Verschiedene Interpreten – Seid nett aufeinander II (1976)

FrontCover1Bei einem Album wie diesem … da komme ich arg ins grübeln …

Oder. Bei einem Album wie diesem kommt mir der Begriff des „fremdschämens“ wieder in den Sinn:

Auf diesem Sampler hören wir „humoristische“ Lieder zum Thema „Sei nett aufeinander“ (ha ha ha) … und dafür nutzte man überwiegend Singles des Hansa Labels aus jenen Jahren …

Und die Flut dieser nichtssagenden Lieder kann einen schon ins grübeln bringen … angesichts der Flachheit all dieser Lieder.

Da strahlt dann ein Gunter Gabriel als Einäugiger unter den Blinden hervor.

Und dann hören wir Lieder der unterirdischen Art von Sängern die sich Rolly Joker, Norman Ascot, Victor Scott, Detlev, Gilla, Löwe & Co., Hermann Hoffmann oder nannten oder auch tatsächlich so hie0en.

Ich geh zum lachen wahrlich nicht in den Keller, aber was hier zum Thema „Sex“ (darum ging´s ja letztlich bei diesem Sampler) dargeboten wird … spottet jeder Beschreibung.

SinglePack1

Nun ja, zumindest sind einige Biographien der Künstler interessant:

Gilla, z.B. wurde in der Mitter der 70er Jahre schon fast als Nymphoman vermarktet:

Gilla (eigtl. Gisela Wuchinger; * 27. Februar 1950 in Linz) ist eine österreichische Sängerin. Sie trat zunächst in der Band ihres Vaters Niki Wuchinger auf. Dann studierte sie in Salzburg Musik und sang in der Band Traffic, die sich später umbenannte in Seventy-Five Music. Danach wurde sie von Frank Farian produziert und konnte mehrere Singles in die Charts bringen. Ihre rauchige Stimme passte sehr gut zu den teilweise sexy-schwülen Songs, die Frank Farian für sie produzierte (z.B. die deutsche Version von Voulez-vous coucher avec moi (Lady Marmalade)). Ihr größter Erfolg war die Single Tu es! (1975/1976).

Gilla01

Nach der Geburt ihrer Tochter Nadja entschied sie sich gegen die Fortführung ihrer Karriere. Sie ist verheiratet mit Helmut Rulofs, der unter dem Pseudonym Chris Denning ebenfalls einige Lieder veröffentlichte und für Frank Farian arbeitete. Unter dem Pseudonym G. Winger schrieb sie den Song (I See A) Boat On The River (ein Top-10-Hit für Boney M.). Später gründete sie die Gruppe Vanilla. Heute lebt sie in Braunfels (Hessen) und tritt nur noch gelegentlich öffentlich auf. (Quelle: wikipedia)

Gilla02

Werbetext auf der Rückseite der Single Hülle von „Tu´es“)

Und da ist dann noch der Hermann Hoffmann:

Hermann Hoffmann wurde am 22. Februar 1928 in Heilbronn geboren.

Hermann Hoffmann hatte bereits in den Fünfzigern mit einem Schwarzsender seine eigene Sendung „Radio Zitrone“ gesendet. Illegalerweise – und es wurde von der Post aufgedeckt und er musste den Betrieb einstellen. Er machte dann seine Sendungen innerhalb von Unterhaltungssendungen des WDR und NDR aus dem eigenen Tonstudio weiter.

Ich bezeichnete ihn schon in den Neunzigern als den “Urvater der deutschen Radio-Comedy”, obwohl diesen Titel vielleicht auch Peter Frankenfeld verdient hätte.

Hermann Hoffmann

Hermann studierte Musik, war unter Anderem auch Kapellmeister und Produzent von so einigen Tondokumenten, die er auch für Andere produzierte. Er hatte bereits 1962 Radiocomic in Form der „kleinen Dachkammermusik“ oder des „Sender Radio Zitrone“ produziert und vornehmlich über den WDR und NDR ausstrahlen lassen. Er nannte dies den „fröhlichen Einmannsender im Alleingang“.

Er starb leider viel zu früh am 8. April 1997. (www.diekleinedachkammermusik.de)

Das scheint mir eine sehr interessante Biographie zu sein … irgendwie abseits des Mainstreams …

Ja und dazu passt dann auch der Jon Symon:

Jon Symon Hornsby (* 10. Januar 1941 als Simon John Hornsby in Epsom, Vereinigtes Königreich; † 7. Dezember 2015 auf der Isle of Wight, England) war ein britischer Musiker und Komponist, der seit Mitte der 1960er-Jahre in Deutschland lebte und vor allem als freier Rockmusiker tätig war.

Einem breiteren Publikum wurde er Anfang der 1980er-Jahre als Mitproduzent des erfolgreichen Rockballetts Warlock bekannt, bei dem er auch als Rocksänger in der begleitenden Deutschrock-Band mitwirkte.

Jon Symon kam Mitte der 1960er-Jahre als britischer Soldat nach Deutschland und lebt seitdem in Hannover und Barsinghausen. Er gehört der Gründungsgeneration der hannoverschen Rockszene an und spielte ab 1965 in Hannover bei der 1963 gegründeten Beatband Anyones als Gitarrist. 1970 trat er erstmals als Ein-Mann-Band unter dem Namen Rasputin auf. Ein von ihm entworfenes Schlagzeug wurde mit einer speziellen Mechanik ausgestattet, Gitarre und Bass kamen von einer umgebauten Fender Telecaster. Als Rasputin, sowie auch unter dem Namen Jon Symon’s One Man Band, coverte er meistens Songs von bekannten Gruppen, wobei er mit seinem Instrumentarium den Sound einer ganzen Band ersetzte.

