Anja Krug – Metzinger – Die teuflischen Jahre – Dokumentation (2008 – TV rip) (In memoriam Hans. A. Nikel)

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Der Gründer der legendären Satirezeitschrift „pardon“ ist nun verstorben.

Und weil diese Zeitschrift mich nicht nur viele, viele Jahre begleitet hat, sondern eben auch beprägt und beeinflusst hat, hier eine erste Annäherung an den Menschen Hans. A. Nikel. Es kann und wird nicht die letzte Annäherungen an diese so facettenreiche Person sein.

Und zum Einstieg zum Abschied, eine wahrlich mehr als sehenswerte Dokumentation (Radio Bremen/ARTE) aus dem Jahr 2008:

Wie Hans A. Nikel mit ̧ ̧Pardon“ die Republik aufmischte:

Der eine suchte Redaktionsräume für die Zeitung, der andere wollte nicht länger
Immobilienmakler sein, sondern lieber Redakteur: So begannen unmittelbar nach
1945 Karrieren, so begann die Karriere des Hans A. Nikel. Damals, im zerbombten
Frankfurt, vermittelte er der Süddeutschen Zeitung Bürofläche und durfte im
Gegenzug dort schreiben. Der Neu-Journalist war bald wieder weg und brachte es
schließlich 1962 zum Verleger einer Satirezeitschrift, die der verspießten Republik
ziemlich zusetzte: Pardon. Das Blatt mit dem Teufelchen im Logo, das eine Melone hebt, habe dem „trägen Körper“ Bundesrepublik doch etwas Sauerstoff eingehaucht, merkt der Gründer selbst in einem alten TV-Beitrag an.

An die Sauerstoffzufuhr à la Nikel, erinnert nun eine Dokumentation von Anja
Krug-Metzinger auf Arte, die den damaligen Pardon-Macher einerseits zusammen
mit seinem Mitkämpen Gerhard Kromschröder über alte Fotos sinnieren lässt und
den 79-Jährigen andererseits in seinem heutigen Leben als Künstler und Mystik-
Experten im hessischen Bad Homburg zeigt – weit vor den Toren der Stadt
Frankfurt/Main, dem Zentrum des Pardon-Aktionsjournalismus. Die Truppe brachte
im Anti-Atom-Kampf Eierbriketts als Brennstäbe unter die Bürger, marschierte
verkleidet als Bild-Verkäufergruppe mit einem Steckbrief des Chefredakteurs Peter
Boenisch („Der Menschenjäger“) ins Springer-Haus oder präsentierte auf der
Buchmesse einen Fake-Führer als „Adolf Hitler Superstar“.

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Die Erstausgabe von „pardon“ (Grafik: Loriot … )

Das sind alte Geschichten, doch die Sache mit dem Sauerstoff lässt die Frage
aufkommen, wie eingefahren derzeitige Verhältnisse sind. Der Verleger von einst
jedenfalls wirkt immer noch schelmisch, wenn er von einer vorgetäuschten „LSD-Party“ erzählt, über welche die Frankfurter Rundschau (FR) empört berichtete:
Dabei hatte die Zeitung selbst ein ähnliches Fest machen und jedem Gast 300 Mark
für LSD zur Verfügung stellen wollen, wie der ehemalige FR-Redakteur Nikel erfuhr.

Solche Enttarnung machte dem Blattmacher Spaß.
Der Rahmen einer Fernsehbiografie ist zu klein, um das Leben einen Getriebenen
wie „Mister Pardon“ zu greifen. Das frühe Ende der Jugend im schlesischen Bielitz,
das Glück, dem Feuerinferno von Dresden knapp entronnen zu sein, die Abkehr vom
DDR-Drill in Erfurt, das Studium bei Adorno, die Gründung der Deutschen
Verbrauchervereinigung, der Start des eigenen Verlags, die Organisation der
Kriegsdienstverweigerer. Nikel meinte es immer politisch.

Höhepunkt war Pardon, die Zeitschrift, mit der es sich satirisch gegen Aufrüstung,
Kernkraft und die Verdrängung der NS-Zeit kämpfen ließ. In Spitzenzeiten verkaufte
sie mehr als 300 000 Hefte und genoss den Stress mit der Justiz. 1980 nahm Nikel
wieder seine Studien auf, promovierte 1983 in Philosophie über Meister Eckart und
fertigte mehr als 100 Bronzeskulpturen. Die liebste ist ihm „Der Andere“, weil es in
Gesellschaften ja immer jemanden gebe, der ausgeschlossen werden soll. (Quelle: Süddeutsche Zeitung, 2009)

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Hans A. Nikel mit Konstantin Wecker

Oder aber auch:

Hans A. Nikel (geb. 1930) ist einer der ersten Deutschen, die den folgenreichen Aufbruch aus der Adenauer-Republik anbahnten. 1962 gründete und leitete er Europas größte literarische Satirezeitschrift und ließ das deutsche Wirtschaftswunder mit subversiver Satire aufeinanderprallen. Nikel erfand eine völlig neue Art von politischer Publizistik: Die „pardon-Aktionen“ sorgten regelmäßig für Aufregung in der Bundesrepublik, Veränderungen wurden bis in den Bundestag hinein angestoßen.

Seine Bekanntheit nutzte der couragierte Publizist, um der Öffentlichkeit vorzuleben, was lebendige Demokratie bedeutet. Wie kaum jemandem gelang es ihm, Massenbewegungen zu mobilisieren. Nikel ist Initiator und Mitbegründer der Kriegsdienstverweigerung in der Bundesrepublik Deutschland sowie der Deutschen Verbrauchervereinigung – aus der dann später die Verbraucherzentralen und die Stiftung Warentest hervorgingen. Als erste größere Zeitschrift Europas löste pardon eine bundesweite Kernkraftdiskussion aus. Durch viele pardon-Aktionen begann sich eine „grüne“ Bewegung zu konstituieren. Diese von Nikel mitinitiierten neuen sozialen Bewegungen bahnten den Weg für Bürgerinitiativen und die Studentenbewegung. Bereits in den 50er und 60er Jahren hatte Nikel viele provozierende Bücher herausgebracht: Zahlreiche Autoren wurden durch ihn entdeckt und berühmt. Loriot war einer von ihnen Schließlich folgten viele erfolgreiche Erstveröffentlichungen durch zuvor unpublizierter Autoren wie Robert Gernhardt, Walter Hanel, Chlodwig Poth, Felix Rexhausen, Hans Traxler, F. K. Waechter. Nach 18 Jahren beendete Hans A. Nikel seine Herausgebertätigkeit und verkaufte „Pardon“. In der vorerst letzten Phase seiner Entwicklung begann Nikel eine intensive Arbeit als Künstler und Bildhauer und fand so eine weitere Sprache für seine Anliegen. „Teuflische Jahre“ zeichnet das Portrait eines Menschen, der den kritischen Zeitgeist der Republik entscheidend mitgeprägt hat. Ein deutscher Demokrat der ersten Stunde zieht Bilanz. (Quelle: ard.de)

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Hans A. Nikel mit Daniel Cohn-Bendit

Ich habe damals die Zeitschrift „pardon“ geliebt … und als sich Nikel dann der Spiritualität zuwandte, hae ich nur verständnislos mit dem Kopf geschüttelt. Diese Dokumentation macht für mich heute vieles – auch aus dieser Lebensphase – begreiflich.

Und natürlich: Der Nikel war auch ein begnadeter Selbstdarsteller … und selten wie noch nie zuvor, war mir ein derartiger Selbstdarsteller so was von sympathisch.

