Tonhalle Orchester Zürich – Symphonie Nr. 7 (Beethoven) (1955)

FrontCover1.JPGUnd hier hab´ ich nun eine feine historische Aufnahme aus den 50er Jahren:

Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie in A-Dur op. 92 entstand in den Jahren 1811–1812. Die autographe Partitur ist datiert auf den 13. Mai 1812. Der Widmungsträger ist Moritz Reichsgraf von Fries.

Als Beethoven mit der Komposition der 7. Sinfonie begann, plante Napoleon seinen Feldzug gegen Russland. Nach der 3. Sinfonie – und möglicherweise auch der Fünften – scheint die 7. Sinfonie eine weitere musikalische Auseinandersetzung Beethovens mit Napoleon und dessen Politik zu sein, dieses Mal im Kontext der europäischen Befreiungskriege von der jahrelangen napoleonischen Besatzung. „Das Datum der begonnenen Partiturniederschrift ‚Sinfonie 1812, 13ten May‘ war in jeder Hinsicht historisch. Eine Woche darauf verpflichtete Napoleon die in Dresden versammelten Fürsten Deutschlands zur Teilnahme an seinem Überfall auf Russland.“

Beethovens Leben war zu dieser Zeit unter anderem von seiner immer stärker werdenden und durch Otosklerose verursachten Taubheit geprägt, die auch nicht von einer vom Metronom-Erfinder Johann Nepomuk Mälzel konstruierten „Hörmaschine“ gemildert werden konnte. Sie machte schließlich 1819 die Verwendung von „Konversationsheften“ nötig, mit deren Hilfe Beethoven und seine Gesprächspartner schriftlich kommunizierten.

Partitur

Zur Musik:
Erster Satz
In den ersten 62 Takten des ersten Satzes bildet sich immer mehr der das ganze Werk bestimmende Rhythmus heraus, bis er sich in den ersten vier Takten des Vivace endgültig manifestiert. Dieser Rhythmus veranlasste Richard Wagner, die Sinfonie als „Apotheose des Tanzes“ zu bezeichnen[5]; Hector Berlioz wiederum verglich den ersten Satz mit einer „ronde de paysans“ (deutsch: „Bauerntanz“). Das Hauptmotiv im 1. Satz weist Ähnlichkeiten mit dem 2. Thema des 4. Satzes der Sinfonie D-Dur KV 97 auf, die möglicherweise von Wolfgang Amadeus Mozart komponiert wurde. Der Musikwissenschaftler Neal Zaslaw schrieb über diese Ähnlichkeit:

„Gespenstisch ist die Vorwegnahme einer Passage im 1. Satz von Beethovens 7. Sinfonie, nicht nur des Themas wegen, sondern auch wegen seiner ebenfalls sofortigen Wiederholung in Moll. Beethoven kann dieses unveröffentlichte Werk nicht gekannt haben. Wir müssen also entweder an einen erstaunlichen Zufall glauben oder annehmen, dass sie beide von einem Werk eines uns unbekannten Dritten inspiriert wurden.“ (Neal Zaslaw: Mozarts früheste Sinfonien. Sinfonie in D-dur, KV 73m/97; London 1986)

Zweiter Satz:
Wie der erste, so wird auch der zweite Satz vor allem vom Rhythmus bestimmt. Wolfgang Osthoff setzt den feierlichen Charakter dieses Satzes in Bezug zur Litaneiformel „Sancta Maria, ora pro nobis“ und vergleicht ihn mit einer Prozession.[8][9] Beethoven bricht in diesem Satz mit der Tradition, indem er ihn mit einem Quartsextakkord, der traditionsgemäß lediglich im Solokonzert zur Kadenz überleiten durfte, beginnen und enden lässt.

Fünf Jahre vor der Komposition der 7. Sinfonie hatte Beethoven ursprünglich geplant, das Thema des zweiten Satzes für den langsamen Satz in seinem Streichquartett Nr. 9 C-Dur op. 59,3 einzusetzen. Karl Nef zufolge enthält der Mittelteil des Satzes mit einer Melodie von Klarinette und Fagott eine motivische Anleihe an die Arie »Euch werde Lohn in besseren Welten« aus Beethovens Oper „Fidelio“.

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Dritter Satz:
Der dritte Satz beginnt mit dem abgewandelten Thema der Einleitung und bildet mit seinem lebhaften Charakter einen Kontrast zum Allegretto. Die thematische Arbeit besteht aus Wiederholungen, die in keiner Stimme zu Ende geführt werden. Das aus fünf Teilen (A-B-A-B-A) bestehende Scherzo (eine solche Fünfteilung findet sich auch in Beethovens vierter Sinfonie sowie auch einigen weiteren Werken aus Beethovens mittlerer Periode) endet relativ abrupt mit fünf Orchesterschlägen, was von Robert Schumann mit den Worten „Man sieht den Komponisten ordentlich die Feder wegwerfen“ beschrieben wurde.

Vierter Satz:
Der stürmische Charakter des vierten Satzes veranlasste Carl Maria von Weber angeblich, Beethoven „reif fürs Irrenhaus“ zu erklären (nach anderen Quellen war es der erste Satz); Clara Schumanns Vater Friedrich Wieck mutmaßte, „daß diese Sinfonie nur im unglücklichen – im trunkenen Zustand komponiert sein könne, namlich der erste und der letzte Satz“. Es gilt als unsicher, ob Beethoven von dem irischen Volkslied Nora Creina, von Csárdás-Rhythmen oder von dem von François Joseph Gossec verfassten Triumphmarsch Le Triomphe de la République inspiriert wurde. In seinem Buch Von Beethoven bis Mahler schreibt Musikwissenschaftler Martin Geck, dass „die Verkündigung des Ethos“ aus den Finalsätzen von Beethovens dritter, fünfter, sechster und neunter Sinfonie im Finale der 7. Sinfonie ausbleibt: „Mit seinem Hauptthema […] wendet es sich eher an die Sinne als an den Geist, fordert eher zum Sich-Gehenlassen als zur Sammlung auf, ist eher auf körperlichen Ausdruck denn auf innere Sublimierung gerichtet.“ Auch hier arbeitet Harry Goldschmidt die politische Semantik dieser „rasenden Finalgestalt“ heraus: „Einen reißenderen Finalsatz hat Beethoven nicht mehr komponiert. In riesigen Leiterfiguren, die sich kreuzweise über das ganze Orchester legen, werden die Feinde zuletzt buchstäblich ‚zu Paaren getrieben‘. Man begreift die junge Bettina von Arnim, als sie an den Dichter des Egmont schrieb, beim Anhören dieser Musik habe sie sich vorgestellt, ‚den Völkern mit fliegender Fahne voranziehen zu müssen‘. […] So erscheint Beethovens A-Dur-Sinfonie […] als sein großer Appell zur Völkerbefreiung.“

