Die Geschwister Pfister – Have A Ball (2003)

FrontCover1Retro-Sound in Reinkultur ging mir durch den Kopf als ich mir dieses vergnügliche Album anhörte.

Die Geschwister Pfister sind eine Gruppe schweizerisch-deutscher Musikkabarettisten.

Das Projekt wurde Anfang der 1990er Jahre von den Schauspielern Christoph Marti, Tobias Bonn, Max Gertsch und Lilian Naef in Berlin gegründet. Die Ursprungsformation bestand aus den vier Charakteren Ursli, Toni, Lilo und Willi Pfister, der erfundenen Biografie nach vier Waisenkinder aus Zermatt. Nachdem Lilo (Lilian Naef) und Willi (Max Gertsch) ausgestiegen waren, kam Fräulein Schneider (Andreja Schneider) dazu und heiratete Toni (Tobias Bonn), so dass die Truppe weiterhin eine Bühnenfamilie blieb.

Im wahren Leben sind Christoph Marti und Tobias Bonn miteinander verpartnert; Andreja Schneider ist zwar in Kroatien geboren, lebt jedoch schon seit frühester Jugend in Deutschland. (Quelle: wikipedia)

Geboten wird Musik aus längst vergangenen Epochen … Schmalziges Glück … was willst Du mehr ! Aufgenommen wurde das Ganze übrigens im „Tipi“ Berlin im Februar 2003. Und auch wenn der Untertitel dieses Albums „Abschiedgala“ heißt … keine Sorge dieses kurzweilige Trio ist weiterhin aktiv !

Im Oktober und November 2017 kann man sie an diversen Abend in der „Bar jeder Vernunft“ in Berlin bestaunen …

Logo

Besetzung:
Ursli Pfister (vocals)
Toni Pfister (vocals)
Fräulein Schneider (vocals)
+
Jo Roloff Big Band:
Paul Brody (trumpet)
Andreas David (guitar, banjo, steelguitar, vocals)
Tilman Ehrhorn (reeds & woodwinds)
Sören Fischer (trombone)
Jürgen Hahn (trumpet)
Herbie H. Hart (reeds & woodwinds)
Immo „Billie“ Hofmann (drums, vocals)
Thomas Loup (trombone)
Johannes Roloff (keyboards)
Jürgen „Speedy“ Schäfer (bass, vocals)
Florian Trübsbach (reeds & woodwinds)
Marcus Voges (trombone, tuba)
Pete Wilcox (trumpet)
Mark Wyand (reeds & woodwinds)

BackCover1
Titel:
01. Und die Musik spielt dazu (Raymondo/Wallner/Feltz) 3.14
02. You Do Something To Me (Porter) 2.41
03. Don’t Bring Lulu (Henderson/Rose/Brown) 2.38
04. Roter Mohn (Jary/Balz) 3.15
05. Mausi, süss warst du heute Nacht (Abraham/Grünwald/Löhner) 2.20
06. Perdon (Flores) 3.00
07. Tike Tike Tak (Körbler) 2.47
08. Dieses Lied hat keinen Text (Igelhoff/Meder/Robinger) 2.26
09. Smoke Rings (Gifford/Washington) 4.13
10. Sentimental Journey (Green/Brown/Homer) 2.52
11. Wives And Lovers (Bacherach/David) 3.01
12. Red Roses For A Blue Lady (Tepper/Bennett) 2.27
13. Ragtime Cowboy Joe (Abrahams/Muir/Clarke) 2.32
14. So allein (Mösser) 2.35
15. Curry Curry Paprika (I Love Onions) (Hill/Cochrane/Röckelein) 2.09
16. Yellow Beach Umbrella (Doerge/Henske) 4.25
17. Take The „A“ Train (Strayhorn) 2.25
18. One O’clock Jump (Basie) 3.42
19. Komm zurück! (Olivieri/Siegel) 2.27
20. I Happen To Like New York (Porter) 3.25
21. Blue Bayou (Orbinson/Melson) 3.04
22. Sag beim Abschied leise Servus (Kreuder/Lengsfelder) 3.19

CD1
*
**

Advertisements

Rosenstolz – Herz (2004)

FrontCover1Herz ist das am 22. März 2004 veröffentlichte neunte Studioalbum der Berliner Popband Rosenstolz.

