 1995 erschienen Für kleine Klavierkünstler Teil 1 bis 4 und die CD Klavier ab vier beim ADERA-Verlag in München. Langjährige Kompositionstätigkeit mit verschiedenen Uraufführungen und Veröffentlichungen, daneben Filmmusiken sowie Produktionen für Bühne und Fernsehen. Seit 1996 Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Juliane Kosarev in literarisch-musikalischen Programmen (CDs Genialer Künstlerschweiß und Wie man ein Liebesabenteuer treibt) Auftritte u.a. in Hamburg, Berlin, Köln, München, Genf und Paris. 2006 Composer in Residence auf Schloss Großkochberg; ab 2008 Arbeit an dem Buch Und plötzlich waren wir Verbrecher (München: dtv 2010); 2010 Uraufführung des Musikzyklus D-Mut in Dresden. (Quelle: breitkopf.com)

Soweit so gut, und dann fällt ein Buchtitel auf: „Und plötzlich waren wir Verbrecher „:
„Im Sommer 1983 unternahmen die Geschwister Michael und Dorothea aus Dresden, beide Musiker, zusammen mit Dorotheas Mann und einem befreundeten Kunststudenten einen Fluchtversuch.
buchtitelSie wollten während einer Ferienreise zu Fuß über die bulgarische Grenze nach Jugoslawien. Eltern und Freunde wussten nichts davon. Der Versuch scheiterte.
Anfang 1984 wurden sie zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt und um die Jahreswende 1984/85 von der Bundesrepublik freigekauft.

Was brachte junge Menschen mit, wie es schien, guten Aussichten in der DDR dazu, das Risiko einer Republikflucht auf sich zu nehmen? Wie erlebten sie das Scheitern? Wie kamen sie im Gefängnis zurecht, als »Politische« unter Kriminellen? Der DDR-Alltag außerhalb und innerhalb der Gefängnisse und eine gescheiterte Flucht, erzählt aus der Perspektive von Schwester, Bruder und Mutter, die in Dresden zurückblieb.“
Und so verbirgt sich hinter einen kleinen, amüsanten und wirklich empfehlenswerten Aufnahme eine Biographie, die einen inne halten lässt. (Pressetext)

Und so, will und werde  ich nicht nur dieses Buch lesen, nein, ich will auch mehr von Michael Proksch  hören … da gibt es neues zu entdecken.

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Besetzung:
Michael Proksch (piano)

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Titel:
01. Jetzt wird geHändelt 1.16
02. Nach dem Fest 1.34
03. Warten auf E 1.59
04. Endlich ankommen [nach Schumann] 0.57
05. Wespenstress 0.26
06. Jazzt oder nie 0.57
07. Einzug in die Manege 0.44
08. Stürmisch durch die Tonarten 0.25
09. Herbstlicht 1.08
10. Der Puppe Begräbnis [Tschaikowski] 2.05
11. Süße Träumerei [Tschaikowski] 2.32
12. Sonatine [Beethoven] 3.58
13. Zwei deutsche Tänze [Haydn] 1.16
14. Arietta [Mozart] 1.16
15. Vogelfänger [Mozart] 0.52
16. Rondo [Mozart] 1.06
17. Wenn Pachelbel das gewußt hätte 1.05
18. Spaß in Neapel 0.50
19. Tanten Tango 1.00
20. Blues-Mus 0.33
21. Boogie 2 0.36
22. Rock & Roll 0.36
23. Zwei verstecken sich in einer Hand 0.42
24. Gegen den Strom 0.35
25. Erinnerung [noch Bartók] 0.38
26. Sonntags 1.15
27. Menuett 3 [Bach] 1.02
28. Menuett 2 [Bach] 0.45
29. Musette [Bach] 1.03
30. Ecossaise 0.45
31. Wilder Reiter [Schumann] 0.36
32. Fröhlicher Landmann [Schumann] 1.08
33. Komm lieber Mai [Mozart] 0.37
34. Um die Wette 0.31
35. Tanz der wilden Oktaven 0.35
36. Walzer in g-moll 0.29
37. Abendlied 0.42
38. Mit Terzen scherzen 0.36
39. Kobolde 0.38
40. Gespenster 1.22
41. Geschwister 0.26
42. Auf dem Spielplatz 0.41
43. Kleine Unterhaltung 0.46
44. Boogie I 0.40
45. Küchentopf-Rag  0.52
46. Ich hab ’ne Wut 0.49
47. Beruhigung 0.47
48. Wenn zwei in Schwung kommen 0.53
49. Fröhlich auf dem Heimweg 0.33
50. Schottischer Tanz [Hummel] 0.44
51. Polka 0.29
52. Blumen pflücken 1.01
53. Menuett I [Bach] 0.51
54. Choral [Schumann] 0.50
55. Traurig 0.36
56. Die Karawane 0.53
57. Wenn Triolen davonreiten 0.31
58. Frühling im Wald 0.36
59.  Alle Vögel sind schon da 0.24
60. Vogelhochzeit 0.27
61. Stolperlied 0.50
62. Schaukeln 0.40
63. Honigfinger 0.33
64. Jingle Bells 0.26
65. Kommt ein Vogel geflogen 0.22
66. Fuchs, du hast die Gans gestohlen 0.22
67. Hänsel und Gretel 0.28
68. Bruder Jacob 0.20
69. Hänschen klein o.25
70. Hopp Hopp Hopp 0.17
71. Der Kuckuck und der Esel 0.39
72. Summ summ summ 0.17

