Ladi Geisler – Günter Märtens trifft Ladi Geisler (2007)

FrontCover1Mir scheint, es werden hier noch etliche Beiträge über Ladi Geisler erscheinen, denn die Spurensuche über diesen deutschen Jazz- und Unterhaltungsmusiker ist mehr als lohnenswert. Und eine Spurensuche dieser Art entspricht mir halt sehr.

Hier nun eine Art Hörbuch, in der Ladi Geisler eben aus seinem Leben berichtet und ja, es sind halt Anekdoten.

Leider oftmals ein wenig geschwätzig, oftmals ein wenig zu sehr selbstgefällig, oftmals ein wenig zu sehr eitel und mehr als einmal wird Ladi Geisler einfach unterbrochen in seinem Redefluß und das kann ich schon mal auf den Tod nicht ausstehen.

Sein Gesprächspartner Günter Märtens spielt da eine eher unglückliche Rolle.

Erzählt der Ladi Geisler, dass er nach dem Kriegsende in der Gefangenschaft mit der Gitarre erstmals in Berührung kam … Märtens: „Kurz nach Kriegsende ? Wann war da so ?“ … aber die Antwort fällt ihm dann doch noch selber ein: 1945 ! Wer hätte das gedacht !

Erzählt der Ladi Geisler, dass er sich selbst seine Tonabnehmer gebastelt habe, aus alten Wehrmachtsbeständen … Märtens (bemüht witzig): „Das hört sich abenteuerlich an … aus alten Handgranaten hast du dir Tonabnehmer gebaut“ … ha ha ha … sehr witzig.

Günter Märtens, selbst ein Musiknarr war damals übrigens Gitarrist bei der großartigen Kapelle „Ulrich Tukur und die Rhythm Boys“ … vielleicht sollte er mehr Gitarre spielen … als Gesprächspartner für Projekte dieser scheint mir sein Talent eher limitiert zu sein.

Booklet03A

Ladi Geisler mit Eduardo Garcia (Studiotechnik) und dem Gesprächspartner Günter Märtens

Die von beiden Seiten ausgestrahlte bemühte Witzigkeit schmälert die Qualität dieses Hörbuches … und letztlich bleibt es eben bei mehr oder weniger launigen Anekdoten … des wirkliche Leben des Ladi Geislers, das auch ganz sicher von Höhen und Tiefen geprägt war, geprägt war … davon erfahren wir hier kaum etwas. Und gelegentlich bringt Ladi Geisler ein paar Dinge durcheinander … aber das sei einem damals 80jährigem Mann nun wirklich verziehen.

Auch wenn ich schon ein wenig enttäuscht war … es gibt natürlich schon auch immer wieder Einblicke in die Geschichte der deutschen Unterhaltungsmusik der deutschen Nachkriegszeit … von daher … gebe ich eine dezente Empfehlung.

Zumal man auch ein paar feine Gitarrenbeiträge hören kann, einschließlich einer eher widerwilligen Version von „Ännchen von Tharau“ (Geisler: „Gehört ja eigentlich nicht zu meinem Programm“)

Erwähnenswert ist dann noch das Begleitheft … Eine Kurzbiographie von Birgit Niels, und auch Günter Märtens erzählt, wie er auf Ladi Geisler gestoßen ist …

Booklet05A.jpg

Besetzung:
Ladi Geisler im Gespräch mit Günter Märtens

Booklet02A

Titel:
01. Baiao Cacula (Das Lied, das wir hören …) 9.18
02. Du hast doch mal mit Hildegard Knef zusammen gearbeitet … 3.08
03. Ladi, eines deiner großen Ideale war immer Django Reinhardt 4.09
04. Ein anderes Idol von mir war Joe Pass 7.11
05. Night And Day (Lass uns noch mal bei Les Paul ansetzen) 8.29
06. Noch jemanden hast du kennengelernt, nämlich Louis Armstrong 7.02
07. Die Amerikaner mochten den Sound von Bert Kaempfer 10.29
08. Du warst auch in Japan … 6.01
09. Bevor du bei der Gitarre gelandet bist … 9.10
10. Ladi, du bist jetzt seit über 60 Jahren Berufsmusiker 5.42

CD1.jpg

 

*
**

WidmungUlrichTukur

LadiGeisler.jpg

Miloslav Ladislav „Ladi“ Geisler (* 27. November 1927 in Prag; † 19. November 2011 in Hamburg)

Christian Brückner, Götz Alsmann & Roger Willemsen – Ich bin nicht Karl May (Hörbuch) (2007)

FrontCover1.jpgUnd jetzt ein durch und durch amüsantes Hörbuch, das zugleich auch sehr lehrreich ist, bzw. sein kann für alle Karl My Fans, und die, die es noch werden wollen.

Ausgangspunkt für diese Hörbuch war eine öffentliche Lesung im Rahmen der sog. „lit.COLOGNE“, des internationalen Literaturfestes in Köln. Die Veranstaltung fand am Dienstag, den 14. März 2006, um 19.30 Uhr im Theater am Tanzbrunnen (Köln-Deutz) als ein außergewöhnlicher Karl-May-Abend statt.  Unter dem Titel ‚Ich bin nicht Karl May‘ ließen Götz Alsmann, Roger Willemsen und Christian Brückner bitten.

