Furiopolis – Dornröschenwecker (2004)

FrontCover1Jetzt mal wieder was aus der Abteilung: skurill, schräg und bedauerlicherweise ziemlich unbekannt.

Furiopolis = Volkslieder-Jazz – Mythen unter Hüten oder: Fidiralala Fidiralala Fidiralalalala

„Über Phrasenphänomenologie bei Blaustimmungsverschiebung ist schon viel diskutiert worden. Auch im Loft in Köln. Und in gewissen Bevölkerungsgruppen mit differierenden Agregatzutänden ist man längst der Meinung: Die Wahrheit ist blau wie das linke Bein von Sydne Rome in „Was?“ (1972).
Zur Sache. In der Domstadt (es kann nur eine geben) entstanden 13 der unangepasstesten musikalischen Gefühlsverstärker für Dornröschendarsteller und -darstellerinnen, die man sich überhaupt vorstellen kann. Jazzer treffen aufs Volk; Trompeten, Piano, Kontrabass, Schlagzeug, Kölsch, Tenorhorn, Berimbau, Didgeridoo und Posaunen die richtigen Töne. Die Herren der Wolkenkratzer und Zwiebeltürme von Furiopolis erklären auch gleich, weshalb Trompeten von außen wie dahinfließendes Quecksilber wirken und innen voll dunkler Melancholie stecken. Das ist alles im Preis inbegriffen. Die wilden Jazzgesellen – alle mit Hüten und Mützen – machen sich in unterschiedlichen Schräglagen über deutsche Volkslieder her. Blechgelage jagen schmachtende Wiegenlieder und beschwippste Walzer verstolpern sich auf dem Parkett. Dreispitz, Fuchs du hast die Gans, ach du lieber Augustin, alle Vöglein sind schon, das Wandern ist des Müllers und viele andere ähnliche Gossen- und Gassenhauer werden verjazzt. Vince Guaraldis Charlie Brown trifft auf Spike Jones. Schabernack und Tiefgang geben sich die Hand. Die Furiopolis-CD ist lustig und macht durstig. Gut, dass die Getränke frei sind.“ (Gerald Windl)

Aha

Und wie ich das mag: Volklieder gegen den Strich gebürstet, mit viel anarchistischem Witz und auf einem hohen musikalischem Niveau, das sind so die Entdeckungen, die man im Laufe der Jahre macht und die einen dann so recht erfreuen !

Und man glaubt es kaum, diese 5 wilden Jazzgesellen gibt es immer noch … momentan touren sie mit dem Programm „“Wildweihnachtsfahrt” durch die Lande …

Furiopolis

Besetzung:
Achim Fink (trombone, horn, trumpet)
Dietmar Fuhr (bass)
Manfred Heinen (piano)
Hans Kanty (drums, percussion, vocals)
Markus Türk (trombone, trumpet, digeridoo)

Furiopolis

Titel:
01. Fuchs, du hast den Groove gestohlen 5.07
02. Dreispitz 5.12
03. Vogelehe 2.49
04. Aristokratendrama 2.50
05. Dornröschenwecker 7.55
06. Alle Vöglein sind schon weg 4.51
07. Bier da? 3.58
08. Frau Luna 7.25
09. Das Wandern 4.20
10. Sieben Affen 3.51
11. Eisenbahn 9.12
12. Die Getränke sind frei 3.05
13. Der Augustin 5.03

Musik: Manfred Heinen und Markus Türk unter Verwendung alter Volks- und Kinderlieder

CD1

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Achim Reichel – 100% Leben – Das Jubiläumskonzert (2004)

AchimReichelFrontCoverAchim Reichel ist wie kaum ein anderer das Synonym für Rockmusik aus deutschen Landen und das seit ca. 1962. Wie allgemein bekannt war der der Frontman der Rattles, bevor er sich dann nach ein paar Jahren der Experiemente (Wonderland & Co.) auf deutschsprachige Rockmusik konzentrierte und dabei insbesondere auch die Volkslieder des hohen Nordens als Inspiration nutze, denn …

… Der Deutsch Rock ist die Volksmusik des Nordens. Die Melancholie des Kiez spielt fernwehbelastet den „St. Pauli Blues“, während die Leder-bejackten Seebären in der verrauchten Kneipe einsam am Tresen „Steaks, Bier und Zigaretten“ ordern. Die bärbeißigen Typen flüchten sich in Karten- und Glücksspiele. „Spieler, Spieler, Spieler komm rüber“ flüstern die Automaten und Skatrunden.

Wer nicht aufpasst, landet bei Wurstbrötchen essenden Großstadtrevierpolizisten wie Jan Fedder – wenn er Glück hat. Den Gesetzeshütern der Davidswache kann er dann seinen Seemannsgarn und Sagen vertellen, denn große Geschichtenerzähler sind sie alle, diese Deutsch Rocker.

Da kommen „fliegende Pferde übers Meer“, in dem die „Meerweiber“ und „Klabautermänner“ hausen. „Regenballaden“ ziehen durch den Raum wie Nebelschwaden. Das Leben ist hart an der Küste und auf dem Meer, wenn sich Steuermann „Nis Randers“ „Höllentänze“ auf meterhohen Wellen liefert.

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Kein Wunder also, dass den Deutsch Rock eine musikalische Seelenverwandtschaft mit dem ebenfalls rauhbeinigen, meergeprägten Irish- und Scotish Folk verbindet. Neben den üblichen Leichtmatrosen Gitarre und Piano schunkeln vor allem Geige, Akkordeon und Mundharmonika und zeigen in Shantys und Traditionals natürliche, naturverbundene Spielfreude.

Ein weiterer Schwerpunkt im nordischen Volksrock liegt auf der Vertonung von Gedichtgut. Goethes „Erlkönig“, Heines „Die Ballade Von der Loreley“ und Ringlnatz‘ „Lied von der Hochseekuh“ entfalten mit der deutsch-folkrockigen Hafenvariante eine ganz neue Bedeutung.

