Verschiedene Interpreten – Das teuerste Programm der Welt (1959)

FrontCover1Okay, der Titel ist ein wenig albern und soll natürlich auch entsprechend reißerisch klingen … aber ansonsten gibt es an dieser bunten Revue der Musik der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts überhaupt nichts auszusetzen.

Genau genommen ist es so eine Art Musik-LP mit Hörbuch-Anteilen, denn durch das Programm führt Waldemar Müller („Conférence“).

Und der galt damals als Star unter den Rundfunkmoderatoren:

Waldemar Müller (* 1918; † 2001) war ein deutscher Hörfunkmoderator.

Müller sammelte bereits als Sprecherkind beim Sender Leipzig erste Mikrofonerfahrungen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als freier Mitarbeiter für den WDR in Köln. 1958 wechselte er zu Radio Luxemburg, wo er unter dem Pseudonym Ferdy berühmt wurde. 1962 ging er zurück zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und wurde fester Sprecher und Programmgestalter beim SDR.

Unter seinem Künstlernamen Ferdy nahm Müller die deutsche Version von Lorne Greenes Hit Ringo auf. Auf der Rückseite der Single befand sich der ebenfalls zuvor von Greene aufgenommene Titel Sand. (Quelle: wikipedia)

Aber zur Musik: Es war natürlich alles andere als ein „teures“ Programm, denn all die alten Titel gab es damals sicherlich für ein Apel und Ei hinsichtlich der Lizenzgebühren; aber es war dennoch ein amüsantes Programm … eine Revue, die sich nicht nur mit der deutschen Heiterkeit beschäftigte, sondern den Chanson aus Frankreich und den frühen Jazz der USA beinhaltete.

Da reiht sich ein Schmankerl an das andere … und mehr als einmal muss man schmunzeln, z.B. wenn sich Max Schmeling als Entertainer probiert („Das Herz eines Boxers“)

DreiStars

Max Schmeling – Gustaf Gründgens (mit Henny Porten) – Josephine Baker

Da gäbe es mal wieder viel zu berichten, aber weitaus besser ist es wohl, wenn man sich diese Scheibe selber mal anhört und so auf Entdeckungsreise geht. Und nachdem sie ja im Stile einer Radioserndung augenommen wurde, habe ich ausnahmsweise die einzelnen Stücke nicht separiert, sondern einfach Seite 1 und Seite 2 digitalisiert … wäre auch anderes nicht gegangen … wegen all der nahtlosen Übergänge …

BackCover1

Titel:

Seite 1: (23.43)
01.  Admiral-Girls: Ich bin die Marie von der Haller Revue
02. Comedian Harmonists: Drei Musketiere
03. Comedian Harmonists: Leutnant warst du einst
04. Comedian Harmonists: Schöner Gigolo
05. Marlene Dietrich: Ich bin die fesche Lola
06. Odeon Tanzorchester: Mein Papagei frißt keine harten Eier
07. Beka-Tanzorchester: So lang nicht die Hose am Kronleuchter hängt
08. Beka-Tanzorchester: Wir versaufen unsrer Oma ihr …
09. Willi Ostermann: Wenn du eine Schwiegermutter hast
10. Mistinguett: Ca C’est Paris
11.  Joséphine Baker: La Petite Tonkinoise
12. Joséphine Baker: The Original Charleston
13. Carola Neher: Der Mensch lebt durch den Kopf
14. Kurt Gerron: Und der Haifisch …
15. Lotte Lenya: Havanna Lied
16. Karl Reich-Bremen und seine singenden Kanarienvögel: Hawaiian Memories
17. Guido Gialdini: Ay Ay Ay
18. Original Dixieland Jass Band: Tiger Rag
19. Louis Armstrong: St. Louis Blues
20. Marika Rökk: Ich hab dich so gern
21. Peter Igelhoff: Dieses Lied hat keinen Text
22. Nat Gonella: The Flat Foot Floogee

Seite 2: (26.42)
23.  Willi Prager:  Schallplatten, die große Mode
24. Max Schmeling: Das Herz eines Boxers
25. Gustaf Gründgens: O Gott wie sind wir vornehm
26. Juan Llossas: Zwei rote Lippen (Tango Addios Muchachos)
27. Oskar Joost: Herr Ober, zwei Mokka
28. Jack Hylton: Herr Lehmann, Herr Lehmann
29. Hubert von Meyerinck: Ich war nie mit Lilly allein
30. Siegfried Arno: Wenn die Elisabeth
31. Hugo Fischer-Köppe: Du hast was auf dem Herzen
32. Mischa Spoliansky: So eine lausige Veranstaltung
33. Siegfried Arno: Und als der Herrgott Mai gemacht
34. Austin Egen: Wer im Frühling keine Braut hat
35. Jack Smith: Ich küsse ihre Hand, Madame
36. Richard Tauber: Ich küsse ihre Hand, Madame
37. Zarah Leander: Ein Kinostar
38. Heinz Rühmann & Hans Albers: Jawoll, meine Herrn
39. Hilde Hildebrand: Komm spiel mit mir blinde Kuh
40. Kirsten Heiberg: Warum hat der Napoleon
41. Lucienne Boyer: Parlez Moi D’amour
42. Willi Forst: Sag beim Abschied leise servus
43. Joseph Schmidt: Heut ist der schönste Tag in meinem Leben
44. Richard Tauber: Behalten sie mich in Erinnerung

LabelA1

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Inlet01A

War damals so üblich: die Schutzhülle für die LP bot
unzählige Hinweise auf andere Schallplatten
(und heute ist das ne regelrechte Fundgrube)

 

Verschiedene Interpreten – Swing tanzen verboten (Teil 3) (2004)

FrontCover1Nun endlich Teil 3 dieser wirklich beeindruckenden Sammlung von Jazzmelodien aus jenen schrecklichen Jahren des Nationalssozialismus.

