Stadtkapelle Bad Tölz – Auf nach Tölz – Konzertante Blasmusik (1997)

FrontCover1Man lasse sich nicht täuschen … das traditionell gestaltete Cover der „Stadtkapelle Bad Tölz“ ist kein Hinweis, dass hier bayerische Schunkelmusik ala „Musikantenstadl“ geboten wird … nein … ganz so einfach ist das hier nicht.

Also: Bad Tölz ist ein kleines Städtchen in Oberbayern, das sicherlich durch die TV Serie „Der Bulle aus Bad Tölz“ endgültig bundesweit bekannt geworden ist … und natürlich hat so ein Städtchen auch seine eigene Stadtkapelle … und hier ein wenig über die „roots“ dieser Stadtkapelle:

In Bad Tölz gab es schon vor dem ersten Weltkrieg mehrere Blaskapellen. Überliefert ist der Bestand einer Bürgerwehrkapelle und eines Musikverein Tölz. Eine der frühesten Aufzeichnungen findet sich bei den Winklern in Kreuth.

Das Fest: Fahnenweihe am 28. Mai 1893
„Früh 4 Uhr verkündeten Böllersalven den Tagesanbruch. Die Witterung schien sehr zweifelhaft. 6 Uhr 30 sammelten sich schon die ersten Mitglieder im Vereinslokal. Um 8 Uhr kam die bestellte Musikkapelle Diemer aus Tölz. 8 Uhr 15 kamen der Patenverein, der Burschen Krank. Unterst. Verein und der Veteranen Krieg. Verein mit Musik. Hernach der Arb. Kr. Unterst. Verein Tegernsee. Währenddessen kamen auch die Fest-Jungfrauen angefahren (…)“

Die Diemermusi in Faschingsuniform

Die Diemermusi in Faschingsuniform

Nach dem ersten Weltkrieg fanden sich ca. 10-13 Musikanten zu einer typisch neunstimmigen Blasmusik zusammen, die der Kapellmeister Anton Diemer aus Wildbad Kreuth leitete. Diese Kapelle spielte ohne Namen zu kleineren Veranstaltungen und Jahrtagen auf. Konzertauftritte aus dieser Zeit sind nicht bekannt.

Im Winter 1923 übernahm der ehemalige Militärmusiker Hubert Kaltenmarktner im Vereinslokal Schaftlerbräu die Leitung der Kapelle. Er war ein leutseliger Vollblutmusikant, der viele Instrumente beherrschte und somit auch die Jugend für die Blasmusik begeistern konnte.
Mit viel Einsatz und Zeitaufwand wuchs die Kapelle in kürzester Zeit zu einer Konzertmusik heran, die nicht nur aus Musikern der Stadt Bad Tölz bestand. Es kamen auch Spielleute aus den umliegenden Gemeinden Gaißach, Lenggries, Wackersberg, Reichersbeuern und Arzbach nach Tölz, um unter einem Dirigenten zu musizieren. Nach dem Dirigenten- und Vereinslokalwechsel – vom Schaftlerbräu in den Grünerbräu – blieben von der vormaligen Diemermusi nur fünf Mann der neuen Formation unter Kaltenmarktner treu.
Mit großem Probeaufwand – bis zu dreimal wöchentlich – bewährte sich die Kapelle und wurde am 27. Juli 1924 feierlich vom 1. Bürgermeister Stollreither und dem Stadtrat zur Stadtkapelle ernannt.

Prunkurkunde

Die handgemalte Prunkurkunde von Ferdinand Schiedermaier

„Durch Beschluß des Stadtrats vom 25. Juli 1924 wurde der unter der bewährten Leitung des Kapellmeisters Hubert Kaltenmarktner zusammengetretenen Musikkapelle zur  Anerkennung ihrer bisherigen Leistungen  und zur Aufmunterung für weitere ersprießliche Musikpflege in unserer Stadt die offizielle Bezeichnung „Tölzer Stadtkapelle“ verliehen.

Dies beurkunden durch eigenhändige Unterschrift:

Tölz den 27. Juli 1924.

1. Bürgermeister     2. Bürgermeister
Stollreither              Moralt“

Schon zu diesem Stiftungsfest erschien die Kapelle in der heute noch üblichen historischen Tracht, denn das Gründungsmitglied Sedlmayer drang darauf, dass eine einheitliche, aber auch schon damals historisch nachgewiesene Tracht angeschafft werde. In dieser Sache wurde bei allen in der Umgebung bestehenden Schützenkompanien nachgeforscht, welche Uniform geeignet wäre (die Tölzer Schützenkompanie war zu diesem Zeitpunkt noch nicht wiedergegründet). So stieß man dann auf einen langen, braunen Rock und einem dazu passenden schwarzen Stopselhut, die beide laut dem Trachten-Informations-Zentrum in Benediktbeuern aus dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts stammen und der Biedermeierlichen Mode angehören. Nach diesen Modellen fertigten der Tölzer Schneidermeister Huber sen. und der Tölzer Hutmachermeister Schöttl die Uniformen an. In einem damaligen Zeitungsbericht über die Tracht der neuen Tölzer Stadtkapelle hieß es:
„Der lange, gut geschnittene Rock, dessen Ärmel das Tölzer Stadtwappen ziert, die reiche Weste, der hohe, spitze Hut (Stopselhut), die kurze Lederhose und die festen Wollstrümpfe stimmen gut zusammen.“

Die Tölzer Stadtkapelle zur Gründung 1924 ©Quelle Stadtarchiv Bad Tölz

Die Tölzer Stadtkapelle zur Gründung 1924

Der Probenaufwand lohnte sich, die junge Kapelle wurde bald zu einer gefragten Einrichtung. Hier einige Beispiele:

– Am 5. Mai 1925 ist die Tölzer Stadtkapelle Festmusik zur Eröffnung des Deutschen Museums in München.
– Vom 18–22 Juli 1928 beteiligt sie sich mit ca. 35 Mann am 10. deutschen Sängerfest in Wien.
– Im Juli 1932 Konzertreise nach Traunstein, Berchtesgaden und Bad Reichenhall.
– Im Sommer 1932 wirken die Musiker bei den Aufnahmen des Kinofilms Schützenkönig in München mit, und fahren anschließend mit 25 Mann zur Welturaufführung in Augsburg und den Filmpremieren in Berlin und Dresden.
– 1937 unternimmt die komplette Kapelle einen Ausflug nach Helgoland.