AchimReichelLiveDas zweite, große Thema für Deutsch Rocker ist natürlich die Liebe. „Liebe kommt von unten“ sang schon Genre-Gott Rio Reiser. Oder von oben. „Auf der Rolltreppe“. Meistens scheitert die „für immer“ gedachte Zweisamkeit „immer und immer wieder“. Trotzdem gehen die tätowierten Kerle oft und gerne „heute Nacht vor Anker“ beim anderen Geschlecht.

Achim Reichel, einer dieser Ankerjungs, feierte am 24. und 25. August 2003 in der Hamburger Fischauktionshalle stilecht sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Unterstützt von seetauglichen Gästen wie Jan Fedder, Lotto King Karl, Klaus Lage oder Heinz-Rudolf Kunze war der 60-jährige Liedermacher „Hart am Ball“ des Deutsch Rocks, der Volksmusik des Nordens. (Stefan Johannesberg)

Mit anderen Worten: Ein Galakonzert der ganz besonderen Klasse !

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Besetzung:
Steve Baker (harmonica)
Andreas Böther (saxophone, flute)
Pablo Escayola (percussion)
Uew Granitza (trombone, tuba)
Martin Langer (drums)
Michael Leuscher (trumpet, fluegelhorn)
Achim Rafain (bass)
Achim Reichel (vocals, guitar)
Peter Sage (violin, mandoline, guitar)
Berry Sarluis (keyboards, accordeon)
Frank Wolf (hurdy-gurdy, mandoline, ukule, bouzouki, slide-guitar, guitar, flute, whistle)
+
Gottfried Böttcher (piano bei CD 1 – 03.)
Jan Fedder (vocals bei CD 1 – 03. + CD 2 – 14.)
Lotto King Karl (vocals bei CD 2 – 14.)
Piet Klocke (vocals bei CD 2 – 14.)
Heinz Rudolf Kunze (vocals bei CD 2 – 14.)
Klaus Lage (vocals bei CD 2 – 14.)
Boris Matchin (violoncello)
Thomas Oepen (viola)
Stefan Pintev (violin)
Rodrigo Reichel (violin)
Inga Rumpf (vocals bei CD 2 – 14.)
Stoppok (banjo bei CD 2 – 05.)
Joja Wendt (piano bei CD 2 – 14.)
Pe Werner (vocals bei CD 2 – 14.)
+
S.O.U.L (50 voices) (background vocals) conducted by Detlef Bösche
+
The Rattles (CD 2 – 01. – 03.):
Herbert Hildebrandt (bass, vocals)
Haja Kreutzfeld (guitar)
Dicky Tarrach (drums)

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Titel:

CD 1 (Akustischer Teil):
01. Pest an Bord (Traditional/Reichel) 3.07
02. Nis Randers (Reichel/Ernst) 3.43
03. Das Lied von der Hochseekuh (Reichel/Ringelnatz) 3.02
04. Der Lindenbaum (Reichel/Müller) 2.00
05. Das Sklavenschiff (Reichel/Heine) 4.06
06. Die Ballade von der Loreley (Reichel/Heine) 4.01
07. Exxon Yaldez (Reichel) 4.49
08. Das Meerweib (Reichel/Heyse) 4.30
09. Regenballade (Reichel/Seidel) 7.53
10. Der Erlkönig (Reichel/Goethe) 4.47
11. Der Spieler (Reichel/Fauser) 5.26
12. Fliegende Pferde (Reichel) 5.58
13. La-Pa-Lo-Ma (Reichel) 6.26
14. Für immer und immer wieder (Reichel)
15. Leben Leben (bonus track – studio version) 4.15

CD 2: Elektrischer Teil:
01. Lalala (Paul) 2.52
02. Mashed Potatoes (Rozier) 1.43
03. Come On And Sing (Reichel) 3.32
04. Moscow (Reichel/Dostal) 3.50
05. Dat Shanty Medley (Reichel) 9.41
06. Der Klabautermann (Reichel) 4.20
07. St. Pauli Blues (Reichel/Peters-Steil) 4.46
08. Kreuzworträtsel (Reichel) 4.46
09. Der wilde Wassermann (Traditional/Reichel) 3.32
10. Herr von Ribeck (Achim Reichel/Fontane) 2.52
11. Kuddel Daddel Du (Reichel) 4.44
12. Steaks und Bier und Zigaretten (Reichel/Stingl) 4.15
13. Aloha Heja He (Reichel) 5.33
14. Hart am Ball (Reichel/Fauser) 7.41
15. Auf der Rolltreppe (Reichel) 4.43
16. Leben Leben (Reichel) 4.37

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Mulo Franzl & Evelyn Huber – Rendezvous (2004)

FrontCover1Und nun ein großartiges Beispiel für die Intimität vo Musik, dargeboten von zwei ganz und gar großartigen Musikern:

Mulo Francel (* 21. September 1967 in München) ist ein deutscher Saxophonist und (Film)komponist, der im Grenzbereich zwischen Jazz, Klassik und Weltmusik tätig ist. Das Magazin Kulturnews schrieb ihm den „derzeit sinnlichsten Saxophonsound Europas“ zu.

Francel wuchs am Chiemsee auf. In früher Jugend holte er sich Platten aus der Jazz-Sammlung seines früh verstorbenen Vaters ins Kinderzimmer und spielte zu dieser Musik Gitarre. Mit 16 Jahren kaufte er ein Saxophon, das er als Autodidakt lernte. Er studierte zunächst Linguistik, brach das Studium aber ab, um Musiker zu werden. Mit Lisa Wahlandt gründete er die Gruppe Mind Games, die mit Claudio Roditi ihr Debütalbum einspielte; mit dem zweiten Album Mind Games Plays the Music of Stan Getz and Astrud Gilberto erreichte die Gruppe Platz 1 der Jazz-Charts in Singapur.