Jon Symon

 Jon Symon (auch ein Namen, den ich mir merken will)

Er unternahm Tourneen durch die Bundesrepublik Deutschland und Österreich, trat 1973 im Musikladen der ARD auf und hatte danach mehrere Fernsehauftritte wie 1976 in der ZDF-Musiksendung disco sowie in weiteren Sendungen in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich. In den 1970er-Jahren brachte er mehrere Singles heraus.

1978 lernte er den Musikverleger Michael Mellethin kennen, der Mitbesitzer eines Tonstudios war, das Symon nutzen durfte. Es entstand das Konzeptalbum Warlock – Memories of a White Magician. Symon konnte für dieses Projekt den Bassisten Klaus-Peter Matziol und den Keyboarder Detlev Schmidtchen von Eloy sowie den Geiger Hajo Hoffmann gewinnen, Jim McGillivray von Epitaph saß am Schlagzeug. (Quelle: wikipedia)

 

SinglePack2

Und der Bass, den Gilla da in den Händen hält, dieses Bass Modell (made by Gibson) spielte auch ein Jack Bruce in seinen Zeiten bei „Cream“ … mein Gott !

Trotz all der interessanten Biographien … die Musiker/Sänger/innen dieses Albums haben sich dennoch mit diesen Aufnahmen nicht mit Ruhm bekleckert …

Wie man bei dieser Präsentation nachhören kann …  wenn man denn will (schräger Humor ist dabei vorausgesetzt

BackCover1

Titel:
01. Gunter Gabriel:  Heut‘ ist nicht mein Tag (Ascot/Gabriel) 2.47
02. Rolly Joker: Das Hick-Hack-Stoßgerät (Gurra) 3.41
03. Norman Ascot: Womit hab‘ ich das verdient (Ascot/Marcard) 3.21
04. Victor Scott: Ohne Hemd und ohne Hosen (Lavigny/Dobar/Makot/Weigel) 3.25
05. Detlev:  Mein Gott Walter (Die Schwulitäten-Version) (Krüger/Danzer/Kämpfe) 4.21
06. Gilla: Tu‘ es (Farian/Jay) 3.35
07. Löwe & Co.: Mein Weib, das zieht sich immer schwarze Unterwäsche an (Breuer/Rose/Bloom/Lob)  2:20
08. Rolly Joker: Ich könnt‘ schon wieder (Zander/Marcard) 3.53
09. Gunter Gabriel: Komm unter meine Decke (Gabriel/Brink/Gordan) 3.53
10. Hermann Hoffmann:  Mit dem Hammer in der Hand (Gabriel/Bungter) 2.41
11. Jon Symon: Auf der grünen Wiese (Benes/Hardt-Warden/Köller) 2.36
12. Detlev: Kerls, Kerls, Kerls (Girls, Girls, Girls) (Kajanus/Kampfe/Gordan) 2.59

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Verschiedene Interpreten – Ruf doch mal an – Die schönsten Telefon-Schlager (1999)

FrontCover1Und wieder mal ne kleine Zeitreise, die so ganz besonders amüsant ist …

25 Schlager rund ums Thema ‚Telefon‘ Enthält die deutsche Version von Jim Reeves’ Telefon-Klassiker He’ll Have To Go Mit Elke Sommer, Bill Ramsey, Greetje Kauffeld u.v.m. ‚Das Pferd frißt keinen Gurkensalat!‘ Mit diesem gesprochenen Test-Satz stellte 1861 der Lehrer Philip Reis eine bahnbrechende Neuerung vor – das Telefon war erfunden. Seitdem ist es aus dem öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Es kann helfen, kann Spaß und Geschäfte machen (und auch manchmal nerven). Der Fernsprecher war schon immer ein willkommenes Thema für Schlager-Komponisten und -Texter. Ob einheimische Interpreten (Gerd Böttcher Ein Herz mit Telefon , Elke Sommer Nachts ging das Telefon ) oder Zugereiste (Alma Cogan Ruf mich an, Sacha Distel Deine Stimme am Telefon, Bill Ramsey Telefon aus Paris) – das Thema produzierte immer neue Variationen.(Werbetext)

Aber diese Edition ist noch viel mehr … Da sind z.B. die launigen kulturhistorischen Betrachtung zur Geschichte und Bedeutung des Telefons von Bernd Matheja … da schlendeert einer mit viel schmunzeln wohl auch durch die eigenen Erinnerungen.

Booklet01A

Na ja … und dann die Musik … das bleibt einem der Mund offen, denn hier begegnet man wahrlich nicht nur bekannten Figuren, sondern Sängern/Sängerinnen von den ich noch nie etwas gehört habe … da tauchen Namen wie Alma Cogan, Nora Nova, Helena Vondrackova oder Little Wölfi und machen ihre Sache gar nicht mal so schlecht (klar, wir reden hier vom Schlager der 60er Jahre !)

Diese Zusammenstellung hat dann auch in den USA eine gewisse Beachtung gefunden, denn aus dem Musikportal allmusic findet sich dann folgende Besprechung:

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A thematic compilation of German songs about telephones, Ruf Doch Mal an! Telefon assembles 25 pop recordings from 1949-1972, cross-licensed from nearly a dozen different labels. About a third of the selections are German-language adaptations of pop hits from other countries, particularly the United States. Paul Anka’s „Kissin‘ on the Phone“ and Brenda Lee’s „The Waiting Game“ and „You Can Depend on Me“ are three such hits that are transformed into sparkling schlager in the hands of these mostly German pop vocalists. Mostly pop (teen and otherwise) in style, these are infectious ditties that tap into the popular infatuation with telephones, especially with regard to their role in facilitating private romantic conversations.

