Hans Dieter Baroth – Aber es waren schöne Zeiten (2004)

FrontCover1Ein beeindruckendes Hörbuch … verfasst und gelesen vom Hans Dieter Barth:

Hans Dieter Baroth (* 12. Februar 1937 in Oer-Erkenschwick als Dieter Schmidt; † 16. Juli 2008 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller.

Hans Dieter Baroth war der Sohn eines Bergmanns. Er besuchte die Volksschule und erlernte anschließend den Beruf seines Vaters. Bis 1957 arbeitete er unter Tage im Bergbau. Daran anschließend übte er verschiedene Tätigkeiten aus und war von 1959 bis 1961 Gewerkschaftsfunktionär. Er begann für verschiedene Zeitungen zu schreiben, war (unter seinem bürgerlichen Namen Dieter Schmidt) Chefredakteur des DGB-Jugendmagazins ran sowie – bis zu deren Einstellung im Jahr 1988 – der DGB-Wochenzeitung Welt der Arbeit. Ab 1964 begann er, Dokumentarfilme zu drehen. Seit 1963 lebte er in Düsseldorf, ab 1990 in Berlin. Er war verheiratet mit der Historikerin Astrid Brand (* 15. Februar 1959).

Hans Dieter Baroth war in seinen erzählerischen Werken ein nüchterner Chronist des Bergbaus und vor allem des Bergarbeiteralltags im Ruhrgebiet der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Spätere Bücher Baroths befassten sich vor allem mit der Geschichte des Fußballs in seiner Heimatregion. In seinen letzten Lebensjahren schrieb er Reportagen über die Folgen der Wiedervereinigung in den ostdeutschen Bundesländern und an seinem letzten Wohnsitz Berlin.

Hans Dieter Baroth war Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller. Er erhielt 1972 den Deutschen Journalistenpreis der IG Druck und Papier und der Deutschen Journalisten-Union und 1992 den Literaturpreis Ruhrgebiet. (Quelle: wikipedia)

Baroth
Hans Dieter Baroth liest über 70 Minuten aus seinen Büchern. Es sind Geschichten aus den Romanen “Aber es waren schöne Zeiten” und “Streuselkuchen in Ickern”. Er erzählt von der Beichte, dem Gesang in der Kirche und der Angst vor dem Pfarrer. Mit der Stimme des Autors wird sein trinkfester Großvater, “das Ekelpaket”, lebendig. Mehrere Storys aus “Streuselkuchen und Muckefuck” sind zu hören mit Erinnerungen an Klümpkesbuden, Kawenzmänner, Steißtrommler, Schweinepriester und Weihnachten, an dem es meist Krach in der Familie gab. Aus “Jungens, euch gehört der Himmel” liest Hans Dieter Baroth über eine Tour auf einem offenen Lastwagen zu einem Fußballspiel nach Dortmund. (Auszug aus einer Ankündigung des Verlages)

Streit zu Weihnachten: Statt „Ihr Kinderlein kommet“, sangen sie „Anneliese, ach Anneliese.“ Fahrten zum Einkauf in die Städte des Ruhrgebietes gab es einmal im Jahr, bei denen für die Halbwüchsigen zu große Kleidung gekauft wurde. Widerspruch war zwecklos, wenn die Mutter „passt“ gesagt hatte. Der Autor, selbst in der „Kolonie” aufgewachsen, beweist in seinen Geschichten den Blick fürs Detail, das mehr über das Lebensgefühl und die Lebensumstände im Ruhrgebiet der vierziger, fünfziger und sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts aussagt als langatmige Geschichtsbücher.Hans Dieter Baroth, ausgezeichnet mit dem Literaturpreis Ruhrgebiet 1992, liest Geschichten aus dem Revier, die gleichzeitig Geschichte von unten sind. Die Printausgaben seiner Bücher sind weit mehr als 200.000 mal verkauft worden, hier liest er die besten Erzählungen in einer Auswahl, auch aus teilweise lange vergriffenen Bänden: Vom trinkfesten Großvater, dem Ekelpaket aus dem Revierklassiker „Streuselkuchen in Ickern“. Aus seinem Erstling „Aber es waren schöne Zeiten“ gibt es Berichte von der Beichte, dem Gesang in der Kirche und der Angst vor dem Pfarrer. Mehrere Storys aus dem Erfolgbuch „Streuselkuchen und Muckefuck“ sind zu hören mit Erinnerungen an Klq/4mpkesbuden, Kawenzmänner, Steißtrommler und Schweinepriester. Und aus dem Longseller „Jungens, euch gehört der Himmel“ liest Hans Dieter Baroth von einer Tour mit Hindernissen auf einem Lastwagen zu einem Fußball-Auswärtsspiel, als es nach dem Krieg und der Zerstörung Dortmunds keine Hinweisschilder mehr gab und die Straßennamen nicht mehr stimmten.

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‚All diese Alltagsgeschichten, sehr lakonisch vorgetragen und dennoch sehr intensiv, erzählen exemplarische Geschichten jener Generation, die im III. Reich geboren wurden und somit nicht die „Gnade der späten Geburt“ hatten, sondern all die Folgen der bestialischen Diktatur auszubaden hatten.

Allein die Geschichte „Der Großvater“ muss einen den Hals zuschnürren … denn hier ist auch das Thema „schwarze Pädagogik“ das Thema …

Aber auch all die anderen Geschichten lassen einem das Blut gefrieren … wie wir wurden, was wir sind … und all die psychischen Deformationen, die meine (oder unsere) Kindheit/Jugend begleitet haben …. erklären sich fast von selbst … nicht unbedingt ein Trost … aber eine Erklärung.

Vor einem Autor wie Hans Dieter Baroth kann man nur voller Respekt den Hut ziehen … und danke sagen !

BackCover1Besetzung:
Hans Dieter Baroth (Sprecher)

Das Ruhrgebiet

Titel:
01. In der Kolonie 10.17
02. Der Grossvater 16.28
03. Die Einkaufstour 6.16
04. Der Rektor 10.58
05. Kaleika am Heiligen Abend 6.57
06. Rasierplatz Im Kino 9.55
07. Taubenohren 3.50
08. Auswärtsspiel 5.42

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