Christian Petzold – Die innere Sicherheit (DVD rip) (2000)

InnrereStille70Ein durch und durch intensives Filmereigniss:

Die innere Sicherheit ist ein deutscher Spielfilm von Christian Petzold aus dem Jahr 2000. Er zeigt ein im Untergrund lebendes Paar mit linksterroristischer Vergangenheit, dessen 15-jährige Tochter sich dem Regelwerk ihrer streng isolierten Existenz zu entziehen beginnt. Die Hauptrollen wurden mit Julia Hummer, Barbara Auer und Richy Müller besetzt. Filmpremiere war am 1. September 2000 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Venedig, der deutsche Kinostart am 25. Januar 2001. Den ursprünglich geplanten Titel „Gespenster“ verwendete Petzold dann für einen späteren Film. Zusammen mit Yella bilden die drei seine sogenannte „Gespenster-Trilogie“.

Hans und Clara, die als ehemalige Terroristen seit Langem außer Landes auf der Flucht im Untergrund leben, sind im Begriff, sich von Portugal aus nach Brasilien abzusetzen in der Hoffnung, dort „neu anfangen“ zu können. Besonders wichtig scheint das für ihre 15-jährige Tochter Jeanne, die sich nach einem Leben in Normalität sehnt, verstärkt Kontakte zu Gleichaltrigen sucht, dabei der elterlichen Kontrolle entgleitet und zu einem Sicherheitsrisiko für das Paar wird. Die Konfrontation mit der Polizei nach einem Einbruch in ihr Hotelzimmer, bei dem ihr Geld gestohlen wird, zwingt die Familie jedoch erneut zu einer Flucht und zur zeitweiligen Rückkehr nach Deutschland. Unterschlupf finden sie in einer leerstehenden Villa in Hamburg, von der Jeanne erfahren hat, als sie in Portugal den deutschen Wellenreiter Heinrich kennenlernte. Beide treffen sich unweit der Villa zuerst zufällig, dann heimlich wieder.

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Währenddessen versuchen die Eltern, das Geld für einen erneuten Fluchtversuch zu beschaffen. Nachdem mehrere Versuche fehlgeschlagen sind, Hilfe von alten Weggefährten zu erhalten, überfallen Hans und Clara eine Bank, wobei Hans verletzt wird und Clara einen Mann tötet. Die letzte Nacht vor der geplanten erneuten Flucht verbringt Jeanne wieder mit Heinrich, dem sie schließlich auch die Wahrheit gesteht. Er verständigt daraufhin die Polizei. Am nächsten Tag wird der Fluchtwagen der Familie auf offener Landstraße von einem zivilen Einsatzkommando eingeholt und von der Straße gedrängt, so dass er sich überschlägt. Jeanne wird hinausgeschleudert und steht nach einer Weile benommen auf, während von den Eltern kein Lebenszeichen zu sehen ist.

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Eine der Filmrezensionen vergleicht Die innere Sicherheit mit Schlöndorffs Die Stille nach dem Schuss und konstatiert als wichtigsten Unterschied, dass Petzold sich ganz auf den Jetztzustand der Figuren konzentriere und den historischen Kontext der Vorgeschichte außen vor lasse. Tatsächlich bleiben Hans’ und Claras Herkunft, Werdegang und persönliche Motive völlig offen. Auch wird nicht erwähnt, was genau dazu führte, dass sie polizeilich gesucht werden. Ihre Verortung in der linksterroristischen Szene der RAF ist allerdings durch mehrere Verweise eindeutig belegbar. Zwei davon sind die Figur des „Hans Benz“ und der Roman Moby Dick. Hans Benz ist das Pseudonym einer realen Person: Es handelte sich um einen Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, der als Kontaktmann zu untergetauchten Terroristen fungierte und versuchte, sie zum Ausstieg aus der RAF zu bewegen. Dies ist auch die (nicht strafbefreiende) Alternative, die Hans und Clara offensteht (und die sie ablehnen), als einer ihrer ehemaligen Mitstreiter Benz’ Namen erwähnt. Bei Moby Dick wiederum, den Jeanne beim konspirativen Treff mit einem anderen Weggefährten als Code und Erkennungszeichen nutzt, handelt es sich um ein Buch mit hoher Symbolkraft für das Selbstverständnis der RAF, und mit praktischem Nutzwert für die Mitglieder der „Ersten Generation“ zudem, entliehen sie doch ihre Decknamen von den Figuren des Romans (Andreas Baader, ihr Anführer, beispielsweise den von Kapitän Ahab).

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Ursprünglich sollte der Film Gespenster heißen. Dieser Titel, den Petzold dann für einen späteren Film verwendete, wirkt auch für Die innere Sicherheit schlüssig. Die Familie lebt kein wirklich menschliches Leben, sondern das von „Gespenstern“. Die sprichwörtlichen „Gespenster der Vergangenheit“ lassen sie nicht los, und wenn sie nach Jahrzehnten der Abwesenheit plötzlich bei alten Weggefährten auftauchen, wirken sie selbst wie solche. Nicht zuletzt kommt es auch fast täglich dazu, dass sie „Gespenster sehen“, meist aus nichtigem Anlass. Das wird nirgends so deutlich wie in der Szene, als Hans während einer verlängerten Ampelphase die zufällige Häufung dunkel lackierter Fahrzeuge im Bereich der Kreuzung als Bedrohungsszenario wahrnimmt, das ihm so real erscheint, dass er aussteigt und die Hände hebt, um sich dem vermeintlichen SEK-Kommando zu ergeben.