Und wie gesagt: Dies ist erst der Anfang … In meinem Keller lagern diverse Jahrgänge von „pardon“ … 2019 wird es ein paar dieser Ausgaben gelingen … hier nochmals aufzutauchen …

Produktion, Buch und Regie: 
Anja Krug – Metzinger

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„pardon“ drehte schon früh den Spieß um: Nackte Männer … angezogene Frau

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Nikel mit Gerhard Kromschröder, damals …

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… und 2008

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Man kam damals …mit List und Tücke … in as Verlagsgebäude der Axel Springer AG

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Die damalige „pardon“ Redaktion bei der Arbeit

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Die „LSD“ Party nimmt seinen Lauf … (1967)

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So sahen sie damals aus, die Freaks von „pardon“ (der Finger zeigt übrigens auf den legendären Clodwig Poth)

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Der Nikel wagt ein Tänzchen …

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Fritz Rau hält ne Laudatio auf Nikel

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Nikel promovierte 1983 in Philosophie mit einer Arbeit über Meister Eckhart.

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Als 14jähriger hatte er Kriegsdienst zu leisten

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Und noch 2009 kamen ihm die Tränen, als er über diese Zeit berichtete

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Die „pardon“ Redaktion mit dem „Hitler“ Double

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Ganz schön üppig: Das Wohnzimmer des Künstlers Nikel

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Der Künstler bei der Arbeit

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1951 … Der Verbraucher … er sollte informiert sein

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Eine weitere Zeitschrift aus dem Hause Nikel: „DM“ (der Vorläufer von „Stiftung Warentext“ und natürlich“pardon“

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Aktiv gegen die damalige Wiederbewaffnung der BRD

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Als eine der ersten Presseorgane, thematisierte „pardon“ die Gefahren atomarer Energiegewinnung

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Grafik: Kurt Halbritter

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Na ja … und dann zweitausendeins

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Und auch der „Stern“ bekam sein Fett ab …

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Von dieser legendären LP verkaufte man damals doch glatt 500.000 Stück …

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Der Schah …. 1967

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Nikel agitiert … oben ohne …

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Der Künstler Nikel bei der Arbeit

 

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Franz-Josef Strauß konnte keine einzige Klage gegen „pardon“ gewinnen

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Das schaut nach Liebe aus: Hans A. Nikel mit seiner 2. Ehefrau

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Hans A. Nikel auf dem Festival Burg Waldeck

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Hans A. Nikel (Johannes Alfons Nikel; * 23. Februar 1930 in Bielitz; † 27. Dezember 2018 in Bad Homburg vor der Höhe)

1962 gründete Hans A. Nikel in Frankfurt Europas größte literarische Satirezeitschrift „pardon“ und kommentierte fortan das deutsche Wirtschaftswunder mit subversivem Humor. Nikel, der das Blatt 18 Jahre leitete, erfand eine völlig neue Art von politischer Publizistik: die „pardon“-Aktionen sorgten regelmässig für Aufregung (und Prozesse) in der Bundesrepublik. Seine satirische „Guerilla“-Taktik setzte auf die mediale Öffentlichkeit um Massenbewegungen zu mobilisieren. Die von Nikel mitinitiierten neuen sozialen Bewegungen bahnten den Weg für Bürgerinitiativen und die Studentenbewegung.
Das Portrait eines Mannes, der den kritischen Geist der Republik entscheidend mitgeprägt hat. Ein deutscher Demokrat der ersten Stunde zieht Bilanz.

Eckhart von Hirschhausen – Die Leber wächst mit ihren Aufgaben (2008)

FrontCover1Das kommt sicherlich auch nicht alle Tage vor, dass ein Arzt sich als Humorist betätigt:

Eckart von Hirschhausen (* 25. August 1967 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Moderator, Zauberkünstler, Kabarettist, Comedian und Schriftsteller.

Eckart von Hirschhausen studierte mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes an der Freien Universität Berlin, der Universität Heidelberg sowie am Royal Free Hospital in London Medizin. 1993-1994 arbeitete er als Arzt im Praktikum in der Kinderneurologie der Freien Universität Berlin und promovierte 1994 magna cum laude zum Thema „Wirksamkeit einer intravenösen Immunglobulintherapie in der hyperdynamen Phase der Endotoxinämie beim Schwein“.[1]
als Künstler

HirschhuasenSchon während seiner Studienzeit sammelte Eckart von Hirschhausen erste Bühnenerfahrungen als Zauberkünstler und Varietémoderator (u.a. im Wintergarten Berlin, GOP Varieté Theater Hannover und Schmidt Theater in Hamburg).
In der Kombination von wissenschaftlichen Inhalten und komödiantischer Darbietung erschuf er das Medizinische Kabarett als neues Genre, bei dem er Wert auf die Themen Laienaufklärung und Gesundheitsförderung legt („Wenn ich aber Herrschaftswissen der Medizin verbreite und brauchbar mache, ist das etwas zutiefst Aufklärerisches, das die Menschen wollen und brauchen.“[2]). Im Oktober 2013 startete bereits sein fünftes Programm „Wunderheiler – Wie sich das Unerklärliche erklärt“, in dem er sich u.a. mit Medizin und Magie beschäftigt. Seit 2011 sind er und Hellmuth Karasek auch mit der Show Ist das ein Witz?: Kommt ein Literaturkritiker zum Arzt … deutschlandweit unterwegs.

Nach seiner Ausbildung als Arzt absolvierte er ab 1994 das Aufbaustudium Wissenschaftsjournalismus und schreibt seitdem als Gastautor für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften wie Der Tagesspiegel, Welt am Sonntag und Focus. Als regelmäßiger Kolumnist war er für Stern[4], emotion, Playboy, Berliner Morgenpost und Hamburger Morgenpost tätig. Aktuell erscheinen seine Kolumnen „Hirschhausens Sprechstunde“ in Stern Gesund leben und „Hirschhausens Hirnschmalz“ in Gehirn&Geist.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit als Kabarettist begann 2007 seine Karriere als Buchautor. Ähnlich dem Medizinischen Kabarett kombinierte er die Themen Medizin und Humor so überzeugend miteinander, dass er viele Leser für sich gewinnen konnte und mit seinen beiden Werken Die Leber wächst mit ihren Aufgaben und Glück kommt selten allein… monatelang die Spitze der Bestsellerlisten im Bereich Sachbuch anführte und ihn über 5 Mio. verkaufte Exemplare zum erfolgreichsten Sachbuchautor 2008 und 2009 machten.

Von 1998 bis 2003 moderierte er im hr-fernsehen die wöchentliche Ratgebersendung service: gesundheit und von 2004 bis 2006 löste er im ARD-Wissenschaftsmagazin W wie Wissen in der eigenen Rubrik „Hirschhausen wills wissen“ die Fragen der Zuschauer.

Gemeinsam mit Bettina Tietjen führt Eckart von Hirschhausen seit September 2009 einmal im Monat durch die NDR-Talksendung Tietjen und Hirschhausen. Seit dem Jahr 2010 moderiert er des Weiteren in der ARD die Wissensshows Frag doch mal die Maus und Hirschhausens Quiz des Menschen (bis 2013: Das fantastische Quiz des Menschen). Seit 2012 leitet er gemeinsam mit Vince Ebert die WDR-Sendung Der dritte Bildungsweg.

BuchVon Hirschhausen lebt, mit Unterbrechung für sein Studium an der University of London, seit seinem ersten Lebensjahr in Berlin. Sein Bruder ist der Wirtschaftswissenschaftler Christian von Hirschhausen.

