Verschiedene Interpreten – 50 Jahre Oberschwabenhalle Ravensburg (2009)

Album1Er hat´s ja angekündigt, der Hermann … und er hat´s nicht nur angekündigt, er hat´s dann auch wahr gemacht.

Und ich gestehe: ich staunte nicht schlecht, als ich dieses Päckchen dann auf meinem Schreibtisch fand … oder anders ausgedrückt: mir blieb die Spucke weg !

„50 Jahre Oberschwabenhalle Ravensburg“ … eine liebevolle Würdigung dieser Konzerthalle in der Stadt Ravensburg.

In der Oberschwabenhalle waren sie alle zu Gast: Die Schlagerlegende Udo Jürgens genauso, wie die australische Hard-Rock-Formation AC/CD oder Die Fantastischen Vier. Am 09. Oktober 2009 feiert die Oberschwabenhalle ihren 50. Geburtstag, natürlich mit einem umfangreichen Festprogramm. Für die geladenen Gäste an diesem Abend halten die Veranstalter ein besonderes Schmankerl parat: die Premierenvorführung einer Film-Doku, die derzeit erstellt wird.

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Die Geschichte der Oberschwabenhalle ist eng verbunden mit der Entwicklung des Messerstandorts Ravensburg. Beim ihrem Bau 1959 war die Oberschwabenhalle die zweitgrößte Veranstaltungshalle in Baden-Württemberg. Überregional bekannt geworden ist sie in den ersten Jahren vor allen Dingen durch die Ausrichtung der Oberschwabenschau. Seit den frühen 60er Jahren wird die große Landwirtschafts- und Verbrauchermesse regelmäßig in Ravensburg veranstaltet und lockt bei jeder Auflage mehrere zehntausend Besucher. Neben der Traditionsmesse komplettieren heute die Baumesse hausplus und Oldtimershow motoMarkt das Messeportfolio der Oberschwabenhalle.

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„In den 70er Jahren hat sich Ravensburg außerdem als erstklassiger Kulturstandort etabliert“, so Willi Schaugg, Geschäftsführer der Oberschwabenhallen Ravensburg GmbH. Zahlreiche national und international bekannte Künstler sind seither in Ravensburg aufgetreten. Die Bandbreite des kulturellen Angebots reicht von Heintje, Boney M. und Benny Goodman über Reinhard Mey und Udo Jürgens bis hin zu den Egerländer Musikanten und Heino.

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Ein wichtiger Entwicklungsschub war die Modernisierung der Halle im Jahr 2002. Zehn Millionen Euro wurden damals investiert und die neu gegründete Oberschwabenhallen Ravensburg GmbH mit der Vermarktung betraut. Seither werden vielseitigen Möglichkeiten, der Halle für unterschiedlichste Veranstaltungen genutzt. Konzerte, Musicals und Aufführungen klassischer Musik finden hier genauso ein professionelles Umfeld wie Sportveranstaltungen und Firmenevents. Regelmäßig gehen in der Oberschwabenhalle auch logistisch aufwendige Fernsehaufzeichnungen über die Bühne.

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Die große Jubiläumsgala findet am 9. Oktober im Modenschauzelt statt. Dann wird auch zum ersten Mal der Jubiläumsfilm gezeigt. Erinnerungen, Eindrücke und Erlebnisse stehen im Mittelpunkt des Oberschwabenhallen-Films. „Schon jetzt haben wir rund fünf Stunden Filmmaterial beisammen“, zieht Ulf Nürnberger ein Zwischenfazit. Nürnberger ist Geschäftsführer der Firma UN.Media, die mit den Dreharbeiten und der Aufbereitung des Films beauftragt ist. Viele Sunden und Tage hat das Team bisher damit verbracht, nach historischem Bildmaterial zu recherchieren, Zeitzeugen zu interviewen und bei den Filmaufnahmen die bestmöglichen Motive und Hintergründe in Szene zu setzen. „Hier wollen wir in erster Linie Zeitzeugen zu Wort kommen lassen. Alle Menschen in der Region, die eine persönliche Geschichte mit der Oberschwabenhalle verbinden, sind aufgerufen sich mit uns in Verbindung zu setzen“, sagte Willi Schaugg, Geschäftsführer der Oberschwabenhallen Ravensburg GmbH.

