David Garrett – Legacy (2011)

FrontCover1An diesem Typen scheiden sich wohl die Geister…

David Garrett (* 4. September 1980 als David Christian Bongartz in Aachen) ist ein deutscher Geiger.

Garrett wurde als mittleres der drei Kinder des deutschen Juristen und Geigenauktionators Georg Paul Bongartz und der US-amerikanischen Primaballerina Dove-Marie Garrett geboren. Im Alter von vier Jahren machte er seine ersten Versuche auf der Geige. Ersten Geigenunterricht erteilte ihm sein Vater, der nebenberuflich als Geigenlehrer arbeitete. Im Alter von fünf Jahren gewann Garrett einen Preis im Wettbewerb Jugend musiziert. Als er acht Jahre alt war, entschieden die Eltern, den Jungen unter dem Namen der Mutter auftreten zu lassen, da Garrett geläufiger klang als Bongartz. Im Alter von neun Jahren debütierte er beim Festival Kissinger Sommer. Mit zwölf erhielt er einen ersten Plattenvertrag und stand im Alter von 13 Jahren bereits exklusiv bei der Deutschen Grammophon unter Vertrag. Zusammen mit Claudio Abbado spielte er Mozart-Violinkonzerte ein. Als „größten Geiger seiner Generation“ bezeichnete ihn Yehudi Menuhin. Garrett gibt an, jeden Tag acht Stunden Geige geübt zu haben.[6] Von 1990 bis 1991 wurde Garrett von Zakhar Bron unterrichtet. Ab 1992 war er Schüler von Ida Haendel.

Garrett03Nach dem Abitur am Aachener Einhard-Gymnasium schrieb sich Garrett seinen Eltern zuliebe am Royal College of Music im nahen London ein, obwohl er eigentlich nach New York wollte. Er musste aber bald die Schule verlassen, da er die Vorlesungen nie besuchte, und zog mit 19 Jahren zu seinem Bruder, der damals in New York lebte und dort studierte. Garrett sagte in einem Interview: „Mir wurde immer alles aufoktroyiert: Was ich spielen sollte, wo ich auftreten sollte, was ich in Interviews sagen und nicht sagen sollte.“

1999 wechselte er nach New York, um die Juilliard School zu besuchen, wo er unter Itzhak Perlman studierte. 2003 gewann er den Kompositionswettbewerb der Schule mit einer Fuge im Stil von Johann Sebastian Bach.

In den folgenden Jahren versuchte er, sich trotz Widerständen als Musiker neu zu etablieren. Als sein nunmehr eigener Karrieremanager dachte er sich das Konzept für ein Crossover-Album aus, das er zusammen mit dem Londoner Plattenlabel Decca produzierte. Das Album aber wurde nie veröffentlicht, da die Plattenfirma nicht überzeugt war, dass das funktionieren würde. Den Durchbruch in Deutschland schaffte er 2006 mit dem Berliner Konzertveranstalter DEAG, der stark auf den Event-Charakter klassischer Konzerte setzt und Garretts Cross-Over-Projekt übernahm. Ein neues Image wurde für ihn geschneidert, das des Geigenrebellen. 2014 wird sein Crossover-Projekt mit einer Tour quer durch Deutschland fortgesetzt.

2009 entwarf er eine T-Shirt-Kollektion für das Modehaus s.Oliver und 2010 kam ein eigenes Parfum mit passendem Duschgel namens Rock Symphonies heraus.

Im Jahr 2013 spielte Garrett die Hauptrolle als Niccolò Paganini in Bernard Roses Literaturverfilmung Der Teufelsgeiger. Garrett war hier gleichzeitig Executive Producer.

Garrett04

David Garrett mit Zubin Metha

Im Alter von 13 Jahren wurde ihm von der Aachener Talbot-Stiftung für mehrere Jahre eine von Antonio Stradivari gefertigte Violine, die sogenannte San Lorenzo Stradivarius von 1718, zur Verfügung gestellt. Seit 2003 besitzt er eine Violine von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahre 1772 (diese wurde im Jahre 2008 bei einem Sturz schwer beschädigt). Seit 2010 spielt er wieder eine Stradivari (zur Verfügung gestellt vom anonym bleibenden Eigentümer): Die Ex A. Busch von 1716, die von 1913 bis 1933 im Besitze des Violinisten Adolf Busch war.

Von Ende Mai 2008 bis April 2010 war er im Guinness-Buch der Rekorde als schnellster Geiger der Welt eingetragen. Bei einem Auftritt in der britischen Fernsehshow Blue Peter spielte Garrett den Hummelflug von Rimski-Korsakow fehlerfrei in nur 66,56 Sekunden, das sind 13 Noten pro Sekunde. Seinen eigenen Rekord unterbot er am 20. Dezember 2008 bei der Guinness-World-Records-Show um 1,3 Sekunden mit einer Zeit von 65,26 Sekunden. Am 7. April 2010 wurde er von Ben Lee geschlagen: Lee benötigte 64,21 Sekunden für dasselbe Stück. Von 2008 bis 2009 war Garrett Botschafter der UNESCO.

Garrett05

1996

Am 17. Oktober 2010 wurde Garrett in Essen der Echo Klassik, der renommierte Musikpreis der Deutschen Phono-Akademie, für seinen Spitzenplatz im Plattenverkauf als Bestseller des Jahres verliehen. Nur wenige Monate später erhielt er bei der 20. Echo-Musikverleihung am 24. März 2011 zwei Echos, einen in der Kategorie Erfolgreichste Musik-DVD-Produktion (national) und den anderen in der Kategorie Künstler Rock/Pop (national). Am 26. Oktober 2014 wurde er mit einem weiteren Echo Klassik in der Kategorie Bestseller des Jahres für sein Album Garrett vs. Paganini ausgezeichnet.
Kritik

In der Presse wurde er als ein „besonders schrilles Beispiel für einen genialischen Geiger, der trotzdem scheitert“,[18] als „Fernsehgeiger“, „Jörg Pilawa der klassischen Musik“, oder „David Hasselhoff der Klassik“[20] bezeichnet. Seine Musik wird unter anderem als „Softpornopopklassikjunkfood“ kritisiert.

