Die Nachtschwärmer – Die Musik macht bumm bumm (2009)

FrontCover1Jetzt geht´s mal ins fränkische Land:

Thilo Tiefel, ein musikalisches „Urgewächs“ aus dem Frankenland, ist in Veitsbronn (Landkreis Fürth) geboren und wohnt ist dem Frankenland auch treu geblieben.

Er ist mit seiner Band DIE NACHTSCHWÄRMER — die er vor über 20 Jahren gegründet hat — mittlerweile in ganz Deutschland unterwegs.

Harte Arbeit, Herzblut, viel Zeit, finanzielle Investitionen und eine klare Zielsetzung brachten ihn dort hin wo er mit seiner Band heute ist:

Eine gut gebuchte Liveband, die mittlerweile Kultstatus hat und bei einem sehr großen Publikum ankommt.

In Zusammenarbeit mit seinem Freund, dem Produzenten und Songwriter Dieter Faber
sind viele eigene deutschsprachige Lieder entstanden. Im April 2009 wurde das erste Album veröffentlichet: „Die Musi macht bumm bumm“
….das macht sie mal laut das macht sie mal leise aber immer mit Herz.  (Werbetext)

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Und noch so ein Werbetext:

„Die Nachtschwärmer. Eine Nachwuchsband? Ganz falsch!

Die Nachtschwärmer sind schon 20 Jahre alt. Bereits im Jahr 1984 – im zarten Alter von 15 Jahren – gründete Frontmann Thilo Tiefel die Band, die seitdem auf Parties und Volksfesten, später auch in immer größeren Hallen als Solo-Act auftreten. Zunächst in Mittelfranken, inzwischen längst im gesamten süddeutschen Raum.

Seit Jahren gelten die Nachtschwärmer als Frankens beliebteste Partyband. Das populäre Live-Repertoire – aktuelle Chart-Hits von Nena bis zu Reamonn, Party-Greatest von DJ Ötzi bis Hermes House Band, Oldies von Abba bis Drafi Deutscher und Volkstümliches von Hubert von Goisern bis zum Zillertaler Hochzeitsmarsch – sorgt neben unbändiger Spielfreude, Natürlichkeit und dem richtigen „Händchen“ fürs Publikum bei jedem Auftritt für Partystimmung und gute Laune. In ihren 20 Jahren haben die Nachtschwärmer ein sicheres Gespür dafür entwickelt, wie man jedes Publikum zum Rocken bringt.

Umjubelte Auftritte vor Tausenden von Fans u.a. beim Straubinger Gäubodenfest, bei der Erlanger Bergkirchweih, beim Zillertaler Ski-Opening und beim Oktoberfest im Megapark an der Playa von Mallorca zählen zu den Höhepunkten einer Entwicklungskurve, die weiter steil nach oben zeigt. Insgesamt konnten die Nachtschwärmer bei ihren bisher gut 1.500 Auftritten bereits mehr als 3,2 Millionen Zuschauer begrüßen, davon allein 250.000 bei den 90 Auftritten im Jahr 2003.

An Studioproduktionen, CD-Veröffentlichungen und Fernsehauftritte war nicht gedacht.

Bis Thilo Tiefel im Herbst 2002 den Hamburger Musik-Produzenten Dieter Faber (Rolf Zuckowski, Nena, Robin Grubert und andere) kennen lernte. Dieter Faber sah und hörte Thilo Tiefel live und ohne Band auf der improvisierten Bühne, schnappte sich eine Gitarre, stellte sich dazu – und nach dieser Jam-Session stand fest: Wir machen was zusammen.

Nachtschwärmer02Zusammen mit dem Texter Mani Plessentin wurden Thilo Tiefel Songs auf den Leib geschrieben. Viele. Etliche für die Tonne, denn die beiden legten die Messlatte sehr hoch. Aber immer öfter übersprangen sie sie.“

Herausgekommen ist ein z.T. richtig knackiges Album, das man musikalisch diesen „Alpen-Rock“ Trend (mit viel Akkordeon !) zuordnen könnte. Freilich können sie einem Hubert von Goisern natürlich nicht das Wasser reichen, aber dennoch: Angefangen von dem witzigen Into („Einleitung/Die Musi macht Bumm Bumm“) bis hin zu jeder Menge Power-Alpen-Rock-Riffs. Da ist die Ballade „Geh´n mer hoam“ geradezu eine Wohltat und für das beste Stück dieses Albums.

Es gibt natürlich auch etliches an klischeehaften Klängen, bei denen man nie so recht weiß, ob die eventuell satirisch gemeint sind. Der musikalisch Hauptverantwortliche ist ein Carlos Bamberger (der u.a. auch schon für „Klostertaler“ komponiert hat). Und irgendwie beschleicht einen das Gefühl, dass hier Album irgendwie auch unter marktstrategischen Aspekten konstruiert wurde.  Dennoch: ein durchaus lohnenswertes und überraschendes Album, bei dem man dann auch noch den Christoph Well von den Biermösl Blosn hören kann

Übrigens: von der damaligen Besetzung sind nur noch Thilo Tiefel und Andi Müller übrig geblieben. Zur Zeit sind die Nachtschwärmer als Trio unterwegs und ihr Gitarrist heißt David Delvalle und kommt aus Panama (auch ne skurille Mischung für ne bayerische Band !).

Und eine letzte Frage bleibt: Warum zum Teufel wurde die Band ausgerechnet von „em-eukal“ von der Firma Dr. C. Soldan unterstützt … fränkische Solidarität, denn die Firma hat ihren Sitz im fränkischen Adelsdorf ?

 

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Besetzung:
Andi Müller (drums, guitar, keyboards)
Ali Reuter (guitar, bass, keyboards, vocals)
Thilo Tiefel (accordeon, vocals, bass, harmonica)
Uwe Wolffrum (guitar, vocals)
+
Daniel Bongard (background vocals)
Mark Bremer (Sprecher bei 01.)
Francesca Ciccorro (vocals bei 11.)
Dieter Faber (guitar, bass, keyboards)
Hannes Hoffmann (drums bei 04. + 06.)
Elisabeth Kroll (jodler bei 04.)
Mani Plessentin (background vocals)
Christoph Well (trombone bei 06.)

