Dorothee Oberlinger – Flauto Veneziano (2012)

FrontCover1Ja, ja, die gute alte Blockflöte …, dass sie weitaus mehr kann, als nur Kinderliedchen zu trillern oder auch zur Weihnachtszeit zu erklingen, demonstriert dieses Album auf atemberaubende Weise:

Eine Anthologie über drei Jahrhunderte Blockflötenmusik in der Serenissima: Nach ihrer Aufname von französischem Barock-Repertoire erzählt die deutsche Blockflötenvirtuosin und mit dem ECHO Klassik ausgezeichnete Instrumentalistin des Jahres Dorothee Oberlinger in ihrer neuesten CD „Flauto Veneziano“  die Geschichte der Blockflötenkunst in Venedig vom 16. bis 18. Jahrhundert. Das Repertoire reicht von eleganten Tanzformen, instrumental diminuierten polyphonen Madrigalen und klangprächtig besetzten Kompositionen über die expressiven Sonaten des „stile moderno“ bis zu den virtuosen Solokonzerten Antonio Vivaldis.

Und:
Einen hinreißenden Abriss über das „goldene Zeitalter“ der venezianischen Blockflötenmusik geben Dorothee Oberlinger und das Ensemble Sonatori de la Gioiosa Marca auf ihrer CD-Einspielung mit dem bescheiden anmutenden Titel flauto veneziano. Zu welchen Höhen sich die Blockflötenmusik in dieser Epoche aufschwang, das zeigt das die CD einleitende Konzert Antonio Vivaldis La tempesta di mare (RV 433) für Blockflöte, Streichorchester und Basso Continuo aus dem Jahr 17. Mit stupender Virtuosität und energischem Zugriff zeigen die Solistin und das famose Mini-Orchester, was an Ausdruckstärke und Farblichkeit in dieser Musik steckt – von stürmisch herab stürzenden Tonleiterkaskaden bis zu virtuosen Dreiklangsumspielungen. Ein weiteres Konzert Vivaldis steht (fast) am Ende der CD, nämlich das umfangreichere und gewichtigere in a-Moll (RV 445), das der Solo-Flöte mehr Unabhängigkeit einräumt. Dorothee Oberlingers Spiel besticht Oberlingernicht nur durch die Atem raubenden, immer in den Dienst der Musik gestellten Verzierungen und einen nie nur gefälligen, sondern immer markanten und eher scharfen Ton.

Den Beginn dieser Glanzzeit der Blockflöte, die mit Vivaldis Tod 1741 endet, datiert Dorothee Oberlinger auf das Jahr 1535, in dem unter dem Titel Opera intitulata La Fontegara die erste Blockflötenschule überhaupt im Druck erschien, verfasst von Sylvestro Ganassi. Nur ein Jahr später gab Adrian Willaert eine Sammlung von Madrigalen, umgeschrieben für Laute mit einer Flötenstimme, heraus. Entwickelt hatte sich die Flötenmusik aus der Vokalmusik, und als Reminiszenz daran spielt Oberlinger als abschließendes Stück ein solches von Willaert transkribiertes Madrigal von Philippe Verdelot mit Verzierungen im Stil von Ganassi. Die Eleganz der Phrasierung, die Leichtigkeit der „kleinen“ Durchgangsnoten, das alles ist mit absoluter Souveränität und Stilsicherheit interpretiert.

Die Bandbreite der Musik zwischen diesen Polen schließt die mittelalterlich anmutenden, möglicherweise orientalisch inspirierten Kompositionen Giorgio Manierios (die Melodie von Schiarazule Marazula hat der italienische Liedermacher Angelo Branduardi in seinem Song Ballo in fa diesis minore populär gemacht) ebenso ein wie die gefälligen Werke der Brüder Alessandro und Benedetto Marcello oder Antonio Caldara. Das ist durchweg auf allerhöchstem Niveau mit großer Musizierfreude und gehörigem Witz eingespielt. (Stefan Schmöe)

Sonatori de la Gioiosa Marca2011

Sonatori de la Gioiosa Marca, 2011

Oder:
Mit ihrem Charme und ihrem Temperament könnte es Dorothee Oberlinger tatsächlich gelingen, die Blockflöte sexy zu machen und einen die Pieps- und Quietschtraumata, die das Instrument im Musikunterricht bei fast jedem verursachte vergessen zu machen. In den Konzerten und auf den Alben der Professorin und Leiterin des Instituts für Alte Musik am Salzburger Mozarteum bekommen die Kompositionen für Flöte Drive und klingen alles andere als alt. Dafür beschwingt, zart, überschwänglich oder entrückt. In jedem Fall begeisternd. (Vogue Magazin)

So isses … so und nicht anders !