Die Sinfonie wurde anderthalb Monate nach der Völkerschlacht bei Leipzig am 8. Dezember 1813 zusammen mit Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria im großen Redoutensaal der Wiener Universität als Benefizkonzert zugunsten der Beethoven2antinapoleonischen Kämpfer unter Beethovens Dirigat uraufgeführt und war ein außerordentlich großer Erfolg. Im nach Beethovens Anweisungen umfangreich ausgestatteten Orchester[16] saßen namhafte Musiker wie Romberg, Spohr, Hummel, Meyerbeer, Salieri und wahrscheinlich auch Mauro Giuliani, der Cello spielte. Bei dieser ersten Aufführung und auch bei der zweiten am 12. Dezember desselben Jahres wurde der zweite Satz vom Publikum da capo verlangt. Von Beethovens Adlatus Schindler erfahren wir: „Die Jubelausbrüche während der A-Dur-Sinfonie und der ‚Schlacht von Vittoria‘ […] übertrafen alles, was man bis dahin im Konzertsaal erlebt hatte.“ In Beethovens Dankadresse an die Mitwirkenden werden die Motive offen ausgesprochen: „Uns alle erfüllt nichts als das reine Gefühl der Vaterlandsliebe und des freudigen Opfers unserer Kräfte für diejenigen, die uns so viel geopfert haben.“

Die Allgemeine musikalische Zeitung schrieb über die 7. Sinfonie:

„Vor allem verdiente die neue, zuerst genannte Sinfonie jenen großen Beyfall und die ausserordentlich gute Aufnahme, die sie erhielt. Man muss dies neueste Werk des Genie’s B.’s selbst, und wohl auch so gut ausgeführt hören, wie es hier ausgeführt wurde, um ganz seine Schönheiten würdigen und recht vollständig geniessen zu können. Ref. hält diese Symphonie, nach zweymaligem Anhören, […] für die melodiereichste, gefälligste und fasslichste unter allen B.schen Symphonien. […] Das Andante [sic!] (A moll) musste jedesmal wiederholt werden und entzückte Kenner und Nichtkenner.“ (Allgemeine musikalische Zeitung«: 26. Januar 1814)

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Postkarte der Tonhalle von 1895

Otto Ackermann

Otto Ackermann

Soweit die Historie. Und eingespielt wurde dieser Klassiker vom Tonhalle Orchester Zürich (wahrlich ein drolliger Name):

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Zürich der Ruf nach einem ständigen professionellen Orchester immer lauter. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten wurde 1862 ein erster Orchesterverein ins Leben gerufen. Nach dem Schweizerischen Musikfest 1867 in Zürich gelang es interessierten Kreisen, die Begeisterung zu nutzen und 1868 eine Aktiengesellschaft zu gründen mit dem Ziel, das Musikleben durch ein ständiges Orchester zu fördern: die Tonhalle-Gesellschaft Zürich, die bis heute Trägerin des Tonhalle-Orchesters Zürich ist und als Verein organisiert ist.

Unter dem ersten Dirigenten Friedrich Hegar wurde das Tonhalle-Orchester Zürich endgültig zum Berufsorchester. Er stand dem Orchester während beinahe vier Jahrzehnten vor. Auch sein Nachfolger Volkmar Andreae blieb dem Orchester über 40 Jahre lang treu.
1944 stiessen die 48 Musiker des Radioorchesters Beromünster zum Tonhalle-Orchester Zürich, das damals gleichzeitig Konzert- und Theater-/Opernorchester war. Anfang der 1980er-Jahre gehörten den beiden Formationen 167 fest verpflichtete Musikerinnen und Musiker an. Das änderte sich allerdings bald: 1985 wurde das Orchester geteilt und das Orchester der Oper, heute Philharmonia Zürich, eigenständig.

Dirigenten, Intendanten und Musikerpersönlichkeiten sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Umstände haben das Tonhalle-Orchester Zürich geprägt und zu dem gemacht, was wir heute sind: ein Orchester, das mit Leidenschaft auf höchstem Niveau spielt.

Wohlan … man lausche ergeben den Klängen des ehrwürdigen Meisers, dargeboten von einem Traditionsorchester und das mit einem Vinylmitschnitt der Qualität „astrein“ !

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Besetzung:
Tonhalle Orchester Zürich unter der Leitungvon Otto Ackermann

Booklet1

Titel:
01. Poco Sostenuto 11.34
02. Allegretto 6.47
03. Presto 8.00
04. Allegro Con Brio 8.15

Komposition: Ludwig van Beethoven

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Die Tonhalle, Zürich um 1900

Münchner Behördenorchester – Beethoven + Bizet (1998)

FrontCover1Sachen gibt´s, die gibt´s gar nicht: Wie z.B. das „Münchner Behördenorchester“ … da staunt man doch schon ein wenig.

Und so stellte man sich 1998 anlässlich der Veröffentlichung dieser CD dar:

„Das Münchner Behördenorchester ist 1971 entstanden. Der damalige Initiator und Dirigent, Günter Maier ist auch heut noch musikalischer Leiter des Orchesters.