Parallel spielte er seit 1996 im Quartett Quadro Nuevo, das mit ihren Tonträgern sehr erfolgreich war und mehrfach mit dem German Jazz Award und dem europäischen Mulo02Impala-Preis ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus produzierte Quadro Nuevo unter Francels Federführung Hörbücher. Auch mit den Formationen wie Tango Lyrico, Mulo Francel & Friends oder dem Trio Blasirello war er international auf Konzerttournee.

Daneben hat Francel auch mehrere Alben unter eigenem Namen veröffentlicht, zuletzt (2014) das Album The Sax & the Sea, in dem er ohne weitere Begleitung direkt am Wasser aufgenommen wurde. Als Solist spielte er ferner mit dem Münchner Rundfunkorchester, dem NDR-Orchester, dem Deutschen Filmorchester Babelsberg und dem zeitgenössischen Ensemble Resonanz. Darüber hinaus schrieb er zahlreiche Kompositionen, auch für den Film.

Francel erhielt den Kulturpreis der Stadt Rosenheim. Mit Quadro Nuevo wurde ihm zweimal der Echo Jazz verliehen. Außerdem erhielt er zweimal gemeinsam mit Evelyn Huber aufgrund der guten Verkäufe den German Jazz Award der deutschen Musikindustrie für die Alben Tango Lyrico und Songs of Spices.

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Evelyn Huber (* 1970) ist eine deutsche Harfenistin.

Evelyn Huber entstammt einer Landwirtsfamilie. Durch eine ihrer beiden Schwestern kam sie schon mit neun Jahren zum Harfespiel. Sie sollte aber den elterlichen Hof übernehmen, besuchte die Mädchenrealschule in Erding und absolvierte unter anderem eine Lehre in ländlicher Hauswirtschaft. Mit vierzehn verlor sie zwischenzeitlich das Interesse an der Harfe, entschied sich aber später, als eine Jazz-Harfenistin sie fasziniert hatte, doch gegen den Bauernhof.

Daraufhin studierte sie Harfe bei Helga Storck an der Hochschule für Musik und Theater München und schloss im Jahr 2000[3] ihr Studium mit dem Meisterklassendiplom ab. Von 1998 bis 2009 war sie dort als Lehrbeauftragte für Harfe tätig. 2007 wurde sie als Gastprofessorin an die Guildhall School of Music London berufen.

Huber01Sehr früh begann sie, die musikalischen Möglichkeiten der Großen Konzertharfe auszuloten und konventionelle Grenzen zu überschreiten. Jazz-Workshops in den USA, Konzerttätigkeiten in aller Welt mit unterschiedlichen Ensembles und nicht zuletzt ihre Solovorstellungen machten sie zu einer Virtuosin in den Genres Jazz und World Music. Der weltbekannte Klezmer-Klarinettist Giora Feidman holte sie auf die Bühne, mit dem Hackbrettvirtuosen Rudi Zapf tourte sie durch Europa, Afrika und Lateinamerika und im Jahr 1997 gründete sie mit dem Jazz-Saxophonisten Mulo Francel ein außergewöhnliches Duo aus Harfe und Saxophon, jazzige Rhythmen, orientalische Arabesken, Tango und Bossa Nova und immer wieder die Lust am Improvisieren.

Diese Harfenkunst trägt auch zum Erfolg der Band Quadro Nuevo bei, zu der sie seit 2008 gehört. Das Ensemble wurde 2010 und 2011 mit dem deutschen Musikindustriepreis ECHO Jazz in der Kategorie „Live-Act des Jahres“ ausgezeichnet.

Außerdem erhielt Huber weitere renommierte Preise, unter anderem den Kulturpreis Bayern sowie zweimal zusammen mit Mulo Francel aufgrund der Verkäufe die Goldene Schallplatte im German Jazz Award der deutschen Musikindustrie für die Alben Tango Lyrico und Songs of Spices.

Zahlreiche CD-Einspielungen in den unterschiedlichsten Formationen zeugen von der großen Bandbreite ihres Harfenspiels. Der Bayerische Rundfunk sendete 2002 in der Reihe Lebenslinien einen Porträtfilm von Uli Kick über sie mit dem Titel „Die Verwandlungen der Evelyn Huber“.

Huber spielt meist auf einer Doppelpedalharfe der französischen Harfenmanufaktur Camac. Sie hat einen Sohn und lebt in Ottersberg bei München. (Quelle: wikipedia)

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Und hier das Debütalbum dieses Duo´s das in ihrer Intensität wohl einmalig ist.

Harfe und Saxophon – zwei Instrumente mit auf den ersten Blick völlig unterschiedlichen Charakteren – und doch gelingt es dem Duo aus Mulo Francel und Evelyn Huber eindrucksvoll, seine Instrumente in einem faszinierenden Rendezvous zusammenzuführen. Wenn sich Harfe und Saxophon sowohl bei bekannten Melodien als auch bei Eigenkompositionen elegant und einfühlsam umspielen, möchte man sogleich glauben, es könne wohl kaum eine harmonischere Begegnung geben! (Pressetext)

Und in der Tat: Was einem hier entgegenschallt ist sowas von beeindruckend …

Wer mag kann hier schwelgen … in traumhaft schöner Musik voller Tiefgang … intensiv und intim …

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Besetzung:
Mulo Francl (saxophone, clarinet)
Evelyn Huber (harp)

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Titel:
01. Susannata (Francl) 3.29
02. Nostalgia (Francl) 5.53
03. Nature Boy (Ahbez) 2.13
04. Rendezvous (Francl) 5.53
05. Für mich soll´s rote Rosen regnen (Hammerschmid) 3.19
06. Aquatintes – Coloured water (Andrès/Huber) 7.19
07. Valse lento (Francl/Ludwig) 3.47
08. Kauf dir einen bunten Luftballon (Profes) 4.44
09. Little Sunflower (Hubbard) 6.14
10. Flambée montalbanaise (Viseur) 3.39
11. Fata Morgana (Laar/Walter-Ney/Lichtenberger) 5.22
12. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt (Hollaender) 1.52

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FranclHuber

Mulo Francl + Evelyn Huber

Pigor singt, Benedikt Eichhorn muß begleiten – Volumen 4 (2004)

FrontCover1Tja und das ist der Pigor:

Thomas Pigor (* Mai 1956 in Alzey) ist ein deutscher Kabarettist, Liedermacher, Buchautor und Komponist. Seit 1995 tritt er als Sänger von Pigor & Eichhorn auf.

