Deutschlandfunk – Schlager Derby Montag 27.06.1966 (1966)

FrontCover1Jetzt mal ein ganz besonderer Leckerbissen für Oldies-Fans … der Mitschnitt der Sendung „Schlager – Derby“ des Radiosenders „Deutschlandfunk“ vom 27.Juni 1966:

Das Schlagerderby war zwischen 1963 und 1978 eine legendäre Musiksendung im Deutschlandfunk, die in der damaligen Bundesrepublik Deutschland und der DDR gerne von jungen Leuten gehört wurde. Besonders ermöglichte die Sendung den Hörern in der DDR ungefiltert die aktuellen westdeutschen und internationalen Musikstücke zu empfangen. In großen Teilen der Bundesrepublik und besonders der DDR konnte der Deutschlandfunk allerdings nur über Mittelwelle und Langwelle gehört werden, was zu Einschränkungen bei der Tonqualität führte.

Über die Platzierung der zwanzig gespielten Titel entschieden die Hörer durch Einsendung einer Postkarte. Die DDR-Hörer konnten Kontakt zum Kölner Sender über westliche Privatadressen herstellen, so dass eine Abstimmung zur Platzierung der Titel auch für sie möglich war. Pro Sendung wurden fünf Musikstücke für die Neuplatzierung vorgestellt. Nach zehnmaliger Platzierung schied das entsprechende Musikstück aus. Die Sendung moderierte ab August 1965 Carl-Ludwig Wolff (Carlo W.). Die Erkennungsmusik Apollo Flight von der Boston Show Band erlangte Kultstatus. Der Sendetermin war anfangs montags (mit einer gekürzten Wiederholung im Aktuellen Plattenteller am Mittwoch um 18:15 Uhr), später mittwochs 20 Uhr (mit der Wiederholung am Donnerstag).

Autogrammkarte Carl-Ludwig Wolff

Autogrammkarte Carl-Ludwig Wolff

Und: Jahresbestplatzierte Interpreten waren Cliff Richard (1963–1964), Pierre Brice (1965–1966), Lords (1967), Roy Black (1968), Barry Ryan (1969/1972), Ricky Shayne (1970–1971), Sweet (1973/1975), Renate Kern (1974), Bay City Rollers (1976–1978). Internationale Top-Stars waren die Beatles, die Rolling Stones, die Beach Boys, die Bee Gees, Status Quo, Creedence Clearwater Revival, Alice Cooper, Simon & Garfunkel, Aretha Franklin und viele andere. (Quelle: wikipedia)

Die Hitparaden-Sendung, moderiert von Carl-Ludwig Wolff, genannt Carlo, hat von Montag, dem 23. August 1965-197? in West und Ost-Deutschland, und – auf Grund der Verbreitung via Mittelwelle auch in ganz Europa) Hörfunk-Geschichte geschrieben, wobei der Anteil der Zuschriften aus der „Ostzone“ (der Begriff „DDR“ war im Regierungssender DLF nicht erwünscht) gleich zu Anfang zwischen 2 bis 5% der Zuschriften ausmachte. Die Resonanz auf die ersten Sendungen war jedenfalls „eine Wucht!“, so das Zitat aus Carlos Buch „Das Derby – Sieg, Platz oder … Sturz?“ (Quelle: die mehr als empfehlenswerte Seite: intermediarte.de/dlf-schlagerderby)

Wer wissen will, wie es sich angehört hat … damals … als „Musk für die Jugend“ gesendet wurde … kann ja gar nicht anders, als sich hier mal zu bedienen. Da finden sich die Rolling Stones mit ihrem genialen „Get Off Of My Clouds“ neben Freddy Quinn mit seinem „Hunder Mann und ein Befehl“. Und auch die damals intensiv diskutierte Frage „wer ist besser: The Lords oder die Rattles“ wird bei dieser Sendung eindeutig entschieden: So nett „Poor Boy“ auch sein mag … „Las Vegas“ haut einfach tierisch rein … (*zwinker*)

Und weil ich ein begeisterter Radio-Hörer bin … kündige ich weitere Beiträge dieser Art an … denn der edle Spender  dieser Aufnahmen (der ungenannt bleiben will) hat weitere Leihgaben dieser Art angekündigt !

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So war das damals wohl … als wir entfesselt wurden …

Titel:

Schlager Derby Montag 27.06.1966: (1.21.36)

01. Intro: Kurt Edelhagen And His Orchestra – Trumpets
02. Pierre Brice – Wunderschön
03. The Beatles – We Can Work It Out
04. Roy Black – Ganz in weiß
05. Marika Kilius & Hans-Jürgen Bäumler: Wenn junge Leute bummeln …
06. Lords – Poor Boy
07. Rattles – Las Vegas
08. Beach Boys – Barbara Ann
09. Simon & Garfunkel – The Sound Of Silence
10. The Beatles – Girl
11. The German Blue Flames – Sha-La-La-La-Lee
12. Freddy Quinn – Hundert Mann und ein Befehl
13. The Rolling Stones – Get Out Off My Cloud
14. Conny Froboess – Ich geh durch den Regen
15. The Walker Brothers – The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore
16. The Beatles – Nowhere Man
17. Herve Vilard – Capri C’est Fini
18. Drafi Deutscher – Honey Bee
19. The Beatles – Day Tripper
20. Freddy Quinn – Abschied vom Meer
21. Rex Gildo – Nie hast du gefragt
22. Kurzdurchlauf
23. Outro: Kurt Edelhagen And His Orchestra – Trumpets

Voilá :

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Filmband Tiffanys – Fleisch ist mein Gemüse (Soundtrack) (2008)

FrontCover1.jpgIch habe ja neulich den Film „Fleisch ist mein Gemüse “ in den höchsten Tönen gelobt und von daher verwundert es vermutlich nicht, wenn ich nun nur zu gerne den Soundtrack zu diesem Film nachschiebe …

