Fritz Muliar – Fritz Muliar erzählt (Westaflexwerk Werbesingle) (frühe 70er Jahre)

FrontCover1.jpgTja, der Fritz Muliar … man könnte fast schreiben, der musste sich halt auch sein Geld verdienen, denn hier hören wir ihn als Werbefritzen für die Firma „Westaflex“. Hier also nun mal wieder eine kleine Firmengeschichte:

Die Westaflex ist ein deutscher Haustechnik-Hersteller u. a. für Wellrohre und Schalldämpfer mit Stammsitz in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen). Westaflex beschäftigt nach Unternehmensangaben international 2.700 Mitarbeiter (über Lizenznehmer und eigene Tochtergesellschaften).

Das Familienunternehmen Westaflex wurde am 24. September 1933 im westfälischen Gütersloh von Ferdinand Westerbarkey und seinen Brüdern Leonhard und Lorenz gegründet und bestand lange Zeit als Geschäftsbereich der Atlas Handelsgesellschaft mbH. Der Betrieb begann mit zwölf Mitarbeitern in einer ehemaligen Ziegelei in München-Oberföhring.

Zunächst wurden vollflexible Rohre auf eigenen Maschinen nach einem österreichischen Patent gefertigt, im Jahr 1953 kamen die völlig neuen Rohrtypen Westerform und Westerflex hinzu. Auf der technischen Grundlage der Flexrohre entwickelte Westaflex noch im selben Jahr die ersten flexiblen Schalldämpfer. So entstand letztlich aus der Atlas-Gruppe die Westaflex-Gruppe als eigenständiger Geschäftsbereich in Gütersloh.

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1935 wurde aus räumlichen Gründen die Produktion von München-Oberföhring nach Gütersloh verlegt, wo auf einem bereits 1912 erworbenen 10.000 m² großen Gelände in einer Fabrikationshalle der eigenen Stahlmöbelfabrik Westamöbel OHG günstige Voraussetzungen für eine Flex-Rohrproduktion gegeben waren. 1955 waren nach Aufgabe der Möbelfertigung bereits alle verfügbaren Fabrikationsräume der Westaflexwerk L.&F. Westerbarkey OHG durch die Rohrproduktion belegt und es bestanden schon 14 Auslandsvertretungen und 8 Auslandsfertigungen. Seit der Gründung war Westaflex ständig in Besitz der Familie Westerbarkey, mittlerweile in der vierten Generation. Der Claim(Slogan) des Unternehmens lautet „Verbindungen, die sich auszahlen“.

Die Anfänge der ATLAS Handelsgesellschaft liegen in den ersten Monaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Ferdinand Westerbarkey, bei Kriegsende politischer Häftling des Konzentrationslagers Dachau, wurde von der amerikanischen Militärregierung in München als Berater herangezogen. In kurzer Zeit entstanden Niederlassungen in Hamburg, Köln, Aachen, Lohne, Krefeld und Minden. Bei allen diesen Atlas-Stützpunkten im norddeutschen Raum, in Gütersloh verwaltungsmäßig zusammengefasst, dominierte der Handel mit Fleisch. Zwar nicht zeitlich, aber logisch folgt die Gründung der Westafleisch GmbH im Jahre 1963 als ein Netz von Lohnschlachtereien, sowie 1950 die Gründung des Import-Großhandels Frigaliment GmbH, wiederum mit der Atlas Handelsgesellschaft mbH als Gesellschafter.

Von 1972 bis 1987 gehörte auch die LbF Lauterbach und die IT-Schallschutztechnik zur damaligen Westaflex-Gruppe.

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Die Belegschaft im Jahr 1959

Die Produkte werden in 10 Ländern über eigene Tochtergesellschaften und darüber hinaus in weiteren 22 Ländern durch verbundene Lizenznehmer vertrieben. Der größte Markt ist Deutschland mit etwa 41 % Absatzanteil, gefolgt von den Niederlanden, der Schweiz und Frankreich.

In Frankreich wurde 1959 die Schwesterfirma Westaflex-France gegründet. Frühzeitig im Jahr 1961 wurde die Westaflex-Produktion durch einen Lizenznehmer in den USA aufgenommen, um den weitaus potentesten Markt auf dem Automobilsektor zu erfassen. In den folgenden Jahren kamen sowohl in europäischen als auch in überseeischen Ländern weitere Fertigungsstätten hinzu – in Produktionsgemeinschaft oder als Lizenznehmer -: Volksrepublik China, Türkei, Griechenland, England, Ungarn, Italien, Portugal, Iran, Südafrika, Japan, Argentinien und Kanada, sowie Nordamerika.
Unternehmensbereiche
Westaflex ist Hersteller von Klimatechnik-Produkten im Neu- und Altbau und von Akustik- und Klima-Anwendungen in der Industrie. Die Sparte Schornstein / Wohnungslüftung erzielt etwa 40 % des Gesamtumsatzes über den Fachhandel, gewerbliche Projekte die übrigen 60 %. Die Produkte sind im oberen Qualitäts- und Preissegment angesiedelt. (Quelle: wikipedia)

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Alte Produktionsstätte

Um es kurz und schmerzlois zu machen: Selten war der Fritz Muliar so belanglos wie hier. Das liegt natürlich an den Witzchen, die er zu reissen hat (Wualitätsstandard: dümmlich) und die natürlich allesamt mehr oder wenig verkrampft zu den Rohren der Firma Westaflex führen.