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In Sachen Kultur erlebt die Oberschwabenhalle einen heißen Herbst, denn zum Jubiläum wird ein buntes Feuerwerk hochkarätiger Kulturevents gezündet. Unter anderen kommen Udo Jürgens, Michael Mittermeier, Marc Medlock, Gotthard & Europe, The BossHoss, ADORO, Host Lichter, Moscow Circus on Ice, Best of Irish Dance und ABBA MANIA nach Ravensburg in die Oberschwabenhalle.

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Und diese Dokumentation besteht aus drei 20.38Teilen:

  • eine DVD mit dem Titel „50 Jahre Oberschwabenhalle“ (20.38)
  • Ein ausführliches Begleitheft (30 Seiten)
  • eine CD mit Hits und Schlagern von Künstlern, die in der Oberschwabenhalle aufgetreten sind.

Nun, die DVD ist eine liebevolle Dokumentation mit vielen Interviews der Hallenbetreiber, Konzertverstalterns, usw. (und gleich zwei Oberbürgermeister wissen auch was zu berichten …) und ein gewisser Ian Anderson bläst dann auf seine Querflöte am Ende der DVD ein Geburrtstagsständchen … bin mir nicht sicher, wieviele „hardcore“ Jethro Tull Fans von dieser Aufnahme wissen.

Und die alten und neuen Aufnahmen der „Old Town Dixie Promenaders“ sind einfach nur rührend …

Nun, das Begleitheft ist eine ausführliche fotographische Zeitreise durch die einzelnen Jahrzehnte … das war ne Fleißarbeit, all die Materialeien zusammenzustellen Respekt !

Und nun, die CD ist eine abenteuerliche Mischung aus allen nur denkbaren Musikrichtungen … und passt von daher verdammt gut in diesen blog (der ja auch ein wenig – hinsichtlich der hier präsentierten Artefakte – abenteuerlich ist …., s. Titelliste)

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Was kann, was soll ich sonst noch schreiben:

Nun, viel liebevoller kann man eine solche Konzerthalle als Ausdruck regionaler Kultur nicht würdigen … und so sehr ich ein überzeugter Europäer bin … Ein Europa ohne Respekt vor den einzelnen Regionen und den dort lebenden Menschen, kann nicht überleben … Und hier haben wir ein prachtvolles Beispiel gelebter regionaler Aspekte.

Nund, und was muss ich jetzt noch schreiben:

Ein ganz herzliches Dankeschön an Hermann (den ich jetzt einfach mal zu den treuen Lesern dieses blogs zähle) …. Ein viel schöneres Geschenk konntest Du mir nicht machen … vielen, vielen Dank !

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Titel:
01. Conny Froboess: Pack die Badehose ein (Bradtke/G.Froeboess) 3.16
02. Heidi Brühl: Wir wollen niemals auseinander gehn (Jary/Balz/de Voss) 3.02
03. Ernst Mosch + seine Original Egerländer: Wir sind Kinder von der Eger (Mosch/Zwinger) 2.42
04. Wiener Sängerknaben: Edelweiss (Rodgers/Hammerstein) 3.10
05. Benny Goodman: Memories Of You  (Razaf/Blake) 3.22
06. Deep Purple: Smoke On The Water (Blackmore/Gillan/Glover/Lord/Paice) 3.48
07. Roy Black & Anita: Schön ist es auf der Welt zu sein (Twardy/Lilibert) 3.28
08. Heino: Blau blüht der Enzian (v.Kleebsattel) 4.10
09. Slavko Avsenik + seine Original Oberkrainer: Trompeten-Echo (Avsenik) 2.38
10. Udo Lindenberg: Alles klar auf der Andrea Doria (Lindenberg) 3.50
11. Freddy Quinn: Junge komm bald wieder (Olias/Rothenburg) 3.17
12. Howard Carpendale: Ti amo (Jay/Bigazzi/Tozzi) 4.07
13. Gary Moore: Over The Hills And Far Away (Moore) 5.23
14. Karl Moik: Servus Pfueat Gott und Auf Wiederseh’n (live im Musikanentenstadl) (Moik(Kefeder) 2.40
15. Dieter Thomas Kuhn: Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben (Kuhn/Schneider/Feldtkeller) 3.51
16. Hansi Hinterseer: Wenn die Berge mich rufen (White/Hammerschmidt) 3.26
17. Jethro Tull: A New Day Yesterday (Anderson) 4.11
18. Stadtorchester Ravensburg + Konstanze Niedung: Ravensburger Heimatlied (Traditional/Mayer) 2.22
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DVD 50 Jahre Oberschwabenhalle 20.38

