Karl Münchinger + Stuttgarter Kammerorchester – Brandenburgische Konzerte Nr. 3 und 5 (Bach) (1961)

FrontCover1Ich kann mir einfach nicht helfen … von den „Brandenburgischen Konzerten“ krieg ich einfach nicht genug:

Die Brandenburgischen Konzerte sind eine Gruppe von sechs Instrumentalkonzerten von Johann Sebastian Bach (BWV 1046–1051). Die erhaltene Partitur von 1721 ist dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt (1677–1734) gewidmet, den Bach im Winter 1718/1719 in Berlin kennengelernt hatte.

Der Titel Brandenburgische Konzerte wurde von Philipp Spitta in seiner 1873–1879 verfassten Bach-Biografie geprägt und hat sich heute allgemein durchgesetzt. Bachs Originaltitel lautet „Sechs Konzerte mit mehreren Instrumenten“, auf französisch:

Six Concerts Avec plusieurs Instruments.
Dediées A Son Altesse Royalle Monsigneur
CRETIEN LOUIS. Marggraf de Brandenbourg &c:&c:&c:
par Son tres-humble & tres obeissant Serviteur
Jean Sebastien Bach, Maitre de Chapelle de S. A. S.
Prince regnant d’Anhalt-Coethen.

Auf der Rückseite des Titelblatts folgt eine Widmung an den Markgrafen, ebenfalls in französischer Sprache.

Christian Ludwig, Markgraf von Brandenburg-Schwedt

Christian Ludwig, Markgraf von Brandenburg-Schwedt

Christian Ludwig, Markgraf von Brandenburg-Schwedt

Die sechs Konzerte weisen eine hohe stilistische und strukturelle Vielfalt auf. In ihrer Mischung der verschiedenen historischen und zukunftsweisenden Elemente bilden sie eine persönliche und trotzdem allgemeingültige Ausdrucksform.

Als Bach 1721 die Partitur der sechs Konzerte an den Markgrafen von Brandenburg-Schwedt schickte, hatte er die Werke zu diesem Anlass nicht eigens komponiert. Vielmehr hatte Bach die Sammlung aus Kompositionen zusammengestellt, die nicht alle erst in Köthen, sondern zum Teil wohl bereits in seiner Weimarer Amtszeit (1708–1717) entstanden waren.

Es ist davon auszugehen, dass Bach die am Köthener Hof entstandenen Werke nur mit Erlaubnis seines Arbeitgebers Fürst Leopold einem anderen Fürsten widmen durfte. Doch besteht kein Grund, an dessen Einverständnis zu zweifeln – von ihm kann sogar die Initiative ausgegangen sein, da er nur ein halbes Jahr zuvor dem Fürsten schon einen kristallenen Kronleuchter hatte überreichen lassen.

In Köthen begann Bach, seine Kompositionen zu umfangreichen Zyklen zusammenzustellen, die Ordnungsprinzipien folgten, wie etwa planvolle Abfolgen von Tonarten oder Einzelsätzen – Beispiele sind das Wohltemperierte Clavier oder die Englischen und Französischen Suiten. Von einer derartigen durchgehenden Gestaltung eines Zyklus ist bei den Brandenburgischen Konzerten aber noch nichts zu bemerken – außer in dem Bestreben, jedes damals gängige Instrument mit einer – in vielen Fällen auch solistischen – Partie zu bedenken.

Von fünf der Konzerte sind Abschriften unabhängig von der Widmungspartitur erhalten; keine davon enthält aber mehrere Werke. Man darf davon ausgehen, dass Bach die Sammlung nur für die Widmungspartitur zusammenstellte und die Einzelkonzerte weder davor noch danach als zusammengehörig betrachtete. Die Konzerte bilden also nur eine lose Sammlung ohne jeden Versuch einer weiteren Gestaltung als eine Gesamtheit – Bach wäre es wohl nicht in den Sinn gekommen, die Konzerte zusammen aufzuführen.

Umgekehrt zeigt sich Bachs sorgfältige Arbeit und damit die Wertschätzung, die er den Konzerten entgegenbrachte, in der Überarbeitung vieler Details der zugrundeliegenden Partituren – etwa die feine Differenzierung der Partien von Violoncello, Violone und Continuo, die er oft mit getrennten Stimmen bedenkt. Auch die gründliche Schreibweise der Partitur lässt sein Engagement für das Werk deutlich erkennen: Die Taktstriche sind fast ausnahmslos mit dem Lineal gezogen. Bach mag sich von der Widmung den Titel eines Hofkapellmeisters und die damit verbundenen lukrativen Kompositionsaufträge versprochen haben.