Hier ein weiterer kenntnisreicher Beitrag zu diesem Thema:

„Der Jazz wurde nach dem ersten Weltkrieg in Deutschland erstmalig bekannt und war in den zwanziger Jahren als Tanzmusik in den Vergnügungsstätten der Großstädte beliebt.
In den dreißiger Jahren wurde mit der Swing-Musik der Jazz endgültig populär. Er war praktisch die Popmusik jener Zeit und erlangte eine Beliebtheit, die historisch einzigartig blieb.
Gleichzeitig war der Jazz schon seit jeher als »Negermusik« den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. So wurde 1927 durch entsprechende Protestaktionen Ernst Kreneks Oper »Johnny spielt auf« (die musikalische Anleihen bei der Jazzmusik machte) zum Skandalstück aufgebauscht.

Folgerichtig nahm mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 die Polemik gegen den Jazz zu. Argument gegen den Jazz war natürlich seine ethnische Herkunft. Kritisiert wurden die Klangfarben und das Instrumentarium. Da dieses jedoch fast ausschließlich aus europäischen Instrumenten bestand, mußte man die Kritik an den gestopften Blasinstrumenten festmachen. Weitere Kritikpunkte waren die »sinnlose Anwendung von Synkopen«, die »Schlagzeugorgien«, »künstlerische Zuchtlosigkeit«, »Verlotterung und Verschlampung im musikalischen Ausdruck« und die »unanständigen Tanzformen« . Letztendlich wurde die Jazzmusik sogar zum »politischen Kampfmittel der Juden« hochstilisiert.

Gab es nun ein Jazzverbot durch die Nationalsozialisten?
Diese Frage läßt sich, wie so oft, mit einem »Jein« beantworten.

Die erste offizielle Maßnahme gegen den Jazz fand bereits vor der Machtergreifung statt. 1930 veröffentlichte der thüringische Volksbildungs- und Innenminister, der Nationalsozialist Wilhelm Frick, einen »Erlaß wider die Negerkultur für deutsches Volkstum«6, der jedoch kein dezidiertes Verbot der Jazzmusik beinhaltete.

1933 wird in einem Erlaß der »übertriebene Hot-Rhythmus« verboten, während »melodiöser Jazz« ausdrücklich erlaubt war. Offizielle Verbote des Jazz werden von eifrigen Lokalgrößen in verschiedenen Städten ausgesprochen. Im selben Jahr wird auch der Jazz für die Berliner Funkstunde verboten. Derartige Verbote und Erlasse führten zu Verunsicherung und vorauseilendem Gehorsam unter den Musikern. Es ging sogar das Gerücht um, das Spielen des Saxophons sei verboten worden, worauf Vertreter der einheimischen Musikinstrumenten-Industrie bei der Regierung vorsprachen, die daraufhin versicherte, daß das anständige Spiel auf einem guten Saxophon deutscher Produktion selbstverständlich erlaubt sei.

SwingWerbungEs folgten weitere lokale Verbote, die nicht unbedingt die Musik betrafen, sondern das Swing-Tanzen. Am 12.10. 1935 verkündete Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky das »endgültige Verbot des Niggerjazz für den ganzen deutschen Rundfunk«8 Der Liebe der Deutschen für die Swingmusik tat all dies keinen Abbruch.

Die Musiker begegneten dem swingfeindlichen Klima mit ihrer eigenen Kreativität: Sie gaben den amerikanischen Jazz-Nummern einfach deutsche Titel, um den weitgehend musik-unkundigen Kontrolleuren ein Schnippchen zu schlagen. So wurde zum Beispiel aus dem »St. Louis Blues« kurzerhand das »Lied vom blauen Ludwig«.
Nach wie vor erklang Swingmusik in den großstädtischen Tanzpalästen, Jazzfans stellten ihr Radiogerät einfach auf die Frequenz ausländischer Sender ein (was damals noch erlaubt war) und amerikanische (Musik-) Filme, wie die »Broadway Melodie 1938«, erfreuten sich großer Popularität: »Die Nazis hatten Bücher verbrannt und Gemälde zerstört. Sie konnten dabei auf weit verbreitete Vorurteile und stilles Einvernehmen setzten. Bei der Tanzmusik war die Sache anders. Der Swing war leichte Kost. Auf ihn sprang das Tanzvolk an.«

Anläßlich der Olympischen Spiele 1936 wollte das Regime in besonderem Maße seine vorgebliche Weltoffenheit demonstrieren. Berlin sollte das Bild einer internationalen Metropole erwecken, wozu natürlich auch Jazzmusik gehörte. Der Schweizer Teddy Stauffer war mit seiner Band »Teddy Stauffer’s Original Teddies« der Star jener Tage. Er verkaufte europaweit hunderttausende von Schallplatten, wurde auf der Straße von seinen Fans angesprochen und genoß es, sich im Ruhm zu sonnen. Auch im Falle von Teddy Stauffer bewahrheitete sich die Regel, daß Öffentlichkeit der beste Schutz vor Repression ist. Stauffer erzählt selbst:

»Das Publikum raste vor Begeisterung. Plötzlich aber, gegen Mitternacht, flogen die Türen auf. Zuerst kam die Polizei. Hinter ihr kamen uniformierte SS-Männer. Unsere Vorführung wurde unterbrochen. Ein paar SS-Männer und Polizisten kamen zu mir. Einer deutete auf ein hinter dem Orchester angebrachtes Plakat und fragte böse: ‚Können Sie nicht lesen?‘
Auf dem Plakat stand unübersehbar:
Swingmusik und Swingtanzen verboten
‚Natürlich kann ich lesen‘, sagte ich. ‚Wir haben in der Schweiz allgemeine Schulpflicht.‘
‚Dann verstoßen Sie also absichtlich gegen das Verbot.‘
‚Tue ich das?‘ fragte ich scheinheilig. ‚Spielen wir wirklich Swing? Was ist Swing?‘
Ich erhielt keine Antwort. Statt dessen kam die Gegenfrage: ‚Spielen Sie keine deutsche Tanzmusik?‘

