Vogelfrei – Stiefeljungs – Lieder 1984 – 1989 (1999)

FrontCover1Jetzt gibt´s was auf die Ohren … Anfangs dachte ich ja, hier handelt es sich um eine Art „rechte Rockmusik“ … und die hätte dann den Weg in diesen blog definitiv nicht gefunden. Aber nein, „Vogelfrei“ kommen aus einer anderen Ecke:

Wenn man den Namen Vogelfrei hört, denkt manch einer spontan an Mittelalterrock, wie ihn Subway To Sally und In Extremo früher fabrizierten. Dabei haben Sänger und Gitarrist Ricky Alex und Drummer Steve Rabe im Frühjahr 1992 ganz anderes in Sinn, als sie die Band in Torgau gründen: Punkrock.Wenn man den Namen Vogelfrei hört, denkt manch einer spontan an Mittelalterrock, wie ihn Subway To Sally und In Extremo früher fabrizierten. Dabei haben Sänger und Gitarrist Ricky Alex und Drummer Steve Rabe im Frühjahr 1992 ganz anderes in Sinn, als sie die Band in Torgau gründen: Punkrock.
Zu der Zeit heißt die Band allerdings noch Parole Lärm und da sich keine feste Bandbesetzung finden lässt, bleiben Konzerte vorerst nur ein Traum. Als sich bis 1998 immer noch nichts an diesem Zustand ändert, gehen beide eben allein ins Studio, um dort die in der Zeit zwischen 1994 und 1998 entstandenen Lieder aufzunehmen.
Im Sommer 1999 stößt mit Krystian Furmanek endlich ein passender Bassist dazu und im selben Jahr erscheint das Debüt „Stiefeljungs Lieder 1994-1998“ über Asphalt Records. Aufgrund des Titels, der deutschen Texte und eines Druckfehlers auf der LP (dort steht „Lieder 1984-1998“) finden sich Vogelfrei schnell in einer letztendlich haltlosen Diskussion um rechtsradikale Hintergründe wieder, da sie ebenfalls dem Oi-Punk entstammen.

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Mit Thomas Richter holen sie sich einen zweiten Gitarristen in die Band und trauen sich endlich auch live auf die Bretter. Gleichzeitig arbeiten sie am zweiten Album „Mutmacher“, das Anfang 2002 erscheint und dem eine ganze Reihe an Konzerten folgt. Zwar verlassen Krystian und Thomas Vogelfrei bald wieder, doch Ricky und Steve arbeiten konsequent weiter.

Auf der EP „Irgendwohin“ ist Gitarrist Daniel Reinhardt mit dabei und nachdem Basser Dirk Sickert das Line-Up aufgestockt hat, legen sie 2004 „Zwischen Sehnsucht Und Rebellion“ in die Regale. Kurz nach der Veröffentlichung ist jedoch Schluss mit Vogelfrei, da Ricky mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat und auch die vielen Besetzungswechsel wenig Spaß machen.

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Über drei Jahre liegt die Band auf Eis, doch im Frühjahr 2008 steht Ricky mit Drummer Carsten Müller zum ersten Mal im Proberaum. Wie nicht anders zu erwarten, klingen die Songs von Ricky immer noch zu 100 Prozent nach Vogelfrei. „Der Dämmerung Entgegen“ erscheint Mitte Mai 2011 über Street Justice Records und knüpft nahtlos an die Vorgänger-Scheiben an. (Quelle: laut.de)

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Hier also ihr Debütalbum mit den falschen Jahreszahlen … vielleicht typisch für so eine Punkproduktion.

Stilistisch bewegt sich die Band zwischen Punk und Oi (was das genau ist, habe ich noch nicht kapiert, ist mir aber auch nicht so wichtig).

Es ist Musik von zornigen jungen Männern … die mit vielem, wenn nicht gar mit allem unzufrieden sind:

Alles was ich nicht machen will
ist verschenkte Zeit für mich
Für die Freiheit braucht man Geld
Und das habe ich nicht

Nun ja, über diese Aussage könnte man trefflich streiten.
Diese Punk-Attitüden sind mir eher fremd (na ja, man wird halt älter) … aber seien wir mal ehrlich. Frühere Bands wie die MC5 oder Stooges traten schon auch mit ähnlichen Inhalten auf … wenngleich mir bei etlichen Texten die latent gewaltbereite Stimmung auf den Sack geht.

Und  … Ich frag mich grad mal wieder, was aus den Jungs gewworden ist … denn ihr Revival aus dem Jahr 2013 war nur von kurzer Dauer … leben sie nun auch angepasst oder was ?

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Besetzung:
Ricky Alex (guitar, vocals)
Alfons Horvinek (bass)
Stev Rabe (drums)

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Titel:
01. Intro 0.32
02. Parole Spass 2.05
03. Er hat gelernt zu kämpfen 2.58
04. Verschenkte Zeit 2.36
05. Bullenflut 3.08
06. Stiefeljungs 3.04
07. Partylied 2.35
08. Entäuschung 2.21
09. Dieses Leben 2.37
10. Immer zu dir stehen 2.33
11. Unrecht 2.59
12. Widerstand 2.54
13. Ich stehe auf 2.50

Musik und Texte: Ricky Alex

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Thilo Wolf Quintet + Windsbacher Knabenchor – Von Bach bis Ellington (1999)

FrontCover1Und da haben wir wieder mal ein ganz besonderes Projekt … ich nenn´ es jetzt einfach mal ein Leuchtturm-Projekt.

Das Thilo Koch Qunitet musiziert gemeinsam mit den Windsbacher Knabenchor … und zwar von Bach bis Ellington …

Aufgenommen wurde diese musikalische Spezialität 1999 und zwar live im Konzertsaal des Kongresszentrums, Bad Windsheim, im Rahmen eines Festivals des Bayerischen Rundfunks mit dem Namen „Musikzauber Franken“.

Thilo Wolf (* 8. September 1967) ist ein deutscher Jazzmusiker. Der Pianist, Komponist und Arrangeur leitet seine eigenen Formationen „Thilo Wolf Big Band“, „Thilo Wolf Jazz-Quartett“ und „Groove Selection“.

Mit seinen Formationen konzertierte Thilo Wolf in Deutschland, Österreich, der Schweiz und England, in Konzerthäusern wie der Philharmonie in München oder Dortmund, aber auch auf zahlreichen Jazzfestivals wie Burghausen, Oberkochen, Erding oder dem Augsburger Jazzsommer. Die Crossoverprojekte führten zu Konzerten bei Klassikfestivals wie „MDR-Kultursommer“, „Rheingau-Musikfestival“ oder „Internationales Beethovenfest“ in Bonn.

ThiloWolf

Der Windsbacher Knabenchor (gegründet 1946) ist ein in Windsbach in Mittelfranken ansässiger deutscher Knabenchor. Er steht in der Tradition der großen deutschen Knabenchöre, deren Aufgaben nicht allein in ihrer Konzerttätigkeit liegen, sondern gleichermaßen in der Erfüllung liturgischer Aufgaben. Dazu zählen bei den Windsbachern die Gottesdienste in Windsbach und die Motetten in der Sankt-Lorenz-Kirche in Nürnberg. Der Chor ist eine Einrichtung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. (Quelle: wikipedia)

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Und darum ging´s bei diesem ganz und gar außergewöhnlichem Projekt:

Hüllentext

Mag ja gelegentlich gewöhnungsbedürftig klingen … aber sich auf diese musikaliche Spannbreite mal einzulassen ist durchaus lohnenswert … denn hier verschmelzern Musikrichtungen ganz unterschiedlicher Dekaden … Und das allein ist schon bemerkenswert.