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The theme is possibly more compelling than ever considering the ubiquity of cell phones, and the songs, in that respect, are fascinating for turning a magnifying glass on something that most people take for granted today. A few songs feature German-language recordings by American and British stars such as Eve Boswell of the Boswell Sisters and Alma Cogan, but most feature schlager singers. The essay, in German, recounts the history of the telephone in Germany before offering a photo gallery of picture sleeves and artist photos for each song. (by Greg Adams)

Ja und dann … hat mir beiser Zusammenstellung eigentlich ein ganz besonderer Teleon-Schlager gefehlt und zwar Bill Ramsey´s „Hallo Boss, hallo“ … ein verschmitztes Telefonat mit dem Boss der Firma, der gerade in Italien weilt … anhören !

Und natürlich wurden auch meine Erinnerungen hinsichtlich meiner bedeutsamer Telefonate in meinem Leben wach … oh, oh, oh …da wechselten sich große Glücksmomente mit persönlichen Tragödien ab … ei, ei, ei …

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Titel:
01. Bernd Spier: Memphis, Tennessee (Berry/Monzague/Lilibert) 2.20
02. Alma Cogan; Ruf mich an (Olden/Zimber) 2.53
03. Gigi & Bernd Spier: Dann ging das Telefon (Hilliard/Allen/Blecher) 2.14
04. Marianne: Ruf am Sonntag bei mir an (Nils/Bradtke) 2.37
05. Ruth Berle: Nur am Telefon (Wolf/Bower/Hertha) 2.18
06. Monika Grimm:  Ein Kuss am Telefon (Wilson/Whitcup/Märten) 2.23
07. Max Greger: Hallo Susi! (Lieferman/Maine/Astor/Zeuden) 2.47
08. Charly Cotton und seine Twist Makers: Telefon Twist (Bruhn/Buschor) 2.15
09. Dany Mann: Leider falsch verbunden (Halletz/Bradtke) 2.08
10. Elke Sommer: Nachts ging das Telefon (Kollo) 2.24
11. Topsy: Telefon Fox (Simon) 2.47
12. Bill Ramsey: Telefon aus Paris (Gietz/Feltz) 2.07
13. Gerd Böttcher: Ein Herz mit Telefon (Grabe/Brech/Klomfass) 2.59
14. Greetje Kaufeld: Ruf an (ich bin immer für dich da) (Carpenter/Dunlap/Hines/Feltz) 3.03
15. Sacha Distel: Deine Stimme am Telefon (Peeters/Feltz) 2.57
16. Gerhard Wendland: Ich bin bei dir (J.Allison/A,Allison/Bader) 2.17
17. Nora Nova: Nora (Telefon aus St. Tropez) (Berlipp/Stroem/Lind) 3.14
18. Nana Gualdi: Sprich nicht über Liebe am Telefon (Nowa/Renhard) 2.43
19. Eve Boswell: Liebes Telefon (Hadad/Brown/Fleming) 3.09
20. Hannes Verres: Ruf mich noch einmal an, bevor du schlafen gehst (Niessen) 2.49
21. Nino Ferrer: Das Telefon (Ferrer/König/Bellert) 2.46
22. Helena Vondrackova: Ruf mich an (Ondracek/Rytir/Relin) 2.24
23. Marianne: Ruf mich nir mehr an (Alisch/Mennewisch/Breuer) 2.42
24. Little Wölfi: Klingelingeling, mein Telefon (Kuntze/Volkmann/Harings/Höhne) 2.20
25. Evelyn Künnecke:  Ruf mich mal an per Telefon (Berking/Frankenfeld) 3.08
+
26. Bill Ramsey: Hallo Boss, hallo (Gietz/Bradtke) 3.28

CD1

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AlteTelefone

Verschiedene Interpreten – Bewegliche Ziele – Die frühen Jahre (Der Trikont Sampler 1) (1996)

FrontCover1Ein unvermeidbarer und auch ein unverzichtbarer Rückblick auf die frühen 70er Jahre … als die Politisierung der „rebellischen Jugend“ auch in der Musik seinen Ausdruck fand … und das Trikont-Label war (neben dem Pläne Label in Dortmund) das zentrale Sprachrohr dieser Bewegung:

Der Trikont Musikverlag ist ein Independent-Plattenverlag und Musiklabel aus München, das 1967 innerhalb des gleichnamigen Trikont-Verlages entstanden ist. 1980 löste sich der Verlag auf. In der Folge gründete sich das eigenständige Plattenlabel Trikont-Unsere Stimme-Our own Voice. Markenzeichen des Labels ist es, „Musik von unten“ zu veröffentlichen, die der vorherrschenden Expertenkultur sowie der kommerziellen Glätte entgegenwirken soll.

Das Label Trikont wurde Ende der 1960er Jahre ursprünglich als Buchverlag gegründet. Es galt als eines der bekanntesten Publikationshäuser der Protest- und Alternativ-Bewegung der 1968er Jahre. Einige Jahre später kam dann die Musik dazu. Als sich der alte Verlag auflöste, wurde die eigenständige Schallplattenreihe: Trikont – Unsere Stimme – Our own Voice, gegründet.