Das Orchester besteht aus etwa 55 Mitgliedern in der Besetzung des klassischen Sinfonieorchesters, d.h. Streicher, Holzbläsern, Hörnern, Trompeten, Posauen und Pauken. Die Mitglieder des Orchesters sind in der Mehrzahl Mitarbeiter von Behörden und Gerichten. Aber auch andere Berufe wie z.B. Lehrer, Freiberufler und Hausfrauen sind vertreten.

Entsprechend der Besetzung liegt der Schwerpunkt der Programme in Werken der Wiener Klassikund der Romantik, jedoch sind auch Werke des Barocks und zeitgenössischer Komponisten aufgeführt worden. Jährlich werden – meist in der Aula der Ludwig-Maximilian-Universität in München – zwei bis drei Konzerte veranstaltet. Solokonzerte werden bevorzugt mit jungen Künstlern aufgeführt, die damit kurz vor oder nach Beendigung ihrer Ausbildung die Gelegenheit zu einem öffentlichen Auftritt erhalten.“

Für diese Aufnahme holte man sich dann den Pianisten Fritz Schwinghammer, der damals bereits einen Lehrauftrag für Klavier an der Musikhochschule München hatte. Und Schwinghammer konnte damals bereits auf eine Zusammenarbeit mit Sängern wie Dietrich Henschel und Hermann Prey zurückblicken. An der Musikhochschule München ist er immer noch aktiv und hat inzwischen diverse CD´s eingespielt.

Und man glaubt es kaum, der Leiter des Münchner Behördenorchesters, Günter Maier leitet dieses Orchester noch immer … Maier war früher als Verwaltungsjurist Leitender Regierungsdirektor bei der Regierung von Oberbayern …vielleicht bin ich im früher mal über den Weg gelaufen, da ich zeitlang aus beruflichen Gründen mit der Regierung von Oberbayern relativ viel zu tun hatte …

Wie auch immer: Diese Aufnahme kann sich sehen, bzw. hören lassen …

 

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Günter Maier & Fritz Schwinghammer

 

Besetzung:
Münchner Behördenorchester unter der Leitung von Günter Maier
+
Fritz Schwinghammer (piano)

 

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*schmunzel“ … ein Behördenorchester eben …

 

Titel:

Ludwig van Beethoven – Klavierkonzert Nr. 4 in G-Dur, op. 58:
01. Allegro moderato 19.26
02. Andanta con moto 4.54
03. Rondo (Vivace) 11.13

George Bizet – Scénes bohémienns:
04. Prelude (Molto moderato) 4.12
05. Sérénade (Allegro moderato) 2.13
06. Marche (Allegro moderato) 3.13
07. Danse bohémienne 3.43

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David Oïstrach u.a. – Triplekonzert C-dur op. 56 (Herbert von Karajan – Beethoven) (1969)

FrontCover1Vermutlich zu recht wird diese Aufnahme landauf, landab euphorisch gefeiert, frühere Kritiken sind so weit ich das überblikcken kann – mittlerweile Vergangenheit.

Mstislav Rostropowitsch beschrieb die hier zu hörende Aufnahme von Beethovens Tripelkonzert aus dem Jahr 1969 in seinen Memoiren mit folgendem Bonmot:

„Ich habe versucht, Beethoven zu spielen. David (Oistrach) hat geglaubt, er spielt Beethoven. Svjatoslav (Richter) spielte wie immer nur sich selbst und Karajan glaubte, er ist Beethoven.“

Eine schöne Annekdote mit einem wahren Kern: So feierlich, so voll und weich im Klang wie von diesen vier Superstars der klassischen Musik und den süffig spielenden Berliner Philharmonikern habe ich Beethovens Version der klassischen sinfonia concertante nie gehört. Das macht natürlich Spaß, insbesonders wenn sich ein Virtuose wie Richter an dem relativ leichten Klavierpart ababeitet, der für den Widmungsträger, Beethovens damals 16-jährigen Klavierschüler Erzherzog Rudolf von Österreich komponiert war.

Ich vermisse allerdings etwas die Verspieltheit des relativ frühen Beethoven, die rhythmische Stringenz, auch die Aggressivität. Tatsächlich hat dieses großbögige Musizieren teilweise mehr von Tschaikowski als von Wiener Klassik. (vully)

Sviatoslav Richter + Mstislav Rostropovitch

Sviatoslav Richter + Mstislav Rostropovitch

Diser LP-Ausgabe von Beethovens Tripelkonzert ist ein ausführlicher Beitrag mitgegeben, dem man entnehmen kann, welche enormen politischen und logistischen Stolpersteine überwunden werden mußten, bevor der britische EMI-Produzent Peter Andry mitten im Kalten Krieg im geteilten Berlin mit der Aufnahme beginnen konnte. Schließlich waren nicht weniger als drei sowjetische Meistersolisten an der Einspielung maßgeblich beteiligt, die zusammen mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem im September 1969 endlich realisiert werden konnte. Die Mühen waren aber nicht umsonst, denn Svjatoslav Richter (Klavier), David Oistrach (Violine) und Mstislav Rostropovitch (Cello) haben im Verein mit dem Berliner Eliteorchester eine großartige Leistung vollbracht, eine Interpretation von einzigartiger Kultur, die Zeugnis ablegt von einem schier mirakulösen Zusammenspiel. Man höre nur das wundervolle, der Welt entrückte Largo, das für mich den Höhepunkt der Einspielung darstellt.