Herz wurde vom Januar bis Dezember 2003 in Hamburg aufgenommen. Das Album weist deutliche Unterschiede zum 2002 erschienenen Vorgängeralbum Macht Liebe auf. Während bei diesem eine eher derbe Sprache herrscht und die Rhythmen eher elektronisch geprägt sind, wirkt Herz insgesamt sehr melancholisch. Das Album bietet eine Mischung aus Rock- und Popsongs, hinzu treten Balladen.

Das Album bietet zwei Facetten: eine fröhliche Seite, die besonders in den Pop- und Rocksongs zum Vorschein kommt und Themen wie Sex (Eine Frage des Lichts), Neid (Das gelbe Monster, das stark an die frühen Punkzeiten Nina Hagens erinnert) oder Glück (Willkommen) behandelt, und eine traurige Seite, die vor allem aus Balladen mit tiefsinnigen Texten besteht. Es geht um Partnerschaft (Liebe ist alles), Hoffnung (Gib mir mehr Himmel), aber auch Schmerz (Die Liebe ist tot) und Verlust (Augenblick). (Quelle: wikipedia)

Booklet01A

„Fang das gelbe Monster!“ rockt es aus den Boxen. Wer glaubt, hinter dem CD-Titel „Herz“ verbirgt sich eine triefende Balladen-Lawine von Herz und Schmerz, an deren Endmoräne ein Tränentümpel in der Sonne schimmert, hat sich getäuscht: Das neue Album der Berliner Kultband besticht durch Vielseitigkeit und Reife, die auch lauteren Tracks Raum lassen. Während sich im Keller die Ratten erhängen, heißt das Credo: „Willkommen in unserer Welt.“

Die Singleauskopplung „Liebe ist Alles“ ließ bereits erahnen, was inhaltlich auf einen zu kommt. AnNa R. und Peter Plate lassen tief in ihr Inneres blicken. Dass der Videoclip unter der Regie von Philipp Stölzl (Madonna, Evanescene, James Bond Clips) bei VIVA & Co. so unerhört gut ankam, unterstreicht die Wirkung, die der Stil hat: So sieht die Liebe – auch körperlich – in Wahrheit aus. Da wird geknutscht und gefummelt, und zwar nicht in einer Traumwelt aus Glitter und Glamour, sondern in ganz normalen Schlafzimmern und zerwühlten WG-Betten. Spieglein deckt euch.

Booklet05A

Der unheimlich schöne Song spielte sich nach kurzem Hören in vielen Ohren fest und zeigte rasch, dass er in Einfachheit und Emotion das Zeug für einen hohen Einstieg hat. Erstmals horchten selbst Schmähsender und Teile des Mainstream-Äthers auf, und nahmen den Song in Rotation. Mit Spannung durfte man die CD erwarten.

Nun ist sie da. Für das Album „Herz“ gingen AnNa, Peter und Crew mal wieder neue Wege: sie verließen die geliebte Heimat an der Spree und produzierten in Hamburg, um losgelöst von Umfeld, Freunden und Plattenfirma die zentrale Frage musikalisch zu beantworten: „Was haben wir mitzuteilen nach so langer Zeit und so vielen CDs? Was ist uns wichtig?“ Am Ende blieb die Erkenntnis, dass es an der Zeit ist, über sich selbst zu schreiben. Peter Plate sagt es so: „Ich wurde gefesselt, verschnürt, eingesperrt und zur Wahrheit gezwungen“. Und dann fingen sie an.