Garrett06Garrett weist die Kritik regelmäßig als „Musik-Snobismus“ zurück und betont seinen Anspruch, mit seinem Mix aus E- und U-Musik Bevölkerungsgruppen erreichen zu wollen, die der Klassik sonst fernblieben. (Quelle: wikipedia)

Hier mal sein siebtes Album … und auch die seriöse Kritik kam nicht daran vorbei … lobende Worte zu finden:

David Garrett, ehemaliges Wunderkind der Violine, knüpft nach drei Crossover-Alben mit “Legacy” wieder an seine Wurzeln als Klassischer Musiker an. Dabei beruft er sich auf den musikalischen Grenzgänger Fritz Kreisler.

Auf seinem neuen Album “Legacy” hat David Garrett ein Programm zusammengestellt, das von Geschmack, Intelligenz und Humor zeugt. Mit einem Augenzwinkern könnte man sogar sagen, dass er auch diesmal wieder ein Crossover-Album abgeliefert hat – nun allerdings eines mit gehobenerem Anspruch: Klassik-Gigant Ludwig van Beethoven trifft auf den Meister der leichten musikalischen Unterhaltung Fritz Kreisler. Es ist ein Album, das voller Referenzen an große Vorbilder steckt und die eigene Arbeit der vergangenen Jahre reflektiert. David Garretts persönlichstes Werk ist es insofern, als er sich mit der Aufnahme des Violinkonzerts in D-dur von Beethoven einen Lebenstraum erfüllt hat, wie er im eigenhändig verfassten Begleittext des Albums schreibt. Und auch deshalb, weil er einen der eigenwilligsten Geigenvirtuosen der Geschichte ins Zentrum des Albums stellt und als geistigen Vater präsentiert: Fritz Kreisler.

Das Beethovensche Violinkonzert gilt heute als Höhepunkt seiner Gattung. Allerdings bedurfte es nach der Vollendung und Uraufführung einiger Jahrzehnte, bis die nachhaltige Bedeutung und Wirkung dieser Komposition erkannt wurden. Denn es hatte nicht den oberflächlichen, effektvollen Glanz der seinerzeit modischen Showstücke für Virtuosen, sondern ist einem Ideal verpflichtet, in dem Solostimme und Orchester einander gleichberechtigt gegenüber stehen. Damit ist das Werk mit dem tief bewegenden Mittelsatz ein idealer Repräsentant des künstlerischen Selbstverständnisses des Klassischen Musikers David Garrett. Die Wiederentdeckung des Konzerts verdanken wir übrigens einem der Wunderkinder in der Geschichte der Violine, dem damals erst 12-jährigen Joseph Joachim. Seine 1844er Londoner Aufführung unter der Leitung des Dirigenten Felix Mendelssohn war ein Triumph und half, das Werk im Repertoire zu verankern.

Garrett07

Die so genannte Kadenz ist ein Formteil in Klassischen Konzerten, der ursprünglich der freien Gestaltung des Solisten überlassen war, ähnlich wie die Soloparts in der Jazzmusik. David Garrett hat für seine Einspielung des Beethoven-Violinkonzerts eine überlieferte Kadenz gewählt, die er für besonders gelungen hält. Sie stammt von dem Violinisten Fritz Kreisler, vor 100 Jahren Publikumsliebling der Massen. Und wie David Garrett heute ist auch jener stets lustvoll auf dem schmalen Grat zwischen so genannter trivialer und anspruchsvoller Musik balanciert. Doch trotz der in seinen eigenen Kompositionen deutlich werdenden Vorliebe für leichtere musikalische Kost gab es kaum Zweifel an seiner Kompetenz als Interpret Klassischer Musik. Es waren aber seine leichten eigenen Stücke, mit denen er die Welt erobert habe, so Margaret Campbell in ihrem Buch “Die großen Geiger”. Es sei diese Musik gewesen, die das Publikum habe hören wollen und die auf Schallplatten millionenfach verkauft wurde. Seine Stücke seien dabei alles andere als trivial, sondern in ihrer Art oft kleine Meisterwerke gewesen.

Garrett08

Für das neue Album hat David Garrett eine persönliche Auswahl seiner Kreisler-Favoriten arrangiert und eingespielt. Und auf sehr unterhaltsame Weise erzählt er uns auf “Legacy” im Grunde auch einen Teil seiner eigenen musikalische Geschichte. (Quelle: klassikakzente.de)

Und natürlich kann man über seine Gehabe geteilter Meinung sein (Mein holdes Eheweib spricht seinen Namen so aus, als hätte sie E 605 auf der Zunge …)

Aber eins muss man ihn lassen … er kann spielen wie der Teufel …

Garrett02

Besetzung:
David Garrett (violin)
+
The Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Ion Marin

Booklet01A

Titel:

Ludwig Van Beethoven – Concerto for Violin And Orchestra In D, Op. 61:
01. Allegro Ma Non Troppo 25.05
02. Larghetto 9.39
03. Rondo (Allegro) 10.05

Fritz Kreisler:
04. Praeludium And Allegro in the Style of Pugnani 6.16
05. Variation 18 From Rhapsody on a Theme Of Paganini for Piano and Orchestra, Op. 43 by Sergei Rachmaninov 3-08
06. Caprice Viennoise, Op. 2 4.32
07. Variations on a Theme of Corelli in the Style of Tartini 3.40
08. Romance: Larghetto on a Theme by Carl Maria Von Weber 3.23
09- Tambourin Chinois, Op. 3 4.02
10. Liebeslied 4.37

