Verschiedene Interpreten – Die Hamburg Szene (Smash … Boom … Bang … !) (2001)

FrontCover1Man kann es drehen und wenden wie man will: Die Hamburger Beat-Szene war für die AGermanusbreitung diese Musikrichtung in den 60er Jahren wohl der erste Dreh- und Angelpunkt. Ich vermute mal stark, dass dies vorrangig mit dem „Star Club“ zu tun hat, ein Schuppen, der in dieser Form damals wohl einmal in Deutschland war.

In Hamburg gab es eine ganze Reihe von Gruppen, die es aus dem einen oder anderem Grund nicht geschafft haben. Die CD beginnt mit einem feinen Song der German Bonds, die eine der besten Livebands der Beat Zeit waren. Dieses Potenzial bannten sie allerdings nur hier und bei dem coolen „So Mystifying“ auf Platte. Zu den besten Songs gehören auch die beiden Nummern der Faces, die sich nicht weiter entwickeln konnten, weil ihr Sänger zu den Rattles ging. Ohnehin sind die Rattles auf der gesamten Scheibe präsent. So gibt es zwei Singles der Gruppe, die sie unter einem anderen Namen veröffentlichten (als Fixx und Our Gang), mehrere Gruppen, die Bassist Herbert Hildebrand produziert hat und vier Lieder von Achim Reichel. Besonders „Trag es wie ein Mann“ ist eine unfreiwillig komische Schlager-Skurrilität. Musikalisch reicht das Spektrum von Beat, über Schlager und ungarische Volksweisen, bis hin zum Soul. Das ausführliche Booklet zeigt die Verknüpfungen der Szene und erhöht die Freude. (Gregor Kannberg)

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Dies ist eine rundum gelungene CD. Sie bietet 30 Titel mit einer Laufzeit von 78 (!) Minuten von den German Bonds, The Bats, Cops & Robers, Achim Reichel, The Fixx, The All, The Faces, The Johnnie Cliff Five, Bouwman Brothers, Our Gang und The Exodus, also von Bands, die zwischen 1964 und 1968 besonders in Hamburg „In“ waren und deren Musik mich auch heute noch begeistert.

„We Are Out Of Sight“, „Sing Hallelujah“ und „So Mystifying“ von den German Bonds, „Shake, Shake, Slop, Slop“ von The Bats oder aber Achim Reichel, der auch bei den Rattles und Wonderland war, mit Titeln wie „Trag es wie ein Mann“ und „Fatima“ oder aber „Skinnie Minnie“ von The Johnnie Cliff Five.

Dieses Album bietet hervorragende „deutsche Beatmusik“ der Beatära, abseits von den Rattles und den Lords mit heute fast vergessenen „Stars“ der damaligen deutschen Beatszene. Nicht nur für Fans der (deutschen) Beatszene“ ist dieses Album daher ein „echter Schatz“ und ein „Muss“.

Und das 60seitige graphisch ansprechend gestaltete Beiheft enthält viele Fotos und bietet uns Informationen zu jeder einzelnen Band und deren Titel dieses Albums. (JK)

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Ich könnte diese Lobhymnen noch seitenlang fortsetzen: Da fällt einem gelegentlich auf, wie gekonnt manche Bands auch mit Elementen der klassischen Musik jonglierten und man muss sich da vergegenwärtigen, dass das damals die Provokation pur war und dem aufrechten Musiklehrer die Schamröte ins Gesicht getrieben haben wird.

Und dann fällt noch auf, dass die Bands wirklich sehr souverän aufgespielt haben, bedenkt man, dass diese ganze Szene erst am Anfang steht, kann ich nur sagen: Hut ab !

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Titel:
01. German Bonds: We Are Out Of Sight 2.50
02. German Bonds: Sing Hallelujah 2.45
03. The Bats: Shake, Shake, Slop, Slop 2.58
04. Cops & Robbers: Harlem Shuffle 2.57
05. Cops & Robbers: It Hurts Me So 3.18
06. Achim Reichel: Trag‘ es wie ein Mann (Take It Like A Man) 2.09
07. Achim Reichel: Heute und Morgen 2.42
08. The Fixx: Land Of 1000 Dances 1.59
09. The Fixx: Looking For The Right Girl 2.45
10. The All: I Don’t Go Back 2.59
11. The All: You Don’t Have To Say 2.50
12. The Faces: Cry, Cry, Cry 2.59
13. The Faces: Stay Away 2.33
14. German Bonds: Sonata Facile 2.15
15. German Bonds: So Mystifying 2.37
16. The Johnnie Cliff Five: Skinny Minnie 3.27
17. The Johnnie Cliff Five: Red Sails In The Sunset 1.59
18. Bouwman Brothers: Bella Rosa (Poison Ivy) 1.58
19. Bouwman Brothers: Träume, Schäume (Dona Dona) 2.23
20. Our Gang: Take This Hammer 2.42
21. Our Gang: Tell Her 2.16
22. Cops & Robbers: Soukie Soukie 2.24
23. Cops & Robbers: Evil 2.08
24. German Bonds: Birthday Is Today 3.11
25. German Bonds: Skinny Eleonore (Tenge Tu Amor) 2.06
26. German Bonds: Remember 2.59
27. Achim Reichel: Fatima 2.54
28. Achim Reichel: Ich warte auf Antwort 1.56
29. The Exodus: Hungaria 2.20
30. The Exodus: Gypsy Dance 2.30

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Knut Kiesewetter – That’s Me (1967)

FrontCover1.jpgSeit den 60er Jahren hat der Knut Kiesewetter bei mir einfach einen Stein im Brett … vermutlich weil er doch ein ganz schön musikalische Spannbreite hatte … :

Knut Kiesewetter wurde am 13.9.1941 in Stettin an der Ostsee geboren. Als Dreijähriger kam er Anfang 1945 nach Garding auf die Halbinsel Eiderstedt (Nordfriesland). Nach Beendigung der Schule in St.Peter-Ording an der Nordsee studierte er in Lübeck und Hamburg Musik (klassische Posaune). Sein Interesse an der Musik weckte der weltspitzen Jazzposaunist Jack Teagarden, den er heute noch sehr bewundert.