Booklet04A

Heraus kam eine Scheibe, die eine Art seelischen Zustandsbericht der Musiker abgibt. Sie spiegelt keine Momentaufnahmen oder zynischen Reflexe wider, sondern dringt zur Substanz vor. Die Musik folgt dem Text und stellt den Körper dar – jedoch der Text bleibt das ‚Herz‘. „Es ist zum ersten Mal in all den Jahren ein merkwürdiges Gefühl, sie anderen Menschen vorzuspielen“, stellen die Berliner zur neuen CD fest.

Welche Gesichter hat die Liebe? Die zwölf Tracks geben hierauf musikalisch gut umgesetzte Antworten: Glück, Sex, Partnerschaft („Liebe ist alles“), aber auch Schmerz („Die Liebe ist tot“), Verlust, Trauer, Hoffnung („Gib mir mehr Himmel“) und ganz profaner Neid („Das gelbe Monster“). Das sind die Gefühlsebenen, um die es geht. Die Texte sind einfach und verständlich, keine schwülstig-puren (sic!) LSD-Wortgebilde, wie so häufig in Balladen. Dennoch – oder gerade deshalb – kommt die Botschaft ungefiltert an. Umschlossen wird sie von dem Körper, der Musik.

Booklet09A

Die einzelnen Songs zu kommentieren oder gar zu zerpflücken, wäre müßig. Denn sie sind allesamt emotional, und Gefühle in Text und Ton kommen bei jedem Menschen anders an. Man kann nur sagen: selber hören und urteilen.

Wie es Rosenstolz immer wieder gelingt, Neues zu schaffen, ist verblüffend. Sie setzen die eigene Messlatte stets noch ein wenig höher und vor allem in anderes Terrain. So viel Kreativität, Eigensinn und positive Energie kann fast neidisch machen. Huch – das gelbe Monster bin ja ich! (Linus Schwanke)

Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe von Rosenstolz gehöre … dieses Duo hatte schon verdammt viel Substanz, musikalisch wie textlich !

Booklet08A

Besetzung:
Jens Carstens (drums, percussion)
Daniel Faust (keyboards)
Zoran Grujovski (keyboards, piano)
Thomy Jordi (bass)
Peter Koobs (guitar)
Ralf Lübke (guitar)
Peter Plate (vocals, keyboards)
AnNa R (vocals)
+
Stephan Garde (bass bei 01.)
Oliver Pinelli (vocals bei 09.)
+
Hamburg Strings unter der Leitung von Stefan Pintev

Booklet07A

Titel:
01. Willkommen 4.18
02. Liebe ist alles 3.29
03. Ausgesperrt 4.06
04. Eine Frage des Lichts 3.47
05. Das gelbe Monster 2.22
06. Die Liebe ist tot 3.41
07. Ich will mich verlieben 4.38
08. In den Sand gesetzt 2.34
09. Ich komm an dir nicht weiter 4.40
10. Das Beste im Leben 5.27
11. Gib mir mehr Himmel 4.37
12. Augenblick 4.38

Musik: Peter Plate + Ulf Leo Sommer
Texte: Peter Plate + Ulf Leo Sommer + AnNa R

CD1
*
**

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung

der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

Mario Adorf – Der Fotograf von San Marco (2003)

FrontCover1Auch so einer, der deutsche Filmgeschichte geschrieben hat. Dass er darüber hinaus durch lesenswerte Bücher veröffentlicht hat, ist weniger bekannt. Umso mehr lohnt sich der Blick auf dieses Hörbuch.

Der Mann, der jetzt seit Jahrzehnten in Italien lebt, berichtet von seinen ersten Begegnungen mit dem Land, als Student noch, auf der Insel Capri, vom Fotografen, der den Einsturz des Campanile in Venedig fotografierte und dem sein Konkurrent mit einer Fotomontage, einer Fälschung des Einsturzes, den Ruhm stiehlt. Mit seiner warmen und wohlklingenden Stimme hüllt Mario Adorf uns in diese Erzählungen buchstäblich ein. Auch wenn die Plots oft verästelt sind, gelingt es ihm immer wieder, auf den Punkt zu kommen. Nicht zuletzt eben, weil seine Stimmte zum Erzählen wie gemacht ist. In ihr klingt die Mischung aus genauen Beobachtungen, im Großen wie im Kleinen, und dem Verständnis wie auch dem Mitgefühl für alles, was im Leben so passiert, überzeugend echt. Seine Stimme lassen Ehebrüche, Fälschungen und römische Gaunereien nachfühlen.