Der letztlich gewählte Titel Die innere Sicherheit ist nicht weniger beziehungsreich. Naheliegend ist es, dabei an die einzelnen Figuren, an die Familie und an den Staat zu denken. Am Fehlen der eigenen inneren Sicherheit leidet Jeanne anders als ihre Eltern

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Christian Petzold

und existenzieller, denn sie ist in dem Alter, in dem sie wissen will, wer sie ist – wogegen die Rolle, in die sie gedrängt wird, sie zur Selbstverleugnung zwingt und einmal auch zum Diebstahl verführt, womit sie die Sicherheit der Familie natürlich noch viel mehr gefährdet. Zum widerspruchsvollen Verhältnis zwischen dieser besonderen Kleinfamilie und dem Staat, dessen innere Sicherheit durch sie verletzt wurde und der sie deshalb verfolgt, wird in den Begleitmaterialien zum Film Folgendes festgehalten: „Durch ihre [Jeannes] Geburt hat sich die aus Hans und Clara bestehende terroristische Zelle in eine ‚Familienzelle‘ verwandelt, so Petzold. Obwohl Jeannes Eltern die Institution Familie früher als kleinste Zelle der von ihnen bekämpften Gesellschaft verachteten, stellt sie mittlerweile ihre einzige Zuflucht dar. Allerdings taucht die verabscheute ‚Makropolitik‘ des Staates in der Familie nun als ‚Mikropolitik‘ wieder auf: Um die innere Sicherheit der Familie zu wahren, wendet Jeannes Vater regelrechte Verhörmethoden bei seiner Tochter an.“

Der Film wurde vom 3. April 2000 bis zum 28. Mai 2000 an der Algarve und in Hamburg gedreht.

„Hervorragend gespielter und inszenierter Film, der ein Thema jüngster Geschichtsbewältigung sehr persönlich aufgreift und Menschen zeigt, die sich in der Ausweglosigkeit eingerichtet haben, nun aber plötzlich mit der Angst vor dem Scheitern konfrontiert werden. Eine beeindruckende Studie, die mannigfaltige Rückschlüsse auf Mentalitäten zulässt.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Wo in Schlöndorffs Film Die Stille nach dem Schuss die Figuren fast zu schwer gerieten unter der historischen Last, wirklich zu erscheinen, mehr zu sein als ein Puzzle aus Aussagen, Selbstzeugnissen und Analysen, die es von und über die RAF gegeben hat, sieht man bei Petzold das andere Extrem: Seine Figuren sind fast zu leicht, zu unfertig und oberflächlich gestaltet.“ (Barbara Schweizerhof, der Freitag)

Der Film erhielt überwiegend gute bis hervorragende Kritiken, stellvertretend hier ein Text aus dem „Spiegel“:

„Wie wird man Mensch als Terroristentochter? Christian Petzolds Regie-Debüt „Die innere Sicherheit“ zeigt ein Mädchen zwischen Lebenslügen, verblichenen Idealen, Verrat und erster Liebe.

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Das Begleitheft

Einst wollten sie mit Gewalt die Welt verbessern, nun frisst Angst ihre Seele auf: Clara und Hans gehörten zur RAF und flüchten seit Jahren durch die deutschen Touristenburgen Portugals. Eine perfekte Tarnung ist alles, die unauffälligen Grautöne. Doch „How to hang on to a dream“? Fragend säuselt Tim Hardins Lied aus einer Musikbox und wird zum Motto eines intensiven, stillen Films über anachronistische Ideale und die grenzenlose Verlorenheit eines Teenagers.

 

„Die Innere Sicherheit“ heißt das Kinodebüt des 40-jährigen Christian Petzold und passt wunderbar zur gegenwärtigen Gesinnungsschnüffelei unter führenden Politikern. Ausgerechnet eine Terroristentochter hat sie losgetreten, die Tochter von Ulrike Meinhof. Was treibt Bettina Röhl zu ihrer verqueren Revanche? Verratene Ideale? Zu wenig Liebe? Eine geopferte Jugend? Daran denkt man, während Christian Petzold seine Geschichte erzählt, ohne sich um Biographien zu kümmern oder um Stimmungsbilder einer bleiernen Zeit.

Seine Filmheldin ist 15, heißt Jeanne und ist von Schuldzuweisungen noch meilenweit entfernt. Blass und verloren nippt sie an ihrer Cola auf einer zugigen Terrasse im winterlichen Süden, als sich plötzlich Heinrich zu ihr setzt, ein Wellenreiter aus reichem Haus. Jeannes Unsicherheit beim Small Talk, seine wachsende Neugier an dem seltsamen Mädchen – schon fliegen die Funken der ersten Liebe, da naht Hans, der misstrauische Vater, um alles zu unterbinden, was außer Kontrolle gerät.

Ein folgenschwerer Zufall treibt die Familie zur Flucht in ein verändertes Deutschland, zu ehemaligen Genossen, die sich längst mit dem System arrangierten. Sie sind vermögend geworden oder Alkoholiker. Die alten Ideale haben ihren Wert verloren wie die Geldscheine, die noch in einigen Verstecken modern. Clara und Hans sind Störenfriede, deren 68er-Vokabular keiner mehr spricht – Geister einer verblichenen Zeit. Nur in ihrer selbstgerechten Weltverbesserungspose sind die beiden wirklich stark. Sie wollen nach Brasilien und endlich Sicherheit. Aber wie, ohne Geld? Angst wächst sich zur Paranoia aus: Wenn Hans vor der roten Ampel an einer menschenleeren Kreuzung hält, sich dunkle Wagen bedrohlich nähern und der Film in Hans Kopf realer wird, als die Wirklichkeit. Momente einer enormen Spannung, die beredter sind als alle Phrasen vom Klassenkampf.