Da wird in dem Sketch „Zslotschow 1905“ auf die Langlebibkeit der Produkte hingewiesen. Nur dumm, dass es diese Firma 1905 noch gar nicht gab …

Aber was soll´s … ne Rarität im Reiche der deutschen Werbe-Singles ist dieses Exemplar allemal … und da freu sich so ne Sammlerseele, wie sie mir eigen ist, schon ein wenig.

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Fritz Muliar

Besetzung:
Fritz Muliar (Sprecher)
+
eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. Moritzl 2.32
02. Zslotschow 1905 1.10
03. Wiener Staatsoper 1.36
04. Pepi 1.06
05. Moritz Dukatenzähler 1.11
06. Wiener Simpl 1.36
07. Produktinformationen vom Westaflexwerk 0.46
+
08. Westerrohre Werbesingle (Teil 1 – ungeschnitten) 4.39
09. Westerrohre Werbesingle (Teil 2 – ungeschnittden) 5.20

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Nicht gänzlich frei von einem gewissen Humor:

Jürgen Marcus – 40 Jahre ZDF Hitparade (2009)

FrontCover1Also, mein Fall war er ja nun wirklich nicht. Aber entsprechende deer themtiwche Bandbreite dieses blogs will ich mich mit diesem Bitrag von ihm in Anstand verabschieden:

Jürgen Marcus (* 6. Juni 1948 in Herne; † Mitte Mai 2018 in München; bürgerlich Jürgen Beumer) war ein deutscher Schlagersänger, der in den 1970er-Jahren seine größten Erfolge feierte. Zu seinen bekanntesten Titeln zählen Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, Ein Festival der Liebe und Ein Lied zieht hinaus in die Welt.

Marcus absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zum Betriebsschlosser. Danach trat er als Sänger in verschiedenen Amateur-Beatbands seiner Heimatstadt auf. Wegen der Ähnlichkeit mit dem Namen des Eiskunstläufers Hans-Jürgen Bäumler wählte er den Künstlernamen „Jürgen Marcus“. 1967 wurde er Sieger des European-Festivals in Brüssel. 1968 und 1969 war er beim Beat-Festival von Recklinghausen erfolgreich. Schließlich bekam er 1969 die Rolle des „Claude“ in einer deutschen Aufführung des Musicals Hair.

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Der Erfolgsproduzent Jack White nahm den Sänger unter Vertrag und produzierte 1970 seine erste Single Nur Du (El cóndor pasa). Darauf folgte nach Du bist mein ganzes Leben (1970) und Nur Liebe zählt (1971) sein bis heute erfolgreichster und wohl bekanntester Titel Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben (1972), der 15 Wochen in den deutschen Top Ten vertreten war und bis auf Platz 2 vorstieß. Marcus trat in vielen Fernseh-Musiksendungen auf, darunter viele Male in der ZDF-Hitparade. Er bekam zahlreiche Auszeichnungen und wirkte 1972 auch in dem Jack-White-Film Heut hau’n wir auf die Pauke unter Regie von Ralf Gregan mit.

Unter Whites Regie veröffentlichte Marcus insgesamt 23 Singles und zahlreiche Alben, bis er sich 1979 von ihm löste. Die Top-Ten-Erfolge darunter waren Ein Festival der Liebe (diesen Titel sang er auch im Film Blau blüht der Enzian), Schmetterlinge können nicht weinen (1973) und Ein Lied zieht hinaus in die Welt (1975), mit dem er sich für Deutschland beim Eurovision Song Contest bewarb, jedoch nicht über Platz 9 bei der Vorentscheidung hinauskam.

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Bereits im Vorjahr hatte er sich mit dem Titel Grand Prix d’amour an diesem Wettbewerb beteiligt. 1975 strahlte das ZDF die Personality-Show Jürgen Marcus: Einer für Viele aus. 1976 nahm er mit dem auf Französisch gesungenen Lied Chansons pour ceux qui s’aiment (deutsche Version: Der Tingler singt für euch alle) für Luxemburg am Eurovision Song Contest teil und erreichte Platz 14.

Unter wechselnden Produzenten wie Michael Möller, Rainer Pietsch oder Uve Schikora veröffentlichte Marcus bis in die frühen 1980er-Jahre am Chanson orientierte Stücke oder Coverversionen, jedoch ohne kommerziellen Erfolg. Weitere Zusammenarbeiten mit Ralph Siegel und Bernd Meinunger oder auch eine Pop-orientierte Single als „J. Marcus“ (1988) in englischer Sprache brachten dem Sänger kein Comeback. Er trat in den folgenden Jahrzehnten meist mit seinen älteren Erfolgen aus den 1970er-Jahren auf.

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1998 erreichte er mit seinem Lied Mach’s gut bis zum nächsten Leben Platz 6 beim bislang einzigen Grand Prix des Schlagers.

Im August 2004 erschien das Comeback-Album Ich glaub an die Welt, sein erstes Album seit 22 Jahren. 2006 folgte das erste Weihnachtsalbum Tausend Lichter, tausend Kerzen. Am 13. Juni 2008 wurde das Album Für immer veröffentlicht. Produziert wurde es von Christian Bruhn. Es enthält Texte von Michael Kunze, Georg Buschor, Robert Jung, Stefan Waggershausen, Tobias Reitz, Edith Jeske und Peter Zentner. Am 5. August 2011 erschien seine neue Single Ich schau in mein Herz. Eine Woche später folgte das Album Zeitreif, das von dem Komponisten-Duo Helmut Kohlpaintner und Michael Schinkel produziert wurde.

Seit 2012 mied Jürgen Marcus wegen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung die Öffentlichkeit. Im April 2017 gab er seinen Rückzug aus dem Musikgeschäft bekannt. Er verstarb Mitte Mai 2018 im Alter von 69 Jahren in München.