Etwa 500 Platten und CDs von Musikern und Bands haben das Haus in München-Giesing seither verlassen (Quelle: wikipedia)

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Nachdem dieser wikipedia Beitrag ein wenig arg dürftig ist …hier die Selbstdarstellung des Trikont Musik Verlages:

Ende der 60iger Jahre wurde Trikont als Buch-Verlag gegründet – in einer Zeit, in der der Wunsch nach einem anderen Leben immer drängender wurde. Freiheit und Selbstbestimmung wurden zum Überbegriff einer erwünschten und erträumten Gesellschaft, in der die Gleichberechtigung der Geschlechter, ein liebevoller und fairer Umgang mit Kindern, eine unzensierte öffentliche Meinung und vieles andere mehr, zur Triebfeder für den Wunsch und den Willen nach Veränderung wurde.

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Walter Moßmann

In diesen Zeiten des Umbruchs, der Neuausrichtung und des Hinterfragens scheinbar immer schon gültiger Wahrheiten war es die Musik, die den emotionalen Weg zu den Menschen fand. Nicht nur, um Utopien und Träume von einer besseren, gerechteren Welt unter die Leute zu bringen, auch um die Musik gemeinsam zu erleben, Spaß zu haben und sich verbunden zu fühlen.

Und heute, 50 Jahre später sind wir immer noch überzeugt, dass keine Kunst ausdrucksstärker und potentiell demokratischer ist als Populärmusik – in keiner anderen Kunst konnten und können sich Leute intensiver und direkter ausdrücken.

Deshalb machen wir immer noch Musik und deshalb haben seit unseren Anfängen diese vierhundertzweiundneunzig Tonträger das Trikont-Haus in München-Obergiesing verlassen. Musik von Künstlern, die erfolgreich auf ihre Eigenart bestehen, sich ihren Eigensinn bewahren, die was zu sagen und zu singen haben und in vielen unterschiedlichen Genres zuhause sind. Und nicht zu vergessen unsere vielen, vielen Sampler die ganz unterschiedlich klingende Geschichten aus der heimischen und weltweiten Populärmusik erzählen, und ihr etwas von ihrer Leidenschaft und Würde zurückgeben und uns mehr zeigen als eine grell bemalte Oberfläche. „Klingt gut“, ist uns immer schon zu wenig Begründung für unser Interesse an Musik. Wir suchen den Klang hinter den Tönen, die Geschichte hinter der Fassade und die Energie und Entschlossenheit hinter jeder unserer Veröffentlichungen.

Wir sind sicher, dass viele Menschen ganz unterschiedliche Musiken hören würden, wenn sie ihnen denn bekannt wären. Und den Diktatoren des statistischen Durchschnitts schreiben wir in ihre Bücher, dass Mehrheiten immer aus vielen Minderheiten bestehen.

Wir machen weiter. (Eva Mair-Holmes und Achim Bergmann)

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Sogenanntes Linksradikales Blasorchester

Und 1996 feierten sie ihr 25jähriges Jubiläum mit einer dreiteiligen Sampler-Serie.

Hier der erste Sampler, und natürlich, er enthält die „frühen Jahre“. Und das schrieb die Presse:

Hier hört man die Musik, die wahrscheinlich nie erscheinen würde, kümmerte sich Trikont nicht darum. (Falter, Wien)

Doch in Sachen Profil macht dieser Zwerg so manchem PlattenRiesen was vor. Heute heißt das Credo des Verlags nicht mehr ,Gegenkultur‘, sondern, nach einer Wortschöpfung Bergmanns ,Eigensinnkultur‘. (Abendzeitung, München)

25 Jahre Trikont: Ein faszinierender CD-Sampler dokumentiert EigensinnKultur. (SüdwestPresse)

Booklet01A

Eine Gasse der EigensinnKultur seit einem Vierteljahrhundert bietet Trikont vielen, ganz unterschiedlichen Musikern ein Zuhause. Bei Deutschlands filigranster Plattenschmiede wissen sie es inzwischen: Sie sind und haben nur eine Stimme. Aber die ganz gewiß. (Rolling Stone)

Tatsache ist, daß Trikont mit seiner Labelpolitik nicht nur Randgruppen bedient, sondern auch den ganz normalen Menschen draußen auf der Straße erreichen will, um ihn am Konzept und der eigenen Lebensphilosophie teilhaben zu lassen. (Münchner Merkur)

Klein, aber laut. (Amica)

Das wahrscheinlich weirdeste Label der Republik feiert Geburtstag. Trikont blickt im gerechten Zorn zurück auf 25 Jahre einstürzende Altbauten und bietet im 3CDSchuber ,25 Jahre Our Own Voice‘ einen panoramischen Überblick über sein radikales Schaffen. (WOM Journal)

Was für eine schillernde Szene war das damals … ich habe sie damals ziemlich nah mitbekommen, wohnte ich damals doch auch noch in München … Es war die Szene der Spontis, der Träumer und der Radikalen … vieles war mir damals nicht gnz geheuer … aber mit viel Sympathie habe ich das als Zaungast begleitet.

Folgende Zeilen aus dem Begleitheft bringen es dann auf den Punkt:

Hüllentext

Und so kann man sich eigentlich nur auf die weiteren Sampler aus dem Hause Trikont freuen … zumal bei vielen dieser Aufnahmen neben den engagierten Texe auch zuweilen superbe Musik eingespielt wurde.