„Mario Adorf ist nicht nur Autor, sondern auch Leser seiner Geschichten. Sein Timbre lies mich gleich in die Rolle der Lauscherin von Geschichten am Kamin schlüpfen. Passend zum Bild der Rolle, die Mario Adorf in meinem Kopf spielt, erzählt er von listigen, schlitzohrigen Menschen und deren leicht anrüchigen Geschichten.

Langsam baut er seine Geschichten auf. Immer wieder scheint er sich in Details zu verlieren, doch dann, ganz am Ende der einzelnen Episoden, wird klar, warum er so viele Kleinigkeiten erwähnen muss. Alles andere als schnörkellos, sondern detailreich und warm, erzählt Adorf seine Geschichten.

Booklet1
Seine Betonung wirkt manchmal wie die, eines Vorlesers und nicht wie die eines Erzählers. Leichtigkeit ist nicht gerade seine Stärke. Die Souveränität, die er als Patriarch oder Mafiaboss, im Film darstellt, hat er als Erzähler nicht. In den meisten Teilen wirkt er jedoch, wie ein Freund, der einem anderen eine amüsante Geschichte zum Schmunzeln erzählt. Das macht die Geschichten so menschlich und freundlich.

Die Erzählungen zeigen Italien, wie ich es mir vorstelle. Selbst erlebt habe ich es noch nicht. Südländisches Flair erlauschen wir, etwas älter, so wie der Autor, scheinen die Geschichten zu sein, sie könnten sich aber auch gerade gestern zugetragen haben. Der Halbitaliener Adorf hat gut beobachtet. (schreibt ein „binchen“)

Eine kurze, sehr kurze Bigraphie über Maria Adorf:
Mario Adorf, geboren 1930 in Zürich, Kindheit und Jugend in Mayen in der Eifel, studierte Philologie und Theaterwissenschaften. 1953 – 55 Otto-Falckenberg-Schule in München, bis 1962 an den Münchner Kammerspielen. Theater- und Filmschauspieler. Seitdem ca. 100 Filme im In- und Ausland und Arbeit am Theater.
2006 wurde der Schauspieler und Schriftsteller mit dem „Bambi“ geehrt. Deutschlands wichtigster Medienpreis ehrte den renommierten Schauspieler als Multitalent, dem die Verbindung zwischen Hochkultur, Handwerk und Popularität gelingt. Neben seinen Rollen engagiert er sich für die Kultur und den schauspielerischen Nachwuchs.

Dieses Hörbuch ist auch eine Reflexion seiner beiden Ursprünge: Italien und Deutschland. Und da fallen dann so Sätze wie:

„Je länger ich aber in Italien lebte, desto mehr wurde mir klar, dass ich ganz überwiegendem Maße, Deutscher bin“ … Ein Hörbuch, das nun wirklich überrascht.

MarioAdorf

Sprecher:
Mario Adorf

BackCover1

Titel:

01. Ansage 0.06
02. Vorwort 3.07
03. Capri (1) 4.04
04. Capri (2) 2.51
05. Capri (3) 3.14
06. Der Fotograf von San Marco (1) 4.09
07. Der Fotograf von San Marco (2) 4.00
08. Der Fotograf von San Marco (3) 4.23
09. Der Fotograf von San Marco (4) 4.15
10. Der Fotograf von San Marco (5) 4.55
11. Der Fotograf von San Marco (6) 2.03
12. Girotondo. Römische Ringelreihen (1) 4.25
13. Girotondo. Römische Ringelreihen (2) 5.31
14. Girotondo. Römische Ringelreihen (3) 4.07
15. Girotondo. Römische Ringelreihen (4) 4.20
16. Girotondo. Römische Ringelreihen (5) 3.28
17. Girotondo. Römische Ringelreihen (6) 5.37
18. Girotondo. Römische Ringelreihen (7) 3.09
19. Girotondo. Römische Ringelreihen (8) 3.38
20. Girotondo. Römische Ringelreihen (9) 5.10