 

Thomas Pigor wurde 1962 in der katholischen Volksschule in Unsleben (Unterfranken) eingeschult. Von 1966 bis 1975 erhielt er Violinunterricht und war Autodidakt an der Gitarre. Sein Abitur legte er 1975 am Neusprachlichen Gymnasium in Bad Neustadt an der Saale ab. Sein Studium an der Universität Würzburg schloss er 1982 als Diplom-Chemiker ab, ohne jemals in diesem Bereich zu arbeiten. Von 1988 bis 1991 erhielt er Gesangsunterricht bei L. Meichsner.

Pigor ist seit Ende der 1970er Jahre als Musikkabarettist mit verschiedenen Bühnenprogrammen unterwegs, z.B. 1991 gemeinsam mit Irene Rindje im Nummernprogramm Pigor und Rindje. Seine Texte beziehen sich oftmals auf aktuelle Ereignisse.

Seit 1995 arbeitet er regelmäßig mit dem Pianisten und Kabarettisten Benedikt Eichhorn zusammen. Das erste Programm Pigor singt, Benedikt Eichhorn muss begleiten wird regelmäßig fortgesetzt, zuletzt als Pigor singt, Benedikt Eichhorn muss begleiten,

Pigor01Pigor war von 1983 bis 1992 Mitglied der Berliner Musicaltruppe College of Hearts. Bei den ersten vier Produktionen New York muss brennen (1983), King Kurt (1985), Casanova (1987) und Blutiger Honig (1988) sowie beim Rotlichtmärchen Der Gestiefelte (1992) stand er auch selbst auf der Bühne, beim Metzgermusical Harry Stark (1989) führte er Regie. Er schrieb einen großen Teil der Texte und war auch an Buch und Musik mitbeteiligt.

Weitere von ihm geschriebene Musicals sind Die falschen Fuffziger (Neuköllner Oper, 1993) Im Schatten der Hochbahn (Theater am Halleschen Ufer, 1994), 30 60 90 (Theater des Westens, 1998) sowie Erhöhte Temperatur (2008) und Roulette (2010), beide im Staatstheater Saarbrücken. Im Jahre (2011) schrieb er für die Berliner Staatsoper eine Bearbeitung des Librettos der Offenbach-Operette Orpheus in der Unterwelt.

Außerdem schrieb er mehrere Kindermusicals: Cinderella (1990), Des Kaisers neue Kleider (1997) und Anton, das Mäusemusical (2004), Edgar, der Schrecken der Briefträger (2015) letztere gemeinsam mit seiner Schwester Gertrud Pigor.

Pigor schreibt außerdem Texte und Musik für andere Künstler, u.a. für Tim Fischer, Max Raabe, Walter Moers, Queen Bee (Ina Müller), Desiree Nick, die Missfits und die Berlin Comedian Harmonists. Lieder von Pigor sangen unter anderen auch Thomas Quasthoff und Jan Böhmermann

Seit 2010 komponiert Thomas Pigor für den SWR regelmäßig das Chanson des Monats rund um Themen der Zeitgeschichte, das später dann auch von anderen ARD-Anstalten und dem Deutschlandfunk ausgestrahlt wird. (Quelle: wikipedia)

PigorEichhorn

Thomas Pigor & Benedikt Eichhorn

Und hier sein 4. Album, das in Zusammenarbeit mit Benedikt Eichhorn entstand.

Zwar heißt es auch auf „Volumen 4“ immer noch: „Pigor singt – Benedikt Eichhorn muss begleiten“, doch der Ulf lauert mit allerlei Gerätschaften der Unterhaltungselektronik und diversen Zupfinstrumenten im Hintergrund, und Eichhorn darf auch (einmal) singen. Anno 1995/96 haben Pigor und Eichorn das Chanson neu erfunden und den Beweis im fahrenden „club existentialiste“ aufgezeichnet. Damals hatten sie Nadja und Jaqueline. Heute haben sie den Ulf. Der hat sich spätestens seit 2002 und dem Album „Pigor und die Pigoretten“ völlig unentbehrlich gemacht und mischt sich nun dauernd ein. Pigor und Eichhorn nehmen das hin. Weil sie ihn brauchen.

Pigors anscheinend unbegrenzte Kreativität bei der Suche nach delikaten Details des täglichen Irrsinns und seinen vordergründig normalen Erscheinungsformen zeichnet auch „Volumen 4“ mit seinen 14 Titeln aus. Eichhorn hat es sich nicht nehmen lassen, auch für dieses Album und Pigors typischen Sprechgesang wieder kongenial die Musik zu schreiben. Es ist – und darum bin ich auch für das Booklet mit allen Texten dankbar – mal wieder ein schönes Stück literarisches Kabarett (oder kabarettistische Literatur) mit intelligenten Texten und feinen Tönen. Pigors Hassballade auf die Wurstverkäuferin, seine Manifestation der Feststellung, dass sich die Geländer von Rolltreppen schneller bewegen als die Stufen und die unmissverständliche Weigerung, bei einem Umzug zu helfen, kann wohl jeder nachvollziehen. Da singt Pigor Allgemeingut.