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Titel:
01. Einleitung (Bamberger) 1.30
02. Die Musi macht bumm bumm  (Bamberger) 2.47
03. Des Ding (Bamberger/Tiefel) 2.49
04. Hiatamadl (Traditional/Bamberger/Tiefel) 2.55
05. Michel war ein Lausejunge (Lindgren/Anton/Riedel) 3.31
06. I bin Bayer (Plessentin/Bamberger) 2.34
07. Mid’m Kopf (Bamberger) 2.29
08. Amerika (Bamberger) 3.31
09. Durscht (Bamberger) 2.42
10. Geh’mer hoam (Bamberger) 3.51
11. Cool (Plessentin/Bamberger) 3.46

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Die Cuba Boarischen – … bei uns dahoam – in Cuba (2009)

FrontCover1Eigentlich mag man das gar nicht so recht glauben:

Die CubaBoarischen: Buena Vista meets Bavaria!

Vogelwild, was diese ehemaligen „Dorfmusikanten“ aus dem bayerischen Mangfalltal da treiben: Mehr als 10.000 Kilometer von der Heimat entfernt, zetteln sie in ihrem Kuba-Urlaub im Jahr 2000 spontan mit einheimischen Musikern in einer Hotelbar eine zünftige, bayerisch-kubanische Jam-Session an – die Geburtsstunde der CubaBoarischen.

Begeistert davon, wie gut die doch so unterschiedlichen Kulturen und Musikstile harmonieren und angesteckt von der Lebensfreude, die aus den lateinamerikanischen Rhythmen klingt, mixen sie zurück in der Heimat Salsa mit Polka, Cha Cha Cha mit alpenländischen Hochzeitsmärschen und „Chan Chan“ mit Zwiefachen!

Wie das klingt? Ansteckend, lebendig, voller Lebensfreude und auf jeden Fall so, als ob Bayern mitten in Kuba liegen würde! Als ob die bayerische Gemütlichkeit direkt aus den heißen kubanischen Rhythmen entsprungen wäre. Als ob der Panamahut schon immer zum Samt-Gilet gehört hätte.
Ganz geschmeidig verschmilzt bei den CubaBoarischen ein Zillertaler Hochzeitsmarsch mit dem Salsa eines unbekannten kubanischen Komponisten. Man sieht quasi die Zillertaler Hochzeitsgesellschaft durch Havanna spazieren.

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Unmerklich swingt auch der inzwischen vielleicht bekannteste Song „Chan Chan“ des Buena Vista Social Club in einen niederbayerisch-oberpfälzerischen Suserl-Zwiefachen. War das nun Spanisch oder Bairisch? Egal, die Lebensfreude, die aus dieser alpen-südländischen Liaison sprudelt, reißt einfach mit. Rhythmen und Sprache wechseln die acht Musiker der CubaBoarischen so schnell wie ihre vielen Instrumente. Eben noch Tuba, Trompete oder Saxofon an den Lippen, zupft die Band plötzlich spanische Gitarren und trommelt auf karibischen Congas und Bongos.

Inzwischen sind 15 Jahre vergangen, in denen sich die Dorfmusikanten um die Familie Meixner und ihre Musiker zu den CubaBoarischen entwickelt und sich eine stetig wachsende Fangemeinde erspielt haben, weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Viele Kontakte auf hohem Niveau sind entstanden, zu namhaften Musikern wie zu Wirtschaftsfunktionären und Politikern.

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So spielten die CubaBoarischen schon mehrfach in Havanna, unter anderem in der Deutschen Botschaft, und sie engagieren sich in sozialen Projekten für ihre zweite Heimat. Die CubaBoarischen freuen sich, bei ihren Auftritten ein Stück kubanisches Lebensgefühl nach Bayern zu bringen, so wie es auch umgekehrt funktioniert. Die Live-Performance der Band ist mehr als mitreißend und begeistert ein breites Publikum. (Promo-Text)

Und hier das zweite Album von 2009 …  Wenn die CubaBoarischen zum Salsarhythmus jodeln oder einen Bolero auf Blasinstrumenten spielen, klingt das so wunderbar harmonisch, als ob es nie anders gewesen wäre. Angesteckt von der Lebensfreude, die aus den lateinamerikanischen Rhythmen klingt, verschmelzen sie Salsa mit Polka, Cha Cha Cha mit alpenländischen Hochzeitsmärschen und Chan Chan mit Zwiefachen!

Ich durfte die Burschen schon öfters mal live erleben … ich sag´s Euch … da geht die Post, da geht der Punk ab …

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Besetzung:
Hans Förg (saxophone, clarinet, percussion)
Michael Mayer (trumpet, vocals, percussion)
Andreas Meixner (guitar, clarinet, vocals)
Hubert Meixner (vocals, accordion, flute)
Leonhard Meixner (trombone, vocals, percussion)
Sepp Rottmayr (guitar)
Markus Wallner (tuba, bass)
+
Marinus Wagner (trumpet bei 02., 04., 06., 07., 11. + 12.)
Max Winkler (timbales bei 02., 06., 11. + 12.)

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Titel:
01. Vamos A Ir A Cuba (H.Meixner/Braun) 4.18
02. Vacilon A Gaudi muaß ma hab’n (Rosendo/Sarholz/Meier) 4.38
03. Bachata (Traditional) 3.13
04. Auf’m Berg und im Tal (Matamoros/Traditional) 4.25
05. Siboney (Lecuona) 4.31
06. Die Ratschat’n Leut (Traditional/Braun) 2.52
07. Quizas (Farres) 2.50
08. La Locomotora De Tegernsee (Pfister/Rosenberger/Cueto/Rauch/H.Meixner) 4.43
09. Yolanda (Milanés/Rodriguez) 5.37
10. Mi Mujer (H.Meixner/Braun/Meier) 3.36
11. Jennerwein – Hasta Siempre (Traditional/Puebla) 3.55
12. Scandalo (Melody/Lancelot/Braun) 4.43
13.  La Malageña (Traditional) 5.31
14. A Baracoa Me Voy (H.Meixner/Machin) 4.02
15. Cerca Del Mar (Ferrer) 4.25
16. Cómo Fue (Duarte) 3.50

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Mich hat´s eh gewundert, dass die so lange durchgehalten haben, aber jetzt ist wohl Schluß:

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Und den 27. Februar 2019 hab´ ich mir schon im Kalender eingetragen … 

Jan Josef Liefers – Soundtrack meiner Kindheit (Hörbuch) (2009)

FrontCover1Man kennt ihn einfach … nicht nur aus dem Münsteraner Tatort, sondern auch aus unzähligen Kino- und Fernsehfilmen …

Jan Josef Liefers (* 8. August 1964 in Dresden) ist ein deutscher Schauspieler, Musiker, Regisseur und Produzent.

Liefers stammt aus einer Theaterfamilie. Sein Vater ist der Regisseur Karlheinz Liefers, seine Mutter die Schauspielerin Brigitte Liefers-Wähner, auch sein Großvater Heinz Liefers war Schauspieler. Der Schauspieler Martin Brambach ist sein Stiefbruder. Jan Josef Liefers wuchs in Dresden auf. Zeitweilig lebte er bei seiner Großmutter in Erfurt.