Neben dem Widmungsexemplar besaß Bach von den einzelnen Konzerten auch Kompositionspartituren, die er in einigen Fällen für spätere Fassungen, etwa als Einleitungssinfonien in Kantaten, nutzte. Keine dieser Kompositionspartituren ist erhalten. Indizien sprechen dafür, dass sein Sohn Carl Philipp Emanuel von einigen Konzerten Abschriften besaß und diese Musik in Berlin bekannt machte. Die Widmungspartitur lag zunächst bis 1850 unentdeckt in der Bibliothek des Markgrafen von Brandenburg-Schwedt und dann in der Königlichen Bibliothek in Berlin (heute Staatsbibliothek zu Berlin). Sie wurde erst bei Erscheinen der Bach-Gesamtausgabe allgemein bekannt. (Quelle: wikipedia)

Briefmarke

Hier eine Einspielung von Karl Münchinger:

Karl Münchinger (* 29. Mai 1915 in Stuttgart; † 13. März 1990 ebenda) war ein deutscher Dirigent.

Karl Münchinger studierte nach jugendlichem Violinunterricht Orchesterleitung bei Carl Leonhardt an der Musikhochschule Stuttgart und arbeitete an der Stuttgarter Marienkirche als Chorleiter und Organist. Nach anschließenden Dirigierstudien bei Hermann Abendroth am Leipziger Konservatorium und Sommerkursen bei Clemens Krauss verhalf ihm die Unterstützung Wilhelm Furtwänglers zur Leitung des Niedersächsischen Symphonieorchesters Hannover (1941–1943). Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft gründete er aus eigener Initiative heraus 1945 das Stuttgarter Kammerorchester, das er rasch zu internationalem Ansehen brachte und bis 1987 leitete. 1953 erhielt Karl Münchinger den Professorentitel des Landes Baden-Württemberg und das Großkreuz der Bundesrepublik Deutschland, »in Anerkennung seiner künstlerischen Verdienste«.

Karl Münchinger

Auch wenn Münchinger nicht zu den Verfechtern der historischen Aufführungspraxis gehörte, vertrat er von Anbeginn an ein von romantischen Vorstellungen befreites und entschlacktes Klangbild. Geringstimmige Besetzungen, rigorose Einhaltung von Tempovorgaben sowie stilistische und interpretatorische Maßgaben der Komponisten galten ihm als Leitfäden seiner Interpretationen, die durchweg von einem transparenten und homogen schlanken Klangbild geprägt waren.

Der Name Münchinger wurde rasch zum Synonym für exemplarische (d. h. anti-romantische) Interpretationen der Orchesterwerke Johann Sebastian Bachs. Die Grundpfeiler der Arbeit mit dem Stuttgarter Kammerorchester bildeten ein weit gefächertes Repertoire frühbarocker und barocker Kompositionen, von denen zahlreiche Schallplattenaufnahmen mit nationalen wie internationalen Preisen bedacht wurden.

Inlets

Die Innenhüllen dieser 10″ LP

In der unmittelbaren Nachkriegszeit standen zudem verstärkt Kompositionen zeitgenössischer Komponisten auf den Konzertprogrammen. Erst zu Beginn der 1960er Jahre wurde das Barock-Repertoire um Kompositionen der Wiener Klassik erweitert; dazu gründete Münchinger 1966 die Klassische Philharmonie Stuttgart. Seither wurde er auch verstärkt als Dirigent ins europäische Ausland und in die USA verpflichtet. (Quelle: wikipedia)

Bonn, Konzert Landesvertretung Baden-Württemberg

Das Stuttgarter Kammerorchester mit Karl Münchinger

Und, schon irgendwie witzig … es war nicht mein bildungsbürgerliches Elternhaus, das mir diese Konzertreihe nahegebracht hat, nein es war ein gewisser Mr. Keith Emerson mit der Gruppe „The Nice“ der mich mit seiner Version des Allegros (3. Konzert) angefixt hat … und seitdem krieg ich eben nicht genug davon.