Die herrlich dekadente Boheme-Samba „Verrucht“ im Stil Fritz Brauses hätten Buddy Deppenschmidt und Charlie Byrd auch nicht besser hinbekommen und die Forderung nach einem neuen Lärmschutzgesetz unterschreibe ich sofort. Das Lachen über „Historische Vergleiche (mit dem Dritten Reich)“ schmerzt und enthält mehr Zündstoff, vor allem Wahrheit, als manche Bundestagsrede, sowie die Bitternis, die Pigor und Eichhorn ihren Gästen nie ersparen, auch nicht in „Petra K.“. „Wir sind Pigor und Eichhorn: die SS der deutschen Kleinkunst!“, relativieren sie flugs: „Wir sind zu weit gegangen! (…) Wir haben kokettiert mit dem Tabu-Bruch! (…) Es wäre besser, wir hätten geschwiegen!“ Oh nein – weitermachen, politisch unkorrekt bleiben und alles in Grund und Boden heideggern! (Quelle: Frank Becker)

Viel Lob und damit stand Frank Becker wahrlich nicht alleine …

Und ich steh da ganz und gar abseits … und das ganz dringend.

Denn was einem hier geboten wird, spottet jeder Beschreibung … geschmacklos wäre fast ne Untertreibung.

Höhepunkt dieser CD (ist das eventuell so ne Art „Punk-Comedy ?) ist dann das Lied „Petra K.“

KellyText

Ich weiß nicht, was soll das bedeuten … oder: Billige Scherze dieser Art finde ich eben geschmacklos und abstoßend.

Gelegentliche durchaus geistreiche Textideen werden dann durch die an Banalität nicht zu unterbietende Musik der Garaus gemacht. Die CD ist völliger Quatsch !

Wer wissen will, wie stark sein Nervenkostüm ist … kann sich die Scheibe ja mal anhören … ich werde sie schleunigst entsorgen. Und zwar mit größtem Vergnügen !

BookletBackCover1

Besetzung:
Bendedikt Eichhorn (vocals, piano)
Thomas Pigor (vocals)
+
Ulf Henrich (guitar, bass, background vocals)
Martin Lillich (bass)
Torsten Puls (guitar)
Harald Thiemann (drums)

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Titel:
01. Umzug (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 3.05
02. Hypochondrie (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 5.02
03. Amerikaner (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 3.10
04. Quatsch (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 2,22
05. Petra K. (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 4,34
06. Lärmschutzgesetz (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 3,58
07. Hauptbahnhof (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 3,26
08. Gehen bevor es hell wird (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 5.13
09. Historische Vergleiche (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 6,35
10. Verrucht (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 4.10
11. Wurstverkäuferin (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 2.49
12. Fliegen (Eichhorn/Pigor) 3.32
13. Rolltreppengeländer (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 1.44
14. Rheinländer (Eichhorn/Pigor/Hendrich) 2.58

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Manfred Krug – Geschichten vom Herrn Keuner (Berthold Brecht) (2005)

FrontCover1Das war mir gar nicht so bewusst, dass der von mir sehr geschätzte Schauspieler und Sänger Manfred Krug, wohl eine ganz besondere Beziehung zu Berthold Brecht hatte.

Eigentlich kein Wunder, denn von 1955 bis 1957 war er als Eleve in Bertolt Brechts Berliner Ensemble engagiert.

Hier liest er nun die „Geschichten vom Herrn Keuner“:

Die Geschichten vom Herrn Keuner, auch bekannt unter dem Namen Geschichten vom Herrn K., sind Parabeln von Bertolt Brecht.

 

Sie entstanden verteilt über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren, seit dem Jahre seiner Heirat mit Helene Weigel (1926), während Brechts Zeit im Exil bis zu seinem Tod (1956). Die erste dieser Geschichten schrieb Brecht im Jahre 1926 im Zusammenhang mit den Arbeiten an dem Stück Fatzer. 1948 erschienen Brechts Kalendergeschichten, in denen 39 Keuner-Geschichten enthalten sind. Nach Brechts Tod wurden weitere Geschichten in weiteren Publikationen veröffentlicht. In Wangen-Brüttisellen im Kanton Zürich fanden sich im Nachlass der im Jahr 2000 verstorbenen Renata Mertens-Bertozzi 15 bislang unbekannte Keuner-Geschichten, die in die sogenannte „Zürcher Fassung“ des Suhrkamp Verlags aufgenommen wurden.

HerrK01

Die Ausgabe enthält alle 58 Geschichten, die in der sogenannten „Züricher Mappe“ aufgefunden worden waren. Die Keuner-Geschichten wurden immer in Zusammenhang mit Brechts anderen Werken geschrieben. Sie erschienen in der Heftreihe „Versuche“ zusammen mit anderen experimentellen Texten, Szenen aus Dramen und Gedichten. Es erschienen zunächst sieben Hefte, das Achte konnte 1933 nicht mehr gedruckt werden.

Aktuell (2008) werden 121 Einzeltexte dem Keuner-Komplex zugeordnet.

In den Geschichten vom Herrn Keuner ist die Hauptperson Herr Keuner, der Fragen von Mitmenschen gestellt bekommt oder Erklärungen abgibt. Er antwortet stets mit Weisheiten, die auch von Brecht stammen könnten. Somit sind diese Geschichten ein Instrument für Brecht, um seine eigenen Meinungen und Ansichten kundzutun. Die Keuner-Geschichten behandeln Themen, die immer wiederkehren, in den Geschichten vom Herrn K. aber auch in andern Werken von Brecht. So beschäftigt sich Herr Keuner mit für Brecht typischen Motiven, wie den folgenden:

Frauenbild
Marxismus
Tugenden des Menschen
Natur

HerrK02

All diese Motive sind zentral in Brechts Schaffen und sind auch jene, mit denen sich Brecht am meisten beschäftigt hat.

Die Geschichten vom Herrn Keuner sind kurze Ausschnitte aus Herrn K.s Leben, die den Parabeln zugeordnet werden, da die Geschichten auch zum Nachdenken anregen sollen. Auffällig ist die Länge der einzelnen Geschichten, da diese zwischen 2 und ca. 65 Zeilen variieren.

Da die Geschichten vom Herrn Keuner aus einzelnen, voneinander unabhängigen Geschichten bestehen, ist es schwierig, eine allgemeine Interpretation zu erstellen. Vielmehr kann man die einzelnen Geschichten separat deuten und sie müssen nicht im Kontext mit anderen Keunergeschichten gesehen werden. Die Geschichten vom Herrn K. spiegeln aber Brechts persönliche Meinungen und politische Ansichten wider. Darum wird Herr K. gerne auch als Spiegelbild Brechts gedeutet.