Das Quartett

Trotzdem will ich nicht unterschlagen, daß gerade diese Aufnahme seit ihrem ersten Erscheinen sehr kontrovers beurteilt wird. So listet sie z.B. der Londoner Musikkritiker Norman Lebrecht in seinem Buch „Ausgespielt“ unter die „20 Aufnahmen, die nie hätten gemacht werden sollen“ und nennt sie „ein Beispiel wie aus dem Lehrbuch für mangelnde musikalische Kommunikation“, während die englische Moderatorin und Redakteurin des „BBC Music Magazine“, Harriet Smith, zu ganz anderen Eindrücken kommt: „….. Unzulänglichkeiten gibt es in dieser Aufnahme nicht. Drei feurige russische Solisten und die Berliner Philharmoniker unter Karajans Leitung ….. dieses Trio strahlt vor gemeinsamer Lebensfreude, und Karajan sorgt für gefühlvollste Begleitung. In solchen Händen kommt nie der leiseste Zweifel an der Großartigkeit dieses Werkes auf.“ So unterschiedlich können Experten urteilen!
Es ist auch bekannt, daß sich vor allem Svjatoslav Richter später negativ über diese Aufnahme geäußert hat, weil er mit Karajans Dominanz Probleme hatte, der vor allem wenig nachträgliche Änderungen gestattete und stattdessen den Termin für das Titelfoto für wichtiger hielt, und genau dieses Foto fand der Pianist scheußlich und unangemessen. Trotzdem glaube ich, daß diese Aufnahme durchaus ihre Meriten hat und in den Katalogen verbleiben wird, so lange es überhaupt Tonträger zu kaufen gibt. (K.H. Friedgen)

Das Quartett2

Besetzung:
David Oïstrach (violin)
Sviatoslav Richter (piano)
Mstislav Rostropovitch (violoncello)
+
Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan

Booklet03A

Titel:
01. Allegro 17.37
02. Largo 5.32
03. Rondo alla polacca 12.58
+
04. Triplekonzert C-dur op. 56 (ungeschnitten) 36.15

Musik: Ludwig van Beethoven

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Das Quartett3

David Garrett – Legacy (2011)

FrontCover1An diesem Typen scheiden sich wohl die Geister…

David Garrett (* 4. September 1980 als David Christian Bongartz in Aachen) ist ein deutscher Geiger.

Garrett wurde als mittleres der drei Kinder des deutschen Juristen und Geigenauktionators Georg Paul Bongartz und der US-amerikanischen Primaballerina Dove-Marie Garrett geboren. Im Alter von vier Jahren machte er seine ersten Versuche auf der Geige. Ersten Geigenunterricht erteilte ihm sein Vater, der nebenberuflich als Geigenlehrer arbeitete. Im Alter von fünf Jahren gewann Garrett einen Preis im Wettbewerb Jugend musiziert. Als er acht Jahre alt war, entschieden die Eltern, den Jungen unter dem Namen der Mutter auftreten zu lassen, da Garrett geläufiger klang als Bongartz. Im Alter von neun Jahren debütierte er beim Festival Kissinger Sommer. Mit zwölf erhielt er einen ersten Plattenvertrag und stand im Alter von 13 Jahren bereits exklusiv bei der Deutschen Grammophon unter Vertrag. Zusammen mit Claudio Abbado spielte er Mozart-Violinkonzerte ein. Als „größten Geiger seiner Generation“ bezeichnete ihn Yehudi Menuhin. Garrett gibt an, jeden Tag acht Stunden Geige geübt zu haben.[6] Von 1990 bis 1991 wurde Garrett von Zakhar Bron unterrichtet. Ab 1992 war er Schüler von Ida Haendel.

Garrett03Nach dem Abitur am Aachener Einhard-Gymnasium schrieb sich Garrett seinen Eltern zuliebe am Royal College of Music im nahen London ein, obwohl er eigentlich nach New York wollte. Er musste aber bald die Schule verlassen, da er die Vorlesungen nie besuchte, und zog mit 19 Jahren zu seinem Bruder, der damals in New York lebte und dort studierte. Garrett sagte in einem Interview: „Mir wurde immer alles aufoktroyiert: Was ich spielen sollte, wo ich auftreten sollte, was ich in Interviews sagen und nicht sagen sollte.“

1999 wechselte er nach New York, um die Juilliard School zu besuchen, wo er unter Itzhak Perlman studierte. 2003 gewann er den Kompositionswettbewerb der Schule mit einer Fuge im Stil von Johann Sebastian Bach.

In den folgenden Jahren versuchte er, sich trotz Widerständen als Musiker neu zu etablieren. Als sein nunmehr eigener Karrieremanager dachte er sich das Konzept für ein Crossover-Album aus, das er zusammen mit dem Londoner Plattenlabel Decca produzierte. Das Album aber wurde nie veröffentlicht, da die Plattenfirma nicht überzeugt war, dass das funktionieren würde. Den Durchbruch in Deutschland schaffte er 2006 mit dem Berliner Konzertveranstalter DEAG, der stark auf den Event-Charakter klassischer Konzerte setzt und Garretts Cross-Over-Projekt übernahm. Ein neues Image wurde für ihn geschneidert, das des Geigenrebellen. 2014 wird sein Crossover-Projekt mit einer Tour quer durch Deutschland fortgesetzt.

2009 entwarf er eine T-Shirt-Kollektion für das Modehaus s.Oliver und 2010 kam ein eigenes Parfum mit passendem Duschgel namens Rock Symphonies heraus.

Im Jahr 2013 spielte Garrett die Hauptrolle als Niccolò Paganini in Bernard Roses Literaturverfilmung Der Teufelsgeiger. Garrett war hier gleichzeitig Executive Producer.

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David Garrett mit Zubin Metha

Im Alter von 13 Jahren wurde ihm von der Aachener Talbot-Stiftung für mehrere Jahre eine von Antonio Stradivari gefertigte Violine, die sogenannte San Lorenzo Stradivarius von 1718, zur Verfügung gestellt. Seit 2003 besitzt er eine Violine von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahre 1772 (diese wurde im Jahre 2008 bei einem Sturz schwer beschädigt). Seit 2010 spielt er wieder eine Stradivari (zur Verfügung gestellt vom anonym bleibenden Eigentümer): Die Ex A. Busch von 1716, die von 1913 bis 1933 im Besitze des Violinisten Adolf Busch war.