Keith Emerson

Keith Emerson (einfach weil er für mich stilprägend war)

Besetzung:
Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Karl Münchinger

BackCover1.JPG

Titel:

Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur:
01. Allegro 10.43
02. Affetuoso 5.37
03. Allegro  5.49

Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-dur:
04. Allegro 6.33
05. Adagio – Allegro 3.58

Kompositionen: Johann Sebastian Bach

LabelB1

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AlternativesFrontCover

Vermutlich das Cover der Originalausgabe (irgendwann in den 50er Jahren)

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Peter Alexander – Peter Alexander (1964)

FrontCover1.JPGEinerseits so ein Billig-Sampler aus den 60er Jahren, andererseits dennoch ganz interessant:

Peter Alexander, eigentlich Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer, seit Mitte der 1970er Jahre auch Peter der Große genannt, (* 30. Juni 1926 in Wien; † 12. Februar 2011 ebenda) war ein österreichischer Sänger, Schauspieler und Entertainer. Von Mitte der 1950er bis Mitte der 1990er-Jahre gehörte er zu den populärsten Unterhaltungskünstlern im deutschsprachigen Raum.

Peter Alexander war Sohn des Bankrates Anton Neumayer (1900–1947) und dessen Ehefrau Bertha, geb. Wenzlick (1896–1987), Tochter eines Musikalienhändlers aus Pilsen; die Eltern wohnten 1926 in Wien 9., Sechsschimmelgasse 4.[2] Bereits während seiner Schulzeit zeigte sich Alexanders Hang zum Parodieren. Nach dem Besuch der Volksschule wechselte er auf das humanistische Gymnasium in Döbling (19. Bezirk), das er jedoch wegen diverser Streiche per Schulverweis vorzeitig verlassen musste. Daraufhin schickte ihn sein Vater nach Znaim, wo Alexander 1944 kriegsbedingt per Notabitur die Matura ablegte. Peter Alexander widmete der Zeit, als sein Vater seine Mutter kennenlernte, das Lied „Wie Böhmen noch bei Österreich war“. Im selben Jahr wurde er Flakhelfer, kam danach zum Arbeitsdienst nach Breslau und meldete sich auf seine Einberufung hin schließlich zur Kriegsmarine. 1945 geriet er in britische Kriegsgefangenschaft. Die Monate in nach seiner eigenen Aussage „vier oder fünf Gefangenenlagern in Ostfriesland“[3] nutzte er, um seine Talente in Form von Theaterabenden (unter anderem Aufführungen des Dramas Jedermann von Hugo von Hofmannsthal) oder musikalischen Improvisationen zu erproben.

Peter Alexander 1952.jpg

Peter Alexander mit Erni Bieler (1952)

Zurück in Wien, 1946, sollte Alexander nach dem Willen seiner Eltern ein Studium der Medizin beginnen und immatrikulierte an der Universität Wien, besuchte aber nur eine Vorlesung. Er wollte Schauspieler werden, strebte ein Engagement am Burgtheater in Wien an und absolvierte daher eine Schauspiel-Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, die er 1948 mit Auszeichnung abschloss. (1947 war sein Vater gestorben.) Dabei nannte er sich erstmals unter Weglassung aller weiteren Namen (Maximilian Ferdinand Neumayer) nur noch „Peter Alexander“. Zu seiner Klasse gehörten unter anderem Ernst Stankovski, Erwin Strahl und Gerhard Riedmann. Schon hier zeichnete sich ab, dass Alexander eher für das komödiantische Fach bestimmt war. Er brachte sich Gesang und Klavierspiel autodidaktisch bei. So trat er etwa 1949 gemeinsam mit Waltraut Haas in Ludwig Schmidseders Operette Abschiedswalzer im Wiener Bürgertheater auf.[4] Seit den Nachkriegsjahren verehrte er Frank Sinatra, den er 1950in London zum ersten Mal sah. Sodann wandte er sich von seiner Idee, ein Engagement am Burgtheater zu erreichen, ab und strebte Entertainment, Gesang, Orchester und Jazz an.