Aus der Zeit während und nach dem zweiten Weltkrieg ist leider nicht viel in Erfahrung zu bringen.
Als die Stadtkapelle zur Gaukapelle umfunktioniert werden sollte, traten viele Mitglieder aus dem Verein aus.
1946 fanden sich ehemalige und neue Musiker zusammen und begannen unter der Leitung von Anton Zeller wieder mit der Probenarbeit.
Die Hauptaufgabe der Tölzer Stadtkapelle ist seither die Mitgestaltung der kirchlichen und weltlichen Feste der Stadt Bad Tölz und ihrer Vereine. Die monatlichen Konzerte im Tölzer Kurhaus sind zu einer festen Einrichtung geworden. Hierbei überwiegt die konzertante Blasmusik, wie sie auf der ersten CD „Auf nach Tölz“ zu hören ist. Die Marschmusik kommt hierbei sicherlich nicht zu kurz, was die zweite CD „Tölzer Schützenmarsch“ beweist. (Quelle: Homepage der Stadtkapelle Bad Tölz)

Warum nur glaube ich dem Satz „Aus der Zeit während und nach dem zweiten Weltkrieg ist leider nicht viel in Erfahrung zu bringen.“ nicht ?

Wie auch immer: Die Tölzer Stadtkapelle machte auch nach dem II. Weltkrieg unverdrossen weiter …

StadtkapelleBadTölz2008

Stadtkapelle Bad Tölz, 2008

Hier ist ihre erste CD … und wenn man in dem Booklet lesen kann „aufgenommen in der Flint-Kaserne“ muss man wissen, dass diese Kaserne jahrzehntelang einer der US-amerikanischen Stützpunkte in Oberbayern war.

Und, wie ich anfangs schrieb: Man lasse sich nicht täuschen … das traditoonell gestaltete Cover der „Stadtkapelle Bad Tölz“ ist kein Hinweis, dass hier bayerische Schunkelmusik ala „Musikantenstadl“ geboten wird … nein … ganz so einfach ist das hier nicht … dann wird einem dieser Satz verständlicher, wenn man sich die näher mit den Aufnahmen beschäftigt: Da gibt es natürlich all jene traditionellen Melodie wie „Auf nach Tölz“ (von Herbert Niewswang, dem Dirigent dieser Kapelle in Jahren 1969 – 1988) oder auch „Tölzer Schützenmarsch“ und „Sagen aus Alt-Innsbruck“ … aber dann eben auch Werke von Johannes Brahms („Ungarische Tänze“) oder den „Säbeltanz“ (eine Komposition des sowjetisch-armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan) und dann noch das  beeindruckende Werk von Jacob de Hann „Oregon“ („Diese besonders efolgreiche Komposition von Jacob de Haan erzählt die Geschichte von Oregon, einer der nordwestlichen Staaten Amerikas. Anhand einer Bahnfahrt über die Northern Pacific Railroad wird der Zuhörer durch die faszinierende landschaft Oregons geführt. Es is nicht zu umgehen, dass man während dieser abenteuerlichen Reise ab und zu in einen Traum in die Vergangenheit versinkt, wobei Indianer, Cowboys, Goldgräber und Pferde mit Planwagen Revue passieren.“ – da denkt man doch gleich an „Theme For An Imagionry Western“ von Jack Bruce).

Und auch ein Klassiker der Popmusik, „Music“ von John Miles fehlt nicht.

Eigentlich kein Wunder … denn, der Leiter dieses damaligen Ensemble, Josef Kronwitter, war nicht nur bei den Tölzer Sängerknaben aktivn, nein: er studierte später Trompete an den Johann-Strauß-Koversatorium sowie an der Musikhochschule in München …

Von daher gilt die Devise: überraschen lassen ! Ganz sich ist mein Interesse an diesen Aufnahmen auch darin begründet, weil ich für viele Jahre in dieser Stadt Bad Tölz beruflich tätig war und dass die Stadtkapelle Bad Tölz sich auch auf musikalische Experimente mit den „Banana Fishbones“ eingelassen hat (später mehr davon) … spricht für diese Kapelle …

BackCoverA

Besetzung:

... Weil ich wieder mal zu faul war, all diese Namen abzutippen ...

Titel:
01. Auf nach Tölz (Niewswang) 2.40
02. Banditenstreiche (v.Suppe) 6.57
03. Sagen aus Alt-Innsbruck (Tanzer) 8.44)
04. Ungarischer Tanz Nr. 5 (Brahms) 3.03
05. Verdi, die schönsten Melodien aus seinen Werken (Verdi) 12.00
06. Des großen Kürfürsten Reitermarsch (v.Molke) 3.42
07. Unter Donner und Blitz (Strauß jun.) 3.03
08. Oregon (d.Haan) 10.08
09. Music (Miles) 6.30
10. Säbeltanz (Chatschaturjan) 2.34
11. Tölzer Schützenmarsch (Krettner) 3.24

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Armin Fischer – Live (1997)

FrontCover1So ein Programm bekommt man auch nicht alle Tage zu hören. Die Rede ist von dem Musikkabarettisten Armin Fischer:

Hier seine Vita, wie er sie selbst schrieb:

SECHZIGER UND SIEBZIGER
Armin Fischer wächst auf im westfälischen Lippstadt-Lipperbruch. Mit sieben Jahren bekommt er Klavierunterricht. Später während der Gymnasialzeit erhält er Unterricht bei Prof. Weichert in Soest, gewinnt erste Preise bei „Jugend musiziert“ und studiert nach Abitur und Zivildienst Klavier in Hamburg in der Meisterklasse von Prof. Volker Banfield.