Musik abseits ausgetrampelter Pfade … das weckte in mir schon immer (na ja, seit geraumer Zeit) mein Interesse.

Und hier wurde es nicht enttäuscht.

Und ich will die Gelegenheit nutzten, um hier wieder mal eine Lanze für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu schlagen. Ohne ihn hätte es diese Aufnahmen nicht gegeben.

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Besetzung:
(Andreas Blüml (guitar)
Christian Diener (bass)
Stephan Eppinger (drums)
Norbert Nagel (saxophone)
Thilo Wolf (piano)
+
Windsbacher Knabenchor unter der Leitung von Karl-Friedrich Beringer

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Titel:
01. Sur Le Pont QA’Avignon (Traditional) 3.46

Sacred Concerts Medley (Ellington) 9.58
02.Come Sunday 1.50
03. In The Beginning God 1.45
04. Will You Be There ? 1.32
05. Almighty God 2.59
06. Heaven 1.53

Singet dem Herrn ein neues Lied (Bach) 13.30
07. Singet dem Herren ein neues Lied 4.46
08. Wie sich ein Vater erbarmet 4.36
09. Lobet den Herren in seinen Taten 1.35
10. Alles was Odem hat, lobet den Herren 2.33

11. Pater Noster (Vater unser) (Baumenn) 4:22

Begegungen (Zoller/Mehnert) 8.40
12. Es kehrt der Wind zurück 5.27
13. Meerhygiene 3.13

14. They Can’t Take That Away (Geshwin) 4.31
15. In A Sentimental Mood (Ellington) 4.09
16.. Odi Et Amo (Carl Orff) 3.05
17. Without There Is No Way (Wolf/Neumann) 13.08

Tribute An Duke Ellington (Ellington) 11:02
18. Satin Doll 3.44
19. I Got It Bad 3.16
20. Creole Love Call 4.02

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Jan Josef Liefers – Jack´s Baby (1999)

FrontCover1Jan Josef Liefers ist ja nur ein seit vielen Jahren sehr angsagter Schaupieler (nicht nur wegen seiner skurillen Rollen im Münsteraner Tatort), sonder der Liefers ist auch immer auch als Musiker aktiv und unterwegs.

Wenn ich das richtig überblicke, ist diese EP seit Erstlingswerk als Musiker und diese EP ist zugleich auch der Soundtrack zu dem gleichnamigen Film (den er auch als Regisseur zu verantworten hatten), der 1999 auf SAT1 ausgestrahlt wurde. Der Film mit Verinica Ferres in der 2. Hauptrolle (vermutlich habe ich ihn mir damals deshalb nicht angesehen) hat dann folgende Handlung:

Jack (Veronica Ferres) ist die Chefin einer Werbeagentur ­ erfolgreich, eiskalt und einsam. Genau das will sie ändern. Aber nicht etwa durch einen Liebhaber: Ein Baby soll her. Weil frau dazu ’nen Erzeuger braucht, handelt Jack mit dem abgebrannten Musiker Max (Jan Josef Liefers) einen Deal aus. Er soll sie schwängern, 30 000 Mark kassieren und hernach bitte schön verschwinden. Max schlägt ein. Doch der Zeugungsakt erweist sich als verdammt anspruchsvolle Aufgabe… Jan Josef Liefers betritt in seinem Regiedebüt das ausgetretene Feld romantischer TV-Komödien ­ und bringt auch nicht mehr als gängige Klischees und wohlfeile Gesangseinlagen (mit „Fury in the Slaughterhouse“) zustande. (TV Spielfilm)

Jan Josef Liefers hat immer wieder mal in seinen Filmen einen Musiker dargestellt (besonders eindrucksvoll: „Halt mich fest“, 2000) und hört man sich diese 4 Songs an, dann kann man das auch verstehen. Ich behaupte mal, diese vier Songs sind deutlich besser als der Film … aber ist nur ne These. Auf jedenfall gibt´hier knackige Rock-Balladen zu hören, bei der Liefers mit einer wirklich starken Stimme zu überzeugen weiss. Und dass Fury In The Slaughterhouse ihr Handwerk verstehen, setzte ich mal als bekannt voraus.

Kurz und schmerzlos: Ein mehr als gelungenes Debüt !

BackCover1

Besetzung:
Jan Josef Liefers (vocals)
+
Fury In The Slaughterhouse

LiefersVerres

Titel:
01. Jack’s Baby (Radio Version) (Liefers/Krause) 3.27
02. Understand (Schumann) 3.11
03. Runaway (Liefers) 3.40
04. Jack’s Baby (Film Version) (Liefers/Krause) 3.57

CD1
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Die Prinzen – So viel Spass für wenig Geld (1999)

FrontCover1Zu den „Prinzen“ bin ich quasi gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Es waren meine begeistert durch das Wohnzimmer hopsenden Töchter, die mich dazu brachten.

Und ihre ersten Alben fand ich dann überraschend ganz schön pfiffig:

Die Prinzen sind eine aus Leipzig stammende deutsche Musikgruppe. Mit fast 6 Millionen verkauften Tonträgern gehören sie zu den erfolgreichsten deutschen Bands. Ihre bekanntesten Hits sind unter anderem Millionär (1991), Mann im Mond (1991), Küssen verboten (1992), Alles nur geklaut (1993), Du musst ein Schwein sein (1995) und Deutschland (2001).

In ihrer Jugend waren Tobias Künzel, Sebastian Krumbiegel, Wolfgang Lenk sowie Henri Schmidt bis in die erste Hälfte der 1980er-Jahre Mitglieder des Leipziger Thomanerchors, Jens Sembdner sang im Dresdner Kreuzchor.

Nach der Gesangsausbildung gründeten Krumbiegel und Lenk im Jahr 1981 die Band Phönix. 1985 nannte sich die Band Phönix in Rockpol um. Weil sie keinen großen Erfolg hatten, wurde im Jahr 1987 mit Krumbiegel, Lenk und Dirk Schrot das Trio Die Herzbuben gegründet. Auf Anraten des Managers Joachim Zetzmann versuchte das Trio mit A-cappella-Stücken in der DDR Fuß zu fassen. Die Produzenten des DDR-Rundfunks produzierten mit den Herzbuben 1987 ein Dutzend Titel, welche bis zum Ende der DDR nur im deutschen Rundfunkarchiv und auf diversen Amiga-Samplern zu finden waren. Sie coverten den Song Du hast den Farbfilm vergessen sowie die Hymne My Generation von The Who (übrigen: auch sehr pfiffig gemacht)

Herzbuben

Als sie noch die „Herzbuben“ waren …

Noch im Gründungsjahr stieß Jens Sembdner zur Band. Von nun an hatte die Band folgende Besetzung: Sembdner, Lenk, Krumbiegel und Schrot. Als die Band mit ihrer Show einen nicht unerheblichen Popularitätsschub erreicht hatte, wurde Sembdner im Herbst 1988 zur NVA eingezogen. Ihn ersetzte Kai Oliver, den die Band an der Leipziger Musikhochschule entdeckt hatte, aber die Zusammenarbeit hielt nur ein Jahr, weil er sich entschlossen hatte, die DDR zu verlassen. Als Ersatz folgte Henri Schmidt. Auch Dirk Schrot verließ im November 1989 die Band und das Land. Aufgrund der häufigen Personalwechsel war die Band bis zur Rückkehr von Jens Sembdner im Januar 1990 inaktiv. Manager Zetzmann hatte Beziehungen zum ZDF und zum Musikverleger George Glueck, sodass sie in der Nachwuchsshow Hut ab auftraten. George Glueck saß in der Jury und stellte den Kontakt zu Annette Humpe her.

