Verschiedene Interpreten – Hits aus der Flimmerkiste 1 (1978)

FrontCover1Also irgendwie ist mir dieses Amiga-Album sehr sympathisch.

Das hat nicht nur damit zu tun, dass man hier Film-Schlager der Marke Asbach uralt hören kann, sondern dass die Amiga Verantwortlichen hier wohl aus der Not eine Tugend gemacht haben.

Vermutlich hatte meinen keinen Zugang zu den Original-Tonspuren (ich habe keine Ahnung, wo die damals lagerten) und so schnipselte man einfach die Tonspur aus den vorhandenen Filmstreifen heraus.

Und so kann man dann auf der Rückeite der LP-Hülle folgendes lesen:

Bei den auf dieser LP veröffentlichten Titeln handelt es sich um den Original Lichtton aus den genannten Spielfilmen, vereinzelte abrupte Anfänge bzw. Schlüsse ergeben sich aus der Filmhandlung.

Da haben also die Tontechniker der Amiga Studios ganze Arbeit geleistet.

Maria Cebotari

Maria Cebotari

Und so hören wir nun jede Menge Schmachtfetzen, ein paar Frivolitäten (natürlich nur zwischen den Zeilen) und ein Wiederhören mit den damals angesagten Stars.

Als da wären:
Heinz Rühmann, Hans Albers, Marlene Dietrich, Marika Rükk, Johannes Heesters, Hans Moser uviele mehr.

Aber dann auch eher unbekannter Künstler wie: Lilian Harvey, Jan Kiepura oder Margot Hielscher („Frauen sind keine Engel“, wie wahr, wie wahr … kicher).

Hereinspaziert … es ist angerichtet … Vorhang auf für nostalgische Klängen aus einer schaurigen Zeit. Ein Titel wie „Ich bin auf der Welt, um glücklich zu sein“ ist ntaürlich Zynismus pur … für das Jahr 1936.

Man konzipierte dieses Album als Nehrteiler, denn Folge 2 und 3 sind dann auc noch erschienen … spricht wohl dafür, dass für diese „ollen Kamellen“ in der damaligen DDR durchaus auch ein Markt vorhanden war.

Und das Cover ist wirklich Klasse !

Margot Hielscher

Margot Hielscher

Titel:
01. Heinz Rühmann & Hans Albers; Jawoll, meine Herrn (Sommer/Gusch) 2.11
02. Marlene Dietrich: Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt (Hollaender) 1.37
03. Paul Hörbiger: Das muß ein Stück vom Himmel sein (Heymann/Gilbert) 1.37
04. Lilian Harvey: Das gibt’s nur einmal (Heymann/Gilbert) 2.18
05. Hans Albers: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins (Roberts) 1.09
06. Jan Kiepura: Mein Herz ruft nach dir, oh Marita (Stolz/Marischka) 3.34
07. Marika Rökk: Für eine Nacht voller Seligkeit (Kreuder/Schwenn) 1.15
08. Hans Moser:  Reblaus-Lied (Förderl/Marischka) 3.18
09. Lizzi Waldmüller: Laßt den Kopf nicht hängen (Lincke/Bolten-Baeckers) 1.17
10. Joseph Schmidt: Ein Lied geht um die Welt (May/Neubach) 1.50
11. Johannes Heesters: Man müßte Klavier spielen können (Schröder/Beckmann) 2.46
12. Margot Hielscher: Frauen sind keine Engel (Mackeben/Beckmann) 1.11
13. Willi Forst: Ich bin heute ja so verliebt (Schmidt-Gentner/Beckmann) 1.35
14. Ursula Herking & Theo Lingen: Schenk mir doch ein kleines bißchen Liebe (Lincke/Bolten-Baeckers) 1.18
15. Grete Weiser: Ja, ja, das männliche Geschlecht (Grothe/Dehmel) 2.17
16. Hans Moser & Paul Hörbiger: Ich trag‘ im Herzen drin (Profes/Petrak) 2.22
17. Peter Igelhoff: Der Onkel Doktor hat gesagt… (Igelhoff/Richter) 1.45
18. Maria Cebotari: Ich bin auf der Welt, um glücklich zu sein (Mackeben/Beckmann) 2.31
19. Marika Rökk: Sing‘ mit mir (Grothe/Dehmel) 3.17