ACHTZIGER
Bereits als Student schreibt er satirische Lieder und ein erstes literarisches Kabarettprogramm. Es folgt ein Chanson-Meisterkurs bei der Politkabarett-Ikone vom Düsseldorfer „Kom(m)ödchen“ Prof. Lore Lorentz an der Folkwangschule in Essen. Fischer ist Absolvent des ersten Studienganges „Popularmusik“an der Hamburger Hochschule für Musik und lernt u.a. bei Peter Horton. Parallel spielt er in Hamburger Theaterproduktionen kleine Rollen (z. B. in Gerda Gmelins „Theater im Zimmer“ oder bei Eberhard Möbius im „Schiff“), meistens am Piano. Monatsengagement mit eigenem Programm im Piccolo-Theater Hamburg. Eine breitere Öffentlichkeit erlebt er als musikalischer Rahmen zur Schallplattenpreisverleihung der Deutschen Grammophon, übertragen vom ZDF-Sonntagskonzert. Für seine Liszt-Parodie gibt es einen überschwänglichen Kuß vom Cello-Weltstar Mstislaw Rostropowitsch. Die BILD Hamburg erwähnt Fischer als „genial begabt“. Er veröffentlicht eine Langspielplatte mit eigenen Liedern bei teldec „Spiegelbilder“ mit der Diseuse Heide Uebler. Begegnung mit Harry Owens vom „Traumtheater Salome“ und mehrjährige Teilnahme am Kult-Event „Gauklerfest der Fantasie“ in Berlin.

ArminFischer01Ehemann, Familienvater, Häuslebauer und mit der Agentur „Rudi Renner“ Senkrechtstarter der Kleinkunstszene. Das Reiseleben beginnt. Auftritte in TV-Sendungen ( ARD, hr, mdr, swf, sdr ), Eröffnungskonzert der Freiburger Kulturbörse und ein einstündiges Portrait der hr-Serie „Traumtänzer“ von Bernd Meyerholz in Kassel. Auftritte in der Schweiz, u.a. beim Humor-Festival in Arosa oder bei den Oltner Kabaretttagen. Kreuz und quer durch Deutschland für Soloabende in Theatern, Varietémoderation im „Starclub“ Fulda und Kassel, im GOP Hannover, über Jahre Gast des Mosel-Musikfestivals unter der Intendanz Hermann Lewens, Mimuse Langenhagen unter Udo Püschel, Ensemblemitglied der Varietéproduktion „Bilder einer Ausstellung“ von Karl-Heinz Helmschroth. Abendkünstler auf Pharmakongressen oder für den Burda-Konzern.cd_arminfischerlive

ZWEITAUSENDER
Ex-Ehemann… Preisträger der St.Ingberter Pfanne, zusammen mit Malediva und Friedhelm Kändler. Preisträger Böblinger Mechthild. Zusammenarbeit mit der Künstleragentur Gerhard Gamp. Es entstehen die Programme „Mozarts Liebeskugeln“, „Einmal Klassik und zurück“ und „Lisztig vergriffen: Wow!“ Durch das Mozart-Programm Einladungen nach Salzburg und Wien: Höhepunkt ist ein Live-Konzert im Radiohaus des ORF.cd_arminfischerwienkonzert

ArminFischer02Während des zac-Sommervarietés in der Marburger Wagonhalle unter Leitung des Moderators und Zauberers Juno ist Armin Fischer von 2008 bis 2011 Stammgast mit einem Soloabend. Er wird zum Kult. 2009 gewinnt er den Schweizer Kleinkunstpreis „Die Krönung“ in beiden Austragungsorten Zürich und Burgdorf und wird zum ersten ( und einzigen ) Schweizer Doppelkönig gekrönt.

Höhepunkt des Jahres 2012 ( jedenfalls finanziell ): eine 40-Orte-Tournee mit der Volksbank Mittelhessen. Zu den Auftritten in Theatern, Sälen, Schlössern und Stadthallen gesellen sich Engagements für Kreuzfahrtschiffe ( Sea Cloud, MS Arkona, AIDAblu ). Wiederholte Gastspiele auf der MS Amadea und der MS Artania für Phönixreisen führen ihn um die halbe Welt. Die andere Hälfte ist in Vorbereitung.

Seit 2013 spielt Armin Fischer sein ( best of ) Programm „Das verkan[n]tete Genie“.
Er ist so gut wie nie zuvor. Der Rest ist Geschichte. (Armin Fischer)

Und hier sein vermutlich 2. Album (das erste hieß „Spiegelbilder“ und wurde mit der Diseuse Heide Uebler eingespielt; auch so ein rares Teil).

Und auch hier gilt aml wieder: Wer es mag, dass klassiche Musik auch mal so ordentliche durch den Kakao gezogen wird, wer es mag, dass „Alle meine Entchen“ mit der Moldau von Smetana gekreuzt wird, wer „Für Elise“ mal als Sirtaki hören will und, und, und … ist hier mehr als gut bedient !.

Und das schönste ist: Armin Fischer treibt bis heute seinen musikalischen Schabernack und dass nicht nur auf Kreuzfahrten !

BookletBackCover1

Besetzung:
Amrin Fischer (piano, vocals)

ArminFischer
Titel:
01. Das Vorspiel (Bach) 3.38
02. Die Widmung (Tchaikovsky) 1.35
03. Haifisch im Bach (Bach/Weill) 1.41
04. Das Double (Bach/Senneville) 1.54
05. Zwischenspiel in Wien (Hupfeld) 1.17
06. Fürelise (Beethoven/Theodorakis/Desmond/Morricone) 4.42
07. Das Notenblatt (Mozart) 2.09
08. Zwischenspiel in New York (Hupfeld) 0.47
09. Wanda´s Rhapsody (Gershwin) 3.23
10. Biografischers (Hupfeld/Fischer) 3.34
11. Fischers Special Intro 1.48
12. My Way To Liszt (Revaux/Liszt) 1.09
13. Stückesammlung I 4.18
14. Fischer´s Special I (Kander/Revaux/Dumont/Chopin) 3.35
15. Illusinat Nuuki ((Liszt) 6.58
16. Die Moldau-Entchen (Smetana) 3.18
17. Stückesammlung II 3.12
18. Forelle bleu (Schubert) 2.52
19. Stückesammlung III 1.26
20. Fischer´s Special II (Schubert/Rimsky-Korsakoff/Kander/Posegger)
21. Pianistentreffen (Joplin) 2.32

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Jazz Gitti & Her Disco Killers – Gold (1997)

FrontCover1Jazz Gitti (eigentlich Martha Margit Butbul, geborene Bohdal; geb. am 13. Mai 1946 in Wien) ist eine österreichische Musikerin, Sängerin und Geschäftsfrau.

