Udo Jürgens – Seine 40 größten Erfolge (1976)

FrontCover1Über den Udo Jürgens bin ich heute eigentlich nur durch Zufall gestolpert. Ich war gerade dabei mich mit dem dem längst verstorbenen Joachim Fuchsberger zu beschäftigen, da ist mir wieder eingefallen, dass dieser Fuchsberger hat auch so einige Texte für Udo Jürgens Kompositionen verfasst hat. Und dann habe ich mich an diesen raren Sampler aus dem Jahr 1976 erinnert, der von K-Tel Records veröffentlicht wurde.

Die Udo Jürgens Fan-Seite schreibt dazu:

„Mit insgesamt drei verschiedenen Covers, wovon bei den „roten“ nur die Backcovers unterschiedlich sind, hatte K-Tel 1976 versucht, die 40 größten Erfolgen von Udo Jürgens „an den Mann zu bringen“. Eine an und für sich gute Zusammenstellung der populären Songs – es fehlt kaum ein Hit darauf und es wurden auch Lieder einbezogen, die erst wenige Monate zuvor erschienen sind (z.B. „Ein neuer Morgen“).
Das blaue Cover ist das in der Erstauflage erschienene und ist etwas rarer, da es nach kurzer Zeit durch das rote ersetzt wurde.“

Udo Jürgens + Joachim Fuchsberger (2004)

Für absolute Udo Jürgens Sammler ist vielleicht noch die Information von Interesse, dass auf diesem Album der Titel „Rot blüht der Mohn“ in der Maxi-Version vorliegt, und dass der Titel „Die Sonne und Du“ in der (längeren) CD-Fassung gepresst wurde.

Aber das nur am Rande …

In meiner letzten Präsentation von Udo Jürgens (eine seltene italienische Single: hier) schrieb ich ja:

„Ich mache gar keinen Hehl daraus, dass ich Udo Jürgens für den bedeutendsten Schlager-Sänger aus deutschen Landen halte. Nicht nur, weil er als einer der wenigen die Kunst der Komposition wie kaum ein zweiter beherrscht, nein auch hat er immer wieder mit seinen Texten mehr zu sagen gehabt, als nur die üblichen “Herz-Schmerz” Themen.“

Und auf diesem Doppel-Album kann man etliche seine Lieder finden, die mehr als bemerkenswert sind. Da sind zum einen seine „sozialkritischen“ Beitzräge zum Zeitgeschehen (ich nenne da nur „Ein ehrenwertes Haus“, „Griechischer Wein“, „Matador“ „Lieb Vaterland“, aber auch das bissige „Aber bitte mit Sahne“), dann sind dann desweiteren seine „philosophischen“ Beiträge wie „Was wirklich zählt auf dieser Welt“ oder „Ich glaube“ und „Mein Freund der Clown“.

Und ja, auch seine romantischen Schmachtfetzen haben es mir angetan („Mercie Cherie“, „Was ich dir sagen will“, „Warum nur warum“) und dann auch seine „anzüglichen“ Lieder („Es wird Nacht, Senorita“ oder auch das köstliche „Anuschka“).

Kurz und gut: Udo Jürgens ist weitaus mehr als Schlagersänger …

Davon kann man sich hier überzeugen und wer die volle Dröhnung Udo Jürgens will … ist hier mehr als gut bedient! (Wenngleich auch der Knaller „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ irgendso ein Remake und eben nicht die Originalfassung ist!)

Und irgendwie habe ich heute mit diesen Lieder Abschied von Joachim Fuchsberger genommen … und von diesem Joachim Fuchsberger wird hier demnächst noch mehr zu lesen sein.

BackCover

Titel:
01. Merci Cherie (Jürgens/Hörbiger) 3.15
02. Warum nur warum (Jürgens) 2.40
03. Mein Freund der Clown (Jürgens/Brandin) 3.03
04. Was ich dir sagen will (Jürgens/Fuchsberger) 3.31
05. Jenny (Jürgens) (Version 1973) 3.14
06. Sag ihr, ich laß sie grüßen (Jürgens/Bohlen) 3.04
07. Dein letzter Brief (Jürgens/Brandin) 2.28
08. Ich glaube (Jürgens/Brandin) 3.45
09. Sag mir wie (Jürgens/Relin) 2.52
10. Immer wieder geht die Sonne auf (Jürgens/Hörbiger) 3.06
11. Ein ehrenwertes Haus (Jürgens/Kunze) 3.30
12. Aber bitte mit Sahne (Jürgens/Hachfeld/Spahr) 3.38
13. Do Swidanja (Jürgens/Brandin) 4.03
14. Spiel Zigan, spiel (Jürgens/Brandin) 3.34
15. Anuschka (Jürgens/Brandin) 2.53
16. Der Teufel hat den Schnaps gemacht (Jürgens/Kunze) 2.45
17. Ich bin wieder da (Jürgens) 2.39
18. Mathilda (Span) 3.03
19. Cottonfields (Ledbetter) 3.05
20. Es wird Nacht, Señorita (Aufray/Brandin) 2.13
21. Wahre Liebe ist ganz leise (Jürgens/Relin) 2.53
22. Lieb Vaterland (Jürgens/Hachfeld) 4.13
23. Deine Einsamkeit (Jürgens/Brandin) 4.00
24. Matador (Jürgens/Brandin) 3.39
25. Der große Abschied (Jürgens/Fuchsberger) 3.39
26. Was wirklich zählt auf dieser Welt (Jürgens/Brandin) 2.28
27. Eine Art von Serenade (Jürgens/Mey) 2.45
28. Dann kann es sein, daß ein Mann auch einmal weint (Jürgens/Fuchsberger) 3.00
29. Ich glaube an die Liebe (Jürgens/Loose) 3.38
30. 17 Jahr, Blondes Haar (Jürgens/Hörbiger) 2.33
31. Griechischer Wein (Jürgens/Kunze) 4.06
32. Und dabei könnt‘ sie meine Tochter sein (Jürgens/Kunze) 3.50
33. Zeig mir den Platz an der Sonne (Jürgens/Hachfeld) 3.54
34. Es war einmal ein Luftballon (Jürgens/Krüss) 2.34
35. Es wär so schön, die ganze Nacht bei dir zu bleiben (Jürgens) 3.25
36. Geschieden (Hachfeld/Delpech/Vincent) 3.57
37. Ein neuer Morgen (Jürgens/Kunze) 5.18
38. Vier Stunden in der Woche (Jürgens/Kunze) 4.31
39. Illusionen (Jürgens/Alexandra) 3.29
40. Auf der Straße der Vergessenheit (Jürgens/Hachfeld) 4.50

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Booklet

Therese Giehse – Therese Giehse singt Brecht (1975)

FrontCover1Ganz sicher war sie eine der ganz großen Schauspielerinnen des letzten Jahrhunderts:

Therese Giehse, geborene Therese Gift, (* 6. März 1898 in München; † 3. März 1975 ebenda) war eine deutsche Schauspielerin.

Therese Giehse kam 1898 als Tochter des jüdischen Kaufmannsehepaars Gertrude und Salomon Gift zur Welt. Von 1918 bis 1920 nahm Giehse Schauspielunterricht bei Tony Wittels-Stury. Ihre Saison-Engagements von 1920 bis 1926 („meine Lernjahre“) führten sie durch die Provinz: Siegen/Westfalen, Gleiwitz/Oberschlesien, Landshut/Niederbayern, die Bayerische Landesbühne, Breslau bei Paul Barney. Von 1926 bis 1933 war sie Mitglied an den Münchner Kammerspielen bei Otto Falckenberg.