LabelB1
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Joseph Schmidt

Joseph Schmidt (* 4. März 1904 in Dawideny, österreichisches Kronland Bukowina; † 16. November 1942 im Internierungslager Girenbad oberhalb von Hinwil, Kanton Zürich, Schweiz) war ein österreichischer Opernsänger (lyrischer Tenor). Um 1930 gehörte er zu den bekanntesten Sängern in Deutschland. Nachdem er 1933 als Jude aus Deutschland fliehen musste, gelangte er schließlich in die Schweiz, wo er in einem Lager erkrankte und mangels Hilfeleistungen starb.

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Verschiedene Interpreten – Programm für Millionen – Original-Dokumentation zum Thema 50 Jahre Deutscher Rundfunk (1973)

FrontCover1Also, wer sich für die Geschichte des deutschen Rundfunks auch nur annähernd interessiert, kommt an dieser Präsentation eigentlich nicht vorbei !

Am 29. Oktober 1923 ging der deutsche Rundfunk seinen Weg in das Land.

Und von daher kam es, dass man dann 1973 – man feierte das 50. Jubiläum – diese aufwendig gestaltete Box auf den Markt brachte.

Und wir hören „wichtige und interessante Höhepunkte aus Rundfunksendungen der Vergangenheit. Zwei Langspielplatten und ein reichbebildertes Beilageheft. Ein radioaktiver Report über ein erregendes Stück Zeitgeschicht 1923 – 1949“.

So kann man es auf der Hülle lesen. Und damit nicht genug … es gibt dann noch als Drauf- bzw. Zugabe eine Bonus-Single mit den Titeln „Liebes altes Dampfradio“ (Bully Buhlan) und „Ti-Pin-Tin“ (Teddy Stauffer mit der Sängerin Rosita Serrano – live in Berlin am 22. November 1938 in Berlin).
Dieses Werk konnte nur entstehen in der Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Rundfunkarchiv“… und die Zusammenstellung (was für eine Wahnsinnsarbeit) lag bei Walter Haas (damals Redakteur des NDR).

Was soll ich da noch schreiben … außer, dass diese Box einfach ne Wucht ist … unglaublich, was hier zusammengetragen wurde (ich hätte die Auswahl nicht treffen wollen).

Zu hören gibt es

Ergreifendes, sportliches, politisches, amüsantes, literarisches aus 5 Jahrzehnten, eine schier unglaubliche Fülle … Prädikat: atemberaubend !

 

Hier ein paar Beispiele aus dem ausführlichem Begleitheft (liegt der Präsentation bei, versteht sich ja von selbst)

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Beispiel06

Beispiel07

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Titel:

01. 1.Teil: 1923-1930  (27.29)
02. 2.Teil: 1930-1932  (27.10)
03. 3.Teil: 1933-1934  (27.14)
04. 4.Teil: 1935-1949  (28.03)
+
05. Bully Buhlan: Liebes, altes Dampfradio (Jary/Haas) 5.20
06. Teddy Stauffer + Rosita Serrano: Ti-Pi-Tin (Grever) 3.41

Und so schaut dann die Titelliste von Teil 1 aus:

Beispiel11

Der geneigte Leser wird es nachvollziehen, dass ich hier nicht alle Titel abtippen wollte …

Weitere Informationen befinden sich dann im Begleitheft.

Wer hier nicht zuschlägt, dem kann ich auch nicht mehr helfen.