Weil Jack Teagarden auch ein hervorragender Sänger war, fing Knut Kiesewetter ebenfalls an zu singen. Um sich beim Gesang begleiten zu können, brachte er sich das Gitarrenspiel selbst bei. Eine Gitarrengrifftabelle hat KK nie gesehen, so wie er auch nie eine Stunde Gesangsunterricht gehabt hat.

Seine erste Posaune besorgte er sich als 14jähriger und stand am 1. Februar 1957 als 15jähriger beim Faschingsfest des Gymnasiums St. Peter-Ording zum 1. Mal als Musiker auf der Bühne.

KnutKiesewetter01Mit neunzehn Jahren machte er seine ersten Schallplattenaufnahmen. Als Gesangssolist der Gruppe „Die Tramps“ wurde bereits seine zweite Single ein großer Hit (Am Missouri 1961). Im selben Jahr hatte er auch als Posaunensolist mit der Gruppe „Blue River Boys“ einen Hit in Skandinavien (Chopsticks Twist).

Weil der Name Knut Kiesewetter den Schallplattenfirmen zu unkommerziell klang, verpasste man ihm alle möglichen Künstlernamen, z.B. Kid Kiets, Nut Weather, The Big Kid etc..

Als neunzehnjähriger gewann er auch beim Düsseldorfer Amateur-Jazz-Festival. Dieses Festival wurde damals für so wichtig genommen, dass es dem „Jazz-Papst“ Joachim Ernst Berendt zwei Fernsehsendungen wert war. Berendt war von Kiesewetter so begeistert, dass er ihn in seinen Zeitungsartikeln, Rundfunk- und Fernsehsendungen so über den grünen Klee lobte, dass Kiesewetter folgerichtig im nächsten Jahr auch den deutschen Jazz-Poll (eine Publikums- und Kritikerumfrage) gewann.
Ab jetzt waren auch die Schallplattenfirmen bereit, ihn unter seinem richtigen Namen zu veröffentlichen.
Den deutschen Jazz-Poll gewann KK noch über 10mal. Auch den europäischen Jazz-Poll der führenden französischen Jazz-Zeitschrift „Blue Note“ gewann er drei Mal.

Kiesewetter hatte nie Berührungsängste mit anderen Musikrichtungen, wie es in den Fünfzigern und Sechzigern üblich war. Schon als Achtzehnjähriger teilten er und seine Jazz-Band sich die Bühne im Hamburger „Indra“ mit einer jungen englischen Rock-Band, die sich „The Beatles“ nannte.

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So machte er in den 60er Jahren Blues-, Jazz-, Rock-,
Soul-, Gospel-, Chanson- und Folk-Aufnahmen.
Sogar Johann Sebastian Bachs Liebeslied: „Willst Du Dein Herz mir schenken“ spielte er 2mal ein.

Er war einer der wenigen deutschen Sänger, der auf dem legendären Label „Star Club Records“ erschien.
Das im Gospelgesang weltweit führende amerikanische schwarze „Golden Gate Quartett“ akzeptierte 1965 den weissen Gospelsänger KK als Mitwirkenden bei einer dreiwöchigen Tournee durch Polen. Er blieb noch lange mit ihnen befreundet.
Auch im Jazz hielt er wenig von strikter Trennung der Stilrichtungen, sondern sang und spielte mit Inbrunst alles, was ihm gefiel. So unter anderem mit den Oldtime-Klarinettisten George Lewis und Albert Nicholas, aber auch mit den Modernen Tony Scott und Rolf Kühn. Mit den Trompetern „Wild“ Bill Davison und Henry „Red“ Allen, andererseits mit Chet Baker oder Dizzy Gillespie. Mit dem Posaunisten Chris Barber, aber auch mit Albert Mangelsdorf. Mit dem Altsaxophonisten Benny Waters wie auch mit Phil Woods. Er ließ sich am Piano von Horst Jankowsky, Paul Kuhn, Wolfgang Dauner, Mary-Lou Williams und Joe Zawinul begleiten, von dem Ellington-Bassisten Ernie Sheppard als auch von dem sagenumwobenen Nils-Henning Oersted-Pedersen und nahm auf mit den Schlagzeugern Kenny Clarke und Charly Antolini. Er spielte mit Bands wie Barrell-House Jazzband und Old Merrytale Jazzband, aber auch mit der Big-Band Peter Herbolzheimer und arbeitete mit dem Orchester Count Basie. Er sang und spielte im Duett mit Bill Ramsey, Gitte Henning und Alexis Korner.
Diese Liste ist eher zufällig und ließe sich beliebig fortsetzen.

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Natürlich bekam Knut Kiesewetter auch einige darstellende Rollen in Filmen im In- und Ausland.

Während Knut Kiesewetter in den 60er Jahren viel in kommerziellen Sendungen wie „Musik aus Studio B“ (7 Mal) oder „EWG“ auftrat, moderierte er gleichzeitig seine eigenen Fernsehserien („Songs, Chansons, Lieder“), bei denen u.a. Reinhard Mey, Roger Whittaker, Insterburg & Co., Schobert und Black und die französische Chansonette Barbara auftraten. Andererseits auch die Sendereihen „Hits a go go“, „Sonntagskonzert“ (Ende der 70er) und „An hellen Tagen“ (80er).
6mal wurde von der ARD (Das Erste) ein eigenes einstündiges Portrait über Knut Kiesewetter gedreht, wobei „Knut Kiesewetter singt“ 1968 die Ehrengabe des europäischen Prix Jeunesse erhielt. Auch das Dänische Fernsehen (DR) drehte sein eigenes Portrait über KK.
Ende der 60er Jahre fing er dann auch an, sich in die Riege der deutschen Liedermacher einzureihen.