Giehse gründete Anfang 1933 zusammen mit ihrer Freundin Erika Mann sowie mit deren Bruder Klaus Mann, der ihr später seinen Roman Mephisto widmete, in München das Kabarett „Die Pfeffermühle“. Mit diesem emigrierte sie noch im gleichen Jahr, da sie als Jüdin und politisch links stehende Künstlerin mit der Verfolgung durch die Nationalsozialisten rechnen musste. Erste Station ihrer Flucht war Zürich. Danach verlief ihr Fluchtweg von 1934 bis 1936 über Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Österreich bis in die Tschechoslowakei. Am 26. April 1936 erlebte die „Pfeffermühle“ ihre 1000. Vorstellung in Amsterdam.

Am 20. Mai 1936 heiratete die lesbische Giehse den homosexuellen englischen Schriftsteller John Hampson-Simpson († 1955), um auf diese Weise einen britischen Pass zu erhalten und so dem Zugriff der Nationalsozialisten entgehen zu können. 1937 wurden in Amerika begonnene Aufführungen der „Peppermill“ nach kurzer Zeit wegen Erfolglosigkeit wieder eingestellt. Sie kehrte an das Zürcher Schauspielhaus zurück, dem sie ihr Leben lang treu blieb. Nach 1945 stand sie in München, Berlin, Salzburg und auch in Wien auf der Bühne.

Therese Giehse in der Rolle der Mutter Courage, Porträt von Günter Rittner, 1966

Therese Giehse in der Rolle der Mutter Courage, Porträt von Günter Rittner, 1966

Als zeitweiliges Mitglied des Berliner Ensembles von Bertolt Brecht war Giehse nach dem Krieg eine gefragte Interpretin seiner Werke. So erschien ihr Rezitations-Abend Ein Bertolt Brecht-Abend mit Therese Giehse auf mehreren Schallplatten sowohl in der BRD wie auch in der DDR.

Therese Giehse starb 1975 drei Tage vor ihrem 77. Geburtstag in München. Während der Gedenkfeier in den Münchner Kammerspielen starb der Regisseur Paul Verhoeven an Herzversagen, als er während der ersten Sätze seines Nachrufs auf Giehse zusammenbrach. Therese Giehse wurde auf ihren eigenen Wunsch auf dem Friedhof Fluntern in Zürich begraben.Als zeitweiliges Mitglied des Berliner Ensembles von Bertolt Brecht war Giehse nach dem Krieg eine gefragte Interpretin seiner Werke. So erschien ihr Rezitations-Abend Ein Bertolt Brecht-Abend mit Therese Giehse auf mehreren Schallplatten sowohl in der BRD wie auch in der DDR.

Während der Zeit von 1937 bis 1966 war Giehse am Schauspielhaus Zürich sowohl als festes Ensemblemitglied wie auch als Gast engagiert. Sie wirkte in den Brecht-Uraufführungen von Mutter Courage und ihre Kinder am 19. April 1941 sowie von Herr Puntila und sein Knecht Matti am 23. April 1948 mit. Am 22. September 1949 spielte sie in der ersten Premiere nach ihrer Emigration an den Kammerspielen in München in Der Biberpelz von Gerhart Hauptmann mit. Von 1949 bis 1952 war Giehse Mitglied am Berliner Ensemble und von 1949 bis 1973 auch an den Münchner Kammerspielen engagiert.

Am Zürcher Schauspielhaus wirkte Giehse in den Uraufführungen von Friedrich Dürrenmatts Theaterstücken Der Besuch der alten Dame am 29. Januar 1956 sowie in Die Physiker am 21. Februar 1962 mit. Die Physiker wurden ihr vom Autor gewidmet. An den Kammerspielen in München wirkte sie am 4. Oktober 1967 in der Uraufführung von Die Landshuter Erzählungen von Martin Sperr mit.

Am 24. Juni 1955 verlieh man ihr das Filmband in Silber für ihre Rolle in dem Spielfilm Kinder, Mütter und ein General.

Am 10. November 1988 wurde Giehse mit einer Briefmarke der Dauermarken-Serie Frauen der deutschen Geschichte geehrt. Da es sich bei dem Wert der Marke seinerzeit um das Standardporto für Briefe handelte, wurde Giehse hierdurch auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt.

In München wurde 1975 die Therese-Giehse-Allee in Neuperlach nach ihr benannt, in Unterschleißheim 1995 die Therese-Giehse-Realschule. In Zürich-Oerlikon existiert eine Therese-Giehse-Straße. Im Hamburger Bezirk Bergedorf ist im Stadtteil Neu-Allermöhe-Ost ebenfalls eine Straße nach ihr benannt, der Therese-Giehse-Bogen. Auch in Berlin-Spandau gibt es eine Therese-Giehse-Straße. (Quelle: wikipedia)

Therese Giehse in

Und die interessante Seite fembio weiß folgendes über Therese Giehse zu berichten:

Thereses gutbürgerliche jüdische Familie riet ihr davon ab, zum Theater zu gehen; sie sei »doch überhaupt nicht schön«. Zum Glück besaß die junge Frau schon früh ihren später so berühmten Eigensinn und folgte dem eigenen Willen – und wurde zur überragenden und beliebten, immer sozial und politisch engagierten Schauspielerin, die von der Weimarer Republik bis zu ihrem Tode fast ununterbrochen das moderne Theaterleben bereicherte und schließlich prägte. Nach sieben »Lehr- und Wanderjahren« in der Provinz wurde Giehse 1926 nach München an die Kammerspiele geholt. Zu den vielen politischen Dramen, die damals dort aufgeführt wurden, zählt auch Cyankali, das Stück des Arztes und Schriftstellers Friedrich Wolf gegen den Paragraphen 218.

Giehse, eine der meistbeschäftigten SchauspielerInnen an den Kammerspielen, war bei Hitler und seinen Nazis, die das Theater trotz seines politischen Protestcharakters oft besuchten, besonders beliebt. »Endlich ein deutsches Weib in diesem verjudeten Haus!« meinten sie, aus Unkenntnis ihrer jüdischen Herkunft. Auch Thornton Wilder, Karl Kraus und Thomas Mann gehörten zu ihren Bewunderern.

BriefmarkeKnapp einen Monat vor der Machtübernahme der Nazis gründeten Therese Giehse, Erika und Klaus Mann und der Musiker Magnus Henning in München das literarische Kabarett Die Pfeffermühle. Das Kabarett, das »indirekt politisch« gegen die Nazis arbeitete, mußte bald ins Ausland, und am 13. März 1933 floh Therese Giehse zur Mann-Familie in die Schweiz. Bis 1937 reiste sie mit der Pfeffermühle quer durch Europa. Die international beliebte deutsche EmigrantInnentruppe feierte am 26.4.36 in Amsterdam ihre 1000. Vorstellung, bevor sie sich 1937 nach einer enttäuschend verlaufenen Amerika-Tournee auflöste. Erika Manns Versuch, die antifaschistische Botschaft der Pfeffermühle auch in New York zu verkünden, war auf taube Ohren gestoßen.

1936 hatte Giehse den schwulen englischen Schriftsteller John Hampson-Simpson geheiratet, um zu einem britischen Pass zu kommen, da die EmigrantInnen von Hitler ausgebürgert worden waren. Über ihre Liebesbeziehung zu Erika Mann in dieser Zeit hatte sie ihrer späteren Gesprächspartnerin und Biographin Monika Sperr »nichts zum Sagen«, wie sie sich auch grundsätzlich dagegen sträubte, etwas über ihr Privatleben preiszugeben: »Aber über mich red’ ich nicht.«

Nach der Auflösung der Pfeffermühle ging Giehse zurück ans Zürcher Schauspielhaus. Aus dem finnischen Exil schickte Brecht ihr 1941 seine Mutter Courage zur Uraufführung. 1948 begann dann ihre entscheidende Zusammenarbeit mit Brecht, der sie 1949 nach Berlin an sein Berliner Ensemble holte. Dort hat sie auch selbst (im Zerbrochenen Krug) Regie geführt. Nach 1952 wieder an den Münchener Kammerspielen, war sie mit Marieluise Fleisser befreundet, in deren Komödie Der starke Stamm sie 1950 die Hauptrolle spielte.