Sonatori de la Gioiosa Marca+Oberlinger

Besetzung:
Lorenzo Cavasanti (recorder)
Dorothee Oberlinger (recorder)
Philipp Spätling (recorder, organ)
Manuel Staropoli (recorder)
Fabio Dalla Vedova (percussion)
+
Sonatori De La Gioiosa Marca:
Giorgio Fava (violin)
Judit Földes (viola)
Roberto Loreggian (cembalo, organ)
Giancarlo Pavan (bass)
Massimo Racanelli (cello)
Giancarlo Rado (lute, theorbe & guitar)
Manuel Tomadin (cembalo & organ)
Giovanni Dalla Vecchia (violin)
Walter Vestidello (cello)

BookleAt

Titel:

Antonio Vivaldi:
Concerto in F Major, Op. 10/1 „La Tempesta di Mare“:
o1.  I. Allegro 2.23
o2. II. Largo  1.50
03. III. Presto 1.54

Giorgio Mainerio:
o4. Schiarazula Marazula (from ll primo libro de balli accomodati per cantar et sonar d’ogni sorte de instromenti)  3.38
o5. La Lavandara Gagliarda (ll primo libro de balli accomodati per cantar et sonar d’ogni sorte de instromenti)  1.46

Giovanni Battista Spadi:
o6. Diminution on „Anchor che col partire“ by Cipriano da Rore 2.57

Giovanni Battista Riccio:
o7. Sonata a 4 (from Il terzo libro delle Divine Lodi) 3.54

Dario Castello:
o8. Sonata prima (from Sonate concertate in stil moderno per sonar, libro secondo) 5.05

Massimiliano Neri:
o9. Sonata a 8 No. 10 (from Sonate da suonersi con varii strumenti, Op. 2) 8.41

Dario Castello:
10. Sonata quarta (from Sonate concertate in stil moderno per sonar, libro secondo) 6.25

Giovanni Bassano:
11. Ricercata quarta (from Ricercate, passagi et cadentie) 2.34

Benedetto Marcello:
Sonata in F major, Op. 2/12:
12.  I Adagio 2.35
13. II. Minuet – Allegro 0.46
14. III. Gavotta – Allegro  0.56
15. IV. Largo  1.01
16. V. Ciacona – Allegro 3.47

Antonio Caldara:
17. Gavotta (from Suonata da camera a tre, Op. 2/2)  1.41

Alessandro Marcello:
Concerto di Flauti:
18.  I. Andante 1.57
19. II. Allegro 1.04
20. III. Presto 1.19

Antonio Vivaldi:
Concerto in E minor per Flautino, RV 445:
21. I. Allegro 4.09
22. II. Larghetto 2.27
23. III. Allegro 3.15

Philippe Verdelot:
24. Madrigal „Benche ‚l misero cor“ 2.39

TitelbildWindkanal Nr3_2008

Als Zugabe lege ich ein Interview mit
Dorothee Oberlinger bei (entnommen der
Zeitschrift „Windkanal“ (Nr. 3/2008)

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Alexander C. Stenzel – Dossier Erinnerung (TV rip) (2012)

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Heute nachmittag: Großes Familientreffen … es sitzen 3 Generationen um den Tisch … und es leibnt nicht aus, dass wir „Alten“ auch ein wenig von früher erzählen … wir tauchen „Erinnerungen“ aus und auch die „Jungen“ beginnen zu erzählen … ihre Erinnerungen, die sie z.B.mit mir als Vater abgespeichert haben … oder aber auch, wie sie aus eigenem Antrieb Familienforschung betreiben … der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm …

Und so kommt diese Sendung des Hessischen Rundfunks gerade recht:

Und darum geht´s:

Millionen Handyfotos, digitale Tagebücher, Facebook-Einträge. Die Informationsmenge, der wir täglich begegnen, die wir selbst erzeugen und speichern, verdoppelt sich mindestens alle fünf Jahre. Was macht dieses explosionsartige Wachstum mit unseren Erinnerungen? Jugendliche erzählen, woran sie sich heute erinnern und stellen Prognosen auf, woran sie sich in 20 Jahren erinnern werden. Hirnforscher und Nobelpreisträger Eric Kandel erklärt, warum wir ohne Erinnerungen nichts sind und dass Erinnerungen nicht wie Filme funktionieren. Dabei geht es auch um die Frage, wie unser Gehirn eigene Erinnerungen so gut fälschen kann, dass wir sie für die Wahrheit halten. Und warum sich fast jeder so gern an die gute alte Zeit erinnert – egal, wie schön oder schrecklich er sie ursprünglich erlebt hat. (Ankündigung des Senders)

Alexander C. Stenzel

Alexander C. Stenzel

Also, diese „Schulsendung“ hat insgesamt 4 Teile:

  • Wie die „Facebook-Generation“ mit Erinnerungen umgeht
  • Nobelpreisträger Eric Kandel erklärt, warum wir ohne Erinnerungen nichts sind
  • Warum Archive so wichtig sind
  • Die Lust am Sammmeln als Ausdruck der Erinnerung

Besonders beeindruckt haben mich die interviewpassagen mit Eric Kandel … dess Biographie ist eh mehr als bemerkenswert:

Eric Kandel wurde 1929 in Wien geboren. Beim Novemberpogrom 1938 war die Wohnung der Familie geplündert worden, im April 1939 gelang ihm und seinen Bruder die Flucht in die Vereinigten Staaten (ohnde die Eltern). Seine Erfahrungen in Wien waren durchweg negativer Art: „Es gab niemand, der den Juden half“, erinnert sich der Wissenschaftler. In Harvard studierte er zeitgenössische europäische Geschichte und Literatur. Später begann Kandel eine Ausbildung zum Psychoanalytiker und schließlich als Psychiater, beschloss dann aber die biologischen Vorgänge des Gehirns genauer erforschen zu wollen. Was er herausfinden sollte, ist heute Grundlagenwissen.(Quelle: 3sat.de)

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Eric Kandel

Na ja, und dann die Sammler … ausnahmsweise werden in diesem Beitrag Schallplatten-Sammler nicht explizit erwöhnt …

Wenn ich nicht gesundheitlich lädiert (you know: Schulterbeinbruch … tippen geht nur mit der linken Hand) wäre, könnte oder müsste ich gar etliche Zitate hier noch einfügen … geht aber nicht, von daher; anschauen.

Mir wurde bei diesem Film (Dauer: 28.32) vieles klarer, bewußter … z.B., dass etliche der blogs, die ich verfolge 8siehe meine blog-list) genau auch oftmals mit Erinnerungen zu tun haben …

Hier findet man einen kleinen theoretischen Überbau, warum es z.B. einen blog wie diesen  überhaupt gibt …

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Ziemlich „altmodisch“: Tagebuch schreiben …

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Eric Kandel erhält den Nobelpreis (2000) für seine Hornforschungen

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Nervenstränge in unserem Gehirn …

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Drei Generationen erinnern sich anhand von alten Fotos

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Das Filmarchiv im Hessischen Rundfunk

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Ein alter Film wird digitalisiert

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In der sog. „Stasi-Behörde“: zerrissene Schnipsel werden zusammengefügt …

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Die „gute, alte Zeit“ …

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*seufz*

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Roger Willemsen + Anke Engelke – Mir kocht die Blut – Die wunderbare Welt der Querulanten und Sonderlinge (2012)

FrontCover1Ein wirklich amüsantes Hörbuch …

»Wie, wenn nicht mit dem Blaulicht auf dem Kopf, sollte man für sie eintreten, die Kritikaster, Meckerer, Raunzer, Streithammel, Widerspruchsgeister und Zankteufel?«

Sie streiten und eifern, sie randalieren und keifen, nicht abzuschütteln sind sie, und sie geben nicht nach. Haben sie sich einmal einen Floh ins Ohr gesetzt, dann lassen sie nicht mehr nach. Sie bringen die Welt gegen sich auf und sind eher bereit, selbst unterzugehen, als Kompromisse zu schließen. Die Querulanten. Anderen mögen ihre Ideen abseitig erscheinen, sie selbst aber sehen sich als Weltverbesserer, die ein hehres Ideal vom gesellschaftlichen Leben, von der Menschenwürde, der Gerechtigkeit haben, und die alles, wirklich alles tun würden für unser Bestes.
Die Querulanten sind Zornige, Radikale, Extremisten. Sie sind besessen von fixen Ideen, manche von ihnen sind Verblendete, Rasende, Esoteriker, Erleuchtete, wahnhaft Getriebene, Spinner. Dem Reichtum ihrer Einfälle und der Vielfalt ihrer Ausdrucksformen hat Roger Willemsen ein literarisches Denkmal gesetzt. In einer szenischen Lesung, die die Geschichte der Querulanz von Xerxes bis zu Michael Kohlhaas, die von notorischen Prozesshanseln, empörten Rentnern und Leserbriefschreibern erzählt, randalieren gemeinsam Anke Engelke und Roger Willemsen.

Anke Engelke, geb. in Montreal, wuchs dreisprachig auf. Im Alter von zehn Jahren sang sie in einem Kinderchor und sammelte erste Erfahrungen im Synchronstudio. Mit zwölf Jahren moderierte sie Kindersendungen im Radio, als 13-Jährige trat sie erstmals als Moderatorin im Fernsehen auf. Seit 1995 ist sie als Schauspielerin tätig und wurde für die Reihen „Ladykracher“, „Blind Date“ und „Wolfgang & Anneliese“ mit diversen Grimme-, Comedy- und Fernsehpreisen ausgezeichnet. Sie ist die deutsche Stimme von Marge Simpson, in „Findet Nemo“ ist sie Dorie, in „Tarzan“ die Jane. Mit ihren »Anke-Geschichten« ist sie Teil von „Elefantierisch“ und der „Sendung mit dem Elefanten“.

WillemsenEngelkeRoger Willemsen veröffentlichte sein erstes Buch 1984 und arbeitete danach als Dozent, Übersetzer und Korrespondent aus London, ab 1991 auch als Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Er erhielt u. a. den Bayerischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis in Gold, für seine Bücher den Rinke- und den Julius-Campe-Preis, zuletzt den Prix Pantheon-Sonderpreis. Heute steht er mit Soloprogrammen oder gemeinsam mit Dieter Hildebrandt auf der Bühne. Sein Werk ›Der Knacks‹ wurde von Jan Müller-Wieland vertont, sein Film über den Jazzpianisten Michel Petrucciani in vielen Ländern gezeigt. Willemsen ist Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins und Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin. Seine Bestseller ›Deutschlandreise‹, ›Gute Tage‹, ›Afghanische Reise‹, ›Kleine Lichter‹,›Der Knacks‹, ›Bangkok Noir‹ und ›Die Enden der Welt‹ erschienen im S. Fischer Verlag und im Fischer Taschenbuch Verlag. Sie wurden in viele Sprachen übersetzt.