Von Ende Mai 2008 bis April 2010 war er im Guinness-Buch der Rekorde als schnellster Geiger der Welt eingetragen. Bei einem Auftritt in der britischen Fernsehshow Blue Peter spielte Garrett den Hummelflug von Rimski-Korsakow fehlerfrei in nur 66,56 Sekunden, das sind 13 Noten pro Sekunde. Seinen eigenen Rekord unterbot er am 20. Dezember 2008 bei der Guinness-World-Records-Show um 1,3 Sekunden mit einer Zeit von 65,26 Sekunden. Am 7. April 2010 wurde er von Ben Lee geschlagen: Lee benötigte 64,21 Sekunden für dasselbe Stück. Von 2008 bis 2009 war Garrett Botschafter der UNESCO.

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1996

Am 17. Oktober 2010 wurde Garrett in Essen der Echo Klassik, der renommierte Musikpreis der Deutschen Phono-Akademie, für seinen Spitzenplatz im Plattenverkauf als Bestseller des Jahres verliehen. Nur wenige Monate später erhielt er bei der 20. Echo-Musikverleihung am 24. März 2011 zwei Echos, einen in der Kategorie Erfolgreichste Musik-DVD-Produktion (national) und den anderen in der Kategorie Künstler Rock/Pop (national). Am 26. Oktober 2014 wurde er mit einem weiteren Echo Klassik in der Kategorie Bestseller des Jahres für sein Album Garrett vs. Paganini ausgezeichnet.
Kritik

In der Presse wurde er als ein „besonders schrilles Beispiel für einen genialischen Geiger, der trotzdem scheitert“,[18] als „Fernsehgeiger“, „Jörg Pilawa der klassischen Musik“, oder „David Hasselhoff der Klassik“[20] bezeichnet. Seine Musik wird unter anderem als „Softpornopopklassikjunkfood“ kritisiert.

Garrett06Garrett weist die Kritik regelmäßig als „Musik-Snobismus“ zurück und betont seinen Anspruch, mit seinem Mix aus E- und U-Musik Bevölkerungsgruppen erreichen zu wollen, die der Klassik sonst fernblieben. (Quelle: wikipedia)

Hier mal sein siebtes Album … und auch die seriöse Kritik kam nicht daran vorbei … lobende Worte zu finden:

David Garrett, ehemaliges Wunderkind der Violine, knüpft nach drei Crossover-Alben mit “Legacy” wieder an seine Wurzeln als Klassischer Musiker an. Dabei beruft er sich auf den musikalischen Grenzgänger Fritz Kreisler.

Auf seinem neuen Album “Legacy” hat David Garrett ein Programm zusammengestellt, das von Geschmack, Intelligenz und Humor zeugt. Mit einem Augenzwinkern könnte man sogar sagen, dass er auch diesmal wieder ein Crossover-Album abgeliefert hat – nun allerdings eines mit gehobenerem Anspruch: Klassik-Gigant Ludwig van Beethoven trifft auf den Meister der leichten musikalischen Unterhaltung Fritz Kreisler. Es ist ein Album, das voller Referenzen an große Vorbilder steckt und die eigene Arbeit der vergangenen Jahre reflektiert. David Garretts persönlichstes Werk ist es insofern, als er sich mit der Aufnahme des Violinkonzerts in D-dur von Beethoven einen Lebenstraum erfüllt hat, wie er im eigenhändig verfassten Begleittext des Albums schreibt. Und auch deshalb, weil er einen der eigenwilligsten Geigenvirtuosen der Geschichte ins Zentrum des Albums stellt und als geistigen Vater präsentiert: Fritz Kreisler.

Das Beethovensche Violinkonzert gilt heute als Höhepunkt seiner Gattung. Allerdings bedurfte es nach der Vollendung und Uraufführung einiger Jahrzehnte, bis die nachhaltige Bedeutung und Wirkung dieser Komposition erkannt wurden. Denn es hatte nicht den oberflächlichen, effektvollen Glanz der seinerzeit modischen Showstücke für Virtuosen, sondern ist einem Ideal verpflichtet, in dem Solostimme und Orchester einander gleichberechtigt gegenüber stehen. Damit ist das Werk mit dem tief bewegenden Mittelsatz ein idealer Repräsentant des künstlerischen Selbstverständnisses des Klassischen Musikers David Garrett. Die Wiederentdeckung des Konzerts verdanken wir übrigens einem der Wunderkinder in der Geschichte der Violine, dem damals erst 12-jährigen Joseph Joachim. Seine 1844er Londoner Aufführung unter der Leitung des Dirigenten Felix Mendelssohn war ein Triumph und half, das Werk im Repertoire zu verankern.

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Die so genannte Kadenz ist ein Formteil in Klassischen Konzerten, der ursprünglich der freien Gestaltung des Solisten überlassen war, ähnlich wie die Soloparts in der Jazzmusik. David Garrett hat für seine Einspielung des Beethoven-Violinkonzerts eine überlieferte Kadenz gewählt, die er für besonders gelungen hält. Sie stammt von dem Violinisten Fritz Kreisler, vor 100 Jahren Publikumsliebling der Massen. Und wie David Garrett heute ist auch jener stets lustvoll auf dem schmalen Grat zwischen so genannter trivialer und anspruchsvoller Musik balanciert. Doch trotz der in seinen eigenen Kompositionen deutlich werdenden Vorliebe für leichtere musikalische Kost gab es kaum Zweifel an seiner Kompetenz als Interpret Klassischer Musik. Es waren aber seine leichten eigenen Stücke, mit denen er die Welt erobert habe, so Margaret Campbell in ihrem Buch “Die großen Geiger”. Es sei diese Musik gewesen, die das Publikum habe hören wollen und die auf Schallplatten millionenfach verkauft wurde. Seine Stücke seien dabei alles andere als trivial, sondern in ihrer Art oft kleine Meisterwerke gewesen.