Musik: Michael Proksch  (unter Verwendung vieler populären Melodien)

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Günter Strack – Ruf der Posaune und andere Erzählungen von O. Henry (1996)

frontcover1Der Günter Strack ist mir überwiegend im Fernsehen ständig über den Weg gelaufen:

Günter Strack (* 4. Juni 1929 in Darmstadt; † 18. Januar 1999 in Münchsteinach, Mittelfranken) war ein deutscher Film-, Theater- und Fernsehschauspieler und Synchronsprecher.
Nach dem Schulabgang (Obersekunda) studierte Strack in Stuttgart an der staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Künste bei Paul Riedy und Lilly Ackermann. 1949 debütierte er als Ferdinand in Schillers Kabale und Liebe am Theater Oberhausen, danach folgten Engagements unter anderem in Darmstadt, Wiesbaden, Nürnberg und Hannover.
Bis zu seinem Tod war er in über 400 verschiedenen Rollen im Theater, Film und Fernsehen zu sehen. Einer der Höhepunkte seiner Karriere war die Zusammenarbeit mit Alfred Hitchcock für Der zerrissene Vorhang. Große Popularität erlangte er durch Fernsehserien wie Ein Fall für zwei, Diese Drombuschs, Mit Leib und Seele und Der König. Auch in der Episodenreihe Hessische Geschichten wirkte er mit.
Des Weiteren war Günter Strack als Synchronsprecher aktiv und lieh seine Stimme international bekannten Kollegen wie Edward G. Robinson (Der kleine Cäsar), Spencer Tracy (Das siebte Kreuz) und Orson Welles (Reise der Verdammten). In den US-Fernsehserien Cannon und Nero Wolfe synchronisierte er William Conrad und im Asterix-Film Operation Hinkelstein den Obelix. Nicht nur wegen seines Hangs zu hessischen Mundartrollen avancierte Strack überdies zum beliebten Volksschauspieler.
1989 warb Strack in einer Werbekampagne für die Spirituose Malteserkreuz Aquavit mit dem Slogan „Man gönnt sich ja sonst nichts“, eine ironische Anspielung auf seine enorme Leibesfülle. Günter Strack war auch Hobby-Winzer.
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Er betrieb Weinbau in Münchsteinach, und zwischen Hörstein und Wasserlos, dem Geburtsort seiner Mutter. Im Jahr 1994 produzierte die ARD den Film Der Dicke mit Günter Strack als Gregor Ehrenberg. Eine Fortsetzung konnte aufgrund Stracks Erkrankung nicht mehr realisiert werden. Von 2005 bis 2013 lief in der ARD ein Spin-off mit Dieter Pfaff in der Hauptrolle.
Am 28. Juni 1996 erlitt Strack einen Schlaganfall, kurze Zeit später folgte eine Enterokokken-Infektion. Nach seiner Genesung drehte er noch den Film Dr. med. Mord, der letzte Film zur Serie Der König. Am Abend des 18. Januar 1999 starb Günter Strack mit 69 Jahren an Herzversagen. Zwei Tage zuvor war er beim Deutschen Filmball letztmals öffentlich aufgetreten. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof des mittelfränkischen Ortes Münchsteinach.
Strack war von 1958 bis zu seinem Tod mit Lore Hennig (1936–2014) verheiratet, Tochter von Arno Hennig, die einen Sohn, Michael (* 1956), mit in die Ehe brachte. Aus der Ehe mit Lore Strack stammt die gemeinsame Tochter Susanne Dorothea Titze (* 1959). (Quelle: Wikipedia)
Hier liest Günter Strack drei Geschichten von O. Henry, dem Meister der kriminalistischen Kurzgeschichten:
O. Henry (eigentlich William Sydney Porter; * 11. September 1862 in Greensboro, North Carolina; † 5. Juni 1910 in New York City) war ein US-amerikanischer Schriftsteller.
William Sydney Porter wurde als Sohn eines Arztes geboren. Seit seinem 16. Lebensjahr war er in verschiedenen Anstellungen tätig (Verkäufer, Cowboy, Bankangestellter). Der Unterschlagung für schuldig befunden, flüchtete er nach Honduras, kam aber wegen der Krankheit seiner Gattin wieder zurück und saß eine mehrjährige Haftstrafe im Staatsgefängnis von Ohio ab. Am 24. Juli 1901 wurde er entlassen, trat eine Stelle als Journalist der Houston Post an und gehörte bald zu den bestbezahlten Schriftstellern der USA.
Sein Pseudonym „O. Henry“ fand er 1899 in einem Arzneimittelhandbuch, als er sich im Staatsgefängnis von Ohio zum Apothekergehilfen weiterbildete.
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O. Henry