„Mir kocht die Blut!“ ist eine Liebeserklärung an alle Querulanten dieser Welt, vorgetragen in verteilten Rollen von Roger Willemsen und Anke Engelke.

‚Der Querulant ist lexikalisch ein „Mensch mit übermäßig stark ausgeprägtem Rechtsempfinden. Gegen tatsächliche oder vermeintlich öffentlich-rechtliche, politische, religiöse u.a. Ungerechtigkeiten setzt er sich starrsinnig und selbstaufopfernd ein, wobei Anlass und Verhalten in keinem vernünftigen Verhältnis stehen. Querulanten werden z.T. den Psychopathen zugerechnet. Häufig finden sich beim Querulanten eine mitunter weit zurückliegende tatsächlich erlittene Ungerechtigkeit.“‚

In acht Tracks verteilt auf zwei CDs widmen sich Roger Willemsen und Anke Engelke der Geschichte der Querulanz von Xerxes bis zu Michael Kohlhaas, von Klassikern bis hin zur Moderne, in kurzen Statements und längeren Episoden. Dabei wechseln sich Gespräche mit Diskussionen und Sketchen ab.
Die beiden CDs sind sehr kurzweilig zu hören und das nicht nur wegen der Kürze und Vielfalt der Beiträge über Querulanten, Krittler, Mäkler, Quengler und Stänkerer, sondern vor allem wegen der kongenialen Interpretation der beiden Sprecher Willemsen und Engelke. In einem irrwitzigen und schnellen Schlagabtausch werfen sich die beiden in einem dermaßen rasanten Tempo die Stichworte zu, so dass man beim Zuhören aus dem Staunen und Lachen kaum noch herauskommt.

Die Anschaffung lohnt allein wegen des Klassikers „Das Seifenproblem“: Ein Schriftwechsel, der zwischen den Mitarbeitern eines Londoner Hotels und einem seiner Gäste hin- und herging, und der von Willemsen und Engelke so genial interpretiert wird, dass man sich vor Lachen nicht mehr halten kann!
Jetzt weiß ich: Man kann sich wirklich über ALLES aufregen, aber viel mehr Spaß macht es, wenn man andere sich aufregen lässt und Roger Willemsen und Anke Engelke dabei zuhört, wie sie darüber diskutieren und debattieren. (Anette 1809)

Dem kann ich mich nur anschließen … Viel Vergnügen !

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Sprecher:
Anje Engelke
Roger Willemsen

WillemsenEngelke2

Titel:
01. Guten Abend meine Damen … 11.23
02. Stell dir vor,du beugst ich … 9.57
03. Ja,ist es denn so schwer … 17.45
04. Oh ja,wie dieser Rechtsanwalt … 16.31
05. Merkst du eigentlich, wie ernst … 13.47
06. Gut, alle diese Männer sind … 10.01
07. Hallo Herr Willemsen am Freitag … 16.18
08. Nein, wir tragen unser Rechtsgefühl … 12.30

RogerWillemsen

Roger Willemsen (* 15. August 1955 in Bonn; † 7. Februar 2016 in Wentorf bei Hamburg)

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Jazzkantine – Spielt Volkslieder (2012)

FrontCover1.jpgAlso die von der „Jazzkantine“ sind ganz schön schräge Vögel … also: genau meine Kragenweite.

„Volkslied? Volksgut? Volksstimme?“ Diese Fragen stehen am Anfang des neuen Langspielers der Jazz-Rap-Formation aus Braunschweig. Nachdem sie bereits Heavy Metal-Klassiker mit einem Augenzwinkern unter ihre groovenden Fittiche genommen haben, sind jetzt Volkslieder an der Reihe.

Was mit ihrem vorletztem Album „Hell’s Kitchen“ im Vergleich zu Hellsongs eher in die Hose gegangen ist, versuchen die Niedersachsen im 20. Jahr ihres Bestehens mit volkstümlichen Klängen wieder gut zu machen.

Wanderlieder, Kinderlieder, aber auch politische Gesänge wie „Die Gedanken Sind Frei“ sind vertreten. Auch das Allerweltsthema Liebe kommt nicht zu kurz. Zusammen mit Autor Peter Schanz wird aus „Wenn Ich Ein Vöglein Wär“ eine wunderbar humorvolle Version eines Träumers: „Wenn du kein Faultier wärst und nicht am Baume hingst … hing ich an dir.“

Was einst als Crossover-Innovation galt, scheint sich leider aber zunehmend mit dem Drang zu vermischen, immer noch Neueres schaffen zu wollen. Sind wir ehrlich: Kinderlieder kann ja jeder – das wirklich Besondere hier ist der Einsatz der hochkarätigen Gäste.