Als Heinz Strunk zum ersten Mal die Band “Tiffany´s“ hörte, in der er in den nächsten zwölf Jahren Saxophon und Querflöte spielen sollte, war er nicht gerade begeistert: “Klöter klöter klöter, schrammel schrammel schrammel, matsch matsch matsch. Auch der Sound war eine Katastrophe. Katzenmusik. Und dem Publikum war es immer seltsam egal gewesen. Entweder, weil sie es nicht anders gewohnt waren, oder vielleicht auch, weil das dilettantische Geklöter bewies, dass die Band wirklich live spielte.“

Doch zur Entschuldigung der über niedersächsische Dorffeste tingelnden “Tiffany´s“ muß vorgebracht werden, dass sie sich in keinster Weise als Musiker verstanden. Sie sahen sich vielmehr als “Mucker“, die einen oft mehr als fünf Stunden andauernden Liveauftritt “abzuliefern“ hatten. Seine Erlebnisse mit “Tiffany´s“ und deren Bandleader Gurki mit den meisterlichen Anmoderationen (“Swing time is good time – good time is better time!“) verarbeitete Strunk alias Mathias Halfpape zum tragikomischen “ziemlich autobiografischen“ Buch “Fleisch ist mein Gemüse“, das sich mehr als 250.000mal verkaufte und von Christian Görlitz auch äußerst launig verfilmt wurde.

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Ein sehr schönes Nebenprodukt ist das durchaus bewusstseinserweiternde Soundtrackalbum, das auch den potentiellen von Bela B. komponierten Hit “Gestern ist vorbei“ enthält. Bereits im Film wurden die Szenen auf 70er-Jahre- Hochzeiten und Schützenfesten äußerst lebensnah nachgestellt und intensiv ausgespielt. Für die CD intoniert die Filmband, zu der auch die Original-“Tiffany´s“ Heinz Strunk und Jens Carstensen gehören, “beherzt aufgemischte“ und gnadenlos ausgespielte Versionen damaliger Fetenhits wie “Needles And Pins“, “Dans op de deel“, “Geil“ oder “Polonäse Blankenese“. Unweigerlich werden nicht immer erfreulich Erinnerungen wach, denn öfter als nötig musste ich als kleiner Junge in niedersächsischen Käffern miterleben wie in knallbunte Festgewänder gezwängte Menschen stundenlang zu Musik geschwoft haben, die sie sich ansonsten niemals freiwillig angehört hätten. Doch aus sicherer Distanz betrachtet und gelauscht macht der ganze Quatsch sehr viel Spaß. (Quelle; hightlightzone.de)

Film Title: Fleisch ist mein Gemu?se.

„Swingtime is good time and good time is better time“: Nachdem es Heinz Strunks schaurig-lustige Autobiografie „Fleisch ist mein Gemüse“ über das Leben als Tanzmusiker während der achtziger Jahre auch ins Kino geschafft hat, kann man nun den passenden Soundtrack auf der eigenen Feier – Landhochzeit oder Schützenfest wären ideal – in den CD-Schacht schubsen.

Und was die „Filmband Tiffanys“ mit Schauspieler und Sänger Andreas „Gurki“ Schmidt, Heinz Strunk, Jens Carstensen, Lieven Brunkhorst, Dirk Schlag (Truck Stop) und Ali Busse (Jan Delay) da an 23 Stücken eingeheult hat, dürfte als schrägster deutscher Soundtrack überhaupt in die Geschichte eingehen: „I’m A Believer“, „Dans op de deel“, „Geil“, „Polonäse Blankenese“ oder „Tequila“ poltern schön rumpelig und neben dem Ton aus den Boxen. („Der Spiegel“, Mai 2008)

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Wohin der rebellische Ansatz des Rock’n’Roll führt, wenn die Musik erst mal in der norddeutschen Provinz angelangt ist, wurde uns noch nie so deutlich vor Augen geführt wie im Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk. Doch der Roman war graue Theorie im Vergleich zur Verfilmung und dem dazugehörigen Soundtrack. Terror ist kein Ausdruck für Songs wie „Dans op de deel“ oder „Polonäse Blankeneese“, er ist ein Euphemismus, eine Verharmlosung für das, was diese Musik selbst aus der zeitlichen Distanz zu Heinz Strunks Jugend in den 80ern mit uns anrichtet. Das Verheerende dieser Musik drückt sich in unserem Gefühl aus, das auf unerträgliche Art zwischen schlichtem Erschaudern und extensivem Drang zum Erbrechen pendelt. Und zwischenrein knattern die Originalsaxofonsoli von Heinzer himself, dem alten Sadisten. Wer eine absolut abgedrehte Party schmeißen und dabei „geile Musik abliefern“ will, kommt um diesen Soundtrack nicht herum. (Quelle:jw/Kulturnews)

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Wir hören hier – auf grandiose Weise eingespielt – Glanz und Elend all jener Tingel-Tangel Kapellen, die eben in der „Provinz“ das Landvolk musikalisch erfreut, dem grauen Alltag ein paar bunte, zuweilen auch grelle Lichter hinzufügt.

Und: die „Filmband Tiffanys“ waren – allen voran – Heinz Strunk – ne geniale Filmband, als da wären:

Ali Busse (Jan Delay), Jens Carstensen (der spielte früher tatsächlich mal mit Strunk in der Tanzkapelle Tiffanys, später trommelte er dann für Rosenstolz), Dirk Schlag (Truck Stop) und – na ja – Andreas „Gurki“ Schmidt war eben nicht nur ein großartiger Schauspieler … denn singen konnte er auch noch. Und der Lieven Brunkhorst ist ja eigentlich Saxophonist, aber er macht auch an den Keyboards keine schlechte Figur.

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Und auf dem Soundtrack zum Film ist der Titel “Gestern ist vorbei” vertreten, der von Bela B. geschrieben wurde, ja, genau, der von den Ärzten … und sein Song „Gestern ist vorbei“ ist ein echte Disko-Knaller.