 

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Die Extra Single

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Zarah Leander – Yes Sir ! (Ende 50er Jahre)

FrontCover1Ein wahrlich schillender Lebenslauf:

Die schwedische Diva mit der Baritonstimme wurde 1936 von der Ufa engagiert, um Marlene Dietrich, die Nazi-Deutschland den Rücken gekehrt hatte, zu ersetzen und der siechen deutschen Filmindustrie einen zugkräftigen Star zu verschaffen. Zarah enttäuschte nicht – ihre Filme zählten mit wenigen Ausnahmen zu den beliebtesten und profitabelsten im Dritten Reich. Sie selbst bekam eine höhere Gage als jedeR andere Ufa-AngestellteR, sogar mehr als Emil Jannings, Hans Albers oder Gustaf Gründgens. Ihre dunkle Stimme, ihr “Kuhgesicht” (Detlev Sierck) und ihr geheimnisvoller, schräg nach oben gerichteter Blick wurden zu ihrer Signatur; sie ließen auf lodernde Sinnlichkeit, verborgene Leidenschaft, unendliche Sehnsucht, Läuterung durch Verzicht – und was die Augen betrifft, starke Kurzsichtigkeit schließen

ZarahLeander01Zarah spielte fast immer die melodramatische Rolle einer glamoureusen, leicht verruchten Schauspielerin oder Sängerin, die sich in der Liebeswahl irrt und den ganzen Film hindurch dafür büssen muss, bis sie schliesslich einem einfacheren Glück und einem geraden, durchschnittlichen Mann nachgibt. Sie verkörpert dadurch beides – die verführerische Femme fatale und die treue, sich aufopfernde Märtyrerin. Ihrem Publikum bot sie einerseits die Möglichkeit zum Phantasieren durch die exotischen Kostüme und Schauplätze ihrer Filme, zugleich aber die Botschaften von Tugend und Durchhaltemoral.

FrauenbildZarah Stina Hedburg wuchs mit vier Brüdern in einer gutbürgerlichen Familie in Karlstad, Schweden, auf. Sie bekam schon mit vier Jahren Klavierunterricht und versuchte 1926 die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule in Stockholm. Sie fällt durch, heiratet den jungen Schauspieler Nils Leander und bekommt zwei Kinder. Die Ehe geht bald schief (Leander ist Trinker), und Zarah tritt 1929 ihr erstes Engagement in einer Unterhaltungsrevue an. Die nächsten fünf Jahre wird sie durch ihre Auftritte in Revuen, Lustspielen und Operetten in ganz Skandinavien berühmt. Der wahre Durchbruch kam 1936 in Wien, wo Zarah in einer neuen Operette einen gefeierten Hollywood-Star vom Typ Garbo spielte. Wegen ihrer dunklen, “unweiblichen” Stimme wurde sie zur Sensation, die auch den deutschen Filmbonzen nicht entging. Sie machten ihr ein grosszügiges Angebot, das Zarah akzeptierte. Nun begann die Ufa einen grossangelegten Werbefeldzug, um Zarah Leander systematisch zum neuen Star des deutschen Films aufzubauen.

ZarahLeander03Bis zu ihrer Rückkehr nach Schweden 1943 spielte Zarah in 10 Filmen der Ufa, darunter “Zu neuen Ufern” und “La Habanera”, beide 1937 unter der Regie von Detlef Sierck (der später in Hollywood als Douglas Sirk mit seinen Melodramen Karriere machte); “Heimat” (1938, Regie Carl Frölich); und drei Filmen unter dem Regisseur Rolf Hansen, “Der Weg ins Freie” (1941), “Die grosse Liebe” (1941/42) und “Damals” (1943). Ihre Lieder (am häufigsten vom schwulen Texter Bruno Balz) – z.B. “Kann denn Liebe Sünde sein?” (1938), “Davon geht die Welt nicht unter” (1942), “Ich weiss, es wird einmal ein Wunder gescheh’n” (1942) – wurden die beliebtesten Schlager der Nazi-Zeit.