Während der 50-er und 60-er Jahre machte Giehse die großen Frauenrollen von Friedrich Dürrenmatt berühmt und trat im Film (Mädchen in Uniform, Kinder Mütter und ein General u.a.) und im Fernsehen auf. Bis zuletzt war sie aktiv und engagiert, stets für neue Ideen offen, vor allem für die Bemühungen von jungen Theaterleuten wie Peter Stein, Martin Sperr, Franz Xaver Kroetz. Nach einer Augenoperation starb Therese Giehse unerwartet an Nierenversagen. (Quelle: fembio)

Als Therese Giehse dann 1975 verstarb veröffentlichte man diesen Zusammenschnitt von Aufnahmen die zwischen 1967 – 1972 auf der Deutschen Grammophon unter dem Titel „Ein Berthold Brecht Abend“ erschienen sind (2 Alben).

So sperrig ihr Gesangsstil auch sein mag, so überzeugend ist er … und man kann sich nicht nur von der Giehse begeistern lassen, sondern wiedermal mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen, mit welcher Sprachgewalt Berthold Brecht seine bissigen aber auch verzweifelten Kommentare formuliert hat.

Therese Giehse mit Klaus Havenstein in dem Film

Besetzung:
Therese Giehse (vocals)
+
Peter Fischer (musikalische Leitung)

BackCover1

Titel:

Die Lieder der Mutter Courage:
01. Lied der Mutter Courage 5.40
02. Das Lied von der grossen Kapitulation 4.38
03. Das Wiegenlied 1.13
(Musik: Paul Dessau)

Die Lieder der Mutter:
04. Lob des Kommunismus 1.17
05. Lob der dritten Sache 0.58
(Musik: Hanns Eisler)

Lieder von Hanns Eisler:
06. Ballade vom Wasserrad 4.12
07. Deutsches Miserere 2.20
08. Lied einer deutschen Mutter 1939 1.32
09. Mutter Beimlen 1.47

Lieder von Peter Fischer:
10. Der Apfelböck oder die Lilie auf dem Felde 4.52
11. Der Wolf ist zum Huhn gekommen 1.48
12. Die Krücken 1.40
13. Das Lied von der Tünche 2.28
14. Die haltbare Graugans 1.55
15. Lied der Schwestern 2.09
16. Gegen Verführung 1.33
17. Grosser Dankchoral 2.25

Alle Texte: Bertholt Brecht

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Weihnachten 2018 (06): Wastl Fanderl – Bairische Weihnachtszeit – Advents- und Hirtenlieder (frühe 70er Jahre)

FrontCover1.JPGTja, der da … war ein Urgestein bayericscher Volksmusik:

Tja, ohne dem Wastl Fanderl wäre diese feiner Zusammenstellung von Liedern und Texten zur Advents- und Weihnachtszeit aus dem Land der Bajuwaren wohl nicht erschienen:

Wastl Fanderl (* 24. Juni 1915 in Bergen (Chiemgau); † 25. April 1991 in Frasdorf; eigentlich Sebastian Fanderl) war ein deutscher Musiker, Volksliedsammler und -vermittler.

Fanderl erlernte den Beruf seines Vaters, Friseur und Bader. Danach folgte sein Militärdienst bei den Gebirgsjägern, die Kriegszeit und die Kriegsgefangenschaft. 1945 heiratete er die Försterstochter und Hauswirtschaftslehrerin Elisabeth Mayer aus Leogang. 1963 übersiedelte die Familie Fanderl von Bergen, wo sie einen Schreibwarenladen betrieb, nach Frasdorf.

Fanderls volksmusikalischer Werdegang begann 1927, als er zum ersten Mal dem Kiem Pauli begegnete, ihm auf der Zither vorspielte und von ihm zum Liedersammeln angeregt wurde. Wastl Fanderl spielte in verschiedenen Ensembles, „Die Vier vom Gamsstadl“, dem „Wastl-Fanderl-Quartett“ und der „Stelzenberger Hausmusik“. Bereits 1931 entstanden erste Aufnahmen für den Bayerischen Rundfunk. Wastl Fanderl wurde gefragter Referent bei Singstunden, Singwochen, Sängertreffen, er produzierte über 100 Radio- und Fernsehsendungen, seine Fernsehserie Baierisches Bilder- und Notenbüchl im Bayerischen Rundfunk gilt als klassische Dokumentation zur Volksmusik. Er veröffentlichte Liederbücher, von 1973 bis 1981 war er der erste Volksmusikpfleger des Bezirks Oberbayern. Er liegt auf dem Friedhof von Frasdorf begraben. Die Grundschule in Frasdorf wurde nach ihm zur Feier seines 100. Geburtstags „Wastl-Fanderl-Grundschule“ genannt.

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Fanderl wurde mit dem Bayerischen Verdienstorden, der Frasdorfer Bürgermedaille, dem Bayerischen Poetentaler (1968), dem Oberbayerischen Kulturpreis (1980) und postum 1992 mit dem Tobi-Reiser-Preis geehrt. (Quelle: wikipedia)

Hier hatten wir schon mal eine Zusammenstellung von Advents- und Weihnachtsliedern aus Südtirol (und zwar hier)

Und nun quasi das gleiche Thema, nur aus dem bayerischem Raum:

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Nun gut, der tief religiöse Kern dieser Lieder … ist halt so. Unabhängig davon hören wir aber wieder mal, jene bayerische Volksmusik, die ich gerne „unverfälscht“ nenne … und da kann man schon sehr erfreut sein, sofern man sich diesen Klängen öffnen möchte. Gelegentlich ist das ja sogar mir möglich …  insbesondere in der „staaden Zeit“.

Und mir gefallen weiterhin insbesondere die Instrumentalnummern und beim „Hirtenlandler“ hören wir diese köstliche Instrument, das sich Maultrommel nennt.

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Titel:
01. Schönauer Musikanten: Adventliche Stubenweis 1.23
02. Roanner Sängerinnen: Maria hör den Engel an 2.38
03. Stelzenberger Hausmusik: Adventlied 1.45
04. Inzeller Zweigesang: O edle, liebreiche 2.47
05. Schönauer Musikanten: Langsamer Landler 2.41
06. Fischbachauer Sängerinnen: Marienlied 5.20
07. Waakirchner Sänger: Rorate 1.26
08. Schönauer Musikanten + Roanner Sängerinnen: Nun es nahen sich die Stunden 3.58
09. Fischbachauer Sängerinnen + Waakirchner Sänger:  Engelruf 5.00
10. Stelzenberger Hausmusik: Hirtenlandler 2.11
11. Roanner Sängerinnen: Auf auf ihr Hirten 2.37
12. Schönauer Musikanten: Bayrischer 1.32
13. Inzeller Zweigesang: Horch was gibts denn 4.26
14. Fischbachauer Sängerinnen: Laufet ihr Hirten 2.24
15. Waakirchner Sänger: Seis gelobt Herr Jesu Christ 2.19
16. Bläsergruppe und Sängerchor: Wie ist die Zeit so freudenreich 1.42

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Verschiedene Interpreten – Sonne, Süden, Amore – Stars & Hits aus Italien (Folge 1) (2007)

FrontCover1Okay, die Jahreszeit ist nicht passend, aber vielleicht vermittelt dieser wunderbare Sampler dann doch ein paar warme Gefühle.