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Dicke Lippe

Titel:
01. Ton, Steine, Scherben: Keine Macht für Niemand (live 1984) (Reiser/Lanrue)  4.01
02. Lotta Continua: La Violenza (Traditional) 2.21
03. Albino: Wir sind alle Fremdarbeiter (Albino) 2.37
04. Sigurd Kämpft: Made In Germany (Hupfer/Lechner/P.Feller/K. Feller/Bach) 1.57
05. Tommi & Mobiles Einsatzorkester: Wer hat Angst vorm schwarzen Mann (Prosperi) 4.14
06. Herta; Freizeitheim Lied (unbekannt) 1.39
07. Hundt & Schröder: Susi Schnüffelzinken (Hundt) 3.49
08. Monika & Frauenoffensive: Schaf im Wolfspelz (unbekannt) 1.18
09. Warmer Südwind: Die liebe Familie (Eschi/Jacobson/Reiner) 4.58
10. Weckers Uhrwerk: Wer denkt denn schon daran (unbekannt) 2.56
11. Dicke Lippe: Bruttosozialprodukt (unbekannt) 3.48
12. Dave Corner: Hausdurchsuchung (Traditional/Corner) 2.37
13. Jeile Träumer: Nie kaputt (Hocker/Köster) 4.23
14. Klaus der Fiedler & Kölner Straßenmusiker: Herstattblues (v.Wrochem) 5.11
15. Uli Ahnen Klan: Geh indisch (Ahnen) 2.49
16. Sogenanntes Linksradikales Blasorchester: Ya No Somo Nosotros (Karaxu) 1.36
17. Kollektiv Rote Rübe: Wiegenlied (Wecker) 5.04
18. Frauenoffensive: Tante Klara (unbekannt) 0.40
19. 3 Tornados: Terror Roswitha (Klotzbach/Rating/Thews) 1.19
20. Walter Moßmann: Lied vom Lebensvogel (Moßmann) 7.24
21. Schorsch & Arbeitersache: Sabotage (unbekannt) 1.50
22. SSK Harmonie Kollektiv: Hey, wir sitzen auf der Straße (unbekannt) 2.25
23. Teller Bunte Knete: Ab auf’s Land (Esslinger/Kubica/Merklin/Rohde/Gminski) 2.43
24. Die singenden Winzerinnen, Blaskapelle Rote Note: In Wyhl, da gibt’s kein KKW-Fessenheim Tango (unbekannt) 1.57
25. Sparifankal: Aus is und gar is (Dosch/Laber/Sonderwald/Obermaier/Reichert) 5.11

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Booklet07A

Unbekannter Interpret – Party im Försterhaus (70er Jahre ?)

FrontCover1Und jetzt wird es wieder arg schräg:

Der Titel diese MC „Party im Försterhaus“ verheisst nichts gutes … und in der Tat … auch wenn man Stimmugungsmusik mag, hier wird dieses Genre arg gequält … aber was soll´s … Allerlei Buntes aus Deutschland … hat auch für so ne Billigproduktion ein Herz !

Skurrill könnte man diese Produktion nennen … muss man so nennen. Wer auch immer diese Stimmungsmusik eingespielt hat … die Musiker bleiben im dunkeln … das Label nennt sich … wie ? Selten habe ich ein musikalisches No-Name Produkt in den Händen gehalten, das so schlicht gestaltet wurde,

Und das Wort „schlicht“ passt dann auch zur Musik, wenn man sich diese Potpourri beliebter Melodien anhört. Die Songs werden von Gejohle und Geklatsche begleitet … also wenn da keine Stimmung aufkommt !

Da fällt mir gerade ein, hört man sich die Cassette an, dann weiss man, was man an James Last hatte, wenn man sich denn schon für so eine „Partymusik“ interessiert.

Der mir unbekannte Vorbesitzer dieser Rarität hat dann auf dem Cover auch handschriftlich vermerkt „Faschingsplatte“ (nicht ganz zutreffend, da es sich ja um eine MC handelt). Aber nachdem der 11.11. ja nun die Karnevals-Saison eingeläutet hat, ist dies eine weiere  Verbeugung meinerseits vor der närrischen Zeit.

Booklet02A

Besetzung:
Unbekanntes Orchester + Chor

FaschingsplatteTitel:

Seite 1: (15.37)
01. Übers Jahr, wenn die Kornblumen blühen (Cypris/Bader/Arcadia)
02. Ich bin so gerne zu Hausew (Carste/Bader/Arcadia)
03. Das alte Försterhaus (Brandin/Stemmler/Seith)
04. Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand (Robinson/Winn/Magnet)
05. Wenn die Glocken hell erklingen (Villard/Schwenn/Seith)
06. Holie, liebes Echo (DeWeille/Rothenburg/Seith)
07. Drei weiße Birken (Lemberg/Kaegbein/Montana)
08. Eine weiße Hochzeitskutsche (Fontonoy/Siegel)
09. Ich möch´ gern dein Herzklopfen hören (Sirowy/Werner/Siegel)
10. Du bist die Rose vom Wörthersee (Lang/Meder/Weston)
11. Die Fischerin vom Bodensee (Winkler/Meder/Weston)
12. Schützenliesel (Haselbach/Sixt/Seith)

Seite 2: (15.28)
01. Mit dem Pfeil und Bogen (Traditional)
02. Der Jäger aus Kurpfalz (Traditional)
03. Auf einem Baum ein Kuckuck (Traditional)
04. Lang, lang ist´s her (Traditional)
05. Es blies ein Jäger wohl in sein Horn (Traditional)
06. Jägerchor (Weber)
07. Wer hat Dich Du schöner Wald (Mendelsohn-Bartholdy)
08. Es waren zwei Königslieder (Traditional)
09. Es dunkelt schon in der Heide (Traditional)
10. Ich ging im Walde so für mich hin (Traditional)
11. Im grünen Walde (Traditional)
12. Auf zum fröhlichen Jagen (Traditional)

Seite1A

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Frankfurter Gitarrenduo – Im Laufe der Zeit – Aufnahmen von 1974 – 2003 (2003)

FrontCover1Das Frankfurter Gitarrenduo, das sind Michael Teuchert und Olaf Van Gonnissen.