Peter Alexander50erJahre

Bereits 1951 erschien bei der Plattenfirma Austrophon Alexanders erste Schallplatte („Das machen nur die Beine von Dolores“). 1953 wechselte er zu Polydor, wo das Erfolgsduo Kurt Feltz und Heinz Gietz viele Lieder für ihn schrieb. Für Polydor nahm Alexander nicht nur Schlager, sondern auch mit großem Erfolg Operettenquerschnitte, jeweils dirigiert von Franz Marszalek, auf. Hier waren Sängerinnen wie Herta Talmar, Renate Holm und Rita Bartos seine Partnerinnen. Im selben Jahr gewann er auch den Münchner Schlagerwettbewerb. Ende 1965 schließlich ging er zu Ariola. (Quelle: wikipedia)

Peter Alexander50erJahre2Soweit ein paar Infors zu seinen Anfängen. Und genau davon handelt diese LP. Sie enthält nämlich Lieder vom Peter Alexander aus den 50er Jahren …

Un deshalb heißt dieses Album in einer Pressung des Schallplattengilde Gutenberg auch „Seine ersten Erfolge“.

Und das geht schon mit „La Bella Musica“, einer ersten Single aus dem Jahr 1951.

Und dann geht´s quasi Schlag auf Schlag … heitere, kitschige und mit viel Fernweh garnierte Schlager … wobei da der Pter Alexander eigentlich an diese Schlagertradtion der 20er und 30er Jahre anknüpfen möchte und auch anknüpfen kann. Begleitet wird er dabei von diversen Orchestern und Gesangs-Ensembles mit so feinen Namen wie „Die Shunshines“ oder „Das Cornel Trio“.

Und nachdem mir diese Dekaden musikalische gelegentlich ganz gelegen kommen, so gilt dies dann daher auch für diesen billigen Sampler … erschienen auf dem Elite Label aus der Schweiz.

Sehnsuchtsmelodien … denn auch diese gehören zu unserem Leben … Und natüröoch ist der Peter Alexander schon damals ein Schmeichler und Charmeur gewesen …. und wenn er dann singt:

Ein Musikus, ein Musikus
Weis immer was er spielen muss
Und wenn er schöne Frauen sieht
Spielt er ein Liebeslied

Mal spielt er laut, mal spielt er zart
Er spielt auf ganz verschied?ne Art
Und wenn er schöne Frauen sieht
Spielt er ein Liebeslied

Er träumt, dass ihm die Schönen
Mit Küssen verwöhnen
Doch schenken sie statt Küsse
Doch leider nur ihr Ohr

hach … dann wird er mir fast sympathisch …

Peter Alexander50erJahre3.jpg

Besetzung:
Peter Alexander (vocals)
+
Peter Cramer Orchester bei 06.)
Orchester Karl Loubé (bei 01., 02., 04.)
Comedien-Quartett (bei 03. + 11.)
Metropol-Tanzorchester (bei 03.. 07., 09. – 11.)
Österreichische Rundfunk-Tanzorchester unter der Leitung von E. Halletz (bei 05.
Die Sunshines (bei o8.)
Kölner Tanz- und Unterhaltungsorchester unter der Leitung von A. Luczkowski (bei 08.
Das Cornel-Trio (bei 09.)

BackCover1

Titel:
01. La Bella Musica (Werner/Fontenoy) 2.56
02. Ich küsse ihre Hand, Madame (Rotter/Erwin) 2.55
03. Die Frau kommt direkt aus Spanien (Hoff/Zeisner) 2.45
04. Das machen nur die Beine von Dolores (Balz/Hary) 3.02
05, Jede Frau in Bogotá (Meder/Lang) 3.01
06. Ein Italiano (Werner/Maluck) 2.55
07. Ein Musikus, ein Musikus (Gaze/Feltz) 2.50
08. In Sorrent (Hiller/Scharfenberger) 3.24
09. Wo am Weg die Äpfel reifen (Hoff/Fiedler/Petrak/Harden) 2.49
10. Isabella (Hoff/Halletz) 3.03
11. Ich lieb dich so, wie du bist (Hoff/Heisterkamp) 3.04

LabelB1

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Sebastiano Gianni + Felix Schröder – Träumereien am Kamin (Ende der 50er Jahre)

FrontCover1Der gute alte Bertelsmann Schallplattenring möchte man nostalgisch gestimmt ausrufen.

Und ganz sicher hat diese Initiative der Bertelsmänner die musikalischen Ambitionen „der Deutschen“ in den 50er und 60er Jahren entscheidend geprägt.

Hier eine dieser kleinen Scheiben, die zwar im Single-Format daherkamen, die man aber dennoch als „Langspielplatte“ bezeichnete, die mit 45 U/min abzuspielen war.