Viele seiner später erfolgreichen Kollegen wurden von ihm entdeckt und von ihm auch produziert, z.B. Hannes Wader, Fiede Kay, Volker Lechtenbrink, die Gruppen „Moin“ und „Speellüüd“. Er produzierte auch seine englischen Kollegen Alex Campbell (Daddy of Folk) und Harvey Andrews.

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Zwischen 1972 und ´90 sang KK viele Titel für die Kinderserie „Sesamstraße“ ein. Z.B. synchronisierte er die schwarze Puppe Roosevelt Franklin in deutsch (Eberhard Freitag). Er textete und sang für die Serien „Garfield“ und „Barbapapa“ und produzierte und sang ein JANOSCH-Album (Die Maus hat rote Strümpfe an).

Er besitzt noch alle Tonträgerrechte für die Aufnahmen des legendären Kabarettisten Heino Jaeger und des ebenfalls inzwischen verstorbenen Politikers, Schriftstellers und Kabarettisten Jochen Steffen, den er auch heute noch sehr verehrt.

Für Kollegen, die von größeren Schallplattenfirmen als zu unkommerziell erachtet wurden, um sie zu veröffentlichen, gründete KK sein eigenes Label NFR – Nordfriesland Records, damit solche Künstler Ihrem Publikum nicht vorenthalten wurden.

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1971 kehrte Knut Kiesewetter nach Nordfriesland zurück. Er kaufte sich den 12 km nördlich von Husum gelegenen 300 Jahre alten Bauerhof, der seit seiner Entstehung „Fresenhof“ heißt. Auf diesem lebte er mit Frau und Sohn, Pony, Ziege, Hunden, vielen Katzen und noch mehr Tauben. Wieder zu Hause in Nordfriesland fiel ihm auf, dass sowohl die friesische als auch die plattdeutsche Sprache immer weniger gesprochen wurde. Das lag wohl daran, so glaubte er, dass diese Sprachen in den Medien damals überhaupt nicht vorhanden waren. Um dem ein wenig entgegen zu wirken, entschloss er sich, völlig ohne kommerziellen Hintergedanken und gegen den Willen seiner Schallplattenfirma die LP „Leder vun mien Fresenhof“ mit friesischen und plattdeutschen Liedern zu machen. Diese Produktion wurde komischerweise die erfolgreichste seiner etwa 50 Alben (Gold!).

Er setzte damit eine norddeutsch-musikalische Welle in Bewegung, die nachher seiner Meinung nach leider immer mehr ins Volkstümliche abglitt.

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Die plattdeutschen und friesischen Lieder, die KK auf Tonträgern veröffentlichte, waren grundsätzlich von ihm selbst geschrieben. Er war also nie ein Sänger norddeutscher Volkslieder, wie in vielen Medien verbreitet wurde und auch in manchem Lexikon steht.
Auch Lexika irren manchmal.

Schon früh hatte sich KK für die Problematik der Umweltzerstörung sensibilisieren lassen und schrieb 1973 mit „Umweltverschmutzung“ sein erstes Lied zu diesem Thema. Hierfür bekam er 1974 die Goldene Europa. Als sich 2 Jahre darauf die erste Umweltschutz-Wählergemeinschaft Deutschlands (Grüne Liste Nordfriesland) zusammenfand, war Kiesewetter mit dabei. Als sich ein paar Jahre später diese Wählergemeinschaft mit anderen grünen Wählergemeinschaften, die inzwischen entstanden waren, zur Partei Die Grünen zusammenschloss, machte KK nicht mehr mit. Er hatte enttäuscht und mit Entsetzen festgestellt, dass es vielen Mitgliedern der Grünen (wie in anderen Parteien) gar nicht um die Sache selbst, sondern um ihr persönliches Prestige und ihre Karriere ging. Er fing an, selbst etwas für seine Umwelt zu tun und bepflanzte Strassen und Bäche in der Umgebung seines Fresenhofs mit Büschen und Bäumen, von den leider viele von missgünstigen Menschen der Gegend wieder herausgerissen wurden.

Viele Preise, die Kiesewetter verliehen werden sollten, lehnte er einfach ab (z.B. Herman Löns Preis, Deutscher Schallplattenpreis, Deutscher Kleinkunstpreis).

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In den 80er Jahren bekam KK an der Hamburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst eine Professur für Liederkomposition und Liedertexte und war dort eine Zeit lang Fachbereichssprecher.
Auch schriftstellerisch war Kiesewetter schließlich tätig. Er schrieb Kurzgeschichten und Kritiken, Beiträge für Rundfunksendungen, sowie Artikel für Sportzeitungen. Die Sportartikel beschränkten sich auf den Boxsport, den er in den 60er und 70er Jahren intensiv trainiert hatte. Seinen letzten Kampf machte er 1976 im norddeutschen Buchholz vor dem „interessierten“ Zuschauer Max Schmeling. Mit vielen Profis aus dieser Zeit ist er heute noch befreundet.

Am 17. August 2000 wurde Knut Kiesewetter auf der Ronneburg von SD Fürst Wolfgang Ernst zu Ysenburg und Büdingen für seine Verdienste um den deutschen Jazz zum Ritter geschlagen.

Anlässlich seines 60. Geburtstages wurde am 9. September 2001 vom Fernsehen des Norddeutschen Rundfunks (N3) ein zweistündiges „Knut Kiesewetter – Special“ mit Fernsehaufnahmen aus den letzten 40 Jahren gesendet.

Am 28. Februar 2012 wurde Kiesewetter in Kiel für seine Verdienste um die friesische und die plattdeutsche Sprache der Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein vom Ministerpräsidenten persönlich verliehen. (Selbstdarstllung für seine mittlerweile gelöschte website von Hans Thomas)

Ergänzt muss dann leider noch werden, dass Knut Kiesewetter dann am 28. Dezember 2016 in Nordfriesland gestorben ist.