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Für das neue Album hat David Garrett eine persönliche Auswahl seiner Kreisler-Favoriten arrangiert und eingespielt. Und auf sehr unterhaltsame Weise erzählt er uns auf “Legacy” im Grunde auch einen Teil seiner eigenen musikalische Geschichte. (Quelle: klassikakzente.de)

Und natürlich kann man über seine Gehabe geteilter Meinung sein (Mein holdes Eheweib spricht seinen Namen so aus, als hätte sie E 605 auf der Zunge …)

Aber eins muss man ihn lassen … er kann spielen wie der Teufel …

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Besetzung:
David Garrett (violin)
+
The Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Ion Marin

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Titel:

Ludwig Van Beethoven – Concerto for Violin And Orchestra In D, Op. 61:
01. Allegro Ma Non Troppo 25.05
02. Larghetto 9.39
03. Rondo (Allegro) 10.05

Fritz Kreisler:
04. Praeludium And Allegro in the Style of Pugnani 6.16
05. Variation 18 From Rhapsody on a Theme Of Paganini for Piano and Orchestra, Op. 43 by Sergei Rachmaninov 3-08
06. Caprice Viennoise, Op. 2 4.32
07. Variations on a Theme of Corelli in the Style of Tartini 3.40
08. Romance: Larghetto on a Theme by Carl Maria Von Weber 3.23
09- Tambourin Chinois, Op. 3 4.02
10. Liebeslied 4.37

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Live in Baden Baden, 2011

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Ludwig van Beethoven – Für Elise – Die schönsten Klavierstücke (Wilhelm Kempff) (1989)

FrontCover1Erstmal ein paar Worte zu dem Pianisten Wilhelm Kempff:

Wilhelm Kempff (* 25. November 1895 in Jüterbog; † 23. Mai 1991 in Positano, Italien) war ein deutscher Pianist, Organist und Komponist. Er gehörte zu den profiliertesten Pianisten des 20. Jahrhunderts.

Wilhelm Kempff war evangelischer Kantorensohn. Als er vier Jahre alt war, zog die Familie nach Potsdam, wo sein Vater eine Berufung an die Nikolaikirche als Königlicher Musikdirektor erhalten hatte. Nach erstem Violin- und Klavierunterricht durch den Vater setzte Kempff ab 1904 durch Vermittlung von Georg Schumann seine Ausbildung bei Karl Heinrich Barth (Klavier) und Robert Kahn (Komposition) fort. Kempff studierte von 1914 bis 1917 an der Berliner Musikhochschule, wobei ihm wegen überragenden Könnens die Abschlussprüfung erlassen wurde. Sein Debüt in der Berliner Philharmonie gab er 1918 mit Beethovens 4. Klavierkonzert unter Arthur Nikisch und den Berliner Philharmonikern.

1924 übernahm Kempff (als Nachfolger von Max von Pauer) die Leitung der Württembergischen Musikhochschule in Stuttgart. Dort leitete er bis 1929 auch eine Meisterklasse für Klavier. 1926 heiratete er im Berliner Dom seine Klavierschülerin Helene Freiin Hiller von Gaertringen. Bei einer ersten Türkeireise im Jahre 1927 beriet er den Staatspräsidenten Atatürk, welche Musiker an die neugegründete Musikhochschule in Ankara berufen werden sollten. 1929 gab er sein Amt in Stuttgart auf und zog mit seiner Familie in die Orangerie im Park Sanssouci in Potsdam. 1931 war Kempff Mitbegründer der Sommerkurse im Potsdamer Marmorpalais gemeinsam mit Max von Schillings, Eugen d’Albert, Edwin Fischer, Eduard Erdmann, Elly Ney und Georg Kulenkampff. 1940 begann seine Zusammenarbeit mit Herbert von Karajan, als er in Aachen das Klavierkonzert d-moll KV 466 von Mozart spielte. 1943 nahm er in Paris an einem Beethoven-Festival teil, mit den Kollegen Elly Ney, Alfred Cortot und Ginette Neveu sowie dem Dirigenten Hermann Abendroth. Im August 1944 nahm ihn Adolf Hitler in die Gottbegnadeten-Liste (Führerliste) auf, was ihn vor einem Kriegseinsatz bewahren sollte. Trotzdem wurde Kempff 1945 zum Volkssturm einberufen; am 4. Februar erfolgte die Evakuierung nach Schloss Thurnau in Oberfranken.

WilhelmKempff

1955 siedelte Kempff mit seiner Familie nach Ammerland am Starnberger See über. 1957 gründete Kempff die „Fondazione Orfeo“ (heute Wilhelm-Kempff-Kulturstiftung) im süditalienischen Ort Positano und begründete die Beethoven-Interpretationskurse in der Casa Orfeo, die Kempff eigens für die Kurse errichtete. Sie fanden unter seiner Leitung alljährlich bis 1982 statt. Nach seinem Tod 1991 leitete Gerhard Oppitz die Kurse von 1992 bis 1994 und seit 1992 John O’Conor, beide herausragende Teilnehmer der Kurse unter Wilhelm Kempff und ihm persönlich sehr verbunden.

1991 starb Wilhelm Kempff in Positano. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof der Freiherrn von Künßberg bei Schloss Wernstein in Oberfranken.

Die Musik- und Kunstschule und ein Saal im Kulturquartier in seiner Geburtsstadt Jüterbog erhielten danach seinen Namen.

Für die Deutsche Grammophon hat Kempff zwischen 1920 und 1980 zahlreiche Aufnahmen eingespielt. Auf Konzertreisen wurde er weltweit gefeiert. Besonderen Erfolg hatte er in Japan, wo er von 1936 bis 1979 insgesamt zehnmal auftrat. Eine kleine japanische Insel erhielt zu seinen Ehren den Namen Kempu-san. Legendär sind Wilhelm Kempffs Einspielungen der Klaviersonaten von Beethoven und Schubert; auch als Interpret der Klavierwerke von Schumann und Brahms setzte er Maßstäbe. Als Kammermusiker arbeitete er unter anderem mit den Geigern Henryk Szeryng und Yehudi Menuhin (ab 1955) sowie mit den Cellisten Pau Casals, Pierre Fournier und Mstistav Rostropowitsch zusammen.

Neben zahlreichen Hörfunkproduktionen gibt es eine Reihe von Fernsehaufnahmen, in denen die Persönlichkeit und das Wirken von Wilhelm Kempff dokumentiert werden, so etwa im Filmporträt Wilhelm Kempff des Autors Wolf-Eberhard von Lewinski für den Saarländischen Rundfunk aus dem Jahre 1975.