Und das plattdeutsche Lied „Dans op de Deel“ hat ne ganz eigene Geschichte:

Der Hit „Dans op de Deel“ ist die plattdeutsche Aufforderung zum Tanz, ein Titel, der inzwischen schon als Volksgut vereinnahmt wurde. Sven Jenssen und Lorenz (Lonzo) Westphal, als Teufelsgeiger von Eppendorf in der Hamburger Szene bekannt geworden, hatten 1979 die Idee zu einem richtigen Mitsing- und Schunkellied. Keiner wollte zunächst den Titel haben, jedenfalls keine Plattenfirma. Also baute Sven ihn bei seinen Live-Auftritten ein, der Passat-Chor, der gerade mal wieder eine LP machen sollte und auf der Suche nach neuem Repertoire war, wurde auf den Titel aufmerksam und plötzlich hieß die ganze LP „Dans op de Deel“, eingesungen vom Passat-Chor mit Sven Jenssen.

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Das Erstaunliche geschah: Dieses Lied übersprang die regionalen Grenzen, setzte sich auch südlich der Elbe durch und wurde über zig Landessprachen in unterschiedlichen Versionen gesungen und gespielt. So war „Das op de Deel“ beispielsweise als Reggae mit der Gruppe Chi Kale in Ghana die Nummer Eins der Charts. Wen wundert es da, dass der Hit von einst nun auch die Kinoleinwand erobert hat. (Quelle: sikorski.de)

Damit nicht genug: Wir hören auch noch zwei Heinz Strunk Kompositionen, gesungen von den beiden Sängerinnen des Films (Anna Fischer und Anja Krenz). Und insbesondere „Put It All Behind“ lässt da aufhorchen ! Und bei „Tonight“ sieht man förmlich die Disco-Kugel glitzern …

Und wenn dann der Heinz Strunk zu seine furiosen Saxophon Solos anhebt, da kriegt man schon ne Gänsehaut (siehe „Spanish Eyes“) … Seine Instrumental_Version von „I´m A Believer“ ist ganz sicher eine besondere Erwähnung wert !

Selten hat „billige“ Musik soviel Spaß gemacht wie hier. Und schade, dass aus der im lesenswerten Begleitheft angedeutete Deutschland-Tournee dieses Combos nichts wurde.

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Besetzung:
Lieven Brunkhorst (keyboards)
Ali Busse (bass)
Jens Carstensen (drums)
Dirk Schlag (guitar)
Andreas „Gurki“ Schmidt (vocals)
Heinz Strunk (saxophone, flute, clarinet)
+
Anna Fischer (vocals bei 21. + 23.)
Anja Krenz (vocals bei 22.)

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Titel:
01. Gurki; Swingtime Is Good Time … 0.07
02. Hello Mary Lou (Mangiaracina/Pitney) 2.20
03. Blue Suede Shoes (Perkins/Moessner) 2.06
04. Rock’n’Roll Music (Berry) 2.34
05. I’m A Believer (Diamond) 3.14
06. Dans op de Deel (Westphal/Jenssen) 4.19
07. Geil (Earlam) 3.21
08. Hello Dolly (Herman) 1.41
09. Polonäse Blankenese (Böhm-Thorn/Jud) 3.09
10. Moviestar (Harpo) 3.14
11. Gurki: Swingtime Is Good Time … 0.08
12. Wenn i mit dir tanz (Steinhauer/Frey) 3.09
13. Needles And Pins (Nitzsche/Bono) 2.42
14. Spanish Eyes (Kaempfert) 4.20
15. Faslamlied (Traditional) 1.16
16. Stumblin‘ In (Chapman/Chinn) 3.44
17. Sun Of Jamaica (Stein/Jass) 4.38
18. Tanzen möcht‘ ich (Kálmán/Jenbach/Stein) 2.15
19. Tequila (Rio) 1.54
20. Wooly Bully (Samudio) 2.32
21. Put It All Behind (Strunk) 3.23
22. Tonight (Strunk) 4.26
23. Gestern ist vorbei (Jeo/Bela B.) 3.18

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Verschiedene Interpreten – Halbstark – Die wilden 50er und 60er (1991)

FrontCover1Da haben wir auf der einen Seite so einen „billigen“ Sampler, der 1991 erschienen ist und von dem Privatsender „Pro 7“ promoted wurde und dann haben wir auf der anderen Seite einen Sampler, der letztlich das musikalisch kollektive Gedächtnis einer ganzen Generation repräsentiert … einer Generation die mittlerweile in Rente ist (oder demnächst in Rente gehen wird … ) Und natürlich ist hier nur von der pre-Beat-Ära die Rede … denn als Liverpool musikalisch die Welt eroberte, erloschen viele dieser Schlagerstars …

Und dennoch: Es wird nicht nur mir so gehen: Viele Titel sind mehr als gut bekannt, viele Titel haben uns in der späten Kindheit/frühen Jugend begleitet und keine Frage: So etliche Songs enthielten erste Attacken auf jene bigotte Spießbürger-Welt, die es galt , aus den Angeln zu heben. „Schuld war nur der Bossa Nova“ war eine Provokation, „Halbstark“ war erst recht ein weitere Provokation. Und mit der deutschen Fassung von „Tobacco Road“ versuchten sich die Lords als sozialkritische Kapelle. Und auch „Wenn ich ein Junge wär“ von Rita Pavone war eine kaum verhohlene Attacke auf die damaligen Geschlechterrollen. Und der Gitte Song „Ich will einen Cowboy als Mann“ ist hier noch gar nicht enthalten..

Über dieses Album habe ich dann noch eine interessante Besprechung gefunden:

„Wilde“ deutschen Songs aus den Jahren 1958-65 — das ist natürlich ein Widerspruch in sich. Erst Mitte der 1960er begannen einige Beat-Bands wie die Boots, tatsächlich mal ein bisschen zu rocken und nicht nur weichgespülte Schlagersoße auszudünsten. Trotzdem muss man der Auswahl zugutehalten, dass zumindest versucht wurde, „fetzige“, „pfiffige“ Stücke auszuwählen, und es sind auch einige nette Songs vertreten (u.a. von den Yankees, Drafi Deutscher und Benny Quick). Allerdings ist auch viel dabei, was ich persönlich schwer ertrage, oftmals unsäglich eingedeutschte Coverversionen. Trotzdem — es gibt sicherlich wesentlich schlechtere Sampler dieser Richtung; wer noch Material zum Beschallen einer Kitsch-Kult-Schlager-Oldie-Party sucht, der wird hier fündig. (Die zweite Teil Halbstark, Folge 2: Teenagermelodien zum Shaken, Twisten und Knutschen ist genauso „gut“. (Herr „Dr. Kurt Euler“ Offler)

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So ganz kann ich dem wertem Dr. da nicht folgen. Natürlich gab es auch vor den Boots „wilde Songs“, denn das „Halbstarken-Milieu“ in Deutschland war definitiv vorhanden, und die bürgerliche Presse hatte immer wieder seine Gründe, sich darüber aufzuregen. Zu weiteren Vertiefung dieses Themas habe ich dieser Präsentation den lesenswerten Aufsatz der Historikerin Vanessa Erstmann „Halbstark! – Generationskonflikte in den 1950er Jahren in der Bundesrepublik“ (Quelle: aventinus nova Nr. 23 [04.08.2010] / Perspektivräume Jg. 1 (2010) Heft 1, S. 57-91) beigelegt.