Obwohl sie lange wegen ihrer guten Beziehungen zu den Nazis von ihren schwedischen Landsleuten geächtet wurde, gelang Zarah Leander ab den 1950er Jahren ein Comeback als Sängerin und (weniger erfolgreich) als Schauspielerin. Ihre grössten Fans waren wieder Deutsche – vor allem verehrt das schwule Publikum sie, hingerissen von ihrer androgynen Stimme, ihrem exzessiven Stil, opulenten Aussehen und ihrer sinnlichen, offen zur Schau gestellten Sehnsucht. (Quelle: http://www.fembio.org)

ZarahLeander04

Hier einer der unzähligen Zarah Leander LP´s, die als Zusammenstellung auf den Markt kamen.

AriolaFC

Ariola Originalausgabe

Ursprünglich wurde sie auf Ariola Records veröffentlicht (vermutlich Ende der 50er Jahre); mein Exemplar ist eine Ausgabe für den sog. „Europäischen Phonoclub“, der von Bertelsmann ins Leben gerufen wurde.

Schon erstaunlich wie offenherzig und z.T. nicht nur dezent frivol damals gesungen werden konnte („Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben“) … das greift das Thema „Sexualität und Nationalsozialismus“ auf … kulturgeschichtlich ein interessantes Thema … aber das würde hier zu weit führen …

Es bleiben all die Lieder … diverse Schmachtfetzen sind auch dabei … es bleibt mein Grübeln über die Rolle der Zarah Leander im III. Reich … ein heiß diskutiertes Thema übrigens …

„Sie war das große Filmidol im Dritten Reich, besonders Joseph Goebbels verehrte sie. Später wurde sie auch zur Schwulenikone. Die vor 100 Jahren geborene Zarah Leander führte ein widersprüchliches und unangepasstes Leben.“ (Quelle: Stern, 2007)

ZarahLeander05

Besetzung:
Zarah Leander (vocals)
+
FFB Tanzorchester unter der Leitung von Friedrich Schröder, Arna Hülphers, Macky Kaspar, Simon Krapp, Werner Eisbrenner
Orchester Charles Nowa
Die Starlets

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Titel:
01. Yes, Sir ! (Benatzky) 2.17
02. Kann denn Liebe Sünde sein? (Balz/Brühne) 3.01
03. Ein Leben ohne Liebe (Olias/Colpet) 2.32
04. Ich steh´ im Regen (Benatzky) 3.11
05. Nur nicht aus Liebe weinen (Beckmann/Mackeben)
06. Er heißt Waldemar (Balz/Jary) 3.07
07. Davon geht die Welt nicht unter (Balz/Jary) 2.30
08. Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben (Grünwald/Straus) 3.20
09. Ich hab‘ eine tiefe Sehnsucht in mir (Benatzky) 3.52
10. Nachts ging das Telefon (Kollo)
11. Wenn der Herrgott will (Schwabach/Jary) 2.14
12. Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn (Balz/Jary) 3.27

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ZarahLeander02

Ludwig Manfred Lommel – Das Neueste aus Runxendorf (1969)

frontcover1Er galt und gilt vielleicht auch noch als er größte schlesische Humorist im letzten Jahrhundert:

Dem Ludwig Manfred Lommel (* 10. Januar 1891 in Jauer/Niederschlesien; † 19. September 1962 in Bad Nauheim) ) war die Komik keineswegs in die Wiege gelegt:

Geboren am 10. Januar 1891 im schlesischen Jauer, wuchs er in Neukirch an der Katzbach (heute Nowy Kosciol) auf, wo sein Vater eine Tuchfabrik betrieb. Für künstlerische Ambitionen war in dieser Welt kaum Raum, doch während seiner kaufmännischen Ausbildung in Bremen nahm Lommel heimlich Schauspielunterricht. Sehr zum Missfallen des Vaters, der ihn prompt nach Manchester verbannte, wo er in der gestrengen Obhut von väterlichen Geschäftsfreunden weiter lernen und arbeiten sollte. Aber auch hier ließ er sich nicht davon abhalten, nebenher Theater zu spielen, was zum völligen Zerwürfnis mit seinen Eltern führte.