Alternatives Frontcover

Alternatives Frontcover

Die Figur war zunächst als handelnde Person in das Stück einbezogen und nahm im Verlauf der Bearbeitungen Brechts immer mehr die Rolle des kritischen Kommentators (im Sinne des epischen Theaters) ein. Herr Keuner wird als Denkender dargestellt, der nur wenig Empathie mit anderen Personen zeigt und darum eher unsympathisch wirkt. Er ist hilfreich, solange keine speziellen Opfer von ihm verlangt werden. Er beurteilt die Tugenden, die Menschen schätzen, als gut, weil sie nützlich sind, und nicht wegen irgendwelcher Gefühle. Ansonsten weist Herr K. nicht viele Charakterzüge auf, weil dadurch, dass die Geschichten eigentlich keine Handlung haben, nur Keuners Aussagen bewertbar sind. Herr Keuner wird als das Spiegelbild von Brecht angesehen.

Die Literaturkritik nahm die Keuner-Geschichten in dieser Zeit nicht wahr. Nur Walter Benjamin schrieb darüber. Dieser erklärte auch die Herkunft des Namens unter Bezugnahme auf Brecht von „Keiner“ her, gedacht als eigenschaftslose Figur, die nur als denkender Vermittler in Erscheinung tritt. (Quelle: wikipedia)

DiverseBuchausgaben

Diverse Buchausgaben (Kaufempfehlung meinerseits !)

Sie sind kurz, verfügen über einen Modellcharakter und geben Impulse zum Weiterdenken; ihre Form ähnelt Fabeln, Parabeln und Aphorismen, und sie beinhalten, zumindest unterschwellig, eine Handlungsanweisung. Die Rede ist von Bertolt Brechts berühmten Geschichten vom Herrn Keuner, an denen der Autor seit 1929 schrieb, und in denen er meist von sich selbst erzählt. Seit Ende 2000 im Nachlass einer Schweizer Dokumentarfilmerin ein Koffer mit Brecht-Texten gefunden wurde, die dieser 1949 bei seinem Umzug nach Ostberlin nicht mitgenommen hatte, gibt es neue Keuner-Geschichten. Manfred Krug liest 12 dieser neuen, bis dahin unbekannten und 38 der bereits berühmten Prosastücke.

Der Schauspieler, der am Berliner Ensemble Brechts seine Karriere begann, trägt die alten und neuen Geschichten vom Herrn Keuner (in Süddeutschen bedeutet „keuner“ „keiner“) mit einem zurückhaltend, leicht ironischen Akzent vor. Seit er 1977 nach Unterzeichnung der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns nach West-Berlin übersiedelte, ist Krug u. a. durch den „Tatort“ und die Serie „Liebling Kreuzberg“ zu einem der bekanntesten deutschen Schauspieler geworden. Nicht, dass Krug die vielen Dialoge zwischen dem Alter Ego Bertolt Brechts und den Fragestellern eintönig oder wenig abwechslungsreich lesen würde — nein keineswegs –, aber die häufigen pädagogischen, teils vor Lebensweisheit triefenden Anweisungen im Sinne eines korrekten Verhaltens im politisch-sozialen Kontext werden durch seinen Tonfall angenehm entschärft.

Brecht

Berthold Brecht

Mit heiterer Stimme und Feingefühl trägt er beispielsweise Keuners erstaunlich aktuelle Meinung über mustergültiges Autofahren vor, zeichnet das liebevolle Porträt eines Elefanten, der K’s Lieblingstier ist, und bringt die Geschichte Wenn Haifische Menschen wären sehr überzeugend zu Ohr. „Der Denkende“, der so kluge Sentenzen über die Liebe, den Erfolg, die Gastfreundschaft, die Veränderung (in Das Wiedersehen) oder die Haltung des Weisen formuliert, kommt in Krugs ironischer Diktion unbeschwert zur Geltung. Die zurückgenommene Virtuosität, mit der er die Kunstfigur Keuner spricht, ist ein charmanter Rahmen für die Moral, die Lehre und Weisheit des strengen Bert Brecht! Fazit: Manfred Krug, einer der populärsten Schauspieler Deutschlands, ausgestattet mit Ecken und Kanten, präsentiert hier eine sehr feinfühlige Interpretation der bekannten Prosa eines der größten Dramatikers des 20. Jahrhunderts. Hört sich gut an! (Quelle: culture.text)

Manfred Krug

Manfred Krug

Besetzung:
Manfred Krug (Sprecher, piano)

BackCover

Titel:
01. Mühsal der Besten 0.16
02. Wenn ich mit den Dingen 0.12
03. Wenn Herr K. einen Mensch liebte 0.22
04. Erfolg 0.30
05. Die Frage, ob es einen Gott gibt 0.31
06. Beispiel einer guten Belehrung 0.32
07. Deine Theorie hat Löcher 0.17
08. Herr K. und die Natur 1.10
09. Form und Stoff 1.20
10. Gespräche 0.26
11. Herr K. schätzte Freundlichkeit… 0.27
12. Warten 0.21
13. Die dritte Sache 9.28
14. Herr K. vertritt die Leute 0.45
15. Herr K. und der Ausdruck 0.35
16. Herr K. über Höflichkeit 1.18
17. Ruhm 0.23
18. Herr K. und der Tod 0.12
19. Lehren 0.16
20. Herr K. und die Konsequenzen 1.24
21. Herr K. sagte: Es ist Unfug, dass… 0.29
22. Gastfreundschaft 0.43
23. Erträglicher Affront 0.16
24. Verlässlichkeit 0.39
25. Herr K. sah sich die Zeichnung an 0.28
26. Das Altertum 1.24
27. Weise am Weisen ist 0.47
28. Originalität 1.27
29. Herr K. fährt Auto 0.36
30. Keuner, befragt über die Arbeit 1.01
31. H. K. und die Lyrik 0.30
32. Musik von der Stange 1.09
33. Das Schlechte ist auch nicht billig 1.20
34. Eine gute Antwort 0.31
35. Der natürliche Eigentumstrieb 1.35
36. Herr K. und die Katzen 0.55
37. Herrn Ks. Lieblingstier 1.52
38. Gerechtigkeitsgefühl 0.42
39. Wenn die Haifische Menschen wären 4.20
40. Das Horoskop 1.11
41. Der unentbehrliche Beamte 0.43
42. Maßnahmen gegen die Gewalt 2.18
43. Herr K. und die deutsche Politik 2.00
44. Vaterlandsliebe: der Hass gegen 1.13
45. Das Lob 0.17
46. Herrn K. läuft ein Schüler weg 0.34
47. Als Herr K. in die Emigration ging… 0.59
48. Zwei Städte 0.30
49. Da Wiedersehen 0.21
50. Herr K. war nicht für Abschied 0.27