Alle Texte: Mario Adorf

CD1
*
**

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

 

Gunter Gabriel – Gabriel singt Cash (2003/2011)

FrontCover1Und jetzt hat es ihn auch erwischt … den alten Haudegen der deutschen Trucker und Country-Szene:

Gunter Gabriel (* 11. Juni 1942 in Bünde/Westfalen, eigentlich Günter Caspelherr; † 22. Juni 2017 in Hannover) war ein deutscher Country- und Schlagersänger, Komponist, Texter, Produzent, Synchronsprecher und Fernsehmoderator. Zu seinem Künstlernamen „Gabriel“ kam er durch den Vornamen seiner ersten Ehefrau.

Gunter Gabriel wuchs mit seiner jüngeren Schwester in Bünde und Kirchlengern auf. Seine Mutter starb, als er vier war, sodass der Vater die beiden Kinder allein erziehen musste. Die Volksschule brach Gabriel vorzeitig ab, um Geld zu verdienen. Er schlug sich mit verschiedenen Arbeiten in ganz Mitteleuropa durch. Schließlich machte er das Fachabitur und studierte Maschinenbau an der FH Hannover, brach das Studium aber ohne Abschluss ab. Er widmete sich in der Folge ganz der Musik, war DJ und wurde schließlich Promoter bei einer Plattenfirma. So kam er in Kontakt mit verschiedenen Künstlern, für die er Lieder zu schreiben begann. Seinen ersten Song komponierte er für Rex Gildo. Sein erster eigener Hit war der Fernfahrersong Er ist ein Kerl (Er fährt ’nen 30-Tonner Diesel), für den er die Goldene Europa bekam und der ihm die Bahn ebnete für deutschsprachige Schlager im Country-Musikstil mit Interpreten wie Truck Stop, Tom Astor oder Linda Feller, die bis heute erfolgreich sind. Ein weiterer großer Hit für Gabriel war Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld. Viele seiner Songs waren Übertragungen, die sich sehr eng an ihre US-amerikanischen Originale hielten, unter anderem Johnny Cashs Wanted Man (Ich werd gesucht in Bremerhaven) oder Shel Silversteins The Winner (Der Sieger).

GunterGabriel02

Daneben schrieb er weiter zahlreiche Hits für andere Künstler, etwa für Juliane Werding (Wenn du denkst, du denkst), Frank Zander (Ich trink auf dein Wohl, Marie), Wencke Myhre (Das wär John nie passiert, Ein Sonntag im Bett), Siw Inger, Peter Alexander, Tom Astor und die Zillertaler Schürzenjäger. Schließlich bekam er mit Country-Musik mit Gunter Gabriel eine eigene Fernsehshow beim Bayerischen Rundfunk.

Dann folgte der wirtschaftliche Ruin. Seine Ehen scheiterten und die beruflichen Erfolge blieben aus. 1993 erhielt er zusammen mit Tom Astor für den Song Sturm und Drang den Award der German American Country Music Federation (GACMF), den er 2002 erneut für sein Album Gunterwegs erhielt. 1993 nahm ihn die GACMF in die deutsche „Country Music Hall of Fame“ auf.