Ich knipste mit dem Fingern und rief meinen Musikern zu ‚Los Boys, die Nummer 124!‘ Auf den Notenpulten des Orchesters erschien der Schlager ‚Bei mir bist du schön‘. Die SS-Männer sahen den deutschen Titel und schmunzelten vergnügt. Sie hatten keine Ahnung, daß ‚Bei mir bist du schön‘ so etwas wie eine jüdische Hymne war.

Wir hatten noch nicht die Hälfte gespielt, als der Boß der SS-Leute wütend abwinkte. ‚Das klingt genau so amerikanisch wie der jüdische Dreck davor!‘ schrie er mich an. Ich knipste wieder mit dem Finger. ‚Buggle Call Rag bitte.‘ Dabei gab ich Zeichen im Marschtempo zu spielen.

Unser Schlagzeuger begann im Schweizer Soldatenstil im Marschtempo zu trommeln. Nach drei Paukenschlägen setzten wir alle mit Volldampf ein, standen auf und marschierten auf der Stelle im Takt mit. Auch das Publikum marschierte. Sitzend. Alles klatschte und marschierte. Der Lärm war größer als bei einer Parade am Brandenburger Tor.

Dann kam das Trompetensolo. Und da übertat sich Riquet Schleiffer etwas und schmuggelte in den ‚Buggle Call Rag‘ Motive aus dem ‚Horst-Wessel-Lied‘ ein. Das war des Guten zu viel und der Anfang vom Ende meines Erfolges in Nazideutschland. Die Herren sahen sich ratlos an, tuschelten miteinander, konnten mir aber nicht sagen, was Swing sei. Schließlich verabschiedeten sich mit bösen Blicken und einem kräftigen ‚Heil Hitler!‘.

YouStartedMeDreaming‚Heil Benny Goodman!‘ rief mein Klarinettist ihnen nach. Ein paar drehten sich um und glotzten den Klarinettisten dumm an. Offenbar wußten Sie nicht, wer Benny Goodman war. Vielleicht hielten sie ihn für eine neue Nazigröße. Jedenfalls zogen sie nach kurzem Zögern ohne jeden weiteren Einspruch ab.«

Tatsächlich war die internationale Karriere von Teddy Stauffer mit Kriegsausbruch beendet und er zog sich in die Schweiz zurück.

Neben ihrer unliebsamen Herkunft verkörperte die Swingmusik Werte wie Anarchismus, Hedonismus und Individualismus, die der nationalsozialistischen Ideologie grundsätzlich widersprachen:
»Beim Swingtanzen erfuhren die Deutschen eine fremde, Freiheit verheißende Botschaft am eigenen Leib. Und dort besetzte sie genau den Platz, den die Ideologen von Blut und Boden selbst mit Haut und Haar einzunehmen gedachten. Hierin lag die Macht des ‚Rauschgift Jazz‘, wie der Titel eines 1939 erschienenen Artikels laute.«

»1937 wird Benny Goodman als typischer ‚Swing-Jude‘ und ‚Rattenfänger von Neu York‘ (Nazi Originalton) zur Zielscheibe erklärt und verboten; Anfang 1938 folgt ein generelles Verbot von Schallplattenaufnahmen von Juden und jüdischen Komponisten«

1939 wird das Abhören ausländischer Sender verboten. Das Verbot war hauptsächlich dazu gedacht, die Bevölkerung vor Informationen, die der NS-Propaganda widersprachen, zu bewahren, führte allerdings auch dazu, daß die Jazzfans ebenfalls in die Illegalität gedrängt wurden.

Im Februar 1941 erklärt Propagandaminister Joseph Goebbels für »grundsätzlich verboten«:
»Musik mit verzerrten Rhythmen,
2. Musik mit atonaler Melodieführung und
3. die Verwendung von sogenannten gestopften Hörnern.
Diese Regelung sei von nun an bindend für die Darbietung jeglicher Art von Tanzmusik«
Dieses Verbot von Joseph Goebbels macht noch einmal die Definitionsprobleme deutlich, die die Nationalsozialisten mit dem Jazz hatten. Was »Verzerrte Rhythmen« sein mögen, ist vollkommen unklar, »atonale Melodieführung« gibt es im Jazz typischerweise gar nicht, bleibt als einziges, praktischerweise auch für den Musikunkundigen erkennbares, Kriterium das Spiel mit »gestopften Hörnern«, was allerdings ebenfalls nicht notwendigerweise zur Jazzmusik gehört.