Garrett01

Live in Baden Baden, 2011

*
**

Advertisements

Frank Quilitzsch – Dinge, die wir vermissen werden (gelesen von Iris Berben und Thomas Thieme) (2011)

FrontCover1Ein zutiefst sympathisches, anrührendes und empfehlenswertes Hörbuch:

Ein jegliches hat seine Zeit. Nicht nur Tiere und Pflanzen sterben aus. Auch Gegenstände gehen verloren. Eines Tages sind sie verschwunden, unbemerkt und unwiederbringlich. Gestern hatte man sie noch zur Hand, morgen sind sie nicht mal mehr im Kopf. Nehmen wir den Stiefelknecht: Der wurde schon zu Urgroßvaters Zeiten aus dem Hausrat entlassen. Oder die Milchkanne – wo klappert sie noch auf dem Weg in den Milchladen? Und wer erinnert sich noch, wie der Milchmann ausgesehen hat?

In den kurzen, heiteren Geschichten von Frank Quilitzsch erzählen Iris Berben und Thomas Thieme, wie ein Rechenschieber, der Paternoster und die Rohrpost funktionierten, worin die Reize einer Schreibmaschine namens Erika bestanden, warum die Schallplatte mehr Kinder verhütet hat als die Pille und was uns fehlt, wenn die Erinnerung an das Leibchen, die Dreieckbadehose, den Sendeschluss und das Poesiealbum verloren geht.

Die in der ZDF-Krimireihe “Rosa Roth” als Duo ermittelnden Schauspieler Iris Berben und Thomas Thieme sind erstmals als Sprecher auf einem Hörbuch vereint.

DieZwei01Iris Berben, geboren 1950 in Detmold, spielte in mehr als 300 Kino- und Fernsehfilmen und gehört zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen. Seit über zehn Jahren ermittelt sie im Fernsehen als “Rosa Roth”, viel beachtet sind auch ihre Lesungen, u.a. aus den Tagebüchern von Anne Frank und Joseph Goebbels. 2003 wurde sie für ihr Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet.

Thomas Thieme, geb. 1948 in Weimar, verlässt 1984 die DDR, arbeitet an allen großen, deutschsprachigen Bühnen und wird 2000 zum “Schauspieler des Jahres” gekürt. Im Film sieht man ihn u.a. in “Der Untergang” und “Das Leben der Anderen”. Thomas Thieme lebt in Leipzig.
Autor

DieZwei02Frank Quilitzsch wurde 1957 in Halle (Saale) geboren und wuchs zeitweilig in Sachsen-Anhalt bei den Großeltern im heutigen “Buchdorf” Mühlbeck auf. Er besuchte die Schule in Moskau, Babelsberg und Falkensee. Studierte von 1978-1983 Germanistik an der Universität Jena und schloss ein Forschungsstudium an, promovierte 1985 mit einer Arbeit zur “Konfliktgestaltung in der Kurzprosa von Anna Seghers” und arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der Sektion Literatur- und Kunstwissenschaft. War 1987-1989 als Deutschlektor an der Damaskus-Universität in Syrien und 1989/90 als Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Nanjing-Universität in China tätig. Arbeitet seit 1991 als Kulturredakteur bei der Thüringischen Landeszeitung, wo er Rezensionen, Interviews, Kolumnen und Reportagen verfasst, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde.

Interessant, dass die Erinnerungen des Autors, obwohl sie aus DDR Zeiten stammen, mit meinen – aus BRD Zeiten stammenden Erinnerungen überraschend ähnlich sind !

Booklet1

Sprecher:
Iris Berben
Thomas Thieme

DieDrei

Titel:

CD 1:
01. Musik 0.30
02. Schallplatte / Die Schreibmaschine 5.27
03. Der Teppichklopfer 4.36
04. Das Poesiealbum 4.50
05. Der Korbkinderwagen 4.40
06. Das Leibchen 3.59
07. Der Sendeschluss 5.25
08. Der Rechenschieber 4.03
09. Der Rollfilm 5.02
10. Die Kohlen 4.14
11. Die Zinkbadewanne 4.04
12. Die Russischolympiade 4.51
13. Das Waschbrett 5.26
14. Der Korrektor 5.05
15. Die Eisblumen 4.59
16. Der Schrankenwärter 4.29

Autor

CD 2:
01. Musik 0.31
02. Das Fräulein / Der Mann 7.48
03. Die Handgelenktasche 4.43
04. Das Zeitkino 4.33
05. Die Bohnenkeule 4.36
06. Der Paternoster 4.57
07. Der Faltbeutel 4.30
08. Die Personenwaage 3.59
09. Der Trabant 5.42
10 Der Filmriss 5.08
11 Der Liebesbrief 5.12
12 Die Wärmflasche 4.37
13 Das Telegramm 4.08
14 Der Milchladen 3.28
15 Die Zahlbox 4.39
16. Die Bestecktasche 4.04

CD 3:
01. Musik 0.28
02. Die Straßenkarte 4.25
03. Das Ferngespräch 6.31
04. Die Pappfahrkarte 5.34
05. Die Sonntagssachen 4.34
06. Das Plumpsklosett 4.32
07. Das Einmachglas 5.13
08. Die Briefmarke 4.27
09. Die Schaffnertasche 4.23
10. Die Sense 4.13
11. Der Hundewagen 4.50
12. Die Rohrpost 4.15
13. Der Küchenherd 2.37
14. Die Dreieckbadehose 3.48
15. Blick durchs Schlüsseloch (Iris Berben und Thomas Thieme im Gespräch) 12.18

Alle Texte: Frank Quilitzsch

CD2A

*
**

Klee – Aus lauter Liebe (2011)

FrontCover1Also Klee, wurde von mir erst neulich entdeckt und wieder mal so eine Gruppe, die mir durchaus zusagt, die durchaus ihren eigenen Stil entwickelt hat.