GunterGabriel03

2003 nahm er im Studio von Johnny Cash in Hendersonville (Tennessee) ein Album mit Cash-Liedern auf Deutsch auf, The Tennessee-Recordings, das von dessen Sohn John Carter Cash produziert wurde. Bereits von einer schweren Krankheit gezeichnet, trug Cash ein gesprochenes Intro bei, das auf Liebe, Autos, Abenteuer erschienen ist – an diesem Tributalbum beteiligten sich insgesamt 54 Künstler aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen. Johnny Cash verstarb kurze Zeit später. Gabriels 2009 erschienenes Album Sohn aus dem Volk war eine weitere Hommage an Johnny Cash und trägt den Untertitel German Recordings, ein Pendant zu Cashs American Recordings. Das Album war – genauso wie die „Wohnzimmertour“, auf der er für anfangs 1000 Euro für jedermann spielte, der ihn anfragte – ein Wendepunkt in Gabriels Karriere. Es wurde in den Feuilletons der seriösen Presse thematisiert, ebenso wie Gabriels Fähigkeit, seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden.

Für negative Schlagzeilen sorgte Gabriel, als er Alkoholprobleme bekam und seine Frau misshandelt haben soll. Bei einem Auftritt in Eisleben im September 2004 sorgte er mit Äußerungen für einen Eklat, die als Beschimpfung von Arbeitslosen empfunden wurden („Ihr habt ja so viel Zeit, sonst wärt ihr ja nicht am Nachmittag schon hier. Ich hab leider keine Zeit, ich muss meinen Arsch immer in Bewegung halten, damit die Knete stimmt.“). Das Publikum hatte zuvor mit Unmut auf Gabriels Verspätung reagiert. Dieser Satz wurde auch in Form eines Samples zur Grundlage eines Liedes von DJ Koze.

Im August und September 2010 spielte Gabriel seine erste große Theaterrolle als Titelfigur im Bühnenstück Hello, I’m Johnny Cash (Regie und Buch: Volker Kühn),[3] an der Seite der Sängerin Helen Schneider, die die Rolle von Cashs Ehefrau June Carter Cash übernahm.[5] Anfang 2012 spielte er in einer Folge des Großstadtreviers mit (Folge: Wann hast du Zeit für die Liebe?).

GunterGabriel04

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 2. September 2012 zog Gabriel zum 70. Geburtstag Bilanz. Auf die Frage, ob er Angst vor dem Tod habe, antwortete der Sänger: „Keinesfalls. Ich sag’ dir auch warum: weil ich einen Haufen Zeugs gut gemacht habe in meinem Leben. Nicht Kinder zeugen. Das kann jeder. Und als Vater war ich schließlich ein Totalversager. Viermal verheiratet, da hab’ ich mich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Aber ich hab’ ein paar geile Songs geschrieben. Und ich habe ein superinteressantes Leben gelebt mit allen Amplituden.“ Persönlich sehe er sich als Außenseiter. „Aber natürlich möchte ich auch Teil der Gesellschaft sein.“ Er selbst allerdings sei gar nicht so wichtig. Was zähle, das sei die Philosophie seiner Lieder. Gabriel war viermal verheiratet. Er hatte vier Kinder und drei Enkelkinder.

Gabriel lebte 20 Jahre auf dem ehemaligen DDR-Arbeiterschiff Magdeburg. Das rund 400 Quadratmeter große Hausboot, dass er 1995 für 80.000 DM erworben hatte, lag zuletzt im Harburger Binnenhafen vor Anker.

Gabriel war Synchronsprecher der TV-Sendung Asphalt Cowboys auf DMAX.[7] Im Januar 2016 war er Kandidat in der Sendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, aus der er nach fünf Tagen auf eigenen Wunsch vorzeitig ausschied.