Aus der Vorankündigung dieser Veranstaltung:

„Winnetou hat nicht nur zahllosen Kindern beigebracht, bei einem aufgeschürften Knie die Zähne zusammenzubeißen, er hat auch einen eigenen Lexikoneintrag. Sein Erfinder steht ihm nicht nach: Zu Karl May gibt es mehr als 38 Millionen Interneteinträge, zahllose Symposien und Museen, er wird gefeiert und persifliert. Auf der lit.COLOGNE gibt es einen Abend ohne rosa Brille und Indianerperücke, aber mit Erstaunlichem aus seinem Leben: Jeder weiß, dass er Amerika erst im Alter bereiste, aber wussten Sie, dass er sich als junger Mann als Falschgeldfahnder ausgab? Karl May war ein verrückter, eitler Phantast, hatte ein außerordentliches Talent zur Selbstvermarktung und eine hilfreiche Psychose: die Pseudologica Phantastica, das zwanghafte Annehmen von fremden Identitäten. Götz Alsmann erzählt aus diesem Leben, Christian Brückner liest Bekanntes und Unbekanntes aus Mays Werken. Und Roger Willemsen findet mit Ein Schuss, ein Schrei einen ganz eigenen Zugang zu den berühmten Texten.“

Hüllentext

Auszug aus dem Begleittext von Traudl Bünger

Und dieses Hörbuch ist eben ein Mitschnitt von dieser Veranstaltung und wir erfahren alles was man über Karl May wissen muss:

Karl May litt am so genannten Münchhausensyndrom, zwanghaft nahm er Rollen an und hochstapelte sich durch sein gescheitertes Leben. Ein Leben wie geschaffen für die Interpretation dreier großer Entertainer:
GÖTZ ALSMANN führt amüsant und kurzweilig durch die Biografie Karl Mays und

Buch.jpg

Ebenfalls sehr empfehlenswert: Das ganz spezielle Willemsen Karl May Buch

enthüllt viel Unbekanntes und Unglaubliches über den großen Autor. Zur Seite stehen ihm ROGER WILLEMSEN, mit einer Auswahl seiner Karl May-Lyrik, und CHRISTIAN BRÜCKNER, der Texte des Autors vorliest – von einer Winnetou-Episode bis hin zu Briefen.
Gekrönt wird die Live-Aufnahme von einer Gesangseinlage der drei Interpreten.
Aus einem rauschenden Abend auf der lit.COLOGNE ist ein Live-Hörerlebnis geworden, das selbst Winnetou aus dem Sattel geworfen hätte. (Pressetext)

„Die Entdeckung der dunklen Seite Karl Mays, einer der Höhepunkte der lit.COLOGNE 2006.“ WDR

Nun, mit diesen vollmundigen Texten hat es schon seine Berechtigung:Sicherlich gäbe es mehr und anderes über Karl May zu sagen, aber was die Autoren hier bringen, ist so gekonnt formuliert und dargeboten, dass es riesigen Spaß macht, zuzuhören. Dabei hatte ich nie den Eindruck, dass die Vortragenden sich über Karl May lustig machen – eher spürt man Mitgefühlt mit dem Winnetou-Autor, der es in seiner Jugend wahrlich nicht leicht hatte. (kirchli)

Karl May: ein wahrlich abenteuerlicher Hochstapler … und ich bin mir sicher: Die drei Akteuere dieses Hörbuches haben ihn in ihrer Kindheit heiß und innig geliebt .. .so wie ich.

Traudl Bünger.jpgErgänzend zu dieser wunderbaren Hommage gibt es dann noch einen feinen Begleittext von Traudl Bünger:

Traudl Bünger, geboren 1975 in Siegburg, studierte in Köln Literaturwissenschaften und Mathematik und promovierte über »Narrative Computerspiele«.

Sie ist Programmredakteurin des internationalen Literaturfestivals lit.COLOGNE, Kritikerin im »Literaturclub« des Schweizer Fernsehens und schrieb gemeinsam mit Roger Willemsen den Bestseller »Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort. Die Weltgeschichte der Lüge«. Für die Arbeit an »Lieblingskinder« erhielt sie ein Aufenthaltsstipendium der Villa Sträuli, Winterthur. Traudl Bünger lebt in Köln.

Und damit nicht genug. Am Ende wird dann noch der Pierre Brice Song „Winnetou, du warst mein Freund“ intoniert … man erwarte hier bitte keine gesangliche Höchstleistungen !

Booklet02A.jpg

Besetzung:

Besetzung.jpg

Titel:
01. Den Westen malte er Banal … (Willemsen) 1.22

Der Tod Klekhi-Petras:
02. Klekhi Petra rief ein Indianerwort … (Brückner) 7.20

Der Knabe Karl:
03. Karl May hatte nicht nur als Autor … (Alsmann) 6.50

Der Falschgeldfahnder:
04. Nach verbüßter Haftstrafe ist Karl May … (Alsmann) 3.43

Der Plantagenbesitzer von Martinique:
05. Januar 1870. Bewohner des böhmischen Algersdorf … (Alsmann) 1.37
06. Geehrtester Herr! Meine erste Bitte an Sie … (Brückner) 1.13
07. Die Beamten lassen jeden Verdacht … (Alsmann) 0.21

Das Waldröschen oder die Verfolgung rund um die Erde:
08. Während dieser Haftstrafe findet Karl May … (Alsmann) 0.52
09. Von den südlichen Ausläufern … (Brückner) 7.47

Winnetou:
10. Nach dem Erfolg des Waldröschens … (Alsmann) 0.46
11. Was für zauberhafte Blüten … (Willemsen) 4.19