Und mehr als einmal wanderten meine Gedanken zu der Frage, was aus all den Jugendlichen geworden ist, die damals ihre Münzen in die Musik-Box warfen, um ihre wilden aber auch sentimental-kitschigen Hits zu hören … Nun ja …, meinen Werdegang kenne ich ja *ggg*

Und um das Paket komplett zu machen, habe ich mir die „Mühe“ gemacht, alle Single-Hüllen der hier vertretenen 36 Lieder in eine eigene „Cover-Galerie“ zu packen.

SingleHüllen

Wie gesagt: Für die einen einfach eine nostalgische Schmunzeltour, für die anderen aber auch die Möglichkeit inne zu halten und über die Fragen „Wie wir wurden, was wir sind“ zu reflektieren. Für mich war bei der Beschäftigung mit diesem Sampler beides möglich. Und natürlich will ich darauf hinweisen, dass sich auf diesem Sampler auch so etliche Raritäten befinden wie z.B. „He, Little Blondie“ (von Steff und dahinter versteckt sich der spätere Liedermacher Stephan Sulke), „Wilhelm Tell Twist“ (von den rätselhaften Charly Cotton und seine Twist-Makers; dahinter versteckte sich Christian Bruhn, dem späteren Ehemann von Katja Ebstein) oder „Der Twist (The Twist)“ (von Oliver Twist & The Happy Twistler; über die weiß man eigentlich gar nichts …) … und … und … und …

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Titel:

CD 1:
01. Die Yankees: Halbstark (Adamowsky,/Bartelt 2.15
02. Drafi Deutscher: Marmor, Stein und Eisen bricht (Bruhn/Loose) 2.41
03. Benny Quick: Motorbiene (Laudis/Helmer) 2.36
04. Manuela: Schuld war nur der Bossa Nova (Weill/Mann/Buschor) 2.30
05. Rex Gildo: Speedy Gonzales (Kaye/Lee/Hill/Gerard)  2.37
06. The Swinging Blues Jeans: Tutti Frutti (deutsche Version) () 2.03
07. Ted Herold: Da Doo Ron Ron (Spector/Barry/Greenwich/Niessen/Alzner) 2.23
08. Connie Francis: Ich geb‘ ne Party heut‘ Nacht (Bush/Hunter/Vincent) 2.18
09. Ricky Shayne: Ich sprenge alle Ketten (Moroder/Holm)  2.13
10. Teddy Parker: Nachtexpress nach St. Tropez (Mayer/Niessen) 2.27
11. Rita Pavone: Wenn ich ein Junge wär (Buchholz/Loose) 2.14
12. Charly Cotton und seine Twist-Makers: Wilhelm Tell Twist (Weinzierl/Rieden) 1.56
13. Jan & Kjeld: Hello, Mary Lou (Pitney/Blecher) 2.14
14.  Rita Pavone & Paul Anka: Kiddy, Kiddy Kiss Me (Munro/Arnie) 2.42
15.  Conny Froboes: Diana (Anka/Strtöm) 2.15
16.  Detlef Engel:  Mr. Blue (Nicolas/Blackwell) 2.23
17.  Oliver Twist & The Happy Twistler:  Der Twist (The Twist) (Ballard/Helmer) 2.42
18.  The Lords: Tobacco Road (Loudermilk/Moesser) 2.11

CD 2:
01. Drafi Deutscher: Shake Hands (Relin/Gaze) 2.15
02. Manuela: Ich geh‘ noch zur Schule (Traditional/Bruhn/Loose) 2.29
03. Benny Quick: Twist um Mitternacht mit Susi (Hertha/Götz/Hellmer) 2.21
04. Rex Gildo: Liebe kälter als Eis (Devil In Disguise) (Kaye/Giant/BaumBuchenkamp) 2.18
05. Connie Francis: Schöner fremder Mann (Nicolas/Gordon/Hosey) 2.41
06. Five Tops: Rag Doll (Bader/Crewe/Gaudio) 2.52
07. Steff:  He, Little Blondie (Little Honda) (Wilson/Nicolas/Love) 2.12
08. Helen Shapiro: Frag‘ mich nicht warum (Tell Me What He Said) (Barry/Siegel) 2.48
09. Peter Kraus: Sugar Baby (Scharfenberger/Busch/v.Pinelli) 2.30
10. Tommy Kent: Susie Darlin‘ (Luke/Moesser) 2.34
11. James Brothers: Wenn (When) (Evany/Reardon/May/Blecher) 2.20
12. Lil Malmkwist: Bobby’s Girl (Klein/Hofman/Felming) 2.21
13. Ted Herold: Moonlight (Scharfenberger/Busch) 2.42
14. Oliver Twist & The Happy Twistler: Steiler Zahn (Crier/Schwabach) 2.43
15. Hans Blum: Charly Brown (Blecker/Leiber/Stoller) 2.26
16. Swinging Blue Jeans: Good Golly Miss Molly (Deutsche Version) (Marascalgo/Martinez/Blackwell/Retter) 2.04
17. Conny Froboess: I Love You Baby (Anka/Siegel) 2.10
18. Johnny Hallyday + The Rattles: Das alte Haus in New Orleans (House Of The Rising Sun) (Traditional/Price/Hellmer) 3.58

Horst Buchholz in dem Film "Die Halbstarken" (1956)

Horst Buchholz in dem Film „Die Halbstarken“ (1956)

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Verschiedene Interpreten – Schnitzelbeat Vol. 1 (2013)

FrontCover1Also dieses Album kann man mit Fug und Recht als wahres Schmankerl bezeichnen. Oder anders gefragt:

Was kommt Ihnen denn in den Sinn beim Stichwort Österreichische Populärmusik der 50er- und 60er-Jahre? Freddy Quinn? Peter Alexander? Lederhosen? Oder gar das Schlagerschlösschen am Wolfgangsee? Der g´schupfte Ferdl? Oder war da vielleicht doch noch mehr, vielleicht sogar was richtig Wildes? Aber sicher, Sie haben’s bisher bloß noch nicht gehört… In diesem Sinne, herzlich willkommen in der wundersamen Welt des Schnitzelbeat!