Als Komponist schrieb Kempff neben Opern und Sinfonien auch Klaviermusik, Lieder und Kammermusik. Viele seiner Kompositionen wurden von Wilhelm Furtwängler uraufgeführt. Kempffs bekanntestes Werk dürfte seine Klaviersonate g-moll op. 47 sein, die auch in mehreren CD-Aufnahmen greifbar ist. (Quelle: wikipedia)

Die hier vorliegenden Aufnahmen stammen aus den Jahren 1964 und 1965 als Wihelm Kempff vermutlich das gesamte Klavier-Repertoire von Beethoven einspielte. Daraus hat man dann 1989 eine Art „Best Of“ zusammengestellt.

“ Mit „Werke ohne Opus“, kurz WoO sind viele der auf dieser CD enthaltenen Klavierstücke von Ludwig van Beethoven gekennzeichnet. Auch wenn jene Werke sich nicht wirklich mit den bedeutenden Kompositionen des Meisters, bis hin zur Klaviersonate Opus 111, messen können (und auch nicht sollen) so sind sie, wie vor allem „Für Elise“ oder „Die Wut über den verlorenen Groschen“, doch immer wieder gern gehörte Publikumslieblinge. Und wenn sich dann noch ein so höchstrangiger Musiker wie Wilhelm Kempff ihrer annimmt und sie so spielt, dass man zuweilen doch meint, den geheimen Satz einer 13-einhalbten Sonate zu hören, so lohnt es sich ohnehin, diese CD einmal oder öfter aufzulegen.

Sie ist bestens geeignet, um einem die Klaviermusik, zumal die von Beethoven, näher zu bringen und einen auf die komplexeren Werke einzustimmen. Abgesehen davon haben dank Kempffs durchleuchtendem Spiel auch Fachleute noch einen großen Spaß daran. (Storchius Katz)

Wer also man eine gepflegte Portion klassischer Klaviermusik auf höchstem Niveau hören mag, ist mit dieser Aufnahme bestens bedient. Also nix da mit „Roll Over Beethoven“ sondern vielmehr mit „Listen to Beethoven“ !

Und über Gevatter Beethoven wird hier noch ganz sicher öfter dies Rede sein. Jetzt aber reins ins klassische Vergnügen.

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Besetzung:
Wilhelm Kempf (piano)

WilhelmKempf2f

Titel:
01. 6 Bagatellen Op. 126 – 1. Andante con moto
02. 6 Bagatellen Op. 126 – 2. Allegro
03. 6 Bagatellen Op. 126 – 3. Andante
04. 6 Bagatellen Op. 126 – 4. Presto
05. 6 Bagatellen Op. 126 – 5. Quasi Allegretto
06. 6 Bagatellen Op. 126 – 6. Presto
07. Ecossaise Es-dur WoO. 83 N.1
08. Rondo a carpirccio G-Dur Op. 129 – 1. Allegro vivace
09. Fur Elise WoO. 59 – 1. Poco moto
10. Andante favori F-dur WoO. 57 – 1. Andante grazioso con moto
11. Rondo C-Dur Op. 51 N.1 – 1. Moderato e grazioso
12. Rondo G-Dur Op. 51 N.2 – 1. Andante cantabile e grazioso
13. 6 Variationen über das Duett WoO. 70
14. Klaviersonate Nr. 19 g-Moll Op. 49 N.1 – 1. Andante
15. Klaviersonate Nr. 19 g-Moll Op. 49 N.1 – 2. Rondo. Allegro

Musik: Ludwig van Beethoven

CD
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Grabstein

Verschiedene Interpreten – Klassischer Kompass (60er Jahre)

FrontCover1.Werbesingles dieser Art gab es früher (und vermutlich auch heute, wenngleich sich das Medium „Single“ natürlich überlebt hat) zuhauf.

Bei dieser Philips Produktion hat man sich ganz besonders viel Mühe gegeben, denn hier gibt es nicht nur 9 klassische Melodien …

… sondern quasi als Zugabe ein 12 seitiges Begleitheft, das ausführlich über die damaligen Angebote der klassischen Musik aus dem Hause Philips informierte.

Dazu gab es dann auch noch jede Menge wohlfeile, schmeichelnde Texte wie diese:

Text1

Und dann folgt eben dieser Katalog der damals verfügbaren Philips LP´s aus dem Bereich der klassischen Musik.

Und – als Sammler – mag man natürlich just solche Raritäten mit all den bunten Bildchen …

Beispiel01

Und als Sammler ist man dann verärgert, wenn man dann nicht erfährt, welche Künstler diese Aufnahmen eingespielt haben … ich habe zumindest keine entsprechenden Informationen gefunden.

Nun gut, immerhin kann man neben all den bunten Bildchen auch klassische Musik (quasi im Schnelldurchlauf) entdecken … ich empfehle mal die Ausschnitte „Symphonie Nr. 8 H-Moll „Unvollendete“ (von Franz Schubert) und natürlich „Eine kleine Nachtmusik G-Dur KV 525 “ … der Mozart Klassiker schlechthin.

Und von Gaetano Donizetti habe ich ja noch nie etwas gehört:

Domenico Gaetano Maria Donizetti (* 29. November 1797 in Borgo Canale, heute in Bergamo in Italien; † 8. April 1848 in Bergamo) war einer der wichtigsten Opernkomponisten des Belcanto. Einige seiner Opern wie Anna Bolena (1830), L’elisir d’amore (1832), Lucia di Lammermoor (1835), La fille du régiment (1840), La favorite (1840) und Don Pasquale (1843) gehören zum Standardrepertoire der Opernhäuser weltweit. (Quelle: wikipedia)

Aha !