Die Old Shatterhand Legende:
12. Karl Mays Reiseerzählungen … (Alsmann) 0.49
13. Zwischen Texas, Arizona, Neu-Mexiko … (Brückner) 2.42
14. Die Rolle des Abenteurers ist für Karl May … (Alsmann) 0.26
15. Ja, ich habe das alles … (Brückner) 1.43

Der sprachbegabte Abenteurer:
16. Die Old-Shatterhand-Legende … (Alsmann) 0.39
17. Hierauf ein gräßlicher Schrei … (Brückner) 0.51
18. Auch Geschenke seiner Freunde … (Alsmann) 1.28
19. Er sprang auf mich ein … (Brückner) 0.37
20. Kara Ben Nemsi muss seine gigantischen Kräfte … (Alsmann) 0.10
21. Bleiben noch die zwei Aladschy … (Willemsen) 1.53
22. Die Körperkraft muss Karl May … (Alsmann) 0.33
23. Ich spreche und schreibe: Französisch, Englisch … (Brückner) 0.43
24. Zu Old Shatterhand gehören natürlich seine legendären Waffen … (Alsmann) 0.21
25. Gestatten Sie eine Frage, Herr Doktor … (Brückner) 0.49
26. In Erklärungsnot bringt Karl May auch Winnetous Silberbüchse … (Alsmann) 0.21
27. Mein Henrystutzen und mein Bärentöter … (Brückner) 1.26

Von Freunden und Feinden:
28. In seinem ersten biographischen Text … (Asmann) 0.15
29. Es ist Dienstag früh Punkt Sieben … (Brückner) 3.46
30. Gerne berichtete Old Shatterhand bzw. Kara Ben Nemsi … (Alsmann) 0.32
31. Scheint der Mensch auch schnellverderblich … (Willemsen) 3.36

Der Star:
32. Old Shatterhand respektive Kara Ben Nemsi … (0.28)
33. Wie lange ich ohne Besinnung … (Brückner) 3.37
34. Pseudologica Phantastica, die Sechste … (Alsmann) 0.47
35. Dieser allerorts beliebte und viel bekannte Reiseschriftsteller … (Brückner) 0.56

Die Fernreise:
36. 1899, mit 57 Jahren, macht sich Karl May … (Alsmann) 2.19
37. Oft ist er zwischendurch im Zimmer … (Brückner) 0.28

Die Lebenskrise:
38. Ähnlich wie Karl May beim Schreiben geht es auch seinen Fans … (Alsmann) 1.37
39. Ardistan und Dschinnistan … (Willemsen) 3.46

Winnetou du warst mein Freund:
40. Tragischerweise rächen sich für Karl May im Alter die Sünden … (Willemsen) 1.56
41. Winnetou, du warst mein Freund (Kunze/Böttcher) (Alsmann/Brückner/Willemsen) 2.45

CD1

*
**

Meinem Hörbuch war dann noch eine Werbe-CD mit Auszügen von anderen Hörbüchern beigelegt. Die kommt dann demnächst mal.

Gerhard Polt – Rafael Schmitz, der Pommfritz – Tellerrandgeschichten (Hörbuch) (2007)

FrontCover1.jpgIch bin ja, wie alle in meinem Bekannten- Freundeskreis wissen – bekennender Poltianer … Und von daher kommt es natürlich, dass ich diese eher seltene und ziemlich abstruse Scheibe mein eigen nennen kann.

Und dies ist abenteuerliche Geschichte:

Auf dem Pappteller in der berühmten Fernsehshow „Die Talkrunde in aller Munde“ begrüßt Moderator Rafael Schmitz der Pommfritz seine versammelten Gäste: ein Wiener Schnitzel, eine Berliner Bulette, eine traurige Fleischfliege, eine Fettwolke aus der Friteuse, einen weitgereisten Virus sowie die ungleich starken Partner Knorpel und Sehne. Special guests: die singenden Salmonella-Sisters. Das Gesprächsthema: Der Mensch!

Nun ja, es gibt ganz sicher bessere Polt Aufnahmen … hier zelebriert er irgendwie seinen dadaistischen Humor … und der kam nicht überall gut an, zumal es zum Teil doch ziemlich unappetitlich zugeht.

GerhardPolt02.jpg

Eine Polt Lesung mit seinen Tellerrandgeschichten.

Die Poltsche Tellerrandgeschichte ist eher langweilig. Eher uninspiriert. Die Fähigkeiten des G. Polt blitzen nur zu selten auf. Die auftretenden Personen werden auch noch viel zu wenig deutlich abgegrenzt. Es wird auch nicht so ganz klar, soll das eine Talkrunde im Pappteller sein, oder ein zufälliges Treffen? DA hätte G. Polt am ganzen Plot noch ein wenig feilen müssen.

Eher ein schwaches Polt Produkt. Daher nur ein Stern.

Das Buch ist – ohne die CD – völlig sinnlos, völlig humorfrei und unverständlich. (Bei der CD kann man sich wenigstens noch an der Poltschen Stimme erfreuen). (Peter Schneider)

Nun, ganz so krass sehe ich das nicht, aber ich bin ja auch ein Poltianer !