Mittellos reiste er in seine Heimat zurück, wo er sich unter sehr bescheidenen Umständen mit ersten solistischen Auftritten verdingte, wie er später selbst schilderte: „Ganz einfach, ich nahm ein Fahrrad und fuhr damit von Dorf zu Dorf. Ich war mein eigener Plakatankleber, mein eigener Billettverkäufer und Kontrolleur, mein eigener Vorhangzieher und natürlich auch mein eigener Vortragskünstler mit eigenem Repertoire. Zwei Stunden lang musste ich allein das Programm in dem jeweiligen Dorfgasthaus oder Gerichtskretscham bestreiten, bis meine lieben Bauern eingeschlafen waren, sofern das nicht schon beim Hochziehen des Vorhangs der Fall war.“
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Siegfried Klupsch (links) und Ludwig Manfred Lommel in dem Sketch „Pauline im Wohlfahrtsamt“ in der Berliner Scala 1937.

Nach dem ersten Weltkrieg, den Lommel als Offizier der Reserve überstand, versuchte er noch einmal, einem Beruf fernab des Künstlertums nachzugehen und als Weinhändler Fuß zu fassen. Er blieb wohl der bessere Humorist, begann von Neuem zu tingeln und wurde für die Schlesische Funkstunde verpflichtet. Für dieses Engagement erfand er „Runxendorf auf Welle 0,5“, betrieben vom Ehepaar Pauline und Paul Neugebauer und vom Kutscher „Herrmoann“, der auch – wenn nötig – am Klavier begleitete: „Wenn Rom auch nicht an einem Tag erbaut worden ist, so ist Runxendorf doch in einer Nacht entstanden. […] Es ging mir damals nicht gerade gut, als der Breslauer Sender mir eines Abends auftrug, eine ganz neue Sache zu bringen. Das war eine große Chance. Also setzt ich mich noch in derselben Nacht hin, und da fiel mir das alles ein, was Sie als 50. Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr zu Runxendorf kennen. Die Funkleute wollten zuerst gar nicht an das Zeug heran. Aber dann konnte ich auf einmal nicht genug Neuigkeiten aus Runxendorf fabrizieren.“

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Dieser Fantasieort Runxendorf mit seinen teils autobiographisch beeinflussten Geschichten und Gesichtern – wie dem Kantor Stockschnupfen oder dem Baron Rülps von Kullrich – wurde zu Lommels Dauerbrenner. In den Hörspielen, die als Mehrpersonensketche angelegt waren, lieh Lommel bis zu zwölf verschiedenen Figuren seine wandlungsfähige Stimme. Seine Fähigkeiten ließen ihn nach dem Funkdebüt 1924 zu einem der beliebtesten Humoristen des Radios aufsteigen.

1927 folgten die ersten von zahlreichen Schallplattenaufnahmen, hier wie auf Live-Tourneen gab bis zu seinem frühen Tod Siegfried Klupsch den Klavierbegleiter und Herrmoann.

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Filmbildkarten aus den 30er Jahren

Lommels Karriere führte ihn auf Gastspielreisen durch zahlreiche Städte Deutschlands bis nach Berlin, wo er an verschiedenen Theatern tätig war. Auch die Filmbranche wurde vorstellig und engagierte ihn allein bis zum Kriegsende für zwölf Streifen, darunter vier Spielfilme. Er betätigte sich als Autor, ab September 1938 auch als Theaterleiter am Großen Lustspielhaus in der Friedrichstraße.