„Wer bereits auf dem Vorgänger „Berge Versetzen“ Gefahr lief, im samtweichen Bad aus Hoffnung, Verzweiflung und Liebe zu ertrinken, der sollte sich für das neue Klee-Album „Aus Lauter Liebe“ vorsorglich ein Paar rosarote Schwimmflügel besorgen. Denn zwischen Eiffelturm und Croissanterie, der Champs-Élysées und seidener Bettwäsche regiert die Liebe.

Das Album Nummer fünf des Kölner Pop-Duos atmet die Luft des französischen Films der fünfziger Jahre, filtert den Spirit und den schmachtenden Charme dieser Dekade und bildet daraus ein bittersüßes Pop-Potpourri aus Luftschlössern und Realität. Samtig hauchend skizziert Sängerin Suzie Kerstgens im Opener „Fliegen“ die Angst vor der Selbstfindung. Minimalistisch instrumentiert baut sich ein Gefühl von Hoffnung und Mut zusammen.

Booklet06A.jpg

Passend zur Poesie des Albums betten sich zwei Drittel der dreizehn Liebesperlen in zartem musikalischen Gewande. Doch sobald sich die Sehnsucht in Glück verwandelt und die Schmetterlinge im Bauch zu fliegen beginnen, erhöhen die Rheinländer die Schlagzahl und bieten wie auf „Außer Atem“, „Schmetterlingsflügelschlag“ oder „Nimm Dein Leben In Die Hand“ kantenfreien aber dennoch hochwertigen Pop zum Mitwippen.

Klee03

Gegen Ende wird es mit „Puls Und Herzschlag“ sogar richtig funkig, wenn Klee die glitzernden Disco-Kugeln auspacken. Insgesamt ummantelt sich „Aus Lauter Liebe“ aber hauptsächlich mit balladesken Klängen, und so geben sich zartes Akustikgitarren-Gezupfe, melodiöse Keyboardlinien und spärliche Rhythmusansätze die Klinke in die Hand und hüllen das Gesamtpaket ein in sehnsuchtstrunkene Melancholie.

Dass das ganze Werk letztlich nicht in einem Wust aus Kitsch, Naivität und Blauäugigkeit in sich zusammenfällt, verdankt das Album vor allem seinen Texten. Die beiden liebeshungrigen Kölner verstehen es nahezu perfekt, dem Thema Liebe die triefenden Klischees zu entziehen. Mit einfacher, direkter und offener Wortwahl nehmen Klee die Unentschlossenen, Mutlosen und Verliebten an die Hand und bieten ihnen den hoffnungsgebenden Soundtrack ihrer Gefühle.

Die Magie des Augenblicks steht im Vordergrund. Im Hier und Jetzt duellieren sich essentielle Fragen rund um die Zweisamkeit mit lyrischen ‚Gehhilfen‘ für Verunsicherte. Homogen und in sich stimmig präsentieren Klee mit „Aus Lauter Liebe“ den bisherigen Höhepunkt ihres Schaffens. Glückwunsch!“(Kai Butterweck)

Klee01

Besetzung:
Suzie Kerstgens (vocals)
Sten Servaes (keyboards, vocals, vibraphon, marimbaphon)
+
Daniel Brandl (cello)
Daniel Klingen (drums, percussion)
Benedikt Filleböck (piano, guitar, bass)
Stefan Pele Götzer (bass, guitar, vocals)
Naima Husseini (vocals)
Alex Jedinsky (drums, percussion)
Desire Kläukens (guitar)
Moritz Krämer (guitar, piano)
Dragan Mitrovic (accordeon)
Jochen Naaf (synthesizer, guitar, organ, marimabaphon)
Boris Rodowski (guitar, mandolin, ukulele, banjo, piano)
Harald Ziegler (trumpet, horn)
+
Chor

Klee02

Titel:
01. Willst du bei mir bleiben (Kerstgens/Servaes) 3.27
02. Vergiss nicht (Kerstgens/Servaes/Filleböck) 3.54
03. Nimm dein Leben in die Hand (Kerstgens/Servaes/Liwa/Deininger) 3.16
04. Außer Atem (Kerstgens/Servaes/Deininger) 3.58
05. Natalie (Kerstgens/Servaes/Liwa/Deininger) 3.06
06. Schmetterlingsflügelschlag (Kerstgens/Servaes/Deininger) 3.53
07. Adieu (Kerstgens/Servaes/Liwa/Filleböck) 3.17
08. Meilenweit (Kerstgens/Servaes/Deininger) 3.26
09. Stell dir vor (Kerstgens/Servaes) 3.25
10. Puls und Herzschlag (Kerstgens/Servaes/Götzer) 3.05
11. Ich will nicht gehen wenn’s am schönsten ist (Kerstgens/Servaes) 3.19
12. Wir beide (Kerstgens/Servaes/Filleböck) 2.23
13. Fliegen (Kerstgens/Servaes/Kläukens) 4.08

CD1

*
**

Axel Wolf + Sebastian Hess – Six Sonatas for Violoncello and Basso continuo (2011)

FrontCover1Jetzt wird´s ganz schön vertrackt … zumindest musikalisch, denn Axel Wolf + Sebastian Hess bieten hier wahrlich keine leichte Kost:

Die beiden vielseitigen Künstler Sebastian Hess und Axel Wolf präsentieren auf ihrer neuen CD eine wunderschöne Rarität des italienischen Barockkomponisten Giovanni Benedetto Platti: 6 Sonaten für Violoncello und Basso Continuo.
Entstanden sind die Sonaten wahrscheinlich um 1725; Platti war zu diesem Zeitpunkt als „Oboista“ bereits in den Diensten des Würzburger Fürstbischofs, Johann Philipp Franz von Schönborn. Nach dessen Tod zerstreute sich die Hofkapelle, nur Platti blieb.
Die lange Reihe von über 60 Arbeiten Plattis für Rudolf Franz Erwein von Schönborn in Wiesentheid beginnt mit 2 Bänden von insgesamt zwölf Violoncello- Sonaten, von denen die ersten sechs hier vorgelegt werden.  (Quelle: oehmsclassics.de)

Mit Sebastian Hess am barocken Violoncello haben Plattis Sonaten einen intensiven Fürsprecher gefunden. Er singt die langsamen Sätze und lässt sich hinreichend Zeit, damit die Töne atmen können. Auch die schnellen Sätze bleiben gesanglich, sind aber mitunter etwas kleingliedriger artikuliert. Axel Wolf, der bereits mit viel Erfolg für die musikalische Grundierung für Dorothee Oberlinger oder Stefan Temmingh gesorgt hat, beweist auch hier, wie intim und dezent sich Generalbass musizieren lässt, ohne je langweilig zu werden. (FonoForum November 2011)

Wie gesagt: ganz schön vertrackt .. nix mit leichter und gefälliger Barockmusik … sondern eher ein wenig sperrig … aber ganz sicher ein Kleinod dieser Musikrichtung.

BookletBackCover

Besetzung:
Sebastian Hess (ioloncello)
Axel Wolf (lute, theorbe)

Booklet07ATitel:

Sonata Prima:
01. Adagio 2.18
02. Allegro 2.16
03. Largho 1.45
04. Presto 1.18

Sonata Seconda:
05. Adagio 3.58
06. Allegro 2.07
07. Adagio 2.12
08. Allegro 1.46

Sonata Terza:
09. Largo 4.15
10. Presto 2.06
11.Non tanto adagio 3.57
12. Fugha 1.26

Sonata Quarta:
13. Largho 2.25
14. Allegro 2.10
15. Adagio 2.20
16. Presto 1.45

Sonata Quinta:
17.  Andante 4.14
18. Allegro 1.53
19. Largho 2.14
20. Presto 1.55

Sonata Sesta:
21. Largho 3.37
22. Allegro 2.00
23. Ciciliana 2.55
24. Presto 1.53

Musik: Giovanni Benedatto Platti

CD1
*
**

Martin Maria Schwarz + Natascha Blotzki – FC Bayern München – Die Audio Tour (2011)

FrontCover1Ein Hörbuch, das mich mehr gepackt hat, als mir eigentlich lieb war, denn … ich bin ja eigentlich ein 60er (= TSV 1860 München). Aber insbesondere die Geschichten um die Säbenerstraße haben mich irgendwie aufgewühlt.

Dazu muss man wissen, dass ich als Kind genau in jener Säbenerstraße gewohnt habe und ich regelmässig nach dem Anfertigen der Hausausgaben in kurzen Lederhosn auf dem Radl erst zu den Bayern gefahren bin und mir dort den Trainingsbetrieb anzuschauen und anschließend erneut auf meinen Drahtesel zu steigen um zum nicht weit entfernten Trainingsgelände des TSV 1860 München zu radln.

Tja und solche Gedanken- und Gefühlsblitze stiegen bei diesem Hörbuch in mir hoch … schon sehr interessant.

Um was geht´s hier eigentlich genau?
„Ein Streifzug durch München auf den Spuren des FC Bayern München * Viele originale Livereportagen und Radioberichte * Exklusiv-Interviews mit Uli Hoeneß, Gerd Müller, Sepp Maier u.v.m. * Bedeutende Spiele und emotionale Momente.“

FCBayern1969

FC Bayern München, Saison 1969/70 (mit Autogramme)

Und die SZ schrieb dazu:

„Ein Hörbuch führt zu den Orten der größten Erfolge des FC Bayern München. Dabei dringt es sogar in das Revier der Löwen ein und will den Heimatort des Fußballgottes entdeckt haben.

Nun beansprucht der FC Bayern auch noch Giesing für sich, die Heimat der Löwen. Dass die Roten die uneingeschränkten Herrscher in der Arena in Fröttmaning sind, haben Anhänger des TSV 1860 München akzeptiert. Dass es die Spieler des FC Bayern sind, die fast jedes Jahr mit den Fans Titelgewinne am Rathausbalkon am Marienplatz feiern, ist auch nicht zu leugnen. Aber Giesing? Dasunangefochtene Revier der Löwen? Das eben erschienene Hörbuch „Audio-Tour FC Bayern München“, ein Stadtführer zu den Orten der größten Erfolge des Vereins, wagt den Tabubruch und erklärt Giesing zur roten Zone. Es beschreibt den Stadtteil als einen Ort, „in dem das Herz des FC Bayern ein wenig lauter schlägt als in anderen Stadtvierteln“.

So steht in der Giesinger Zugspitzstraße das Elternhaus von Franz Beckenbauer, seine Fußballkarriere begann der ehemalige Spieler und heutige Ehrenpräsident der Bayern beim SC München von 1906 in Obergiesing. Die Audio-Tour erinnert noch einmal daran, dass es einer Ohrfeige auf einem Giesinger Fußballfeld zu verdanken ist, dass Beckenbauer zum FC Bayern und nicht zum Lokalrivalen wechselte. Der junge Kaiser wollte eigentlich beim TSV 1860 anheuern. Doch als er bei einem Spiel gegen die Löwen von einem Gegner recht unsanft behandelt wurde, entschied er sich anders. Glück für die Bayern, Pech für die Löwen.