BackCover1.jpg

Besetzung:
Gerhard Polt (Sprecher)

Booklet1.jpg

Titel:
01. Rafael Schmitz, der Pommfritz – Tellerrandgeschichten (Polt) 23.23

CD1.jpg

*
**

Tray1.jpg

Patrick Süskind – Das Vermächtnis des Maitre Mussard (gelesen von Hans Korte) (2007)

FrontCover1Der Patrick Süskind (* 26. März 1949 in Ambach am Starnberger See)  hat ja weitaus mehr geschrieben als nur den Besteller „Das Parfüm“ (1985). Hier ein kleines Hörbuch mit dem Titel „Das Vermächtnis des Maitre Mussard“ das 1995 als Teil des Buches „Drei Erzählungen“ (eine Sammlung von 3 Erzählungen halt), die allerdings schonin den 80er Jahren geschrieben wurden.

Eine zunächst amüsant skurril wirkende, sich dann zu immer bedrängenderer Unheimlichkeit entwickelnde Geschichte erzählt Patrick Süskind hier durch Hans Korte, der sich bereits als Sprecher der „Geschichte von Herrn Sommer“ und dem Roman-Hörbuch „Das Parfüm“ als hervorragender Interpret des Süskindschen Werks eingeführt hat.

Maître Mussard liegt auf den Tod – sein Vermächtnis soll, bevor es zu spät für ihn, es zu überliefern und zu spät für die Welt, es zu empfangen, zu Papier gebracht werden – und koste es alle Kraft seines geschundenen Körpers. „Paralysis stomachosa“ ist die ärztliche Diagnose, die er für sich in Anspruch nimmt. Mussard hat durch naturkundliche Forschungen einen mysteriösen Vorgang entdeckt, der alles Lebende auf der Erde versteinern, genauer gesagt, vermuscheln läßt und der nun
auch von ihm Besitz ergriffen hat. Eindringlich beschreibt der Todgeweihte mit sich versteifenden Gliedern und ersterbender Kraft den schrecklichen Verlauf seines Verfalls, seiner „Vermuschelung“.

Patrick Süskind

Patrick Süskinds aberwitzige Geschichte, die zuerst in dem Bändchen 70008 „Drei Geschichten“ aus der Reihe „Kleine Diogenes Taschenbücher“ erschien, wird von Hans Korte unter die Haut gehend eindringlich gelesen – ein fesselndes Hörbüchlein von 52 Minuten, die wie im Fluge vergehen und in die man sich tief hineinziehen lassen kann. Hinterher ist man froh, ganz normal seine Glieder strecken zu können – oder habe ich da eben einen merkwürdigen Schmerz in den Gelenken gespürt…? (Frank Becker)

Und in der Tat: die Magie dieses Hörbuches liegt nicht nur an diesem eindringlichem Text, sondern auch und erst recht an Hans Korte mit seiner markanten Stimme und Sprachbildung. Und deshalb ein paar Informationen über diese großen Schauspieler, der so allmählich in Vergessenheit gerät:

Hans Korte (* 8. April 1929 in Bochum) ist ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher.

Hans Korte studierte Musik und spielt verschiedene Instrumente. Neben seinem Schauspielerberuf ist er auch als Dirigent und Opernregisseur tätig gewesen. Er war auf vielen Theaterbühnen zu Hause; allgemein bekannt wurde er durch Rollen in Fernsehfilmen und -serien, unter anderem als pensionierter Gewerkschaftsfunktionär „Max Reuther“ an der Seite von Will Quadflieg und Mario Adorf in Dieter Wedels Der große Bellheim (1992) und als Unterweltpate im Wedel-Epos Der König von St. Pauli (1997). Für die letztgenannte Produktion sprang er ein, da Günter Strack erkrankt war und Mario Adorf nicht zur Verfügung stand. Eine weitere TV-Rolle übernahm er als Augsburger Brauerei-Unternehmer „August Meyerbeer“ in der erfolgreichen ZDF-Serie Samt und Seide (1999–2004). Des Weiteren wirkte er in Serien wie Kathrin ist die Beste, Mit Leib und Seele (ZDF 1989/1992) und Lorentz und Söhne mit.

Korte spielte an Bühnen in Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, Kassel, Frankfurt am Main und München. Von 1965 bis 1979 war er festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele und am Bayrischen Staatsschauspiel, wo er unter anderem als Hicketier in Carl Sternheims Bürger Schippel und als Theobald Maske in Die Hose auftrat. Er spielte den Mephisto im Faust und den Dorfrichter Adam in Der zerbrochne Krug, Galy Gay in Bertolt Brechts Mann ist Mann, den Shlink in Im Dickicht der Städte und den Peachum in der Dreigroschenoper. In Friedrich Dürrenmatts Totentanz-Paraphrase Play Strindberg war er als Edgar zu sehen und trat in dessen König Johann-Bearbeitung auf.

In den vergangenen Jahren macht Hans Korte sich auch als Sprecher von Hörbüchern einen Namen. Im August 2006 erschien ein von ihm gelesenes Hörbuch zu Patrick Süskinds Das Parfum. Daneben arbeitete Korte auch als Synchronsprecher und lieh seine Stimme u. a. Claude Rains (Mr. Smith geht nach Washington), und Keith Michell als James Cook in dem Fernsehmehrteiler Wind und Sterne.