Gittis Mutter war Jüdin und wurde durch Gittis katholischen Vater vor der Deportation bewahrt. Nach dem Krieg betrieben die Eltern ein Konsum-Kaufhaus und gelangten so zu einem beachtlichen Vermögen. Ihre einzige Tochter wuchs im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt in behüteten Verhältnissen auf. Schon als Kind wurde Martha nach einer Tante ihrer Mutter „Gitti“ gerufen, früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für den Gesang.

Nachdem sie mit 14 Jahren ihre Mutter aufgrund der Folgen einer Zuckerkrankheit verloren hatte, besuchte Gitti ihren nach Israel ausgewanderten Onkel. Ihr Vater eröffnete in der Zwischenzeit ein Kaffeehaus („Espresso Gitti“) am Mexikoplatz, das Gitti (auf Wunsch ihrer verstorbenen Mutter) als Lebensgrundlage dienen sollte. Ab ihrer Rückkehr arbeitete sie in diesem Gastronomiebetrieb. Mit 16 Jahren gewann sie einen der damals populären Jugendgesangswettbewerbe mit dem Schlager „Es geht die Lou lila…“. Daraufhin wurde ihr ein Plattenvertrag versprochen, man wollte aus Gitti wegen ihrer lustigen Art und ihrer Körpermasse eine zweite Trude Herr machen. Doch anstatt eine Gesangskarriere zu starten, entschloss sich Gitti dazu, Österreich zu verlassen, weil das Verhältnis zu ihrem Vater immer schlechter wurde.

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1977 mit Fatty George bei einer Jazz Matinee im Gartenbaukino

1962 zog sie nach Haifa in Israel, wo sie sich zunächst als Kellnerin durchschlug. Im Januar 1965 heiratete sie einen marokkanischen Juden und bekam im November 1965 ihr einziges Kind, Tochter Shlomit. Shlomit ist heute Schauspielerin und Sängerin, sie machte Jazz Gitti auch zur dreifachen Großmutter. In Israel verdingte sich die spätere Sängerin und Entertainerin größtenteils als Putzfrau, da ihr Ehemann spielsüchtig war und nur wenig zum Familieneinkommen beitrug. Später machte sie eine Ausbildung zur Spezialköchin für Frachtschiffe und jobbte als Eisverkäuferin. Im Juni 1971 kehrte sie mit ihrem Kind nach Österreich zurück und ließ sich scheiden. Nachdem „ihr“ Café am Mexikoplatz verkauft und vom Erbe der Mutter nichts mehr übrig war, arbeitete Jazz Gitti zunächst als Kellnerin im Café Alt Wien.

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1985 Sängerin bei einem KSV Fest

Danach arbeitete sie zwei Jahre lang als Kellnerin im Lokal „Jazz bei Freddy“. Nach einem Intermezzo als Versicherungsvertreterin pachtete sie 1973 das „Café Zuckerl“ auf der Heiligenstädter Straße. Nach einem Jahr wollte der Hauseigentümer das gutgehende Lokal selbst nutzen und Gitti eröffnete 1974 in der Probusgasse im 19. Bezirk den „1. Wiener Jazz Heurigen“. Zu dieser Zeit bekam sie auch ihren Spitznamen „Jazz Gitti“, da sie in ihren Lokalen immer öfter zum Mikrofon griff und Gesangsnummern zum Besten gab. Später eröffnete sie „Gittis Jazz Club“ am Bauernmarkt in einem Abrissgebäude. Das Lokal wurde 1979 geschlossen, als das Haus endgültig abgerissen wurde. „Gittis Jazz Club“ (1980) auf der Seilerstätte war das Folgelokal, das ebenso legendär wurde, aber in Konkurs ging. Zuvor war Gitti von Stefan Weber, dem Bandleader von Drahdiwaberl, angesprochen worden, ob sie nicht bei einigen Auftritten der Skandalrocker mitwirken wollte.

Von 1980 bis etwa 1983 überzeugte sie als Naturtalent in zahlreichen Drahdiwaberl-Gigs. Aus dieser Zeit stammen ihre ersten Singles wie z. B. „Hey du“, mit der sie bis in die österreichische Endausscheidung für den „Grand Prix Eurovision“ vorstieß. Anschließend konzentrierte sie sich ganz auf die Musik und gründete ihre erste Band: „Jazz Gitti & her Discokillers“. Damit schaffte sie sich einen beachtlichen Ruf als Sängerin in Österreich und Deutschland.

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2010 Wahlparty für Michael Häupl (SPÖ)

Mit ihrem ersten Album „A Wunda“ legte sie den Grundstein ihrer Musik in Österreich. Eine ihrer bekanntesten Singles („Kränk di net“) befindet sich auf diesem Album. Auch die Alben „Hoppala“, „Nimm’s leicht Piccolo“, „Jazz Gitti Gold“, „Made in Austria“, „Bergauf“ und „Die Liebe meines Lebens“ waren erfolgreich.
Der Erfolg

Im Jahr 1991 bekam sie den World Music Award aus den Händen von Cliff Richard. Ein Jahr später erhielt sie die silberne Trophäe in der Rubrik Satire-Serie für ihre Serie „Tohuwabohu“, die im ORF zu sehen war. Trotz dieses Erfolgs gab sie ihre Verbindungen zur Musik nicht auf. Ihr Erfolg, sagt sie, habe keinen Grund.
Privat
Ihre Tochter ist die in Luxemburg lebende Schauspielerin und Sängerin Shlomit Butbul. Jazz Gitti lebt in Leobendorf (Bezirk Korneuburg, Niederösterreich). (Quelle: wikipedia)

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2016 Wahlkampfauftakt für Richard Lugner (nun ja …)

Also, so eine Biographie, die hat sich gewaschen …

1997 gab es dann im ORF ne Gala-Sendung für die Jazz Gitte, in der sie alle ihre Hits und Erfolge (in Neueinspielungen) präsentierte.

Und davon handelt dann auch diese CD, aber: Man lasse sich von dem Namen Jazz Gitti nicht täuschen. Mit Jazz hat diese Musik nix zu tun … wir hören hier eingängigen Gaudi – Austro – Pop mit Bierzelt-Qualität … also: Schwungvolle Schlager- und Unterhaltungsmusik (sie man z.B. mal von „Mutter“ ab).