Nach dem Abschluss der 10. Polytechnischen Oberschule in der Goethestraße 1980[1] absolvierte er zunächst eine Tischlerlehre am Staatstheater Dresden. Anschließend studierte er von 1983 bis 1987 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin.

Er hat eine Tochter (* 1988) aus seiner ersten Ehe mit der russischen Schauspielerin Alexandra Tabakowa, Tochter des Moskauer Schauspielers, Regisseurs und Schauspiellehrers Oleg Tabakow. Mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin, der Schauspielerin und Autorin Ann-Kathrin Kramer, hat er einen Sohn (* 1997).

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Jan Josef Liefers, 1966

Seit 2004 ist er mit der Schauspielerin und Sängerin Anna Loos verheiratet, mit der er zwei Töchter hat (* 2002 und * 2008). Die ältere Tochter Lilly Liefers ist als Kinderdarstellerin schauspielerisch tätig. Liefers lebt mit seiner Familie in Berlin-Steglitz.

Bereits 1980 spielte Liefers noch als Schüler am Studententheater der Technischen Universität Dresden. Danach wirkte er an dem Arbeitertheater „Dramatischer Zirkel des VEB Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden“ unter der Leitung von Rudolf Donath. Für sein erstes hauptberufliches Theaterengagement ging Liefers direkt nach der Schauspielschule ans Deutsche Theater Berlin (1987–1990), wo er in Inszenierungen von Regisseuren wie Thomas Langhoff und Heiner Müller mitwirkte und mit seinem Schauspielerkollegen Tobias Langhoff die Experimentalbühne Baracke am Deutschen Theater ins Leben rief und 1989 mit dem JanJosefLiers01Stück Der stumme Diener (The Dumb Waiter) von Harold Pinter eröffnete.

Unmittelbar nach der politischen Wende in der DDR wechselte Liefers 1990 in ein festes Engagement an das Thalia Theater in Hamburg und arbeitete dort mit Theaterregisseuren wie Robert Wilson, Werner Schroeter und Jürgen Flimm sowie mit dem Komponisten Tom Waits zusammen. 1994 kündigte er am Thalia Theater, um freischaffend für Film und Fernsehen tätig sein zu können.

Sein Kinodebüt gab er 1989 in der Gemeinschaftsproduktion von ZDF und DEFA in dem Film von Rainer Simon Die Besteigung des Chimborazo, in dem er den jungen Forscher Alexander von Humboldt spielte. Nach einigen kleineren Film- und Fernsehrollen schaffte er 1996 mit Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief den Durchbruch. Für die Rolle des Bodo Kriegnitz erhielt Liefers den Bayerischen Filmpreis für Nachwuchsschauspieler.

1997 erschien das deutsche Roadmovie Knockin’ on Heaven’s Door, in dem Liefers an der Seite von Til Schweiger den an Knochenkrebs erkrankten Rudi Wurlitzer spielte. Der Film wurde ein großer Erfolg und lockte über 3 Millionen Zuschauer in die Kinos.

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Liefers spricht bei der Berliner Großdemonstration am 4. November 1989

Seit 2002 steht er zweimal im Jahr gemeinsam mit Axel Prahl für den WDR-Tatort als Professor Karl-Friedrich Boerne, Ermittler in Münster vor der Kamera. In einer Folge war er auch für die musikalische Gestaltung verantwortlich. Die Folge Mord ist die beste Medizin vom 21. September 2014 erreichte mit 13,13 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 36,7 Prozent die höchste Einschaltquote für einen Tatort seit 1992.

2008 übernahm Liefers in dem vom NDR produzierten Film Es liegt mir auf der Zunge die Rolle des ersten deutschen Fernsehkochs Clemens Wilmenrod. Im Oscar-nominierten Spielfilm Der Baader Meinhof Komplex verkörperte er Peter Homann.

Seit 2012 spielt er in den vom ZDF produzierten Verfilmungen der Joachim-Vernau-Romane von Elisabeth Herrmann die Hauptrolle des Rechtsanwalts Joachim Vernau.

In der Fernseh-Verfilmung des Romans Der Turm von Uwe Tellkamp spielte Liefers die Hauptrolle des Richard Hoffmann. Die Erstausstrahlung des Zweiteilers startete am Tag der Deutschen Einheit 2012.

Liefers hat neben Filmmusiken Drehbücher verfasst und trat auch als Filmregisseur in Erscheinung. 2010 gründete er die Firma Radio Doria Entertainment für Film- und Fernsehproduktionen.

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Neben seiner Tätigkeit in Film- und Fernsehproduktionen hat sich Liefers auch eine Karriere als Musiker aufgebaut. 1975 bekam er seine erste Gitarre und nahm Gitarrenunterricht.[9] Seit 2006 ist er mit seiner Band Radio Doria (vormals Jan Josef Liefers & Oblivion) regelmäßig auf Tournee. Unter dem Titel Soundtrack meiner Kindheit berichtet er in den Auftritten über seine Kindheit in der DDR und stellt Lieder ostdeutscher Bands (beispielsweise Silly, Renft, Lift, Puhdys) vor, die ihn geprägt und durch seine Kindheit und Jugend begleitet haben. 2009 veröffentlichte er eine gleichnamige Autobiografie.

2010 wirkte er mit Sasha und Henning Wehland als Feature-Künstler bei dem Titel Endloser Sommer auf dem Stefan-Waggershausen-Album So ist das Spiel mit. 2012 begleitete Liefers die Band Puhdys auf deren Jubiläumstour zum 40-jährigen Bestehen der Band. Das Abschlusskonzert in der O2 World Berlin wurde aufgezeichnet und als DVD veröffentlicht, unter dem Titel Puhdys – Live aus der O2-World – Das Jubiläumskonzert.

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Jan Josef Liefers mit Dieter Birr (Puhdys)

2015 trat er mit seiner Band Radio Doria für das Bundesland Sachsen beim 11. Bundesvision Song Contest mit dem Lied Sehnsucht Nr. 7 an; er belegte dabei den 4. Platz.