1991 erfolgte sein Outing als erster größerer Schlagerstar in der „Bild am Sonntag“ mit der Top-Schlagzeile „Die Beichte des Jürgen Marcus. Ich konnte nie eine Frau richtig lieben. Alkohol. Männerliebe. AIDS-Angst“. Marcus war seit 1995 mit seinem Partner und Manager Nikolaus Fischer zusammen und wohnte in München. (Quelle: wikipedia)

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Dieser Sampler, basierend auf seinen Auftritten in der ZDF Hitparde, scheint mir ein würdiger Abschied zu sein … denn  dieses Format und dem – mein Gott – Dieter Thomas Heck – war halt die Welt des Jürgen Marcus und durch diese Hitparade fand er dann auch seine vielen (weiblichen) Fans … wenn die geahnt hätten.

Auch wenn mir diese Schunkel und Klatsch Musik mehr als suspekt ist, sag ich jetzt einfach zum Abschied ganz leise servus.

Und als Bonus habe ich seine allererste Single beigefügt: „Nur du“ basiert auf „El Condor Pasa“ und auch hier hatte schon der Jack White seine Finger drin … Der Song wird in zwei Versionen auf der A+B  Seite der Single dargeboten.

Sänger Jürgen Marcus re GER und Freund Nikolaus trinken ein Gläschen Sekt anlässlich des 60 Geb

Nikolaus Fischer & Jürgen Marcus

Titel:
01. Intro Dieter Thomas Heck 0.40
02. Nur Liebe zählt (White) 3.28
03. Warum kann ich deine Liebe nicht vergessen? (Massachusetts) (B.Gibb/R.Gibb/M.Gibb/White) 2.25
04. Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben (White/Jay) 3.47
05. Ein Festival der Liebe (White/Jay) 2.30
06. Schmetterlinge können micht weinen (White/Jay) 3.45
07. Der Grand-Prix D’Amour (White/Jay) 3.07
08. Ich hab‘ die Liebe nicht erfunden (White/Jay) 3.27
09. Ein Lied zieht hinaus in die Welt (White/Jay) 3.01
10. Auf dem Karussell (White/Jay) 3.13
11. Der Tingler singt für euch alle (White/Jay) 3.01
12. Die Uhr geht vor (Du kannst noch bleiben) (White/Hertha) 3.39
13. … Davon stirbt man nicht (Morelli/Heilburg) 4.13
14. Ein Lächeln (Cutugno/Delamoé/Sardou/Kinze) 3.51
15. Unser Leben (Pietsch/Stein/Holm/Weyrich) 4.35
16. Engel der Nacht (Angel Of Mine) (Duval/Maloyer/Baier) 4.18
17. Du (Giesecke/Califano/Otto/Hofer) 3.47
18. Outro Dieter Thomas Heck 0.11
+
19. Jürgen Marcus Jive (Hitmix) 4.36
+
20. Nur du (El Condor Pasa) (Teil 1) (Traditional/White) 2.53
21. Nur du (El Condor Pasa) (Teil 2) (Traditional/White) 2.39

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Jürgen Marcus (* 6. Juni 1948 in Herne; † Mitte Mai 2018 in München)

Verschiedene Interpreten – Sag es mit Blumen – Die schönsten Blumenlieder (1981)

FrontCover1Neulich habe ich hier ja ein ausführliches Interview mit Loki Schmidt präsentiert … und zwar hier.

Und hier ein ganz praktisches Beispiel für jenen Bereich, der Loki Schmidt quasi zeitlebens eine Herzensangelgenheit war. Der Schutz von gefährdeten Pflanzen.

Und so erschien 1981 mal wieder ne Benefiz-LP, diesmal gingen 25,0 DM an die „Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen“. Und bot es sich an, ein Album mit den „schönsten Blumenliedern“ zuzusammen zu stellen.

Dabei konzentrierte man sich allerdings vorrangig auf Aufnahmen aus der Welt der Operette und so kann man hier ein hübsches Stell-Dich-ein von bekannten Interpreten wie Heinz Hoppe, Ingeborg Hallstein, Anneliese Rothenberger oder Hermann Prey anhören.

Aber auch die Volksmusik kommt nicht zu kurz und Heino´s „Blau blüht der Enzian“ musste natürlich auch mit von der Partie sein.

Jetzt mal unabhängig von der Musikauswahl, die nun nicht direkt zu meiner ersten Wahl gehört: Das Thema an sich hatte und hat sein Bedeutung und Wichtigkeit, aber das predigen die Grünen ja schon seit langer Zeit. Von daher war diese LP ja eigentlich auch eine kleine Verbeugung vor dieser damals noch in den Kinderschuhen steckenden Bewegung.

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Titel:
01. Heinz Hoppe: Dunkelrote Rosen (Millöcker/Zell/GEnee/Steffan/Knepler) 2.27
02. Ingeborg Hallstein: Ein Blumenstrauß aus Nizzy (Buday/Hilm) 4.00
03. Peter Minich: Schneeweißes Maiglöckchen (de Fries/Ulrich) 4.05
04. Anneliese Rothenberger: Schneeglöckchen (Hardt-Warden/Loose/Stolz) 2.40
05. Fritz Wunderlich: Schenkt man sich Rosen in Tirol (Zeller/West/Held) 3.01
06. Heino: Blau blüht der Enzian (v.Kleebsattel) 4.02
07. Maria und Margot Hellwig: Sag es mit Blumen (Bütow/Pistorius) 2.56
08. Guiseppe Di Stefano: Von Apfelblüten einen Kranz (Lehár/Léon/Herzer/Löhner) 4.03
09. Lolita: Wenn die kleinen Veilchen blühen (Stolu/Hardt-Warden) 2.47
10. Hermann Prey: Draußen in Sievering blüht schon der Flieder (Strauß/Adler) 3.40
11. Das Kollmannsberger Duo + Die Wendelsteinmusikanten: Almenrausch und Edelweiß (Traditional) 3.45
12. Willy Schneider: Auf der Heide blühn die letzten Rosen (Stolz/Balz) 3.05