Kann man hören, muss man aber nicht mögen …

Und dann lässt mich das Gefühl nicht los … dass sich diese österreichische Gitti eigentlich deutlich unter Wert verkauft … (siehe „Der Bastler“)

Singles

Singles

Besetzung:
Jazz Gitti (vocals)
Michael Scheickl (keyboards, guitar)
Thomas M. Strobl (bass, guitar)
Rainer Sokal (keyboards)
Wolfgang Wehner (drums)

Booklet1

Titel:
01. Sing afoch a Liad (Scheikl/Strobl) 2.39
02. Kränk di net (Mell/Strobl) 3.26
03. Jetzt gemmas an (Mell/Strobl) 2.44
04. Tramway foarn (Pistracher/Steiner) 3.31
05. Mutter (Scheikl/Strobl) 3.03
06. Der Bauch muss weg (Mell/Strobl/Wehner) 2.45
07. A Wunda (Mell/Strobl) 3.05
08. Des wär schee (Scheikl/Strobl) 3.17
09. Popo-Mambo (Simon/Wehner/Strobl) 2.57
10. Mit dem Sonnenschein im Herz (Idle/Strobl) 3.09
11. Hoppala (Scheikl/Strobl) 3.16
12. Die Sumsen (Scheikl/Strobl) 3.10
13. Ui-Jegerl (Scheikl/Strobl) 3.04
14. Der Bastler (Scheikl/Strobl) 3.26
15. Nimm’s leicht, nimm mich (Scheikl/Strobl) 3.02
16. Nackert (Scheikl/Strobl) 2.51
17. Gratuliere zum Geburtstag (Scheikl/Strobl) 2.39
18. Pistensau (Scheikl/Strobl) 3.02

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Manni von Bohr – Mannifest (1998)

FrontCover1Und jetzt mal eine ganz exquisite Außenseiter CD …

Manfred „Manni“ von Bohr (* 5. November 1950 im Saarland) ist ein deutscher Schlagzeuger.

Er spielte ab 1977 bei Birth Control, bei Lenny Mac Dowell, später bei Alex Oriental Experience und mit der Randy-Hansen-Band und Peter Burschs Bröselmaschine. Seit 2016 spielt er wieder bei Birth Control.

Zudem spielt er Duo-Konzerte mit Drummern oder Percussionisten wie Hakim Ludin, Tyronne Silva oder Aaron Thier.

Manni von Bohr entwickelte die sogenannte „Quad-Pedal“-Technik, bei der er auf vier Pedalen mit Ferse und Zehenballen spielt. Diese verwendet er für Ostinatofiguren. Er spielt Doublebass mit zwei unterschiedlich großen Bassdrums (24″ und 22″ oder 20″ und 22″).

Von Bohr verwendet ein 16″ großes Tom-Tom zur Linken und einen 8″ oder 10″ großen Piccolo TympTom zu seiner Rechten. Sein zweites Hi-Hatpedal befindet sich auf der rechten Seite, sodass er beide Hi-Hats gleichzeitig spielen kann. Seine Pedale hat er in der Tiefe versetzt angeordnet, um mit Hacke und Spitze spielen zu können und schräg gestellt, damit die Kardangelenkwellen der beiden Doppelfußmaschinen übereinander passen.

BohrLange Zeit war er Mitglied der Künstler-Familie des deutschen Schlagzeugherstellers Sonor.

Der „German pope of drumming“ (so der Titel eines Interviews im amerikanischen Modern Drummer Magazine) ist Endorser von dw Drums, Anatolian-Cymbals mit eigener Signature-Beckenserie, Beyerdynamic-Mikrofonen. Seit 2011 spielt er Drumsticks von Vater Sticks USA.

Er war viele Jahre Autor von Testberichten und Workshops zum Thema Schlagzeugspiel im Fachblatt Musikmagazin. Heute ist er Chefredakteur des ältesten deutschen Schlagzeugmagazins drums&percussion. Er unterrichtet am Drummer’s Institute in Düsseldorf das Fach „Studio Drums“. (Quelle: wikipedia)

Ein Angel.of.darkness schreibt üb er dieses Album:

Ich habe Manni letztens live und unplugged erlebt und muss sagen er ist einsame Spitze. Er selber bevorzugt häufig ungerade Rhytmen, am Anfang klingt es ungewohnt, doch man gewöhnt sich schnell dran und dann denkt man einfach nur noch WOW! Wer selber gerne Schlagzeug spielt, oder einfach gerne Schlagzeugmusik hört sollte hier mal reinhören.

Hinweisen möchte ich noch auf den Text im Begleitheft … hier gibt Manni von Bohr ausführlich Auskunft über die Entstehung dieser Scheibe … lesenswert !

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Besetzung:
Manni von Bohr (drums, percussion, xylophone)
+
Hakim Ludin (drums, percussion bei 01., 02., 03., 05.
Brigitte Volkert (percussion bei 03., keyboards bei 09.)

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Titel:
01 Earth Connection1 Earth Connection (Ludin) 3.12
02. African Call (v.Bohr) 3.41
03. Broomflash (v.Bohr) 9.48
04. Chaos & Ether (v.Bohr) 5.10
05. Kaleidoskop (v.Bohr) 9.56
06. Merlin’s Kitchen (v.Bohr) 4.29
07. Recalling The Ancient (v.Bohr) 5.19
08. Blue Waves (v.Bohr) 4.18
09. Drums From Outer Space (v.Bohr) 11.19
10. Eye Of The Hurricane (v.Bohr) 7.41

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Emmanuel Pahud – Fötenkonzerte (Mozart) (1997)

FrontCover1Also erst war es Mr. Ian Anderson (Jethro Tull), der mich mir der Querflöte als Instrument vertraut gemacht hat, dann kurze Zeit später der Jazzmusiker Herbie Mann.