Michael Teuchert spielt seit seinem 4.Lebensjahr Gitarre.Mit 8 Jahren hatte er sein Konzertdebüt in Frankfurt/Main, dem zahlreiche Konzerte, Rundfunk- und Fernsehauftritte als Solist, im Gitarrenduo und in verschiedenen Kammermusikbesetzungen folgten.Michael Teuchert studierte an der Goethe-Universität in Frankfurt Philosophie und Geschichte und an der Frankfurter Musikhochschule Gitarre bei seinem Vater, dem bekannten Gitarrepädagogen Prof. Heinz Teuchert.Während seiner Studienzeit gründete er mit Olaf Van Gonnissen das „Frankfurter Gitarrenduo“. Mit diesem Duo bereiste er seit 1972 die ganze Welt, war Gast bei zahlreichen Rundfunk- und Fernsehanstalten und nahm eine Reihe von CDs mit Musik aus allen Stilepochen auf, die zu den bestverkauften Gitarren-CDs ihrer Zeit gehörten.Neben seiner internationalen Konzerttätigkeit lag schon früh ein wichtiger Schwer- punkt seiner Arbeit im TeuchertUnterrichtsbereich. Er war Dozent an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt und an Dr.Hoch’s Konservatorium in Frankfurt.Seit 1980 ist er Professor für Gitarre an der Frankfurter TeuchertMusikhochschule.Mittlerweile sind aus seiner Gitarrenklasse eine ganze Reihe ausgezeichneter Pädagogen und etliche künstlerisch sehr erfolgreiche Gitarristen hervorgegangen, die zahlreiche internationale Wettbewerbe gewinnen konnten.Zwei der besten Gitarrenduos unserer Zeit, das „Duo Kvaratskhelia“ und die „Katona-Twins“, die alle wichtigen internationalen Duo- und Kammermusik- wettbewerbe gewannen, studierten viele Jahre in seiner Gitarrenklasse. (Hochschule für Musik, Frankfurt/Main)

Olaf Van Gonnissen (* 1954 in Tiengen) ist ein deutscher Gitarrist.

Im Alter von vier Jahren erhielt er zunächst Violinunterricht, wechselte dann aber mit acht Jahren zur Gitarre. 1970 bis 1975 studierte er Gitarre an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main bei Heinz Teuchert. Schon während des Studiums gründete er mit Michael Teuchert das „Frankfurter Gitarrenduo“, das vor allem in den siebziger Jahren sehr bekannt war und sieben CDs aufnahm.

Olaf1992 wurde er Mitglied des „Mutare Ensemble Frankfurt“, 2003 außerdem des „World Guitar Ensemble“. Daneben konzertiert er in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen sowie auf historischen Instrumenten (Laute, Vihuela, Barockgitarre).

1974 übernahm Olaf Van Gonissen einen Lehrauftrag an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, ab 1977 unterrichtet er auch an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. 1999 wurde er Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Zu seinen ehemaligen Schülern und Studenten gehören u.a. Anna Koch, Christian Schulz, Stephan Wolke, Steffen Brunner, Stefan Hladek und Malte Vief.

Heute lebt er mit seiner Familie in Kronberg im Taunus. (Quelle: wikipedia)

BackCover1

Keine Frage: hier sind Könner am Werk und wie der Titel erahnen lässt handelt es sich bei diesen Aufnahmen um eine Werkschau von den Anfängen bis hin in das Jahr 2003. Von besonderer Bedeutung ist da naürlichdie im Mai 2003 eingespielten Stücke des Jazzgitarristen Volker Kriegel. „Leider ist Volker Kriegel im Juni dieses Jahres im Alter von 59 Jahren gestorben. Wir haben so keine Gelegenheit mehr gehbt, seine Meinung über das Ergebnis unserer gewissermaßeb klassischen Interpretation seiner Musik zu erfahren“ bedauern die Musiker in dem booklet zu dieser CD …

Und diese CD ist absolut hörenswert, zumindest für den, der sich auch diesen hervorragenden Interpetationen klassischer Gitarrenmusik erfreuen kann.

FrankfurterGitarrenduo2

In den 70er Jahren

Besetzung:
Olaf Van Gonnissen (guitar)
Michael Teuchert (guitar)

FrankfurterGitarrenduo

Im Jahr 2003

Titel:

Antonio Vivaldi – Sonate D-Dur:
01. Allegro non molto 4.00
02. Larghetto4.19
03. Allegro 2.02

Maurice Ravel:
04. Pavane pour une infante défunte 6.22

Mario Castelnuovo-Tedesco:
05. Präludium und Fuge E-Dur 4.32

Daniel Lesur:
06. Élégie 5.56

Jacques Ibert:
07. Entrácte 3.40

Johann Sebastian Bach:
08. Kontrapunktus Nr. 1 BWV 1080 2.35
09. Fuge a-moll BWV 1000 5.14

John Dowland:
10. My Lord Willoughby’s Welcome Home 2.43
11. Fantasia 4.23

Mauro Giuliani:
12. Gran Variazioni Concertanti op. 35 10.44

Enrique Granados:
13. Danza Oriental 4.45

Franz Burkhart:
14. Toccata 4.01

Volker Kriegel:
15. Postcard To Wolfgang Müller 2.17
16. Octember Variation 2.10
17. Achterbahn 2.18

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Verschiedene Interpreten – Vergißmeinnicht – Stern-Stunde der Musik (1970)

FrontCover1Und schon wieder so ne Charity – Scheibe der skurillen Art, diesmal unter der Beteiligung von dem Label -„Stern Musik“, die damals auf dem deutschen Musikmarkt ganz schön aktiv waren und auch eine durchaus abwechselungsreiche Mischung im Programm hatten.