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Original Oberkrainer Quintet Avsenik – Gut aufgelegt in Oberkrain (1968)

FrontCover1Auch bei denen spielte da Akkordeon eine große Rolle:

Slavko Avsenik (* 26. November 1929 in Begunje, Königreich Jugoslawien; † 2. Juli 2015 ebenda, jetzt Slowenien) war ein slowenischer Komponist und Akkordeonist.

Slavko Avsenik war zunächst Skispringer und als solcher Mitglied der damaligen Nationalmannschaft Jugoslawiens. Das Spielen auf dem Pianoakkordeon und der Steirischen Harmonika brachte er sich während seiner Militärzeit selbst bei. 1953 begann er im Trio Avsenik mit einem Gitarristen (Mitja Butara) und Bassisten (Borut Finzgar).

Slavko Avsenik gründete zusammen mit seinem Bruder Vilko Ovsenik die Musikgruppe Gorenjski Kvintet, die als Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer („Original Oberkrainer Quintett“) international bekannt wurde und mehr als 36 Millionen Tonträger verkaufte. Auch sind sie die Erfinder des „Oberkrainer Sounds“, der auch heute noch von einer Vielzahl von Musikgruppen gespielt wird.

Slavko + Vilko Avsenik

Die Brüder Slavko und Vilko

In der Regel besteht eine Oberkrainer Besetzung aus Akkordeon, Baritonhorn oder Kontrabass (Bass), Gitarre (Rhythmus), Klarinette, Trompete und natürlich aus ein- oder mehrstimmigem Gesang. Für einige Aufnahmen wurden auch Mundharmonika oder eine zweite oder sogar dritte Klarinette verwendet. Zusätzlich gibt es Alben mit Streichorchester und auch Blasmusik.

Obwohl der Oberkrainerstil Ähnlichkeiten mit der Ländlermusik aufweist, wurde er anfänglich keineswegs dieser zugeordnet. Er entspricht auch nicht der slowenischen Volksmusik. Vorwiegend werden 4/8-Polkas, Walzer sowie Märsche gespielt und natürlich auch Ländler mit typischer 4-Takt-Einleitung, wie z. B. der Bauern-Ländler. Eine Neuerung brachte dieser Stil jedoch auch damit, dass die Harmonik vieler Lieder sehr modern war und in die Jazzharmonik geht.

In fast jedem der Lieder sind Jazzelemente, wie Sextakkorde oder Sekundärdominanten (zumeist von der zweiten Stufe) zu finden. Diese Neuerung, vor allem in der Begleitung, ist wohl dem Gitarristen des Ensembles Leo Ponikvar zuzuschreiben, der vor seiner Zeit bei Avsenik als Jazzmusiker aktiv war und somit über das erforderliche Wissen verfügte.

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Der größte Erfolgstitel von Slavko Avsenik ist das Trompeten-Echo (1954), das in der populären Aufnahme (veröffentlicht 1955) von einem Quartett (ohne Gitarre) eingespielt wurde und das sich zum Evergreen der volkstümlichen Musik entwickelte, sowie seither in zahlreichen Versionen (Blasorchester, a cappella etc.) aufgenommen wurde. Einem breiten Publikum wurde diese Komposition erst mit Hilfe von Fred Rauch bekannt, der zufällig den Titel in Radio Klagenfurt gehört hatte. In den 1970er Jahren war es die Erkennungsmelodie der ZDF-Sendung Lustige Musikanten und der monatlichen Hörfunksendung Wettstreit nach Noten des Deutschlandfunks. Auch für die ORF-Sendung Musikantenstadl wurde das Trompetenecho das Titellied. Weitere Erfolgstitel sind Auf der Autobahn, Slowenischer Bauerntanz und Es ist so schön, ein Musikant zu sein, sowie Planica, Planica, ein Song, der jedes Jahr wieder zu den Skiflug-Wettbewerben an der Letalnica-Schanze gespielt wird.