Aber natürlich macht dieses Instrument auch in der Klassik eine mehr als gute Figur und ein Emmanuel Pahud demonstriert das ziemlich eindrucksvoll:

Emmanuel Pahud (* 27. Januar 1970 in Genf) ist ein aus der französischsprachigen Schweiz stammender Flötist.
Pahud begann im Alter von sechs Jahren mit dem Flötenspiel. Ausgebildet wurde er in Rom, Brüssel und Paris. 1990 schloss er sein Studium am Conservatoire de Paris ab, um seine Studien dann bei Aurèle Nicolet fortzusetzen. Er gewann erste Preise bei den internationalen Wettbewerben in Duino (1988), Kōbe (1989) und Genf (1992). Neben weiteren Preisen wurde er auch von der Yehudi Menuhin Stiftung ausgezeichnet.
Emmanuel Pahud war zunächst als Solo-Flötist beim Rundfunk-Symphonieorchester Basel und den Münchner Philharmonikern unter Sergiu Celibidache tätig, ehe er mit 22 Jahren als damals jüngstes Mitglied Solo-Flötist der Berliner Philharmoniker unter Claudio Abbado wurde. Nach einer kurzen Unterbrechung ist er seit 2002 wieder Mitglied der Berliner Philharmoniker, diesmal unter Sir Simon Rattle.
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Neben seiner Orchestertätigkeit ist Emmanuel Pahud regelmäßig als Solist bei großen internationalen Festivals zu Gast und tritt mit renommierten Orchestern unter prominenten Dirigenten auf. Auch als Kammermusiker geht er regelmäßig auf Tournee; zu seinen Partnern zählen dabei unter anderem Yefim Bronfman, Hélène Grimaud und Stephen Kovacevich. Mit dem Pianisten Éric Le Sage und dem Klarinettisten Paul Meyer gründete er das sechsköpfige Ensemble Les Vents Français und rief mit ihnen 1993 das Kammermusik-Festival „Musique à l’Emperi“ ins Leben, das 2012 sein 20-jähriges Bestehen feierte. 2014 und 2015 wurde Emmanuel Pahud erneut mit dem ECHO Klassik als Flötist des Jahres ausgezeichnet.

Emmanuel Pahuds Repertoire reicht von der Barockmusik bis zum Jazz und in die Moderne, darunter auch Uraufführungen von Elliott Carter und Luca Lombardi.
Seit 1996 steht Pahud bei der Plattenfirma EMI, heute Warner Classics, unter Vertrag. Zu seinen Aufnahmen gehört eine CD mit den Konzerten von Mozart (einschließlich des Konzerts für Flöte und Harfe mit Marie Pierre Langlamet) mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado; weiterhin „Paris“ (eine CD mit Flötenmusik des 20. Jahrhunderts mit Werken von Francis Poulenc, Darius Milhaud, Pierre Sancan, André Jolivet, Henri Dutilleux und Olivier Messiaen), Aufnahmen der Flötenquartette von Mozart, Konzerte von Georg Philipp Telemann, eine Aufnahme mit Werken von Johann Sebastian Bach, die Konzerte von Aram Chatschaturjan und Jacques Ibert mit dem Zürcher Tonhalle-Orchester unter David Zinman, eine CD mit der Sonate von Sergei Prokofiev und Musik von Claude Debussy und Maurice Ravel, Sofia Gubaidulinas Musik für Flöte, Streicher und Schlagzeug mit dem London Symphony Orchestra unter Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch.

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Zu nennen sind weiterhin Einspielungen von (teilweise für Flöte bearbeiteten) Sonaten von César Franck, Richard Strauss und Charles-Marie Widor, sowie französische Kammermusik unter dem Titel French Connection, Flötenkonzerte von Antonio Vivaldi mit dem Australian Chamber Orchestra, Into the Blue (ein Jazz-Album mit Jacky Terrasson) und Sonaten von Brahms und Reinecke mit Yefim Bronfman. 2008 erfolgte eine Einspielung der Flötensonaten Johann Sebastian Bachs mit Trevor Pinnock. 2010 erschien eine CD mit dem Titel Fantasy. A Night at the Opera mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin. Im März 2015 erschien seine CD Revolution mit Flötenkonzerten von Pariser Zeitgenossen der Französischen Revolution, darunter François Devienne, Christoph Willibald Gluck und Ignaz Pleyel.

2016 veröffentlichte er ein Album mit Flötenkonzerten von Carl Philipp Emanuel Bach bei Warner Classics. (Quelle: wikipedia)

Das muss man sich mal auf der Zunge vergehen lassen: mit 22 Jahren Mitglied bei den Berliner Philharmoniker !!!

„Die Berliner Philharmoniker sind nicht nur gemeinsam, sondern auch solistisch stark. Die Herren an den vorderen Pulten (die Geiger Blacher und Kussmaul, der Oboist Schellenberger beispielsweise) haben dies oft bewiesen. Auch Emmanuel Pahud, 27, gehört in die Riege der Orchester-Virtuosen. Seit vier Jahren ist er Soloflötist der Philharmoniker, jetzt hat er die erste CD mit „seinem“ Orchester eingespielt. Mozarts Flötenkonzerte KV 313 und KV 314 bläst er mit klaren Phrasierungen und edlem Ton. Und mit der Kollegin Marie-Pierre Langlamet an der Harfe interpretiert Pahud Mozarts Doppelkonzert KV 299 ausgewogen und delikat. Kein Schatten verdunkelt diese von Claudio Abbado dirigierte „klassische“ Interpretation.“ (Der Spiegel, Juli 1997)

Dem ist dann ja nun nicht wirklich was hinzuzufügen … außer der Information, dass mein Exemplar eine Zwitauflage aus dem Jahr 2000 ist … damals gesponsert von „debis“ einen Tochterunternehmen des Daimler-Chrysler Konzerns /dafür ist dann auch ein spezielles Grußwort notwendig). Debis ist inzwischen Teil der Telekom-Tochter „IT-Systems“ … während Emmanuel Pahud noch immer unter eigenem Namen musiziert … und zwar sehr erfolgreich.

Marie-Pierre Langlamet

Marie-Pierre Langlamet

Besetzung:
Emmanuel Pahud  (flute)
+
Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Claudio Abbado
+
Marie-Pierre Langlamet  (harp bei 01. – 03.)