Im Herbst 1990 besuchte Humpe die Band, um sie kennenzulernen. Danach buchte sie im November 1990 das Tonstudio von Anselm Kluge, um erste Aufnahmen zu machen. Um einer Verwechslung mit den zur selben Zeit plötzlich sehr bekannt gewordenen Wildecker Herzbuben zu entgehen, nahm die Band im April 1991 den neuen Namen Die Prinzen an.

Die Prinzen01

Die Prinzen Anfang der 90er Jahre

Einen Tag vor der Fotosession für das Single-Cover stieg Tobias Künzel ein, der bis 1989 Mitglied in der Band Amor & Die Kids gewesen war und anschließend eine Solokarriere versucht hatte. Ali Zieme stieg im August 1991 als Schlagzeuger in die Band ein. Gleich darauf hatten sie ihren Durchbruch mit ihrem ersten Hit Gabi und Klaus. Im September desselben Jahres brachten sie ihr erstes Album Das Leben ist grausam heraus und gingen mit Udo Lindenberg auf Tournee.

Die Prinzen gingen im Frühjahr 1992 auf ihre eigene Clubtour, dabei wurden sie vom Schlagzeuger Ali Zieme begleitet. Im Herbst veröffentlichten sie die Single und das Album Küssen verboten. Im Dezember 1992 standen die Prinzen in Frankfurt am Main beim Festival Heute die! Morgen Du! auf der Bühne, um ihr Engagement gegen rechte und ausländerfeindliche Tendenzen mit ihrem Titel Bombe zu repräsentieren.

 

Von Februar bis Mai 1993 gingen sie auf Tour. Mathias Dietrich stieg im Jahr 1994 als Bassist in die Band ein. Außerdem kamen in diesem Jahr die Single und das Album Alles nur geklaut auf den Markt, auf die 1994 die zugehörige Tour folgte. Von der erfolgreichsten Tour wurde in Leipzig ein Video mitgeschnitten und herausgebracht. Ein Jahr später erschienen die Single Du musst ein Schwein sein und das Album Schweine. Dabei änderte die Band ihren Stil, denn die Musik wurde rockiger und sie benutzten vermehrt elektronische Hilfsmittel. Die Texte beschäftigten sich mehr mit Sex und Gesellschaft, die Wortwahl wurde aggressiver. Die zentrale Aussage („Du musst ein Schwein sein in dieser Welt“), wenn auch teilweise ironisch gemeint, stand im krassen Gegensatz zu den Texten der ersten drei Alben.

Von November bis Dezember 1995 gingen sie auf Tour durch Deutschland. 1996 erschienen die nächste Single und das nächste Album Alles mit’m Mund, welches von Stefan Raab und Lenk produziert wurde. 1997 folgte die Tour. Dazu gab es im selben Jahr noch ein Best-of-Album Ganz oben: Hits MCMXCI – MCMXCVII. Nach diesen vielen Alben im Jahrestakt legten Die Prinzen eine schöpferische Pause ein. 1999 wurde das Album So viel Spaß für wenig Geld veröffentlicht; noch im selben Jahr folgte das Weihnachtsalbum Festplatte. Im Anschluss gab es eine Weihnachtsclubtour zur Festplatte. (Quelle: wikipedia)

Die Prinzen02

Hier ihr 99er Album ..  Die Prinzen hatten die erste Jahre, die ja mega erfolgreich waren hinter sich gebracht … ihre schöpferische Pause hatten sie hinter sich gebracht und nun versuchten sie ein Album ohne Anette Humpe als Produzentin.

„Zu DDR-Zeiten in den 80ern nannten wir uns ‚Die Herzbuben‘, tingelten mit zwei Trabbis durchs Land. Heute sind wir mit einem 16 Meter langen 16 Tonner unterwegs. Damals hatten wir bei 30 Auftritten insgesamt nur 3000 Zuschauer, jetzt kommen 150.000 Fans pro Konzert.“ Diese Aussage von Sebastian Krumbiegel, dem Ober-Prinzen, drückt eigentlich alles aus.

Aus der DDR-Combo mit ehemaligen Thomaner-Chorknaben wurde eine erfolgreiche Pop-Band, die nicht nur fantastisch singen, sondern auch eben solche fantastischen Lieder schreiben kann. Für „Küssen verboten“ gab’s zum Beispiel Platin, für „Das Leben ist grausam“ Triple-Gold. Und für ihr Gesamtwerk erhielten die Prinzen dieses Jahr den begehrten Fred-Jay-Preis.

Abgesehen von den excellenten A-Capella-Gesängen bietet die neue CD wieder das, was man von den Prinzen erwartet: witzige, unmögliche, urkomische, sagenhafte, boshafte, satirische und ganz und gar ungewöhnliche Texte. Wer sonst im deutschen Schlagergeschehen wagt solche Reime: „So viel Spaß für wenig Geld, von Tokio bis Bitterfeld“ oder „Oh Bella Ragazza gib mir einen Schmatza“ oder „Ich sage ja zu deutschem Wasser, und ich sage ja zu Dir“ und — der Höhepunkt der Fred-Jay-Preisverleihung — „Mein Hund ist schwul, die dumme Sau, er macht nicht kläff, er macht nur wau!“ Der Titel ist Programm: So viel Spaß für wenig Geld!  (Julia Edenhofer)

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Aber nicht alle waren so begeistert:

So kann man dann auf Amazon auch folgendes lesen:

„Nachdem die Prinzen meinen, ohne ihre alten Produzenten (A. Humpe, Stefan Raab) auszukommen, ist ihr Stern merklich am sinken.
Die wirklich guten Songs auf dieser CD kann man sich an einer Hand abzählen – und benötigt noch nicht einmal alle Finger dafür. Positive Ausnahmen: So Viel Spaß…, Hasso, Du hast ge**** im Schlaf.
Zu wenig Spaß fürs Geld.“

„Die Texte der Prinzen waren immer gut ,genauso ist es auch bei dieser Platte. Aber der Sound.Technobeats nein danke,die ganzen Lieder werden da durch verschändet.Die Prinzen sollten lieber wieder mit Gitarren arbeiten.Einzig gelungen sind Bello und Siegmud Jähn.“

Und in der Tat: die Musik haut einen nicht unbedingt vom Hocker (aber ich bin ja auch nicht die Zielgruppe der Prinzen) … Textlich schließe ich mich dem an, was die charmante Juliane Edenhofer geschrieben hat.