Und die famose Schallplattenbar beim Sender WDR 4 hatte bei diesem Sampler entscheidenden gestalterischen und künstlerischen Anteil und schon wieder habe ich einen Grund, die öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Sender in Deutschland zu preisen.

Auf der CD sind italienische Hits in deutscher Fassung und italienische Stars mit deutschen Aufnahmen zu hören. Damit dokumentiert dieser Tonträger einen interessanten Aspekt der deutschen Schlagergeschichte: Seit den 50er Jahren sind Melodien, vor allem vom italienischen San Remo Festival über den Brenner nach Deutschland gekommen. Und wurden hier durch Peter Alexander, Caterina Valente oder Fred Bertelmann zu Evergreens. Auch damals schon, verstärkt aber ab den 60er Jahren haben es italienische Sängerinnen und Sänger versucht, bei uns Hits zu landen. Und diese Versuche waren nicht vergeblich! Man denke an Mina, Rita Pavone oder an Bobby Solo.

SingelHüllen1

Alle genannten Interpreten können Sie auf dieser CD hören. Eine vergleichbare Zusammenstellung mit deutschen Coverversionen italienischer Hits und italienischen Stars mit deutschen Aufnahmen hat es bisher nicht gegeben. Diese CD ist prall gefüllt mit 25 (!) Originalaufnahmen aus den Jahren 1955 bis 1980. Die großen Hits sind zu finden, aber auch Raritäten, von denen viele noch nie auf CD zu hören waren. Dazu zählen auch einige Aufnahmen, die in den 60er Jahren auf „Italia“-Schallplatten veröffentlicht wurden. So feierte „Italia“-Schallplatten 1964 den Sieg von Gigliola Cinquetti in San Remo und ein paar Wochen später sogar den Sieg beim Grand Prix. „Non ho l`età (per amarti)“ hieß der zweifache Siegertitel, den Gigliola Cinquetti auch in deutscher Sprache aufnahm. Interessanterweise hat auch die deutsche Fassung, die auf dieser CD wiederveröffentlicht wurde, eine italienische Titelzeile bekommen: „Luna nel blu“…

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Ganz schmerzlich habe ich bei dieser Edition den Peppino di Capri (was für ein Name !) vermisst, und deshalb werde ich ihm demnächst einen eigenen kleinen Beitrag widmen. Ansonsten erfreue ich mich an diesem Liebhaber-Projekt ganz enorm.

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Titel:
01. Peter Alexander:  Bambina (Nel Blu Dipinto Di Blu) (Modugno/Migliacci/Feltz) 2.24
02. Vico Torriani: Azzurro (Feltz/Conte/Pallavicini) 2.55
03. Siw Malmkvist & Umberto Marcato:  Sole Sole Sole (Casadei/Blecher/ Zanin) 3.00
04. Betty Curtis: Sì Sì Sì, No No No (Meyer/Hertha) 2.18
05. Lino Moreno: Dieser Tag wird schön (Piccola E Fragile) (Albertelli/Riccardi/Lego) 4.39
06. Anita Traversi: Meine Welt bist du (Il Mio Mondo) (v.Bindi/Helmer)  3.11
07. Paul Kuhn: Quando Quando Quando (Renis/Bradtke) 2.45
08. Raffaella Carrà: Liebelei (A Far L’Amore Comincia Tu) (Pace/Bracardi) 2.44
09. Elisa Gabbai: Vorbei sind die Tränen (In Un Fiore) (Bradtke/Mogol/Donida) 2.15
10. Gigliola Cinquetti: Luna Nel Blu (Non Ho L’Età) (Nisa/Panzeri/Hertha) 2.58
11. Adriano Celentano:  Es bleibt die Zeit für keinen steh’n (Il Tempo Se Ne Va) (Cutugno/Minellono/Mori) 3.06
12. Patty Pravo: Das Paradies auf dieser Welt (Il Paradiso) (Mogol/Battasti/Fishman/Jay) 2.40
13. Uwe Spier: So prima wie die Vera (Sei Diventata Nera) (Lilibert/Cassano/Minerbi) 2.10
14. Tonia: Karussell (Gli Occhi Miei) (Donida/Bradke/Mogol) 2.45
15. Michele: Grosse Liebe kaputt! (Finito) ((Munro/Fussola) 2.24
16. Bobby Solo: Ich sehe dich weinen (Se Piangi, Se Ridi) (Satti/Marchetti/Mogol/Bradtke) 2.54
17. Ornella Vanoni: Schade-schade (Poco Sole) 2.16
18. Peter Beil: Alle meine Träume (Io Che Non Vivo ) (Buschor/Pallavicini/Donaggio) 2.34
19. Fred Bertelmann: Arrivederci Roma (Rascel/Woezel/Glando) 2.38
20. Wilma Goich: Dream Love (Mayer/Hertha) 2.51
21. Rita Pavone: Ich frage meinen Papa (Viva La Pappa Col Pomodoro) (Wertmüller/Rota) 2.01
22. Mina: Wenn du an Wunder glaubst (Il Cielo In Una Stanza) (Paoli/Bradtke) 2.57
23. John Foster:  Amore, bleib bei mir (Amore Scusami) ( Mescoli/Pallavivini) 2.55
24. Carmela Corren: Verzeih mir (Perdono) (Saffici/Mogol/Aarthaler) 2.51
25. Caterina Valente: Vieni Vieni (Alla Fine Della Strada) (Pilat/Pace/Panzeri/Arnie) 3.03

BackCover1

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SingelHüllen4

Mantovani und sein Orchester – Charmaine (1973)

FrontCover1.JPGUnd jetzt bring ich mal den genialen musikalischen Schleimer (wenn ich das mal so ruppig sagen darf):

Annunzio Paolo Mantovani (* 15. November 1905 in Venedig, Italien; † 29. März 1980 in Royal Tunbridge Wells, Kent, Großbritannien), bekannter einfach als Mantovani, war ein italienischer Orchesterleiter, der in England wirkte und mit einem eigenen Orchester und einem eigenen Stil (sog. „cascading strings“) großen Erfolg hatte.
Leben

Er wurde in ein musikalisches Elternhaus geboren. Sein Vater war erster Violinist an der Mailänder Scala bei Arturo Toscanini und später langjähriger Konzertmeister am Royal Opera House Covent Garden in London, wohin die Familie 1912 gezogen war. „Monty“, wie er von seinen Freunden genannt wurde, erhielt Geigenunterricht durch seinen Vater und studierte zwei Jahre lang Musik und Kontrapunkt am Trinity College of Music. Auch nach dem Studium spielte die Familie eine große Rolle in frühen Erfolgen seines „Tipica Orchestra“. Er nahm sogar Musikstücke mit seinem Vater als Musiker im Orchester und seiner Schwester als Gesangssolistin auf.

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In einem seiner frühen Orchester spielte auch der Theaterorganist, Arrangeur und Komponist Ronald Binge mit: Sein nur kurzes Stück „Sailing By“ wurde eine bekannte Komposition, und auch seine Elisabethserenade trug zum großen Erfolg von Mantovanis Orchester bei. Binge half Mantovani bei der Ausarbeitung eines eigenen Musikstils, der im Englischen „Cascading Strings“ genannt wird und auf einem durcharrangierten (also ohne aufnahmetechnische Mittel erzeugten) Nachhalleffekt mittels sich überlappender Streicherstimmen beruht. Diesen Mantovani-Sound hatte man für einen amerikanischen Auftrag zur Produktion langsamer Walzer entwickelt, und dieser Sound wurde zu seinem Markenzeichen. Der wohl größte Erfolg in diesem Stil wurde 1951 der von Ernö Rapée und Lew Pollack komponierte Instrumentaltitel Charmaine.