In der Nachkriegszeit engagierte sich Lommel in besonderer Weise für seine heimatvertriebenen schlesischen Landsleute. Er war stolz, als ihm Bundespräsident Theoder Heuss Mitte 1956 für seine „Lommel-Hilfe“ das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verlieh. Sein Name zog nachwievor, seine Auftritte waren bestens besucht: Er gastierte als „Hauptmann von Köpenick“ an mehreren deutschen Bühnen, trat im Zirkus auf, kam mit der „Christel von der Post“ (1956) noch einmal auf die Leinwand und arbeitete für viele deutsche Rundfunksender

Während einer seiner Gastspielreisen starb Ludwig Manfred Lommel am 19. September 1962 in Bad Nauheim. Lommel war zweimal verheiratet und hatte fünf Kinder, die teils in künstlerischen Berufen die Familientradition eines großen Humoristen fortführten … .(Josef Westner)

Und das waren dann:
Hans (1916–2000)
Ruth Lommel (1918–2012) war Schauspielerin
Werner (1922–1944), im Zweiten Weltkrieg hingerichtet
Ulli Lommel (* 1944) ist Schauspieler und Regisseur
Manuel Lommel (* 1949) ist Kameramann

Und hier hören wir zum einen das keifende Ehepaar Paul und Pauline Neugebauer, aber wir hören auch den die Obrigkeiten und auch das Militär verulkenden Lommel  … von daher ist er einer jener „anarchistischen“ Unterhaltungskünstler der 30er Jahren … der wohl als Mitläufer den Nationalsozialismus überlebt hat ….

Und wir hören diesen gewaltigen Stimmakrobaten Lommel … teilweise unglaublich (z.B bei „Meinen sie nicht, daß das stört“ dem definitiven Höhepunktes dieser Doppel-LP)

Und auch wenn er nicht ganz an dem Karl Valentin herankommt … der Humor des Ludwig Manfred Lommel – auch wenn man ihn erstmal als „antiquiert“ abtun könnte – hat was zeitloses.

Die Aufnahmen entstanden zwischen 1928 und der Mitte dreißiger Jahre … und das feine Album stammt aus der Schallplattensammlung meines Vaters.

Und daher, eignet sich dieses Doppelalbum ganz gut … die Faschings und Karnevalszeit ausklingen zu lassen …

Und morgen beginnt dann die Fastenzeit, die wir hier in Bayern gerne mit Starkbier zelebrieren.

schellack

Schellack-Aufnahmen aus den 30er Jahren

 Besetzung:
Ludwig Manfred Lommel (Sprecher bei allen Rollen)
+
Siegfried Klupsch (piano)
Werner König (piano)
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Titel:
01. Lachen in Runxendorf  6.09
02. Ärger mit dem Finanzamt 5.39
03. Pauline als Sekretärin 6.14
04. Pauline und der Kirschkuchen 3.00
05. Pauline geht schlafen 2.45
06. Neugebauer am Fahrkartenschalter 4.49
07. Neuestes aus Runxendorf  5.51
08. Dr. Paul Neugebauer hat Sprechstunde  5.31
09. Garnison Runxendorf 5.23
10. Pauline und die Gallenverkalkung 5.35
11. Lommels neueste Erfindung und sein Brief an Lehrer Stockschnupfen 5.16
12. Mein früherer Beruf 3.48
13. Pauline lernt schwimmen 6.08
14. Probesingen in Runxendorf 7.18
15. Pauline läßt sich scheiden 6.47
16. Meinen sie nicht, daß das stört 6.17
17. Bahnhof Runxendorf  5.31
18. Treibjagd in Runxendorf  5.59
19. Neugebauers hören Radio 5.24
20. Auf einer Bank 2.40
21. Und das war Pauline 3.10
22. Mir ist schon alles ganz egal 3.35
Texte: Ludwig Manfred Lommel
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Otto Reutter verfasste folgende Zeilen über Ludwig Manfred Lommel:

„Ihr saht den Lommel oft am Mikrophone stehen.
Der Hörer hört ihn, ohne ihn zu sehen.
Doch seine Neider verfolgen ihn mit Flüchen,
sie könn’n ihn – weder seh’n noch hör’n, sie könn’n ihn nicht ‘mal riechen.
Eins möcht‘ gern Prosa, das andre schätzt ein Liedchen.
Es ist unmöglich, alle zu befried’gen,
drum freut er sich, wenn jetzt Applaus ausbricht, –
bei uns am Rundfunk hört man’s leider nicht.“