Gabriel starb am 22. Juni 2017 an den Folgen eines Treppensturzes. (Quelle: wikipedia)

Was für eine Biographie … und von daher habe ich mich entschieden, seine „Johnny Cash auf deutsch“ Album als Würdigung auszuwählen … denn da gibt es wohl schon Paralellen … außer der Tatsache, dass ihm eine June Carter fehlte …

GunterGabriel05

Im Jahre 2003 spielte Gunter Gabriel sein wunderbares „Gabriel singt Cash – Das Tennessee Projekt“ Album ein, produziert von Cash jr. in Cashs Studio und Johnny höchstselbst schaute immer wieder rein, hatten seinen German-Friend eingeladen. Welche Ehre! Und es kam ein wahrlich tolles Album heraus. Wenn jemand Cash auf deutsch singen darf, dann Gabriel. Er macht das großartig, die Songs bleiben authentisch, weil sie beide ein sehr ähnlicher Typus Mensch sind, die Stimmen sind ähnlich rau, gebraucht und gewaltig – das paßt alles wunderbar. Das Album erschien 2003 als niemand mehr Gunter Gabriel auf dem Zettel hatte und ging leider sang und klanglos unter. Zu unrecht!
Da ist die Idee, diese tolle verschmähte Platte nun, nach Gabriels gelungenem Comeback mit dem herausragenden Album „Sohn aus dem Volk“ vor knapp zwei Jahren und seiner erfolgreichen Musical-Rolle in „Hello, I’m Johnny Cash“, in einem zweiten Aufguß neu zuvermarkten, nicht nur sinnvoll, sondern auch wünschenswert. Das Album hätte eine späte Blüte, wenn auch acht Jahre nach ursprünglicher Veröffentlichung, voll und ganz verdient.
Das vier zusätzliche 2011 produzierte Aufnahmen hinzugekommen sind und ein von Johnny Cash gesprochenes Intro zum damaligen Album (wenn auch nur 10 Sekunden) als Intro-Track vorangestellt werden, macht die Sache noch schöner. (Christian Günther)

Ich war und in kein Gunter Gabriel Fan … dennoch … sein Tod und insbesondere seine Biographie bewegen mich ..

Inlet

Besetzung:
Laura Cash (voline)
Xaver Fischer (keyboards)
Joe Fleming (guitar)
Gunter Gabriel (vocals)
Helmut Krumminga (guitar)
Kenny Marx (guitar)
Sönke Reich (drums)
Maxwell Schauf (drums)
Mark W. Winchester (bass)
+
June Carter Cash (vocals bei 05.)
Marcel Dechène (percussion bei 17.)
Jemma Endersby (background vocals bei 14.)
Jan Fabricius (bass bei 17.)
Sebastian Gramss (bass bei 17.)
Bianca Kramer (Background vocals bei 17.)
Ossi Pfeiffer (piano bei 16.)
Dirk Schlag (guitar bei 16.)

Gunter Gabriel - Gabriel singt Cash (2011)
Titel:
01. Intro (gesprochen von Johnny Cash) 0.08
02. Ich bleib auf Kurs (I Walk The Line) (Cash) 2.29
03. Gitarre Marke Eigenbau (Tennessee Flat-Top Box) (Cash) 3.06
04. Komm rein, Fremder (Come In Stranger) 1.43
05. Country Boy (Cash) 2.48
06. Was soll’s (Drive On) (Cash) 3.09
07. Wein‘, wein‘, wein‘  (Cry, Cry, Cry) (Cash) 2.33
08. Wie ein Soldat (Like A Soldier) (Cash) 3.15
09. Bring mein Herz zu Rose (Give My Love To Rose) (Cash) 2.56
10. Der Mann mit dem Block (The Man Comes Around) (Cash) 4.45
11. Ein Junge namens Susi (A Boy Named Sue) (Silverstein) 3.50
12. Hey Schaffner (Hey Porter) (Cash) 2.24
13. Mach Tempo (Get Rhythm) (Cash) 2.46
14. Jackson (Cash) 2.42
15. Ring Of Fire (Kilgore/Carter) 2.43
16. Bye, Bye Johnny (Nachwort von Gunter Gabriel) 3.39
17. Was wäre die Welt ohne dich

Alle deutschen Texte: Gunter Gabriel

CD1
*
**

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

 

GunterGabriel01

Mach´s gut, alter Haudegen !