Verschiedene Interpreten – 40 Years Of Enja Records (2011)

FrontCover1.jpgWir haben hier in Deutschland ja schon einige Labels, die man nun wahrlich „renommiert“ nennen darf.

Dazu gehört ganz sicherlich auch Enja Records:

Enja ist ein unabhängiges Plattenlabel für Modern Jazz.

Enja wurde 1971 in München von Matthias Winckelmann und Horst Weber ins Leben gerufen. Weber und Winckelmann gründeten damals ihr Label mit geliehenem Geld und konnten damit Mal Waldron im Domicile aufnehmen und die Lizenzen nach Japan verkaufen. Zu den frühen Künstlern des Labels zählen auch Albert Mangelsdorff, Attila Zoller und der japanische Trompeter Terumasa Hino. Anfangs war eine Konzentration auf den neuen europäischen Jazz beabsichtigt (Enja steht für European New Jazz). Doch schon bald wurde sehr viel breiter produziert. Beispielsweise „entdeckten“ die Labelchefs John Scofield (der allerdings mit zunehmendem Erfolg zu einem größeren Label wechselte) und führten im Katalog schon bald weitere US-amerikanische Musiker wie Chet Baker, Freddie Hubbard, Dizzy Gillespie und Gene Ammons. Diese Aufnahmen wurden teilweise für Nordamerika in Lizenz durch Inner City Records bzw. Naxos veröffentlicht. Auch nahmen sie Archivmaterial hinzu, etwa von Eric Dolphy und von Charles Mingus.

In den 1970er Jahren hatten sie Erfolge mit Chet Baker und Abdullah Ibrahim, in den 1980er Jahren besonders mit dem Oud-Spieler Rabih Abou-Khalil. 1986 entschieden die beiden Labelgründer, ihre Geschäfte zu trennen. Sie teilten den Katalog (der damals rund 350 Titel umfasste und zurzeit (2012) etwa 800) und gründeten zwei voneinander unabhängige Tochterlabel, die beide bis heute bestehen. In Winckelmanns Enja-Zweig erscheinen rund 15 Titel pro Jahr; er hat sich auch weiter in Richtung World Jazz geöffnet und um das Klassiklabel Marsyas und die Booking-Agentur Enja Booking erweitert. Mehrfach wurde Alben aus dem Katalog der ECHO Jazz verliehen, aktuell (2017) der Saxophonistin und Flötistin Anna-Lena Schnabel für ihr Debütalbum Books, Bottles & Bamboo. (Quelle: wikipedia)

Also, da haben wir den Horst Weber:

Horst Weber (* 21. Februar 1934 in Aachen; † 24. Februar 2012 in Garmisch-Partenkirchen) war ein deutscher Jazzproduzent und Mitbegründer des Jazzlabels enja.

Weber lernte das Schneiderhandwerk. Zunächst arbeitete er als Entwurfsschneider und Modedesigner, unter anderem freiberuflich für das Deutsche Mode-Institut, für das er während der 1960er Jahre auch nach Japan reiste; dabei knüpfte er Kontakte zur japanischen Jazzszene. Daneben war er in der Region Aachen als Konzertveranstalter

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Horst Weber

aktiv, bevor er Ende der 1960er Jahre nach München zog. 1971 gründete er dort gemeinsam mit Matthias Winckelmann das Plattenlabel enja; als erstes Album veröffentlichten sie Black Glory, eine Aufnahme des Pianisten Mal Waldron aus dem Münchner Jazzclub Domicile. Später folgten Alben von Albert Mangelsdorff, Terumasa Hino, Masahiko Sato, Chet Baker, Charles Mingus oder Abdullah Ibrahim. Mit Gerd Filtgen schrieb Weber eine Biographie über Charles Mingus. 1986 trennten sich Winckelmann und er, weil sie zu unterschiedliche Vorstellungen von der Arbeitsintensität und der weiteren Ausrichtung der Produktionen hatten, und gründeten eigenständige Labels unter der alten Dachmarke. Den gemeinsamen Katalog von damals 350 Alben teilten sie sich auf, indem sie auswürfelten, wer künftig auf seinem Enja-Label welche Künstler veröffentlichen dürfe. Weber setzte zunächst weiter auf Produktionen aus Japan und aus München. Anfang der 2000er Jahre übergab Weber die Leitung seines Labels an Werner Aldinger und zog sich aus dem laufenden Geschäft zurück.