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Und auf diesem Album (es müsste sein zweites Soloalbum sein) hören wir ihn mit einer gospelgetränkten Beatmusik, die freilich schon 1967 ein wenig antiquiert klang, bedenkt man, was sich 1967 berits in der internationalen Szene für Sounds breitgemacht haben (von Jefferson Airplane über Cream bis hin zu Jimi Hendrix).

In manchen Momenten klingt das Album dennoch ganz gut (z.B. seine Version des Hollies Hits „Stop, Stop, Stop“; auch die knackige Hornsection fällt immer wieder mal positiv auf), in manchen Momenten jedoch auch  arg pathetisch ,,, aber singen, ja singen das konnte er schon … kann man hier auch hören.

Aber das Beste komm noch … Denn dieses Album wird geadelt durch die Expertise des Leiters der „Klasse für Jazz und jazzverwandte Musik an der Staatlichen Hochschule für Musik“ in Hamburg, Herrn Werner L. Fritsch.

Er verfasste ein längeres Essay über die Beatmusik im allgemeinen und über die künstlerischen Fähigkeiten des Knut Kiesewetters im besonderen.

So lesen wir z.B.:

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Vom Minnegesang zur Beatmusik … selten habe ich derart überfrachtete kulturhistorischen Erläuterungen zur Beatmusik gelesen.

Aber es geht noch weiter:

Hüllentext2

Das hätte mal mein Vater wissen müssen … Der Sohn hört moderne Madrigalmusik !!!

Von daher bietet diese LP eben dank dieses Hüllentextes eine extra Portion Erheiterung … und das frei Haus !

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Besetzung:
Knut Kiesewetter (vocals)
+
eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. That’s Me (Moslem/Goldfield) 2.06
02. You Bring Out The Best In Me (Martin/Coulter) 3.01
03. Just The Same As You (Barnett/Tolley/Blunt/Harding/Bennett) 1.54
04. What Should A Young Man Do (Keyes/Singleton) 2.32
05. What Is Wrong – What Is Right (Hopwood/Leckenby/Lisburg) 2.26
06. Color Me Bed (Moslem/Goldfield) 2.15
07. You Gotta Stay By Me (Martin/Coulter) 2.47
08. Stop Stop Stop (Gouldman) 2.46
09. Try Me (Radcliff/Scott) 2.20
10. You Were Born For Me (Pomus/Farrell) 2.07
11. A Little Bit Of Me Dies (Martin/Coulter) 2.33
12. Trouble (Alfred/Farrell) 2.18
13. Yes My Lord (Kiesewetter) 1.55
14. Don’t Loose Your Head (Martin/Coulter) 2.01

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Hüllentext3

Da werden sich die Studenten des Jahres 1967 aber gefreut haben !

The Beathovens – Happy To Be happy (1967)

FrontCover1.jpgUnd gleich nochmal der Rolf Zuckowski, diesmal aber in einer ganz anderen Rolle …

Wie so viele Jugendliche in dieser Zeit war auch er vom Beatvirus angesteckt … und auch er gründete eine Beatband … The Beathovens aus Hamburg …

Und sie fanden sogar ein Label … und veröffentlichten dort gar eine Single und LP !

Aber … die Zeit für derart schlichte und eher unbedarfte Beat-Musik war 1967 schon längst vorbei … Swinging  London und die Westcoast-Szene in den USA hatten längst das Kommando übernommen … aber die Beathovens hatten wohl eher den Sound der Hollies im Kopf und klar die Beatles hatten auchihren Eindruck hinterlassen.

Mir wäre allerdings ne gepfefferte Prise R & B und Rolling Stones lieber gewesen.

Und wer da hin und wieder auf dem Klavier klimpert, ist nicht bekannt.

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Anzeige in der Zeitschrift „Leg auf und sieh fern“

Hatte der Rolf Zuckowski später dann jede Menge guter Songideen, hier ist davon noch nichts zu spüren, da helfen die blumigen Anpreisungen auf der Rückseite der LP Hülle auf nichts mehr:

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Und auch wenn das Album ziemlich unausgegoren klingt (Prädikat: harmlos), ist es natürlich eine nette Ergänzung zum Rolf Zuckowski … Hier kann man ihn als Azubi der Beatmusik hören, später wurde er dann ein Meister in einem anderen musikalischem Fach.

Der Sologitarrist scheint übrigens im Jahr 2018 gestorben zu sein …

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Besetzung:
Peter Metz (drums)
Joachim Mc Pauly (guitar)
Michael Rick (bass)
Rolf Zuckowski (vocals, guitar)

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Titel:
01. A Message To You (Zuckowski) 2.18
02. Another Day (McPauly) 2.12
03. Happy, To Be Happy (Zuckowski) 2.31
04. I Send A Letter (McPauly) 2.39
05. Little Darling (Zuckowski) 2.26
06. Mistrodden (Zuckowski) 2.50
07. Na na na (Zuckowski) 2.22
08. Paradise (Zuckowski) 2.21
09. Sometimes (Zuckowski) 2.57
10. Sweet Music (McPauly) 2.05
11. The Blow-Up Machine (Zuckowski) 3.09
12. Then I Need Only You (Zuckowski) 2.34

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Die erste und letzte Single der Beathovens:

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SingleLabelA+B

 

Verschiedene Interpreten – Die Frankfurt Szene (Smash … ! Boom …. ! …. Bang !) (2002)

FrontCover1Man kann es kaum glauben … hinter diesen „Smash … ! Boom …. ! …. Bang !“ Editionen verstecken sich Raritäten der ungeahntesten Art … Und ich beginne mal mit dem Sampler „Die Frankfurt Szene“:

„Frankfurt. Heute schmückt sie sich ja gern mit dem Metropolis-Flair, protzige Skyline, Mainhatten eben, doch früher reichte die South Bronx sozusagen bis direkt in die Innenstadt – das Rotlicht leuchtete unmittelbar neben dem Eingang zur Bank. Dort, wo sich Herren im grauen Dreiteiler morgens zur Arbeit begaben, kamen die GI´s lallend die Straße hinunter, die Zähne wie Kleingeld in der Hosentasche, die Ausgehuniform fleckig vom Bier, das Portomonnaie dünn wie ein unbenutzter Briefumschlag.