Hans Korte wohnt in München und ist mit der deutschen Schauspielerin Barbara Rath verheiratet. In erster Ehe war er mit der Schauspielerin Karin Eickelbaum verheiratet. Er ist Vater des Puppenspielers Thomas Korte. (Quelle: wikipedia)

HansKorte

Sprecher:
Hans Korte

BackCover1

Titel:
01. Teil 01 / 4.40
02. Teil 02 / 5.15
03. Teil 03 / 4.35
04. Teil 04 / 4.43
05. Teil 05 / 5.34
06. Teil 06 / 4.10
07. Teil 07 / 5.37
08. Teil 08 / 5.43
09. Teil 09/ 3.16
10. Teil 10 / 6.32
11. Teil 11 / 1.09

CD1

 

*
**

Verschiedene – Skandal! – 30 Jahre Spider Murphy Gang -Mir feiern a bayerische Band (2007)

FrontCover1Es gibt wohl nicht viel deutsche Bands, die ein ‚“Tribute“ Album spendiert bekommen haben.

Die Spider Murphy Gang ist eine davon:

Die schelmisch-freche Hommage von Michael Mittermeier, „Ein Skandal wird 30!“ am Schluss des Albums Skandal! Wir feiern a bayerische Band – 30 Jahre Spider Murphy Gang, bringt es auf den Punkt. Neben den 17 Künstlern, die sich auf teils verblüffende Weise die Ohrwürmer der bayerischsten aller Rock n Roll-Band zur Brust nehmen, umreißt der Comedystar das Phänomen und dessen immensen Einfluss auf bayerischen Blues, Rock, Punk – und auch Comedy. Die Lieder der Spider besitzen hohe Elastizität, doch selbst bei Versionen, die stilistisch enorm vom Origianl abrücken, wie etwa Blumentopf mit einer Hip-Hop-Variante von „Amerika“ oder String of Pearls „Herzklopfen“ als Couplet, blitzt noch der gradlinige Rock‘n‘Roll-Witz durch.

Die stilistische Vielfalt von Bananafishbones bis Rainhard Fendrich, von läßigem Country bis krachigem Punk ist so riesig, dass sich viele Highlights aneinanderreihen. Zeitgenossen wie Werner Schmidbauer, Willy Michl, EAV schlüpfen nahtlos ins Spider-Kostüm, wobei Hans-Jürgen Buchner (Haindling) auf seine einzigartig wehmütige Weise die „Rosmarie“ interpretiert, Dr. Will den „Cadillac“ zu einem schrägen New-Orleans-Krimi ausmalt, und die Ludwig Seuss Band „Vic-a-vis“ als Cajun hört.

Booklet01A

Den größten SMG-Hit „Skandal im Sperrbezirk“ rotzt die junge Band Killerpilze so frisch und enthusiastisch hin, als wäre er ihr gerade selber eingefallen. Dieses Tribute-Album zeigt, wie viele zeitlose Klassiker á la „Schickeria“ die Münchner über ihre Heimatstadt geschrieben haben und damit längst in die Alltagssprache eingegangen sind. (Ingeborg Schober)

Neben einem lustigen Schlusswort vom Michael Mittermeier, finden sich hier 17 Künstler der untschiedlichsten Art ein, um eine Band zu würdigen, die im letzten Jahr ihr 30jähriges Jubiläum feiern durfte.

Booklet03A.jpg

Die Spider Murphy Gang, die in den Achtzigern einen Hit nach dem anderen hatte und dessen „Skandal im Sperrbezirk“ und „Schickeria“ auch heute noch zu den Klassikern im Radio und auf Konzerten zählen.

Neben meiner Meinung nach einigen leichten Durchhängern wie beispielsweise die Fassung vom „Cadilac“ (Dr. Will) oder „Autostop“ (Claas Vogt) findet man hier einen gelungen Überblick über das Schaffen der Spider Murphy Gang und das in oftmals ungwohnter musikalischer Art, die einem die Frage stellt, warum haben die Spiders nicht selber einmal ihre alten Hits im neuen Gewand aufgenommen?

Booklet04A

„Zwoa Zigaretten“ von den Bananafishbones im coolen Countrystyle, „Rock’n’Roll Rendezvous“ vom EAV Frotnman Klaus Eberhartinger, der diesem genialen Song ein völlig neues Leben einhaucht mit seiner lässigen Art seines Gesanges, „Schickeria“ (Rainhard Fendrich im sympathischen Wiener Schmäh) sowie „Vis-a-Vis“ vom Spiderskeyboarder Ludwig Seuss sind in meinen Augen die Höhepunkte dieser, wie ich finde genialen, CD. Auch die mir zunächst ungewohnte Art „Amerika“ (Blumentopf), die mit dem Orginal nur noch der Sample „Amerika“ vom Günther gemein hat oder der „Skandal“ von den Killerpilzen, gefällt einem nach mehrfachen hören, da hier diese Songs völlig anders, frisch und jung daher kommen. Respekt an die Spiders, das sie diese Songs so abgenommen haben. Auch „Herzklopfen“ im 50ties Style von String of Pearls, die „Rock’n’Roll Schuah“ von der bayerischen Rock’n’Roll Combo „Cagey Strings“ oder die geniale Umsetzung von „Rosemarie“ vom Hans Jürgen Buchner (Haindling) sowie das Instrumentalstück „Sommer in der Elisabeth“ vom Wortakrobaten Willy Astor, der hier gekonnt die beiden Hits „Sommer in der Stadt“ und „Pfiat di Gott Elisabeth“ kombiniert sind wahre Ohrenperlen.