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Auch die Interpretation von Greensleeves, einem Traditional arrangiert von Binge, wurde ein großer Erfolg, und Mantovani war so von diesem Titel begeistert, dass er sogar seinen Wohnsitz danach benannte. Lange in den Billboard-Charts waren 1957 Around The World, 1960 das Filmthema aus The Sundowners und 1961 das Thema aus Exodus. Unzählige Plattenveröffentlichungen und Konzerte machten aus Mantovani einen wohlhabenden Mann.

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Außer für die Konzerthallen war Mantovani auch für das Theater tätig und produzierte unter anderem Arrangements für Noël Coward. Er wirkte auch in Spielfilmen mit, so im deutschen Musikfilm Gitarren der Liebe (1954) neben Vico Torriani und Harald Juhnke und in Ein Herz voll Musik (1955), ebenfalls mit Vico Torriani und Boy Gobert.

Mantovanis Piccolo Bolero (im Stil an Maurice Ravel angelehnt) wurde von Loriot zur Untermalung des Drei-Minuten-Sketches Das Bild hängt schief verwendet.

Mantovani war mit Winifred Kathleen Moss verheiratet und hatte zwei Kinder. (Quelle: wikipedia)

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Mantovani mit dem „Bournemouth Women’s Choir“

Und wen jemand bei dem Lauschen dieser mehr als geigenlästigen Klänge zu dem Urteil käme, „ziemlich unvererträglich“ hätte ich dafür jede Menge Verständnis.

Aber dennoch: Annunzio Paolo Mantovani hatte auch in Deutschland eine große Fangemeinde und so überrascht es nicht, dass bei dieser Zusammenstellung auch eltiche deutsche Titel und Melodien zu hören sind (dabei ist mir natürlich „Oh, mein Papa“ der liebste).

Ansonsten kann man hier einen der größten musikalischen Weichspüler der Unterhaltungsmusik hören … und quasi die volle Dröhnung … sage und schreibe 24 Titel a8s den 50er, 60er und 70er Jahren sind zu hören).

Aber: ein etwas anspruchsvolleres Cover hätte man ihm schon spendieren können … diese hier gehört für mich in die Kategorie „geschmacklos“.

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Besetzung:
Mantovani und sein Orchester

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Titel:
01. Charmaine (Pollack/Rapée) 3.00
02. Limelight (Chaplin) 2.57
03. Jalousie (Bloom/ade) 3.14
04. Ich tanze mit dir in den Himmel hinein (Schröder) 3.13
05. Hello Dolly (MendlD’Amato) 2.31
06. Those Were The Days (Raskin) 3.20
07. Moon River (Mercer/Mancini) 2.28
08. Tammy (Livingston/Evans) 3.35
09. Strangers In The Night (Kaempfert/Snyder/Singleton) 3.37
10. O mein Papa (Burkhard) 4.07
11. True Love  (Porter) 3.09
12. Was kann schöner sein ((Livingston/Evans) 2.01
13. Come Prima (Panzeri/Di Paola/Taccani) 2.43
14. La vie en Rose (Louiguy) 2.56
15. Lara’s Theme (Webster/Jarre) 2.21
16. Greensleeves (Traditional) 3.18
17. Capri-Fischer (Winkler) 3.38
18. Fascination (Marchetti) 323
19. Moulin Rouge (Larue/Auric/Larue) 2.49
20. Kaiserwalzer (Strauss) 3.12
21. An der schönen blauen Donau (Strauss) 3.38
22. Elisabeth Serenade (Binge) 3.11
23. Answer Me (Winkler) 3.45
24. Auf Wiederseh’n (Turner/Storch/Sexton) 2.59

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Buchtal-Chor – Der Buchtal-Chor singt die Waldermesse (frühe 70er Jahre ?)

FrontCover1Wenn man es sich einfach machen möchte, dann könnte man folgendes schreiben:

Ferdinand Neumaier, der Komponist erzählte: Anlässlich der Jahresversammlung des Bayerischen Waldvereins wurde1952 beim Festgottesdienstes in Kötzting die Bauernmesse von Anette Thoma gesungen. Ein Gottesdienst aus dem Oberland.

Als ich nach der Messe meinen Freund Eugen Hubrich aus Straubing traf, rief der mir zu: “Du Ferdinand, woaßt was, i schreib für uns a Waldlermeß und du muaßt sie vertona!” Nach acht Tagen bekam ich von Eugen den Text dieser Waldlermesse. Sofort setzte ich mich ans Klavier, und am Abend war die Komposition in den Grundzügen fertig. Zwei Wochen noch feilte ich daran herum, bis ich endlich ganz damit zufrieden war.”
Die Waldlermesse war fertig und wurde noch im gleichen Jahr in der ehemaligen Klosterkirche in Rinchnach uraufgeführt.

Was für das “Oberland” die Bauernmesse von Anette Thoma oder für das Salzburger Land “D’Salzburger Arme Leut’ Mess” ist, das ist heute für die Niederbayern die “Waldlermesse”. Seit der ersten Aufführung ist die Waldlermesse bestimmt schon mehrere tausend Male in Niederbayern, Oberpfalz, Franken (Nürnberg, Schwand), Oberbayern und auch im benachbarten Österreich, bei einfachen wie bei hochfesttäglichen Anlässen, traditionsgemäß aber immer bei der Arberkirchweih, bei Wallfahrten, bei Hochzeiten wie bei Beerdigungen zu Gehör gebracht worden. Stets zur Freude und Erbauung der Zuhörer und zur Ehre Gottes. Einheimische und Fremde, Junge und Alte, alle lauschen andächtig zu. 1984 wurde von einer Kirchberger Wallfahrergruppe die Waldlermesse sogar in der Gotthardskirche in Cureggia (Nähe Lugano, Schweiz) zu Ehren des heimatlichen Kirchenpatrons St. Gotthard gesungen.

Ferdinand Neumaier01

Ferdinand Neumaier

Rektor Ferdinand Neumaier ist gedanklich mehrere Generationen zurückgewandert, um zu erfahren, wie damals altbayerische Lieder gesungen und gespielt wurden. Aus dem Singen und Musizieren, dem Urquell waldlerischen Brauchtums, kommen diese einfachen und doch vielsagenden Weisen. In der Waldlermesse reden die Bewohner des Waldes mit “ihrem Herrgott”, der selbstverständlich ihren Dialekt und damit “waldlerisch” bestens versteht. Es sind einfache Weisen in allgemein verständlicher Form, so wie sie einfache Bauern einstens ersannen, ausgerichtet für die Bewohner des Bayerischen Waldes, alles in ihrer ganz eigenen Sprache, teilweise traurig und schwermütig, aber zwischendurch auch herzhaft und zugleich etwas besinnlich. In den Texten der Waldlermesse spiegelt sich die große Weite des Waldes, das abgeschiedene Leben der Bewohner, abseits von allem Trubel, die teilweise große Armut, wie sie damals noch herrschte, aber auch die Freude und Zufriedenheit wider.

Oder aber auch:

Hier stieg vor 900 Jahren aus der Wildnis des Waldgebirges auch zum erstenmal der Lobgesang der rodenden Mönche zur Ehre Gottes auf, als St. Gunther dieses Klösterlein gründete , und hier, in den heimeligen Tälern unter den blauen Grenzbergen, ist heute noch jedes Lied des Volkes das Lob einer wundersamen Heimat, Ausdruck der Lebensfreude und Verehrung des Herrgotts und der Muttergottes. In diesem Wald ist Ferdinand Neumaier, der Komponist der Waldlermesse, aus einem alten Bauerngeschlecht im benachbarten Kirchberg geboren und hat das Erbe vieler singfreudiger Generationen übernommen. Aus dem Urquell waldlerischen Singens und Musizierens kamen ihm die Weisen zu. Die Worte stammen von einem nicht minder echten Waldler, von Eugen Hubrich aus Kötzting. Schlicht und einfach ließ er seine Landsleute mit ihrem Herrgott reden.