Der Wiener Musikjournalist, DJ und Subkulturforscher Al Bird Sputnik hat im Rahmen der Kulturinitiative Trash Rock Archives in jahrelanger und mühevoller Arbeit unglaubliche Vinyl-Schätze ans Licht geholt: Fundstücke, die belegen, dass es in Österreich ebenso einen vitalen Rock-N-Roll-Underground wie auch spektakuläre Vorboten des Austropop gegeben hat, ehe dieser seinen langen Schatten über die kleinen Sünden der Vergangenheit ausbreiten konnte.

Der erste Teil dieser CD- und LP-Serie startet in den späten 1950er Jahren, als der Wiener Teenager Werner Gavac im Sinnentaumel sein “I love you, Baby” in einen “Voice-O-Graph”-Aufnahmeautomaten rotzt und damit eine erste, verrauschte Tonspur echter österreichischer Rock-N-Roll-Gegenkultur hinterlässt. Und damit geht sie los, die Tour de Force durch die juvenilen Erregungs- und Erschöpfungszustände im grauen Wien der Nachkriegsjahre.

Da singt uns etwa der spätere Erotikdarsteller und Grünen-Politiker Frank Roberts von Suff, Schlägereien und Prostituierten in Cuba (“Maloja“) – ein subversiver Angriff auf sämtliche Unerträglichkeiten des deutschsprachigen Fernwehschlagers. Die 4 Bambis – jawohl, das sind die mit der Weltballade “Melancholie” – setzen mit “Inka City” noch einen weiteren Exotica-Knaller drauf. Wir dürfen hier die seltene, bisher unveröffentlichte Demo-Version aus dem Jahr 1960 präsentieren, von der damals genau ein (in Zahlen: 1) Exemplar gefertigt wurde.

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Die Bambis (backstage mit Ted Herold und Will Brandes)

In dieser Fasson bewegen wir uns durch eine Parade obskurer Musikstile, die man so in der österreichischen Musikgeschichte nicht vermutet hätte: Harte Beat-Balladen mit schroff hingeschluderter R-N-B-Begleitung (The Hubbubs, “Nachts in Chicago“) treffen auf Surfbeat, der den Tornadoes zur Ehre gereicht hätte (The Austrian Evergreens, “Olymp“). Ein Doo-Wop-Welthit, den leider niemand je gehört hat (Franco Runa, “Komm little Girl“) paart sich mit knüppelhartem Garagenrock, der auf Augenhöhe steht mit den besten britischen und amerikanischen Bands der frühen 1960er Jahre (Hannes Patek & The Vienna Beatles, “Jeanny, Jeanny, Jeanny“; Jerry & The Cannons, “Rosalie“).

Und es hat schon einen Sänger vom Format eines Ferry Graf gebraucht, um der Welt klarzumachen, dass das “Hotel zur Einsamkeit” am Ende einer Wiener Vorstadtstraße steht und nicht in Memphis, Tennessee. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, dass Österreich in den frühen Sixties auch einen formidablen Cowboy-/Hillbilly-Entertainer namens Rockie Jackson am Start hatte, der “Baby let´s play house” auch nicht schlechter bringt als der King of Rock-N-Roll, der ihm sogar einmal persönlich die Hand geschüttelt hat.

Falls Ihnen nun der Lokalkolorit fehlt, auch da können wir Sie beruhigen und Ihnen Dolf Kauer´s “Blue-Jean-Jack aus Meidling” ans Herz legen: gegen den ersten echten Rock-N-Roll-Song auf Wienerisch wirkt Der Halbwilde wie ein brav frisierter kleiner Bub beim Kinderfreunde-Wandertag.

Sie merken also, hier werden sich Genre-Plattensammler (Rock-N-Roll, Beat, Garage Punk), Freunde der etwas abseitig geneigten Klänge (Incredibly Strange Music) sowie auch all jene, die immer schon der Meinung waren, dass man dem Österreicher an sich stets viel zu wenig zutraut (Austropop) ausgiebig bedient: Al Bird Sputnik hat für Sie nur die schönsten und ausgefallensten musikalischen Alpenblumen zusammengetragen. (Quelle:)

Booklet02AAlso, eine derartige Sammlung, eine derartige Fundgrupe von obskuren Raritäten hält man selten in der Hand. Und so etliche Songs sind derart durchgeknallt, dass es eine wahre Freunde ist … da kann man nur dringend empfehlen: Reinhören und ungläubig staunen.

Ach ja, Mr. Jancy hat mir diese Leihgabe zur Verfügung gestellt und wieder mal kann man feststellen: Ein Volltreffer !

Dazu gepackt habe ich mal wieder 2 pdf Dateien, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigen.