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Aus dem Drehbuch

Und Jeanne? Sie liebt ihre Eltern, niemand sonst wohnt in ihrer engen Welt. Stoisch erträgt sie elende Klamotten, fügt sich ins strikte Reglement, das Kontakte und Freunde verbietet und jede Art von Kommunikation. Leider sehen Clara und Hans Jeannes Opfer nicht. Sie vermögen nicht in den Blicken ihrer Tochter zu lesen, die vom Leiden sprechen an der unverdienten Isolation, an den Lebensentwürfen, die nicht die ihren sind. Und vom Verzicht auf all den wichtigen Teenagerkram, der das Erwachsenwerden so angenehm versüßt.

Die Wucht der Gefühle: Heinrich (Bilge Bingül, r.) verändert Jeannes Leben
Doch Jeanne will endlich sichtbar werden, sie will eine eigene Identität, und jetzt bekommt sie die Chance dazu. Stolz präsentiert sie einen sicheren Unterschlupf, den ihr der Surfer verriet. Sie übernimmt die Besorgungen und spioniert sogar Banken für den geplanten Überfall aus. Und sie trifft Heinrich wieder, der in Wirklichkeit Heizungen montiert. Mit ihm kehrt die Wucht der Gefühle wieder, die Jeanne ersticken muss, will sie die Eltern nicht gefährden. Aber die Sehnsucht nach Liebe ist stärker und führt unausweichlich zur Katastrophe.

Der blutige Banküberfall, Flucht, Unfall und Tod – am Ende steht Jeanne alleine da. Stumm blutend – aber nicht neugeboren. In ihrer Rolle hat das Nachwuchstalent Julia Hummer Großartiges geleistet. Sie zeigt ohne viele Worte den ganzen Ansturm sich widersprechender Gefühle. Barbara Auer und Richy Müller hingegen sind durchdrungen vom Eifer derer, die besessen auf die Fast-Forward-Taste der Geschichte drücken und nur sich selber leben. Ein beeindruckendes Ensemble in einem großartigen Roadmovie mit leisen, sensiblen Bildern“. (Cristina Moles Kaupp)

Mit einer gewissen Bitterkeit erlebt man mit einer erschreckenden Eindringlichkeit was aus Menschen wird, die den zynischen, menschenverachtenden Weg des Terrorismus gegangen sind.

Ich lege dieser Präsentation noch ein Heft mit Begleitmaterialien bei. Veröffentlicht wurde dieses Heft (16 Seiten) vom Museum für Film und Fernsehen, Berlin.

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Und so lebt ein ehemaliger Weggefährte, der mittlerweile ein erfolgreicher Rechtsanwalt ist

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Und so wohnt dessen Tochter

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Dieses Bild könnte glatt von Edward Hopper sein

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Fast eine ganz normale Familie

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Stets auf der Hut

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Ein ehemaliger Verleger, heute ein Säufer

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Clara begrüsst ihn herzlich und liebevoll …

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… Hans bleibt distanziert

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Ein Bankübrtfall wird geplant

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Die Nerven liegen blank

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Die Eltern, mittlerweile völlig ratlos …

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Der Banküberfall gerät aus den Fugen …

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Trotz all der Beute … Verzweiflung pur

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Ein Anruf mit Folgen …

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Auf der Flucht …

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Die Blendgranate im Einsatz

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Sie hat überlebt

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Gospel-Chor St. Lukas München – Gospel-Olympiade Linz (2000)

FrontCover.jpgIm Jahr 2000 wurde die erste Chorolympiade aus der Taufe gehoben. Als Austragungsort für diese besondere Premiere wurde die Stadt Linz ausgewählt. 342 Chöre mit 15.000 Teilnehmern aus 60 Ländern traten vom 07–16. Juli 2000 im Linzer Design Center in unterschiedlichen Bewerben gegeneinander an.
Seither gilt die Chorolympiade, welche im 2-Jahres-Turnus stattfindet, als größte Musikveranstaltung der Welt und ist ein fester Bestandteil
im Terminkalender vieler Chöre aus zahlreichen Nationen. Jeder Wettbewerb im Rahmen der Chorolympiade folgt einem eigenen Bewertungs-system, anhand dessen die 5–7köpfige Jury mittels festgelegter Kriterien den Leistungsstand der teilnehmenden Chöre beurteilt. Dazu werden die Chöre in Kategorien eingeteilt, die vergleichbare Besetzungen (z.B. Kinder-, Jugend-, Männer-, Frauen-, gemischte Chöre) oder vergleichbare künstlerische Ausrichtungen zusammenfassen (beispielsweise Pop-, Gospel-, Folklore-Chöre, Kirchenchöre).

Austragungsorte waren seitdem neben Österreich und Deutschland auch China, Südkorea und heuer wird dieses Mega-Event in Riga/Lettland stattfinden.

Die junge Geschichte dieser speziellen Olympiade begann also in Linz/Österreich und beteiligt hat sich auch der Gospel-Chor St. Lukas, München. Hier ein kleiner Rückblick über diesen Chor:

Mit 2014 treten wir ein in das 24. Jahr unseres Bestehens. Damit sind wir womöglich der älteste aktive Gospelchor Münchens und sicherlich einer der erfolgreichsten. Mit der Erfahrung von über 300 öffentlichen Auftritten hat der Chor ein musikalisches Niveau, Professionalität und Bühnenpräsenz entwickelt, die ihresgleichen sucht.
Die 60 Sängerinnen und Sänger haben ein chorinternes Auswahlverfahren und umfassendes Stimmtraining absolviert und können mit Piano-Begleitung und der eigenen modernen PA-Anlage – je nach Anlass und Bedarf in unterschiedlichen Besetzungen (auch mit Band) – auftreten, gemäß dem Anlass und den Wünschen unseres Publikums.

LogoDer Chor blickt zurück auf eine stürmischer Entwicklung: Von einer kleinen Gruppe Gospelbegeisterter hin zu einem renommierten Chor, dem es gelang eine erfolgreiche Tournee im Mutterland des Gospels durchzuführen – eine außergewöhnliche und einzigartige Veranstaltung.
Seinen hohen Bekanntheitsgrad verdankt der Chor des weiteren den Fernsehauftritten, zahlreichen Konzerten und seinen internationalen Tourneen. Die Erfolge bei internationalen Chor-Wettbewerben bestätigen die Qualität und Besonderheit des Gospelchores St. Lukas.