Booklet05A.jpg

Durch und durch ein Sampler, der auf den ersten Blick überraschend daherkommt aber – vor allem durch mehrmaligen Hörens – seine Vielfalt aufzeigt, da er völlig andere musikalische Wege geht und den Songs ein neues und frisches sowie modernes Leben einhaucht ohne den Song in seiner Art und Weise, wie er im Orginal klingt, zu zerstören.

Wie schon eingangs erwähnt, frage ich mich, warum haben die Spiders diesen Weg nie eingeschlagen? Mut zu neuem. Warum nicht eimal die eigenen alten Hits im neuen Gewand? (Matty)

Vielleicht deshalb, weil die Originalversionen dann doch die feinsten Versionen bleiben, das trübt aber nichts an diesem netten Tribute Album. Allerdings fehlte mir dann doch der großartige, textlich so ganz andere Song „FFB“ !

BackCover1

Titel:
01. Bananafishbones: Zwoa Zigaretten (Sigl) 2.21
02. Werner Schmidbauer: Sommer in der Stadt (Sigl) 3:18
03. Klaus Eberhartinger: Rock’N’Roll Rendezvous 3:03
04. Killerpilze: Skandal Im Sperrbezirk (Berry/Sigl) 3:04
05. Hans-Jürgen Buchner (Haindling): Rosmarie (Busse) 2:58
06. Rainhard Fendrich: Schickeria 3:37
07. Willy Michl: Schuitog 4:33
08. Willy Astor: Sommer in der Elisabeth 3:31
09. Ludwig Seuss Band: Vis-A-Vis 3:57
10. Blumentopf: Amerika 3:38
11. United Balls: Mit’m Frosch im Hois und Schwammerl in de Knia 3:27
12. Viva Voce: Ich Grüße Alle Und Den Rest Der Welt 2:59
13. Dr. Will: Cadillac 4:12
14. The Fabulous Braincandy: Uh Uh I Fancy You (Oh Oh I Mog Di So) 2:08
15. Cagey Strings: Rock’N’Roll Schuah 2:54
16. String Of Pearls: Herzklopfen 4:08
17. Claas Vogt feat. B. Flintstone: Autostop (Berry/Sigl) 424
18. Michael Mittermeier: Ein Skandal wird 30! (Mittermeier/Kemmler) 7.48

CD1

*
**

SpiderMurphyGang2017_01

Die Spider Murphy Gang im Jahre 2007

Nevo Mavar – Das angenehme Piano No. 3 (2007)

FrontCover1Wer kennt sie nicht: Jene namenslose Pianisten, die in Bars, Restaurant oder im Lounge-Bereich eines Hotels aufspielen … Notiz nimmt man eigentlich kaum von ihnen, aber wäre diese perlende Klaviermusik nicht da, da würde so einem wie mir was fehlen. Und immer wieder haben ich sie heimlich beobachten, wie sie im feinen Frack und mit einer ewig guten Laune im Gesicht ihren sicherlich nicht sonderlich gut bezahlten Job verrichten. Und wenn ich dann begleitet von oftmals sentimentalen Klängen mir so vorstellte, wie diese Pianisten abseits der glänzenden Fassade eines solche Etablisements ihr Leben „fristen“ (so kam es immer in den Sinn), konnte ich selbst ein wenig schwermütig werden.

Nevo Mavar schreibt über diese CD: „Die Idee war: Musik zum Dinner so angenehm wie möglich zu machen, denn wenn man ißt, möchte man nicht durch zu eindringliche Musik vom kulinarischen Genuss abgelenkt werden. Es sind außerdem mit Sicherheit Gäste da, die naturgemäß jeder für sich einen eigenen musikalischen Geschmack haben, verschiedenen Alters sind und somit nicht so leicht unter einen Hut zu bringen sind.

So lag der Gedanke nahe, nicht Musik zum zuhören zu spielen, sondern vielmehr eine Art Atmosphäre im Raum zu schaffen, die nicht ein bewusstes Zuhören verlangt, sondern nebenbei aufgenommen wird. Für mich hieß es folglich: nicht auf den Rhythmus zu setzen, sondern auf eine beinahe chanson- oder romanzenartige musikalische Präsentation zu achten.

Diese dritte CD dieser Reihe setzt die Schöpfung der Atmosphäre eines Galadinners fort, denn jedes Dinner ist für den jeweiligen Pianisten immer ein Galadinner.

Zum Programm: Eine bunte Mischung bekannter Melodien und eigener Titel, mit vielen kleinen Übergängen die eine fast pausenlose Darbietung ermöglichen und jeden Tag ein anderes Gesicht zeigen. Wie im richtigen Leben!

Sollten Sie mit Freunden einmal einen Kaffeenachmittag verbringen, legen Sie diese CD auf und Sie werden merken: Es liegt was in der Luft!“

NevoMavar
Nun, um es kurz zu machen, diese CD ist ein Kleinod dieser Gattung von Musik; nicht nur weil Nevo Mavar etliche eigene und durchaus hörenswerte Kompositionen zum besten gibt (sogar ein flotter Senioren-Boogie ist mit im Programm), sondern weil er sie wirklich kunstvoll mit den Fremdkompositionen verknüpft … Insgesamt sind mindestens 4 Ausgaben dieser „Das angenehme Piano … “ erschienen.