Und dann natürlich noch den Matthias Winckelmann:
Matthias Winckelmann (* 1941 in Berlin) ist ein deutscher Jazzproduzent und Mitbegründer des Jazzlabels enja.

Winkelmann, der in Frankfurt am Main aufwuchs, lernte als Jugendlicher Trompete und begeisterte sich für Jazzmusik. Er studierte in München Volkswirtschaftslehre und

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Matthias Winckelmann

Soziologie und interessierte sich zunächst für die Arbeit als Entwicklungshelfer. 1971 gründete er gemeinsam mit Horst Weber das Plattenlabel enja. Als erstes Album veröffentlichten sie Black Glory, eine Aufnahme des Pianisten Mal Waldron aus dem Münchner Jazzclub Domicile, die Winckelmann persönlich aus dem Auto heraus bei den deutschen Plattenläden vertrieb. Später produzierte er Alben von Attila Zoller, George Gruntz, Walter Norris, Chet Baker, Bennie Wallace, Abbey Lincoln oder Abdullah Ibrahim, der Winckelmann für World Jazz begeisterte. 1986 trennten sich Weber und er und gründeten eigenständige Labels unter der alten Dachmarke. Den gemeinsamen Katalog teilten sie sich auf, indem sie auswürfelten, wer künftig auf seinem Enja-Label welche Künstler veröffentlichen dürfe. Winckelmann setzte zunehmend auch auf europäischen und auch orientalisch beeinflussten Jazz und produzierte Musiker wie Rabih Abou-Khalil, Dhafer Youssef, Renaud Garcia-Fons, Gianluigi Trovesi oder Daniel Schnyder. Auch gründete er mehrere Sublabels wie Blues Beacon, Tiptoe und Marsyas. (Qulle: wikipedia)

Und anlässlich des 40jährigen Jubiläums dieses Ausnahmelabels gab es in der Jazzszene natürlich etliche Jubiläumsbeiträge … stellvertretend für die vielen hier ein Beitrag aus dem Magazin „Jazz Thing“, die sich auch gleich an diesem hier präsentiertem Jubiläumssampler („Promotional copy – Not for sale !“) beteiligten:

Nur an Matthias Winckelmann scheint die Zeit spurlos vorbeigegangen zu sein. Der Gründer von Enja Records geht auch nach 40 Jahren mit unvermindertem Enthusiasmus ans Werk, gräbt weltweit weiter nach guter Musik und plaudert herrlich enthusiastisch über seine Veröffentlichungen im Slang der 70er-Jahre. Weil vieles davon immer noch „dufte“, „frech“ und „großartig“ ist, gibt es nun in Jazz thing exklusiv einen Sampler mit 16 Highlights aus der Enja-Geschichte.

Jazz thing presents 40 Years Of Enja Records„European New Jazz“ oder kurz „Enja“: Hinter diesen Buchstaben verbirgt sich eines der vitalsten Independent-Labels des Kontinentes. Der Name könnte jedoch zu falschen Schlüssen führen. Matthias Winckelmann, der die in München ansässige Plattenfirma 1971 mit Horst Weber aus der Taufe hob, suchte nach einem kurzen, einprägsamen Begriff, der in viele Sprachen übertragbar war und eine weibliche Endung besitzen sollte. „Enja“ erfüllte all diese Voraussetzungen, die Definition wurde später nachgeschoben.

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Das Enja Team im Jahr 2011 (v.l.n.r.): Sebastian Schreiner, Milena Albrecht, Matthias Winkelmann, Olga Spathelf, Werner Aldinger.

In der Tat hielten Winckelmann und Weber früher allenfalls sporadisch in der Alten Welt nach neuen Klängen Ausschau. Doch im Laufe der Zeit haben sich die Parameter merklich erweitert. Inzwischen stellt der Jazz klassischer Prägung nur mehr eine von vielen Facetten der über 700 Produktionen dar. Enja sieht es 2011 als seine Aufgabe an, die Gegenwart der modernen Musik abzubilden und den Entdeckergeist von einst ins fünfte Jahrzehnt hinüberzutransportieren.

Ein durchaus schwieriges Unterfangen, hat sich doch nicht nur der Tonträgermarkt im Laufe der Zeit radikal verändert, sondern auch die grundsätzliche Auffassung über Jazz. Als Matthias Winckelmann und Horst Weber anfingen, ließ sich die Zahl der Labels noch an einer Hand abzählen. Der Frankfurter Winckelmann studierte in München, der Aachener Weber besaß als gelernter Schneider und Konzertveranstalter gute Kontakte nach Japan. „Wir waren begeisterte Amateure ohne jede Kenntnis vom Business. Trotzdem beschlossen wir, es wenigstens mal mit einer Platte zu versuchen.“ Die hieß „Black Glory“ und stammte von dem Pianisten Mal Waldron.