Grußwort

Titel:

Konzert für Flöte, Harfe und Orchester in C, KV 299: 
01. Allegro 9.51
02. Andantino 8.50
03. Rondo (Allegro) 9.10

Flötenkonzert Nr. 1 in G, KV 313:
04. Allegro Maestoso  8:44
05. Adagio Ma Non Troppo 8.31
06. Rondo (Tempo Di Menuetto) 7.14

Flötenkonzert Nr. 2 in D, KV 314:
07. Allegro Aperto 7:30
08. Adagio Ma Non Troppo 5.54
09. Rondeau (Allegro) 5.20

CD1
*

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Claudio Abbado

Claudio Abbado

Juliane Kosarev + Michael Proksch – Heinrich Heine – Genialer Künstlerschweiß (1997)

FrontCover1Hier ein weiteres Projekt des Michael Proksch, von dem hier schon mal die Rede war (und zwar hier)

Nennen wir das Projekt mal „Poesie und Musik“, das er hier gemeinsam mit der Schauspielerin Juliane Kosarev in Szene gesetzt hat.

Kosarev lebt als freischaffende Schauspielerin in München. Sie wuchs in dem multikulturellen Umfeld von Genf zweisprachig auf, wodurch ihr unmittelbares und musisch geprägtes Interesse an der Sprache entstand. Sie hat an einer Vielzahl von Bühnen-, Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Für ihre schauspielerische Leistung erhielt sie vom Münchner Merkur den „Merkur-Förderpreis“. Von 2000 bis 2003 war sie Stipendiatin der Horst und Gretl Will Stiftung.

Gemeinsam verweben sie Texte von Heinrich Heine mit Klavierkompositionen:

„Die hier wiedergegebene Aufführung verbindet das gesprochene Wort mit Klavierbegleitung und spannt den Bogen von der frühen romantischen Lyrik über den Witz des politischen Liedes bis hin zu den tiefgründigen, späten Schriften. Inklusive der Klavierstück-Auszüge von Robert Schumann, Franz Schubert, Frédéric Chopin, Béla Bartók und anderen sind hier 31 Tracks enthalten, die zum nachsinnen und weiterdenken anregen.“

Juliane Kosarev

Beeindruckend der Vortragsstil der Juliane Kosarev (z.T. ganz schön fauchend !), nicht minder beeindruckend die musikalischen Miniaturen des Michael Proksch (und die gehen von ganz zärtlich bis zu ziemlich stürmisch) … der mir immer sympathischer wird.

Ganz sicher keine leichte Kost … aber ganz sicher mehr als hörenswert !

BackCover1

Besetzung:
Juliane Kosarev (Sprecherin)
Michael Proksch (piano)

Booklet03A

Titel:
01. Warnung 0.38
02. Walzer (Proksch) + Das ist der alte Märchenwald 1.48
03. Phantasie op. 17 Satz 3 + Du bist wie eine Blume 2.04
04. Ich wandle unter Blumen 0.21
05. Im wunderschönen Monat Mai 0.21
06. Scherzo op. posthum (Schubert) + Du liebst mich nicht
07. Abendlied (Proksch) + Ein Fichtenbaum 0.44
08. Sie saßen und tranken +Papillons op. 2 Nr. 2 (Schumann) 1.30
09. Gestelzt (Proksch) + Hände küssen 0.43
10. Wir haben viel 0.39
11. Von Ferne (Proksch) + Wenn junge Herzen brechen 1.36
12. Der Asra 0.59
13. Improvisation (Proksch) + Gekommen ist der Maie 1.12
14. Das ist der alte Märchenwald 2.58
15. Moment musical op. 94 Nr. 3 (Schubert) +Ein Jüngling liebt ein Mädchen 1.01
16. Rhampsenit  + Trois ecossaises op 72 Nr 3 (Chopin) 4.36
17. Lied der Betrunkenen (Bartok) + Wettlauf +Kindertanz (Bartok) 1.19
18. Die Wanderratten + Pentatonisches Lied (Bartok) 4.01
19. Zur Beruhigung  + Sonate KV 545 – Satz 2 (Mozart) 1.49
20. Papillons op. 2 Nr. 6 (Schumann) + Wartet nur 1.06
21. Laß die heiligen Parabolen  + Verlangen I (Proksch) 3.03
22. Frau Sorge + Arabesque op 18 (Schumann) 3.13
23. Weltbühne + Sonate K 9 (Scarlatti) 3.53
24. Zur Teleologie  + Scherzo op posthum (Schubert) 6.39
25. Das Hohelied  + Improvisation (Proksch) 3.57
26. Die Göchin + Improvisation (Proksch) 6.16
27. Mir lodert und wogt 4.01
28. Zwiegespräch + Nachtgedanken (Proksch) 3.09
29.  Verlangen II (Proksch) 1.08
30. Und als ich euch + Lerchengesang op 39 Nr 22 (Tschaikovsky) 1.44
31. Genialer Künstlerschweiß + D 784 op posthum Satz 2 (Schubert) + Die Tanne op. 75 Nr. 5 (Sibelius) 4.34

Alle Texte: Heinrich Heine

CD1

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Verschiedene Interpreten – Aufschwung 1997 – Sommerfest (1997)

frontcover1Nein, die Musik gefällt mir überwiegend wirklich nicht … und dennoch ist dies ein ganz bemerkenswertes Album, denn es ist ein Projekt aus dem Hause „Feierwerk2, München, einem wirklich beeindruckendem Projekt aus München.

„Feierwerk unterstützt junge Münchner Kunst, Musik und Kultur – und das seit nunmehr 30 Jahren! Unsere Grundhaltung ist, ohne Dogma und Ideologie verschiedenartige Kulturen in ihrer Eigenständigkeit und Dynamik zu unterstützen und dabei ständig selbst neue Anregungen aufzunehmen. Wir ermöglichen und fördern Zugehörigkeit, auch unabhängig von Alters- und Generationsgrenzen. Darum sind alle unsere Veranstaltungen und Angebote offen für verschiedene Milieus, Kulturszenen und Altersgruppen.

Feierwerk ist ein gemeinnütziges Dienstleistungsunternehmen für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Familien. Wir ermutigen, fördern und befähigen kulturell Aktive und gesellschaftlich Engagierte. Wer sich für Kultur interessiert, wer etwas bewegen will, findet bei uns Räume zum Zuhören, Zusehen, Mitmachen, Auftreten, Produzieren und Präsentieren. Feierwerk erschließt und bewahrt Räume zum freien Ausprobieren und Umsetzen vielfältiger Projekt- und Veranstaltungsideen, für Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung. Und es gibt Zeit und Platz zum Lernen und Wachsen, zum Beispiel durch Beratungs-, Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote.