Aber der lohnt sich durchaus. Wunderschöne Stimmen wie die von Pat Appleton von De-Phazz oder Sam Leigh-Brown vom Frank Popp Ensemble („Hip Teens“) erklingen neben den Worten des Rappers Tachi, der seinen türkischen Wurzeln in „Mutter Türkei“ nachtrauert. Außerdem hat Nils Landgren, eine der europäischen Jazzgrößen, auf diesem Album mit seiner Posaune zur Jazzkantine gefunden.

Höhepunkte bilden die Versionen von „Es Tanzt Ein Bi-Ba-Butzemann“ und „Im Frühtau Zu Berge“ von Cappuchino. Was einmal mehr beweist, dass es die großen Stimmen gar nicht braucht, um gute Stücke abzuliefern. Klar ist es toll, sich von souligen Frauengesang berieseln zu lassen. Aber die Jazzkantine muss kein wahnsinnig innovativer Verein sein, um anständige Musik zu produzieren.

Es entspricht wohl der allgemeinen Meinung, wenn man behauptet, Volksmusik hätte eine Verjüngungskur nötig. Die Jazzkantine zeigt leicht verständlich, dass man die Musik seiner Kindheit nicht unbedingt in volkstümlichen Schmalz ertränken muss. Man kann seiner Heimat auch einfach mit nett anzusehender Leichtigkeit seine Liebe bekunden. (Amelie Köppl)

Jazzkantine01

Oder aber auch:
Wie kommt der junge Mensch des 21. Jahrhunderts an die das allgemeine Kulturgut seines Volkes heran? Oder besser gefragt: Wer bringt dem jungen hippen deutschen Menschen von heute Volklieder nahe. Der Kindergarten? Möglich. Die Schule? Fehlanzeige. Coolness sieht anders aus. Die Großeltern? Wer heute 50 ist, pubertierte mit New Wave und gehörte damit auch schon zur Generation Verdrängung. Dass ausgerechnet eine Band, bei der Coolness schon auf den Mützenschirmen steht, sich des deutschen Volksgutes annimmt, ist nicht nur unerhört, sondern zudem ein unerhörter Glücksfall. Jazzkantine leistet gern Pionierarbeit, besonders wenn es um die Integration deutschsprachigen Raps in den Jazz geht.

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Zahlreiche Alben zeigen ihren eleganten Umgang mit den Stilen. Nun also suchen sie das deutsche Volkslied in die groovigen Klänge tanzbarer Clubmusik zu packen. Ich muss zugeben, dass ich mich ein wenig schwer tat beim Hören der CD, denn neben Spaß stand auch ganz dick „Botschaft“ in den Texten. Das Lied oder besser der Ansagetext „Fragebogen“ listet ausführlich auf, welche Probleme wir Deutschen mit dem Volksgut und unserem Selbstverständnis als Deutsche haben, wobei das Stilmittel des Fragebogens bereits eins der Probleme darstellt. Doch beim mehrmaligen Hören harmonieren einige der Volksweisen sehr gut mit dem Jazz. „Hoch auf dem gelben Wagen“, gesungen von Sam Leigh-Brown ist eine wunderbar groovige Nummer. „Wenn ich ein Vöglein wär“ gehört zu den romantischsten Volksweisen der Deutschen überhaupt. Peter Schanz und die hervorragende Pat Appelton machen daraus ein kleines Streitgespräch, das von einem Saxofonsolo unterbrochen wird. Und dass die Hymne der Gedankenfreiheit einen prächtigen Reggae abgibt, passt erstaunlich gut ins Verständnis dieses Textes. Der „Butzemann“ funktioniert musikalisch ganz ordentlich, textlich war er mir aber selbst im Kindergarten schon zu abgedreht. Ich wusste nie, was der Kerl im Schilde führte und habe mich vorsichtshalber immer gefürchtet, wenn von ihm die Rede war. Sehr gelungen finde ich „Am Brunnen vor dem Tore“, auch wenn hier der Jazz in den Hintergrund tritt und die Melodie recht traditionell wiedergegeben wird. Volkslieder sind Lieder eines Volkes. Wer hier aufgewachsen ist, versucht sich immer auf irgend eine Weise mit seiner Heimat zu identifizieren. Sei es durch eine besondere Naturverbundenheit oder durch das Grölen einer gemeinsamen Hymne beim Fußball. Deshalb passt das Gedicht „Mutter Türkei“, das von der Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen spricht ganz vorzüglich ins deutsche Kulturgut der Gegenwart. Doch wem das alles zu viel Botschaft ist, der begnüge sich mit „Im Frühtau zu Berge“. Das ist VolksHipHopJazz mit allerhöchstem Spaßfaktor. (Karsten Rube)

Also … anhören scheint ja fast ne Pflicht zu sein !

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Besetzung:
Air-Knee (dj)
Tom Bennecke (guitar)
Cappuccino (vocals)
Christian Eitner (bass)
Simon Grey (keyboards)
Andy Lindner (drums, percussion)
Heiner Schmitz, (saxophone)
Tachi (vocals)
Christian Winninghoff (trumpet, fluegelhorn)
+
Pat Appleton (vocals bei 02., 08.)
Michel Begeame (vocals bei o4.)
Carlos (vocals bei o4.)
Catrin Groth (saxophone, whistling bei 08., 12., 13.)
Nils Landgren (trombone bei 04., 06.
Sam Leigh-Brown (vocals bei 07.)
André Neundorf (saxophone bei 12.)
Peter Schanz  (vocals bei 03., 08., 15.)
Kai Wingenfelder (keyboards bei 12.)