So kann man dann auch ein Begleitwort von dem Stern-Herausgeber Henri Nannen lesen (der feierte das 5jährige Juiläum von Stern-Musik) und auch die ZDF-Fritzen Hans Mohl und Prof. Dr. Karl Holzamer geben ihren Senf dazu.

Aber keine Frage: die Thematisierung von Behinderung, Schwerbehinderung war und ist ein wichtiges Anliegen und ich vermute schon, dass solche Aktionen auch das ihre dazu beigetragen haben, unsere Gesellschaft in den 70er Jahren stärker als früher auch als eine solidarische Gesellschaft zu gestalten.

Und da passte es dann natürlich nur gut, dass auch der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann seinen Segen zu diesem Album gab … somit wurde das Projekt quasi staatstragend.

DieHeinemanns

Die Heinemanns

Die Musik wird dadurch freilich nicht besser und das James Last Intro mit dem Titel „Happy“ sag schon mal wo´s langgeht. Immerhin finden sich mit Katja Ebstein, Hildegard Knef und auch Ester Ofarim drei Interpretinnen, die schon sehr deutlich dasd Niveau heben.

BackCover1

Titel:
01. Orchester James Last: Happy Music (Last) 2.31
02. Katja Ebestein: Warum ist die Welt so schön (Bruhn/Buschor) 2.49
03. Karel Gott: Somewhere (Bernstein/Sondheim) 3.08
04. Renate Kern: Laß doch den Sonnenschein (Lost/Loose) 2.28
05. Roy Black: Dein schönstes Geschenk (Twardy/Lilibert) 2.44
06. Hildegard Knef: Von nun an ging´s bergab (Hammerschmid/Knef) 2.46
07. Alexandera: Mein Freund der Baum (Alexandra) 3.34
08. Peter Rubin: Azzurro (Conte/Feltz) 3.25
09. Esther Ofarim: Shecharchoret (White) 2.59
10. Iwan Rebroff: Die Legende von den 12 Räubern (Traditional/Rebroff) 3.35
11. Wencke Myhre: Abendstunde hat Gold im Munde (Schmidt/Bradtke) 2.35
12. Freddy Quinn: Meine Welt – Deine Welt (Quinn/Relin/Bach) 3.10
13. Orchester Max Greger: Vergißmeinnicht (Frankenfeld) 0.40

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Köpfe

Verschiedene Interpreten – 50 Jahre Oberschwabenhalle Ravensburg (2009)

Album1Er hat´s ja angekündigt, der Hermann … und er hat´s nicht nur angekündigt, er hat´s dann auch wahr gemacht.

Und ich gestehe: ich staunte nicht schlecht, als ich dieses Päckchen dann auf meinem Schreibtisch fand … oder anders ausgedrückt: mir blieb die Spucke weg !

„50 Jahre Oberschwabenhalle Ravensburg“ … eine liebevolle Würdigung dieser Konzerthalle in der Stadt Ravensburg.

In der Oberschwabenhalle waren sie alle zu Gast: Die Schlagerlegende Udo Jürgens genauso, wie die australische Hard-Rock-Formation AC/CD oder Die Fantastischen Vier. Am 09. Oktober 2009 feiert die Oberschwabenhalle ihren 50. Geburtstag, natürlich mit einem umfangreichen Festprogramm. Für die geladenen Gäste an diesem Abend halten die Veranstalter ein besonderes Schmankerl parat: die Premierenvorführung einer Film-Doku, die derzeit erstellt wird.

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Die Geschichte der Oberschwabenhalle ist eng verbunden mit der Entwicklung des Messerstandorts Ravensburg. Beim ihrem Bau 1959 war die Oberschwabenhalle die zweitgrößte Veranstaltungshalle in Baden-Württemberg. Überregional bekannt geworden ist sie in den ersten Jahren vor allen Dingen durch die Ausrichtung der Oberschwabenschau. Seit den frühen 60er Jahren wird die große Landwirtschafts- und Verbrauchermesse regelmäßig in Ravensburg veranstaltet und lockt bei jeder Auflage mehrere zehntausend Besucher. Neben der Traditionsmesse komplettieren heute die Baumesse hausplus und Oldtimershow motoMarkt das Messeportfolio der Oberschwabenhalle.

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„In den 70er Jahren hat sich Ravensburg außerdem als erstklassiger Kulturstandort etabliert“, so Willi Schaugg, Geschäftsführer der Oberschwabenhallen Ravensburg GmbH. Zahlreiche national und international bekannte Künstler sind seither in Ravensburg aufgetreten. Die Bandbreite des kulturellen Angebots reicht von Heintje, Boney M. und Benny Goodman über Reinhard Mey und Udo Jürgens bis hin zu den Egerländer Musikanten und Heino.

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Ein wichtiger Entwicklungsschub war die Modernisierung der Halle im Jahr 2002. Zehn Millionen Euro wurden damals investiert und die neu gegründete Oberschwabenhallen Ravensburg GmbH mit der Vermarktung betraut. Seither werden vielseitigen Möglichkeiten, der Halle für unterschiedlichste Veranstaltungen genutzt. Konzerte, Musicals und Aufführungen klassischer Musik finden hier genauso ein professionelles Umfeld wie Sportveranstaltungen und Firmenevents. Regelmäßig gehen in der Oberschwabenhalle auch logistisch aufwendige Fernsehaufzeichnungen über die Bühne.