Geboten wird durchaus anspruchsvolles, denn für die träumerein am Kamin bediente man sich Klassiker der romantischen Klassik und durch die sparsame Instrumentierung (Klavier und Violoncello) kommen diese Instrumente so richtig tragen … was insbesondere für das Violoncello gilt … so entstanden wirklich intensive Momente.

Warum allerdings auf der Rückseite die Sänger Rudolf Schock und Renate Holm abgebildet wurden, ist erstmal völlig unverständlich, denn beide haben mit dieser EP so gar nichts zu tun. Es sind schlicht und ergreifend Instrumentalaufnahmen.

Warnhinweis

Und wirklich nett und drollig lesen sich heute diese „Bedienungshinweise“ für den sachgerechten Gebrauch dieser „Langspielplatte …

Und wie so oft bei Schallplatten dieser Zeit fehlt auf dem Cover das Jahr der Veröffentlichung und auf die schnelle habe ich auch keine weiteren Informationen auftreiben können: Ich tippe also mal auf Ende der 50er Jahre …

Besetzung:
Sebastiano Gianni (violoncello)
Felix Schröder (piano)

BackCover1

Titel:
01. Träumerei (Schumann) 2.44
02. Ave Maria (Schubert) 3.02
03. Berceuse (Godard) 3.33
04. Wiegenlied (Brahms) 2.08

LabelA1

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Heinz Hoppe – Du bist die Welt für mich (1979)

Jetzt mal ein kleiner Ausflug in die wunderbare Welt der Operette und da war der Heinz Hoppe lange Zeit ein der ganz erfolgreichen Sänger in Deutschland:

Heinz Hoppe (* 26. Januar 1924 in Saerbeck; † 7. April 1993 in Mannheim) war ein deutscher Opern-, Lied- und Operettensänger (Tenor).

Heinz Hoppe war einer der bekanntesten und meistbeschäftigten Tenöre seiner Zeit. Er wuchs in der Bauerschaft Middendorf im Münsterland auf. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges kämpfte er an der Ostfront und kehrte erst 1948 aus sowjetischer Gefangenschaft in seine Heimat zurück. Er hegte schon früh den Wunsch, Sänger zu werden.

Sein Gesangsdebüt gab er 1953 als Xerxes in Georg Friedrich Händels gleichnamiger Oper an den Städtischen Bühnen Münster, wo er mit seiner Tenorstimme mit baritonaler Färbung bald Furore machte. So erhielt er bereits 1955 ein festes Engagement am Staatstheater Bremen, ab 1956 gehörte er dem Ensemble der Hamburgischen Staatsoper an. Hoppe gab Gastspiele in Frankfurt und München und avancierte bald zum gefeierten Star an den größten Opernhäusern der Welt. Er sang in Paris, an der Metropolitan Opera in New York, an der Scala in Mailand, in Madrid, Lissabon und vielen anderen Orten. Später folgten Konzerte und Oratorien an allen bedeutenden Aufführungsstätten Europas.

HeinzHoppe11962 ernannte ihn der Hamburger Senat in Anbetracht seiner künstlerischen Leistungen zum Kammersänger – er war damit der jüngste Sänger Deutschlands, der sich dieses Titels erfreuen durfte. Die Staatliche Hochschule für Musik in Heidelberg-Mannheim ernannte ihn zum Professor für Sologesang und zum Leiter der Opernschule. Neben dem klassischen Opernfach mit einer Vorliebe für Mozart-Partien beherrschte er auch Operette und Liedgesang. Als Liedinterpret trat Hoppe gemeinsam mit dem Pianisten Sebastian Peschko hervor.

Darüber hinaus wirkte Hoppe bei zahlreichen Opern- und Operettenaufzeichnungen sowie bei über 200 Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen mit. Seine Operettenaufnahmen entstanden vor allem beim NDR Hamburg und Hannover; später arbeitete Hoppe auch mit dem Dirigenten Franz Marszalek zusammen, der ihn bei der Firma Polydor mit der Sopranistin Ingeborg Hallstein koppelte. In mehreren Ausgaben von Heinz Schenks Unterhaltungsshow Zum Blauen Bock trat Hoppe als Stammgast auf.