Alle Texte: Berthold Brecht

HerrK03

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Eine Leihgabe aus dem Schallarchiv des Herrn Ärmel … Vielen Dank !

Huusmeister – Neuland (2005)

FrontCover1Irgendwie war es gar nicht so einfach … Materialien über das Kölner Trio „Huusmeister“ zusammenzutragen.

Eine neue Formation am Kölschen Musikhimmel,, die eigene Lieder in einer akustischen Besetzung spielt, wie es in Köln Tradition ist. Gitarre, Mandoline, Akkordeon eignen sich wunderbar für einen schmissigen und dennoch gefühlvollen echten Klang. In den Texten wird nicht ständig von Kölsch, dem Dom und lecker Mädchen gesungen, aber hier u. da kommen diese Themen schon vor. Wie im richtigen Leben eben…..

Huusmeister Hanjo Butscheidt ist ein kölscher Leedermächer (Liedermacher) im Stil der Singer/Songwriter angloamerikanischer Art und die Mischung aus lokaler, sprachlicher Verwurzelung und seiner persönlichen Sicht der Dinge ohne Kölschtümelei macht den Reiz seiner Texte und Lieder aus. Die „Huusmeister“ entwickeln seit einigen Jahren mit Gitarren, Mandoline und Akkordeon einen eigenen Stil in Richtung Folkrock. Unabhängig von Trends und Firmen – Huusmeister produzieren auf dem eigenem kleinen Label Neuland –, findet diese Musik in und um Köln immer mehr Freunde und Beachtung. 2004 waren Huusmeister zum Internationalen Bardentreffen in Nürnberg eingeladen. (Jutta Mensing:)

Und Hanjo Butscheid schrieb im August 2003 dann folgendes zur Entstehung dieser Band:

Vor einigen Jahren schrieb ich ein Lied mit dem Titel „Huus us kölsche Tön“, das aus dem Wunsch entstand, ein imaginäres musikalisches Haus zu schaffen, in dem die Lieder wie Zimmer sind und das ein geistiges Gegengewicht zur alltäglichen, nicht immer einfachen Wohnraumsituation in unserer Heimatstadt sein sollte. Als ich weiterhin darüber nachdachte, wie ich, der ich immer alleine mit der Gitarre unterwegs war, eine musikalische Gemeinschaft nennen wollte, die ich anstrebte, kam mir die Idee zu HUUSMEISTER, der oder die in diesem Haus der Fantasie wohnen und sich auskennen.
Im Laufe der Zeit ist ein schönerer Gedanke aus dem Hintergrund getreten, der den Begriff HUUSMEISTER vertieft. Wenn wir unsere Persönlichkeit und alles, was dazugehört, Körper, Geist und Gefühle als ein Gebäude betrachten, in dem wir zu Hause sind, dann ist es wichtig, dieses gut zu kennen, um sich darin wohlzufühlen. Unsere Lieder sind in diesem Zusammenhang ein Versuch, Tiefen und Untiefen des Lebens auf eine eigene kölsche Art auszuloten.

Huusmeister02

Und hier nun ihr Debütalbum, das – auch wenn ich nicht alle Texte so richtig verstehe – ein zutiefst sympathisches Album ist.

Dieses Album ist ein Glücksfall für die deutsche Musik … nicht nur in Köln und Umgebung.

Aber mittlerweile hat sich dieses Ensemble längt aufgelöst, aber alle drei machen wacker in anderen Formationen oer solo weiter.

Hanjo Butscheidt

Hanjo Butscheidt

Hanjo Butscheidt schreibt z.B. 2016 über seine musikalische Entwicklung folgendes:

Begann 1979, beeinflusst durch Wolfgang Niedecken, Lieder in kölscher Mundart zu schreiben und sang auf Strassem und in Kneipen. Mit der Band „Huusmeister“ in der Besetzung Gitarre, Mandoline, Akkordeon und Bass von 2001 bis 2007 unterwegs, drei CDs in Eigenproduktion und eine Einladung zum Nürnberger Bardentreffen 2004. Der kommerzielle Erfolg blieb aus, auch mit den nächsten beiden Solo-CDs in kölscher Mundart. Seit 2013 Texte in deutscher Sprache, Demoaufnahmen im trauten Heim. Was ich von Meister Hesse gelernt habe, ist: „Um das Mögliche möglich zu machen, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ (Text anlässlich seiner Bewerbung zu einem Wettbewerb der Udo Lindenberg Stiftung)

Leider fehlt meinem Exemplar (irgendwann, irgendwo auf einem Flohmarkt erstanden) das Begleitheft, von daher kann ich nicht mit weiteren Informationen aufwarten … Wie gesagt, die Band ist so irgendwie aus den Köpfen der Menschen verschwunden .. .von daher: höchste Zeit wieder mal an Huusmeister zu erinnern.