Titel:
01. Am Anfang 1.57
02. Kein schöner Land in dieser Zeit (Zuccalmaglio) 3.12
03. Fragebogen (Jazzkantine/Frisch) 4.34
04. Ode an die Freude (Beethoven/Schiller) 5.30
05. Im Frühtau zu Berge (Ericson/Kothe) 3.30
06. Auf einem Baum ein Kuckuck (Traditional) 3.55
07. Hoch auf dem gelben Wagen (Höhne/Baumbach) 4.23
08. Wenn ich ein Vöglein wär (Abt/Dieffenbach) 4.28
09. Die Gedanken sind frei (Traditional) 3.36
10. Du, du liegst mir am Herzen (Traditional/Boehm) 3.45
11. Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann (Traditional) 3.40
12. Dat du min leevsten büst (Traditional) 3.25
13. Am Brunnen vor dem Tore (Lindenbaum) (Schubert/Müller) 2.50
14. Mutter Türkei (Tachi) 3.57
15. Volxliedgut (Jazzkantine) 4.22

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Musikverein Scheffau – Neujahrskonzert (2012)

FrontCover1Na, da dachte sich der Musikverein Scheffau wohl … was die Wiener können, das können wir schon lange … und organisierten 2012 ihr ganz eigenes Neujahrskonzert, das dann allerdings „erst“ am 6. Januar 2012 über die Bühne ging:

Mit einer musikalischen Reise durch das benachbarte Österreich präsentiert sich der Musikverein Scheffau 1860 e. V. am 7. Januar 2012 bei seinem „Neujahrskonzert 2012“ in der ausverkauften Scheffauer Festhalle. Die spielfreudigen Musiker laufen unter der Leitung des neuen Dirigenten Michael Bihler zu Höchstform auf, wenn traditionelle und moderne Stücke, wie „Elvira Madigan“ von Wolfgang Amadeus Mozart und Falkos „Amadeus“, ihren musikalischen Höhepunkt in Anton Karas´ Komposition „Der Dritte Mann“ aus dem gleichnamigen Filmklassiker finden. Doch damit nicht genug: Michael Bernhard begeistert mit seiner gefühlvollen Gesangsinterpretation des Reinhard Fendrich Hits „Weu´sd a Herz hast wie a Bergwerk“ das dankbare Publikum. (Werbetext)

Und was hat es nun mit der Dorfgemeinschaft Schaffau zu tun ?

Scheffau liegt im schönen westallgäuer Rotachtal direkt an der Grenze zu Österreich. Unsere ca. 500 Einwohner zählende Gemeinde liegt auf 600 Metern Seehöhe und bietet einen einzigartigen Blick auf die Österreichischen und Schweizer Alpen.

Scheffau2

Markant grüßt von Westen her der Hirschberg, von dessen Gipfel aus man einen herrlichen Blick auf den Bodensee und das gesamte Alpenvorland genießen kann.

Scheffau

Scheffau hat seit über 300 Jahren eine eigene Pfarrei. Politisch gehört Scheffau seit der letzten Gebietsreform 1972 zum Markt Scheidegg.
Dennoch hat der Ort in besonderem Maße seine Eigenheiten und Eigenständigkeiten weitgehend erhalten. (Quelle: http://www.scheffau-allgäu.de/)

Aufgenommen wurde dann das ganze von West TV, einem Lokalsender aus dieser Gegend (Allgäu), der seine Produktionen auf youtube feilbietet.

Und es entstand eine bunte, hübsche Mischung … zumindest für denjenigen, der sich mit solchen Neujahrsklängen anfreunden kann.

Und da mein Faible für Amateuermusiker weiterhin ungerochen ist, verteile ich wieder mal ganz, ganz, viele Sympathiepunkte !

Scheffau3

Der Musikverein Scheffau 1860 e.V.

Besetzung:
Musikverein Scheffau unter der Leitung von Michael Bihler

Programmheft01

Aus dem Programmheft

Titel:
01. Hoch Habsburg (Kral) 2.58
02. Banditenstreiche (v.Suppe) 7.35
03. Elvira Madigan (Mozart) 4.19
04. Ungarischer Tanz No. 5 (Brahms) 2.44
05. Unterm Montfortbanner (Hendl) 2.51
06. Wiener Bürger (Ziehrer) 5.48
07. The Best of Flaco (Falco) 4.49
08. Auf der Jagd /Strauss II) 2.29
09. Der dritte Mann (Karas) 3.21
10. Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk (Fendrich) 4.40
11. Südböhmische Polka (Kubes) 3.19
+
12. Neujahrskonzert Musikverein Scheffau (ungeschnitten – mit ganz viel Applaus) 47.59

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Programmheft02

Vorder- und Rückseite des Programmheftes

Dieter Kropp – Eine schöne Bescherung (2012)

FrontCover1Und nun zum Abschluß meiner diesjährigen Advents- und Weihnachtpräsentationen ein ganz besonderes Schmankerl:  „Süßer die Glocken nie klingen“ auf der Blueshhamonika intoniert !