Singelhüllen

Original Single-Hüllen

Titel:
01. Werner Gavac: I love you, Baby! (1958) 1.48
02. Frank Roberts: Maloja (1957) 3.17
03. Die 4 Bambis: Inka City 60 (1960) 2.41
04. Uzzi & Bill Grab´s Olympia Band: Geisterstunden Cha-Cha (1960) 2.09
05. The Hubbubs: Nachts in Chicago (1964) 3.07
06. Johnny & The Shamrocks: Biggy’s Little Car (1965) 2.06
07. Franco Runa: Komm, little Girl (1965) 2.20
08. Ferry Graf: Hotel zur Einsamkeit (1958) 2.38
09. The Austrian Evergreens: Tabu (1962) 2.43
10. The Austrian Evergreens: Olymp (1964) 2.08
11. Dold Kader: Blue-Jean-Jack aus Meidlinq (1962) 2.38
12. Errol Ribiere & The Vienna Beatles: Sick And Tired (1965) 2.23
13. The Tramps: Gran Chaco (1964) 2.15
14. Jerry & The Cannons: Rosalie (Shake, Shake) (1965) 2.35
15. Bannes Patek & The Vienna Beatles: Jeannie, Jeannie, Jeannie (1965) 2.04
16. Rockie Jackson: Baby, Let’s Play House (1960) 2.06

CD1

 

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Johnny Hallyday & The Rattles – Lass die Leute doch reden + It’s Monkeytime (1965)

FrontCover1Es war meine Frau, die es mir zurief: „Johnny Hallyday ist tot … “ … und schlagartig fiel mir diese ganz spezielle Single ein … :

Johnny Hallyday (* 15. Juni 1943 als Jean-Philippe Smet in Paris; † 6. Dezember 2017 in Marnes-la-Coquette) war ein französischer Sänger, Songwriter und Schauspieler.

Er wurde als Sohn eines belgischen Schauspielers, Sängers und Tänzers in Paris geboren, den die Mutter verließ, als er acht Monate alt war. Er wuchs bei deren Schwester auf, die mit ihren Töchtern und dem knapp Einjährigen ab 1944 auf Tanztournee ging.[3] Seine Tante heiratete den US-amerikanischen Tänzer Lee Hallyday, dessen Namen er später als Künstlernamen annahm. In den 1960er-Jahren wurde Hallyday mit in französischer Sprache gesungener Rockmusik bekannt. Er wurde vom Music-Scout Jacques Wolfsohn entdeckt und von der Plattenfirma Disques Vogue unter Vertrag genommen.

Hallyday veröffentlichte am 14. März 1960 bei Disques Vogue seine erste Single T’aimer follement. Es folgten noch im selben Jahr Itsy bitsy, petit bikini, die französische Coverversion von Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini, im November 1960 erschien Le P’tit clown de ton coeur. 1961 wechselte er zu Philips, das ihm größere finanzielle Möglichkeiten bot, und blieb dort (über die Nachfolgefirma Universal) bis 2006 unter Vertrag. Danach veröffentlichte er bei Warner und verfügte über mehr Rechte an seinen Titeln.

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Er verstand es von Anfang an, das nordamerikanische Lebensgefühl musikalisch in das Romanische zu übertragen. Er spielte den Vorzeigejungen am Strand der Côte d’Azur, der ein Mädchen sucht (Je cherche une fille) ebenso perfekt wie einen Straßenjungen, der seine Macho-Haltung ins Sanfte wandeln konnte, und galt lange als „Chamäleon des Popmusikgeschäfts“.

Hallyday unternahm außerdem einige Versuche, den deutschen Plattenmarkt zu erobern (u. a. mit Ja, der Elefant von 1962, Mein Leben fängt erst richtig an von 1964, Lass’ die Leute doch reden von 1966, und Das alte Haus in New Orleans von 1967 (zusammen mit Achim Reichel und den Rattles). Seinem ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland im Rahmen seiner Studiosession Ja, der Elefant in der Hamburger Musikhalle sah die Bild-Zeitung mit einer „gewissen Katastrophengeilheit“ (Der Spiegel) entgegen: „Was kommt da auf uns zu?“ Das ist nur zu verstehen, wenn man Hallydays Karriere auch als eine (französisch) politische begreift. Schon bei dem ersten Konzert ging das Inventar der Auftrittshalle zu Bruch. (Quelle: wikipedia)

Na ja … und dann der Johnny Hallyday als Lebemann:

Am 12. April 1965 heiratete Hallyday die Sängerin Sylvie Vartan, mit der er einen Sohn hat, der inzwischen selbst das Pseudonym des Vaters wählte und als David Hallyday ebenfalls als Sänger bekannt wurde. Am 4. November 1980 wurde die Ehe geschieden. Ein Jahr später heiratete er das Mannequin Babeth Etienne. Die am 1. Dezember 1981 geschlossene Ehe hielt jedoch nur zwei Monate und zwei Tage. Ab 1982 lebte er mit der französischen Schauspielerin Nathalie Baye zusammen. 1983 kam die gemeinsame Tochter Laura Smet zur Welt. Das Paar trennte sich 1986.

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Johnny Hallyday und Sylvie Vartan

Von 1990 bis 1992 war er mit der Schauspielerin Adeline Blondieau verheiratet. 1994 heirateten sie nochmals, diese Ehe hielt weniger als ein Jahr. Seit 1996 war er mit der 1975 geborenen Laeticia Boudou verheiratet; 2004 und 2008 adoptierte das Ehepaar zwei vietnamesische Mädchen.

Und dann diese Hiobsbotschaft: Im März 2017 teilte Hallyday mit, dass er an Lungenkrebs leide. Im Dezember desselben Jahres erlag er im Alter von 74 Jahren den Folgen dieser Krankheit.

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Das gefiel ihm wohl: Johnny Hallyday mit Sylvie Vartan und Françoise Hardy (1967)

Na ja, und dann diese Single … die A-Seite: „Lass die Leute doch reden“ … und ich stand im Wohnzimmer des elterlichen Hauses als 10jährigr Stepke und traute meinen Ohren nicht … erstmalig verstand ich so richtig, die Botschaft von eigentlichen vielen Beatsongs jener Zeit „Lass die Leute doch reden“ … und das in einem Haus, das größten Wert auf Anpassung hinsichtlich gesellschaftlicher Werte und Normen legte … das größten Wert darauf legte, dass die bürgerliche Fassade aufrecht erhalten bleibt … und die Haare meines älteren Bruders wurden immer länger …. lass die Leute doch reden …

Und ja dieser gegröllte Beatklassiker (ursprünglich von Del Shannon unter dem Titel „Keep Searchin´“eingespielt)  brannte sich so in mir ein, dass dieses Motto noch heut´ in mir mitschwingt …

Die B-Seite war dann eine alte Carl Perkins Nummer, die eigentlich „Monkeyshine“ (1964) hieß … auch nicht schlecht, aber … es war die A-Seite … die sich in meine Seele einbrannte …

Von daher: vielen Dank Johnny Hallyday und natürlich auch: vielen Dank den Rattles …

Info

Besetzung:
Johnny Hallyday (vocals)
+
Herbert Hildebrandt (bass)
Hans Joachim „Hajo“ Kreutzfeld (guitar)
Achim Reichel (guitar)
Reinhard „Dicky“ Tarrach (drums)
+
wer verdammt nochmal spielte bei beiden Songs diese geile Orgel ? War es gar dieser komische Paul Nero ?