Bereits im Medizinstudium interessierte sich Eckart von Hirschhausen für die u.a. vom US-amerikanischen Arzt Patch Adams propagierte positive Wirkung des Lachens. Gemäß dem Motto „Wer Schmerzen hat, sollte also nicht allein sein und etwas zu lachen haben.“ gründete er 2008 seine Stiftung HUMOR HILFT HEILEN, die Clowns in Krankenhäuser und Pflegeheime bringt (bereits in über 40 deutschen Städten), sich für die Weiterbildung von Ärzten, Pflegekräften und Clowns einsetzt und das therapeutische Lachen in Medizin, Arbeitswelt und Öffentlichkeit fördert. Des Weiteren engagiert sich von Hirschhausen für Gesundheit und Glück als Inhalte der Schulbildung und unterstützt den europaweiten Wettbewerb Be Smart Don’t Start zum Nichtrauchen an Schulen sowie als Lesebotschafter die Stiftung Lesen. Von ihm gefördert werden u.a. noch die Deutsche Krebshilfe, Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Ärzte ohne Grenzen. Außerdem ist er Mitglied des Kuratoriums der Bundesliga-Stiftung und des wissenschaftlichen Beirats des Netzwerkes „Singende Krankenhäuser“.

Seinen ersten Fernsehauftritt hatte er 1995 als zaubernder Kandidat in Jürgen von der Lippes Show Geld oder Liebe. Von Oktober 2007 bis Ende 2008 war er mit der „Hirschhausen Akademie“ regelmäßiger Gast in der Late-Night-Show Schmidt & Pocher. Hinzu kommen u.a. Auftritte bei Ottis Schlachthof, Mitternachtsspitzen und Willkommen bei Mario Barth.

2008 übernahm er eine Rolle in dem Film Insel des Lichts. (Quelle: wikipedia)

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Leben Verheiratete länger oder kommt es ihnen nur so vor? Sind Callcenter der direkte Weg in den Wahnsinn? Und warum sieht man auf alten Fotos immer jünger aus? Arzt und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen kennt sich aus im Leben, ihm ist nichts Menschliches fremd. Mit diagnostischem Blick entdeckt er das Komische in Medizin und Alltag und komme zu erstaunlichen Ergebnissen: Kindern muss man Gemüse verbieten, Glückstee regt einen tierisch auf und die Bahn ist eine buddhistische Sekte. Ihm ist nichts Menschliches fremd und niemand ist vor ihm sicher: ob Tomatensafttrinker, Saunagänger oder Orthopäden. Keine Angst, es ist nur ein kleiner Pieks. Rechtzeitig zur Fußball-EM warnt der Arzt vor zu ausgiebigem Kopfballspiel. Denn das Köpfen nicht gut ist fürs Hirn, wissen wir spätestens seit der Französischen Revolution. Hirschhausen entdeckt den nächtlichen Volkssport Gaumensegeln , das Gassigehen mit dem inneren Schweinhund, oder das Ungeheuer von Well-Ness. Er kennt die echten Dickmacher die Löcher im Käse und bekennt sich als Butter-Bretzel-Fetischist. Mit Liebe zum Detail und den Menschen lernt er Gelassenheit nicht mit Ayurveda, sondern im indischen Straßenverkehr. Endlich erklärt jemand, warum Verheirate nicht länger leben, es ihnen aber so vorkommt, und was wirklich zählt, um gesund zu bleiben.  (Werbetext)

Man muss ihn nicht mögen … aber gelegentlich macht auch dieser „medizinischer“ Humor Spaß !

Live-Lesung aus dem Theater „Die Wühlmäuse“ in Berlin

Besetzung:
Eckhart von Hirschhausen (Sprecher)

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Titel:
01. Bewegung – Ich bin doch nicht blade 7.34
02. Klöster – Es geht ums Überleben 4.41
03. Namen – Initiale Fehlentscheidung 5.38
04. Sauna – Ungeheures aus Well-Ness 6.10
05. Tatoos – Das geht auf keine Kuhhaut 4.35
06. Fruchtfliegen – Endlich nie mehr allein 5.12
07. Call-Center – Bei Anrufweiterleitung Mord 6.29
08. Fotounrealismus – Lächeln auf Knopfdruck 5.01
09. Flugangst – Tomatensaft als Blutersatz 9.17
10. Wein – Die Leber wächst mit ihren Aufgaben 10.26
11. Humor hilft heilen
+
12. Stille Wasser (schlecht versteckter Hidden Track) 8.12

Alle Texte: Eckhart von Hirschhausen

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Filmband Tiffanys – Fleisch ist mein Gemüse (Soundtrack) (2008)

FrontCover1.jpgIch habe ja neulich den Film „Fleisch ist mein Gemüse “ in den höchsten Tönen gelobt und von daher verwundert es vermutlich nicht, wenn ich nun nur zu gerne den Soundtrack zu diesem Film nachschiebe …

Als Heinz Strunk zum ersten Mal die Band “Tiffany´s“ hörte, in der er in den nächsten zwölf Jahren Saxophon und Querflöte spielen sollte, war er nicht gerade begeistert: “Klöter klöter klöter, schrammel schrammel schrammel, matsch matsch matsch. Auch der Sound war eine Katastrophe. Katzenmusik. Und dem Publikum war es immer seltsam egal gewesen. Entweder, weil sie es nicht anders gewohnt waren, oder vielleicht auch, weil das dilettantische Geklöter bewies, dass die Band wirklich live spielte.“

Doch zur Entschuldigung der über niedersächsische Dorffeste tingelnden “Tiffany´s“ muß vorgebracht werden, dass sie sich in keinster Weise als Musiker verstanden. Sie sahen sich vielmehr als “Mucker“, die einen oft mehr als fünf Stunden andauernden Liveauftritt “abzuliefern“ hatten. Seine Erlebnisse mit “Tiffany´s“ und deren Bandleader Gurki mit den meisterlichen Anmoderationen (“Swing time is good time – good time is better time!“) verarbeitete Strunk alias Mathias Halfpape zum tragikomischen “ziemlich autobiografischen“ Buch “Fleisch ist mein Gemüse“, das sich mehr als 250.000mal verkaufte und von Christian Görlitz auch äußerst launig verfilmt wurde.

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Ein sehr schönes Nebenprodukt ist das durchaus bewusstseinserweiternde Soundtrackalbum, das auch den potentiellen von Bela B. komponierten Hit “Gestern ist vorbei“ enthält. Bereits im Film wurden die Szenen auf 70er-Jahre- Hochzeiten und Schützenfesten äußerst lebensnah nachgestellt und intensiv ausgespielt. Für die CD intoniert die Filmband, zu der auch die Original-“Tiffany´s“ Heinz Strunk und Jens Carstensen gehören, “beherzt aufgemischte“ und gnadenlos ausgespielte Versionen damaliger Fetenhits wie “Needles And Pins“, “Dans op de deel“, “Geil“ oder “Polonäse Blankenese“. Unweigerlich werden nicht immer erfreulich Erinnerungen wach, denn öfter als nötig musste ich als kleiner Junge in niedersächsischen Käffern miterleben wie in knallbunte Festgewänder gezwängte Menschen stundenlang zu Musik geschwoft haben, die sie sich ansonsten niemals freiwillig angehört hätten. Doch aus sicherer Distanz betrachtet und gelauscht macht der ganze Quatsch sehr viel Spaß. (Quelle; hightlightzone.de)

Film Title: Fleisch ist mein Gemu?se.