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Verschiedene Interpreten – Kinder erwünscht (1980)

FrontCover1.JPGUnd wieder einmal ne Benefiz-LP; diesmal ist sie dem Thema „Kinder“ gewidmet und das Anliegen ist klar: „Kinder brauchen das Gefühl, erwünscht zu sein. Kinder sind die Stiefkinder unserer Gesellschaft“. Hinter dem Projekt steht „Eine Aktion der privaten Initiative für die Familie“ und hinter diesem etwas sperrigen Titel verbergen sich Firmen wie Allianz Versicherung, BAT Cigaretten Fabriken, Fisher-Price Spielware, Gruner # Jahr AG, Lego, Dr. August Oetker und, und und … Bei so mancher Firma würde man sich wünschen, dass sie der guten Absicht auch guten Taten folgen lassen, z.B. was familienfreundliche Arbeitsbedingungen in ihren Konzernen betrifft. Und der Schalk in mir lacht hämisch auf … Doch noch ein paar Worte zu ausgewählten Musik. Klar stehen kinderbezogene Themen im Mittelpunkt und da hatte man durchaus ein gutes Händchen und so manch rare Sachen kann man da auch hören. So z.B. Lieder von Su Kramer, Julia Migenes, Nina Lizell, Nadja Tiller + Walter Giller, Hildegard Knef oder Erika Pluhar …

Aber, und das muss auch gesagt werden: Gelegentlich wird die Schmerzgrenze zum Kitsch ganz gewaltig überschritten („Hey Yvonne“ oder „So wie dein Daddy“)

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Bedauerlicherweise ist die Qualität dieses Vinyl-Rips gelegentlich arg durchwachsen …  aber so ist das halt bei alten Schallplatten … überwiegend lässt sie sich aber ziemlich störungsfrei anhören … Viel Vergnügen !

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Titel:
01. Su Kramer: Wo liegt m Sommer der Schnee (Rehbein/Kramer/Francis) 4.12
02. Julia Migenes mit Tochter Martina:  Aba Heidschi-Bumbeidschi (Volksweise) 3.35
03. Gunter und Yvonne Gabriel: Hey, Yvonne (Warum weint die Mammi) (G.Gabriel/Y.Gabriel) 3.45
04. Nina Lizell: Ich Wünsch mir ein Kind von dir (Siegel/Meinunger/Daum) 4.00
05. Nadja Tiller + Walter Giller: Meine Tochter, deine Tochter (Niessen/Weyrich) 3.58
06. Mary Roos:  Paff, der Zauberdrache (Yarrow/Coplet/Wilden) 3.58
07. Hildegard Knef: Christina (Humphries/Knef) 3.48
08. Wencke Myhre: So wie dein Daddy (Adrian/Dahmen/Faltermeier) 3.00
09. Michael Holm: Wunschkind (Pietsch/Holm) 2.46
10. Lena Valaitis: O Mein Papa (Burkhardt/Rödelberger) 4.12
11. Michael Schanze: Das Kind mit dem Tambourin (Weindorf/Kuntze) 5.02
12. Erika Pluhar: Die Lehren Einer Mutter An Ihre Töchter (Datin/Dabadie/Heller/Wolf) 4.30

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Verschiedene Interpreten – Seid nett aufeinander II (1976)

FrontCover1Bei einem Album wie diesem … da komme ich arg ins grübeln …

Oder. Bei einem Album wie diesem kommt mir der Begriff des „fremdschämens“ wieder in den Sinn:

Auf diesem Sampler hören wir „humoristische“ Lieder zum Thema „Sei nett aufeinander“ (ha ha ha) … und dafür nutzte man überwiegend Singles des Hansa Labels aus jenen Jahren …

Und die Flut dieser nichtssagenden Lieder kann einen schon ins grübeln bringen … angesichts der Flachheit all dieser Lieder.

Da strahlt dann ein Gunter Gabriel als Einäugiger unter den Blinden hervor.

Und dann hören wir Lieder der unterirdischen Art von Sängern die sich Rolly Joker, Norman Ascot, Victor Scott, Detlev, Gilla, Löwe & Co., Hermann Hoffmann oder nannten oder auch tatsächlich so hie0en.

Ich geh zum lachen wahrlich nicht in den Keller, aber was hier zum Thema „Sex“ (darum ging´s ja letztlich bei diesem Sampler) dargeboten wird … spottet jeder Beschreibung.

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Nun ja, zumindest sind einige Biographien der Künstler interessant:

Gilla, z.B. wurde in der Mitter der 70er Jahre schon fast als Nymphoman vermarktet:

Gilla (eigtl. Gisela Wuchinger; * 27. Februar 1950 in Linz) ist eine österreichische Sängerin. Sie trat zunächst in der Band ihres Vaters Niki Wuchinger auf. Dann studierte sie in Salzburg Musik und sang in der Band Traffic, die sich später umbenannte in Seventy-Five Music. Danach wurde sie von Frank Farian produziert und konnte mehrere Singles in die Charts bringen. Ihre rauchige Stimme passte sehr gut zu den teilweise sexy-schwülen Songs, die Frank Farian für sie produzierte (z.B. die deutsche Version von Voulez-vous coucher avec moi (Lady Marmalade)). Ihr größter Erfolg war die Single Tu es! (1975/1976).