ZehnUhrZehn1Kein Wunder, daß der 1935 ins Leben gerufene Prüfungsausschuß für Tanzmusik seine liebe Not hatte:
»Aber die Schwierigkeiten beginnen erst, wenn es sich darum handelt, die Grenzen des Jazz festzustellen und ‚Jazz‘ vom ‚Nigger-Jazz‘ streng zu unterscheiden. Wollte man wirklich rücksichtslos vorgehen, dann müßte man die gesamte Jazzbesetzung verbieten mitsamt den von Negern nach Amerika eingeführten Banjo [Das Banjo wurde übrigens von irischen Einwanderern nach Amerika gebracht – Anm. d. Autors] und dem Schlagzeug. Und dazu sämtliche Kompositionen, die ein kurzes abgehacktes, synkopiertes, ständig wiederholtes unmelodisches Thema im ‚Chorus‘ aufweisen. Aber soweit kommt es nicht. Wie mir ein Mitglied der Prüfungskommission verriet, handelt es sich nur um Übertreibungen und offensichtliche Entgleisungen stilistischer Art, die an den alten, in Wirklichkeit schon seit 1925 überwundenen ‚Neger Jazz‘ erinnern.«

Da das Volk aber nun mal tanzen wollte, gab es Bemühungen um eine neue deutsche Tanzmusik, die den ungeliebten Swing ersetzten sollte. So sollte ein Tanzkapellen-Wettstreit 1938 neue »arteigene Klänge« entdecken helfen, die sich durch »mäßigen Gebrauch von Synkopen« und ein »anständig geblasenes Saxophon« auszeichneten. Die Fachschule des Einheitsverbandes Deutscher Tanzlehrer kreierte den »Deutschländer«, der von der tanzenden Bevölkerung weitgehend ignoriert wurde.

1942 wurde »fremdländischer Schallplattenmusik« und die »Herstellung, Verbreitung und Aufführung musikalischer Werke von Autoren der Vereinigten Staaten« verboten. Das bedeutete, daß von nun an keine Schallplatten mit Jazzmusik aus den USA oder auch England offiziell zu kaufen gab. Interessanterweise war jedoch die deutsche Schallplattenindustrie, da sie durch langfristige internationale Verträge gebunden war, verpflichtet amerikanischen Jazz in Europa zu verbreiten. Gleichzeitig wurden auch Schallplatten mit deutschen Jazzorchestern für den Export produziert. Das NS-Regime hatte dagegen nichts einzuwenden, denn der Schallplattenexport brachte dringend benötigte Devisen ins Land. Gleichzeitig konnten auch Deutsche derartige Platten in den Schallplattenläden zumindest bestellen.

TanzorchesterHeinzWehner

Tanzorchester Heinz Wehner

Die Inkonsequenz der Jazzverbote nahm in den Kriegsjahren weiter zu. Propagandaminister Goebbels initiierte das Propaganda-Orchester »Charlie & His Orchestra«. Der Jazzband unter der Leitung von Lutz Templin gehörten auch zahlreiche ausländische Musiker sowie Juden und Zigeuner an, also Menschen, mit denen nach offizieller NS-Ideologie das Regime keinesfalls etwas zu tun haben wollte. »Charlie and His Orchestra« spielte beliebte Jazz-Nummern, die mit Propagandatexten versehen wurden. Diese Musik wurde in Rundfunksendungen ausgestrahlt, die an die West-Aliierten adressiert waren, oder gar in Form von Schallplatten hinter den feindlichen Linien mit dem Flugzeug abgeworfen.

Gleichzeitig nutzen auch die Alliierten den Jazz für ihre Propagandazwecke: Das amerikanische Glenn-Miller-Orchester wurde nach England geflogen, wo es in deutschsprachigen Rundfunksendungen musizierte.

Der deutsche Propagandajazz ist nicht nur ein Beleg für die Inkonsequenz der nationalsozialistischen Ideologie sondern demonstriert gleichzeitig wie sehr die Jazzmusik in jener Zeit die Menschen bewegte, so daß sie sogar als Kriegsmittel geeignet schien.

Aller Propaganda zum Trotz wollten die jungen deutschen Soldaten immer noch am liebsten »ihre« Jazzmusik hören. Der Krieg brachte es also mit sich, daß auch für die deutsche Bevölkerung wieder Jazz gespielt wurde, wenn auch unter der verschämten Bezeichnung »moderne rhythmische Musik«:

»Unsere Soldaten wünschen sich für ihre Ruhepausen, sozusagen als ‚Schallkulisse‘, vorwiegend eine aufgelockerte, stark rhythmische Musik, deren Wiedergabe im Rundfunk fälschlicherweise als ‚Jazz‘ bezeichnet wird. Von ‚Jazz‘ im eigentlichen Sinne kann jedoch in Wirklichkeit nicht die Rede sein.«

OrchesterKok

Orchester James Kok

Zusammenfassend kann man sagen, daß das Verhältnis des NS-Regimes zur Jazzmusik von Widersprüchen geprägt war. Einerseits widersprach sie der nationalsozialistischen Ideologie, andererseits versuchte man sie sich nutzbar zu machen, vor allem weil ihre Beliebtheit in der Bevölkerung nicht zu ignorieren war.

»Es bleibt letztendlich im Kampf gegen Swing und Jazz eigentlich stets beim Theaterdonner, bei Sticheleien, bei lokalen Erlassen; zu einer generellen gesetzlichen Verbotsregelung für den Swing aber kommt es nicht. Wir begegnen hier einem im Nationalsozialismus allgegenwärtigen Phänomen: Zwischen ideologischem Anspruch und Alltagsrealitäten klafft eine große Lücke.“ (Thomas Zippo Zimmermann)

Am deutlichsten wird diese „große Lücke“ bei dem Titel „Pinguin Swing“, trägt dieser Titel doch genau den von den Nazis verhassten Namen „Swing“ in sich … Ansonsten wünsche ich viel Vergnügen mit dieser Musik von all den tapferen Musikern dieser Zeit, sich unverdrossen ihrer musikalischen Leidenschaften hingaben … trotz aller Bedrohungen … Respekt !