„Swingtime is good time and good time is better time“: Nachdem es Heinz Strunks schaurig-lustige Autobiografie „Fleisch ist mein Gemüse“ über das Leben als Tanzmusiker während der achtziger Jahre auch ins Kino geschafft hat, kann man nun den passenden Soundtrack auf der eigenen Feier – Landhochzeit oder Schützenfest wären ideal – in den CD-Schacht schubsen.

Und was die „Filmband Tiffanys“ mit Schauspieler und Sänger Andreas „Gurki“ Schmidt, Heinz Strunk, Jens Carstensen, Lieven Brunkhorst, Dirk Schlag (Truck Stop) und Ali Busse (Jan Delay) da an 23 Stücken eingeheult hat, dürfte als schrägster deutscher Soundtrack überhaupt in die Geschichte eingehen: „I’m A Believer“, „Dans op de deel“, „Geil“, „Polonäse Blankenese“ oder „Tequila“ poltern schön rumpelig und neben dem Ton aus den Boxen. („Der Spiegel“, Mai 2008)

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Wohin der rebellische Ansatz des Rock’n’Roll führt, wenn die Musik erst mal in der norddeutschen Provinz angelangt ist, wurde uns noch nie so deutlich vor Augen geführt wie im Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk. Doch der Roman war graue Theorie im Vergleich zur Verfilmung und dem dazugehörigen Soundtrack. Terror ist kein Ausdruck für Songs wie „Dans op de deel“ oder „Polonäse Blankeneese“, er ist ein Euphemismus, eine Verharmlosung für das, was diese Musik selbst aus der zeitlichen Distanz zu Heinz Strunks Jugend in den 80ern mit uns anrichtet. Das Verheerende dieser Musik drückt sich in unserem Gefühl aus, das auf unerträgliche Art zwischen schlichtem Erschaudern und extensivem Drang zum Erbrechen pendelt. Und zwischenrein knattern die Originalsaxofonsoli von Heinzer himself, dem alten Sadisten. Wer eine absolut abgedrehte Party schmeißen und dabei „geile Musik abliefern“ will, kommt um diesen Soundtrack nicht herum. (Quelle:jw/Kulturnews)

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Wir hören hier – auf grandiose Weise eingespielt – Glanz und Elend all jener Tingel-Tangel Kapellen, die eben in der „Provinz“ das Landvolk musikalisch erfreut, dem grauen Alltag ein paar bunte, zuweilen auch grelle Lichter hinzufügt.

Und: die „Filmband Tiffanys“ waren – allen voran – Heinz Strunk – ne geniale Filmband, als da wären:

Ali Busse (Jan Delay), Jens Carstensen (der spielte früher tatsächlich mal mit Strunk in der Tanzkapelle Tiffanys, später trommelte er dann für Rosenstolz), Dirk Schlag (Truck Stop) und – na ja – Andreas „Gurki“ Schmidt war eben nicht nur ein großartiger Schauspieler … denn singen konnte er auch noch. Und der Lieven Brunkhorst ist ja eigentlich Saxophonist, aber er macht auch an den Keyboards keine schlechte Figur.

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Und auf dem Soundtrack zum Film ist der Titel “Gestern ist vorbei” vertreten, der von Bela B. geschrieben wurde, ja, genau, der von den Ärzten … und sein Song „Gestern ist vorbei“ ist ein echte Disko-Knaller.

Und das plattdeutsche Lied „Dans op de Deel“ hat ne ganz eigene Geschichte:

Der Hit „Dans op de Deel“ ist die plattdeutsche Aufforderung zum Tanz, ein Titel, der inzwischen schon als Volksgut vereinnahmt wurde. Sven Jenssen und Lorenz (Lonzo) Westphal, als Teufelsgeiger von Eppendorf in der Hamburger Szene bekannt geworden, hatten 1979 die Idee zu einem richtigen Mitsing- und Schunkellied. Keiner wollte zunächst den Titel haben, jedenfalls keine Plattenfirma. Also baute Sven ihn bei seinen Live-Auftritten ein, der Passat-Chor, der gerade mal wieder eine LP machen sollte und auf der Suche nach neuem Repertoire war, wurde auf den Titel aufmerksam und plötzlich hieß die ganze LP „Dans op de Deel“, eingesungen vom Passat-Chor mit Sven Jenssen.

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Das Erstaunliche geschah: Dieses Lied übersprang die regionalen Grenzen, setzte sich auch südlich der Elbe durch und wurde über zig Landessprachen in unterschiedlichen Versionen gesungen und gespielt. So war „Das op de Deel“ beispielsweise als Reggae mit der Gruppe Chi Kale in Ghana die Nummer Eins der Charts. Wen wundert es da, dass der Hit von einst nun auch die Kinoleinwand erobert hat. (Quelle: sikorski.de)

Damit nicht genug: Wir hören auch noch zwei Heinz Strunk Kompositionen, gesungen von den beiden Sängerinnen des Films (Anna Fischer und Anja Krenz). Und insbesondere „Put It All Behind“ lässt da aufhorchen ! Und bei „Tonight“ sieht man förmlich die Disco-Kugel glitzern …

Und wenn dann der Heinz Strunk zu seine furiosen Saxophon Solos anhebt, da kriegt man schon ne Gänsehaut (siehe „Spanish Eyes“) … Seine Instrumental_Version von „I´m A Believer“ ist ganz sicher eine besondere Erwähnung wert !

Selten hat „billige“ Musik soviel Spaß gemacht wie hier. Und schade, dass aus der im lesenswerten Begleitheft angedeutete Deutschland-Tournee dieses Combos nichts wurde.

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Besetzung:
Lieven Brunkhorst (keyboards)
Ali Busse (bass)
Jens Carstensen (drums)
Dirk Schlag (guitar)
Andreas „Gurki“ Schmidt (vocals)
Heinz Strunk (saxophone, flute, clarinet)
+
Anna Fischer (vocals bei 21. + 23.)
Anja Krenz (vocals bei 22.)

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Titel:
01. Gurki; Swingtime Is Good Time … 0.07
02. Hello Mary Lou (Mangiaracina/Pitney) 2.20
03. Blue Suede Shoes (Perkins/Moessner) 2.06
04. Rock’n’Roll Music (Berry) 2.34
05. I’m A Believer (Diamond) 3.14
06. Dans op de Deel (Westphal/Jenssen) 4.19
07. Geil (Earlam) 3.21
08. Hello Dolly (Herman) 1.41
09. Polonäse Blankenese (Böhm-Thorn/Jud) 3.09
10. Moviestar (Harpo) 3.14
11. Gurki: Swingtime Is Good Time … 0.08
12. Wenn i mit dir tanz (Steinhauer/Frey) 3.09
13. Needles And Pins (Nitzsche/Bono) 2.42
14. Spanish Eyes (Kaempfert) 4.20
15. Faslamlied (Traditional) 1.16
16. Stumblin‘ In (Chapman/Chinn) 3.44
17. Sun Of Jamaica (Stein/Jass) 4.38
18. Tanzen möcht‘ ich (Kálmán/Jenbach/Stein) 2.15
19. Tequila (Rio) 1.54
20. Wooly Bully (Samudio) 2.32
21. Put It All Behind (Strunk) 3.23
22. Tonight (Strunk) 4.26
23. Gestern ist vorbei (Jeo/Bela B.) 3.18

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Christian Görlitz – Fleisch ist mein Gemüse – Eine Landjugend mit Musik (DVD Rip) (Heinz Strunk) (2008)

Beispiel104Also … damals habe ich weder das Buch noch diesen Film mitbekommen …

Fleisch ist mein Gemüse ist ein Film des deutschen Regisseurs Christian Görlitz aus dem Jahr 2008, der am 17. April 2008 in den deutschen Kinos anlief. Der in Hamburg und Umgebung gedrehte Film wurde von der neuen deutschen Filmgesellschaft und dem NDR nach dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Heinz Strunk produziert.