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Nach der Geburt ihrer Tochter Nadja entschied sie sich gegen die Fortführung ihrer Karriere. Sie ist verheiratet mit Helmut Rulofs, der unter dem Pseudonym Chris Denning ebenfalls einige Lieder veröffentlichte und für Frank Farian arbeitete. Unter dem Pseudonym G. Winger schrieb sie den Song (I See A) Boat On The River (ein Top-10-Hit für Boney M.). Später gründete sie die Gruppe Vanilla. Heute lebt sie in Braunfels (Hessen) und tritt nur noch gelegentlich öffentlich auf. (Quelle: wikipedia)

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Werbetext auf der Rückseite der Single Hülle von „Tu´es“)

Und da ist dann noch der Hermann Hoffmann:

Hermann Hoffmann wurde am 22. Februar 1928 in Heilbronn geboren.

Hermann Hoffmann hatte bereits in den Fünfzigern mit einem Schwarzsender seine eigene Sendung „Radio Zitrone“ gesendet. Illegalerweise – und es wurde von der Post aufgedeckt und er musste den Betrieb einstellen. Er machte dann seine Sendungen innerhalb von Unterhaltungssendungen des WDR und NDR aus dem eigenen Tonstudio weiter.

Ich bezeichnete ihn schon in den Neunzigern als den “Urvater der deutschen Radio-Comedy”, obwohl diesen Titel vielleicht auch Peter Frankenfeld verdient hätte.

Hermann Hoffmann

Hermann studierte Musik, war unter Anderem auch Kapellmeister und Produzent von so einigen Tondokumenten, die er auch für Andere produzierte. Er hatte bereits 1962 Radiocomic in Form der „kleinen Dachkammermusik“ oder des „Sender Radio Zitrone“ produziert und vornehmlich über den WDR und NDR ausstrahlen lassen. Er nannte dies den „fröhlichen Einmannsender im Alleingang“.

Er starb leider viel zu früh am 8. April 1997. (www.diekleinedachkammermusik.de)

Das scheint mir eine sehr interessante Biographie zu sein … irgendwie abseits des Mainstreams …

Ja und dazu passt dann auch der Jon Symon:

Jon Symon Hornsby (* 10. Januar 1941 als Simon John Hornsby in Epsom, Vereinigtes Königreich; † 7. Dezember 2015 auf der Isle of Wight, England) war ein britischer Musiker und Komponist, der seit Mitte der 1960er-Jahre in Deutschland lebte und vor allem als freier Rockmusiker tätig war.

Einem breiteren Publikum wurde er Anfang der 1980er-Jahre als Mitproduzent des erfolgreichen Rockballetts Warlock bekannt, bei dem er auch als Rocksänger in der begleitenden Deutschrock-Band mitwirkte.

Jon Symon kam Mitte der 1960er-Jahre als britischer Soldat nach Deutschland und lebt seitdem in Hannover und Barsinghausen. Er gehört der Gründungsgeneration der hannoverschen Rockszene an und spielte ab 1965 in Hannover bei der 1963 gegründeten Beatband Anyones als Gitarrist. 1970 trat er erstmals als Ein-Mann-Band unter dem Namen Rasputin auf. Ein von ihm entworfenes Schlagzeug wurde mit einer speziellen Mechanik ausgestattet, Gitarre und Bass kamen von einer umgebauten Fender Telecaster. Als Rasputin, sowie auch unter dem Namen Jon Symon’s One Man Band, coverte er meistens Songs von bekannten Gruppen, wobei er mit seinem Instrumentarium den Sound einer ganzen Band ersetzte.

Jon Symon

 Jon Symon (auch ein Namen, den ich mir merken will)

Er unternahm Tourneen durch die Bundesrepublik Deutschland und Österreich, trat 1973 im Musikladen der ARD auf und hatte danach mehrere Fernsehauftritte wie 1976 in der ZDF-Musiksendung disco sowie in weiteren Sendungen in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich. In den 1970er-Jahren brachte er mehrere Singles heraus.

1978 lernte er den Musikverleger Michael Mellethin kennen, der Mitbesitzer eines Tonstudios war, das Symon nutzen durfte. Es entstand das Konzeptalbum Warlock – Memories of a White Magician. Symon konnte für dieses Projekt den Bassisten Klaus-Peter Matziol und den Keyboarder Detlev Schmidtchen von Eloy sowie den Geiger Hajo Hoffmann gewinnen, Jim McGillivray von Epitaph saß am Schlagzeug. (Quelle: wikipedia)

 

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Und der Bass, den Gilla da in den Händen hält, dieses Bass Modell (made by Gibson) spielte auch ein Jack Bruce in seinen Zeiten bei „Cream“ … mein Gott !