Die Zusammenarbeit des Chores mit hervorragenden Sängern und Musikern hat seine beeindruckende Entwicklung maßgeblich beeinflusst. Angela Brown, Michael Flannagan, Eric Bond, Albert C. Humphrey, Liz Howard und Janet Tyler haben die außergewöhnliche Qualität hervorgebracht und den ’schwarzen Spirit‘ des Chores geprägt.

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Matthias Preissinger

Jazz-Pianist, Komponist und Arrangeur Matthias Preissinger hat durch seine Arrangements, sein Jazz-Piano und Probenleitung über lange Jahre den einzigartigen Sound des Chores geprägt.

Seit 2007 leitet der Pianist, Komponist und Arrangeur Bastian Pusch den Chor und bringt neue Dynamik in den Klangkörper. Angelehnt an Harmonien und Rhythmen aus dem Jazz geben seine Arrangements und Kompositionen dem Gospelchor St. Lukas den eigenen, unverwechselbaren Klang, den das Publikum besonders schätzt. (Selbstdarstellung auf der Homepage  des Chors).

Bei dieser Maxi-CD handelt es sich scheinbar um einen privaten Mitschnitt von ihrem damaligen Auftritt in Linz, so quasi als kleine Erinnerung an dieses sicherlich sehr beeindruckendem Konzert.

Schade, dass die Produktion dieses privaten Edition eher schlicht ist, die Aufnahmequalität erschein mir gelegentlich dürftig (insbesondere bei „I Live You Lord) und auf der Hülle finden sich so gar keine Informationen, nicht mal die Titel werden genannt. Die habe ich mir dann von dem prallen Festival-Reader gemopst (und den lege ich auch bei, damit man einen Eindruck über dieses wirklich gigantische Festival bekommt). Und man hat nicht mal die einzelnen Lieder gesplittet, sondern als einen Track auf die CD gepresst. Das nenne ich schlampig. Ich habe mir erlaubt, dies für meine Präsentation nachzuholen.

Und da ich sehr viel Sympathie für solch ein musikalisches Engagement habe, gibt es einfach ganz viel Sympathiepunkte meinerseits !

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Besetzung:
Gospel-Chor St. Lukas, München
Matthias Preissinger (piano, musikalische Leitung)

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Die Rückseite der CD

Titel:
01. Righteous 2.36
02. I Love You Lord 5.42
03. Feel The Spirit Moving + Down By The Riverside 7.35

Alle Lieder: Traditionals

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Manfred Krug & Charles Brauer – Tatort – Die Songs (2000)

FrontCover1.jpgDas waren noch Zeiten, als Manfred Krug und Charles Brauer für den NDR-Tatort ermittelten … heute ist ja so ne Pappnase namens Till Schweiger für den norddeutschen Tatort unterwegs …

Nun ja, bei den damaligen Tatort-Folgen mit Krug und Brauer, dass die beiden sich auch mal trällernd ein Liedchen gönnten. Entstanden ist diese Idee als die beiden mal in einer Drehpause spontan und nur ganz für sich ans Klavier setzten … Diese Idee gefiel dann allen so gut, dass man diesen musikalischen Part quasi als „running gag“ in die weiteren Folgen dieser Tatort-Serie einbaute.

Und das kam dann so gut an, dass man beschloß, all die Songs der jeweiligen Tatort – Folgen nochmals neu aufzunehmen. Es handelt sich hier also nicht um die Original-Aufnahmen, sondern um neue Versionen. Und kein geringerer als Klaus Doldinger war dann als Produzent der Mastermind dieser Aufnahmen (die auch in seinem Studio im schönen Isartal entstanden). Und daher verwundert es nicht, dass auch etliche Musiker aus dem „Passport“-Stall mit von der Partie sind.

Eine Kunde von amazon schreibt dann folgendes zu diesem Album:

„Kann denn Liebe Sünde sein … … Fragen sich die beiden Tatort-Kommissare Stoever KrugBreuer.jpgund Brockmöller auf der ersten und vermutlich auch einzigen CD dieser Art. Manfred Krug und Charles Brauer haben es verstanden, ihren unverwechselbaren Charme auf diese CD zu bannen. So bleibt wenigstens dieses unbeschreibliche „Tatort-Feeling“ zurück, nachdem dann die letzte Klappe für den letzten NDR-Tatort der beiden gefallen ist. Krug, der nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder in einem Tonstudio stand und Charles Brauer bieten auf „Tatort – Die Songs“ ihre ganz eigenen Interpretationen von „Somewhere Over The Rainbow“ oder eben auch „Kann den Liebe Sünde sein“ dar. Die „Swinging Cops“ haben so sich selbst und auch dem NDR-Tatort ein musikalisches Denkmal gesetzt. Auch wenn es keine musikalisch perfekte Inszenierung ist, so macht doch gerade diese Menschlichkeit die CD so einzigartig.

Genau so isses … eine kleine, aber feine sentimentale Reise nicht nur durch Klassiker der Unterhaltungsmusik, sondern auch eine wehmütige Erinnerung, als die Tatort-Folgen der beiden mit großes Begeisterung aufgenommen wurde.

Und so verwundert es nicht, dass die beiden für dieses Album (150.000 verkaufte Exemplar) eine goldene Schallplatte überreicht bekamen !