BackCover

Titel:
01. Lass die Leute doch reden (Keep Searchin´) (Shannon/Loose) 2.05
02. It’s Monkeytime (Monkeyshine) (Perkins/Hee) 2.52

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Star-Club-News Nr. 2 (September 1964)

Titel1Höchste Zeit den Star Club News wieder ein wenig Platz einzuräumen … war der Starclub in Hamburg doch das frühe Mekka der deutschen und internationalen Beatmusik in Deutschland, zumal mir erst neulich durch einen aufmerksamen Leser ein pralles Päckchen von raren Starclub Alben der Frühzeit ins Hau flatterte …

Der Star-Club war ein Musikclub im Hamburger Stadtteil St. Pauli, der am 13. April 1962 eröffnet und am 31. Dezember 1969 geschlossen wurde. Die Adresse war Große Freiheit 39. Bekannt wurde der Club vor allem durch die Auftritte der Beatles, aber auch anderer bekannter Künstler.

Vor der Gründung des Star-Clubs befand sich an dieser Adresse das von Manfred Weissleder betriebene Stern-Kino. Auf Vorschlag des Musikpromoters Horst Fascher wurde dieses zu einem Musikclub umgestaltet. Die Räume des Kinos einschließlich Eingang und Balkon wurden nur wenig umgebaut. Das Gebäude stand direkt neben dem Grundstück der barocken St.-Josephs-Kirche. Betrieben wurde der Star-Club vom Gründer Manfred Weissleder; Geschäftsführer war Hans Bunkenburg, danach Horst Fascher nach seiner Kellner-Tätigkeit. In den sieben Jahren seines Bestehens gastierten viele bekannte Größen der Rockmusik im Star-Club. Danach zog das Erotik-Nachtlokal Salambo ein. Das Gebäude, das nach einem Brand 1983 brachlag, wurde schließlich 1987 abgerissen …

Mehr Infos hier

Bei dieser zweiten Ausgaben standen die „Liverbirds“ im Vordergrund … Die Liverbirds waren ne ganz besondere Band:

The Liverbirds waren eine zwischen 1962 und 1967 aktive Beatband aus Liverpool, Vereinigtes Königreich. Die vier Bandmitglieder waren Pamela Birch, Valerie Gell (beide Gesang, Gitarre), Mary McGlory (Gesang, Bass) und Sylvia Saunders (Schlagzeug). Sie waren eine der ganz wenigen weiblichen Bands aus der Merseybeat-Szene und eine der ersten Rock-Bands, die sich nur aus weiblichen Mitgliedern zusammensetzte. Der Name der Band entstammt der fiktiven Figur des Liver Bird , auf dem Turm des Liver Building, der das Symbol ihres heimischen Liverpools ist. (Quelle: wikipedia)

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Die Liverbirds, 1965

Und … sie waren regelmässig im Starclub auf den Beat-Brettern, die die Welt bedeuteten zu hören und zu sehen.

Und Mary McGlory blieb dann nicht nur die Deutschland, nein sie heiratete dann gleich auch noch den legendären Frank Dostal …

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Und dann gab´s noch Verlautbarungen von dem Star Club Betreiber Manfred Weissleder.

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Und dann gab´s naürlich noch jede Mene „heißer Neuigkeiten“ aus der Welt der Star Clubs … z.B. über Gibson Kremp (ex- King Size Taylor), oder aber auch einen Bericht über Liverpool …

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Der Spielplan für den September 1964

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Verschiedene Interpreten – Ein Herz aus Stein – Rolling Stones Songs auf deutsch (2006)

FrontCover1Vorbemerkung 1: Mit so einer Scheibe fängt eigentlich jedes Wochenende gut an …

Vorbemerkung 2: Bei der zentralsten Frage aller Fragen „biste für die Stones oder die Beatles“ war meine Antwort stets eindeutig. Für die Stones !

Und hier eine prachtvolle Sammlun von Rolling Stones Titel … auf deutsch gesungen … Da lacht das Herz und der Schmunzelfaktor – man kann es sich denken – ist extrem hoch.

Auf diesem Tribute-Album werden also 23 Songs der Rolling Stones von verschiedenen Künstlern und Bands in deutscher Sprache interpretiert. Von Schlagerstars, wie Karel Gott, bis Beat-Bands der 1960er und 1970er Jahre reicht das Spektrum der Interpreten.

Erwähnenswert ist vor allem die Theo Schumann Combo, dessen Rolling Stones Cover von der stattlichen Zensur der DDR verboten wurde.

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Ein wenig humorlos ist folgende Besprechung:

„Im Gegensatz zu den Beatles wurden die Stones von fremdsprachigen Coverversionen eher verschont. Aber natürlich hat das Team von Bear Family immer noch genügend Perlen und Peinlichkeiten in den Archiven deutscher Schallplattenfirmen entdeckt, um einen gut 80-minütigen Sampler zu füllen. Mit dabei ist das schon fast legendäre „Rot und Schwarz“ (Paint It Black) von Karel Gott oder auch das bei Sixties Parties immer mal gerne zur Abwechslung aufgelegte „Ich frag dich noch einmal“ (The Last Time) von den wirklich guten Black Stars aus Bremerhaven. Die selbe Melodie wird gleich noch zweimal als „Das kann doch nicht wahr sein“ präsentiert. Wobei die DDR-Version der Theo Schumann Combo vor Holger Thomas aus Wilhelmshaven klar nach Punkten gewinnt.