Am 4. November 1989 – wenige Tage vor dem Fall der Berliner Mauer – nahm Liefers vor mehreren hunderttausend Menschen als Redner an der Alexanderplatz-Demonstration, der Abschlusskundgebung der größten Demonstration der DDR-Geschichte teil, die live im DDR-Fernsehen übertragen wurde. Er endete seine Rede mit den Worten:

„Die vorhandenen Strukturen, die immer wieder übernommenen prinzipiellen Strukturen lassen Erneuerung nicht zu. Deshalb müssen sie zerstört werden. Neue Strukturen müssen wir entwickeln, für einen demokratischen Sozialismus. Und das heißt für mich unter anderem auch Aufteilung der Macht zwischen der Mehrheit und den Minderheiten.“

Jan Josef Liefers unterstützt die Aktion Deine Stimme gegen Armut, die entwicklungspolitische Organisation ONE sowie die sich für die Behandlung einer seltenen genetischen Kinderkrankheit engagierende NCL-Stiftung und das Kinderhospiz Sonnenhof Berlin. Für sein soziales Engagement wurden ihm im Dezember 2011 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und 2013 der Annemarie-Renger-Preis des Arbeiter-Samariter-Bundes Deutschland verliehen.

«Nacht über Berlin» - Dreharbeiten des ARD-Films

Jan Josef Liefers und Anna Loos (in dem Film „Nacht über Berlin“, 2013)

Außerdem unterstützt Liefers die Kampagne Steuer gegen Armut, die sich für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTS), die sogenannte Robin-Hood-Steuer, einsetzt. Dazu spielte er zusammen mit Heike Makatsch die Hauptrolle in dem Kurzfilm Steuer gegen Armut. Eine gute Idee? Des Weiteren unterstützt er die Petition gegen Spekulation mit Nahrungsmitteln. Die SPD-Fraktion im sächsischen Landtag bestimmte ihn 2012 zum Wahlmann für Sachsen bei der 15. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten Gauck.

Liefers forderte im Laufe der Überwachungs- und Spionageaffäre 2013 Asyl für den US-amerikanischen Whistleblower Edward Snowden:

„Natürlich befürworte ich Asyl für Snowden. Deutschland verweigert ihm Asyl ja nicht aus selbstgewonnener Überzeugung, sondern lediglich aus Loyalität den USA gegenüber. Die Diskussion, wo auf der Skala zwischen ,Held‘ und ,Verräter‘ er seinen Platz hat, wäre für mich ein extra Thema. Immerhin hat Frau Merkel ihm die Erkenntnis zu verdanken, dass auch sie persönlich abgehört wurde.“

Die politisch-kritische Seite von Liefers wird auch in dem niederländischen Roman Gedeelde stad, geheelde stad. Berlijnse thriller (Geteilte Stadt, geheilte Stadt; Soesterberg: Aspekt 2012) von Marianne Vogel hervorgehoben. Darin spielt eine Liefers-ähnliche Figur unter dem Namen „Jan Mialka“ eine Hauptrolle. In ihrem dritten Roman Communistengoud en kerstengelen (Kommunistengold und Weihnachtsengel, 2016) tritt dieser Jan Mialka abermals in einer tragenden Rolle auf.

Seit 2009 ist Liefers Testimonial für Ferrero und wirbt in Fernseh- und Hörfunkspots für Ferreros Praline Rocher.

Gemeinsam mit seinem Tatort-Kollegen Axel Prahl wirbt er seit 2012 in Fernsehspots für die Hybrid-Variante des Toyota Yaris.

Zusammen mit seiner Frau Anna Loos ist er Markenbotschafter für das Atelier Gardeur. (Quelle: wikipedia)

Und hier das Hörbuch seiner DDR Biographie:

Anhand der Musik, die ihn beeindruckt, begleitet und geprägt hat, blickt der bekannte Schauspieler Jan Josef Liefers auf seine Kindheit und Jugend zurück. Er stellt nicht nur

Buch

Das Buch

große Rockbands der DDR und ihre Lieder vor, sondern setzt sie zugleich unmittelbar in Beziehung zu wichtigen Ereignissen in seinem Leben und seiner Karriere. So entsteht der sehr persönliche Einblick in den ganz normalen Alltag eines jungen Menschen im Osten, der sich seine eigenen Gedanken machte und versuchte, seinen eigenen Weg zu gehen, ohne sich allzu sehr zu verbiegen.
Ein authentisches »DDR-Kind«, das später in ganz Deutschland bekannt wurde, erzählt sein Stück deutsche Geschichte – ehrlich, charmant, unterhaltsam und frei von jeglicher »Ostalgie«. (Pressetext)

Nun, mit dem Begriff „Ostalgie“ tue ich mir weiterhin schwer … dieser Begriff ist mir zu plakativ. Dennoch hat dieses Hörbuch natürlich seine Reize:

Wer ihn eigentlich immer schon für einen Wessi gehalten hat – und das sollen hierzulande trotz seines der DDR-Mode entsprechenden nordischen Vornamens angeblich die meisten sein – wird durch dieses Buch nun ein für allemal eines Besseren belehrt. Der vor allem als „Tatort“-Gerichtsmediziner bekannte Schauspieler Jan Josef Liefers, Jahrgang 1964, ist in Dresden geboren und in der DDR aufgewachsen, und der Soundtrack seiner Kindheit stammte dementsprechend von Rockbands wie den Puhdys, Karat und Pankow. Allen voran aber von Silly, der Band der viel zu früh gestorbenen Tamara Danz, deren Part als Sängerin nach ihrem Comeback Liefers Frau Anna Loos übernommen hat.

Dass es sehr musikalisch zugeht im Hause Liefers ist ja nichts Neues. Schließlich tourt der Mime mit eigener Band namens Oblivion nicht erst seit gestern durch die Republik. Neben eigenen Titeln gibt er dabei stets auch ausgewählte Songs von den Idolen seiner Jugend zum Besten und das durchaus talentiert mit bestem Rio-Reiser-Timbre. Das Programm, eine Mischung aus Songs, garniert mit gesprochenen Anekdoten, Kuriositäten und Reminiszenzen an alte Zeiten, kommt beim Publikum derart gut an, dass irgendwann die Idee nahelag, all das einmal aufzuschreiben. Herausgekommen ist dieses gleichnamige Buch, für das er sich auf eine Reise begeben habe, ohne so richtig zu wissen, wohin sie führe, wie Liefers anlässlich der Präsentation erklärte. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. „Ein ganz persönliches Buch über eine Kindheit in der DDR“ fürwahr.

Ohne Anflug verharmlosender „Ostalgie“ schildert Liefers die schönen und weniger schönen Seiten seiner Vergangenheit und zeigt dabei die Strategien seiner Mitmenschen auf, sich in der Diktatur einzurichten. In „Parallelwelten“, wie Liefers sie bezeichnet – in seinem Fall in der zwischen den Zeilen durchaus zeitkritischer Musik –, von denen man in den Medien oder im Film, wo stets Gut gegen Böse kämpft, so gut wie nichts erfahre. Seine (Musik-)Geschichtslektion könnte dazu beitragen, dass sich das ändert. (Franz Klotz)

Eine herkömmliche „DDR-Biographie“ ist dieses Hörbuch natürlich nicht, dazu lebte Liefers in diesen sog. „Künstlerkreisen“ in einem ganz eigenem Kosmos … Sich diesem Kosmos anzunähern ist dennoch ein Gewinn.