KurtWiedemannOrchester

Kurt Widmann & sein Orchester

Titel:
01. Will Glahe & seine Bigband: Kleine Mädchen tanzen gern (Drabek/Walther) (1937)  2.33
02. Orchester James Kok: J.K’s Fliegender Hamburger (Petruschko) (1934) 3.04
03. Julian Fuhs & sein Jazzorchester: Liebesrausch (Michaeloff) (1928) 2.48
04. Will Glahe & seine Bigband: Eskapaden (Arndt) (1939) 2.44
05 . Kurt Widmann & sein Orchester:  Avant De Mourir (Boulanger) (1942) 3.19
06. Hans Bund & sein Tanzorchester:  Mein Kaktus tanzt (Kalthoff) (1934) 2.33
07. Lewis Ruth Band: Bleibe noch ein weilchen hier (Winkler/Grabau) (1934) 3.15
08. Adalbert Lutter & sein Orchester: Cara Mari (Zalden/Siegel) (1936) 3.15
09. Orchester James Kok: Pacific Express (Menchino) (1934) 3.16
10. Will Glahe & seine Bigband: Fräulein Mathilde (Kletsch/Jäger) (1938)2.59
11. Teddy Stauffer & die Original Teddies: Christopher Columbus (Barry/Razaf) (1936) 3.43
12. Tanzorchester Heinz Wehner: Delphi Fox (Ferstl) (1941) 3.13
13. Fritz Weber & Sein Tanzorchester: Pinguin Swing (Zalden) (1937) 2.36
14. Tanzorchester Max Rumpf: The Dipsy Doodle (Clinton) (1939) 3.03
15. Orchester James Kok: Geisterspuk (Mohr) (1934) 3.00
16. Julian Fuhs & sein Jazzorchester: Black Bottom (Henderson) (1926) 2.36
17. Will Glahe & seine Bigband: Everybody Sing (Brown/Freed) (1938) 2.56
18. Hans Bund & sein Tanzorchester: Fertig, Los !!! (Rowicz) (1933) 2.26
19. Ludwig Rüth & seine Band: Ist das nicht romantisch (Rodgers/Robinson) (1932) 3.03
20. Adalbert Lutter & sein Orchester: Sentimento Goucho (Canaro) (1935) 3.25
21. Teddy Stauffer & die Teddies: Is It True What They Say About Dixie (Ceansar/Marks) (1936) 3.07
22. Heinz Wehner & das Telefunken Swing Orchester: Meine Adelheid (Bhlanik/Igelhoff) (1936) 2.17
23. Fritz Weber & Sein Tanzorchester: Zehn Uhr zehn (Zeller/Beckmann) (1938) 2.49
24. Tanzorchester Max Rumpf:  Two Dukes On A Pier (Wagner) (1938) 2.57
25. Rene Schmassmann & die Lanigiros: Little Old Lady (Carmichaels/Adams) (1937) 2.57

CD1

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Verschiedene Interpreten – Zu schön um wahr zu sein (ca. 1966)

FrontCover1.JPGUnd jetzt wird es wieder mal gnadenlos nostalgisch. Willy Fritsch präsentiert Tonfilmmelodien der zwanziger und dreißiger Jahre … Das Kino-Schlagerprogramm !

Willy Fritsch, geboren als Wilhelm Egon Fritz Fritsch (* 27. Januar 1901 in Kattowitz; † 13. Juli 1973 in Hamburg), war ein deutscher Schauspieler und Sänger. Von 1921 bis 1964 spielte er in fast 130 Kinofilmen und zählte zeitweise zu den beliebtesten Filmstars in Deutschland.

Willy Fritsch war der Sohn des Inhabers der Maschinenfabrik Fritsch & Brattig, Lothar Fritsch. Nach dem Konkurs der Firma zogen seine Eltern mit ihm 1912 nach Berlin, wo der Vater seit 1910 als Betriebsleiter bei Siemens tätig war. Dort begann Willy Fritsch 1915 eine Mechanikerlehre, die er allerdings abbrach. Nach Hilfstätigkeiten am Berliner Landgericht hatte er kleine Einsätze als Komparse im Chor des Großen Schauspielhauses.

Im Jahr 1919 nahm Willy Fritsch privaten Schauspielunterricht an der Max-Reinhardt-Schule und erhielt bald kleinere Rollen am Deutschen Theater. Ab 1920 drehte er regelmäßig Filme und spielte vorzugsweise in Komödien den jugendlichen, eleganten

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Willy Fritsch 1927 auf einer Fotografie von Alexander Binder

Charmeur und Liebhaber an der Seite berühmter Kolleginnen seiner Zeit wie Olga Tschechowa, Ossi Oswalda und Lilian Harvey. Seit 1923 festangestellter Schauspieler der UFA, erlangte er 1925 auch erstmals internationale Beachtung durch seine Hauptrolle in der stummen Operettenverfilmung Ein Walzertraum von Ludwig Berger. Sie brachte ihm ein Angebot der United Artists ein, das er mangels Englischkenntnissen jedoch ausschlug. Durch seine Mitwirkung in den Fritz Lang-Filmen Spione (1928) und Frau im Mond (1929) gelang Fritsch zwischenzeitlich auch der Spagat ins ernsthafte Rollenfach.

Ab 1929 drehte Willy Fritsch Tonfilme, meist mit Lilian Harvey oder Käthe von Nagy. Da es sich häufig um Musikkomödien handelte, nahm er auch Gesangsunterricht. In Melodie des Herzens (1929) sprach er den ersten Satz des deutschen Tonfilms: „Ich spare nämlich auf ein Pferd.“ Jetzt und in den folgenden Jahren wurden viele Melodien aus seinen Filmen zu bekannten und erfolgreichen Schlagern, wie Ein Freund, ein guter Freund oder Liebling, mein Herz lässt dich grüßen (Die Drei von der Tankstelle, 1930), Das gibt’s nur einmal (Der Kongreß tanzt, 1931), Ich wollt‘ ich wär‘ ein Huhn (Glückskinder, 1936) oder Ich tanze mit dir in den Himmel hinein (Sieben Ohrfeigen, 1937). Fritsch spielte außerdem die Hauptrolle in Ihre Hoheit befiehlt (1931) sowie Ein blonder Traum (1932), jeweils nach einem Drehbuch von Billy Wilder. 1935 drehte er unter der Regie von Reinhold Schünzel die von ihm stets als persönlicher Lieblingsfilm bezeichnete, satirische Komödie Amphitryon. Seine Gagen erreichten inzwischen Rekordhöhen. 1937 heiratete Willy Fritsch die artistische Tänzerin Dinah Grace (Ilse Schmidt), mit der er die Söhne Michael und Thomas Fritsch (letzterer ebenfalls Schauspieler) bekam.