Wenn sie Glück hatten, begleitete sie eine Mieze noch ein Stückchen die Straße runter, aber die Schachtel Zigaretten war man dann auch noch los.

Frankfurt, da lebten die US-Boys den Rock `n`Roll auf den Rücksitzen, zwischen den Mülltonnen im Hinterhof und in Clubs von überregionalem Renommee. Sie lechzten nach blonden und brünetten Fräuleins, mit langen Beinen und engen Pullis, nach schmuddeligem Rock `n`Roll von den härtesten Typen überhaupt und nach der Gelegenheit, den Sold gegen flüssiges Gold einzutauschen.

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Die Deutschen schauten ihnen nur anfangs neidvoll zu, dann legten sie selbst Hand unter die Röcke, an die Whisky-Gläser und die Gitarrensaiten. Sie zeigten den Besatzern, was eine Harke ist und Stück für Stück eroberten sie ihr Terrain zurück“ (Hans Jürgen Klitsch)

Soweit der einleitende Text in dem mehr als üppigen booklet … was dann musiklisch folgt, sucht seinesgleichn. Es geht los mit dem urkomischen „Äppelwoi Slop“ und dann geht´s Schlag auf Schlag und ich weiss gar nicht, welche der insgesamt 28 Titel ich besonders hervorheben soll, denn irgendwie ist dieses Album so ne Art Gesamtkunstwerk.

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Besonders aufgefallen sind mir aber jene Songs, die ich mal in die Kategorie „zornige junge Männer“ einreihen möchte, vermutlich, weil sie meinem Naturell am ehsten entsprechen (wobei ich ja auch ne ausgesprochene Ader für romantische Melodien habe).

Da sind z,B, die Ravers mit einer großartigen Live – Version von „Night Time Is The Right Time“, eine profunde Verneigung vor den Animals. Und die Skins brüllen ihre Version de Pretty Things Klassikers „L.S.D.“ raus, das es eine wahre Freude ist, Und dann spielen die auch noch triumphal ihr „What To Do“ … einfach nur großartig !

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Mit „Jack The  Ripper“ feiern die Spotlights die heute ziemliche vergessene Band Casey Johns & the Governes“ und deren Stones Dadption „I´m Free“ ist von nicht minder schlechten Eltern … ein weiterer Höhepunkt auf diesem an Höhepunkten nicht armen Sampler.

Aber auch das „Black Is Black“ von den Rangers kann überzeugen und selbst das eigentlich eher harmlose „Here Comes My Baby“ von Cat Stevens wird hier mit viel Enthusiasmus von den Trembles vorgetragen, was ihnen aber viel Ärger eingetragen hat, denn die CBS ließen der Band gerichtlich ihren Namen verbieten, weil dieser dem Namen „Tremeloes“ (die ebenfalls diese Cat Stevens Komposition aufgenommen hatten) zu ähnlich sei … Man sieht, schon damals wurde mit harten Bandagen gekämpft …

Trembles

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass das von Hans Jürgen Klitsch verfasste booklet (52 Seiten !!!) meisterlich gestaltet und vor allem getextet wurde (kenntnisreicher gehts nicht mehr) … eine schier unglaubliche Fundgrube an Detailinformationen über eine durch und durch vitale Zeit in den 60er Jahren.

Wer hier nicht zugreift, dem ist einfach nicht mehr zu helfen …

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Tracklist:
01. The Taifuns: Äppelwoi Slop  2.38
02. The Raves: Everything’s Alright  3.17
03. The Raves: Night Time Is The Right Time 3.46
04. The Skins: L.S.D.  2.21
05. The Details: I Cried All Night  2.13
06. The Details: What Shall I Do 2.12
07. The Skins: What To Do 3.36
08. Adam & Eve mit Hush: Feelin‘  2.50
09. The Spotlights: Jack The Ripper 4.01
10. The Spotlights: I’m Free 3.19
11. The Rangers: Black Is Black  3.08
12. The Trembles: Here Comes My Baby  2.33
13. The Trembles: Baby Stop That Playin‘ Around 2.23
14. The Rangers: Lovers Of The World Unite 2.23
15. The Sad Sack Set: Number One 2.37
16. The Sad Sack Set: The World For Us 2.37
17. Adam & Eve: They Can Look At Us  2.30
18. The Cheats: Valentine 3.26
19. The Cheats: That’s My Day 3.16
20. The Rock Ready & Raves; Jimmy Jimmy Coco Nut 1.52
21. The Taifuns: Go, Go  2.40
22. Heiko Henss & His Comets: Mona  2.17
23. Heiko Henss: Und der Himmel weint (You Were On My Mind)  2.59
24. The Tonacs: Darlin‘  3.12
25. The Krauts: I Can Understand  2.52
26. The Krauts: You Came Along  2.04
27. The Krauts (als Beatchers): Ally Ally Oxen Free  2.19
28. The Krauts (als Beatchers): A Lot Of Love  2.49

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ÄppelwoiSlop

Verschiedene Interpreten – All You Need Is Love + 3 (1967)

FrontCover1Nun – wie versprochen – eine weitere Single aus dem Beständen von Tempo Schallplatten – jenem Billig-Label aus den 60er Jahren, die stets am Puls der Zeit waren und deshalb oft auch Coverversionen von internationen Hits veröffentlichten.