Eugen Hubrich

Eugen Hubrich

Frohes Ansingen, betendes Musizieren, schicksalsschwerer Wallfahrersang, andachtsvolles Brauchlied und Erinnerungen an uralten Krippengesang, Dank und Verehrung, aber auch Freude und Jubel, aufströmend bis zur ländlerischen Weise, in allem aber besinnlich und tiefgründig in den Ablauf einer Messe gefaßt, das ist die Waldlermesse. In der Arie zur hl. Wandlung verstummt das Wort und ehrfurchtsvoll und erhebend übernimmt ein Hirtenruf die Würdigung dieses hohen Augenblicks. Aus der Fülle und der Tiefe der Volksmusik kommt dieses Singen und Beten.
In der prächtigen Frührokokokirche von Rinchnach haben sich Volkssängerinnen und Volkssänger des Bayerischen Waldes zusammengetan, um in diesem ehrwürdigen Raum die Waldlermesse, begleitet von Zither, Gitarre, Hackbrett, Harfe, Klarinette und Baß, darzubringen. Sie kamen aus Arrach. Furth i. W.. aus Lindberg und Zwiesel

Wenn man den frommen und arttreuen Menschenschlag in dem herrlich grünen Waldgebirge mit seinen alten Kulturstätten, den Wallfahrtskirchen und Feldkreuzen, aber auch die alten Glashütten und die Holzhauer im weiten Forst vor dem geistigen Auge hat, dann wird die Waldlermesse zum großen Erlebnis. Dann grüßt eine ganze Landschaft mit ihren Menschen beim Klang der Glocken von Rinchnach. (Aus dem Vorwort eines Notenbüchleins)

WeitereAufnahmen

Weitere Aufnahmen der „Waldlermesse“

Aber dann, gibt es noch einen ganz anderen Aspekt:

Darf man Lieder eines überzeugten Nationalsozialisten im Gottesdienst singen?
Kirche Kirche

Die Waldlermesse ist kitschig, aber sehr beliebt. Katholiken sehen sie als Zeichen für „Volksfrömmigkeit“ und „christliche Werte“.
Der Urheber des Textes, der Lehrer Eugen Hubrich, war ein überzeugter Nationalsozialist.
Er knüpfe an die Blut-und-Boden-Ideologie des Nationalsozialismus an. Die Kirche duckt sich in der Frage weg.

Zu jenen Volksweisen, die sogar gestandene bayerische Mannsbilder sentimental werden lassen, gehört zweifellos die Waldlermesse. Sie hat eine riesige Fangemeinde. Bei unzähligen Hochzeiten und Fahnenweihen wird sie lauthals angestimmt. Ebenso bei der beliebten Arberkirchweih, die jedes Jahr im August gefeiert wird.

Am Großen Arber, dem höchsten Gipfel des Bayerischen Waldes, wohnen Hunderte Pilger der Waldlermesse bei. Nirgends klinge sie schöner als am Arber, heißt es. Der Präsident des Bayerischen Wald-Vereins, Helmut Brunner, rief den Besuchern am vergangenen Sonntag zu: „Diese Kirchweih ist nach wie vor ein Zeugnis für die Volksfrömmigkeit und unsere christlichen Werte.“

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Titelbild eines Notenheftes aus dem Jahr 2016

Bei näherer Betrachtung zeigt die Waldlermesse allerdings auch Schattenseiten. Trotz der unstreitig schönen Melodie von Ferdinand Neumaier sind deren Verse nicht mit der Liturgie der katholischen Kirche in Einklang zu bringen. Ein Beispiel: „Da zidert jed’s Asterl so fromm und so froh, / die Berg und die Baamerl, die leuchten nur so / die Waldorgel braust und der Wipfelwind saust, / oa Glück und oa Jubel, wohins d‘ nur grad schaust.“

Zweifellos schwingt hier ein pantheistischer Grundton mit. Kein Wunder, dass viele Pfarrer die Waldlermesse nach der Uraufführung anno 1952 boykottierten. Allerdings erklärten sie dem Kirchenvolk nicht, warum sie dagegen waren. Klartext redet aber der Passauer Domkapitular a. D. Max Huber: „Das ist doch alles Kitsch, ein Asterl kann nicht fromm sein.“

Die Begeisterung für die Waldlermesse hat unter dieser Kritik kaum gelitten. Da in ihr Tradition, Frömmigkeit und Naturliebe ineinanderfließen, gilt sie als echt und unverfälscht. Sie sei „aus dem Urquell waldlerischen Singens und Musizierens“ entsprungen, wie es Paul Friedl einst formulierte. Anders ausgedrückt: Die Waldlermesse gilt vielen als gottgegeben, sie ist quasi vom Himmel gefallen.

Der niederbayerische Bezirksheimatpfleger Maximilian Seefelder kann mit derlei Schwärmerei gar nichts anfangen. Schon in den Neunzigerjahren hat er die Frage aufgeworfen, was wirklich hinter der Waldlermesse steckt. Die Antworten, die er fand, haben vielen Traditionalisten nicht gefallen, er wurde heftig angefeindet. „Der Text der Waldlermesse ist nicht relevant“, sagt Seefelder. „Er genügt den liturgischen Anforderungen in keiner Weise, auch wegen seiner Vergangenheit.“

Tatsächlich war der Urheber des Textes, der Lehrer Eugen Hubrich, ein überzeugter Nationalsozialist. Seine Haltung schimmert auch in seinen Nachkriegstexten durch. „Er unterlegte dem Wald eine religiöse Dimension und sah in ihm Überkräfte am Werk, wozu sich eine völkisch-nationale Gesinnung gesellte“, kritisierte der Passauer Historiker Josef Breinbauer analog zu Seefelder den Text der Waldlermesse.

Die Kirche duldet das Werk, um Konflikten zu entgehen

Er knüpfe an die Blut-und-Boden-Ideologie des Nationalsozialismus an. Schon deshalb passte die Waldlermesse nie zur katholischen Liturgie. Trotzdem tragen sie Kirchenchöre und Gesangsvereine eifrig vor. Ungeachtet ihres zweifelhaften religiösen Charakters ist sie ein Identifikationsfaktor, dessen Problematik verdrängt wird. Die Kirche hat das Werk nicht kanonisiert, oberhirtlich duldet sie es, um keine weiteren Konflikte zu schüren.

Sogar Gerhard Ludwig Kardinal Müller, der ehedem oberste Glaubenshüter der Kirche, hat vor Jahren auf dem Arber die Kirchweih zu den Klängen der Waldlermesse gefeiert. Wohl wissend, dass die Volksseele schnell hochkocht, wenn man lieb gewonnene Dinge hinterfragt. „Natürlich darf man die Waldlermesse singen“, sagt Bezirksheimatpfleger Seefelder, „aber man sollte wissen, was dahintersteckt.“ (Hans Kratzer, Süddeutsche Zeitung vom 25. August 2017)

Dieser Beitrag zeigt davon, dass diese Waldlermesse bis heute seinen Stellenwert, insbesondere in dieser Region hat … Hm …

Und wenn ich an den darbietenden Buchtal-Chor denken, wird es auch nicht besser, denn der war ein Werks-Chor der Keramischen Betriebe Buchtal (so wie sich damals nannten)

Eugen Hubrich2

Die Buchtal A.G. in Schwarzenfeld in der Oberpfalz war ein Produzent keramischer Belagsmaterialien, der am 12. November 1937 als „Buchtal AG, Keramische Betriebe der Reichswerke ‚Hermann Göring‘, Oeslau bei Coburg“ gegründet worden war und heute als Agrob-Buchtal zum Keramik-Konzern „Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG“ gehört. Die Namensbezeichnung geht auf den Flurnamen „Buchtal“ zurück, der in der näheren Umgebung des Betriebes mehrfach vorkommt.