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Besetzung:
Steve Baker (harmonica)
Hans-Heiner Bettinger (trumpet, trombone)
Charles Brauer (vocals)
Klaus Doldinger (saxophone, piano)
Gerhard Fink (trumpet, trombone)
Auwi Geyer (trombone)
Roberto Di Gioia (piano, organ)
Erwin Gregg (trumpet; trombone)
Wolfgang Haffner (drums)
Christian Haller (clarinet, saxophone)
Gil Kaupp (flugelhorn)
Gabor Kristof (flugelhorn, trumpet)
Fanny Krug (vocals)
Manfred Krug (vocals)
Axel Kühn (clarinet, saxophone)
Peter O’Mara (guitar)
Matthias Noack (clarinet, saxophone)
Patrick Scales (bass)
Guiseppe Solera (clarinet, saxophone, flute)
Thomas Stabenow (bass)
Ernst Ströer (percussion)
Max Tiller (clarinet, saxophone)
Peter Tuscher (trumpet)
Klaus Weiss (drums)
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Streicher der Münchner Philharmoniker

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Titel:
01. Somewhere Over The Rainbow (Harburg/Arlen) 2.29
02. All Of Me (Simons/Marks) 3.11
03. Ganz leise (Dehmel/Grothe) 2.38
04. Cry Me A River (Hamilton) 2.59
05. Quiet Nights (Jobim) 3.12
06. But Not For Me (Gershwin) 2.14
07 . Spiel mir eine alte Melodie (Berlin) 3.25
08. Goody Goody (Mercer/Malneck) 3.54
09. Peterle (Kleine) 2.12
10. Sentimental Journey (Green/Brown/Homer) 3.05
11. Kann denn Liebe Sünde sein (Balz/Brühne) 2.47
12. As Time Goes By (Hupfeld) 3.02
13. Stormy Weather (Köhler/Arlen) 3.37
14. Jim, Jonny und Jonas (Heinzli/Bond) 2.41

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Manfred Krug
(* 8. Februar 1937 in Duisburg; † 21. Oktober 2016 in Berlin)

Frank Fröhlich + Michael Henkel – Überfahrt (2000)

FrontCover1Immer wieder manchen mir Präsentation in diesem blog besonders viel Freude … meist, weil ich dann so eine Aufnahme von relativ unbekannten, unverbrauchten Musikern bringen kann, die einfach für eine ganz spezielle Qualität stehen.

Jetzt erstmal ein wenig Biografisches zu den beiden Künstlern:

Frank Fröhlich (Gitarre) – autodidaktisches Erlernen des Instruments, Workshops bei Peter Finger (D) und Alex de Grassi (USA), Preisträger des Kompositions-wettbewerbs “Open Strings” 1999, diverse Projekte: u.a. lateinamerikanische Musik mit Fernando Carrasco (Chile), Duos mit Michael Henkel (p), Andreas Böttcher (vib), Katrin May (fl), “Die verrückte Küche” – Konzert für Kinder mit Jörg Ritter (perc), Zusammenarbeit mit Schriftstellern (Kerstin Hensel, Peter Härtling) und Schauspielern (Uwe Steimle), Konzerte zu Stummfilmen von Buster Keaton, “Die Nacht der Gitarre” mit Joe Sachse (git), Konzerte in Deutschland, Polen und Österreich, u.a. Jazztage Leipzig, Thüringer Jazzmeile, Gitarrenfestival Osnabrück, Tollwood Festival München, Gitarrenfest Dresden.

Frank Fröhlich

Michael Henkel (Piano) – 1964 in Görlitz geboren, seit dem siebten Lebensjahr Klavierunterricht, mit 12 Jahren erste Band, 1989-1995 Klavierstudium an der Mu-sikhochschule Dresden, seit 1990 Duo mit Frank Fröhlich, Konzerte in Deutsch-land und Österreich, u.a. Jazz-Nachwuchs-Festival Leipzig, Tollwood Festival München, seit 1990 Lehrauftrag an der Musikschule Görlitz, seit 1995 Dozent für Klavier der C-Kirchenmusik-Ausbildung für Popularmusik Nordelbien, Keyborder der Band “Six Left Hands”, seit 1999 Keyboarder der Band “The Babysitters”, Zusammenarbeit mit Sänger und Songwriter Robert Metcalf, Konzerte u.a. im “Wintergarten” Berlin.

“Überfahrt”, so nennt sich das Programm von Fröhlich & Henkel und das ist auch zugleich der Titel ihrer neuen CD. Frank Fröhlich und Michael Henkel spielen kammermusikalischen Jazz, der sich mit Einflüssen aus Latin, Tango und Klassik vermischt. Die Verbindung dieser unterschiedlichen musikalischen Einflüsse ließ ein Konzertprogramm jenseits der üblichen Schubladen entstehen.

Michael Henkel
Neben Cover-Versionen von Kurt Weill, Thelonious Monk und Hanns Eisler wird das Programm hauptsächlich von eigenen Kompositionen bestimmt; lebendige Musik mit Virtuosität, Spielfreude und Witz – unverwechselbar! Und so urteilt die Presse: “Es war, als würden die beiden auf der Bühnen in einen Dialog treten. Ihre Sprache bildete sich aus den Tönen der Saiten. Akkorde reihten sich aneinander und entwickelten Sätze. Dabei zwinkerten sie sich verschmitzt und allwissens zu. Ihre tönende Kommunikation machte ersichtlich viel Spaß” (Freie Presse). “Mit unglaublicher Präzision und Harmonie gestalteten die beiden Vollblutmusiker ein Erlebnis der Extraklasse. Voller Spielfreude, witziger musikalischer Einfälle und Virtuosität agierten die zwei Perfektionisten an ihren Instrumenten” (Mitteldeutsche Zeitung).

Das Duo von Gitarrist Frank Fröhlich und Pianist Michael Henkel besteht seit 1990. Seitdem haben die beiden über 200 Konzerte in Deutschland und Österreich gespielt. Wen wundert´s also, wenn ihre musikalischen Dialoge von allerhöchster Stringenz und Dichte sind. „Ihre Kommunikation machte ihnen ersichtlich viel Spaß,“ urteilte die ‚Freie Presse‘ nach einem Konzertbesuch.