Bei dieser EP ist nicht nur die Musik amüsant, fast noch amüsanter ist das Cover, soll es doch wohl suggerieren, dass auch ganz brave und lernwillige Buben und Mädchen solch´eine Musik hören, die ja musikalische Höhepunkte der „Flower Power“ Bewegung waren.

Neben 2 absoluten Top-Hits des Jahres 1967 („All You Need Is Love“ und „San Francisco“) gab´s dann auch 2 Songs, die nun wahrlich keine Rockgeschichte geschrieben haben: „Even The Bad Times Are Good“ (Tremeleos) und „Jackson“ (wurden u.a. von Johnny Cash und Nancy Sinatra eingespielt).

Die interessanteste Band auf dieser EP sind die „Beat Kings“ einfach deshalb, weil sie quasi die Beat-Haus-Kappelle von Tempp Schallplatten waren und diverse Singles mit englischsprachigen Songs eingespielt haben. Wer sich hinter dieser Kapelle verbirgt, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.

Gleiches gilt bedauerlicherweise auch für „Rusty And Johnny“ und auch bei „Johnny Smash“ muss ich mit den Schultern zucken.

So bleibt ein weiteres, kleines, verstaubtes Relikt aus jenen Tagen. in der solche musikalischen Torheiten noch möglich waren (wer würde heute einen internationalen Smash-Hit als Cover-Version auf einem Billig-Label unters Volk bringen wollen ) ?

BackCover1Titel:
01. The Beat Kings:  All You Need Is Love (Lennon/McCartney) 3.53
02. The Beat Kings: Even The Bad Times Are Good (Murray/Calender) 2.35
03. Rusty And Johnny: Jackson (Rogers/Wheeler) 2.58
04. Johnny Smash: San Francisco (Phillips) 2.48

LabelB1

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Deutschlandfunk – Schlager Derby Montag 27.06.1966 (1966)

FrontCover1Jetzt mal ein ganz besonderer Leckerbissen für Oldies-Fans … der Mitschnitt der Sendung „Schlager – Derby“ des Radiosenders „Deutschlandfunk“ vom 27.Juni 1966:

Das Schlagerderby war zwischen 1963 und 1978 eine legendäre Musiksendung im Deutschlandfunk, die in der damaligen Bundesrepublik Deutschland und der DDR gerne von jungen Leuten gehört wurde. Besonders ermöglichte die Sendung den Hörern in der DDR ungefiltert die aktuellen westdeutschen und internationalen Musikstücke zu empfangen. In großen Teilen der Bundesrepublik und besonders der DDR konnte der Deutschlandfunk allerdings nur über Mittelwelle und Langwelle gehört werden, was zu Einschränkungen bei der Tonqualität führte.

Über die Platzierung der zwanzig gespielten Titel entschieden die Hörer durch Einsendung einer Postkarte. Die DDR-Hörer konnten Kontakt zum Kölner Sender über westliche Privatadressen herstellen, so dass eine Abstimmung zur Platzierung der Titel auch für sie möglich war. Pro Sendung wurden fünf Musikstücke für die Neuplatzierung vorgestellt. Nach zehnmaliger Platzierung schied das entsprechende Musikstück aus. Die Sendung moderierte ab August 1965 Carl-Ludwig Wolff (Carlo W.). Die Erkennungsmusik Apollo Flight von der Boston Show Band erlangte Kultstatus. Der Sendetermin war anfangs montags (mit einer gekürzten Wiederholung im Aktuellen Plattenteller am Mittwoch um 18:15 Uhr), später mittwochs 20 Uhr (mit der Wiederholung am Donnerstag).

Autogrammkarte Carl-Ludwig Wolff

Autogrammkarte Carl-Ludwig Wolff

Und: Jahresbestplatzierte Interpreten waren Cliff Richard (1963–1964), Pierre Brice (1965–1966), Lords (1967), Roy Black (1968), Barry Ryan (1969/1972), Ricky Shayne (1970–1971), Sweet (1973/1975), Renate Kern (1974), Bay City Rollers (1976–1978). Internationale Top-Stars waren die Beatles, die Rolling Stones, die Beach Boys, die Bee Gees, Status Quo, Creedence Clearwater Revival, Alice Cooper, Simon & Garfunkel, Aretha Franklin und viele andere. (Quelle: wikipedia)

Die Hitparaden-Sendung, moderiert von Carl-Ludwig Wolff, genannt Carlo, hat von Montag, dem 23. August 1965-197? in West und Ost-Deutschland, und – auf Grund der Verbreitung via Mittelwelle auch in ganz Europa) Hörfunk-Geschichte geschrieben, wobei der Anteil der Zuschriften aus der „Ostzone“ (der Begriff „DDR“ war im Regierungssender DLF nicht erwünscht) gleich zu Anfang zwischen 2 bis 5% der Zuschriften ausmachte. Die Resonanz auf die ersten Sendungen war jedenfalls „eine Wucht!“, so das Zitat aus Carlos Buch „Das Derby – Sieg, Platz oder … Sturz?“ (Quelle: die mehr als empfehlenswerte Seite: intermediarte.de/dlf-schlagerderby)

Wer wissen will, wie es sich angehört hat … damals … als „Musk für die Jugend“ gesendet wurde … kann ja gar nicht anders, als sich hier mal zu bedienen. Da finden sich die Rolling Stones mit ihrem genialen „Get Off Of My Clouds“ neben Freddy Quinn mit seinem „Hunder Mann und ein Befehl“. Und auch die damals intensiv diskutierte Frage „wer ist besser: The Lords oder die Rattles“ wird bei dieser Sendung eindeutig entschieden: So nett „Poor Boy“ auch sein mag … „Las Vegas“ haut einfach tierisch rein … (*zwinker*)

Und weil ich ein begeisterter Radio-Hörer bin … kündige ich weitere Beiträge dieser Art an … denn der edle Spender  dieser Aufnahmen (der ungenannt bleiben will) hat weitere Leihgaben dieser Art angekündigt !