Leider habe ich über diesen Pianisten so gut wie nichts an weiteren Informationen gefunden,; er ist in Bad Reichenhall zu Hause, ich glaube aufgrund des Namens nicht, dass er Deutscher ist … irgendwie und irgendwann hat ihn sein Lebensweg eben in die bayerische Alpen verschlagen …

Und irgendwie gehörte er mal  zu der Firma Amaz-Music Factory e.U. in Mattighofen/Österreich, einer Musikagnetur, die ihren eigentlichen Schwerpunkt im Bereich österreichische Country-Musik hat.

Und irgendwann mal hatte er in dem Nobelhotel Axelmannstein, Bad Reichenhall ein längeres Engagement (zumindest weist eine eigene CD mit dem Titel „Memories Of Axelmannstein“ darauf hin). Und viel mehr habe ich dann auch nicht mehr herausfinden können … nun denn …

… und weil ich gleich wieder ein wenig sentimental werde, widme ich diesen Eintrag all jenen namenslosen Pianisten auf der ganzen Welt …

BackCoverA

Besetzung:
Nevo Mavar (piano)

BookletA

Titel:

01. Medley 1: 13.18
1. Ein Schiff Am Königssee (Mavar) 3.01
2. I Could Have Danced All Night (Loewe) 2.10
3. Jedesmal wenn der Regen kommt (Mavar) 2.54
4. Das kleine Kirchlein (Mavar) 2.00
5. C´est si bon (Betti) 3.10

02. Medley 2: 14.31
1. Bossa In The Night (Mavra) 3.11
2. Around The World (Young) 2.53
3. If You Think (Mavra) 2.46
4. Die einsame Trompete (Mavra)
5. Carbaret (Kander) 2.30

03. Medley 3: 14.00
1. Ein Abend ohne dich (Mavra) 3.25
2. Singing In The Rain (Brown) 2.42
3. Der Weg zu dir ist ein Regenbogen (Mavra) 3.18
4. Charmaine (Rapee/Pollack) 2.05
5. Good Morning Mr. Boogie (Mavra) 2.26

04. Medley 4: 17.29
1. Traum (Pavlov) 3.05
2. Closing Time (P.Mavar) 2.573. Letitia (Lazar) 3.18
4. Raindrops Keep Falling On My Head (Bacharach) 2.08
5. Eine Liebe geht zu Ende (Mavar) 3.02
6. Night In Casablanca (Mavar) 2.58

05. Medley 5: 17.48

1. Du, immer wieder (Mavar) 3.10
2. Sie hiess Doreen (Mavar) 3.35
3. Yorki (Lazar) 2.19
4. Dezember (Mavar) 3.31
5. Finally Home (P.Mavar) 3.01
6. Honeysuckle Rose (Waller) 2.10

CD1.jpg

*
**

Die Ärzte – Jazz ist anders (2007)

FrontCover1Mit diesem Album wollten es Die Ärzte wohl wieder mal wissen. Auf jeden Fall war der Promotionsaufwand für diese Scheibe ganz schön enorm.

Zur Promotion wurde das Album vor der Veröffentlichung mit „Jazz isst anders“ betitelt, was einige Fans über ein zweites Konzeptalbum nach Le Frisur, diesmal übers Kochen und Essen, spekulieren ließ. Nicht nur, dass die einzelnen Titel des Albums umbenannt wurden (z. B. Küchenjunge, statt Junge oder Schimmelblau statt Himmelblau), auch die komplette Diskographie wurde passend zum Thema Kochen geändert, ähnlich dem Löschen von Bela aus der Bandbiographie zur Veröffentlichung von der Single „Dinge von denen“ aus dem Album Geräusch.

Die Verpackung der CD-Version ähnelt einem Pizzakarton und hat ca. die Maße 130 x 130 x 20 mm. Der ebenfalls in einem Pizzakarton erhältlichen Vinyl-Version liegt ein Internetgutschein bei, mit dem der Käufer sich die Lieder kostenlos im MP3-Format (256 kbps) herunterladen kann. Die Schallplatte selbst ist eine Picture-LP, wobei die A-Seite einen Pizzabelag darstellt und die B-Seite einen Pizzaboden. Die 7″-Bonus-EP stellt eine Tomatenscheibe dar.

Die Bonus-EP verfügt zusätzlich über den Hidden Track „Nimm es wie ein Mann (a.k.a Kurt Cobain)“, welcher sich auf der CD vor dem eigentlich ersten Stück befindet bzw. beim MP3-Download als vierter Song der EP erscheint. Auf der Vinyl-Version befindet sich der Hidden Track auf der B-Seite nach dem dritten Titel. Quelle: wikipedia)

PizzapackungAAber damit noch nicht genug:

Zur Tournee „Es wird eng“ und „jazzfäst“ verkauften die Ärzte exklusiv für 7,00 € eine CD, welche eine alternative Version des Albums ist, die den Titel „Jazz ist anders Economy“ trägt. Hierbei handelt es sich um eine Version des Albums, die die Ärzte unter Live-Bedingungen im Proberaum einspielten und dabei sowohl Melodien als auch Texte massiv veränderten.[8] Neben den – wie auch auf dem originalen Album enthaltenen – 16 Titeln findet sich ein kurzer Hidden Track auf dem Album, bei dem es sich um eine Kurzfassung des Liedes „Was hat der Junge doch für Nerven“ handelt. (Quelle: wikipedia)

Booklet05A

Jetzt aber endlich zur Musik:

„Es war derart viel von einer Krise der Ärzte zu lesen, dass mancher gleich den Marburger Bund einschalten wollte. Verschwörungstheoretiker wähnten „Jazz ist anders“ nach langer Pause und diversen Nebenjobs bereits als Schwanengesang. Ein Kollege vom Musikexpress fühlte sich sogar dazu hingerissen, den Beatles-Vergleich zu zücken: Das elfte Album der Ärzte sei ihr „Let it be“, mit Songs so hingebungsvoll romantisch und sowieso voller Anspielungen auf das baldige Ende. „Vorbei ist vorbei.“ Und dann steckt auf der Bonus-Tomate im Pizzakarton von „Jazz ist anders“ auch noch ein Lied titels „Wir waren die Besten“. Das Präteritum als Abschied.