WillyFritsch02.jpgWilly Fritsch wurde auf Druck seines Ortsverbandes NSDAP-Mitglied, blieb aber in den Filmen – bis auf zwei Ausnahmen (die Propagandafilme Anschlag auf Baku und Junge Adler) – unpolitisch. Als Parteimitglied wurde er zum Ehrenmitglied der Kameradschaft der Deutschen Künstler sowie in den Beirat der Reichsfachschaft Film berufen, aufgrund seines mangelnden Engagements jedoch nicht mehr mit weiteren Aufgaben betraut. Im August 1944, in der Endphase des Zweiten Weltkriegs nahm ihn Goebbels in die Gottbegnadeten-Liste der Schauspieler auf, die er für die Filmproduktion brauchte, womit Fritsch vom Kriegsdienst freigestellt wurde.

Im Jahr 1939 endete seine Zusammenarbeit mit Lilian Harvey mit dem Film Frau am Steuer, da diese nach Frankreich emigrierte. An der Seite von Marika Rökk spielte er kurz darauf im ersten deutschen Farbspielfilm Frauen sind doch bessere Diplomaten (1940) und wurde allgemein ab 1940 wieder öfter für Kostümfilme besetzt. In dem erfolgreichen, an frühe Tonfilm-Operetten angelehnten und in Wien hergestellten Film Wiener Blut (1942) übernahm Fritsch unter der Regie von Willi Forst neben Theo Lingen und Hans Moser die dritte Hauptrolle. Zusammen mit Hertha Feiler spielte er 1943 außerdem in der Komödie Der kleine Grenzverkehr nach einem Roman von Erich Kästner, der für diesen Film unter Pseudonym auch das Drehbuch verfasste. Die letzten Kriegsmonate verbrachte der Schauspieler in Prag, wo er unter anderem zusammen mit Johannes Heesters für den Film Die Fledermaus vor der Kamera stand und trotz seiner Parteizugehörigkeit wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ von der Gestapo überwacht wurde.

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Nach Kriegsende zog Fritsch nach Hamburg und spielte Ende der 1940er Jahre unter anderem in den satirischen Nachkriegsproduktionen Film ohne Titel (1947) an der Seite von Hildegard Knef sowie Herrliche Zeiten (produziert von Heinz Rühmann, Drehbuch Günter Neumann), der 1950 den Silbernen Lorbeer des David O. Selznick-Preises als „bester, der Völkerverständigung dienender Film in deutscher Sprache“ erhielt.[4] Anschließend wandelten sich seine Rollen mehr und mehr vom Geliebten zum Vater, wie seine Rolle als Romy Schneiders Vater in deren Filmdebüt 1953, Wenn der weiße Flieder wieder blüht. Ferner wirkte er in diversen Heimatfilmen mit, u.a. in dem mit dem Bambi als geschäftlich erfolgreichster Film der Spielzeit 1951/1952 prämierten Film Grün ist die Heide. Mit einer Hauptrolle in dem 1958 nach einem Drehbuch von Dieter Hildebrandt produzierten Film Mit Eva fing die Sünde an, der 1962 durch Francis Ford Coppola als dessen Regiedebüt um weitere Szenen ergänzt und unter dem Titel The Bellboy And The Playgirls wiederveröffentlicht wurde, begab sich Fritsch noch einmal ins kabarettistische Fach. An der Seite von Peter Kraus war er außerdem in dem seinerzeit kommerziell sehr erfolgreichen Film Was macht Papa denn in Italien? (1961) zu sehen. Nach dem Tod seiner Frau (1963) zog er sich jedoch bald vollständig von Film und Öffentlichkeit zurück. Seinen letzten Film drehte er an der Seite seines Sohnes Thomas Fritsch im Jahre 1964 (Das hab ich von Papa gelernt). Er hinterlässt ein Werk von fast 130 Filmen. Willy Fritsch starb im Alter von 72 Jahren an einem Herzinfarkt und wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg beerdigt. Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin(Quelle: wikipedia)

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Ilse Werner

Und dieser illy Fritsch führt mit launigen Worten durch diese Filmschlager-Revue … und natürlich war jene Genreration, die sich durch das III. Reich zu quälen hatte, die Zielgruppe für diese LP (Es war bereits die 4. LP dieser Reihe).

Überrascht war ich, wie viele der Filmtitel und die dazu passenden Schlager mir „irgendwie“ bekannt erschienen … Stichwort: kollektives Bewusstsein ….

Und natürlich hören wir keine Worte über jene Zeit, die z.B. dazu führte, dass ein Joseph Schmidt als Jude unser Land im Jahre 1933 verlassen musste … um dann nach einer Odyssee  im Jahr 1942 in einem schweizerischem Lager letztlich qualvoll sterben musste.

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Ein weiteres Beispiel dafür, wie man all diese geschichtlichen Ereignisse so locker vom Hocker verdrängen konnte und wollte.

Also: hier jede Menge Filmhits jener Dekaden … in einer gelegentlich wahrlich „knackigen“ Qualität … mit einem gelegentlich bitterem Beigeschmack.