 

Singles

Die Singles von diesem Album

Besetzung:
Sebastian Krumbiegel – Tobias Künzel – Wolfgang Lenk – Henri Schmidt – Jens Sembdner
+
Ali Zieme (drums)

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Titel:
01. So viel Spass für wenig Geld 3.13
02. Bella Ragazza 3.16
03. Du müsstest jetzt hier sein 2.48
04. Sie will mich 3.06
05 Doris K. 3:41
06. Hasso (Mein Hund ist schwul) 1.50
07. Meine Welt 3.00
08. Geh bitte raus (Aus meinen Träumen) 3.23
09. Ungesund 2:57
10. 1000 Liebe Worte 3.10
11. Du wirst mich niemals heulen seh’n 4.09
12. Manager 2.15
13. Wer ist Sigmund Jähn? 2.00
14. Gefühl 8.41

Musik + Texte: Sebastian Krumbiegel – Tobias Künzel – Wolfgang Lenk – Henri Schmidt – Jens Sembdner – Ali Zieme

CD1
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Johann Sebastian Bach – Matthäus Passion (Philippe Herreweghe) (1999)

FrontCover1Passend zum Tag:

Dieses beeindruckende Werk des Thomaskantors schildert die Leidensgeschichte Jesu, wie sie im 26. und 27. Kapitel des Matthäus-Evangeliums zu lesen ist. Für die Darstellung verwendet Bach zwei Chöre, zwei Orchester und sieben Solostimmen. Die Aufführungsdauer variiert je nach Interpretation zwischen drei und vier Stunden. Diese monumentalste aller Kompositionen Bachs ist von einem tiefen christlichen Glauben geprägt und wurde zur besonderen Gestaltung des Vespergottesdienstes am Karfreitag 1727 in der Leipziger Thomaskirche komponiert.
Am 22. April 1723 war Bach vom großen Rat der Stadt Leipzig zum Thomaskantor gewählt worden und widmete sich somit nach seiner weltlichen Stellung in Köthen wieder, und nun bis zu seinem Lebensende, hauptsächlich der Kirchenmusik. Bach hatte in den beiden Hauptkirchen St. Thomas und St. Nikolai für die musikalische Verkündigung der Schrift zu sorgen. Geniale künstlerische Leistungen wurden dabei nicht erwartet, im Gegenteil: Wenn die Musik zu kunstvoll war, mußte der Kantor eine Ermarnung in Kauf nehmen. An jedem Sonntag hatte Bach eine Kantate aufzuführen, die er in kürzester Zeit komponieren und mit dem Chor der Thomasschule sowie einem Instrumentalensemble, das sich aus städtischen Musikern zusammensetzte, einstudieren mußte. Die Musik erklang in der „Frühpredigt“, die um sieben Uhr begann und nicht selten bis 11 Uhr dauerte. Dieser Gottesdienst wurde von zumeist einfachen, frommen Menschen besucht, die im Glauben erzogen worden waren und für die der sonntägliche

Notenblatt

Beginn des Rezitativ Nr. 71. Das Bibelwort schrieb Bach mit roter Tine.

Gang in die Kirche selbstverständlich war. Oft beschränkte sich die Bildung dieser Gemeinde auf die Bibel und Luthers Katechismus. Das Kirchenjahr, beginnend mit der Adventszeit und seinen wichtigsten Festkreisen Ostern und Weihnachten, strukturierte das Leben dieser Menschen. Man muß sich einmal vorstellen mit welcher Erwartung man damals an einem Karfreitag, dem höchsten christlichen Feiertag, in die Kirche gegangen ist. Für diesen Anlaß und dieses Publikum schrieb Bach die Matthäus-Passion, die er selbst nicht als eigenständiges Kunstwerk betrachtete, sondern als einen Beitrag für den Gottesdienst.

Bereits 1724 führte Bach seine erste Leipziger Passion auf: die ebenfalls berühmte Johannes-Passion. In den folgenden Jahren erwartete man von Bach stets eine neue Musik zum Karfreitag. So vertonte er die Passionsgeschichten aller vier Evangelisten: 1730 entstand die Lukas-Passion und 1731 die heute verschollene Markus-Passion. Er führte seine Passionen in mehreren Jahren auf, wobei er jedesmal Änderungen vornahm. Zum einen waren dies kleine kompositorische Verbesserungen und zum anderen änderten sich die Aufführungsbedingungen in der Thomaskirche, so daß Bach zum Beispiel die Instrumentierung anpassen mußte. Wenn er keine eigene Komposition aufführen konnte – vielleicht aus Zeitmangel? -, dann griff er auf Werke seiner Zeitgenossen Reinhard Keiser, Georg Philipp Telemann oder Georg Friedrich Händel zurück. Die Matthäus-Passion ist aber die herausragende Vertonung der Leidensgeschichte und heute vielleicht das bekannteste Werk Bachs.

Wer diese Schöpfung kennt, kennt auch die musikalische und stilistische Welt des Komponisten, denn die Matthäus-Passion faßt das Schaffen des Meisters zusammen. Im Jahre 1736 schrieb Bach die gesamte Partitur noch einmal sorgfältig ab, es handelt sich dabei um einen der saubersten Autographen, die wir von Bach besitzen. Auch in seinem letzten Lebensjahrzehnt beschäftigte sich der Komponist noch mit der Partitur. Bach muß dieses Werk also sehr wichtig gewesen sein, wahrscheinlich sah er es ähnlich wie die H-Moll-Messe oder Die Kunst der Fuge als ein Vermächtnis. (Quelle: magazin.klassik.com)

Meister Philippe Herreweghe legte damals seit zweite Interpretation dieses Werkes vor (die erste erschien 1984):

Philippe Herreweghe

Philippe Herreweghe

Die Aufnahme kann ich uneingeschränkt empfehlen. Sie gehört – nach der Einspielung von Masaaki Suzuki – zu meinen Favoriten in Sachen Matthäuspassion.

Herreweghe lässt einen größeren Abstand zum Geschehen zu, er agiert ohne übertriebene Dramatik und lässt die Tonsprache Bachs aus sich heraus wirken. Das Geschehen wird sehr subtil herausgearbeitet. Wenn ich meine Favoriten vergleiche, dann vielleicht so: Herreweghe und Suzuki sind beide vom Ensembleklang (Chor und Orchester) auf Augenhöhe. Unter den Solisten gefällt mir Gert Türk besser als Ian Bostridge, letzterer ist aber ebenfalls sehr gut. Sind einem die Solisten wichtig, dann sollte man einfach mal in beide Aufnahmen reinhören, keine Aufnahme zeigt hier Schwächen. Suzuki agiert dramatischer als Herreweghe – während Herreweghe die Passionsgeschichte eher erzählen lässt, führt Suzuki das Passionsgeschehen schon fast szenisch auf. In Sachen Tempi und Dynamik sind beide Aufnahmen ähnlich, keiner neigt zu Übertreibungen. Herreweghes Aufnahme ist technisch vielleicht noch ein klein wenig perfekter, während Suzukis Aufnahme ergreifender und mitreißender ist. (Aurelian Caesar )

Nun gut … aber dennoch ist meine Freude an dieser intensiven musikalischen Auseinandersetzung mit dem Matthäus Evangelium ein wenig getrübt.

Religion (gleich welcher Art) entpuppte sich halt in all den Jahrhunderten immer wieder als das es war: Nicht die „frohe Botschaft“ sondern in ihrer Funktion als „Opium fürs Volk“ (Marx).

So ist das nun mal.