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Besetzung:
Jan Josef Liefers (Sprecher)

Booklet1

Titel:

CD 1:
01. Vorspann 0.06
02, Aufblende 5.52
03. Rückblende 4.17
04. Rückblende 7.56
05. Stummfilm 1 8.58
06. Türen öffnen sich zur Stadt 5.20
07. Türen öffnen sich zur Stadt 9.23
08. Wenn ein Mensch lebt 6.04
09. Am Abend mancher Tage 6.01
10. Stummfilm 3 10.59
11 Keine Titelinformation 00:05:41

CD 2:
01. Mein Herz soll ein Wasser sein 10.14
02. Stummfilm 4 7.29
03. Stummfilm 4 00:05:06
04. Und ich liebe dich 6.12
05. Und ich liebe dich 5.22
06. Verdammt 6.57
07. Verdammt 5.18
08. Stummfilm 5 6.28
09. Leb deinen Traum 8.52
10. Stummfilm 6 8.15
11. Stummfilm 6 4.56

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CD 3:
01. Schlohweißer Tag 6.38
02. Schlohweißer Tag 9.19
03. Stummfilm 7 10.04
4 Die Ferne 00:09:22
5 Die Ferne 00:11:28
6 S.O.S. 00:07:04
7 S.O.S. 00:04:32
8 Stummfilm 8 00:09:27

CD 4:
01. Und niemals 9.20
02. Und niemals 12.14
03. Und niemals 7.41
04. Und niemals 5.00
05. Traumpaar 7.16
06. Traumpaar 6.39
07. Traumpaar 6.57
08. Abspann 2.20

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Beilage: Werbebroschüre für weitere Hörbücher

 

Max Herre – Geschenkter Tag + Blick nach vorn (2009)

FrontCover1Jetzt werd´ ich auch mal modern -… Ich präsentiere einen Rapper:

Maximilian Herre (* 22. April 1973 in Stuttgart) ist ein deutscher Rapper, Singer-Songwriter und Musikproduzent. Zudem ist er A&R bei dem Label Nesola, einer gemeinsamen Unternehmung u. a. mit seiner Frau Joy Denalane.

Max Herre wuchs in seiner Geburtsstadt Stuttgart auf. Seine ersten Erfahrungen mit (amerikanischem) Hip-Hop machte er in der Schule. Nachdem er Advanced Chemistry gehört hatte, beschloss er, selbst Hip-Hop auf Deutsch zu machen. Seine erste Band Seedless Jam gründete er im Alter von 15 Jahren, sein erstes Hip-Hop-Projekt Agit Jazz vier Jahre später mit dem Instrumentalmusik-Produzenten Philippe A. Kayser (Don Philippe). Um ihre Stücke auch live aufführen zu können, bildeten sie 1993 zusammen mit dem Stuttgarter Produzenten DJ Friction (Martin Welzer) die Band Maximilian und sein Freundeskreis. Im selben Jahr gründete Max zusammen mit anderen Stuttgarter Künstlern die Kolchose.

Nachdem die drei Freunde 1997 bei dem frisch gegründeten Label Four Music der Deutsch-Rap-Pioniere Die Fantastischen Vier unterzeichneten, gelang ihnen mit A-N-N-A der musikalische und kommerzielle Durchbruch das Lied verkaufte sich über 250.000-mal. Das Debüt-Album der in Freundeskreis umbenannten Band trug den Titel Die Quadratur des Kreises und verkaufte sich 170.000-mal.

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Freundeskreis, 1999

Vom 1999 erschienenen zweiten Album Esperanto wurden über 300.000 Exemplare abgesetzt. Im selben Jahr wurde auch das Doppel-Livealbum En Directo der FK Allstars aufgenommen. Es enthält Mitschnitte von vier Konzerten, die im Dezember 1999 stattfanden, inklusive Stücke des Freundeskreis als auch Neuinterpretationen der Allstars.

Nachdem der Freundeskreis im Jahr 2000 seine vorerst letzten Konzerte gegeben hatte, war die Band 2007 wieder auf verschiedenen Festivals zu sehen, u. a. in Stuttgart, der Heimatstadt der Band, wo sie auf dem Festival MTV HipHop Open ihr 10-jähriges Bestehen feierten.

Max Herre hat das Konzept der FK-Allstars, einem Zusammenschluss von mehr als 15 Künstlern, darunter Gentleman, Afrob, Sékou, Joy Denalane und Brooke Russell, entwickelt. Im Jahre 2000 spielten diese auf einigen der größten Festivals Mitteleuropas wie Rock im Park, Rock am Ring oder dem Splash vor bis zu 70.000 Besuchern. Nach der Tour verließ er die Band als aktives Mitglied.

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Max Herre + Joy Denalane

Unter dem zunehmenden Druck durch seine wachsende Prominenz zog sich Herre aus dem öffentlichen Rummel weitgehend zurück und kümmerte sich nach der Geburt seines ersten Sohnes hauptsächlich um die Produktion des Debütalbums seiner Frau Joy Denalane. 2002 war Mamani fertig. Das Top-10-Album verkaufte sich 130.000-mal und wurde dreifach für den Echo nominiert.

Fast fünf Jahre nach dem letzten Freundeskreis-Studioalbum veröffentlichte Max Herre im September 2004 sein nach ihm selbst benanntes Solo-Album Max Herre, auf dem er eine Vielzahl verschiedener Genres miteinander vermischte. Mit diesem Konzept-Album zeigte Herre seine große Offenheit und seine musikalische Bandbreite. Er verband dabei Soul und Reggae, aber auch Rock-Elemente flossen ein. Herres Debütalbum war kommerziell sehr erfolgreich. Im April 2006 gründeten Herre, Joy Denalane, Götz Gottschalk und Sophie Raml ein neues Label namens Nesola.

Am 11. August 2006 erschien das zweite von Herre produzierte Denalane-Album Born & Raised auf Four Music.

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Am 24. August 2012 veröffentlichte er sein drittes Album Hallo Welt!. Zuvor wurde bereits der Freetrack Jeder Tag zuviel mit Antonino von Mega! Mega! und die Single Wolke 7, ein Duett mit Philipp Poisel, veröffentlicht. Diese konnte sich bis auf Platz 6 der Media-Control-Charts etablieren. Es ist der erste Top-10-Single-Hit für Max Herre. Bei der Aufzeichnung einer Sendung von Roche & Böhmermann verließ Herre nach Kritik der Moderatorin Charlotte Roche wutentbrannt die Talkshow, wurde aber von der Moderatorin zurück geholt, so dass die Aufzeichnung der Sendung fortgesetzt werden konnte.