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Anlässlich des Jubiläums im Jahr 2011: Enja-Chef Matthias Winckelmann posiert hier vor einem Eric-Dolphy-Porträt

Während der folgenden Jahre erwarben sich die beiden Freunde mit einem guten Gespür für den Zeitgeist, einer gesunden Portion kaufmännischem Geschick, Aufrichtigkeit und Stehvermögen einen glänzenden Ruf als verlässliche Partner. Zu den Besonderheiten von Enja gehört, dass die Gründer von 1986 an getrennte Wege gingen und sich den damaligen Katalog teilten. Keiner wollte jedoch auf den liebgewonnenen Namen verzichten. Nach Jahren der räumlichen Distanz arbeiten beide Enjas heute wieder unter einem Dach in der Münchner Frundsbergstraße. Horst Weber (79) hat die Geschäfte mittlerweile an Werner Aldinger abgegeben und lebt in Garmisch, Matthias Winckelmann (70) ist nach wie vor aktiv. Von ihm und Aldinger stammt auch die Auswahl der Enja-Jubiläums-Compilation für Jazz thing. (Reinhard Köchl)

Und dann gab´s dann natürlich eine Galaveranstaltung … und zwar am20. Oktober 2011 im Münchner Gasteig (Carl-Orff-Saal), dabei gab´s dann nicht nur die üblichen Festreden, sondern auch Liveauftritte des italienische Brass-Ensemble La Banda (Ruvo di Puglia) und Kontrabassvirtuose Renaud García-Fons (Prädikat: außergewöhnlich).

Und hier kann man sich nun anhören … wie sich 40 Jahre Ejna Rcords anhören …  und gleich noch ein Prädikat: Zeitlos ! Diese Auswahl zu erstellen war vermutlich arg mühsam … bedenkt man all die Schätze des Labels.

Und dann bin ich gespannt was los ist, denn dieses >Label 2021 ihr 50jähriges Jubiläum feiert … denn ein Ende ist nicht abzusehen … und das ist gut so !

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Titel:
01. Blairman/Warren/Mangelsdorff/Sato:  Intro (excerpt) (1971) (Mangelsdorff) 1.39
02. Bobby Jones: Bringin‘ In The Sheep (1974) (Jones) 3.22
03. Tommy Flanagan: Maybe September (1982) (Faith) 4.57
04. John Scofield Monk’s Mood: (Solo) (Monk) (1979) 6.02
05. Chet Baker: My Funny Valentine (1988) (Rodgers) 9.34
06. Bennie Wallace: My Heart Belongs To Daddy (1982) (Porter) 5.55
07. Abdullah Ibrahim: Calypso Minor (1979) (Ibrahim) 5.00
08. Archie Shepp/Mal Waldron: Lady Sings The Blues (2002) (Holiday/Nichols) 3.34
09. Dusko Goykovich/Ekrem Sajdic Gypsy Groovz: Ĉoĉek Sréce (2001) (Sajdic) 6.04
10. Glenn Ferris: Qui? (excerpt) (1997) (Aznavour) 4.21
11. Aki Takase: Ain’t Misbehavin‘ (2003) (Razaf/Waller/Brooks) 4.52
12. Susi Hyldgard: Blush (2006) (Garner/Hyldgaard) 4.26
13. Florian Weber: Alone Together (2009) (Dietz/Schwartz) 5.35
14. Dhafer Youssef: Yabay (2000) (Youssef/Muthspiel) 3.16
15. Renaud García-Fons: Jam Bulería (1997) (García-Fons) 3.04
16. Rabih Abou-Khalil: Afterthought (excerpt) (2002) (Abou-Khalil) 1.27

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Leonid Khenkin – Jazz zu Zweit (200?)

FrontCover1Über den Ausnahmemusiker Leonid Khenkin hatte ich hier schon mal berichtet (und zwar hier) … und nun ein weiteres Album von diesem Musiker, der mehr als elegant zwischen Jazz und Klezmer-Musik wandeln kann.