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Weitere Highlights – und das meine ich ganz frei von Ironie – sind The Tonics mit „Ein Mädchen in der Stadt“n (That Girl Belongs To Yesterday, von Jagger/Richards für Gene Pitney geschrieben), Drafi Deutscher und „Es ist besser du gehst“ („You Better Move On“) und Ulla Meinecke mit „Die Zeit wartet auf niemand“ (Time Waits For Noone). Kuriositätenwert haben Bernd Apitz mit „Baby, du kommst viel zu spät“ (Out Of Time) oder die österreichische Seventies Band Magic mit „Feuerreiter“ (I Am Waiting).

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Der Rest ist mehr oder weniger peinlich bis ärgerlich. Aber natürlich sollte man diese Versionen in keinem Fall an den Originalen messen. Man kann jedenfalls sehr schön überzeugte Stones-Fans auf der Halloween oder Silvester-Party mit diesem Sampler erschrecken. Und wer die anderen Bear-Family Sammlungen mit deutschen Versionen angloamerikanischer Hits goutierte, wird auch hier Spaß und Freude haben. Die Linernotes von Bernd Matheja sind gewohnt volkstümlich und jovial.

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Und um noch ein bisschen Namedropping zu betreiben, Frank Farian, Udo Lindenberg, Juliane Werding, Jürgen Zeltinger, Truder Herr & Wolfgang Niedecken sind auch vertreten. Die Ilustrationen im Booklet und das Cover wurden übrigens von Reinhard Kleist gezeichnet, der ja gerade seine Comic Biographie zu Johnny Cash veröffentlicht hat. Eine Wertung für diese Zusammenstellung ist nicht wirklich möglich.“(Quelle: Guitars Galore)

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Also, die Linernotes von Bernd Matheja sind natürlich vor allem sehr kenntnisreich und fundiert ! Ein weiteres Lob gilt natürlich dem Begleitheft (40 Seiten !) … vorbildlicher geht es nicht mehr.

Und Bernd Matheja schreibt dann über die Qualität der Songs folgendes:

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So isses … aber es gibt schon auch wahre Perlen ….

Wie z.B. die deutsche Angie-Fassung (getextet von Christian Heilburg) – gibt´s hier gleich in 2 Fassungen und ja … solche Angies, wie sie m Text beschrieben werden … ja, die habe ich im Laufe des Lebens auch getroffen … die meisten sind mittlerweile verglüht …

Die Songs der Kölner Fraktion haben auch viel eigenständiges … Udo Lindenbergs Sympathie für den Teufel ist über jeden Zweifel erhaben (Co-Texte: Horst Königstein !).

Der Peter Schleicher hat ja gleich ein ganzes Album mit Stones Lieder auf österreichisch veröffentlicht; hier hören wir 2 dieser Titel.

Ja natürlich dann noch der Karel Gott mit seiner Fassung von „Paint It Black“ … ein Brüller … anders kann man es nicht sagen … so ekstatisch war er wohl selten *ggg*

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Frank K. dürfen noch mal zeigen, was sie eigentlich darauf gehabt hätten. Ihr „Geh zum Teufel“ … man möge es bitte sehr laut hören … da kommt dann die pure Energie zum Vorschein.

Der Text von „Das kann doch nicht wahr sein (gesungen von Holger Thomas) ist ein weiterer eher humoristischer Höhepunkt.

Und dann natürlich das Theo Schumann Combo: Die beiden bis dato unveröffentlichten Stones aus dem Jahr 1965 sind sowas von verblüffend gut gelungen … (klar, diese Aussae betrachte man bitteschön auf dem Hinterrund der damaligen Zeit). Schön, dass wir sie jetzt endlich hören können.

Summa summarum: Dieses Album … ist ne Wucht …

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Titel:
01. Karel Gott: Rot und Schwarz (Paint It Black) (Korn) 3.10
02. Holger Thomas: Das kann doch nicht wahr sein (The Last Time) (Hammerschmidt) 3.40
03. Minou: Ruby Tuesday (Loose) 4.47
04. Die Dorados: Keine Klasse (I Can’t Get No) Satisfaction) (Feltz) 3.08
05. The Tonics: Ein Mädchen in der Stadt (That Girl Belongs To Yesterday) (Lüth) 3.03
06. Drafi Deutscher: Es ist besser du gehst (You Better Move On) (Loose) 2.46
07. Bernd Apitz: Baby, du kommst viel zu spät (Out Of Time) (Loose) 2.47
08. Anita Traversi: Es ist so schön verliebt zu sein (As Tears Go By) (Buschor) 2.38
09. Jack White: Die Mädchen zuhaus‘ (Honky Tonk Woman) (Holm) 2.36
10. Frankie Farian & Die Schatten: Ein Herz aus Stein (Heart Of Stone) (Reuther) 2.24
11. The Black Stars: Ich frag dich noch einmal (The Last Time) (Hee) 3.06
12. Theo Schumann Combo: Satisfaction (Gutsche) 3.52
13. Jasmine Bonnin: Angie (Heilburg) 4.25
14. Magic: Feuerreiter (I Am Waiting) (Bukowski) 3.13
15. Udo Lindenberg: Sympathie für den Teufel (Sympathy For The Devil) (Lindenberg/Königstein) 5.33
16. Peter Schleicher: Man rennt net min Kopf durch die Wand (You Can’t Always Get What You Want) (Schleicher) 3.55
17. Trude Herr & Wolfgang Niedecken: Die Hipp vum Nümaat (Beast Of Burden) (Herr) 3.26
18. Ulla Meinecke: Die Zeit wartet auf Niemand (Time Waits For No One) (Meinecke) 4.13
19. Franz K.; Geh zum Teufel (I Can’t Get No) Satisfaction) (Josefus) 4.16
20. Juliane Werding: Angie (Heilburg) 4.23
21. Jürgen Zeltinger: Waade Op Ne Fründ (Waiting For A Friend) (Niedecken) 3.35
22. Theo Schumann Combo: Das kann doch nicht wahr sein (The Last Time) (Gutsche) 3.01
23. Peter Schleicher: Das Salz Von Der Erd‘ (Salt Of The Earth) (Schleicher) 4.55

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