Mitte der 1980er Jahre lebt der junge arbeitslose Hobbymusiker Heinz Strunk mit seiner psychisch kranken Mutter in einem Reihenhausviertel in Hamburg-Harburg. Er leidet unter seiner extremen Akne und hat, abgesehen von der depressiven Nachbarin Rosi, kaum soziale Kontakte. Als er die Gelegenheit erhält, als Saxophonist bei „Tiffany’s“ einzusteigen, einer mittelmäßigen Tanzmusik-Kapelle, die im Umland auf diversen Dorf- und Schützenfesten, in Altenheimen und auf Hochzeiten mit Stimmungsmusik unterhält, kann er sich damit zwar finanziell über Wasser halten. Er träumt aber davon, selbst geschriebene Songs zu veröffentlichen, was in seiner von Sänger Gurki straff geführten Stimmungsband unmöglich ist. Als seine Mutter zunächst vorübergehend in eine geschlossene Einrichtung kommt, kann er – bei allem Stress, der für ihn damit verbunden ist – die mütterliche Wohnung als Proberaum nutzen. Eine weitere Zusammenarbeit mit Sängerin Anja erübrigt sich, als sie zum Studium fortzieht. ‚Castings‘ weiterer Sängerinnen, darunter der linksalternativen Jette, bleiben erfolglos. Nach dem Tod seiner Mutter und seiner Nachbarin Rosi am Tiefpunkt angelangt, ergibt

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Das Buch aus dem Jahr 2004

sich für Heinz eine neue Chance, als er lockeren Kontakt zu einem Musikmanager knüpft, dessen alterndem Ex-Star er bei einem Feuerunfall zu Hilfe gekommen ist. Er gewinnt Jette für einen gemeinsamen Anlauf zu einem eigenen Popsong, der prompt ein Hit wird.

Diese Handlung bildet den Rahmen für einen intensiven Blick auf das mit lakonischem Humor und ironischer 80er-Jahre-Nostalgie dargestellte Milieu: Schützenfeste und andere mit Alkohol und Stimmungsmusik gesättigte Feierlichkeiten des von Durchhaltewillen und Resignation geprägten ‚einfachen Volkes‘.

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „Wertvoll“. Diese Auszeichnung wurde in einem dazugehörigen Gutachten folgendermaßen begründet:

„Sehr lebensnah und realistisch der Blick in das Leben des jungen Heinz Strunk, seine Beziehung zu seiner Mutter mit berührenden Momenten, zu seiner Nachbarin und seine gescheiterten Versuche, mit diversen Sängerinnen Musikproduktionen aufzubauen. […] Dass Heinz Strunk gemeinsam mit einem Hirsch das teilweise wilde Leben und Treiben zusätzlich kommentiert, verstärkt noch den Spaß am Zuschauen. Nicht zu vergessen der Hinweis auf die gute Kameraführung, eine pfiffige Montage und reizvolle Übergänge mit Schrifteinblendungen sowie die Auswahl des Soundtracks, ohne den der Spaß nur halb so groß gewesen wäre.“

Die Schauspieler Susanne Lothar und Andreas Schmidt wurden für den Deutschen Filmpreis 2009 in der Kategorie „Beste Nebenrolle“ nominiert. Schmidt gewann den Preis. (Quelle: wikipedia)

Also … der reine Spaß ist der Film aber nun nicht wirklich: Sehr abrupte schwankt er zwischen der Tristesse einer Tingel-Tangel Band, einer häusliche Lebenssituation, die nur deprimierend ist und dann all jenen Hoffnungen, über die Musik neue Perspektiven zu bekommen (nach dem Motto: We´ve gotta get out of this place“).

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Die Schauspielerinnen Anna Fischer (li.), Susanne Bormann und Nikola Kastner (re.) bei der Film-Premiere

Glaubt man Heinz Strunk, dann war das Leben im Hamburg-Harburg der 80er Jahre wie ein Gewaltmarsch durch Dantes Inferno. Nur schlimmer
Heinz Strunk ist ein musikalischer Mensch und wäre gern Pop-Produzent. Leider lebt er mit seiner manisch-depressiven Mutter (Susanne Lothar) in einem maroden Reihenhaus in Hamburg-Harburg, ist sozial leicht unterentwickelt, extrem antriebsarm und obendrein gern besoffen. So verdient sich Heinz (Maxim Mehmet) bloß ein paar Kröten als Mitglied der Band Tiffany’s, die auf Schützenfesten und Konfirmationen schrammelt.

Eine echte Karriere als Musiker ist für ihn ebenso unwahrscheinlich wie Glück bei irgendeinem Mädchen. Denn Heinz leidet unter derart extremer Akne, dass sein von Pusteln, Beulen und Narben übersätes Gesicht aussieht wie die topografisch präzise Nachbildung der Gerölllandschaft westlich von Kandahar.

Als Buch war die (halbwegs) wahre Geschichte von Heinz Strunk ein Bestseller. Der Film ist nun so klug, die Story nicht zum fröhlichen Kalauermarathon glattzu­bügeln, sondern so bitter, grell und makaber zu lassen, wie ihre Fans sie lieben. Die dissonante Ballade vom Gemüsefleisch ist ein einziges, langes Fremdschäm-Erlebnis. Ein schmerzhaft komisches Panoptikum äs­thetischer Zumutungen, zwischenmenschlicher Inkompetenz und geplatzter Träume.

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Doch bei aller bösen Komik verrät die Harburger Horrorshow ihre Figuren nicht. Heinz und seine Mit-Loser sind vielleicht keine liebenswerten Kreaturen, aber schützenswert sind sie allemal.

Was auch ein Verdienst der exzellent gewählten Akteure ist. Von Hauptdarsteller Maxim Mehmet, der hier schauspielerisch erheblich höher fliegen darf als zuletzt im Helden­epos „Der rote Baron“, über den ebenso tragikomischen wie größenwahnsinnigen Bandleader Gurki (Andreas Schmidt) bis zur quirligen Sängerin Jette (Anna Fischer), die mit Heinz an ihrer Popkarriere bastelt. Ein echt guter, böser Blues.

Eine hingebungsvolle Zeitreise in die Albtraum-Ära der 80er Jahre. Diese Bestseller-Verfilmung trifft den Ton. (cinema.de)

Und leider habe ich die traurige Pflicht, diese Präsentation mit dem Hinweis zu ergänzen, dass zwei der Darsteller mittlerweile verstorben sind:

Susanne Lothar (* 15. November 1960 in Hamburg; † 21. Juli 2012 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin. Bekannt wurde sie als Darstellerin schwieriger und gebrochener Charaktere auf der Theaterbühne wie auch in Film und Fernsehen. Sie starb einen Tag vor dem 5. Todestag ihres Ehemanns Ulrich Mühe.

Andreas M. Schmidt (* 23. November 1963 in Finnentrop-Heggen; † 28. September 2017 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler und Regisseur. Er verstarb nach einen langen Krebserkrankung.