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Titel:

01. Zu schön um wahr zu sein (Teil 1) 29.42
01.01. Willy Fritsch: Bin kein Hauptmann (aus: „Melodie des Herzens“, 1929)
01.02. Lilian Harvey: Das gibt’s nur einmal (aus: „Der Kongreß tanzt“, 1931)
01.03. Jan Kiepura: Ob blond, ob braun (Ich liebe alle Frau’n, 1935)
01.04. Gitta Alpar: Wir sind jung (aus: „Die oder keine“, 1930)
01.05. Anny Ondra & Hans Söhnker: Auf der Rue Madeleine (aus: „Der Unwiderstehliche“)
01.06. Horst Schimmelpfennig: Donkey Serenade (aus: „Tarantella“)
01.07. Victor de Kowa: Guten Morgen, liebe Sonne (aus: Vielleicht war’s nur ein Traum“)
01.08. Marlene Dietrich: Ich bin von Kopf bis Fuß (aus: „Der Blaue Engel“, 1930)
01.09. Pola Negri: Nur eine Stunde (aus: „Mazurka#“, 1935)
01.10. Jenny Jugo: Ich bin lustig (aus: „Pygmalion), 1935)
01.11. Zarah Leander: Nur nicht aus Liebe weinen (aus: „Es war eine rauschende Ballnacht“, 1939)
01.12. Joseph Schmidt: Ein Lied geht um die Welt (aus: „Ein Lied geht um die Welt„, 1933)

02.Zu schön um wahr zu sein (Teil 2) 29.47
02.01. Evelyn Künnecke: Weißt du noch, Liebling
02.02. Willy Fritsch: Warum hat die Adelheid (aus: „Frau am Steuer“, 1939)
02.03. Comedian Harmonists: Kleiner Mann was nun (aus: „Kleiner Mann was nun„, 1933)
02.04. Rudi Schuricke: Stern von Rio (aus: „Stern von Rio“ 1940)
02.05. Wilhelm Strienz: Steig ein in die Gondel (aus: „Casanova heiratet“, 1939)
02.06. Marika Rökk: Lieder, die uns der Zigeuner spielt (aus: „Heißes Blut“, 1936)
02.07. Willi Forst: Ich liebe, du liebst (aus: „Burschenlied aus Heidelberg“)
02.08. Lizzi Waldmüller: Du hast Glück (aus: „Bel Ami“, 1939)
02.09. Richard Tauber: Dein ist mein ganzes Herz (aus: „Land des Lächelns“ 1932)
02.10. Hans Albers: Das ist die Liebe der Matrosen (aus: „Bomben auf Monte Carlo“, 1931) + Flieger, grüß mir die Sonne (aus: „FP 1 antwortet nicht“, 1931)
02.11. Heinz Rühmann & Hertha Feiler: Mir geht’s gut (aus: „Lauter Lügen“, 1938)
02.12. Ilse Werner: Wir machen Musik (aus: „Wir machen Musik„, 1942)
02.13. Will Glahé Orchester; Können sie schon Fernsehen (aus: „Es geht um mein Leben)

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Verschiedene Interpreten – Swing tanzen verboten (Teil 1) (2004)

FrontCover1Das mit dem Jazz im III. Reich ist schon eine recht vertrackte Geschichte, die man schon sehr differenziert betrachten muss, um dem Thema gerecht zu werden.

So beschreibt man es im üppigen Begleitheft diese 4 CD Edition:

„Nachdem die Nationalsozialisten 1933 an die Macht gekommen waren, widmeten sie sich sehr schnell der „Säuberung“ der Kulturszene von sogenannten „artfremden“ Einflüssen. Neben der Malerei, dem Film und Theater begannen die braunen Machthaber, auch alle
Bereiche der Musik und Unterhaltung in ihrem Sinne zu steuern.
Im Würgegriff der nationalsozialistischen Machthaber haben sich inige der großen Musiker, die auf diesen CDs vertreten sind, nicht gebeugt und aus Überzeugung die Musik gespielt, die ihnen und einem aufgeklärten Publikum Spaß machte. Viele dieser standhaften Musikschaffenden haben dafür teuer bezahlen müssen: Emigration
– Folter – Flucht – Tod waren die Folge von unliebsamer politischer Gesinnung, von „falscher“ Religion, Hautfarbe oder Homosexualität.“

Keine Frage, Jazzmusik war grundsätzlich „unerwünschte Musik“, doch dies reichsweit durchzusetzen, war alles andere als leicht. In den großen Metropolen gab es durchaus noch Swing-Tanz-Abende, im ländlichen Raum konnten man die Menschen mit Verboten schon leichter schikanieren.

Das bringt mich zu dem bekanntem Schild „Swing tanzen verboten – Reichskulturkammer“:

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Ein solches Verbotsschild gab es im III. Reich nicht … die Historie, wie sich dieses Schild dennoch als „authentisches“ Schild seinen Namen machte, kann man in dem hochinteressanten Artikel von Bodo Mrozek nachlesen (liegt als pdf Datei bei; Quelle: pophistory.hypotheses.org).

Ich werde diesem Thema in der nächsten Zeit immer wieder mal ansprechen … denn im Laufe der nächsten Zeit sollen hier alle Titel diese 4 CD´s vorgestellt werden. Weiteres Begleitmaterial wird dann jeweils dazugepackt.