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Die große Jubiläumsgala findet am 9. Oktober im Modenschauzelt statt. Dann wird auch zum ersten Mal der Jubiläumsfilm gezeigt. Erinnerungen, Eindrücke und Erlebnisse stehen im Mittelpunkt des Oberschwabenhallen-Films. „Schon jetzt haben wir rund fünf Stunden Filmmaterial beisammen“, zieht Ulf Nürnberger ein Zwischenfazit. Nürnberger ist Geschäftsführer der Firma UN.Media, die mit den Dreharbeiten und der Aufbereitung des Films beauftragt ist. Viele Sunden und Tage hat das Team bisher damit verbracht, nach historischem Bildmaterial zu recherchieren, Zeitzeugen zu interviewen und bei den Filmaufnahmen die bestmöglichen Motive und Hintergründe in Szene zu setzen. „Hier wollen wir in erster Linie Zeitzeugen zu Wort kommen lassen. Alle Menschen in der Region, die eine persönliche Geschichte mit der Oberschwabenhalle verbinden, sind aufgerufen sich mit uns in Verbindung zu setzen“, sagte Willi Schaugg, Geschäftsführer der Oberschwabenhallen Ravensburg GmbH.

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In Sachen Kultur erlebt die Oberschwabenhalle einen heißen Herbst, denn zum Jubiläum wird ein buntes Feuerwerk hochkarätiger Kulturevents gezündet. Unter anderen kommen Udo Jürgens, Michael Mittermeier, Marc Medlock, Gotthard & Europe, The BossHoss, ADORO, Host Lichter, Moscow Circus on Ice, Best of Irish Dance und ABBA MANIA nach Ravensburg in die Oberschwabenhalle.

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Und diese Dokumentation besteht aus drei 20.38Teilen:

  • eine DVD mit dem Titel „50 Jahre Oberschwabenhalle“ (20.38)
  • Ein ausführliches Begleitheft (30 Seiten)
  • eine CD mit Hits und Schlagern von Künstlern, die in der Oberschwabenhalle aufgetreten sind.

Nun, die DVD ist eine liebevolle Dokumentation mit vielen Interviews der Hallenbetreiber, Konzertverstalterns, usw. (und gleich zwei Oberbürgermeister wissen auch was zu berichten …) und ein gewisser Ian Anderson bläst dann auf seine Querflöte am Ende der DVD ein Geburrtstagsständchen … bin mir nicht sicher, wieviele „hardcore“ Jethro Tull Fans von dieser Aufnahme wissen.

Und die alten und neuen Aufnahmen der „Old Town Dixie Promenaders“ sind einfach nur rührend …

Nun, das Begleitheft ist eine ausführliche fotographische Zeitreise durch die einzelnen Jahrzehnte … das war ne Fleißarbeit, all die Materialeien zusammenzustellen Respekt !

Und nun, die CD ist eine abenteuerliche Mischung aus allen nur denkbaren Musikrichtungen … und passt von daher verdammt gut in diesen blog (der ja auch ein wenig – hinsichtlich der hier präsentierten Artefakte – abenteuerlich ist …., s. Titelliste)

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Was kann, was soll ich sonst noch schreiben:

Nun, viel liebevoller kann man eine solche Konzerthalle als Ausdruck regionaler Kultur nicht würdigen … und so sehr ich ein überzeugter Europäer bin … Ein Europa ohne Respekt vor den einzelnen Regionen und den dort lebenden Menschen, kann nicht überleben … Und hier haben wir ein prachtvolles Beispiel gelebter regionaler Aspekte.

Nund, und was muss ich jetzt noch schreiben:

Ein ganz herzliches Dankeschön an Hermann (den ich jetzt einfach mal zu den treuen Lesern dieses blogs zähle) …. Ein viel schöneres Geschenk konntest Du mir nicht machen … vielen, vielen Dank !

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Titel:
01. Conny Froboess: Pack die Badehose ein (Bradtke/G.Froeboess) 3.16
02. Heidi Brühl: Wir wollen niemals auseinander gehn (Jary/Balz/de Voss) 3.02
03. Ernst Mosch + seine Original Egerländer: Wir sind Kinder von der Eger (Mosch/Zwinger) 2.42
04. Wiener Sängerknaben: Edelweiss (Rodgers/Hammerstein) 3.10
05. Benny Goodman: Memories Of You  (Razaf/Blake) 3.22
06. Deep Purple: Smoke On The Water (Blackmore/Gillan/Glover/Lord/Paice) 3.48
07. Roy Black & Anita: Schön ist es auf der Welt zu sein (Twardy/Lilibert) 3.28
08. Heino: Blau blüht der Enzian (v.Kleebsattel) 4.10
09. Slavko Avsenik + seine Original Oberkrainer: Trompeten-Echo (Avsenik) 2.38
10. Udo Lindenberg: Alles klar auf der Andrea Doria (Lindenberg) 3.50
11. Freddy Quinn: Junge komm bald wieder (Olias/Rothenburg) 3.17
12. Howard Carpendale: Ti amo (Jay/Bigazzi/Tozzi) 4.07
13. Gary Moore: Over The Hills And Far Away (Moore) 5.23
14. Karl Moik: Servus Pfueat Gott und Auf Wiederseh’n (live im Musikanentenstadl) (Moik(Kefeder) 2.40
15. Dieter Thomas Kuhn: Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben (Kuhn/Schneider/Feldtkeller) 3.51
16. Hansi Hinterseer: Wenn die Berge mich rufen (White/Hammerschmidt) 3.26
17. Jethro Tull: A New Day Yesterday (Anderson) 4.11
18. Stadtorchester Ravensburg + Konstanze Niedung: Ravensburger Heimatlied (Traditional/Mayer) 2.22
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DVD 50 Jahre Oberschwabenhalle 20.38

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