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Darsteller:
Klaus Baumgart (‚Klaus und Klaus‘ Imitator)
Susanne Bormann (Anja)
Martin Brambach (Gewehrverkäufer)
Martin Brauer (Torsten)
Oliver Bröcker (Norbert)
Victor Choulman (Grieche Schorsch)
Timo Dierkes (Arzt)
Ulrich Faulhaber (Alter Schützenbruder)
Anna Fischer (Jette)
Sylvester Groth (Oliver Bendt)
Stephan Kampwirth (Polizist)
Nikola Kastner (Sonja)
Dayan Kodua (Soulsängerin)
Susanne Lothar (Mutter)
Maxim Mehmet (Heinz Strunk (jung))
Jona Mues (Jens)
Jacques Palminger (Schütze)
Marie Pohl (Gurkis Flirt)
Livia S. Reinhard (Nachbarin Rosi)
Heidemarie Rohweder (Wirtin Krall)
Rocko Schamoni (Schützenkönig)
Andreas Schmidt (Gurki)
Heinz Strunk (Er selbst)
Veit Stübner (Schützenwirt)

Regie: Christian Görlitz
Drehbuch: Christian Görlitz
Produktion: Susanne Freyer
Musik:  Jeo Mezei – Heinz Strunk
Kamera: Andreas Höfer

Und weil ich selten einen Film gesehen habe, deren reiche Bildersprache mich derart in den Bann gezogen hat … every picture tells a story … habe ich mir die Freiheit genommen, eine ganz und gar üppige Vorschau dieser Tragikkomödie zu basteln:

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Der Autor (links) höchstpersönlich

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Die Mutter

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Alltag bei der Familie Strunk: viel trostloser geht´s nicht.

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Die Tiffany spielen auf zum Seniorentanz

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Gurki, der Bandleader

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Der entscheidende Anruf …

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Ein weiterer Nervenzusammenbruch der Mutter

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Und hier geht´s zum Übungsraum

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Im Übungsraum

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Musik: Lebenselixir und Therapeutikum

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Skepsis bezüglich der Wohngegend des Heinz Strunk

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Auch ne Möglichkeit, Socken zu trocknen

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Die Mutter: Mittlerweile in der Psychiatrie

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Früh übt sich …

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Und hier tobt der Bär …

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Der Bräutigam kann´s kaum erwarten …

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Derweil die Nachbarin Rosi …

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… ziemlich verzweifelt ist

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Auch der Mutter fehlt mittlerweile der Lebensmut …

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Ein blonder Engels namens Sonja erscheint: Sie will vorsingen …

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… und macht das auch

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Und da will sie der faszinierte Heinz Strunk mit gutem Essen verwöhnen

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Die Rosi beäugt die jungen Leute … voller Neid auf deren vermutetes Lebensglück

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Auf zum nächsten Gig

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Man verhandelt mit dem Veranstalter

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Diesmal ist ein Schützenfest angesagt

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So schaut einer, der ne Abfuhr erteilt bekommen hat …

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And the band plays on …

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Bietet sich ja an: Auf einem Schützenfest ein neues Gewehr zu verkaufen

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Das Fest endet, wie es enden muss

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Beim masturbieren erwischt

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Sonja hat derweil andere Pläne: Germanistik-Studium, heiraten will sie auch und schwanger ist sie dann auch noch

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Da bleibt einem nur noch der Blues

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Im Hintergrund taucht eine neue Frau auf

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Der Bassist der Band

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Der Wirt der griechischen Stammkneipe

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Ziemlich verloren schaut man all den jungen Frauen nach

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Da träumt wohl einer

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Die Mutter: Nachdem Fenstersturz in der Rahe … weiterhin verzweifelt

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Verzweifelt bemüht sie sich, eine „gute Mutter“zu sein

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Weitere Damen singen vor

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Sängerin Jette: vorerst rebellisch

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Der nächste Gig …

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… diesmal eine Faschingsparty …

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Man kommt sich näher …

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Prösterchen ! Und wie geht´s nun weiter ?

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… und macht auch gleich den Anfang …

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Aber so recht will es nicht klappen …

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Aber jetzt wird die Dame energisch …

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… um dann festzustellen, dass das alles ziemlich öde ist

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Was bleibt ist die Musik … diesmal ein Miss-Wahl

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Ein nicht unwichtiges Demo-Tape von Jette

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Heinz Strunk kommentiert sein Leben

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Die Mutter kommt in dem Pflegheim „Deutsches Haus“ unter

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Ist das nicht Jack Nicholson ?

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Frohe Weihnachten !

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Rosi hat es geschafft: Sie hat sich erfolgreich das Leben genommen

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Ein ehemals erfolgreicher Schlagersänger tingelt über die Land

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Party !

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Da meldet sich ein Musikproduzent und macht Hoffnungen …

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Jette flirtet gar ein bisschen …

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… schließlich willigt sie ein, Demoaufnahmen zu machen

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Der Tod der Mutter kommt dazwischen

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Und das bleibt von so einem Leben …

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Die Demoaufnahmen beginnen

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Und so sieht dann Glück aus

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Und jetzt hat´s gefunkt

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Vorsprache bei der Record Company („MGW Records“)

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Das Demo-Tape fällt herunter …

 

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… und der Plattenboss ist begeistert

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Ein Video-Clip wird gedreht und aus der rebellischen Jette wird ne Disco-Maus

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Und Heinz Strunk schaut dem Treiben zu

 

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Und auch Gurki bekommt seinen Einsatz

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Heinz Strunk verabschiedet sich von den Protagonisten seines Films

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Heinz Strunk im Jahr 2018: Hier bei einer Lesung im Münchner Volkstheater am 20.10.2018 (er präsentierte sein neues Buch „Das Teemännchen“)

 

Barbara Ruscher – Nackig – Der Kampf ums letzte Hemd (2008)

FrontCover1Auch wenn man sie eher der Comedy, denn das Kabarett-Sparte zurechnen muss, ist sie dennoch ganz schön pfiffig, geistreich und natürlich auch witzig:

Im Grenzbereich zwischen Kabarett und Comedy stellt sich Barbara Ruscher mit satirischem Biss, energiegeladener Komik und überwältigendem Charme dem Chaos des dritten Jahrtausends. Überall »Kauf mich! Miet mich! Nimm mich!«
Alle wollen was von einem. Überforderung total und global! Und die Deutschen haben nichts Besseres zu tun, als sich biometrisch fälschungssicher zu machen, Plastikweihnachtsmänner an Balkone zu tackern und mit nordischen Gehstöcken Wald und Feld zu zerharken. Temporeich, musikalisch und sehr charmant zieht Barbara Ruscher den lächerlichen Auswüchsen der Moderne die Hosen runter und macht sie alle nackig! Der Kampf ums letzte Hemd ist eröffnet.
Barbara Ruscher studierte in Köln Musik und Germanistik und spielte bis 1998 als Pianistin und Saxophonistin in verschiedenen Formationen, bevor sie 2002 mit ihrem ersten Kabarett-Solo »Eiskalt erwischt« auf Tournee ging.
Oder (aus einer weiteren Besprechung):
Barbara Ruscher trat jedoch weder nackt auf die Bühne, noch hatte ihre Mischung aus Kabarett und Comedy viel Kämpferisches. Dafür geizte die im ganzen Land bekannte Kölnerin nicht mit Charme und ausdrucksstarker Mimik. Dazu gab es deftig Gewürztes aus dem Alltagskochtopf und nicht viel Neues aus der Gerüchteküche. Allein Ruschers Nähe zum Publikum und ihre Fähigkeit, spitze Pfeile am laufenden Band abzuschießen, waren der Vorschusslorbeeren wert.Ihr Thema ist die Welt der unendlichen Wahlmöglichkeiten und der damit verbundenen Ängste. Hier ein Seitenhieb auf die erschwerten Einreisebedingungen der USA, dort die Überlegungen zum Einwohnerschwund: „Wenn Deutschland ausstirbt bekommen die Blockflöte spielenden Chilenen die Fußgängerzonen, die Holländer die Autobahnen und die Bären Bayern.“ Dazwischen gibt es Papst-Geplänkel, ein Lied über Schnecken mit Bausparverträgen und eines über Kurt, dem viel zu dicken Hering.Als zwangsverpflichteten Verbündeten hat sich die Ruscher Roman aus der zweiten Reihe ausgeguckt. Der spielt auch fleißig mit und sorgt so dafür, dass das Band zur Bühne und die Lacher im Zuschauerraum nicht abreißen.