Trotz all der interessanten Biographien … die Musiker/Sänger/innen dieses Albums haben sich dennoch mit diesen Aufnahmen nicht mit Ruhm bekleckert …

Wie man bei dieser Präsentation nachhören kann …  wenn man denn will (schräger Humor ist dabei vorausgesetzt

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Titel:
01. Gunter Gabriel:  Heut‘ ist nicht mein Tag (Ascot/Gabriel) 2.47
02. Rolly Joker: Das Hick-Hack-Stoßgerät (Gurra) 3.41
03. Norman Ascot: Womit hab‘ ich das verdient (Ascot/Marcard) 3.21
04. Victor Scott: Ohne Hemd und ohne Hosen (Lavigny/Dobar/Makot/Weigel) 3.25
05. Detlev:  Mein Gott Walter (Die Schwulitäten-Version) (Krüger/Danzer/Kämpfe) 4.21
06. Gilla: Tu‘ es (Farian/Jay) 3.35
07. Löwe & Co.: Mein Weib, das zieht sich immer schwarze Unterwäsche an (Breuer/Rose/Bloom/Lob)  2:20
08. Rolly Joker: Ich könnt‘ schon wieder (Zander/Marcard) 3.53
09. Gunter Gabriel: Komm unter meine Decke (Gabriel/Brink/Gordan) 3.53
10. Hermann Hoffmann:  Mit dem Hammer in der Hand (Gabriel/Bungter) 2.41
11. Jon Symon: Auf der grünen Wiese (Benes/Hardt-Warden/Köller) 2.36
12. Detlev: Kerls, Kerls, Kerls (Girls, Girls, Girls) (Kajanus/Kampfe/Gordan) 2.59

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Verschiedene Interpreten – Ruf doch mal an – Die schönsten Telefon-Schlager (1999)

FrontCover1Und wieder mal ne kleine Zeitreise, die so ganz besonders amüsant ist …

25 Schlager rund ums Thema ‚Telefon‘ Enthält die deutsche Version von Jim Reeves’ Telefon-Klassiker He’ll Have To Go Mit Elke Sommer, Bill Ramsey, Greetje Kauffeld u.v.m. ‚Das Pferd frißt keinen Gurkensalat!‘ Mit diesem gesprochenen Test-Satz stellte 1861 der Lehrer Philip Reis eine bahnbrechende Neuerung vor – das Telefon war erfunden. Seitdem ist es aus dem öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Es kann helfen, kann Spaß und Geschäfte machen (und auch manchmal nerven). Der Fernsprecher war schon immer ein willkommenes Thema für Schlager-Komponisten und -Texter. Ob einheimische Interpreten (Gerd Böttcher Ein Herz mit Telefon , Elke Sommer Nachts ging das Telefon ) oder Zugereiste (Alma Cogan Ruf mich an, Sacha Distel Deine Stimme am Telefon, Bill Ramsey Telefon aus Paris) – das Thema produzierte immer neue Variationen.(Werbetext)

Aber diese Edition ist noch viel mehr … Da sind z.B. die launigen kulturhistorischen Betrachtung zur Geschichte und Bedeutung des Telefons von Bernd Matheja … da schlendeert einer mit viel schmunzeln wohl auch durch die eigenen Erinnerungen.

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Na ja … und dann die Musik … das bleibt einem der Mund offen, denn hier begegnet man wahrlich nicht nur bekannten Figuren, sondern Sängern/Sängerinnen von den ich noch nie etwas gehört habe … da tauchen Namen wie Alma Cogan, Nora Nova, Helena Vondrackova oder Little Wölfi und machen ihre Sache gar nicht mal so schlecht (klar, wir reden hier vom Schlager der 60er Jahre !)

Diese Zusammenstellung hat dann auch in den USA eine gewisse Beachtung gefunden, denn aus dem Musikportal allmusic findet sich dann folgende Besprechung:

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A thematic compilation of German songs about telephones, Ruf Doch Mal an! Telefon assembles 25 pop recordings from 1949-1972, cross-licensed from nearly a dozen different labels. About a third of the selections are German-language adaptations of pop hits from other countries, particularly the United States. Paul Anka’s „Kissin‘ on the Phone“ and Brenda Lee’s „The Waiting Game“ and „You Can Depend on Me“ are three such hits that are transformed into sparkling schlager in the hands of these mostly German pop vocalists. Mostly pop (teen and otherwise) in style, these are infectious ditties that tap into the popular infatuation with telephones, especially with regard to their role in facilitating private romantic conversations.

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The theme is possibly more compelling than ever considering the ubiquity of cell phones, and the songs, in that respect, are fascinating for turning a magnifying glass on something that most people take for granted today. A few songs feature German-language recordings by American and British stars such as Eve Boswell of the Boswell Sisters and Alma Cogan, but most feature schlager singers. The essay, in German, recounts the history of the telephone in Germany before offering a photo gallery of picture sleeves and artist photos for each song. (by Greg Adams)

Ja und dann … hat mir beiser Zusammenstellung eigentlich ein ganz besonderer Teleon-Schlager gefehlt und zwar Bill Ramsey´s „Hallo Boss, hallo“ … ein verschmitztes Telefonat mit dem Boss der Firma, der gerade in Italien weilt … anhören !

Und natürlich wurden auch meine Erinnerungen hinsichtlich meiner bedeutsamer Telefonate in meinem Leben wach … oh, oh, oh …da wechselten sich große Glücksmomente mit persönlichen Tragödien ab … ei, ei, ei …