Max Herre wirkte 2013 als Coach an der dritten Staffel der Castingshow The Voice of Germany des Senderverbunds ProSiebenSat.1 mit. Sein Schützling Andreas Kümmert gewann die Show.

Als dritter deutscher Hip-Hop-Act nach den Fantastischen Vier und Sido veröffentlichte Max Herre ein Album der MTV-Unplugged-Reihe namens MTV Unplugged Kahedi Radio Show. Zur Titelliste gehörten neben aktuellen Liedern auch Songs seiner ehemaligen Band Freundeskreis. Für das Album erhielt er bei der Echoverleihung 2014 die Auszeichnung als Hip-Hop-Künstler des Jahres. 14 Tage nach VÖ (13. Dezember 2013) erhielt sein „MTV Unplugged“ bereits eine Gold- & wenige Wochen später eine Platin-Auszeichnung.

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Max Herre in der „Skandal-Sendung“ mit Charlotte Roche

Auf der Suche nach einer Sängerin zur Single Mit Dir lernte Herre 1999 Joy Denalane kennen, die er später heiratete. 2001 kam Herres erster Sohn zur Welt. 2002, während der Produktion des Albums seiner Frau, zog Herre für Familie und Karriere nach Berlin. 2003 wurde sein zweiter Sohn geboren. Das Paar trennte sich im Februar 2007,[6] ist jedoch seit 2011 wieder liiert. Max Herre ist außerdem Vater einer 2008 geborenen Tochter,[7] dieser widmete er den Song Vida seines Albums Hallo Welt![8]
Einflüsse
Zu seinen Einflüssen zählt Max Herre Künstler wie Jay-Z, aber auch Black Thought, Bob Marleys Natty Dread über Al Greens Let’s stay together, die englische 70s Rockband Free, Ostbeat-Musiker wie Hansi Biebl und den Singer/Songwriter Nick Drake. Musiker wie Jimi Hendrix und Led Zeppelin zählen hierzu ebenso wie Udo Lindenberg, der als sein wohl stärkster Einfluss gilt. (Quelle: wikipedia)

Wie schrieb ich vorhin: „Ich präsentiere einen Rapper“ … Was für ein Quatsch !

Hier wird nicht gerappt, wahrlich nicht … nein heier werden gute alte deutsche Liedermacher-Tugenden beschworen und das durchaus überzeugend.

Bei „Geschenkter Tag“ hat sich der Herre schon sehr arg an den Rolling Stones Song „Sympathy For The Devil“ erinnert (um es mal sehr diplomatisch auszudrücken) … textlich superb …

Nicht minder überzeugend die B-Seite dieser Single … da singt einer über die Tücken des Lebens, sowas von beeindruckend und authentisch … das weiss einer von was er singt. Respekt !

Von daher interessiert mich nun die CD „Ein geschenkter Tag“, aus der diese beiden Lieder stammen.

MaxHerre04

Besetzung:
Christian Diener (bass)
Roberto di Gioia (piano)
Earl Harvin (drums, percussion)
Max Herre (vocals)
Frank Kuruc (guitar)
+
Jo Ambros (pedal steel guitar bei 02.)
Clueso (vocals bei 02.)
Jemma Endersby (vocals bei 02.)
Marko Jovanovic (harmonica bei 01.)

BackCover1

Titel:
01. Geschenkter Tag (Aladag/Herre/Hübner/Kuruc) 3.49
02. Blick nach vorn (Aladag/Herre/Hübner/Kuruc) 4.00

CD1

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Ania Jools – Bilder von mir (2009)

FrontCover1Als Ania Jools 2009 mit diesem Debütalbum auf den Markt kam, galt sie als eine der ganz großen neuen Hoffnungen in der deutschprachigen Musikszene.

So konnte man damals z.B. diese Zeilen lesen:

Gerade 21 Jahre alt ist Ania Jools aus München, die in diesen Tagen ihr Debutalbum Bilder von mir veröffentlicht. Zugleich wird sie bereits durch große Magazine wie den Focus und Zeitungen wie die SZ als „die neue deutsche Soulhoffnung“ gehandelt.

Auf den ersten Blick irritiert so manches. Zum einen der Nachname – gut, sehr schnell läßt sich feststellen, dass „Jools“ (sprich: „Dschuuls“) ein Künstlername ist, man also keinen imaginären Stammbaum wohin auch immer zu konstruieren braucht. Zum anderen das noch recht zarte Alter von Ania Jools, wenn man dieses auf einen recht großen Titel wie Bilder von mir bezieht. Und dann ist da noch dieser Sound, der seltsam vertraut und nach einer Mischung von Roger Cicero und Annett Louisan klingt.

Letzteres ist am schnellsten erklärt: Produziert wird Ania Jools nämlich von Gunnar Graewert, der eben auch für Annett Louisan und Patrick Nuo schreibt, dazu kam Frank Ramond, der Kopf hinter den Texten von Annett Louisan und Roger Cicero. Der Schaffensprozeß von Bilder von mir, so erzählten es beide dem „Focus“ in einem Interview, verlief derart, dass Ania Jools aus ihrem Leben erzählte und Graewert diese dann in Songs umwandelte.
An dieser Stelle kommt dann wieder Ania Jools als eigentlich Protagonistin ins Spiel: Die wunderschöne Münchnerin interpretiert diese durch die Brille eines Anderen gesehenen, aber trotzdem eigenen Lebensbilder mit ihrer Stimme quasi neu. Dieses Bild bekommt für den ganz gewöhnlichen Hörer jedoch durchaus seine Risse, wenn er etwa den Text zu „Egal“ hört und sich angesichts dieser „Dreiecksgeschichte“ fragt, ob das wirklich noch autobiographisch sein soll…

AniaJools01

Musikalisch entsteht bei dieser Zusammenarbeit Pop heraus, der sehr leicht konsumierbar, aber trotzdem (deswegen?) schön ist. Zahlreiche Stilelemente vom Chanson über den Soul bis hin zum Swing kommen dabei zum Tragen. Da machen der Opener „Schön Dich wieder zu sehen“ und auch sein Nachfolger „Viel zu weit weg“ schnell klar, wohin der Weg geht. „Bilder von ihr“ ebenso wie „Fang mich“ (für mich der beste Song des Albums!) unterscheiden sich durchaus wohltuend durch ein mehr an Gitarren oder Beat, und auch „Es geht vorbei“ ist eher lässiger Gitarrenpop.
Daneben finden sich eine ganze Reihe von balladesken Stücken wie „Egal“, das sehr zarte „Bei dir gehts mir gut“ oder auch „Du lebst“ und das abschließende „Fühl das Leben nur bei dir“, das sogar unaufdringliche Countryelemente enthälten. Einziger Totalausfall ist das Mambostück „Tanz mit mir“.
Mehr als erwähnenswert ist aber natürlich die großartige, variantenreiche Stimme von Ania Jools, die tief und warm und sehr, sehr, sehr sexy ist. Im Verlauf des Albums verlieren sich auch weitgehend die unnötigen Ausschmückungen, die etwa in „Schön dich wieder zu sehen“ in keinem guten Sinn noch äußerst dominant sind.