Und das ist nicht der einzige Knaller auf diesem quietschfidelen Weihnachts-Album. Da gibt es dann noch „O Tannenbaum“ als Rock N Roll Schmachtfetzen … und dann noch „Schneeflöckchen, Weißröckchen“, „Morgen, Kinder, wird’s was geben“ und natürlich ist auch „Stille Nacht, Heilige Nacht“ (als Blues-Instrumental) zu hören …

Hier weitere Gedanken zu dieser CD:

Sie alle haben es getan – von Elvis bis zu Billy Idol, und da darf Lippes Schmalztolle Nummer Eins natürlich nicht fehlen: Dieter Kropp hat eine Weihnachts-CD gemacht. „Eine schöne Bescherung …“ lautet der Titel.

Inlet02AIm Booklet erklärt Kropp direkt seine ganz persönliche Beziehung zu Weihnachtsplatten. Da gab es zunächst die, die in der Familie aufgelegt worden sind – und bald schon fand Klein-Dieter, früh infiziert vom Rock’n’Roll-Virus, heraus, „dass so ziemlich alle Künstler, die ich mochte und schätzte, schon mal Weihnachtsplatten gemacht hatten.“ Später auch Götz Alsmann & The Sentimental Pounders. Und damit gelangt man direkt zum Kropp von heute, dem adventlich gestimmten, der deutsch singt und es dazu ganz uramerikanisch swingen lässt.

Viele Gastmusiker waren bei den Aufnahmen dabei: Mickey Meinert spielte Gitarre, Zacky Tsoukas auf einem Stück die Drums, Anette Gebauer singt mal mit – präsent sind ansonsten häufig Bläser-Sektionen, die Tom Müller arrangierte, und flotte Doo-Wop-Chöre, die Peter-Andreas Stolle organisiert hat.

Zu hören gibt es Klassiker wie „Süßer die Glocken nie klingen“, „Schneeflöckchen, Weißröckchen“, „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Oh Tannebaum“ sowie moderne Klassiker wie „Rockin’ Around The Christmas Tree“ in der deutschen Version als „Wir tanzen um den Tannenbaum“, was auch für „Weißer Winterwald“ („Jingle Bells“) gilt, und Stücke aus der Feder von Mickey Meinert („Schöne Bescherung“) sowie Götz Alsmann („Der Weihnachtsumtausch“). Einige Nummern spielt Kropp als Instrumentals auf der Blues-Harp.

BookletFrontCover1Gut, gleich zum Auftakt klingt er da mit Glockengeläut bei „Süßer die Glocken…“ und beim Rauswerfer „Stille Nacht…“ arg traditionell, aber das ist gewollt, und man darf sich nicht davon in die Irre führen lassen. Dazwischen aber swingt es wie beim Brian-Setzer-Orchestra mit saftigen Bläsersätzen, da jammert Meinerts Slide-Gitarre mit Kropps Harp um die Wette. Stilistisch gibt es Swing, Blues, Country, Tex-Mex-Mambo und Rockabilly auf die Ohren – alles gespielt von versierten Musikern, und da ist das Lauschen schon eine wahre Freude. Ein Weihnachtsprogramm, das Spaß macht. (Sven Koch)

Eine weitere, ganz ausführlich Besprechung von Christian Reder habe ich dieser Präsentation beigelegt.

Also: ein ganz spezielles, besonderes Weihnachts – Album, das ich – kurz vor dem Ende meiner weihnachtlichen Entdeckungsreise durch deutsche Klänge dieser Art keinem vorenthalten wollte.

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Besetzung:
Dieter Kropp (vocals, harmonica)
Micky Meinert (guitar)
Jochen Reich (drums, percussion)
Dirk Vollbrecht (bass)
+
Annete Gebauer (background vocals)
Stefan Gössinger (trumpet)
Martin Grünzweig (trombone)
Dennis Koeckstadt (piano)
Achim Meier (organ)
Tom Müller (saxophone)
Peter Andreas Stolle (background vocals)
Athanasios Tsoukas (drums)

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Titel:
01. Süßer die Glocken nie klingen (Traditional) 1.54
02. Ein kleiner weißer Schneemann (Jingle Bells) (Piermont/Twardy) 2.04
03. Weißer Winterwald (Winter Wonderland) (Bernard/Schwielow) 2.10
04. Schöne Bescherung (Meinert) 2.48
05. Frohe Weihnacht, Baby (Meinert/Vollbrecht/Reich/Kropp/Janosa) 3.30
06. Schneeflöckchen, Weißröckchen (Traditional) 2.47
07. Morgen, Kinder, wird’s was geben (Hering/’Bartsch) 3.27
08. Oh Tannenbaum, Oh Tannenbaum (Traditional/Zarnack/Anschütz) 2.19
09. Weiße Weihnacht (White Christmas) (Berlin/Balz) 4.02
10. Leider nur ein Traum (Janosa) 2.58
11. Der Weihnachtsumtausch (Alsmann/Striepens) 3.03
12. Sonderangebote (Janosa/Kropp) 4.01
13. Rockin‘ Around The Christmas Tree (Wir tanzen um den Tannenbaum) (Marks) 2.36
14. Stille Nacht, Heilige Nacht (Gruber) 3.40