Huusmeister03

Huusmeister auf dem Bardentreff in Nürnberg, 2004

Besetzung:
Hanjo Butscheidt  (vocals, guitar)
Frank Denhard (guitar, mandolin)
Pete Haaser (accordeon)

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Titel:
01. Vermess 3.09
02. Hinger der Britz 4.39
03. Wunder 6.26
04. Junge Frau (mem aale Kopp) 3.02
05. Wasser weed zo wing 3.17
06. Neuland 4.55
07. Wat do bes 4.59
08. Loss et laufe 4.18
09. Mädche us Düsseldorf 3.19
10. Colonia 4.04
11. Künsler 4.37
12. Unger Fründe 4.07

Musik und Texte: Hanjo Butscheidt – Frank Denhard  – Pete Haaser

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Chöre der Städtischen Musikschule Gelsenkirchen – StimmenGEmisch (2004)

frontcover1Und wiedermal singe ich das hohe Lied auf die Musik von „Amateuren“, diesmal erwischt es die Städtische Musikschule Gelsenkirchen:

Die Städtische Musikschule Gelsenkirchen wurde wohl im Jahre 1980 gegründet … und 2005 feierte diese Schule ihr 35jähriges Bestehen … u.a. mit dieser CD

Aufgenommen wurde sie im Jahr 2004 … im Rahmen einer Galavorstellung im Schloss Horst, Gelsenkirchen und wer sich für Vokalmusik interessiert oder gar begeistert. dem kann ich nur empfehlen .. zuzugreifen, denn hier präsentieren „Amateure“ Vokalmusik … die einen nicht kalt lassen kann.

An der Städtischen Musikschule Gelsenkirchen gibt es einen sehr gut ausgebauten Fachbereich Gesang. Interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene finden hier neben dem Angebot, im Gesangsunterricht die eigene Stimme zu schulen auch die Möglichkeit, in einer der verschiedenen Chorgruppen mitzuwirken. (Selbstdarstellung)

Und möglich wurden diese superbe Aufführung (aufgenommen am 27. Juni 2004 im Schloss Horst, Gelsenkirchen) durch das Engagement des musikalische Leiter all dieser Chöre: Alfred Schulze-Aulenkamp:

Alfred Schulze-Aulenkamp studierte Schulmusik, Dirigieren/Chorleitung, Germanistik und Musikwissenschaft in Köln und Bonn. Wichtige Impulse erhielt er in verschiedenen Meisterkursen sowie auf internationalen Symposien und Festivals. Ein besonderes Anliegen seiner Arbeit mit Laienchören ist die altersgerechte stimmliche Schulung der Sänger und die Erarbeitung eines breiten Repertoires. Seit 1990 ist Alfred Schulze-Aulenkamp hauptamtlich an der Städtischen Musikschule Gelsenkirchen tätig. Als Verantwortlicher für den Fachbereich „Gesang“ ist ihm die Leitung des Kinder- und Jugendchores sowie des Frauenchores „TonArt“ (bis Dezember 2010) anvertraut. Im Sommer 2005 übernahm Alfred Schulze-Aulenkamp die Leitung der Gelsenkirchener Musikschule. Seit 2006 ist er Künstlerischer Leiter des Städtischen Chores Recklinghausen. (Quelle: neue-philharmonie-westfalen.de)

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Alfred Schulze-Aulenkamp

Ein erstaunliches Album, nicht nur weil man sich wiedr einmal davon überzeugen kann, welch famose Leistungen im Bereich der Amateurmusik möglich sind, sondern auch, weil die Auswahl der Lieder sehr beeindruckend ist.

Man hätte es sich auch leicht machen können, und allseits bekannte Lieder (Kinderlieder, Musicalmelodien etc.) zu präsentieren.

Nein, man präsentierte einen bunten Strauß samt und sonders unbekannter Lieder … (zumindest für mich – und ich dachte, ich kenne mich da ein wenig aus !)) … Und dabei grub man z.B. Lieder aus den Jahren 1530 und 1560 („Tourdion“ und „E est bel et bon“)

So gesehen darf ich hier wieder mal ein Album präsentieren, dass in die Kategorie „unbekannte Schätze heben“ fällt.

Ach ja … am Klavier begleitet Oliver Jung (ehemaliger Schüler der Städtischen Musikschule Gelsenkirchen) all die fidelen Sänger.

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Alfred Schulze-Aulenkamp überreicht dem Bürgermeister von Newcastele (UK) justament diese CD

Besetzung:

besetzung

Titel:

Kinderchor:
01. Gloria (Stephens) 2.20
02.  I Am A Poor Wayfaring Stranger (Badings) 3.35
03. This We Know (Bikkenbergs) 3.03

Vorchor:
04. Lasst uns tanzen, lasst uns singen (Mühling) 0.56
05. Hochzeit in der Puszta (Janosa) 2.11
06. Lächelnd kommt der Sommer (Bresgen) 0.42
07. Es war ein kleiner Junge (Goße) 1.14

Kinderchor:
08. Gula, gula  (Buchenberg) 2.52
09. Sindis (Abtrio) 2.36
10. Dubula (Traditional) 4.53
11. I´m Gonna Up A Yonder (Hawkins) 4.27
12. Pusque bu pars (Goldman) 5.06

Jugendchor:
13. Skyahumba (Traditional) 1.52
14. Tourdion (Traditional) 1.07
15. E est bel et bon (Traditional) 1.21
16. Come Again (Downland) 1.24
17. For The Beauty Of The Earth (Rutter)
18. Blue Skies (Traditional) 3.06
19. Remember Me (Fowler) 3.27

Frauenchor Tonart
20. Der Ring (Dvrocak) 2.45
21. Salve Regina (Busto) 3.30
22. Der Wassermann (Schumann) 2.01
23. Oh, minu elad (Tuten) 1.33
24. Tawes on sininen (Traditional) 2.52
25. Pa fjliet i sol (Petersen-Berger) 3.06
26. Balooga Dance (Engelbracht) 3.12

cd1

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schlosholstgelsenkirchen

Schloß Holst, Gelsenkirchen