Bilder von mir ist ein überwiegend leichtes Sommeralbum geworden, das auch nebenher konsumierbar ist. Wer sich auf die (vor allem lyrischen) Untertöne einläßt wird angesichts der Person von Ania Jools bzw. dem, was man in der Regel von einer Frau ihres Alters zu wissen glaubt, an der einen oder anderen Irritation nicht vorbeikommen. Man darf wohl wirklich gespannt sein, was von ihr in nächster Zeit noch zu hören sein wird. (Andreas Matena)

Keine Frage: Ania Jools (natürlich ein Künstlername) hat eine beeindruckende Stimme und auch wenn mir die Texte wie so oft ein wenig auf den Keks gehen (als gäbe es nichts anderes als das Thema „Liebe“; ich weiss nicht wie oft ich das hier schon anmerken mußte !), so galt sie damals ganz sicher zu recht als großes Talent.

Und es ging auch weiter … diverse Auftritte etc. p.p … und ihre Facebook-webiste ist voll von solchen Events. Doch Ende 2013 enden dann die Einträge … und das hinterlässt bei mir irgendwie in verdammt ungutes Gefühl …

Live

Besetzung:
Gunnar Graewert (keyboards, vocals, ukulele, drums, percussion)
Anja Jools (vocals)
Mario Schönhofer (bass)
Titus Vollmer (guitar, lap-steel-guitar)
+
Heinrich Haas jr. (organ bei 01
Dirk Janoske (trombone bei 09.)
Peter Kraus (drums bei o2., 04., 08., 12)
Oscar Kraus (background vocals)
Manni Müller (drums bei o1., 06., 09., 10.)
Martin Kursawe (guitar bei 03., 04., 08., 11.)
Tom Reinbrecht (saxophone bei 09.)
Florian Sager (trumpet bei 09.)
Otto Schellinger (bass bei 04., 05., 06., 11.)
Thorsten Skrinner (saxophone bei o1., 09.)
Wolfgang Vetter (trumpet bei 09.)
Jan Zehrfeld (guitar bei o4., 11.)
+
Modern String Quartet (strings bei 11.)

Inlet1Titel:
01. Schön dich wieder zusehen (Graewert) 3.58
02. Viel zu weit weg (Graewert) 3.47
03. Bilder von ihr (Graewert/Koreck) 4.09
04. Es geht vorbei (Graewert/Kraus) 3.51
05. Egal (Graewert) 4.00
06. Amelie (Graewert) 3.02
07. Fang mich (Graewert/Koreck) 3.40
08. Bei dir geht’s mir gut (Graewert) 3.51
09. Tanz mit mir (Graewert) 3.25
10. Stell mir vor (Graewert) 4.47
11. Du lebst (Graewert) 3.50
12. Fühl‘ das Leben nur bei dir (Graewert/Rammond) 4.46

CD1

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Stefan Parrisius – In memoriam Chris Howland, Sänger und Schauspieler (Radiomitschnitt) (2013)

ChrisHowlandIm Dezember 2013 ist ja das Unikum Chris Howland verstorben. Anlässlich dieses Todes wiederholte der Bayrische Rundfunk auf seinem Kanal Bayern 2 ein ausführliches Gespräch mit ihm. Es er wurde ein Ein Rückblick auf 60 Jahre Showbusiness …

Er war der erste britische Gastarbeiter im Nachkriegsdeutschland: Chris Howland: Radiostar, Sänger, Schauspieler, Fernsehmoderator mit dem ganz typisch englisch-trockenen Humor. Er starb in der Nacht zum 1. Dezember 2013. Aus diesem Anlass wiederholt Bayern 2 den Talk aus dem Jahr 2009 mit der Moderatorenlegende.

Unzählige Radiohörer kannten ihn als legendären Discjockey Heinrich Pumpernickel.

In den 50er und 60er Jahren unterhielt er sie mit Musik, aber auch mit seinem radebrechenden Deutsch, was zu einer Art Markenzeichen von Chris Howland wurde.

Hinzu kamen die Fernsehsendungen „Musik aus Studio B“ und das legendäre „Vorsicht Kamera“, mit kleinen Filmen, wo zum Beispiel ein umgebauter Kleinwagen an einer Tankstelle vorfuhr und mehr Benzin tankte, als in einen Lastwagen gepasst hätte.
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Auch als Schauspieler war Chris Howland erfolgreich, so wurde er zum Beispiel für fünf Karl-May-Filme engagiert und spielte unter anderem den Butler Archie in „Der Schut“. Darüber hinaus hatte er mit Titeln wie „Das hab‘ ich in Paris gelernt“ und „Fräulein“ auch Erfolg als Schlagersänger.
In „Eins zu Eins. Der Talk“ mit Gastgeber Stefan Parrisius blickte Chris Howland im September 2009 zurück auf 60 Jahre Leben in der Welt der Medien, im Showbusiness.

Aber er erzählte auch aus dem Blickwinkel des jungen Mannes, der als britischer Soldat 1946 ins zerstörte Hamburg kam.

Ein wirklich interessantes Tondukument und zugleich auch ein wenig Werbung für das Medium Radio ! Und als kleine musikalische Erinnerung habe ich den ersten Chris Howland Hit „Fräulein“ beigelegt … Und ich verrate kein Geheimnis, wenn ich ankündige, dass von diesem ganz besonderem Entertainer hier noch mehr zu hören sein wird.

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Stefan Parrisius & Chris Howland

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Fräulein

Mame-Loshn – Der Rebe tanzt (2009)

FrontCover1Vielleicht gar keine so schlechte Idee, zum Osterfest 2014 eine CD vorzustellen, die sich aus den Wurzeln der Kelzmer Musik speist.