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Genau diese Kombination von rauschhafter Spielfreude, inniger Verzahnung der musikalischen Persönlichkeiten und spannend-virtuosem Spiel bestimmen auch die Atmosphäre dieser Produktion des Duos. Die beiden kombinieren auf ‚Überfahrt‘ ihre so unterschiedlichen Saiten zu phantasievollen und klanggewaltigen Gemälden, die den Zuhörer in den Bann ziehen. Die Inspiration zu ihren Kompositionen finden sie des Öfteren in bildender Kunst und Literatur. Allgegenwärtig ist der leichte Fluss ihrer Musik, dazu ein augenzwinkernd verschmitztes Element und eine bisweilen ernste Versunkenheit. Dies sind die ruhenden Pole ihres Ausdrucksspektrums, das auf dieser CD wie in den Konzerten des Duos das Publikum zu begeistern weiß. (Quelle: acoustic-music.de)

Und das schönste ist: Beide sind bis heutigen Tag aktiv in der Musikszene verwurzelt und immer wieder kreuzen sich dabei auch ihre Pfade.

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Besetzung:
Frank Fröhlich (guitar)
Michael Henkel (piano)

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Titel:
01. Wasserspiegel (Fröhlich) 4.19
02. Reisebekanntschaft (Fröhlich) 4.45
03. Maskenball (Henkel) 4.05
04. Der Schmierfink (Kochan) 4.02
05. Gartzer Ballade (Fröhlich) 3.24
06. Unruhe (Fröhlich) 5.20
07. Die Unschuld vom Lande. Ein Walzer (Fröhlich) 2.55
08. Und endlich stirbt die Sehnsucht doch (Eisler) 4.06
09. Das Ei des Kolumbus (Fröhlich) 7.55
10. Der morgendliche Ausritt des Joseph Frühlich (Fröhlich) 3.57
11. Song for G. (Henkel) 3.50

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Verschiedene Interpreten – Musik Mosaik – 25 Jahre Christoph-Probst-Gymnasium Gilching (2000)

CD1Diese CD habe ich vor einiger Zeit mal auf einem Flohmarkt für soziale Zwecke erworben und bedauerlicherweise wurde sie ohne booklet angeboten … dennoch habe ich zugeschlagen.

Da gab es wohl anläßlich des 25jährigen Bestehens dieser Schule aus Gilching (liegt südichwestlich von München) ein Jubiläumskonzert das man – und zwar ziemlich pürofessionelll – mitgeschnitten hat, um es dann unter die Leute zu bringen.

Es ist eine buten Mischung diverser Musikstile von Soundtracks bis zu den Beatles, von einr Gospelmesse bis hin zur Klassik … Insegesamt eine runde Sache und man darf schon ein wenig erstaunt sein,auf welchem hohen Niveau hier musiziert wird … da lacht einem das Herz, speziell wenn man ein Herz für Amateuer-Musik hat.

Als Bonus gibt es dann noch Livemittschnitte aus vier Faschingskonzerten aus den Jahren 1990 – 1998), aufnahmetechnisch erkennbar schlechter, aber mit viel Sinn für musikalische Späßchen …

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Besetzung:
Orchester unter der Leitung von Valentin Schmidt
Chor unter der Leitung von Martina Swandulla
CPG – Band unter der Leitung von Valentin Schmidt

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Titel:
01. Musik aus dem Film „Der mit dem Wolf tanzt“ (Barry) 6.47
02. Gospel – Messe: Sanctus (Ray) 3.04
03. Gospel – Messe: Gloria (Ray) 4.97
04. Gospel – Messe: Credo (Ray) 3.47
05. Gospel – Messe: Agnus Dei (Ray) 2.12
06. Gospel – Messe: Prayer For Peace (Strommen) 2.48
07. Barkarole aus der Suite „Die Jahreszeiten“ (Tchaikovsky) 5.09
08. Zigeunerleben für Chor und Klavier (Schumann) 3.21
09. Titelmusik aus dem Film „Schindler´s Liste“ (Williams) 4.31
10. So war es (Gies/Schmitt) 2.29
11. Let Us Break Bread Together (Traditional) 2.17
12. Uskoken Lied aus dem Musical „Die rote Zora“ (Bühl) 2.23
13. Eleanor Rigby (Lennon/McCartney) 2.10
14. Rodrigo Martinez (Schmitt) 3.27
15. I Feel Good (Brown) 3.25
16. Mother´s Daughter (Santana) 4.12
17. Livemitschnitte aus den Faschingskonzerten 1990, 92, 94 und 98 12.11

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Juliane Kosarev + Michael Proksch – Wie man ein Liebesabenteuer treibt (2001)

FrontCover1Sowas nennt man wohl ein Liebhaberprojekt … ganz sicher nicht für den Massengeschmack gedacht.

Hier geht es nun um die Inerpretation von Liebesgedichten aus vieln, vielen Jahrhunderten… von ganz klassisch bis ganz schön modern.

Das gleiche hatten Juliane Kosarev und Michael Proksch 4 Jahre früher mit Texten von Heinrich Heine (die findet man dann hier)

Wir hören …
… „Kostbarkeiten aus dem weltweiten Schatz der Liebeslyrik – interpretiert von der Münchner Schauspielerin Juliane Kosarev und dem Pianist und Komponist Michael Proksch

In gelungener Verflechtung von Wort und Musik erwartet den Hörer ein intelligentes, unterhaltsames Programm mit Liebesgedichten von Rainer Maria Rilke, Anna Achmatova, Kurt Tucholsky und vielen anderen, das durch pikante Erotik, aber auch durch Tiefgründigkeit überrascht.“ (Quelle: sprechendebuecher.de)

Um es vorwegzunehmen: Mit Gedichten bin ich nicht sonderlich gut befreundet … und auch hier erschließt sich mir nicht alles … Aber ich weiss, dass etliche Leser dieses blog mit dieser literarischen Gattung sehr viel anzufangen wissen …

Und denen kann man dieses Werk nun wirklich an Herz legen … denn, wie schrieb die FAZ:

„… feinste Gefühlschattierungen meisterhaft zum Leben erweckt“.