In seinem 1904 publizierten Werk Kohlköpfe und Caballeros, das in der fiktiven zentralamerikanischen Republik Anchura spielt, deren reales Vorbild Honduras ist, prägte O. Henry den Begriff der Bananenrepublik.
Die wichtigste Sammlung seiner New Yorker Erzählungen erschien 1906 unter dem Titel The Four Million („Die vier Millionen“). Mit vier Millionen ist die Bevölkerung New Yorks gemeint, womit er sich gegen die Anschauung stellte, nur die oberste Gesellschaftsschicht sei für die Literatur von Interesse. Viele von O. Henrys besten Geschichten wurden verfilmt und werden nach wie vor publiziert.
Sie spielen in einem düsteren Milieu. Die Helden leben am Rand des Existenzminimums und werden am Beginn der Handlung zusätzlich mit verzweifelten Situationen konfrontiert. In der Schlusspointe führte Henry die Geschichten fast immer einer glücklichen Lösung zu. Den kleinen Ladenmädchen, den heruntergekommenen Künstlern, die O. Henry sorgfältig und mit einer gewissen sentimentalen Heiterkeit zeichnete, galt die Sympathie des Autors.
Daneben schrieb O. Henry auch Kurzgeschichten, die vom Leben im Wilden Westen erzählen. In The Caballero’s Way trat erstmals die fiktive Figur des Cisco Kid auf, der später zu einer populären Figur in zahlreichen Filmen, einer Fernsehserie und in Comics wurde.
O. Henry beherrschte die Gattung der short story seiner Zeit perfekt, nicht selten parodierte und kommentierte er sie. Obwohl er oft mit der trivialisierten short story seiner Zeit identifiziert und deshalb heftig angegriffen wurde, war er auch ein Wegbereiter der modernen Kurzprosa eines Sherwood Anderson oder Ernest Hemingway.
Die überraschenden Wendungen in mehreren Werken begründeten seinen Ruf als Meister des literarischen Twists. (Quelle: Wikipedia)
Dieses Hörbuch erschien in der Reihe „Der Stau Krimi“ … und in der Tat mit einem Hörbuch wie diesem könnte man sich dann doch glatt wünschen, dass sich der Stau erstmal gar nicht auflösen möge …
„Gerade die charismatische, voluminös-herzliche Stimme von Günter Strack, der im Booklet als „Hessischer Hausfreund“ betitelt wird, gibt den Geschichten den letzten Feinschliff. “ (Franz Panzer)
Und die Kurzgeschichten sind auch ganz schön pfiffig … Und für die Qualität der Übersetzungen sorgten u.a. Annemarie und Heinrich Böll  … ja, genau der Böll !
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Besetzung:
Günter Strack (Sprecher)
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Titel:
01. Ruf der Posaune 19.27
02. Der Polizist und der Choral 17.08
03.  Das letzte Blatt 18.02
Text: O.Henry
Übersetzungen: Annemarie und Heinrich Böll (01. + 03.)
Theo Schumacher (02.)
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