Wir erinnern uns (oder auch nicht):

Leonid Khenkin, Klarinette
Geboren in Kemerovo in Russland. Abschluss der Musikschule und Musikfachschule in Tomsk im Fach Klarinette.

Abschluss der Musikhochschule in Novosibirsk . Sehr gute Musikalische Ausbildung brachte Leonid zu den besten Jobs in Sibirien. So spielte er im führenden Militär Orchester Sibiriens, im Opernhaus Nowosibirsk. Solierte mit Städtischem Philarmonieorchester Tomsk. Unterrichtete Klarinette an der Musikfachschule Tomsk und dirigierte im Musiktheater Sewersk.

Ab dem Jahr 2000 in Deutschland als Freiberuflicher Musiker tätig.

Verheiratet, hat fünf Kinder. (Selbstdarstellung auf seiner webite)

Und dann ist es einfasch nur schade, dass er seine Alben  mit kruder „liner-notes“ verschandelt:

„Das Verlangen nach dem Spielen von Jazz-, Klezmer-, und Unterhaltungsmusik gilt als die Ursache für die Gründung des Ensembles. Zum Anderen wird auf den Einsatz von elektronischen Einflüssen komplettt verzichtet, was die Flexibilität fördert und den Klang echter, akustischer Musik verstärkt, Auf dieser CD begegnen Ihnen berühmte Werke des Jazz aus den 20er – 60er Jahren des letzten Jahrhunderts …“

Wer um Himmels willen hilft diesem großartigem Musiker beim abfassen seiner Covertexte ?

Und wer diesen „alten“ Jazz mag (so wie ich !) … der sollte zugreifen: Ich habe selten ein so intensives Album mit der Klarinette als Hauptinstrument gehört.

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Besetzung:
Leonid Khenkin (clarinet)
Jakov Ostrovsky (bass)

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Titel:
01. Summterime (Gershwin) 3.40
02. After You´ve Gone (Creamer) 3.35
03. Hello, Dolly (Herman) 2.09
04. Caravan (Ellinton/Tizol) 2.57
05. All The Things You Are (Kern) 4.08
06. All Of Me (Marks) 3.34
07. Autumun Leaves (Kosma) 4.03
08. Abendlied (Solovjow-Sedoj) 3.33
09. How High The Moon (Lewis) 2.20
10. Makin´ Whopee Blues (Donaldson) 2.06
11. Mack The Knife (Weill) 2.44
12. The Swing In Sherpherd (Koffman)
13. Lullaby Of Birdland (Shearing) 3.39#
14. On The Sunny Side Of The Street (McHugh) 3.27
15.Take Five (Desmond) 2.14
16. Ja-Da (Carleton) 2.10
17. Tea For Two (Youmans) 3.06

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Leonid Kherkin als Straßenmusiker in München

Frankfurter Gitarrenduo – Im Laufe der Zeit – Aufnahmen von 1974 – 2003 (2003)

FrontCover1Das Frankfurter Gitarrenduo, das sind Michael Teuchert und Olaf Van Gonnissen.

Michael Teuchert spielt seit seinem 4.Lebensjahr Gitarre.Mit 8 Jahren hatte er sein Konzertdebüt in Frankfurt/Main, dem zahlreiche Konzerte, Rundfunk- und Fernsehauftritte als Solist, im Gitarrenduo und in verschiedenen Kammermusikbesetzungen folgten.Michael Teuchert studierte an der Goethe-Universität in Frankfurt Philosophie und Geschichte und an der Frankfurter Musikhochschule Gitarre bei seinem Vater, dem bekannten Gitarrepädagogen Prof. Heinz Teuchert.Während seiner Studienzeit gründete er mit Olaf Van Gonnissen das „Frankfurter Gitarrenduo“. Mit diesem Duo bereiste er seit 1972 die ganze Welt, war Gast bei zahlreichen Rundfunk- und Fernsehanstalten und nahm eine Reihe von CDs mit Musik aus allen Stilepochen auf, die zu den bestverkauften Gitarren-CDs ihrer Zeit gehörten.Neben seiner internationalen Konzerttätigkeit lag schon früh ein wichtiger Schwer- punkt seiner Arbeit im TeuchertUnterrichtsbereich. Er war Dozent an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt und an Dr.Hoch’s Konservatorium in Frankfurt.Seit 1980 ist er Professor für Gitarre an der Frankfurter TeuchertMusikhochschule.Mittlerweile sind aus seiner Gitarrenklasse eine ganze Reihe ausgezeichneter Pädagogen und etliche künstlerisch sehr erfolgreiche Gitarristen hervorgegangen, die zahlreiche internationale Wettbewerbe gewinnen konnten.Zwei der besten Gitarrenduos unserer Zeit, das „Duo Kvaratskhelia“ und die „Katona-Twins“, die alle wichtigen internationalen Duo- und Kammermusik- wettbewerbe gewannen, studierten viele Jahre in seiner Gitarrenklasse. (Hochschule für Musik, Frankfurt/Main)

Olaf Van Gonnissen (* 1954 in Tiengen) ist ein deutscher Gitarrist.