Am 7. April 1993 erlag er in einer Klinik in Mannheim den Folgen einer Operation. (Quelle: wikipedia)

Nachdem sich mir die Welt der Operette bis heute nicht wirklich zugänglich ist, entfällt meine Kommentierung zu diesen Aufnahmen … aber, wer mag kann sich daran gerne erlaben …

Bei  den gelegentlichen klanglichen Holprigkeiten bitte ich um Nachsicht: Der Zahn der Zeit

 

HoppeHallstein

Ingeborg Hallstein + Heinz Hoppe

Besetzung:
Heinz Hoppe (vocals)
+
Chor und großes Orchester unter der Leitung von Franz Marszalek und Curt Cremer
+
Ingeborg Hallstein (vocals bei 04. + 09.)
Rita Bartos (vocals bei 12.)

BackCover1

Titel:
01. Du bist die Welt für mich (Tauber/Marischka) 3.27
02. Wolga-Lied (Lehar/Jenbach/Reichert) 4.16
03. Zwei Märchenaugen (Kálmán/Brammer/Grünwald) 3.35
04. Es lockt die Nacht (Millöcker/Mackeben/Knepler) 3.16
05. O Rose von Stambul (Fall/Brammer/Grünwald) 3.07
06. Leise erklingen Glocken vom Campanule (Kattnigg/Kahr/Hardt-Warden) 3.09
07. DEin ist mein ganzes Herz (Lehár/Léon/Herzer/Löhner) 3.20
08. Gern hab´ ich die Frau´n geküßt (Lehár/Knepler/Jenbach) 3.35
09. Niemand liebt dich so wie ich (Lehár/Knepler/Jenbach) 4.52
10. Isola bella (Lincke/Bolten-Baeckers) 3.26
11. Dunkelrote Rosen (Millöcker/Friedrich-Zell/Genée/Knepler) 2.27
12. Ninana (Strauß/Friedrih-Zell/Genée) 2.25

LabelA1
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Verschiedene Interpreten – Formation 60 – Modern Jazz From Eastern Germany AMIGA 1957-69 (1998)

FrontCover1.jpgEin nicht nur rarer, sondern vor allem sehr spannender Sampler ist dieses „Formation 60“ Album. Enthält es doch exemplarische Beispiele für den DDR-Jazz der Jahre 1957 – 1969, also aus jenen Jahren, in denen es gar nicht so einfach war, in der DDR Jazz zu fabrizieren.

„Seitens der DDR-Staatsführung wurde der Jazz aufgrund seiner US-amerikanischen Wurzeln immer skeptischer gesehen. Ende 1950 erhielt Heinz Kretzschmar mit seinem Tentett ein Berufsverbot, weil ihre Musikausübung kulturfeindlich wäre und die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährde.Karlheinz Drechsel wurde wegen seiner Vorliebe für den Jazz 1952 als Mitarbeiter des Rundfunks der DDR entlassen und konnte erst 1958 wieder Jazzsendungen gestalten. Der Gründer des Jazzkreises Leipzig, Reginald Rudorf, hielt gut besuchte Vorträge über Jazz ab, die auch die Kultur der USA beleuchteten. Doch sie wurden durch Störaktionen der Staatssicherheit unterbunden. Auch die Dresdner Interessengemeinschaft Jazz wurde 1957 im Zusammenhang mit dem Prozess gegen den vom Regime als Spion verdächtigten Rudorf verboten“ (Quelle: wikipedia)

Umso mehr kann man sich daher an an diesem Album erfeuen, denn es lässt sich einfach feststellen, dass hier wirkliche Meister ihres Fachs am Werke waren. Auch heute noch klingen die Aufnahmen und Kompositionen überraschend facettenreich, vielfältig und enorm intensiv.

TobyFischelscher

Toby Fichelscher

So gesehen ist dieser Sampler ein ahrlich echtes Apptetithäppchen, um sich intensiver mit jenem Jazz hinter dem „eisernen Vorhang“ zu beschäftigen. Ein wahrlich lohnenswertes Thema !