Beispiel02

Titel:

Ludwig van Beethoven:
01. Violinenkonzert D-Dur Op. 61 / 2.10

Wolfgang Amadeus Mozart:
02. Klavierkonzert B-Dur KV 595 / 1.09

Felix Mendelssohn Bartholdy:
03.  Violinenkonzert E-Moll Op. 64 / 1.16

Franz Schubert:
04. Symphonie Nr. 8 H-Moll „Unvollendete“ / 2.39

Wolfgang Amadeus Mozart:
05. Eine kleine Nachtmusik G-Dur KV 525 / 1.42

Franz Schubert:
06.  Ausschnitt aus der Ballettmusik Nr. 2 „Rosamunde“  / 0.55

Wolfgang Amadeus Mozart:
07. Ausschnitt aus der Kanzone des Cherubin Aus „Figaros Hochzeit“ / 1.34
08. „Ständchen“ (Horch auf den Klang der Zither) aus „Don Giovanni“  / 0.55

Gaetano Donizetti:
09.  Ausschnitt aus dem Dienerchor aus „Don Pasquale“ / 1.31

LabelB1

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Text2

Ludwig Hoffmann + Das Londoner Philharmonische Orchester – Aus der Sprechstunde … in eine andere Welt (Beethoven) (1972)

FrontCover1Da kommt der Hausarzt am Abend müde aus der Praxis nach Hause … und freut sich dann doch sehr, im Sessel jenen zauberhaften Klängen zu lauschen, die ihm die Firma Endopharm, Sprendlingen als Werbegeschenk vermutlich per Post überreicht hat.

Das Hüllenillustration stammt von Wilhelm Busch … und damit der Arzt es ja nicht vergisst, gibt es auf der Rückseite ausführliche Produktinformationen zu dem Präperat „Vomex A“ (Erbrechen-Schwindel-Übelkreit) … garniert mit ein paar flotten Fotos.

Und zu hören gibt es dann das Klavier Konzert Nr. 5 von Ludwig van Beethoven:

Beethovens letztes reines Klavierkonzert (er schrieb sein Violinkonzert op. 61 später für Klavier um) ist der Gipfel seiner Weiterentwicklung dieses Genres. Gerade dieses Konzert beeinflusste nachhaltig spätere Künstler und die weitere Entwicklung der Gattung. Es setzt den Stil des sinfonischen Klavierkonzertes fort, den Beethoven im vorhergehenden 4. Klavierkonzert begonnen hatte.

Das Werk stellt die Weiterentwicklung von Beethovens ersten vier Klavierkonzerten dar und zeigt den Weg zum sinfonischen Klavierkonzertstil, wie ihn u. a. später Johannes Brahms prägte. In der Tonart Es-Dur stehen u. a. die 3. Sinfonie, die Eroica-Variationen und vier Klaviersonaten. Sie wurde von Beethoven öfters benutzt, um Heldentum musikalisch darzustellen.

Das Konzert entstand in Beethovens mittlerer Schaffensperiode in der Umgebung der fünften bis siebten Sinfonie oder dem vierten Klavierkonzert. Das Jahrzehnt zwischen 1803 und 1813 war Beethovens produktivste Arbeitsphase. (Quelle: wikipedia)

Partitur

Auszug aus der Partitur

Der ausführene Pianist, Ludwig Hoffmann, ist heute nicht mehr so bekannt, das war aber mal ganz anders:

Ludwig Hoffmann (* 11. Juni 1925 in Berlin; † 1999 in München) war ein deutscher Pianist.

Ludwig Hoffmann erhielt seine künstlerische Ausbildung bei Bruno Hinze-Reinhold, Paul Weingarten, Richard Rössler und Hans-Otto Schmidt-Neuhaus. Meisterkurse belegte er unter anderem bei Marguerite Long und Arturo Benedetti Michelangeli. 1947 gewann er den Liszt-Preis Weimar, weitere Preise folgten in den nächsten Jahren. Mit dem Jahr 1954 begann er eine rege Konzerttätigkeit rund um den Globus.

LudwigHoffmann02Zahlreiche Einspielungen, die er für verschiedene Radiostationen aufnahm, harren noch ihrer Wiederentdeckung. Auf Schallplatte ist sein Schaffen nur ungenügend dokumentiert, da er zu Beginn seiner Karriere zwar bei Telefunken, danach aber bei keinem der Major-Labels dauerhaft unter Vertrag war. Der hochvirtuose Pianist war häufiger Duopartner Ingrid Haeblers. Er führte neben Standardwerken auch seltener gespielte Stücke moderner Komponisten auf. Sein Liszt-Spiel setzte Maßstäbe und ist auch heute noch hörenswert.

Von 1970 bis 1991 war er Professor an der Musikhochschule München. Seine Nachfolgerin ist Margarita Höhenrieder. Er war Jurymitglied bei über 25 renommierten internationalen Wettbewerben, u.a. dem Chopin-Wettbewerb in Warschau, dem Liszt-Wettbewerb in Budapest, sowie Wettbewerben in St. Petersburg, Montreal, Sydney, Bozen, Genf. Außerdem leitete er Meisterklassen in Maryland, München, Rotterdam und Weimar. Ludwig Hoffmann war lange Jahre Mitglied der European Piano Teacher Association (EPTA) und hat diese, als Gegenspieler von Karl-Heinz Kämmerling, als Gründungsmitglied entscheidend geprägt. Sein Bruder ist Ingfried Hoffmann. (Quelle: wikipedia)

Ansonsten lässt sich feststellen, dass wir es hier mit einem wirklich wuchtigem Klavierkonzert, dem die zarten Nuancen dennoch nicht fehlen, zu tun haben.

Und da freut sich ja nicht nur der Hausarzt am Abend in seinem Sessel.

Entstanden sind die Aufnahmen übrigens bereits 1962 und wurden ursprünglich auf dem britischen Label Marble Arch Records veröffentlicht.

LudwigHoffmann01

Besetzung:
Ludwig Hoffmann (piano)
+
Das Londoner Philharmonische Orchester unter der Leitung von Horst Stein

 

BackCover1
Titel:

Klavierkonzert Nr.5 Es-Dur Opus 73:
01. -I. Allegro 19.31
02. II. Adagio Un Poco Mosso – III. Rondo – Allegro 17.50

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Weitere Ausgaben dieser Aufnahme