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So war das damals wohl … als wir entfesselt wurden …

Titel:

Schlager Derby Montag 27.06.1966: (1.21.36)

01. Intro: Kurt Edelhagen And His Orchestra – Trumpets
02. Pierre Brice – Wunderschön
03. The Beatles – We Can Work It Out
04. Roy Black – Ganz in weiß
05. Marika Kilius & Hans-Jürgen Bäumler: Wenn junge Leute bummeln …
06. Lords – Poor Boy
07. Rattles – Las Vegas
08. Beach Boys – Barbara Ann
09. Simon & Garfunkel – The Sound Of Silence
10. The Beatles – Girl
11. The German Blue Flames – Sha-La-La-La-Lee
12. Freddy Quinn – Hundert Mann und ein Befehl
13. The Rolling Stones – Get Out Off My Cloud
14. Conny Froboess – Ich geh durch den Regen
15. The Walker Brothers – The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore
16. The Beatles – Nowhere Man
17. Herve Vilard – Capri C’est Fini
18. Drafi Deutscher – Honey Bee
19. The Beatles – Day Tripper
20. Freddy Quinn – Abschied vom Meer
21. Rex Gildo – Nie hast du gefragt
22. Kurzdurchlauf
23. Outro: Kurt Edelhagen And His Orchestra – Trumpets

Voilá :

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Filmband Tiffanys – Fleisch ist mein Gemüse (Soundtrack) (2008)

FrontCover1.jpgIch habe ja neulich den Film „Fleisch ist mein Gemüse “ in den höchsten Tönen gelobt und von daher verwundert es vermutlich nicht, wenn ich nun nur zu gerne den Soundtrack zu diesem Film nachschiebe …

Als Heinz Strunk zum ersten Mal die Band “Tiffany´s“ hörte, in der er in den nächsten zwölf Jahren Saxophon und Querflöte spielen sollte, war er nicht gerade begeistert: “Klöter klöter klöter, schrammel schrammel schrammel, matsch matsch matsch. Auch der Sound war eine Katastrophe. Katzenmusik. Und dem Publikum war es immer seltsam egal gewesen. Entweder, weil sie es nicht anders gewohnt waren, oder vielleicht auch, weil das dilettantische Geklöter bewies, dass die Band wirklich live spielte.“

Doch zur Entschuldigung der über niedersächsische Dorffeste tingelnden “Tiffany´s“ muß vorgebracht werden, dass sie sich in keinster Weise als Musiker verstanden. Sie sahen sich vielmehr als “Mucker“, die einen oft mehr als fünf Stunden andauernden Liveauftritt “abzuliefern“ hatten. Seine Erlebnisse mit “Tiffany´s“ und deren Bandleader Gurki mit den meisterlichen Anmoderationen (“Swing time is good time – good time is better time!“) verarbeitete Strunk alias Mathias Halfpape zum tragikomischen “ziemlich autobiografischen“ Buch “Fleisch ist mein Gemüse“, das sich mehr als 250.000mal verkaufte und von Christian Görlitz auch äußerst launig verfilmt wurde.

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Ein sehr schönes Nebenprodukt ist das durchaus bewusstseinserweiternde Soundtrackalbum, das auch den potentiellen von Bela B. komponierten Hit “Gestern ist vorbei“ enthält. Bereits im Film wurden die Szenen auf 70er-Jahre- Hochzeiten und Schützenfesten äußerst lebensnah nachgestellt und intensiv ausgespielt. Für die CD intoniert die Filmband, zu der auch die Original-“Tiffany´s“ Heinz Strunk und Jens Carstensen gehören, “beherzt aufgemischte“ und gnadenlos ausgespielte Versionen damaliger Fetenhits wie “Needles And Pins“, “Dans op de deel“, “Geil“ oder “Polonäse Blankenese“. Unweigerlich werden nicht immer erfreulich Erinnerungen wach, denn öfter als nötig musste ich als kleiner Junge in niedersächsischen Käffern miterleben wie in knallbunte Festgewänder gezwängte Menschen stundenlang zu Musik geschwoft haben, die sie sich ansonsten niemals freiwillig angehört hätten. Doch aus sicherer Distanz betrachtet und gelauscht macht der ganze Quatsch sehr viel Spaß. (Quelle; hightlightzone.de)

Film Title: Fleisch ist mein Gemu?se.

„Swingtime is good time and good time is better time“: Nachdem es Heinz Strunks schaurig-lustige Autobiografie „Fleisch ist mein Gemüse“ über das Leben als Tanzmusiker während der achtziger Jahre auch ins Kino geschafft hat, kann man nun den passenden Soundtrack auf der eigenen Feier – Landhochzeit oder Schützenfest wären ideal – in den CD-Schacht schubsen.

Und was die „Filmband Tiffanys“ mit Schauspieler und Sänger Andreas „Gurki“ Schmidt, Heinz Strunk, Jens Carstensen, Lieven Brunkhorst, Dirk Schlag (Truck Stop) und Ali Busse (Jan Delay) da an 23 Stücken eingeheult hat, dürfte als schrägster deutscher Soundtrack überhaupt in die Geschichte eingehen: „I’m A Believer“, „Dans op de deel“, „Geil“, „Polonäse Blankenese“ oder „Tequila“ poltern schön rumpelig und neben dem Ton aus den Boxen. („Der Spiegel“, Mai 2008)