Doch, Moment! Bonus-Tomate? Pizzakarton? Genau, schon das Artwork des elften Albums von Die Ärzte albert herum, als hätte es seit „Geräusch“ keine vier Jahre gut gefüllter Pause gegeben. Da muß niemand erst warm laufen, das zündet direkt. Der gestandene Ärzte-Hörer wird es sogar verkraften, dass die Berliner es vom Start weg überraschend ernst meinen. Ob es die hoffnungsfrohe Melancholie von „Himmelblau“ ist oder das selbstbewusste „Lied vom Scheitern“ – Ironie ist anders. Moll sind die Akkorde, und die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber natürlich mogeln sich die Debilitäten dann doch wieder hinterrücks in die Texte: „Ich bin immer dann am besten / Wenn mir keiner ins Regal pisst.“

Die Zielgruppenbefriedigung auf „Jazz ist anders“ geht eben so: Rod gibt sich „Breit“, Bela sieht zu „Hämoglobin, Weib und Gesang“ ein „Licht am Ende des Sarges“, und Farin hüpft Ballermann-kompatibel durch „Lasse redn“. Denn dort lauert zwischen Elektronikzwitschern und den abstrusen Verleumdungen der lieben Nachbarn eine ewige Wahrheit: „Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild / Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht / Aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht.“

Die neue Ernsthaftigkeit, die sich schon im wunderbaren „Junge“ Gedanken über die Zukunft macht, war schon auf „Geräusch“ keineswegs ein schicker Ersatz fürs Erwachsenwerden. Die eingebauten Hintertürchen zeigen einen dritten Weg jenseits von Ha-Ha-Lustigkeit und Düsseldorfer Betroffenheit. Da ist eben eine mörderische Tragödie wie „Nur einen Kuss“ ebenso möglich wie die bittere Beziehungsabrechnung „Heulerei“ oder das selbstmitleidige „Living hell“. Und weil aus dem Nebenher wieder ein Miteinander geworden ist, passen die Songs zueinander wie Arsch auf Eimer.

Die Lust steckt nämlich in den Details. Im Zappelfunk von „Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend)“ mit seinem herrlichen „Pflegeleicht“-Refrain, im Schallala-Kitsch von „Niedliches Liebeslied“ oder im tollwütigen Kreischen der herrlichen Raubkopiererbestrafungsphantasie „Tu das nicht“: „Und es läuft keine Musik auf Deiner Beerdigung / So.“ Aber „Jazz ist anders“ ist ohnehin viel zu lebendig für den Friedhof. „Dracula wohnt nicht mehr hier / Hier gibt’s nur noch den lustigen Vampir.“ Jetzt muss sich nur noch die Schinkenformscheibe aus dem neuen Die-Türen-Album mit der Tomate von „Jazz ist anders“ vermählen. Alles wird guten Appetit.“ (Oliver Ding)

Nicht verschwiegen werden soll allerdings auch, dass die webnsie laut.de zu einem ganz anderem Urteil kommt.

Mir ist das eher wurscht, denn ich gehöre eh nicht zur Zielgruppe dieser Band. Aber dennoch: Die Ärzte bleiben eine ganz schön schwergewichtige Formation unter dem deutschen Himmel.

Aber jetzt beschäftige ich mich dann doch lieber mit der 4. Folge der Edition „Swing tanzen verboten“.

DieÄrzte02

Besetzung:
Bela B. (Dirk Felsenheimer) (drums, vocals, guitar)
Rodrigo González (bass, vocals, guitar, piano)
Farin Urlaub (Jan Vetter) (vocals, guitar, bass)

DieÄrzte01

Titel:
01. Himmelblau (Urlaub) 3.16
02. Lied vom Scheitern (Felsenheimer) 3.29
03. Breit (Urlaub/González) 3.14
04. Lasse redn (Urlaub) 2.49
05. Die ewige Maitresse (González/Felsenheimer) 2.24
06. Junge (Urlaub) 3.07
07. Nur einen Kuss (Urlaub) 4.25
08. Perfekt (Felsenheimer) 2.35
09 . Heulerei (Urlaub) 2.13
10. Licht am Ende des Sarges (Felsenheimer) 2.47
11, Niedliches Liebeslied (González/Felsenheimer) 3.40
12. Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend) (Urlaub) 2.13
13. Allein (Urlaub) 3.50
14. Tu das nicht (Felsenheimer) 3.52
15. Living Hell (Urlaub) 3.41
16. Vorbei ist vorbei (Urlaub) 3.04
17.  Nimm es wie ein Mann (a.k.a. Kurt Cobain) (Felsenheimer/González) 1.54

+ die EP:

18. Wir sind die Besten (Urlaub) 2.29
19. Wir waren die Besten (Felsenheimer) 4.14
20. Wir sind die Lustigsten (González) 4.35

CDA

*
**