Im November 1937 einigten sich die Annawerke und die Reichswerke darauf, die Kuxe der Vereinigten Gewerkschaft mit der Gründung der Buchtal AG, Keramische Betriebe der Reichswerke „Hermann Göring“ zu teilen, wobei letztere mit 52 % der Anteile die Mehrheit bekommen sollte. Der Sohn des Aufsichtsratsvorsitzenden der Cremer-Gruppe, Gottfried Cremer, wurde mit der Planung, Errichtung und Führung einer modernen und leistungsfähigen Schamottefabrik beauftragt. Als Jahresproduktion wurden 50.000 Tonnen feuerfeste Materialien vereinbart. In seiner Buchtal-Chronik vermerkt Gottfried Cremer diesbezüglich: „Buchtal war gegründet worden zu dem ausschließlichen Zweck, hochfeuerfestes Material zu liefern für die Auskleidung der Hochöfen und Winderhitzer in Salzgitter und Linz, und zwar sowohl für den Ausbau als auch für den später zu erwartenden Reparatur- und Überholungsbedarf.“ Bereits im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung war Paul Pleiger, der organisatorische Kopf und Mitbegründer bzw. Direktor der Reichswerke und spätere Wehrwirtschaftsführer (Januar 1938), persönlich vor Ort, um mit den Spezialisten der Cremer-Gruppe die Errichtung des neuen Werkes in die Wege zu leiten.

Die feierliche Betriebseinweihung fand im Juni 1939 unter der Beteiligung von Prominenz aus Partei, Wehrmacht, SS und Wirtschaft statt. Nach einer Besichtigung der Werksanlage, die in ihrer Zweckmäßigkeit und Anordnung „ganz der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung“ entspreche, wurde auch die Werkssiedlung Schwarzenfeld besucht. Als Festredner trat unter anderem Wilhelm Meinberg auf, Staatsrat und Vorstandsmitglied der Reichswerke Hermann Göring, die Feierlichkeit endeten „mit einem Treuegelöbnis an den Führer und den Weiheliedern der Nation“.

Um die zur Gründung der Buchtal-Reichswerke vertraglich vereinbarte Menge an feuerfesten Materialien produzieren zu können, wurden im Laufe des Jahres 1938 u. a. zwei weitere Tunnelöfen, Trockenkammern und ein zweiter Gasgenerator erbaut. Im Jahr 1939 wurden zudem u. a. ein betriebseigenes Kraftwerk zur Stromerzeugung, ein Dachziegelwerk und andere infrastrukturelle Bauten errichtet. Im Mai 1940 erstellte man „Unterkünfte für Fremdarbeiter“, im Januar 1941 „Sonderküchen für Fremdarbeiter (Franzosen und Russen)“ und im Januar 1944 „Bäder für diese Unterkünfte.“ Weitere Funktionsbauten, wie Schlosserei, Schreiner und Verwaltungsgebäude folgten.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs waren in Buchtal ca. 650 Menschen beschäftigt. Im Zuge der Mobilmachung der Deutschen wurden sogenannte „Fremdarbeiter“ für die als kriegswichtig eingestufte Produktion im Buchtal-Werk herangezogen. Zuletzt stellten die „Fremdarbeiter“ mehr als zwei Drittel der Beschäftigten, sie wurden teils als zivile Kräfte angeworben, teils als Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit herangezogen. Laut den Angaben des „Betriebsführers“ Cremer mussten in Buchtal durchschnittlich „80 Franzosen, 120 Polen und 250 Russen, bei letzteren Männer und Frauen“ arbeiten. Der Internationale Suchdienst ging 1950 von zirka 750 Personen ukrainischer Herkunft aus, die im Zivilarbeiter-Lager Schmidgaden zu leben hatten. Der Suchdienst bezog sich dabei auf den Bericht des Bürgermeisters. An anderer Stelle wird das Lager mit Bezug auf den Suchdienst als Zwangsarbeitslager bezeichnet (Quelle: wikipedia)

Alles klar, oder ?

Eine echte Aufarbeitung dieser Zeit erfolgte nach meiner Kenntnis nie … und so singen Mitarbeiter eines ehemaligen nationalsozialistischen Betriebes (gegründet wurde der Buchtal-Chor 1949) die Texte eines „nationalsozialistischen Christenmenschen“ …

Da nützt mir zumindest es kaum noch was, dass wir „unstreitig schönen Melodien von Ferdinand Neumaier“ zu hören bekommen.

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Und solche Texte kann man bis heute noch finden (Quelle: trachtenverband-bayern.de)

Die Rückseite der Hülle des 10″ Albums „ziert“ übrigens ein Bild, das wie folgt beschrieben wird:

„Sie sehen Buchtal, eingebettet in die nordbayerische Landschaft und die hören die Stimmen der Mitarbeiter unseres Werkes. Vielleicht macht es Ihnen ein wenig Freude“.

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Einfach nur trostlos, dieses Bild

Besetzung:
Buchtal-Chor unter der Leitung von Hans Sirkoski

Booklet1

Titel:
01. Kyrie 2.32
02. Gloria 2.43
03. Credo 2.03
04. Zur Opferung 2.43
05. Sanctus 3.06
06. Bendedictus 2.04
07. Zur Kommunion 2.27
08. Ite missa est 2.21

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Geht auch günstiger, wenn man denn mag …

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Mit ihm Info-Päckchen: Eine Werkanalyse der „Waldlermesse“ von Dr. Maximilian Seefelder (Quelle: Studientagung zur Kulturarbeit in Niederbayern an der Universität Passau am 12. Juli 2003)

Paola – Vogel der Nacht (1996)

FrontCover1Tja, und auch eine Paola hat in diesem blog ihren Platz, auch wenn ich ihre Auftritte mit Kurt Felix stets ein wenig peinlich fand:

Paola Felix (* 5. Oktober 1950 in St. Gallen, Schweiz als Paola Maria Augusta del Medico) – früher bekannt als Paola del Medico, später auch nur als Paola – ist eine Schweizer Schlagersängerin und Fernsehmoderatorin. Sie war von 1980 bis zu seinem Tod 2012 mit Kurt Felix verheiratet, mit dem sie von 1983 bis 1990 die Fernsehsendung Verstehen Sie Spaß? moderierte. Paola, die sich zwischen 1969 und 1982 in deutschsprachigen Hitparaden platzieren konnte, nahm 1969 und 1980 für die Schweiz am Eurovision Song Contest teil und erreichte dabei jeweils Plätze unter den ersten fünf. Mit Ehemann Kurt wurde sie von den Zuschauern der ARD 2006 zu „Deutschlands Traumpaar“ gewählt.

Paola Felix ist die Tochter des aus dem italienischen Adriaort Fano stammenden Schneidermeisters Vittorio del Medico und der Schweizerin Anna Sennhauser und besitzt die italienische sowie die schweizerische Staatsbürgerschaft.[3] Als 14-jährige gewann sie 1965 den zweiten Preis bei der „Goldenen Schallplatte der Stadt St. Gallen“, einem Amateurfestival. Während ihrer folgenden kaufmännischen Ausbildung bei einer Textilfirma nahm sie an verschiedenen Talentwettbewerben teil, die sie zumeist auch gewann. Zu ihrer musikalischen Ausbildung gehörten zwei Jahre Flöte, fünf Jahre Klavier, Gitarre brachte sie sich selber bei, nahm aber auch Gesangsausbildung und später Schauspielunterricht in Zürich. Sie spricht Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französisch und Englisch.