Notenblatt2

Besetzung:
Ian Bostridge (Tenor)
Werner Güra (Tenor)
Dietrich Henschel (Bass)
Sibylla Rubens (Sopran)
Andreas Scholl (Alt)
Franz-Josef Selig (Bass)
+
Patrick Beaugireaud (oboe)
Margreet Bongers (bassoon)
Danielle Etienne (flute)
Susan Hamilton (Sopran)
Marc Hantaï (flute)
Elisabeth Hermans (Sopran)
Sirkka-Liisa Kaakinen (violin)
Philippe Miqueu (bassoon)
Alessandro Moccia (violin)
James Munro (bass)
Nicholas Pap (bass)
Philippe Pierlot (viola)
Harmen Jan Schwitters (cello)
Herman Stinders (organ)
Frits Vanhulle (Baritone)
Kris Verhelst (organ)
Dominik Wörner (Bass)
+
violins:
Adrian Chamorro – Andreas Preuss – Attilio Motzo – Christophe Robert – Corrado Masoni – Enrico Tedde – Giorgio Oppo – Meike Augustin – Mira Glodeanu – Roberto Anedda – Thérèse Kipfer – Veronika Skuplik – Virginie Descharmes – Benoît Weeger – Brigitte Clément – Catherine Puig – Jean-Luc Thonnerieux – Nadine Davin
cellos:
Ageet Zweistra – Hager Hanana – Vincent Malgrange
Collegium Vocale unter der Leitung von Michaël Ghljs und Philippe Herreweghe

Chor (Alt):
Beat Duddeck – Lisinka De Vries-Schuring – Lotte Visser – Martin Van Der Zeijst – Mieke Wouters – Roland Kunz

Chor (Bass)
Bart Vandewege – Florian Mehltretter – Hans Wijers – Paul Van Den Berghe – Pieter Coene – Robert Van Der Vinne

Chor (Sopran):
Benoit Haller – Gerhard Hölzle – Markus Schuck – Otto Bouwknegt – Paul Hörmann – René Veen – Warren Trevelyan-Jones

Musikalische Gesamtleitung: Philippe Herreweghe

back
Titel:

CD 1:
01. Chorus I & II Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen 6.58
02  Evangelista, Jesus da Jesus diese Rede vollendet hatte 0.42
03  Choral Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen 0.44
04.1  Evangelista Da versammleten sich die Hohenpriester 0.21
04.2  Chorus I & II Ja nicht auf das Fest 0.16
04.3  Evangelista Da nun Jesus war zu Bethanien 0.30
04.4  Chorus I Wozu dienet dieser Unrat 0.30
04.5  Evangelista, Jesus da das Jesus merkete 1.22
05. Recitativo (Alt) Du lieber Heiland du 0.54
06  Aria (Alt) Buß und Reu 4.21
07  Evangelista, Jesus da ging hin der zwölfen Einer 0.32
08  Aria (Sopran) Blute nur, du liebes Herz 4.25
09.1  Evangelista Aber am ersten Tage der süßen Brot 0.12
09.2  Chorus I Wo willst du, daß wir dir bereiten 0.23
09.3  Evangelista, Jesus er sprach: Gehet ihn in die Stadt 1.10
09.4  Evangelista Und sie wurden sehr betrübt 0.11
09.5. Chorus I Herr, bin ich’s 0.14
10  Choral Ich bin’s, ich sollte nüßen 0.48
11  Evangelista, Jesus, Judas Er antwortete und sprach: 2.57
12. Recitativo (Sopran) Wiewohl mein Herz in Tränen schwimmt 1.17
13  Aria (Sopran) Ich will dir mein Herze schenken 3.27
14  Evangelista, Jesus und da sie den Lobgesang gesprochen hatten 1.01
15  Choral Erkenne mich, mein Hüter 0.59
16  Evangelista, Petrus, Petrus aber antwortete 0.59
17  Choral Ich will hier bei dir stehen 1.01
18  Evangelista, Jesus da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe 1.44
19  Recitativo A Doi Cori (Tenor) O Schmerz! Hier zittert das gequälte Herz 1.39
20  Aria A Doi Cori (Tenor) Ich will bei meinem Jesu wachen 4.51
21. Evangelista, Jesus und ging hin ein wenig 0.40
22  Recitativo (Baß) Der Heiland fällt vor seinem Vater nieder 0.57
23  Aria (Baß) Gerne will ich mich bequemen 4.14
24  Evangelista, Jesus und er kam zu seinen Jüngern 1.19
25  Choral Was mein Gott will, das g’Scheh‘ Allzeit 1.09
26  Evangelista, Jesus, Judas und er kam und fand sie aber schlafend 2.20
27.1. Aria A Doi Cori (Sopran, Alt) So ist mein Jesus nun gefangen 3.26
27.2. Chorus I & II Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden 1.07
28  Evangelista, Jesus Und siehe, einer aus denen 2.23
29  Choral O Mensch, bewein‘ dein Sünde groß 5.39

CD 2:
01  Aria (Alt, Chorus I & II) Ach! Nun ist mein Jesus hin 3.48
02. Evangelista Die aber Jesum gegriffen hatten 0.57
03  Choral Mir hat die Welt trüglich Gerich’t 0.48
04  Evang., Testis I & II, Pontifex und wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten 1.08
05. Recitativo (Tenor) Mein Jesus schweigt zu falschen Lügen stille 1.12
06  Aria (Tenor) Geduld, Geduld! 3.43
07.1. Evangelista, Pontifex, Jesus und der Hohepriester antwortete 1.12
07.2  Chorus I & II Er ist ses Todes schuldig 0.13
07.3  Evangelista Da speieten sie aus in sein Angesicht 0.13
07.4. Chorus I & II Weissage uns, Christe 0.23
08. Choral Wer hat dich so geschlagen 0.52
09.1. Evang., Ancilla I & II, Petrus Petrus aber saß draußen im Palast 0.51
09.2  Chorus II – Evangelista, Petrus wahrlich, du bist auch einer von denen 1.23
10. Aria (Alt) Erbarme dich 6.38
11. Choral Bin ich gleich von dir gewichen 1.09
12.1. Evangelista, Judas des Morgens aber hielten alle Hohenpriester 0.50
12.2  Chorus I & II Was gehet uns das an 0.10
12.3  Evangelista, Pontifex I & II Und Er Warf Die Silberlinge In Den Tempel  0:39
13. Aria (Baß) Gebt mir meinen Jesum wieder 2.48
14. Evangelista, Pilatus, Jesus Sie hielten aber einen Rat 2.11
15. Choral Befiehl du deine Wege 1.02
16.1  Evangelista, Pilatus, Uxor Pilati, Chorus I & II Auf das Fest aber hatte der Landpfleger 1.54
16.2  Chorus I & II Laß ihn kreuzigen! 0.23
17  Choral Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe 0.48
18  Evangelista, Pilatus Der Landpfleger sagte 0.15
19  Recitativo (Sopran) Er hat uns allen wohlgetan 1.05
2-20  Aria (Sopran) Aus Liebe Will Mein Heiland Sterben  4:44
2-21.1  Evangelista Sie Schrieen Aber Noch Mehr  0:04
2-21.2  Chorus I & II Laß Ihn Kreuzigen!  0:19
2-21.3  Evangelista, Pilatus Da Aber Pilatus Sahe  0:26
2-21.4  Chorus I & II Sein Blut Komme Über Uns  0:42
2-21.5  Evangelista Da Gab Er Ihnen Barrabam Los  0:19
2-22  Recitativo (Alt) Erbarm Es Gott  0:57
23  Aria (Alt) Können Tränen meiner Wangen 6.46