Und dazu kommt dann noch ein 60seitiges Begleitheft mit biographischen Notizen über die beiden Künstler, Erläuterung beider Künstler und sämtliche Texte … Herz, was willst Du mehr ?

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Besetzung:
Juliane Kosarev (Sprecherin)
Michael Proksch (üoano)

Booklet03A

Titel:
01. Wie Man Ein Liebesabenteuer Treibt (Goethe) 0.59
02. Bagatelle A-Moll (Vivace Moderato) (Beethoven) 0.32
03. Ich war ein Kind (Rilke) 1:10
04. Variation nach Chopin (Proksch) 0.51
05. Die Spinnerin (Voss) 2.01
06. Aufschwung  (Schumann)/ Einmal lieb ich (Brentano) 0.39
07. Der Selbstmord (Gellert) / Variation nach Tschaikowski (Proksch) 3:00
08. Geständnis (Gernhardt) 0.28
09. Mittelalterliche Moritat: Johann Gottlieb Seidelbast (unbekannt) 2.07
10. Die Freunde (Busch) 1.46
11. Birnentrauer (Proksch) 1.31
12. Hast du die Lippen mir (Heine) 0.20
13. Variation nach Liszt (Proksch) 0.34
14. Kein Feuer, keine Kohle… / Thema des Volkslieds (unbekannt) 0.49
15. Ich will mit dem gehen… / Überleitung (Brecht) 0.29
16. Emma, sage mir die Wahrheit (Heine) 0.22
17. Variation nach Scarlani (Proksch)0.42
18. Wenn ich in deine Augen seh (Heine) 0.25
19. Aveu (Schumann) 0.54
20. Liebes-Lied <(Rilke) / Variation nach Debussy (Proksch) 1.39
21. Ich wusch mich (Enheduanna) / Improvisation I (Proksch) 2.32
22. Unter der Linden (v.d. Vogelweide) 0.44
23. Matona Mia Cara (di Lasso) 0.29
24. Eheweisheit (Fischart) / Improvisation II (Proksch) 1:49
25. Kleiner Roman (Mühsam)  1.07
26. Schnupftuchwinkend (Proksch) 1.25
27. Wie zärtlich du dich (Achmatova) 0.24
28. Getrieben I (Proksch) 0.21
29. Er schlug nach ihr (Kräftner) 0.41
30. Getrieben II (Proksch) 0.41
31. Der Abschied (Brecht) 0.32
32. Offener Raum I (Proksch) 0.55
33. Zehn Jahre schon (Goll) 0.39
34. Offener Raum II (Proksch) 0.27
35. Ich hab die Nacht geträumet… / Begleitung (unbekannt) .52
36. Die Liebenden / Arpeggio (Hölderlin) 0.57
37. Der über uns (Lessing) 2.52
38. Nichts wie weg (Proksch) 0.43
39. Liebesgedicht (Gernhardt) 0.29
40. Bagatelle (Beethoven) / Dich Will Ich Haben! (Adler) 1.31
41. Die geschiedene Frau (Tucholsky) 2.19
42. Gavotte G-Moll (Bach) 0.46
43. Optische Täuschung (Roth) 0.47
44. Wie tun es die anderen? (Gernhardt) / Antillen (Proksch) 2.44
45. Ballade (Tucholsky) 3.45
46. Tango Variation (Proksch) 0.57
47. Der Verschwender (Roth) 1.03
48. Nocturne I (Proksch) 0.30
49. Wenn wir uns nicht haben (Hausmann) 0.47
50. Nocturne II (Proksch) 1.41
51. Nicht immer (Naso) 0.50
52. Idyll (Proksch) 0.50
53. Bekenntnisse einer Chansonette (Hessel) /  Vertonung (Proksch)  1:42
54. Meines Lebens A und Z (Finck) / Ragtime Variation (Proksch)  1:01

CD1

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Und dann noch was:

ProkschVerbrecherIn meinem Sizilienurlaub konnte ich endlich das Buch von Michael Proksch, seiner Schwester Dorothea Ebert und der Mutter der beiden lesen: „Und plötzlich waren wir Verbrecher – Geschichte einer Republikflucht“ (2010) lesen:

Im Sommer 1983 unternahmen die Geschwister Michael und Dorothea aus Dresden, beide Musiker, zusammen mit Dorotheas Mann und einem befreundeten Kunststudenten einen Fluchtversuch. Die vier wollten während einer Ferienreise in »sozialistische Bruderländer« zu Fuß über die Grenze nach Jugoslawien. Eltern und Freunde wussten nichts davon.
Vermeintlich gelang es ihnen, in Bulgarien diese Grenze zu überschreiten, doch der Fluchtversuch scheiterte. Auf den ihnen zugänglichen Karten waren nur Scheingrenzen verzeichnet. An der echten Grenze wurden sie dann abgefangen und zusammen mit anderen DDR-Bürgern, die Ähnliches anderswo versucht hatten, von den Bulgaren der Stasi übergeben. Anfang 1984 wurden sie zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt und um die Jahreswende 1984/85 von der Bundesrepublik freigekauft.
Was brachte junge Menschen mit, wie es schien, guten Aussichten in der DDR dazu, das Risiko einer Republikflucht auf sich zu nehmen? Wie planten sie? Wie erlebten sie das Scheitern? Wie kamen sie im Gefängnis zurecht, als »Politische« unter Kriminellen? Und welchen Einfluss hatte diese Erfahrung auf ihr weiteres Leben? Was geschah mit der Familie, den Eltern, die zurückblieben und für die das der Schock ihres Lebens war? Der DDR-Alltag außerhalb und innerhalb der Gefängnisse und eine gescheiterte Flucht, erzählt aus der Perspektive von Schwester und Bruder sowie der Mutter, die in Dresden zurückblieb. (Verlagstext)

Dieses Buch gehört zu den eindringlisten Bücher, die in der letzten Zeit gelesen hat … und so manches und so etliches meiner Alltagssorgen relativierte sich ganz schnell.