Im Alter von vier Jahren erhielt er zunächst Violinunterricht, wechselte dann aber mit acht Jahren zur Gitarre. 1970 bis 1975 studierte er Gitarre an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main bei Heinz Teuchert. Schon während des Studiums gründete er mit Michael Teuchert das „Frankfurter Gitarrenduo“, das vor allem in den siebziger Jahren sehr bekannt war und sieben CDs aufnahm.

Olaf1992 wurde er Mitglied des „Mutare Ensemble Frankfurt“, 2003 außerdem des „World Guitar Ensemble“. Daneben konzertiert er in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen sowie auf historischen Instrumenten (Laute, Vihuela, Barockgitarre).

1974 übernahm Olaf Van Gonissen einen Lehrauftrag an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, ab 1977 unterrichtet er auch an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. 1999 wurde er Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Zu seinen ehemaligen Schülern und Studenten gehören u.a. Anna Koch, Christian Schulz, Stephan Wolke, Steffen Brunner, Stefan Hladek und Malte Vief.

Heute lebt er mit seiner Familie in Kronberg im Taunus. (Quelle: wikipedia)

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Keine Frage: hier sind Könner am Werk und wie der Titel erahnen lässt handelt es sich bei diesen Aufnahmen um eine Werkschau von den Anfängen bis hin in das Jahr 2003. Von besonderer Bedeutung ist da naürlichdie im Mai 2003 eingespielten Stücke des Jazzgitarristen Volker Kriegel. „Leider ist Volker Kriegel im Juni dieses Jahres im Alter von 59 Jahren gestorben. Wir haben so keine Gelegenheit mehr gehbt, seine Meinung über das Ergebnis unserer gewissermaßeb klassischen Interpretation seiner Musik zu erfahren“ bedauern die Musiker in dem booklet zu dieser CD …

Und diese CD ist absolut hörenswert, zumindest für den, der sich auch diesen hervorragenden Interpetationen klassischer Gitarrenmusik erfreuen kann.

FrankfurterGitarrenduo2

In den 70er Jahren

Besetzung:
Olaf Van Gonnissen (guitar)
Michael Teuchert (guitar)

FrankfurterGitarrenduo

Im Jahr 2003

Titel:

Antonio Vivaldi – Sonate D-Dur:
01. Allegro non molto 4.00
02. Larghetto4.19
03. Allegro 2.02

Maurice Ravel:
04. Pavane pour une infante défunte 6.22

Mario Castelnuovo-Tedesco:
05. Präludium und Fuge E-Dur 4.32

Daniel Lesur:
06. Élégie 5.56

Jacques Ibert:
07. Entrácte 3.40

Johann Sebastian Bach:
08. Kontrapunktus Nr. 1 BWV 1080 2.35
09. Fuge a-moll BWV 1000 5.14

John Dowland:
10. My Lord Willoughby’s Welcome Home 2.43
11. Fantasia 4.23

Mauro Giuliani:
12. Gran Variazioni Concertanti op. 35 10.44

Enrique Granados:
13. Danza Oriental 4.45

Franz Burkhart:
14. Toccata 4.01

Volker Kriegel:
15. Postcard To Wolfgang Müller 2.17
16. Octember Variation 2.10
17. Achterbahn 2.18

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Verschiedene Interpreten – Gottfried August Homilius (2008)

frontcover1Man lernt nie … so geschehen bei dem Komponisten Gottfried August Homilius (allein der Name ist ja irgendwie schon drollig – zauberhaft). Dieser Name war mir bis heute gänzlich unbekannt …