 

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Zweifellos witzig ist auch die Sache mit der weißrussischen Putzfrau Olga, die die gestresste Künstlerin dazu bringt, dutzendweise Putzmittel einzukaufen, für deren Verbot sie sich noch vor Jahren an Eisenbahnschienen hatte anketten lassen. Oder die Sache mit der quälenden Entscheidung zwischen von Wolfgang Joop handgetöpferter Designer- Urne oder dem Glassarg mit gutem Blick auf jene, die wirklich um die Verblichene trauern können.

Für alles das braucht Barbara Ruscher gerade mal gut 30 Minuten vor und die gleiche Zeit nach der Pause. Wobei sie sich manches noch hätte schenken können. So zum Beispiel die längst ausgetretenen Nordic Walking-Schuhe oder die bei fast allen Kabarettisten aufkeimende Frage, zu welcher menschlichen Gattung nun Roland Koch und Angela Merkel zählen. Dann schon lieber ein Rap über die Bundesgartenschau in Thüringen, bei dem das Trommeln mittels zweier Plastikrohre auf eine Stuhllehne demonstriert werden soll: So viel kann man aus wenig machen. Oder war es umgekehrt? (schwäbische.de)

»Spätestens nach Barbara Ruscher weiss der Mensch, wie absurd sein Leben eigentlich ist.« (Hannoversche Allgemeine Zeitung)

Wie gesagt: politisches Kabarett ist mir deutlich lieber, aber Barbara Ruscher ist durchaus ein Gewinn, wenn es um einen Angriff auf die Lachmuskeln geht … Und natürlich hatte sie bei diesem Live-Mitschnitt ein Heimspiel: Die Aufnahme stammen aus dem Atelier-Theater in ihrer „Heimatstadt“ Köln.

 

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Besetzung:
Barbara Ruscher (piano, vocals)
+
Thorsten Sievert (Regie)

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Titel:
01. Entscheiden 9.08
02. Nordic walking 5.53
03. Biometrische Pässe 5.46
04. Informations-Tsunami 5.09
05. Bundesgartenschau 3.14
06. Die Deutschen sterben aus 9.09
07. Ableben mit Mutter 6.33
08. Kurt 6.04
09. Tag X 2.37
10. Fresse hauen 3.16
11. Seitensprung 6.44
12. Nackig! Der Kampf ums letzte Hemd 1.47
13. Buddhismus 4.27
14. Patentlösung 0.23
15. Buddha 3.33
16. Sternsinger 0.33

Musik und Texte: Barbara Ruscher

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Julian Doepp im Gespräch mit Carl-Ludwig Reichert – Stereo Revolution (2008)

CLR2ADem einen oder anderen wird der Carl-Ludwig Reichert ein Begriff sein. Zum einen war er Mitbegründer der bayerischen Kultband „Sparifankal“ und zum anderen war er freier Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks und zwar als Autor und Moderator diverser Musiksendungen. Zudem hat er  im Lauf der Jahre eine Flut von kompetenten Musikbüchern (von Blues bis zu Frank Zappa) veröffentlicht.

Vielfalt ist sein Metier.

Carl-Ludwig Reichert (* 1946 in Ingolstadt) ist ein deutscher Musiker, Radiomoderator, Übersetzer und Schriftsteller.

Reicherts Publikationen reichen von Themen der Jugend- und Popkultur bis hin zu bayerischer Kultur- und Literaturgeschichte. Zusammen mit Michael Fruth schrieb er unter dem Gemeinschafts-Pseudonym Benno Höllteufel avantgardistische Mundartlyrik im Gefolge Artmanns und Jandls, erschienen in den Bänden warum nacha ned? und friss wos i sog. Mit diesem Material wurde auch eine Schallplatte aufgenommen.

Reichert war Mitbegründer, Texter, Sänger und Gitarrist der Band Sparifankal.

Von 1970 bis zu seinem Ruhestand 2011 arbeitete er als Autor, Moderator und Regisseur für Bayern 2, beispielsweise für die Sendungen Zündfunk, „bluessession“ und „Nachtsession“.

Ab 2000 trat Reichert als Sänger und Gitarrist der akustischen Band Wuide Wachl mit Ulrich Bassenge auf. Nach Auflösung der Gruppe spielt er mit neuen Musikern unter dem Namen Sparifankal 2. (Quelle: wikipedia)

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Diese Zeilen von wikipedia kommentierte der Carl-Ludwig Reichert auf seine website so:

„ich werde diese seite in zukunft als eine art unregelmässiges wochen-monats- und tagebuch führen. nicht aus eitelkeit, sondern aus gegebenem anlass stelle ich davor meine kurzbiographie ein, insbesondere für herausgeber und journalisten, die somit nicht mehr auf den schwachsinn angewiesen sind, den einige vollpfosten in wikipedia über meine wenigkeit verbrochen haben. don`t use wikipedia, folks! never ever! it sucks!“

Nun gut, hier also seine „Kurzbiographie:

Carl-Ludwig Reichert.
Schriftsteller, Musiker, Privatgelehrter.
Freier Mitarbeiter des BR als Autor, Moderator und Regisseur von 1970 bis 2011.
Publikationen zur Jugend- und Popkultur.
Rundfunksendungen, literarische Texte (u.a. bairische Mundart-Lyrik, nhd. Prosa). Biographien und Psychogramme zu den Ducks, Frank Zappa, Marieluise Fleißer; Sachbücher zu Rock, Blues und Folk), Schallplatten/CDs etc. (u.a. Bayern Rock, huraxdax drudnhax, dahoam is wo andas mit Sparifankal, babbalababb mit Wuide Wachl).
Veröffentlichungen zur bayrischen Kultur- und Literaturgeschichte.
Übersetzungen (u.a. Jim Morrison, Bob Marley, Paul McCartney, Hunter S. Thompson und Asterix ins Bairische.)
Macht derzeit mit beim Gaudiblatt (www.gaudiblatt.de) und spielt bei Sparifankal 2 (www.sparifankalzwoa.de)
Lebt in München.