CD 3:
01.1  Evangelista Da mahmen die Kriegsknechte 0.39
01.2  Chorus I & II Gegrüßet seist du, Judenkönig 0.12
01.3  Evangelista Und speieten ihn an 0.15
02  Choral O Haupt voll Blut und Wunden 2.12
03  Evangelista Und da sie ihn verspottet hatten 0.50
04  Recitativo (Baß) Ja! Freilich will in uns das Fleisch und Blut 0.36
05  Aria (Baß) Komm, süßes Kreuz 5.46
06.1  Evangelista Und da sie an die Stätte kamen 1.42
06.2  Chorus I & II Der du den Tempel Gottes zerbrichst 0.31
06.3  Evangelista Desgleichen auch die Hohenpriester 0.09
06.4  Chorus I & II Andern hat er geholfen 0.53
06.5  Evangelista Desgleichen schmäheten ihn 0.15
07  Recitativo (Alt) Ach, Golgotha, unsel’ges Golgotha 1.36
08  Aria (Alt, Chorus II) Sehet Jesus hat die Hand 2.55
09.1. Evangelista, Jesus und von der sechsten Stunde 1.34
09.2  Chorus I Der rufet dem Elias 0.02
09.3  Evangelista Und bald lief einer unter ihnen 0.14
09.4. Chorus II Halt, laß sehen 0.06
09.5. Evangelista Aber Jesus schrie abermals laut 0.31
10. Choral Wenn ich einmal soll scheiden 1.16
11.1. Evangelista Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß 1.06
11.2  Chorus I & II Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen 0.18
11.3. Evangelista Und es waren viel Weiber da 1.06
12. Recitativo (Baß) Am Abend da es kühle war 1.53
13. Aria (Baß) Mache dich, mein Herze, rein 5.49
14.1. Evangelista Und Joseph nahm den Leib 0.58
14.2. Chorus I & II Herr, wir haben gedacht 0.57
14.3. Evangelista, Pilatus Pilatus sprach zu ihnen 0.34
15. Recitativo (SATB, Chorus I & II) Nun ist der Herr zur Ruh gebracht 1.56
16  Chorus I & II Wir setzen uns mit Tränen nieder 5.18

Musik: Johann Sebastian Bach

CD1A

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Ingrid Peters – Weihnachten daheim (1999)

frontcover1Was weiss denn ich … aber irgendwie habe ich einen Narren an dieser Sängerin gefressen (aber ich mag ja auch Marzipan):

Ingrid Peters, eigentlich Ingrid Probst, (* 19. April 1954 in Dudweiler, Saarland) ist eine deutsche Sängerin und Rundfunkmoderatorin.

Peters wuchs im Saarbrücker Stadtteil Malstatt auf und legte am Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium das Abitur ab. Anschließend studierte sie an der Pädagogischen Hochschule in Saarbrücken und legte das Diplom in Arbeitslehre und Sport ab. Gleichzeitig erlernte sie an der Musikschule Saarbrücken das Klavierspiel. 1973 begann Ingrid Peters ihre musikalische Karriere als Sängerin in einer Band.

1976 folgte die erste Schallplatte. Für ihr Album Komm doch mal rüber mit der gleichnamigen Hitsingle erhielt sie die Goldene Europa und es folgten weitere Hits. Ihre ältere Schwester Linda Bergen versuchte in jener Zeit ebenfalls im Musikgeschäft Fuß zu fassen, ein Durchbruch gelang ihr jedoch nicht. Zwischen 1976 und 1986 standen insgesamt vier Lieder von Ingrid Peters in den offiziellen deutschen Verkaufshitparaden. 1979 bewarb sich Peters mit Du bist nicht frei bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest und erreichte Platz 8. Mit ihrem Lied Afrika belegte sie 1983 Platz 1 in der ZDF-Hitparade. Im selben Jahr wurde Ingrid Peters beim Seoul-Song-Festival in ingrid-peters03Südkorea Dritte. Außerdem bewarb sie sich 1983 zusammen mit July Paul erneut bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Ihr Titel Viva la mamma kam auf Platz 2. Beim Eurovision Song Contest 1986 nahm Peters mit dem Titel Über die Brücke geh’n teil und belegte den achten Platz.

Danach legte Ingrid Peters eine mehrjährige Pause ein und kündigte ihren Plattenvertrag mit Ralph Siegel. 1997 trat sie bei den Deutschen Schlager-Festspielen mit dem Titel Komm und halt mich fest (Musik: Willy Klüter) wieder auf und erreichte Platz 6. Seither schreibt sie nahezu alle ihre Texte und auch einen Teil der Melodien selbst. Das erste eigenerstellte Album war Aufgewacht. Einer ihrer künstlerischen Höhepunkte war 2000 ein Auftritt bei der großen Silvester-Show in Peking. 2002 brachte sie in ihrer Heimatstadt Saarbrücken ihr One-Woman-Musical Bin ich denn total verrückt?! mit der Premiere im Congress Centrum Saar auf die Bühne.

Seit 2004 singt Ingrid Peters Advents- und Weihnachtskonzerte in Kirchen, teilweise mit Peter Horton. 2005 erschien ihr Album Mit meinen Augen mit den Auskopplungen In deinen Augen sieht’s nach Regen aus und Weit. 2007 nahm sie als Tribut den Titel Solang’ aus Liebe für das letzte Album von Drafi Deutscher, The Last Mile, auf. 2009 kam ihr Album mit Titeln wie Schwester, Freundin und Draußen, in einer anderen Welt auf den Markt, von denen einige schon im Jahr 2008 ausgekoppelt wurden.

Insgesamt war Ingrid Peters in weit mehr als 800 Fernsehsendungen zu sehen. Ihr künstlerischer Schwerpunkt sind allerdings Bühnenauftritte, wobei sie Auftritte mit einer Live-Band solchen mit Halbplayback vorzieht. Seit mehr als zehn Jahren ist Ingrid Peters auch als Rundfunkmoderatorin bei SR 3 Saarlandwelle tätig.

ingrid-peters02Im September 2011 nahm Ingrid Peters an dem TV-Format Cover my Song des Senders VOX teil. Dabei traf jeweils ein Schlagerstar auf einen Nachwuchsrapper, in diesem Fall Dr. Knarf. Er coverte Komm doch mal rüber als Rap, während Ingrid Peters den Rap 8 Takte zu einem Schlager umarbeitete. Diese neue Version von Komm doch mal rüber erschien nach der Sendung als Download, 8 Takte auf dem Ingrid-Peters-Album Lass es rocken.

Unter dem Titel Zurück nach vorne konzipierte Ingrid Peters gemeinsam mit dem französischen Gitarristen und Entertainer Laurent Kremer (Das Supertalent-Finalist 2014) eine weitere Konzertreihe für den intimen Rahmen von Kulturhäusern und Kleinkunstbühnen. Dieses Programm setzt sich aus Titeln der 50er bis 70er Jahre zusammen, in denen aus der Schülerin, Studentin und Bandsängerin Ingrid Probst die professionelle Sängerin Ingrid Peters wurde. Es enthält Titel von Gilbert Bécaud, von Dalida und Joan Baez, den Carpenters, Beatles, Janis Ian und vielen anderen. Die Premiere war am 8. April 2014 im Studio 1 des Saarländischen Rundfunks.