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Titel:
01. Bernd Spier: Memphis, Tennessee (Berry/Monzague/Lilibert) 2.20
02. Alma Cogan; Ruf mich an (Olden/Zimber) 2.53
03. Gigi & Bernd Spier: Dann ging das Telefon (Hilliard/Allen/Blecher) 2.14
04. Marianne: Ruf am Sonntag bei mir an (Nils/Bradtke) 2.37
05. Ruth Berle: Nur am Telefon (Wolf/Bower/Hertha) 2.18
06. Monika Grimm:  Ein Kuss am Telefon (Wilson/Whitcup/Märten) 2.23
07. Max Greger: Hallo Susi! (Lieferman/Maine/Astor/Zeuden) 2.47
08. Charly Cotton und seine Twist Makers: Telefon Twist (Bruhn/Buschor) 2.15
09. Dany Mann: Leider falsch verbunden (Halletz/Bradtke) 2.08
10. Elke Sommer: Nachts ging das Telefon (Kollo) 2.24
11. Topsy: Telefon Fox (Simon) 2.47
12. Bill Ramsey: Telefon aus Paris (Gietz/Feltz) 2.07
13. Gerd Böttcher: Ein Herz mit Telefon (Grabe/Brech/Klomfass) 2.59
14. Greetje Kaufeld: Ruf an (ich bin immer für dich da) (Carpenter/Dunlap/Hines/Feltz) 3.03
15. Sacha Distel: Deine Stimme am Telefon (Peeters/Feltz) 2.57
16. Gerhard Wendland: Ich bin bei dir (J.Allison/A,Allison/Bader) 2.17
17. Nora Nova: Nora (Telefon aus St. Tropez) (Berlipp/Stroem/Lind) 3.14
18. Nana Gualdi: Sprich nicht über Liebe am Telefon (Nowa/Renhard) 2.43
19. Eve Boswell: Liebes Telefon (Hadad/Brown/Fleming) 3.09
20. Hannes Verres: Ruf mich noch einmal an, bevor du schlafen gehst (Niessen) 2.49
21. Nino Ferrer: Das Telefon (Ferrer/König/Bellert) 2.46
22. Helena Vondrackova: Ruf mich an (Ondracek/Rytir/Relin) 2.24
23. Marianne: Ruf mich nir mehr an (Alisch/Mennewisch/Breuer) 2.42
24. Little Wölfi: Klingelingeling, mein Telefon (Kuntze/Volkmann/Harings/Höhne) 2.20
25. Evelyn Künnecke:  Ruf mich mal an per Telefon (Berking/Frankenfeld) 3.08
+
26. Bill Ramsey: Hallo Boss, hallo (Gietz/Bradtke) 3.28

CD1

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AlteTelefone

Verschiedene Interpreten – Bewegliche Ziele – Die frühen Jahre (Der Trikont Sampler 1) (1996)

FrontCover1Ein unvermeidbarer und auch ein unverzichtbarer Rückblick auf die frühen 70er Jahre … als die Politisierung der „rebellischen Jugend“ auch in der Musik seinen Ausdruck fand … und das Trikont-Label war (neben dem Pläne Label in Dortmund) das zentrale Sprachrohr dieser Bewegung:

Der Trikont Musikverlag ist ein Independent-Plattenverlag und Musiklabel aus München, das 1967 innerhalb des gleichnamigen Trikont-Verlages entstanden ist. 1980 löste sich der Verlag auf. In der Folge gründete sich das eigenständige Plattenlabel Trikont-Unsere Stimme-Our own Voice. Markenzeichen des Labels ist es, „Musik von unten“ zu veröffentlichen, die der vorherrschenden Expertenkultur sowie der kommerziellen Glätte entgegenwirken soll.

Das Label Trikont wurde Ende der 1960er Jahre ursprünglich als Buchverlag gegründet. Es galt als eines der bekanntesten Publikationshäuser der Protest- und Alternativ-Bewegung der 1968er Jahre. Einige Jahre später kam dann die Musik dazu. Als sich der alte Verlag auflöste, wurde die eigenständige Schallplattenreihe: Trikont – Unsere Stimme – Our own Voice, gegründet.

Etwa 500 Platten und CDs von Musikern und Bands haben das Haus in München-Giesing seither verlassen (Quelle: wikipedia)

Booklet08A

Nachdem dieser wikipedia Beitrag ein wenig arg dürftig ist …hier die Selbstdarstellung des Trikont Musik Verlages:

Ende der 60iger Jahre wurde Trikont als Buch-Verlag gegründet – in einer Zeit, in der der Wunsch nach einem anderen Leben immer drängender wurde. Freiheit und Selbstbestimmung wurden zum Überbegriff einer erwünschten und erträumten Gesellschaft, in der die Gleichberechtigung der Geschlechter, ein liebevoller und fairer Umgang mit Kindern, eine unzensierte öffentliche Meinung und vieles andere mehr, zur Triebfeder für den Wunsch und den Willen nach Veränderung wurde.

Booklet13B

Walter Moßmann

In diesen Zeiten des Umbruchs, der Neuausrichtung und des Hinterfragens scheinbar immer schon gültiger Wahrheiten war es die Musik, die den emotionalen Weg zu den Menschen fand. Nicht nur, um Utopien und Träume von einer besseren, gerechteren Welt unter die Leute zu bringen, auch um die Musik gemeinsam zu erleben, Spaß zu haben und sich verbunden zu fühlen.

Und heute, 50 Jahre später sind wir immer noch überzeugt, dass keine Kunst ausdrucksstärker und potentiell demokratischer ist als Populärmusik – in keiner anderen Kunst konnten und können sich Leute intensiver und direkter ausdrücken.

Deshalb machen wir immer noch Musik und deshalb haben seit unseren Anfängen diese vierhundertzweiundneunzig Tonträger das Trikont-Haus in München-Obergiesing verlassen. Musik von Künstlern, die erfolgreich auf ihre Eigenart bestehen, sich ihren Eigensinn bewahren, die was zu sagen und zu singen haben und in vielen unterschiedlichen Genres zuhause sind. Und nicht zu vergessen unsere vielen, vielen Sampler die ganz unterschiedlich klingende Geschichten aus der heimischen und weltweiten Populärmusik erzählen, und ihr etwas von ihrer Leidenschaft und Würde zurückgeben und uns mehr zeigen als eine grell bemalte Oberfläche. „Klingt gut“, ist uns immer schon zu wenig Begründung für unser Interesse an Musik. Wir suchen den Klang hinter den Tönen, die Geschichte hinter der Fassade und die Energie und Entschlossenheit hinter jeder unserer Veröffentlichungen.