Gottfried August Homilius (* 2. Februar 1714 in Rosenthal; † 2. Juni 1785[1] in Dresden) war ein deutscher Komponist, Kantor und Organist.
Nach dem Besuch der Annenschule in Dresden studierte Homilius Jura in Leipzig. Schon dort war er musikalisch aktiv und vertrat zeitweise den Organisten der Nikolaikirche Johann Schneider. Er zählte vermutlich zum unmittelbaren Schülerkreis von Johann Sebastian Bach. Ab 1742 war Homilius Organist an der Dresdner Frauenkirche und ab 1755 in der Nachfolge von Theodor Christlieb Reinhold bis zu seinem Tod Kreuzkantor und Musikdirektor an den drei Hauptkirchen Dresdens; Hauptwirkungsort Homilius’ war die Dresdner Frauenkirche, nachdem die Kreuzkirche 1760 durch preußische Truppen zerstört und ihr Neubau erst 1792 geweiht wurde. Homilius starb 1785 in Dresden und wurde auf dem Johanniskirchhof beigesetzt. Sein Grab ist nicht erhalten.

Homilius hat überwiegend Kirchenmusik komponiert: mehr als 10 Passionen (eine 1775 bei Breitkopf & Härtel in Leipzig gedruckt mit dem Titel „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“), je ein Oratorium zu Weihnachten (1777) und zu Ostern, über 60 Motetten, 180 Kantaten, 4 Magnifikat, Choräle, Präludien und Choralvorspiele.[2] Außerdem sind von ihm etliche „Gesänge für Maurer“ und eine Generalbass-Schule überliefert. Im Jahr 1776 wurde Homilius als der „wohl jetzt ausgemacht beste Kirchenkomponist“ bezeichnet. Nach seinem Tod kam Ernst Ludwig Gerber sogar zu der Ansicht, dass Homilius „ohne Widerrede unser größter Kirchencomponist“ sei.
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Die Vokal-Kompositionen von Homilius erfreuten sich bis in das 19. Jahrhundert hinein größter Beliebtheit. Eine große Zahl bis heute erhaltener Abschriften zeugt von der Verbreitung seiner Werke. Im Zuge der Homilius-Renaissance der letzten Jahre wurden viele der wiederentdeckten Werke des vermutlichen Bach-Schülers und Kreuzkantors in Ersteinspielungen auf CD veröffentlicht. (Quelle: Wikipedia)

Scheinbar wurde sein Werk erst wieder um ca. 2000 wieder ernsthaft entdeckt und studiert und eben z.T. erstmalig eingespielt. Das kleine, aber feine Klassik Label Carus war da wohl besonders eifrig und so veröffentlichten das Label 2008 dann diese „Promotionaly Copy“, das einen Querschnitt der Aufnahmen bei Carus zu präsentieren.
Gedacht wohl als Appetithäppchen, das neugierig auf mehr machen sollte … und dieses Unterfangen ist dem Label gelungen.
Denn, wenn man mal das christliche Gedöns ausblendet (kann vermutlich auch nicht jeder) dann erschalt feinste Vokalmusik der Barockzeit.
Und die beteiligten Musiker sind alles andere als Leichtgewichte und bei den Virtuosi Saxoniae wirkt dann auch noch der von mir sehr geschätzte Trompeter Ludwig Güttler mit (immerhin: den kannte ich schon) ..
Herz, was willst Du mehr !

Und dann habe ich noch ein kurzes Audio Portrait des SWR dem Päckchen beigefügt.
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Titel:

Körnerscher Singverein Dresden + Peter Kopp:
01. Ergreifet die Psalter, ihr christlichen Chöre 5.43
02. Wünschet Jerusalem Glück 4.29

Sächsisches Vocalenensemble + Virtuosi Saxoniae:
03. Fürchtet euch nicht 2.34

Kammerchor Stuttgart:
04. So gehst du nun hin, mein Jesu, hin 3.03

Basler Madrigalisten + Neue Düsseldorfer Hofmusik:
05. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld 1.30
06. Siehe, das ist Gottes Lamm 3.22
07. Mit väterlicher Stimme 1.14
08. Wie tödlich schrecken die Gerichte 5.15

Dresdner Kreuzchor + Dresdner Barockorchester:
09. Da führeten sie Jesum 3.33
10. Gloria sei dir gesungen 1.45
11. Danket dem Herren, denn er ist freundlich 2.15
12. Heilig ist unser Gott, der Herr Gott 3.03

Kammerchor Stuttgart:
13. Ihr sollt nicht sorgen und sagen 2.10
14. Was hast du Mensch 1.56
15. Ob jemand sündiget 2.14

Vocal Concert Dresden + Peter Kopp:
16. Die Elenden 2.37

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