Und ja; mich friert es, insbesondere bei jenen Aufnahmen aus dem II. Weltkrieg, als Europa bereits in Schutt und Asche lag … und dann diese Musik … das gleiche gilt allerdings auch für den köstlichen Heinz Rühmann Film „Die Feuerzangenbowle“, der ja 1944 entstand … es gruselt mich …

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Efim Schachtmeister mit seinem Jazz Symphonie Orchester

Titel:
01. Ben Berlin & sein Orchester: Fliegerlied (Zamecnik) (1928) 2.43
02. Paul Godwin & das Künstlerensemble: Das Lied vom Angeln (Kollo) (1926) 3.16
03. Haller Revue Orchester: Komm ins Grüne, Karoline (Kollo/Haller) (1927) 4.44
04. Ludwig Rüth & seine Band: Lassen Sie mal sehn (Shay/Tobias) (1928)   3.02
05. Efim Schachmeister & sein Tanzorchester: Ausgerechnet Bananen (Youmans) (1923) 3.20
06. Emanuel Rambour: Ich bring dich um die Ecke, zum Autobus (Igelhoff/Dehmel) (1938)  2:23
07. Dreigroschenband: Der tanzende Tambourin (Pollo/Ponce) (1928) 3.20
08. Ludwig Rüth & seine Band: Der Duft, der eine schöne Frau begleitet (May) (1928) 3.17
09. Julian Fuhs & sein Orchester: Kannst du Charleston, tanzt du Charleston (Myers) (1926) 2.37
10. Adalbert Lutter & sein Orchester: Fifi (Garcia) (1935)  3.18
11. Kurt Widmann & sein Orchester: Schönes Wetter (Funk/Niepel) (1941) 2.28
12. Dreigroschenband: Der Song von Mandelay (Weill/Brecht) (1929) 3.05
13. Ludwig Rüth & sein Orchester: Czardas, Czardas (Plessow/Halton/Schwenn) (1938) 2.03
14. Adalbert Lutter & sein Orchester: Poor Dinah (Morrow) (1937) 3.22
15. Michael Jary & sein Orchester: Karo-Sieben (Munsonius) (1943) 2.49
16. Willy Berking & sein Orchester: Hexentanz (Winkler/Balz) (1940) 2.29
17. Franz Thon & seine Tanzrhythmiker: Golfstrom (Wernicke) (1941) 2.34
18. Dreigroschenband: Im Radio gibt es heute Tanzmusik (Profes/Beckmann) (1937) 2.54
19. Tanzorchester Oskar Joost: Tanz noch einmal (Radtke) (1939) 2.42
20. Michael Jary & sein Orchester: Fenstergucker (Munsonius) (1940) 2.40
21. Willy Berking & sein Tanzorchester: Ein Stern ist vom Himmel gefallen (Kreuder) (1943)  2.28
22. Willi Stech & sein Orchester: Wir machen Musik (Igelhoff/Steimel) (1944) 2.38
23. Orchester Stan Brenders: Ja und nein (Grothe) (1940) 2.55
24. Orchester Fud Candrix: Mit einer kleinen Melodie (Heinz/Weiss/Pfrötschner) (1940) 2.57
25. Willy Berking & seine Solisten: Legato (Berking) (1944) 2.57

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Verschiedene Interpreten – Programm für Millionen – Original-Dokumentation zum Thema 50 Jahre Deutscher Rundfunk (1973)

FrontCover1Also, wer sich für die Geschichte des deutschen Rundfunks auch nur annähernd interessiert, kommt an dieser Präsentation eigentlich nicht vorbei !

Am 29. Oktober 1923 ging der deutsche Rundfunk seinen Weg in das Land.

Und von daher kam es, dass man dann 1973 – man feierte das 50. Jubiläum – diese aufwendig gestaltete Box auf den Markt brachte.

Und wir hören „wichtige und interessante Höhepunkte aus Rundfunksendungen der Vergangenheit. Zwei Langspielplatten und ein reichbebildertes Beilageheft. Ein radioaktiver Report über ein erregendes Stück Zeitgeschicht 1923 – 1949“.

So kann man es auf der Hülle lesen. Und damit nicht genug … es gibt dann noch als Drauf- bzw. Zugabe eine Bonus-Single mit den Titeln „Liebes altes Dampfradio“ (Bully Buhlan) und „Ti-Pin-Tin“ (Teddy Stauffer mit der Sängerin Rosita Serrano – live in Berlin am 22. November 1938 in Berlin).
Dieses Werk konnte nur entstehen in der Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Rundfunkarchiv“… und die Zusammenstellung (was für eine Wahnsinnsarbeit) lag bei Walter Haas (damals Redakteur des NDR).

Was soll ich da noch schreiben … außer, dass diese Box einfach ne Wucht ist … unglaublich, was hier zusammengetragen wurde (ich hätte die Auswahl nicht treffen wollen).

Zu hören gibt es

Ergreifendes, sportliches, politisches, amüsantes, literarisches aus 5 Jahrzehnten, eine schier unglaubliche Fülle … Prädikat: atemberaubend !

 

Hier ein paar Beispiele aus dem ausführlichem Begleitheft (liegt der Präsentation bei, versteht sich ja von selbst)

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Beispiel02

Beispiel03

Beispiel04

Beispiel05

Beispiel06

Beispiel07

Beispiel08

Titel:

01. 1.Teil: 1923-1930  (27.29)
02. 2.Teil: 1930-1932  (27.10)
03. 3.Teil: 1933-1934  (27.14)
04. 4.Teil: 1935-1949  (28.03)
+
05. Bully Buhlan: Liebes, altes Dampfradio (Jary/Haas) 5.20
06. Teddy Stauffer + Rosita Serrano: Ti-Pi-Tin (Grever) 3.41

Und so schaut dann die Titelliste von Teil 1 aus:

Beispiel11

Der geneigte Leser wird es nachvollziehen, dass ich hier nicht alle Titel abtippen wollte …

Weitere Informationen befinden sich dann im Begleitheft.

Wer hier nicht zuschlägt, dem kann ich auch nicht mehr helfen.

 

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Die Extra Single

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