Ingrid Peters pflegt halbprofessionell die Malerei, dafür bildete sie sich autodidaktisch und bei der Kunstpädagogin Claudia Werel, sowie bei dem Dortmunder Maler Wilfried Borowski aus. In früheren Malphasen benutzte sie die Technik des Aquarellierens und des Malens mit Pastellkreide, heute malt sie fast ausschließlich mit Acryl-Farben. Ihre wichtigsten Werkphasen sind Landschaften, Mallorcinische Impressionen, Blumen und eine Blaue Serie. Ihr Stil änderte sich vom Figürlichen hin zur abstrakten Malerei, sie präsentierte ihre Werke bei neun Verkaufsausstellungen. Zur Bedeutung ihrer Kunst für sie selbst sagt sie: „Wenn ich mich nicht kreativ ausdrücken könnte, würde ich platzen“.

Am 9. Oktober 2007 erhielt Ingrid Peters die höchste Auszeichnung des Saarlandes für Verdienste einzelner Bürger, den Saarländischen Verdienstorden. Sie erhielt ihn für ihr gesamtes Lebensbild als Sympathieträgerin für das Saarland. In der Begründung durch die Landesregierung, die die Auszeichnung vergibt, wird aufgeführt, Ingrid Peters wirke national und international als „Botschafterin für das Saarland“.(Quelle: wikipedia)

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Hier nun „ihr“ Weihnachtsalbum (produziert von Dieter Falk), zu dem sie scheinbar von ihrem Manager Eddy Bachinger „inspiriert“ wurde.

Und so schlecht hat sie diese Aufgabe gar nicht mal gelöst, die Werbefloskel: „Ingrid Peters will uns mit der CD „Weihnachten daheim“ die schönste Zeit des Jahres versüssen“ ist eigentlich nicht mehr als nett. Denn Ingrid Peters hat durchaus so ein paar Texte im Gepäck, die aufhörchen lassen (bis hin zu ihrem „gegen den Strich gebürtesten Weihnachtsgedicht)… die natürlich auch mit sentimentalen Gefühlen spielen, aber eben auch nachdenkenswert sind. Und das bei einer wirklich guten Stimme (man höre sich ihre Ave Maria Interpretationen an).

Eigentlich wünscht man sich, dass man ihr eine etwas weniger eingängige Musik spendiert hätte … es hätte ein bemerkenswertes Weihnachts-Chanson-Album werden können.

Und sogar aus dem Ausland gab es für dieses Album Lob:
Ingrid co-wrote several of these songs, proving that she is a great songwriter as well as a fine singer. Ingrid sings the whole album in German. The title track is a lovely ballad that opens the album and sets the standard for what follows. Among the other original songs that I particularly like are Winterzeit, Bethlehem, Winter in Kanada and Weihnachzeit, but every song here is worth hearing.
The album includes two arrangements of Ave Maria (one by Schubert, one by Bach). Although the difference between the two is noticeable, I wonder why both were included. It doesn’t matter – they are both brilliant. There are two other traditional songs (O du frohliche, Suber die glocken nie klingen) both of which sound familiar to me
This is a fine Christmas album with an above average number of original songs, all of a high quality. (Peter Durward Harris)

backcover1

Besetzung:
Ingrid Peters (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. Weihnachten daheim (Peetz/Peters) 3.12
02. Das ich eine Schneeflocke wär (Bartsch/Demmler) 3.26
03. Winterzeit (Peters) 1.56
04. Dort am Horizont (Peetz/Peters) 3.23
05. Ave Maria (Schubert) 4.08
06. O, du fröhliche (Traditional) 2.10
07. Hält die Welt den Atem an (Peetz/Walter) 2.17
08. Süßer die Glocken nie klingen (Traditional) 02.17
09. Bethlehem (Peetz/Peters) 2.57
10. Winter in Kanada (Bruhn/Buschor) 3.44
11. Herrgott, bitte sag mir (Peetz/Peters) 2.55
12. Weihnachtszeit (Peetz/Peters) 3.19
13. Wo bist Du (Peetz/Peters) 2.33
14. Ave Maria ( Bach) 2.38
15. Der Weihnachtsbaum (Gedicht) (Peetz/Peters) 1.49

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Jens Thomas – Plays Ennio Morricone (You Can’t Keep A Good Cowboy Down) (2000)

frontcover1Jetzt drängt es mich geradezu, hier endlich den deutschen Jazzpianisten Jens Thomas vorzustellen, der in seiner bisherigen musikalischen Laufbahn mehr als ein Glanzlicht gezündet hat:

Jens Thomas (* 1970 in Braunschweig) ist ein deutscher (Jazz-)Pianist, Stimmperformer und Komponist.

Thomas ist in Hannover aufgewachsen und studierte Klavier bei Dieter Glawischnig an der Musikhochschule Hamburg. Er war zunächst ausschließlich als Pianist tätig und brachte mit seiner ersten Band Triocolor (Jens Thomas: Klavier; Stefan Weeke: Kontrabass; Björn Lücker: Schlagzeug, 1993 bis 2001) die beiden Alben Up to now (1994) und KlängeMachenGehen (1997) heraus. Die Gruppe gewann 1994 den Europ`Jazz Contest Belgium. Ab 1994 folgte eine umfangreiche Konzerttätigkeit sowohl als Solist als auch mit der Gruppe Triocolor – zunächst nur in Deutschland und ab 1996 dann zahlreiche Tourneen für das Goethe-Institut im Ausland. 1997 veröffentlicht Thomas seine Solopiano CD Endlich allein. Von 1999 bis 2009 trat er auch im Duo mit dem Saxophonisten Christof Lauer auf. Es entstanden die beiden Alben Shadows in the Rain (2001) und Pure Joy (2003). Von 2000 bis 2003 arbeitete Thomas im Morricone-Trio mit Paolo Fresu (Trompete) und Antonello Salis (Akkordeon). Dabei entstand das Album „You can`t keep a good cowboy down“- Jens Thomas Plays Ennio Morricone. Einladungen zu den Jazz-Festivals in Montreux, Paris, Berlin, Helsinki, Frankfurt, Klaviersommer München folgten.

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Für die Othello-Inszenierung von Luk Perceval an den Münchner Kammerspielen 2003 arbeitete Thomas erstmals mit seiner eigenen Stimme. Seitdem tritt er neben seiner Tätigkeit als improvisierender Pianist auch als Stimmperformer in Erscheinung. 2005-2007 war er Artist in Residence am Schauspielhaus Bochum, wo er unter dem Titel PianoVoices mit zahlreichen Gästen aus unterschiedlichsten Genres Konzerte und Performances improvisierte.  In dieser Zeit entstand sein CD-Projekt „Goethe! Gesang der Geister“. Mit der Tänzerin und Choreographin Henrietta Horn gestaltete Jens Thomas 2007 den Tanzabend Solo II/ Now! und das Projekt Freigang, mit den Tänzern des FTS (Folkwang Tanzstudio), wobei der Schwerpunkt auf der freien Improvisation von Musik und Tanz lag. 2008 folgte die Solo-Performance Hallo Bochum am Schauspielhaus Bochum. Nach weiteren Theaterarbeiten entstand 2012 das Album Speed of Grace, in dem er den Hardrock von AC/DC in kammermusikalische Balladen verwandelte.