Wir sind sicher, dass viele Menschen ganz unterschiedliche Musiken hören würden, wenn sie ihnen denn bekannt wären. Und den Diktatoren des statistischen Durchschnitts schreiben wir in ihre Bücher, dass Mehrheiten immer aus vielen Minderheiten bestehen.

Wir machen weiter. (Eva Mair-Holmes und Achim Bergmann)

Booklet13A

Sogenanntes Linksradikales Blasorchester

Und 1996 feierten sie ihr 25jähriges Jubiläum mit einer dreiteiligen Sampler-Serie.

Hier der erste Sampler, und natürlich, er enthält die „frühen Jahre“. Und das schrieb die Presse:

Hier hört man die Musik, die wahrscheinlich nie erscheinen würde, kümmerte sich Trikont nicht darum. (Falter, Wien)

Doch in Sachen Profil macht dieser Zwerg so manchem PlattenRiesen was vor. Heute heißt das Credo des Verlags nicht mehr ,Gegenkultur‘, sondern, nach einer Wortschöpfung Bergmanns ,Eigensinnkultur‘. (Abendzeitung, München)

25 Jahre Trikont: Ein faszinierender CD-Sampler dokumentiert EigensinnKultur. (SüdwestPresse)

Booklet01A

Eine Gasse der EigensinnKultur seit einem Vierteljahrhundert bietet Trikont vielen, ganz unterschiedlichen Musikern ein Zuhause. Bei Deutschlands filigranster Plattenschmiede wissen sie es inzwischen: Sie sind und haben nur eine Stimme. Aber die ganz gewiß. (Rolling Stone)

Tatsache ist, daß Trikont mit seiner Labelpolitik nicht nur Randgruppen bedient, sondern auch den ganz normalen Menschen draußen auf der Straße erreichen will, um ihn am Konzept und der eigenen Lebensphilosophie teilhaben zu lassen. (Münchner Merkur)

Klein, aber laut. (Amica)

Das wahrscheinlich weirdeste Label der Republik feiert Geburtstag. Trikont blickt im gerechten Zorn zurück auf 25 Jahre einstürzende Altbauten und bietet im 3CDSchuber ,25 Jahre Our Own Voice‘ einen panoramischen Überblick über sein radikales Schaffen. (WOM Journal)

Was für eine schillernde Szene war das damals … ich habe sie damals ziemlich nah mitbekommen, wohnte ich damals doch auch noch in München … Es war die Szene der Spontis, der Träumer und der Radikalen … vieles war mir damals nicht gnz geheuer … aber mit viel Sympathie habe ich das als Zaungast begleitet.

Folgende Zeilen aus dem Begleitheft bringen es dann auf den Punkt:

Hüllentext

Und so kann man sich eigentlich nur auf die weiteren Sampler aus dem Hause Trikont freuen … zumal bei vielen dieser Aufnahmen neben den engagierten Texe auch zuweilen superbe Musik eingespielt wurde.

Booklet11A

Dicke Lippe

Titel:
01. Ton, Steine, Scherben: Keine Macht für Niemand (live 1984) (Reiser/Lanrue)  4.01
02. Lotta Continua: La Violenza (Traditional) 2.21
03. Albino: Wir sind alle Fremdarbeiter (Albino) 2.37
04. Sigurd Kämpft: Made In Germany (Hupfer/Lechner/P.Feller/K. Feller/Bach) 1.57
05. Tommi & Mobiles Einsatzorkester: Wer hat Angst vorm schwarzen Mann (Prosperi) 4.14
06. Herta; Freizeitheim Lied (unbekannt) 1.39
07. Hundt & Schröder: Susi Schnüffelzinken (Hundt) 3.49
08. Monika & Frauenoffensive: Schaf im Wolfspelz (unbekannt) 1.18
09. Warmer Südwind: Die liebe Familie (Eschi/Jacobson/Reiner) 4.58
10. Weckers Uhrwerk: Wer denkt denn schon daran (unbekannt) 2.56
11. Dicke Lippe: Bruttosozialprodukt (unbekannt) 3.48
12. Dave Corner: Hausdurchsuchung (Traditional/Corner) 2.37
13. Jeile Träumer: Nie kaputt (Hocker/Köster) 4.23
14. Klaus der Fiedler & Kölner Straßenmusiker: Herstattblues (v.Wrochem) 5.11
15. Uli Ahnen Klan: Geh indisch (Ahnen) 2.49
16. Sogenanntes Linksradikales Blasorchester: Ya No Somo Nosotros (Karaxu) 1.36
17. Kollektiv Rote Rübe: Wiegenlied (Wecker) 5.04
18. Frauenoffensive: Tante Klara (unbekannt) 0.40
19. 3 Tornados: Terror Roswitha (Klotzbach/Rating/Thews) 1.19
20. Walter Moßmann: Lied vom Lebensvogel (Moßmann) 7.24
21. Schorsch & Arbeitersache: Sabotage (unbekannt) 1.50
22. SSK Harmonie Kollektiv: Hey, wir sitzen auf der Straße (unbekannt) 2.25
23. Teller Bunte Knete: Ab auf’s Land (Esslinger/Kubica/Merklin/Rohde/Gminski) 2.43
24. Die singenden Winzerinnen, Blaskapelle Rote Note: In Wyhl, da gibt’s kein KKW-Fessenheim Tango (unbekannt) 1.57
25. Sparifankal: Aus is und gar is (Dosch/Laber/Sonderwald/Obermaier/Reichert) 5.11

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Booklet07A