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Wohin der rebellische Ansatz des Rock’n’Roll führt, wenn die Musik erst mal in der norddeutschen Provinz angelangt ist, wurde uns noch nie so deutlich vor Augen geführt wie im Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk. Doch der Roman war graue Theorie im Vergleich zur Verfilmung und dem dazugehörigen Soundtrack. Terror ist kein Ausdruck für Songs wie „Dans op de deel“ oder „Polonäse Blankeneese“, er ist ein Euphemismus, eine Verharmlosung für das, was diese Musik selbst aus der zeitlichen Distanz zu Heinz Strunks Jugend in den 80ern mit uns anrichtet. Das Verheerende dieser Musik drückt sich in unserem Gefühl aus, das auf unerträgliche Art zwischen schlichtem Erschaudern und extensivem Drang zum Erbrechen pendelt. Und zwischenrein knattern die Originalsaxofonsoli von Heinzer himself, dem alten Sadisten. Wer eine absolut abgedrehte Party schmeißen und dabei „geile Musik abliefern“ will, kommt um diesen Soundtrack nicht herum. (Quelle:jw/Kulturnews)

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Wir hören hier – auf grandiose Weise eingespielt – Glanz und Elend all jener Tingel-Tangel Kapellen, die eben in der „Provinz“ das Landvolk musikalisch erfreut, dem grauen Alltag ein paar bunte, zuweilen auch grelle Lichter hinzufügt.

Und: die „Filmband Tiffanys“ waren – allen voran – Heinz Strunk – ne geniale Filmband, als da wären:

Ali Busse (Jan Delay), Jens Carstensen (der spielte früher tatsächlich mal mit Strunk in der Tanzkapelle Tiffanys, später trommelte er dann für Rosenstolz), Dirk Schlag (Truck Stop) und – na ja – Andreas „Gurki“ Schmidt war eben nicht nur ein großartiger Schauspieler … denn singen konnte er auch noch. Und der Lieven Brunkhorst ist ja eigentlich Saxophonist, aber er macht auch an den Keyboards keine schlechte Figur.

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Und auf dem Soundtrack zum Film ist der Titel “Gestern ist vorbei” vertreten, der von Bela B. geschrieben wurde, ja, genau, der von den Ärzten … und sein Song „Gestern ist vorbei“ ist ein echte Disko-Knaller.

Und das plattdeutsche Lied „Dans op de Deel“ hat ne ganz eigene Geschichte:

Der Hit „Dans op de Deel“ ist die plattdeutsche Aufforderung zum Tanz, ein Titel, der inzwischen schon als Volksgut vereinnahmt wurde. Sven Jenssen und Lorenz (Lonzo) Westphal, als Teufelsgeiger von Eppendorf in der Hamburger Szene bekannt geworden, hatten 1979 die Idee zu einem richtigen Mitsing- und Schunkellied. Keiner wollte zunächst den Titel haben, jedenfalls keine Plattenfirma. Also baute Sven ihn bei seinen Live-Auftritten ein, der Passat-Chor, der gerade mal wieder eine LP machen sollte und auf der Suche nach neuem Repertoire war, wurde auf den Titel aufmerksam und plötzlich hieß die ganze LP „Dans op de Deel“, eingesungen vom Passat-Chor mit Sven Jenssen.

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Das Erstaunliche geschah: Dieses Lied übersprang die regionalen Grenzen, setzte sich auch südlich der Elbe durch und wurde über zig Landessprachen in unterschiedlichen Versionen gesungen und gespielt. So war „Das op de Deel“ beispielsweise als Reggae mit der Gruppe Chi Kale in Ghana die Nummer Eins der Charts. Wen wundert es da, dass der Hit von einst nun auch die Kinoleinwand erobert hat. (Quelle: sikorski.de)

Damit nicht genug: Wir hören auch noch zwei Heinz Strunk Kompositionen, gesungen von den beiden Sängerinnen des Films (Anna Fischer und Anja Krenz). Und insbesondere „Put It All Behind“ lässt da aufhorchen ! Und bei „Tonight“ sieht man förmlich die Disco-Kugel glitzern …

Und wenn dann der Heinz Strunk zu seine furiosen Saxophon Solos anhebt, da kriegt man schon ne Gänsehaut (siehe „Spanish Eyes“) … Seine Instrumental_Version von „I´m A Believer“ ist ganz sicher eine besondere Erwähnung wert !

Selten hat „billige“ Musik soviel Spaß gemacht wie hier. Und schade, dass aus der im lesenswerten Begleitheft angedeutete Deutschland-Tournee dieses Combos nichts wurde.

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Besetzung:
Lieven Brunkhorst (keyboards)
Ali Busse (bass)
Jens Carstensen (drums)
Dirk Schlag (guitar)
Andreas „Gurki“ Schmidt (vocals)
Heinz Strunk (saxophone, flute, clarinet)
+
Anna Fischer (vocals bei 21. + 23.)
Anja Krenz (vocals bei 22.)

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Titel:
01. Gurki; Swingtime Is Good Time … 0.07
02. Hello Mary Lou (Mangiaracina/Pitney) 2.20
03. Blue Suede Shoes (Perkins/Moessner) 2.06
04. Rock’n’Roll Music (Berry) 2.34
05. I’m A Believer (Diamond) 3.14
06. Dans op de Deel (Westphal/Jenssen) 4.19
07. Geil (Earlam) 3.21
08. Hello Dolly (Herman) 1.41
09. Polonäse Blankenese (Böhm-Thorn/Jud) 3.09
10. Moviestar (Harpo) 3.14
11. Gurki: Swingtime Is Good Time … 0.08
12. Wenn i mit dir tanz (Steinhauer/Frey) 3.09
13. Needles And Pins (Nitzsche/Bono) 2.42
14. Spanish Eyes (Kaempfert) 4.20
15. Faslamlied (Traditional) 1.16
16. Stumblin‘ In (Chapman/Chinn) 3.44
17. Sun Of Jamaica (Stein/Jass) 4.38
18. Tanzen möcht‘ ich (Kálmán/Jenbach/Stein) 2.15
19. Tequila (Rio) 1.54
20. Wooly Bully (Samudio) 2.32
21. Put It All Behind (Strunk) 3.23
22. Tonight (Strunk) 4.26
23. Gestern ist vorbei (Jeo/Bela B.) 3.18

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