Seit 2013 arbeitet Jens Thomas mit dem Schauspieler Matthias Brandt zusammen. Gemeinsam entwickelten sie die Programme „Psycho“ und „Angst“, Collagen aus Lesung, Konzert und Theater. Irmgard Keuns Das kunstseidene Mädchen wurde 2015 von Thomas und Fritzi Haberlandt für die Bühne adaptiert.

Zwischen 1999 und 2004 unterrichtete er an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin Jazz-Klavier. Seit 2009 ist Thomas auch als Stimm-Coach tätig.
Thomas wurde u.a. mit dem SWR-Jazzpreis (2000), dem Internationalen Jazzpreis Nürnberg und dem Kunstförderpreis Niedersachsen ausgezeichnet.(Quelle: wikipedia)

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Und hier eines seiner frühen Glanzlichter:

Kaum einer kennt seinen Namen. Denn Jens Thomas ist neu in der internationalen Jazz-Szene. Der 29-jährige Pianist aus Braunschweig begann erst vor einem Jahrzehnt, sich zunächst klassisch seinem Instrument zu widmen. 1991 ging er nach Hamburg und studierte bei Dieter Glawischnig. Er gründete seine Combo Triocolor, arbeitete mit erfahrenen Kollegen wie dem Saxofonisten Christof Lauer und gelangte über die NDR-Bigband schnell in Kontakt mit Koryphäen wie Carla Bley, Gebhard Ullmann, Albert Mangelsdorff. Thomas verdichtete eigene klangästhetische Ideen zu einer neomodernen Individualstilistik in der Mitte zwischen Rachmaninow, Bill Evans und Keith Jarrett. Und als er eines Tages das Familienepos Es war einmal in Amerika im Kino sah, wusste er, dass ihn die Melodien des Filmes nicht so schnell verlassen würden. Denn die Themen gruben sich tief in sein Gedächtnis und mündeten in den Wunsch, aus der Musik von Ennio Morricone ein eigenes Projekt zu entwickeln.

brief

Signor Morricone bedankt sich artig für diese Interpretationen seiner Werke

Im Herbst 1999 tat sich Thomas daher mit dem Trompeter Paolo Fresu und dem Akkordeonisten Antonello Salis zusammen und archivierte das ungewöhnliche Tribute You Can’t Keep A Good Cowboy Down. Der Newcomer präsentiert sich damit als Visionär mit präzisen Vorstellungen kammerjazziger Klangintensität. Mal pathetisch wuchtig, mal ironisch kommentierend widmet er sich den spannungsgeladenen Motiven Morricones, abstrahiert sie zu schwebenden, pastellartigen Tongemälden, um sie in mächtigen Akkordausbrüchen wieder zu konzentrieren. Fresu und Salis ergänzen einige der Melodien um vorsichtige Ornamente, erhalten aber sorgsam die Transparenz der Arrangements. You Can’t Keep A Good Cowboy Down ist daher die raffinierte Visitenkarte eines Jazz-Novizen, der noch manches von sich hören lassen wird. (Ralf Dombrowsk)

nteressant am zwischen Zartheit und Härte, zwischen Disziplin und freien Ausbrüchen vermittelnden, rhythmisch imposanten, Sound-orientierten Spiel des Jens Thomas ist, dass er musikalisch von einem ganz anderen Ausgangspunkt startete als die meisten Jazzpianisten, von denen nicht wenige behaupten, ihren Monk, Bud Powell und Herbie Hancock quasi mit der Muttermilch aufgesogen zu haben. Seine Einflüsse hießen Police, AC/CD und BAP (!), Schönberg, Ligeti und Wolfgang Rihm. Dass Jazz ihm erst im „fortgeschrittenen Alter“ bewusst wurde, hat Jens Thomas zwar einige peinliche Momente beschert, aber heute findet es der Pianist wichtig, damals mit einer gewissen Grundnaivität und Unschuld an den Jazz herangegangen zu sein.

So hat er sich auch an das verantwortungsvolle Thema Morricone herangemacht. Er sei kein scharfer Analytiker, sagt Thomas, sondern jemand, der sich emotional mit jensthomastriomusikalischen Vorgaben und Einflüssen auseinander setzt. Die Morricone-Themen hat er solange im Kopf kreisen lassen, bis er das Gefühl hatte, es sei seine eigene Musik, die da zirkuliere. Jens Thomas hatte als Jugendlicher Sergio Leones monumentalen Film „Es war einmal in Amerika“ gesehen und war wie erschlagen von der Wucht der Bilder. Erst später ist ihm aufgegangen, wie sehr ihn die Musik getroffen und wie „unfassbar sentimental“ sie ihn gemacht habe. Später hat der Einfluss der Morricone-Musik sich bei ihm fast immer dann bemerkbar gemacht, wenn er Balladen spielte oder schrieb. Besonders aufgefallen sei ihm das, als er im Auftrag des Goethe-Instituts in Lissabon ein Streichquartett komponierte. Im langsamen Satz wurde deutlich, wie sehr Morricone auf ihn abgefärbt hat.

Nun liegt das vom Maestro selbst hochgelobte „You Can`t Keep A Good Cowboy Down“ vor, ein Werk, das die wichtigsten Themen des Tonsetzers, der weiß Gott nicht nur Italo-Western untermalte, enthält. Mit unglaublichem Gespür für Stimmungsbilder, mit liebevoller Neugestaltung der rhythmischen, harmonischen und melodischen Ursprünge demonstriert Thomas, wie frei und gleichzeitig respektvoll man mit Vorbildern umgehen kann. Acht Stücke hat er solo eingespielt, sich bestenfalls mal ein Metronom zur Hilfe genommen, dessen laut klickendes Pendel in die Musik integriert wurde. Und auf vier Stücken hören wir neben Jens Thomas zwei wichtige Exponenten der italienischen Jazz-Szene, zwei äußerst raffinierte Klangmaler: den sardischen Trompeter Paolo Fresu und den Akkordeon-Virtuosen Antonello Salis.

Gute Film-Musik muss auch ohne bewegte Bilder für die Netzhaut auskommen. Jens Thomas kreiert Musik, die einen Film in Gang setzt, der nur für das innere Auge bestimmt ist. Seine Bilder entstehen im Kopf der Zuhörer.(Promo-Text)

Jetzt gilt es nur noch, dieses Meisterwerk zu entdecken … es war nicht das letzte Meisterwerk von Jens Thomas !

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Jens Thomas, 1999

Besetzung:
Paolo Fresu (trumpet, flugelhorn)
Antonello Salis (accordion)
Jens Thomas (piano)

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Titel:
01. Overture To You Can’t Keep A Good Cowboy Down (Thomas) 3.23
02. The Man With The Harmonica (Morricone) 4.55
03. The Good, The Bad And The Ugly (Morricone) 3.04
04. Cockeye’s Song (Morricone) 6.40
05. Once Upon A Time In America (Morricone) 3.47
06. Deborah`s Theme (Morricone) 5.05
07. The Battle Of Laatzen (Thomas) 4.44
08. Once Upon A Time In The West (Morricone) 8.49
09. For Maestro Morricone (Thomas) 3.41
10. Poverty (Morricone) 6.31
11. Pioggia (Thomas) 3.04
12. Here’s To You (Morricone) 7.32

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