Die Bedürfnisse, Wünsche, Anregungen, Entwürfe der Kulturszenen bringen wir in Planungsprozesse und politische Diskurse ein. Wir suchen und gestalten den Dialog an den Schnittstellen zwischen Kultur, Wirtschaft, Politik, Sozialem und jugendspezifischen Thematiken.

Der Dschungelpalast, Hansastrasse 41 bietet Kindern zwischen drei und zwölf Jahren, deren Geschwistern, Eltern und Großeltern ein vielfältiges kulturpädagogisches Programm. Kinder, Jugendliche und Familien finden in der Südpolstation in Neuperlach Süd ebenfalls ein vielseitiges, kulturelles und abwechslungsreiches Freizeitprogramm.

Das kreative Miteinander jenseits von Alters- und Generationsgrenzen ermöglicht der Dschungelpalast als anerkanntes Mehrgenerationenhaus. Ein vielfältiges Workshop- und Kursprogramm richtet sich an Jung und Alt. Es gibt Raum für ehrenamtliche Mitwirkung sowie kulturelles und bürgerschaftliches Engagement.

GeländeVonFeierwerkDas „Feierwerk“ – Gelände in der Hansastraße zu München

Jugendliche und junge Erwachsene fühlen sich in der Hansastrasse 39-41 in vier Clubs und Spielstätten (Hansa 39, Kranhalle, Orangehouse, Sunny Red) zu Hause. Schwerpunkt ist die Unterstützung der lokalen Szenen und des Nachwuchses. Kultige Acts und Ausblicke in die internationalen Szenen tragen zur Attraktivität der Veranstaltungsorte bei.

Die Feierwerk Locations kann man auch mieten: für bürgerschaftliche Nutzungen aller Art, für Produktpräsentationen, Meetings, Tagungen oder Workshops. Für einen Umtrunk in familiärem Rahmen, eine festliche Feier mit Buffet oder Menü oder ungezwungenes Abtanzen zu DJ-Sound.

Radio Feierwerk 92,4 sendet am Wochenende 23 Stunden nichtkommerzielles, medienpädagogisch ausgerichtetes Radioprogramm. Die unterhaltsamen, informativen, altersgerechten und aktuellen Sendungen sind samstags von 6.00 – 24.00 Uhr und sonntags von 7.00 – 9.00 Uhr und von 21.00 – 24.00 Uhr auf der Münchner Splitfrequenz 92,4 MHz und im Kabel 96,75 zu hören.

Der Farbenladen, Hansastraße 31 ist temporär und multifunktional: Atelier, Workshopraum, Schaufenster, Treffpunkt und Shop für grenzüberschreitende junge Kunst. Der Farbenladen ist ein Forum für Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Videokunst, Digital Art, Grafik, Street Art oder Modedesign.

Der 850 m2 große Skate-Plaza neben der Feierwerk Kranhalle wurde von der Skater-Szene selbst mit entworfen. Es gibt zahlreiche Rampen, Stufen, „Rails“, Quarterpipes für verschiedenste waghalsige Tricks und eine Miniramp.

Die „Fachstelle Pop“ unterstützt junge Münchner Kunst, Musik und Kultur durch Beratung, Service, Weiterbildungsangebote und knüpft ein Netzwerk zur Förderung junger Popularkultur.

Die „Fachstelle und Informationsstelle Rechtsextremismus“ (FIRM) im Feierwerk beobachtet und dokumentiert aktuelle Entwicklungen in der regionalen rechtsextremen Szene. Sie informiert, berät und unterstützt Projekte, um rechtsextremen Aktivitäten Raum und Entfaltungsmöglichkeiten zu nehmen.

Als Ausbildungsbetrieb für Veranstaltungskaufleute, Veranstaltungstechniker, Radiovolontäre, Kultur- und Sozialpädagogen, Fachkräfte für das Gastronomiegewerbe, Bürokaufleute ermöglichen wir jungen Leuten einen guten Start ins Berufsleben.

Die Kultur- und Medienangebote von Feierwerk kann man durch die Mitgliedschaft im Förderverein unterstützen. (Selbstdarstellung)

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Und anlässlich des Sommerfestes 1997 veröffentlichte man dann diesen Sampler … und gleich 5 DM gingen dann an die Münchner Aids Hilfe, die dann auch im Begleitheft ausführlich vorgestellt wurde.

Gut, über das Ergebnis kann man streiten … über die Idee von „Feierwerk“ aber nicht … meine ich einfach mal. Und all diese Bands, die hier zu hören sind, sind wohl mittlerweile in der Versenkung versunken … aber damals – 1997 war es für sie eine ganz große Zeit.Die biden Bands „Bananafishbones“ und „Heinrich Beats The Drum“ haben es sogar geschafft, auch überregional ein wenig bekannter zu werden.

Und so manche Songs sind dann doch tatsächlich kleinen Perlen der damaligen Indie Pop/Rock Szene in München (wie z.B. „Harold And Maude „, „Welle“ … Und nachdem die Geschmäcker verschieden sind … kann man ja mal reinhören und für sich das eine oder andere entdecken … rar ist das Zeug allemal.

Und deshalb hier – für kurze Zeit – eine digitale Kopie von Aufnahmen, die auch schon wieder knapp 20 Jahre alt sind.

Leider werden die Komponisten und Texter nicht genannt, was den Archivar in mir natürlich grämt.

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Titel:
01. Cat Sun Flower: Harold And Maude 3.45
02. Freudian Slips: Eat Me 2.11
03. Toxic: Mailman 3.47
04. Sitter: Melody Of Summer 5.19
05. Bananafishbones: Easy Day 3.50
06. Superglow Experience Band: Hit The Frequence 4.25
07. Robert: Schmerzen 4.00
08. Illegal Aliens: Fearface 4.13
09. Der Große Wah:  Welle 4.41
10. Poetry Of Mine: Faster Than 4.59
11. Twelve After Elf:  Broken Glass 4.21
12. ULMe:  Harvest Man 5.49
13. Overdue Pain: Overdue Pain 2.36
14. Somersault:  See 5.18
15. Monostars: Zeitlupe 2.32
16. Snot!: Fish And Fly 3.55
17. Heinrich Beats The Drum: Can’t Take Nothing With You 4.19
18.  Angel’s Delight: Strange Day 2.45

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