In neun Kapiteln und anhand verschiedener Orte in der Stadt erzählt das Hörbuch die Geschichte des FC Bayern: Von der Säbener Straße geht es über die Grünwalder Straße bis zur Arena in Fröttmaning. Als Stadtführer eignet sich die Audio-Tour allerdings nicht, da einige Orte bereits verschwunden sind und sie nur Aufhänger für Anekdoten sind. Die Geschichten sind gespickt mit Zitaten ehemaliger Spieler und historischen Geschichten. Besser ist deswegen: Man lehnt sich daheim auf dem Sessel zurück, legt die CD ein und schließt die Augen.

Grünwalderstr

Das alte Stadion an der Grünwalderstr. in München/Giesing

Neues trägt die Audio-Tour nicht zusammen, es handelt sich vielmehr um ein „Best of FC Bayern“. Natürlich geht es um den knappen Champions-League-Sieg 2001 im Elfmeterschießen gegen FC Valencia, um Siegesfeiern am Rathausbalkon am Marienplatz, um den Umzug in die Allianz Arena in Fröttmaning oder um das Trainingsgelände an der Säbener Straße. Die zugehörigen Bilder hat sowieso jeder Bayern-Fan im Kopf.

Aber auch weniger bekannte Anekdoten werden erzählt. So kommt Georg „Katsche“ Schwarzenbeck noch einmal zu Wort und erinnert sich daran, wie er nach seiner Profikarriere einen Laden für Büroartikel und Zeitungen in der Ohlmüllerstraße 9 übernahm, den er bis 2008 betrieb. Das Hörbuch führt auch in die Jägerstraße, Ecke Döpfnerstraße. Heutzutage erinnert hier nichts mehr an jenen Abend des 27. Februar 1900 – als in dem legendären Schwabinger Lokal Gisela der FC Bayern München gegründet wurde. Damals galt die Gründung des Fußballvereins eine kleine Sensation – da es fast nur Turnvereine gab.

Booklet02A

Das Buch erzählt von den vielen Ausnahmespielern des FC Bayern, den zahlreichen Meistertiteln, den vier Champions-League-Siegen und immer wieder dem Bayern-Dusel – im letzten Kapitel des Hörbuches bleibt nur noch eine Frage zu klären. Da der Fußballgott den FC Bayern offenbar liebt, muss er irgendwo in München beheimatet sein. Nur wo? Johannes John, Germanistikprofessor der Uni München, hat eine Antwort parat: Der Fußballgott wohnt in der Bavaria. Jener majestätischen Statue, die einen Lorbeerkranz in der Hand hält und zu deren Füßen sich die Theresienwiese ausbreitet – so groß wie ein überdimensionaler Fußballplatz. Nun bleibt aber mal am Boden, liebe Bayern! (Lisa Sonnabend)

Unabhängig davon, ob man nun ein „roter“ ist oder nicht … Fußballgeschichte ist stets auch Sozialgeschichte … nachzuhören auch auf diesem Hörbuch, wenngleich ein wenig mehr an kritischer Distanz wünschenswert gewesen wäre.

Booklet01A

Sprecher:
Martin Maria Schwarz

BookletBackCover1

 

Titel:
01. Säbener Str. 11.29
02. Grünwalder Str. 7.58
03. Giesing 7.10
04. Ohlmüllerstr. 7.17
05. Marienplatz 14.07
06. Jägerstraße 8.32
07. Olympiastadion 9.42
08. Allianz-Arena 8.28
09. Theresienwiese – Die Bavaria 1.57

Alle Texte: Martin Maria Schwarz + Natascha Blotzki

CD1
*
**

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

Feuerzeug

Neulich notgedrungen erworben …

 

 

Gunter Gabriel – Gabriel singt Cash (2003/2011)

FrontCover1Und jetzt hat es ihn auch erwischt … den alten Haudegen der deutschen Trucker und Country-Szene:

Gunter Gabriel (* 11. Juni 1942 in Bünde/Westfalen, eigentlich Günter Caspelherr; † 22. Juni 2017 in Hannover) war ein deutscher Country- und Schlagersänger, Komponist, Texter, Produzent, Synchronsprecher und Fernsehmoderator. Zu seinem Künstlernamen „Gabriel“ kam er durch den Vornamen seiner ersten Ehefrau.

Gunter Gabriel wuchs mit seiner jüngeren Schwester in Bünde und Kirchlengern auf. Seine Mutter starb, als er vier war, sodass der Vater die beiden Kinder allein erziehen musste. Die Volksschule brach Gabriel vorzeitig ab, um Geld zu verdienen. Er schlug sich mit verschiedenen Arbeiten in ganz Mitteleuropa durch. Schließlich machte er das Fachabitur und studierte Maschinenbau an der FH Hannover, brach das Studium aber ohne Abschluss ab. Er widmete sich in der Folge ganz der Musik, war DJ und wurde schließlich Promoter bei einer Plattenfirma. So kam er in Kontakt mit verschiedenen Künstlern, für die er Lieder zu schreiben begann. Seinen ersten Song komponierte er für Rex Gildo. Sein erster eigener Hit war der Fernfahrersong Er ist ein Kerl (Er fährt ’nen 30-Tonner Diesel), für den er die Goldene Europa bekam und der ihm die Bahn ebnete für deutschsprachige Schlager im Country-Musikstil mit Interpreten wie Truck Stop, Tom Astor oder Linda Feller, die bis heute erfolgreich sind. Ein weiterer großer Hit für Gabriel war Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld. Viele seiner Songs waren Übertragungen, die sich sehr eng an ihre US-amerikanischen Originale hielten, unter anderem Johnny Cashs Wanted Man (Ich werd gesucht in Bremerhaven) oder Shel Silversteins The Winner (Der Sieger).

GunterGabriel02

Daneben schrieb er weiter zahlreiche Hits für andere Künstler, etwa für Juliane Werding (Wenn du denkst, du denkst), Frank Zander (Ich trink auf dein Wohl, Marie), Wencke Myhre (Das wär John nie passiert, Ein Sonntag im Bett), Siw Inger, Peter Alexander, Tom Astor und die Zillertaler Schürzenjäger. Schließlich bekam er mit Country-Musik mit Gunter Gabriel eine eigene Fernsehshow beim Bayerischen Rundfunk.