1992 übergab Avsenik seine Lieder vor allem an das Ensemble Gašperji (im Oktober 2009 in Kranjci umbenannt), welches er unter der Bezeichnung „Die Jungen Original Oberkrainer“ offiziell zum Nachfolge-Ensemble seiner Original Oberkrainer ernannte. Die meisten der langjährigen Mitglieder sind inzwischen verstorben: Der Trompeter Franc Košir (1930–1991), der Gitarrist Leo Ponikvar (1917–1992), der Klarinettist Albin Rudan (1933–2009) und der Baritonist und Bassist Mik Soss (1929–2004) leben nicht mehr.

Avseniks Sohn Slavko Avsenik Jr. zeichnet für die Arrangements vieler Stücke der Band Laibach verantwortlich. Sein Enkel Saso Avsenik gründete 2009 in Begunje zusammen mit sechs weiteren Musikern eine eigene Gruppe im Stil der Original Oberkrainer und feiert damit ebenfalls Erfolge; unter anderem trat er auch im Musikantenstadl auf.

Am 2. Juli 2015 starb Slavko Avsenik im Alter von 85 Jahren nach einer kurzen und schweren Krankheit. (Quelle: wikipedia)

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Nun, die Musik dieses Ensembles war in den 60er Jahren der Inbegriff von „veralteter“ Musik und von daher ist diese LP ein geradezu grandioses Kontrastprogramm zu meiner „Hippies, Hasch und Flower Power – 68er-Pop aus Deutschland“ Präsentation …

Völlig unbeeindruckt von den damaligen Trends und Moden zelebrierte dieser Slavko Avsenik sein „antiquiertes“ Musikverständnis … wobei in der Tat zarte Jazzklänge durchaus zu hören sind. Und das alberne Liedchen „Junggesellen-Polka“ erinnert gar an Bill Ramsey …

Und natürlich gibt es auch bei diesem Vinyl-Rip eine Geschichte … z.B., wie ich zu dieser LP kam: Nun, eine mir wirklich ans Herz gewachsene Freundin musste vor einiger Zeit den Tod ihrer Mutter verdauen … aber auch dafür sorgen, dass deren Wohnung geräumt wurde. Ich bat sie, die noch vorhandenen LP´s nicht auf der Müllkippe zu entsorgen, sondern mir zu geben … und jetzt erscheint sie hier.

Der Vater dieser Freundin hatte im II. Weltkrieg ein Bein verloren, er war stets ein braver Mann geblieben und gemeinsamen mit seiner Frau war er zeitlebens tief religiös … und ich widme diese Präsentation all jenen Menschen, die, ohne zu murren, immer das gemacht haben, was die Obrigkeit sich so wünschte … und zugleich hoffe ich einfach mal, dass es mal eine Zeit geben wird, in der es solche Menschen gar nicht mehr gibt.

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Besetzung:
Slavko Avsenik (accordeon)
Franc Košir (trumpet, vocals)
Leo Ponikvar (guitar)
Vilko Ovsenik (clarinet)
Albin Rudan (clarinet)
Nikolay („Mik“) Soss (bass, bariton)
+
Monika und Ema Prodnik (vocals)

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Titel:
01. Regenbogen über Oberkrain (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.36
02. Fest im Walde (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.06
03. Junggesellen-Polka (V.Avsenik/S.Avsenik/Rauch) 2.17
04. Mein schöner Trachtenhut (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.14
05. Das Echolied der Dolomiten (V.Avsenik/S.Avsenik/Rauch) 2.53
06. Stiefel-Polka (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.02
07. Wenn die Heide blüht (V.Avsenik/S.Avsenik/Rauch) 2.29
08. Sehnsucht und Liebe (V.Avsenik/S.Avsenik) 3.32
09. Flitterwochen (V.Avsenik/S.Avsenik) 3.11
10. Ein kleines Bild von mir (V.Avsenik/S.Avsenik/Rauch) 2.55
11. Fesche Kellnerin (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.09
12. Frühlingsträume (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.51
13, Ach Fräulein… (V.Avsenik/S.Avsenik/Rauch) 2.13
14, Trompetenecho (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.28

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Das Gasthaus Pri Joževcu in Begunje, der Ausgangspunkt für Slavko Avsenik