PaolaSingle19681967 hatte sie ihren ersten Fernsehauftritt in der Sendung „Talente stellen sich vor“, und im Folgejahr erschien ihre erste Single Für alle Zeiten (1968), mit der sie beim Intervisionsschlagerfestival im tschechischen Karlsbad den vierten Platz belegte, jedoch in der schweizerischen Vorausscheidung für den Grand Prix Eurovision erfolglos blieb. 1969 nahm Paola del Medico erstmals am Eurovision Song Contest teil und belegte mit Bonjour, bonjour für die Schweiz in Madrid den fünften Platz. In der Schweizer Hitparade kam sie damit bis Platz 7. Fortan war sie Dauergast in der ZDF-Hitparade und anderen Fernsehsendungen. Mit Stille Wasser, die sind tief konnte sie noch im selben Jahr den zweiten Platz beim Deutschen Schlagerwettbewerb in Wiesbaden belegen. Auf dem fünften Festival Internacional da Canção Rio de Janeiro 1970 blieb sie mit Emporte-moi sur ton manège unplatziert.

1974 nahm sie Ballettunterricht bei Samy Molcho und konnte mit den Singles Capri-Fischer und Adio mein Napoli in Deutschland zwei kleinere Hits verbuchen. Ihr Auftritt in Peter Frankenfelds ZDF-Schlagerwunschsendung „Musik ist Trumpf“ mit dem Lied Weisse Rosen aus Athen brachte ihr 1975 eine Flut von Zuschauerwünschen nach einer Single dieser Aufnahme ein, sodass sich ihre Plattenfirma CBS kurzerhand entschloss, das Lied in einer neuen Version als Single zu veröffentlichen.

1977 versuchte sie es ein zweites Mal beim Eurovision Song Contest, scheiterte aber in der Schweizer Vorausscheidung mit dem Titel Le livre blanc, der nur den zweiten Platz belegte. Ebenso erging es ihr mit dem Titel Vogel der Nacht, mit dem sie sich um die deutsche Teilnahme 1979 bewarb, aber nur den dritten Platz erreichte. 1980 schliesslich gewann sie für die Schweiz den Vorentscheid und errang mit dem Titel Cinéma bei der internationalen Veranstaltung in Den Haag den vierten Platz.

Im selben Jahr heiratete sie den Schweizer Fernsehmoderator Kurt Felix, mit dem sie zunächst (1982) die ZDF-Musikshow Lieder gehen um die Welt, dann die SWF-Vorabendsendereihe Freitagsparty (6 Folgen 1983) und schliesslich von 1983 bis 1990 die Samstagabendshow Verstehen Sie Spaß? moderierte. Erste Moderationserfahrungen konnte sie bereits 1981 in der Sendung Gute Laune mit Musik – Melodien mit Paola sammeln.

Paola11982 versuchte sich Paola Felix auch noch einmal für Deutschland bei der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Mit dem Titel Peter Pan kam sie aber hinter Nicole wieder auf Platz 2. Dem Wettbewerb blieb sie treu, als sie 1986 die Moderation der Schweizer Vorausscheidung zum Song Contest übernahm.

Ihre grössten kommerziellen Erfolge hatte sie mit Der Teufel und der junge Mann, das 1981 fünf Wochen in den deutschen Top 10 war, und der deutschen Aufnahme von Blue Bayou 1978, ein Lied von Roy Orbison, das 1963 erstmals chartete und 1977 in einer Version von Linda Ronstadt zum Welterfolg wurde. Blue Bayou wurde gewissermassen zu Paolas Signature-Lied, dass sie in mehreren Versionen zu diversen Angelegenheiten vortrug. Nachhaltig Heiterkeit verursachte ihr Vortrag bei der Show zum 60. Geburtstag von Karl Dall, bei der sie von einer „Bananen-Insel“ abrutschte.

1990 produzierte Jack White mit Paola Felix unter dem Pseudonym „Raffaella“ für Verstehen Sie Spaß? eine Cover-Version des Baccara-Liedes Yes Sir, I Can Boogie.

An ihrem 40. Geburtstag zog sie sich einstweilen aus dem Showbusiness zurück und lebte mit ihrem Mann, der auch die italienische Staatsbürgerschaft annahm, an ihren Wohnsitzen in der Schweiz und in Italien. Paola Felix ist jedoch hin und wieder Gast bei verschiedenen Talkshows. 1998 produzierte der MDR die Show Guten Abend wünschen Paola und Kurt Felix, eine Samstagabendsendung mit Reprisen.

1998 sang Paola Felix mit Michael von der Heide in der TV-Show Benissimo ihren Hit Blue Bayou im Duett.

2002 war Paola auch als Modekatalog-Modell tätig. Bei ihrem Mann Kurt Felix wurde 2002 Krebs diagnostiziert; er widmete ihr mit rührenden Worten den Bambi-Preis, den er 2003 erhielt. Im Jahr 2012 verstarb er an der Krankheit, nachdem diese lange Zeit als überwunden galt. (Quelle: wikipedia)

PaolaKurtFelix

Und hier nun ein Sampler der sich mit ihrem Schaffen zwischen den Jahren 1977 – 1983 beschäftigt. Wir hören „traumhaft“ schöne Illussionsmusik, genau wie wir sie mit Paola in Verbindungen bringen … wenn, ja wenn da nicht plötzlich ein paar Überraschungen dabei wären: Als da wären deutsche Interpretation von Klassikern wie „Those Were The Days“, „Scarborough Fair“ und „El Condor Pasa“. Und selbst an Bob Dylan hat sie sich herangetraut und nun hören wir „Mr. Tambourine Man“ mit dem deutschen Text von Hans Bradtke. Die erste deutsche Version dieses Klassikers mit dem Bradtke Text stammt übrigens von den Magics im Jahr 1965. Und die Magics waren die Begleitband von Drafi Deutscher … na bitte und somit schließt sich relativ plausibel der Kreis von Paola zu den Anfängen der deutschen Beat-Szene … wer sagt´s denn …

Booklet1

Titel:
01. Blue Bayou (Orbinson/Melson/Mürmann) 3.55
02. Mein Geschenk für dich (Stephens/Black/Kunze) 3.35
03. Wenn du heimkommst (Heck/Frankfurter) 4.06
04. Der Teufel und der junge Mann (Heck/Kunze) 3.55
05. Vogel der Nacht (Puschmann/Frankfurter) 2.57
06. Liebe ist nicht nur ein Wort (Heck/Kunze) 3.53
07. Ich hab‘ ins Paradies gesehn (Hirsch/Miller/Kunze) 4.08
08. Eine Insel am Ende der Welt (Scarborough Fair) (Traditional/Heck/Köthe/Mürmann) 3.33
09. An jenem Tag mein Freund (Those Were The Days) (Raskin/Korn) 3.22
10. Ich möchte mit den wilden Adlern zieh’n (El Condor Pasa) (Robles(Mürmann) 3.41
11. Plaisir D’amour (Traditional/Heck/Köthe/del Medico) 3.30
12. Cinema (Reber/Muller/Zuckowski) 3.00
13. Mr.Tambourine Man (Dylan/Bradtke) 3.24
14. Mit Tränen in den Augen ist man blind (Iglesias/Belfiore/Balducci/Arcusa/Kunze) 4.26
15. Du gehst an mir vorbei (Bigazzi/Bella/Goldfield) 3.32
16. Idaho (Burow/Mürmann) 3.25

CD1

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