Dann folgte der wirtschaftliche Ruin. Seine Ehen scheiterten und die beruflichen Erfolge blieben aus. 1993 erhielt er zusammen mit Tom Astor für den Song Sturm und Drang den Award der German American Country Music Federation (GACMF), den er 2002 erneut für sein Album Gunterwegs erhielt. 1993 nahm ihn die GACMF in die deutsche „Country Music Hall of Fame“ auf.

GunterGabriel03

2003 nahm er im Studio von Johnny Cash in Hendersonville (Tennessee) ein Album mit Cash-Liedern auf Deutsch auf, The Tennessee-Recordings, das von dessen Sohn John Carter Cash produziert wurde. Bereits von einer schweren Krankheit gezeichnet, trug Cash ein gesprochenes Intro bei, das auf Liebe, Autos, Abenteuer erschienen ist – an diesem Tributalbum beteiligten sich insgesamt 54 Künstler aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen. Johnny Cash verstarb kurze Zeit später. Gabriels 2009 erschienenes Album Sohn aus dem Volk war eine weitere Hommage an Johnny Cash und trägt den Untertitel German Recordings, ein Pendant zu Cashs American Recordings. Das Album war – genauso wie die „Wohnzimmertour“, auf der er für anfangs 1000 Euro für jedermann spielte, der ihn anfragte – ein Wendepunkt in Gabriels Karriere. Es wurde in den Feuilletons der seriösen Presse thematisiert, ebenso wie Gabriels Fähigkeit, seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden.

Für negative Schlagzeilen sorgte Gabriel, als er Alkoholprobleme bekam und seine Frau misshandelt haben soll. Bei einem Auftritt in Eisleben im September 2004 sorgte er mit Äußerungen für einen Eklat, die als Beschimpfung von Arbeitslosen empfunden wurden („Ihr habt ja so viel Zeit, sonst wärt ihr ja nicht am Nachmittag schon hier. Ich hab leider keine Zeit, ich muss meinen Arsch immer in Bewegung halten, damit die Knete stimmt.“). Das Publikum hatte zuvor mit Unmut auf Gabriels Verspätung reagiert. Dieser Satz wurde auch in Form eines Samples zur Grundlage eines Liedes von DJ Koze.

Im August und September 2010 spielte Gabriel seine erste große Theaterrolle als Titelfigur im Bühnenstück Hello, I’m Johnny Cash (Regie und Buch: Volker Kühn),[3] an der Seite der Sängerin Helen Schneider, die die Rolle von Cashs Ehefrau June Carter Cash übernahm.[5] Anfang 2012 spielte er in einer Folge des Großstadtreviers mit (Folge: Wann hast du Zeit für die Liebe?).

GunterGabriel04

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 2. September 2012 zog Gabriel zum 70. Geburtstag Bilanz. Auf die Frage, ob er Angst vor dem Tod habe, antwortete der Sänger: „Keinesfalls. Ich sag’ dir auch warum: weil ich einen Haufen Zeugs gut gemacht habe in meinem Leben. Nicht Kinder zeugen. Das kann jeder. Und als Vater war ich schließlich ein Totalversager. Viermal verheiratet, da hab’ ich mich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Aber ich hab’ ein paar geile Songs geschrieben. Und ich habe ein superinteressantes Leben gelebt mit allen Amplituden.“ Persönlich sehe er sich als Außenseiter. „Aber natürlich möchte ich auch Teil der Gesellschaft sein.“ Er selbst allerdings sei gar nicht so wichtig. Was zähle, das sei die Philosophie seiner Lieder. Gabriel war viermal verheiratet. Er hatte vier Kinder und drei Enkelkinder.

Gabriel lebte 20 Jahre auf dem ehemaligen DDR-Arbeiterschiff Magdeburg. Das rund 400 Quadratmeter große Hausboot, dass er 1995 für 80.000 DM erworben hatte, lag zuletzt im Harburger Binnenhafen vor Anker.

Gabriel war Synchronsprecher der TV-Sendung Asphalt Cowboys auf DMAX.[7] Im Januar 2016 war er Kandidat in der Sendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, aus der er nach fünf Tagen auf eigenen Wunsch vorzeitig ausschied.

Gabriel starb am 22. Juni 2017 an den Folgen eines Treppensturzes. (Quelle: wikipedia)

Was für eine Biographie … und von daher habe ich mich entschieden, seine „Johnny Cash auf deutsch“ Album als Würdigung auszuwählen … denn da gibt es wohl schon Paralellen … außer der Tatsache, dass ihm eine June Carter fehlte …

GunterGabriel05

Im Jahre 2003 spielte Gunter Gabriel sein wunderbares „Gabriel singt Cash – Das Tennessee Projekt“ Album ein, produziert von Cash jr. in Cashs Studio und Johnny höchstselbst schaute immer wieder rein, hatten seinen German-Friend eingeladen. Welche Ehre! Und es kam ein wahrlich tolles Album heraus. Wenn jemand Cash auf deutsch singen darf, dann Gabriel. Er macht das großartig, die Songs bleiben authentisch, weil sie beide ein sehr ähnlicher Typus Mensch sind, die Stimmen sind ähnlich rau, gebraucht und gewaltig – das paßt alles wunderbar. Das Album erschien 2003 als niemand mehr Gunter Gabriel auf dem Zettel hatte und ging leider sang und klanglos unter. Zu unrecht!
Da ist die Idee, diese tolle verschmähte Platte nun, nach Gabriels gelungenem Comeback mit dem herausragenden Album „Sohn aus dem Volk“ vor knapp zwei Jahren und seiner erfolgreichen Musical-Rolle in „Hello, I’m Johnny Cash“, in einem zweiten Aufguß neu zuvermarkten, nicht nur sinnvoll, sondern auch wünschenswert. Das Album hätte eine späte Blüte, wenn auch acht Jahre nach ursprünglicher Veröffentlichung, voll und ganz verdient.
Das vier zusätzliche 2011 produzierte Aufnahmen hinzugekommen sind und ein von Johnny Cash gesprochenes Intro zum damaligen Album (wenn auch nur 10 Sekunden) als Intro-Track vorangestellt werden, macht die Sache noch schöner. (Christian Günther)

Ich war und in kein Gunter Gabriel Fan … dennoch … sein Tod und insbesondere seine Biographie bewegen mich ..