CD1

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BackCover1

Fritz Rau & Biber Hermann – Ein Plädoyer für den Blues – Vortrag mit Live-Musik (2012)

FrontCover1Ich hatte ja leider vor ein paar Jahren (in einem anderen blog) die traurige Pflicht über den Tod von Fritz Rau zu berichten … Damals am 21.08.13 schreib ich dann: „Und ganz sicher wird hier von Fritz Rau noch öfters die Rede sein“ …

Und hier nun ein weiteres Puzzle-Teilchen zum Thema Fritz Rau …:

In diesem Vortrag, aufgezeichnet vom Hessischen Rundfunk, erzählt Fritz Rau seine Geschichte des Blues, lässt in seiner Erinnerung die afroamerikanischen Blues-Musiker, die er ab 1962 durch zwei Jahrzehnte der von Lippmann+Rau produzierten American Folk Blues Festivals geführt hat, lebendig werden.

Wir erfahren, welche Rolle John Lewis, Willie Dixon und John Lee Hooker für die Festivals spielten und mit welchen Eigenheiten von Sonny Boy Williamson und Shakey Jake sich Fritz Rau auf mehr oder weniger unkonventionelle Art auseinandersetzen musste.

Sehr authentisch berichtet Fritz Rau außerdem von seinen Deutschland- und RauBiberEuropatourneen mit den Rolling Stones, inklusive einiger höchst unterhaltsamer Backstage-Anekdoten.
50 Jahre Musikgeschichte blättert Fritz Rau in diesem Vortrag auf und berichtet, welche Entwicklung die Blues-Rock-Szene seit Mitte des letzten Jahrhunderts erfahren hat.

Begleitet werden Fritz Rau´s Blues Vorträge durch den Gitarrist und Singer/Songwriter Biber Herrmann.
Robert Johnson, Muddy Waters, Henry Thomas, Willie Dixon – Biber Herrmann spielt den traditionellen Blues mit einer Lebendigkeit, die Herz und Seele berührt, und krönt so in eindrucksvoller Weise die Ausführungen von Fritz Rau.

Die unnachahmliche Weise, in der Fritz Rau es versteht, seine Zuhörer mit Charme und Witz, Verve und Nachdenklichkeit an seinen Erinnerungen teilhaben zu lassen, muss man erleben. Ebenso wie die Magie und die Kraft der Live-Musik von Biber Herrmann, die sich neben dem gesprochenen Wort auf diesem Hörbuch entfalten. Man muss den beiden einfach zuhören. Dann kann es geschehen, dass man das Wesen des Blues versteht. (Promo-Text)

Ein mehr als eindrucksvolles Dokument der Zeit- und Musikgeschichte !

RauCo

Friederike Weisse-Rau, Fritz Rau & Biber Hermann

Besetzung:
Biber Hermann (guitar, vocals, harmonica)
Fritz Rau (Sprecher)

Booklet03A

Titel:

CD 1:
01. Begrüßung und Einleitung 0.47
02. Come On In My Kitchen (Johnson) 2.45
03. Der Blues – Ein Heilmittel 7.34
04. Ansage : „Blues Im Weinberg“ 0.59
05. Kindhearted Woman (Johnson) 4.36
06. Auf den Spuren schwarzer Bluesmusiker 5.53
07. Got My Mojo Working (Preston/Foster) 4.26
08. „I’m Black And I’m Proud“ – Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung 5.56
09. Ansage : „Unsere Weisheit ruht in der Seele“ 0.55
10. Rain Of Love (Hermann) 4.39
11. Der Blues kommt nach Europa – „Kulturschock“ – Und wie man damit umgeht 11.54
12. Ansage : „One Man Band Guitar“ 0.51
13. Going Up The Country (Thomas/Wilson) 4.12

CD 2:
01. Erste Begegnung mit den späteren Rolling Stones / Gründung der Band / Die erste Deutschland Tournee 5.05
02. Little Red Rooster (Dixon) 4.03
03. Die Europa – Tourneen Der Stones – „How About An Open Air? 8.35
04. Tomorrow Is A Long Time (Dylan) 4.32
05. Große Erfolge und eine Trennung / Konzertpreise und ihre Entwicklung 7.52
06. Satisfaction (Jagger/Richards) 3.02
07. Ein Rückblick auf Tournee – Erlebnisse / Verehrung und Freundschaft 8.37
08. I Just Wanna Make Love To You (Dixon) 6.09
09. Happy Birthday To Fritz 2.35
10. Ansage : „Abschied und Aufbruch“ 1.02
11. Leaving Town (Hermann) 3.24

CD1A

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Fritz Rau

(* 9. März 1930 in Pforzheim, Republik Baden; † 19. August 2013 in Kronberg im Taunus, Hessen)