Uli Turkowski, Horst Kruger - Modern Jazz Big Band 65.jpg

Uli Turkowski, Horst Kruger – Modern Jazz Big Band 65

Titel:
01. Manfred-Ludwig Sextett: Zwielicht (Walther) 2.47
02. Toby Fichelscher & Güntar Wilk: On Chano’s Track (Fichelscher) 3.11
03. Manfred-Ludwig Sextett: Skandinavia (Weise) 2.45
04. Michael Fritzen Quartett: Rien (Fritzen) 3.04
05. Orchester Klaus Lenz: Zottos (Gleichmann) 3.19
06. Volkmar Schmidt Combo: Episode (Schmidt) 5.04
07.  Manfred-Ludwig Sextett: Gral (Petrowsky) 2:28
08. Theo Schumann Combo: Karawane (Schumann) 2.34
09. Werner Pfüller Quintett: Good Bait (Bassie) 2.42
10. Modern Jazz Big Band 65: – Kleines Lied für Eric (Lenz) 4.28

CD1

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Booklet

Verschiedene Interpreten – Rund um´s Hofbräuhaus (1955)

FrontCover1So, bevor ich nun den Koffer packe … hier noch ein kleiner musikalischer Gruß aus München:

Eine 10 “ Scheibe, justament aus dem Jahr 1955 .. jenem Jahr, als ich das Licht der Welt erblickte …

„Rund um´s Hofbräuhaus“ … was kann man da erwarten:

Nun ja, jene folkloristische Musik, die Touristen von Hamburg bis Japan die Tränen in die Augen treibt … wobei vermutlich diese Gefühlswallungen in Beziehungen stehen … wieviele Maß man intus hat.

Wir hören den frühen Max Greger, wie hören Jodelmusik und wir hören den legendären Weiß Ferdel mit seinem Klassiker „Ein Wagen der Linie 8“ … ich kann mich heute noch köstlich über dieses urtypische Münchner Lied aus dem Jahr 1948 erfreuen.

Single1948

Besetzung:

Max Greger und seine Münchner Musikanten

Alfons Bauer mit seinem Orchester;
Alfons Bauer (zither)
Michel Berger (vocals)
Loni Heumann (vocals)

Weiß Ferdl

 Jodel-Duo Geschwister Fahrnberger

Rudi Knabl und seine Volksmusikanten

Bauernkapelle Radio Vorarlberg

Rudi Knabl + Anni Fahrnberger:
Anni Fahrnberger (vocals)
Rudi Knabl (zither)

BackCover1

Titel:
01. Max Greger und seine Münchner Musikanten: Bayrisches Bilderbuch 3.37
02.Alfons Bauer mit seinem Orchester: Almenrausch und Edelweiss 3.44
03. Weiß Ferdl: Ein Wagen der Linie 8 (Ritt/Ferdl) 7.05
04. Jodel-Duo Geschwister Fahrnberger; Jodelpost 3.13
05. Rudi Knabl und seine Volksmusikanten: Alt-bayrischer Ländler 2.44
06. Bauernkapelle Radio Vorarlberg; Erzherzog Johann-Jodler 3.04
07. Rudi Knabl + Anni Fahrnberger: Bayrisches Bilderbuch 3.14
+
08.  Weiß Ferdl: Ein Wagen von der Linie 8 (Originalversion 1948) (Ritt/Ferdl) 9.39

LabelB1

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Verschiedene Interpreten – Weißt Du noch (70er Jahre)

FrontCover1Also, dieser Sampler, der unter dem Motto „Das teuerste Programm der Welt“ vermarktet wurde, ist schon eine besonders drollige Angelegenheit.

Das Album enthält „Goldene Schallplatten und Super-Oldies der 50er- und 60er Jahre“ und dabei ist eine höchst skurille Mixtur aus unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen entstanden.

Da ist zum einen das höchst laszive „Fever“ von Peggy Lee zu geniessen, um anschließend den albernen Fred Bertelmann mit seinem „Singenden Vagagund“ zu hören.

Im Prinzip hören wir hier eben jede Menge jener Lieder, die sich oftmals ins kollektive Gedächtnis eingeprägt haben wie z.B. „Milord“ von Edith Piaf oder „Ein Schiff wird kommen“ (Lale Andersen)

Aber dann auch Knaller wie den „Babysitter-Boogie“ (von dem unvergessenem Ralf Bendix) oder gar das exotische, weil aus Japan stammende „Sukiyaki“ Lied.