Inlet

Besetzung:
Laura Cash (voline)
Xaver Fischer (keyboards)
Joe Fleming (guitar)
Gunter Gabriel (vocals)
Helmut Krumminga (guitar)
Kenny Marx (guitar)
Sönke Reich (drums)
Maxwell Schauf (drums)
Mark W. Winchester (bass)
+
June Carter Cash (vocals bei 05.)
Marcel Dechène (percussion bei 17.)
Jemma Endersby (background vocals bei 14.)
Jan Fabricius (bass bei 17.)
Sebastian Gramss (bass bei 17.)
Bianca Kramer (Background vocals bei 17.)
Ossi Pfeiffer (piano bei 16.)
Dirk Schlag (guitar bei 16.)

Gunter Gabriel - Gabriel singt Cash (2011)
Titel:
01. Intro (gesprochen von Johnny Cash) 0.08
02. Ich bleib auf Kurs (I Walk The Line) (Cash) 2.29
03. Gitarre Marke Eigenbau (Tennessee Flat-Top Box) (Cash) 3.06
04. Komm rein, Fremder (Come In Stranger) 1.43
05. Country Boy (Cash) 2.48
06. Was soll’s (Drive On) (Cash) 3.09
07. Wein‘, wein‘, wein‘  (Cry, Cry, Cry) (Cash) 2.33
08. Wie ein Soldat (Like A Soldier) (Cash) 3.15
09. Bring mein Herz zu Rose (Give My Love To Rose) (Cash) 2.56
10. Der Mann mit dem Block (The Man Comes Around) (Cash) 4.45
11. Ein Junge namens Susi (A Boy Named Sue) (Silverstein) 3.50
12. Hey Schaffner (Hey Porter) (Cash) 2.24
13. Mach Tempo (Get Rhythm) (Cash) 2.46
14. Jackson (Cash) 2.42
15. Ring Of Fire (Kilgore/Carter) 2.43
16. Bye, Bye Johnny (Nachwort von Gunter Gabriel) 3.39
17. Was wäre die Welt ohne dich

Alle deutschen Texte: Gunter Gabriel

CD1
*
**

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

 

GunterGabriel01

Mach´s gut, alter Haudegen !

 

 

 

 

Les Eclairs – Ja oder nein (2011)

FrontCover1Nicht, dass mir hier die Avantarde-Musik so gänzlich flöten geht ..  !

Les Éclairs
sind Freya Hattenberger und Peter Simon.
Seit  2009  kooperieren  die  beiden  Kölner  Medienkünstler  als  Klangkunst  und  Performance-Duo.

Ihr  Ansatz  ist  es,  den  Prozess  der  Klangerzeugung  als  Performance  zu  verstehen.
Unmittelbar   erzeugte   Klänge   treffen   auf   Elemente   de r   Musique   concrète   und   der elektroakustischen Musik.
In  evokativen  Aktionen  erscheint  ihre  Musik  wie  ein Trip  durch  zerbrochene  Klangbilder, geräuschhafte  Soundscapes,  begleitet  vom  manchmal  träumerisch  wirkenden,  manchmal unheimlich  klingenden  Einsatz  der  menschlichen  Stimme.  Während  ihrer  Performances verschmelzen vor Ort-Improvisationen mit bereits arrangierten Klängen. Indem sie akustische Ereignisse  loopen  und  überlagern,  erforschen  Les  Éclairs  die  Poesie  des  Augenblicks  am Rande von Feedback und Verzerrung.

LesEclairs01

Jeder Auftritt ist eine situationistische Reflektion auf den Kontext des Ortes. Ebenfalls greifen  Les Éclairs die spezifischen akustischen Charakteristika des Raumes in ihren Performances auf  und binden sie in ihre Aktionen mit ein.

Ihre erste CD „Ja oder Nein“ erschien im August 20 1 in der Klangkunstreihe „Lautsprecher/
CD Edition Museum Ostwall“.  (Quelle: nrw-museum.de)

Und hier ist sie !

Und was einem hier entgegenschallt ist schon atemberaubend aber zugleich auch verstörend. Natürlich so gar nichts für den Massengeschmack.

Die Klänge, man muss sie wohl auf sich zukommen lassen und dann heißt es: einlassen können. Gelingt nicht immer gleich gut, aber wenn es denn mal gelingt (ist wohl auch ne Frage der eigenen Schwingungen), dann kann es ein aufregendes Klangabenteuer werden.

Aber …. gute Nerven braucht man dennoch ! Und ein wenig Geduld … es könnte sich lohnen.

LesEclairs02

Besetzung:
Freya Hattenberger (allerlei Gerätschaften)
Peter Simon (allerlei Gerätschaften)

Booklet1

Titel:
01. Ja oder nein 6.32
02. Bru Sells 5.22
03. Quand he suis + Seul avec toi 3.48
04. Schwarze Schildkröte 6.27
05. Transit 4.52
06. Close 4.25
07. Something In Plastic 7.54

Komponiert, geschrieben und realisiert von Les Eclairs

CD1

*
**

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

 

BookletBackCover1