Hier können wir ihn als Zeitzeugen der 60er Jahre hören … in dem Gespräch mit Julian Doepp („Die Stereo-Revolution – Umwälzung der 60er Jahre“) gibt er seine Sicht und Erinnerungen dieses Jahrzehnts wieder … Ganz sicher ein spannendes Gespräch, aber und diese kritische Anmerkung sei mir erlaubt: A bisserl arg selbstverliebt ist er schon, der Carl-Ludwig Reichert, insbesondere wenn über sein Kunstverständnis referiert … aber so isser halt. Das Gespräch lief übrigens in der Serie „Gesprächsreihe zur kulturellen, technischen und politschen Umwälzung der 1960er Jahre.“

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Buddy Hudziak & Die Ginsberger Heidekinder – Jedes Ding braucht einen Namen (2008)

FrontCover1Jetzt hatten wir eben einen flötenden und rockenden Benedikter-Mönch und nun präsentiere ich einen singenden Beamten der Kriminalpolizei … es wird ja immer doller, könnte man da ja sagen. Und in der Tat: In mir ist wohl eine gewisse Neigung für musikalische Skurriliäten vorhanden und um genau eine solche handelt es sich hier bei diesem Projekt.

Hier hören wir den „Titelsong zum Förderprojekt 2008 der Fleischer-Innung Rhein-Erft zu Gunsten von Kindergärten und Kindertagesstätten am Rhein-Erft-Kreis“. Und weiter:

Mehr als 200 Kinder aus verschiedenen Einrichtungen im Kreis waren der Einladung der Fleischer-Innung Rhein-Erft in den Abteipark in Brauweiler gefolgt, um die ersten Würstchen zu kosten und an der Preisverleihung teilzunehmen. Die Jury hatte Schwerstarbeit zu verrichten, um aus 600 Vorschlägen verschiedener Kindertagesstätten im Kreis die 17 besten auszuwählen. Und davon kamen schließlich drei in die engere Wahl. Obermeister Wolfgang Axer bedankte sich bei den Jungen und Mädchen für ihre kreative Arbeit. Die Dirmerzheimer bekamen einen Scheck in Höhe von 250 Euro. Schimherrin Angelika Rüttgers erinnerte sich an die Zeit, als sie selbst einen Kindergarten geleitet hatte. Sie gratulierte der Innung zu ihrer Idee. Alle Teilnehmer hätten großen Spaß gehabt. Das zeige auch die Vielzahl der Vorschläge, die von Schlangenwürstchen bis Franz-Würstchen gereicht hätten. Besonderen Spaß hatten die Gruppen an den Vorführungen von Clown und Zauberer Jacomo. Sänger Buddy Hudziak sang mit den Besuchern das eigens für diesen Tag produzierte Lied „Jedes Ding braucht einen Namen“.(Kölner Stadt-Anzeiger, 23.04.2008)

Grußwort
Spontan stellte ich mir gerade die Frage, was eigentlich ihr Gatte, Jürgen Rüttgers wohl gerade so treibt.

Aber zurück zu diese Mini-CD:  Nachdem nun der Anlaß für diese CD geklärt ist, stellt sich nun die Frage: Wer um Himmels Willen ist Buddy Hudziak ? Nun, die Frage kann nur einer stellen, der tief im Süden der Republik wohnt … In Köln und Umgebung ist er wohl weitaus besser bekannt:

„Buddy Hudziak wurde im Münsterland im Sternzeichen „Waage“ 1952 geboren. Er absolvierte das Gymnasium in der Kreisstadt Coesfeld und ging dann in die Ausbildung bei der Polizei.

BuddyHudziak01Über so viele Ausbildungsorte wie Münster, Bochum, Stukenbrock, Selm kam er dann schließlich nach Köln.

Zunächst bei der Schutzpolizei und dann kam 1976 der Wechsel zur Kriminalpolizei, wo er jahrelang als Sachbearbeiter für Erpressungen / Entführungen / Waffendelikten tätig war. Im Laufe der Jahre kam das ganze Spektrum von Gewaltkriminalität auf ihn zu.

1999 wechselte er dann als Kriminalhauptkommissar von der Repression zur Prävention und war seitdem zuständig für Kölner Schülerinnen und Schüler, für Lehrerkollegien und diverse Kölner  Ämter im Bereich Gewaltprävention.

Darüber hinaus verfügt er  noch über einige qualifizierte Ausbildungen im Bereich „Emanzipatorische Jugendarbeit“.

Auch als Gast-Dozent an der Volkshochschule war und ist er noch tätig. Ebenso an der Thomas-Morus-Akademie für Lehrerfortbildungen.

Und dieser Polizeidienst sucht irgendwo einen Ausgleich…

Was lag da näher als sich dem zu widmen, was er als kleiner Junge schon gelernt hat: seiner Gitarre, die er seit dem 8. Lebensjahr als „klassische Gitarre“ und dann ab dem 12. Lebensjahr als „rock-guitar“ kennen und lieben gelernt hatte.

Über Schülerbands ( Buddy Holly wurde ge-covert ), Solo-Auftritte als Liedermacher  und diversen Gruppen und Bands wollte es der Zufall oder eine überirdische Fügung  irgendwann, dass er Lieder und Texte am laufenden Band schrieb.

BuddyHudziak02Impressionen aus dem Beruf, expressive Emotionen, tiefgründige Lyrik in Verbindung mit einfachen Gitarrengriffen und / oder fast schon orchestralen Arrangements waren die Basis für Lieder, die demZuhörer nicht mehr aus dem Gedächtnis gehen.

Und die Ideen für die Lieder kommen:

…aus Erlebtem…

…aus Anregungen und Phantasien, die das Leben schenkt…

…von ganz lieben Menschen, die ihr Herz ausschütten…

Nach vielen Versuchen, bei der Musikindustrie Aufmerksamkeit zu erregen,  kreuzten sich in Köln die Wege von Buddy Hudziak und dem studierten Kölner Musiklehrer Martin Ermen. Mit Martin als Coach und nach 1 Jahr harter und intensiver  Arbeit und Training lernte er über eine Demo-CD  den Musikverleger Jürgen Hofius aus Siegen kennen, der ihn sofort ins Studio von Henning Gehrke, Iserlohn, schickte.

Henning, ein professioneller Studio-Musiker  und ein Supertalent als Arrangeur und Produzent (u.a. aktuell für Udo Lindenberg)  gibt den Liedern von Buddy Hudziak den brillanten Feinschliff.

Buddy ist verheiratet, und zwar mit seiner „Sandkastenliebe Jenny“, der er unzählige Anregungen und Inspirationen für Lieder, Texte, Melodien und für sein Leben verdankt.

Daher sind ganz viele Lieder aus der Feder von Buddy geschriebene Komplimente und ein „Dankeschön“  an Jenny und an all die guten Geister, die sich mit ihm seelenverwandt fühlen und fühlen dürfen.“ (Selbstportrait)

Ergänzend darf berichtet werden, dass er mittlerweile so einige eigene Tonträger veröffentlicht hat.

Musikalisch hat man sich auf den Rolf Zuckowski – Sound konzentriert und dementsprechend nett ist dann auch dieses Album ausgefallen. Und natürlich durfte man – bedenkt man den Auftraggeber dieser Scheibe, das frühliche Liedchen „Wer will fleißige Handwerker sehen“ nicht fehlen …

Und abschließend noch ein großes Lob an die Sängerinnen und Sänger der „Ginsberger Heidekinder“ – sie machen wirklich einen verdammt guten Job !

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Besetzung:
Buddy Hudziak (vocals, guitar bei 01.)
+
Die Ginsberger Heidekinder (choir)
+
ein kleiner Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. Das Würstchenlied (Udziak) 3.37
02. Fleißige Handwerker (Traditional) 2.42
03. Kleine Lerche, liebe Lerche (Traditional) 2.42
04. Vogelhochzeit (Traditional) 2.30
05. Weißt du, wieviel Sternlein stehen ? (Traditional) 2.09
06. Das Würstchenlied (Karaoke) 3.37

CD1

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