 

Manfred Krug & Charles Brauer – Tatort – Die Songs (2000)

FrontCover1Aus gegebenem Anlass:

Das waren noch Zeiten, als Manfred Krug und Charles Breuer für den NDR-Tatort ermittelten … heute ist ja so ne Pappnase namens Till Schweiger für den norddeutschen Tatort unterwegs …

Nun ja, bei den damaligen Tatort-Folgen mit Krug und Brauer, dass die beiden sich auch mal trällernd ein Liedchen gönnten. Entstanden ist diese Idee als die beiden mal in einer Drehpause spontan und nur ganz für sich ans Klavier setzten … Diese Idee gefiel dann allen so gut, dass man diesen musikalischen Part quasi als „running gag“ in die weiteren Folgen dieser Tatort-Serie einbaute.

Und das kam dann so gut an, dass man beschloß, all die Songs der jeweiligen Tatort – Folgen nochmals neu aufzunehmen. Es handelt sich hier also nicht um die Original-Aufnahmen, sondern um neue Versionen. Und kein geringerer als Klaus Doldinger war dann als Produzent der Mastermind dieser Aufnahmen (die auch in seinem Studio im schönen Isartal entstanden). Und daher verwundert es nicht, dass auch etliche Musiker aus dem „Passport“-Stall mit von der Partie sind.

KrugBreuerEine Kunde von amazon schreibt dann folgendes zu diesem Album:

„Kann denn Liebe Sünde sein … … Fragen sich die beiden Tatort-Kommissare Stoever und Brockmöller auf der ersten und vermutlich auch einzigen CD dieser Art. Manfred Krug und Charles Brauer haben es verstanden, ihren unverwechselbaren Charme auf diese CD zu bannen. So bleibt wenigstens dieses unbeschreibliche „Tatort-Feeling“ zurück, nachdem dann die letzte Klappe für den letzten NDR-Tatort der beiden gefallen ist. Krug, der nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder in einem Tonstudio stand und Charles Brauer bieten auf „Tatort – Die Songs“ ihre ganz eigenen Interpretationen von „Somewhere Over The Rainbow“ oder eben auch „Kann den Liebe Sünde sein“ dar. Die „Swinging Cops“ haben so sich selbst und auch dem NDR-Tatort ein musikalisches Denkmal gesetzt. Auch wenn es keine musikalisch perfekte Inszenierung ist, so macht doch gerade diese Menschlichkeit die CD so einzigartig.

Genau so isses … eine kleine, aber feine sentimentale Reise nicht nur durch Klassiker der Unterhaltungsmusik, sondern auch eine wehmütige Erinnerung, als die Tatort-Folgen der beiden mit großes Begeisterung aufgenommen wurde.

Und so verwundert es nicht, dass die beiden für dieses Album (150.000 verkaufte Exemplar) eine goldene Schallplatte überreicht bekamen ! Und auch die Besetzungliste spricht Bände ….

KrugBreuer2

Besetzung:
Steve Baker (harmonica)
Hans-Heiner Bettinger (trumpet, trombone)
Charles Brauer (vocals)
Klaus Doldinger (saxophone, piano)
Gerhard Fink (trumpet, trombone)
Auwi Geyer (trombone)
Roberto Di Gioia (piano, organ)
Erwin Gregg (trumpet; trombone)
Wolfgang Haffner (drums)
Christian Haller (clarinet, saxophone)
Gil Kaupp (flugelhorn)
Gabor Kristof (flugelhorn, trumpet)
Fanny Krug (vocals)
Manfred Krug (vocals)
Axel Kühn (clarinet, saxophone)
Peter O’Mara (guitar)
Matthias Noack (clarinet, saxophone)
Patrick Scales (bass)
Guiseppe Solera (clarinet, saxophone, flute)
Thomas Stabenow (bass)
Ernst Ströer (percussion)
Max Tiller (clarinet, saxophone)
Peter Tuscher (trumpet)
Klaus Weiss (drums)
+
Streicher der Münchner Philharmoniker

Booklet03A

Titel:
01. Somewhere Over The Rainbow (Harburg/Arlen) 2.29
02. All Of Me (Simons/Marks) 3.11
03. Ganz leise (Dehmel/Grothe) 2.38
04. Cry Me A River (Hamilton) 2.59
05. Quiet Nights (Jobim) 3.12
06. But Not For Me (Gershwin) 2.14
07 . Spiel mir eine alte Melodie (Berlin) 3.25
08. Goody Goody (Mercer/Malneck) 3.54
09. Peterle (Kleine) 2.12
10. Sentimental Journey (Green/Brown/Homer) 3.05
11. Kann denn Liebe Sünde sein (Balz/Brühne) 2.47
12. As Time Goes By (Hupfeld) 3.02
13. Stormy Weather (Köhler/Arlen) 3.37
14. Jim, Jonny und Jonas (Heinzli/Bond) 2.41

cd1

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(Passwort wie bekannt)

krug

Manfred Krug
(* 8. Februar 1937 in Duisburg; † 21. Oktober 2016 in Berlin)

Danke !