Ursprünglich ist Klezmer (sprich „Klesma“, mit weichem s) die jüdische Musik Osteuropas der letzten Jahrhunderte, die v.a. zu Hochzeiten und anderen Festen gespielt wurde. Klezmer hat also nichts mit israelischer Musik zu tun, wie manchmal vermutet wird, sondern ist zwar jüdisch, aber eben eine Musik aus Osteuropa, mit vielen Verbindungen zur rumänischen, russischen und zur Roma-Musik.

Im 19. Jahrhundert lebten an die 7 Millionen Juden in Osteuropa, vom Baltikum im Norden über Russland, Polen und die Ukraine bis nach Rumänien im Süden. Als Wiege der Klezmermusik wird Moldawien angesehen.

Die Juden lebten meist abgesondert, in eigenen Stadtviertel (den „shtetls“) oder Dörfern, mit ihrer eigenen Kultur, Religion, Sprache (dem Jiddischen) und Musik. Sie waren immer wieder politischer Willkür, wirtschaftlichen Benachteiligungen, Übergriffen, Pogromen und Vertreibungen ausgesetzt und so kam es schon lange vor dem Holocaust, v.a. in der Zeit zwischen 1880 und 1920, zu großen Auswanderungswellen.

Das Hauptziel der Auswanderer war Amerika, und hier v.a. New York. Für lange Zeit war New York die Stadt mit der weltweit größten jüdischen Bevölkerung. Die Musik veränderte sich hier natürlich allmählich, sie wurde urbaner, griff Jazz-Elemente auf, und die Klarinette, die schon in Osteuropa Anfang des 20. Jahrhunderts die Geige zu verdrängen begann, wurde endgültig zum typischen Hauptinstrument des Klezmer.

Aber hier fand die Klezmermusik eine Nische, wo sie überleben konnte. Denn die osteuropäische jüdische Kultur, so wie sie jahrhunderlang bestanden hatte, würde von den Nazis mit dem Holocaust vollständig ausgelöscht.

OldKlezmerBand

„Old Klezmer Band“ (Gemälde von Leon Zernitzky)

Mit dem Klezmer-Revival, das in den 60/70ger Jahren begann, machten sich amerikanische Klezmermusiker der jüngeren Generation auf, ihre Wurzeln in Osteuropa zu erforschen, letzte noch lebende Musiker kennenzulernen, die Musik aufzunehmen und zu notieren.

So haben wir heute doch einen ziemlich reichen Schatz an Noten- und Aufnahmematerial, sowohl des ursprünglichen europäischen als auch des neueren amerikanischen Klezmers. Und das Revival ist immer noch nicht zu Ende: Klezmer wird heute weltweit von jüdischen wie von nicht-jüdischen Musikern gespielt und hat sich fest in der Weltmusik-Szene etabliert. (Daniel Marsh)

Und hier nun ein Beispiel das vor allem dadurch besticht, dass der Bandleader Leonid Khenkin nicht nur über eine bewegte Vita zurückblicken kann, sondern zudem auch ein Virtuose auf seinem Instrument ist. Und das macht dann die Musik einfach noch mitreißender.

Und hier ein paar Informationen zu seiner Biographie:

LeonidKhenkinGeboren in Kemerovo in Russland. Abschluss der Musikschule und Musikfachschule in Tomsk im Fach Klarinette.

Abschluss der Musikhochschule in Novosibirsk . Sehr gute Musikalische Ausbildung brachte Leonid zu den besten Jobs in Sibirien. So spielte er im führenden Militär Orchester Sibiriens, im Opernhaus Nowosibirsk. Solierte mit Städtischem Philarmonieorchester Tomsk. Unterrichtete Klarinette an der Musikfachschule Tomsk und dirigierte im Musiktheater Sewersk.

Ab dem Jahr 2000 in Deutschland als Freiberuflicher Musiker tätig.

Verheiratet, hat fünf Kinder. (Selbstdarstellung)

Nun, ganz so einfach war es nicht in Deutschland:

„»Warum sollen wir auf der Couch liegen? Wir wollen spielen!« Für Leonid Khenkin war die Sache klar, als er 2007 beim Jobcenter vorsprach: Arbeitslose Musiker aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion sollten sinnvoll tätig werden und beispiels­weise in Kindergärten und Altenheimen auftreten.

Aus der Idee wurde die Musikwerkstatt der gemeinnützigen Beschäftigungsgesell­schaft Noris Arbeit (NoA) geboren. Sie hat zeitweise 80 ausgebildeten Sängern und Instrumentalisten eine Anstellung auf Basis von Ein-Euro-Jobs geboten und organi­siert jährlich rund 2000 Auftritte. Weil nun die Eingliederungsmittel drastisch gekürzt worden sind, droht ihr Ende März 2012 das Aus – dies wäre das Ende für ein unge­wöhnliches Projekt, welches soziale Integration und gesellschaftlichen Auftrag auf vorbildliche Weise verbindet. (Quelle: medienpraxis.tv)

Das eben genannte Beschäftigungsprojekt gibt es noch, aber die dazugehörige Musikwerkstatt wurde eingestampft … Manchmal möchte ich ne Bombe sein und einfach explodieren …

Angesichts dieser traumhaft schönen Musik von Mame-Loshn (auf deutsch: Muttersprache) kann ich nur hoffen, dass Lenonid Khenkin und seine Gefährten ihren Weg einfach weitergehen können und werden …

Für mich ist diese Musik eher noch Neuland, aber ein Land das mich fasziniert … das es zu bereisen und zu entdecken gilt. Wer will kann sich ja dieser Reise anschließen.

Booklet1

Besetzung:
Lenonid Khenkin (clarinet)
Boris Kupin (bass)
Michael Winnizkij (accordeon)
+
Serafina Khenkina (vocals bei 06.)
Diana Liberova (vocals bei 02.)
Eugen Wasinger (guitar bei 02.)
Michael Winnizkij (vocals bei 04., 08., 10. 14.)

Live01

Titel:
01. Shalom Alechem (Traditional) 4.08
02. Guando El Rey (Traditional) 3.07
03. Besarabichr Bulgar (Traditional) 2.23
04. Tum – Balalaika (Traditional) 2.51
05. Sher – Budapest (Traditional) 1.42
06. Der Rebe (Traditional) 3.05
07. Street Melody (Traditional) 4.17
08. Chiri Bim – Chiri Bom (Traditional) 2.30
09. Josel – Josel (Traditional) 4.17
10. Ose Shalom (Traditional) 2.37
11. If I Were A Rich Man (Bock) 2.44
12. Klesmeron (Traditional) 2.59
13. Bei mir bist du schön (Skunda) 3.16
14. Hava Nagila (Traditional) 3.27
15. Israels Weinen (Traditional) 2.55

CD1

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