Ach … es gäbe ja so viel zu schreiben, zu vielen Liedern gäbe es zu viele persönliche Geschichten …

Aber, die Macher dieser LP schwankten wohl ein wenig hin und her: So etliche der Lieder (oder auch Schmachtfetzen) waren alles andere als Hits … Wer kennt z.B. die Chaplin Komposition „Konzert für Dirigent und Orchester“ inder Fassung des Das Hoffnung Sinfonie Orchester (anhören !), oder eine Alma Cogan, die den „Tennessee Waltz“ auf deutsch trällert … oder gar einen Hans-Arno Simon ?

Alma Cogan

Alma Cogan

Und zum anderen hat man all die Hits und Schlager so zusammengeschnitten, dass daraus letztlich nur kleine Appetithäppchen geworden sind … kein Wunder, wenn man versucht sage und schreibe 28 Lieder auf eine LP zu bringen.

Das nenn´ ich dann einen musikalischen coitus interruptus … oder aber auch: eine musikalische Reise der besonderen Art, die Lust darauf macht … so manch, so etliche der Künstler wieder mal genauer unter die Lupe zu nehmen … Belina, Esther Ofarim und Gilbert Becaud z.B. …

Und dann am Ende dieser abenteuerlichen, schon fast aberwitzigen Reise (bei der dann u.a. plötzlich auch noch Yehudi Menuhin & Stephane Grapelli auftauchen) dann auch noch das Lied „Kinderspiele“ von Esther Ofarim … und da taucht in meiner Erinnerung meine erste Ehefrau auf, die damals, in den 80er Jahren dieses Lied mit all ihrer mütterlichen Liebe unseren Töchtern immer und immer wieder vorgesungen hat …. und ich empfinde für all diese Stunden des gemeinsamen musizierens (ich war als Gitarrist beteiligt) tiefe Dankbarkeit.

Und so kommt es, dass ich dieses Album, so billig es auch konzipiert wurde (diese LP war Teil einer 5 LP´s umfassenden Box) , in mein Herz geschlossen habe.

BackCover1

Titel:
01. Les Paul & Mary Ford: The World Is Waiting For The Sunrise (Seitz/Lockhart) 1.40
02. Die Schaumburger Märchensänger: Der fröhliche Wanderer (Müller/Siegesmund) 1.13
03. Hans-Arno Simon: Anneliese (Simon) 1.39
04. Peggy Lee: Fever (Davenport/Cooley) 1.30
05. Fred Bertelmann: Der lachende Vagabund (Lowe/Moesser) 1.34
06. Tony Renis: Quando, Quando, Quando (Renis/Testa) 1.37
07. Ralf Bendix und die kleine Elisabeth: Babysitter-Boogie (Parker/Relin) 1.09
08. Edith Piaf: Milord (Moustaki/Monnot) 1.37
09. Nat King Cole: Ramblin´Rose (J.Sherman/N.Sherman) 1.25
10. Lale Andersen: Ein Schiff wird kommen (Hadjidakis/Busch) 1.44
11. Kyu Sakamot: Sukiyaki (Ei/Nakamura) 1.46
12. Heino: Jenseits des Tales (Götz/Münchhausen) 1.40
13. Bobbie Gentry: Ode To Billie Joe (Gentry) 1.01
14. Christian Anders: Geh nicht vorbei (Heider/Relin) 1.40
15. Das Hoffnung Sinfonie Orchester: Konzert für Dirigent und Orchester (Chaplin) 1.04
16. 3 Travellers: Cement Mixer (Gaillard/Ricks) 1.40
17. Marlene Dietrich: Puff, der Zauberdrachen (Yarrow/Lipton/Oldorp) 1.40
18. Golden Gate Quartett: Joshua Fit The Battle Of Jericho (Traditional) 1.41
19. Yehudi Menuhin & Stephane Grapelli: Jealousy (Gade) 1.41
20. Liza Minelli: Gypsy In My Soul (Bolland(Jaffe) 1.59
21. Larry Adler: Le Rififi (Phillipe/Gérard) 1.36
22. Botho Lucas Chor: Danke (Schneider) 1.42
23. Alma Cogan: Tennessee Waltz (Stuart/King/Hansen) 1.42
24. Adamo: Inch´Allah (Adamo) 1.39
25. Belina: Man hat uns nicht gefragt (Hollaender) 1.44
26. Gilbert Becaud: Nathalie (Becaud/Delanoe) 1.38
27. The Beach Boys: Sloop John B. (Traditional) 1.03
28. Esther Ofarim: Kinderspiele (Ferstl/Heine) 1.34

LabelB1

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