Johnny Rieger Band – Come Closer (2013)

FrontCover1Es ist ja immer wieder erstaunlich, dass sich junge Leute, junge Musiker für den Blues interessieren … da scheint mir ein ewig sprudelnde Quelle der Begeisterung zu bestehen.

Ein Beispiel dafür ist die Johnny Rieger Band aus Insheim in der Pfalz

Deutschland hat mit der Johnny Rieger Band einen Newcomer in der Blues-Szene, zumindest, was die Tonträgerveröffentlichungen angeht, denn vorliegendes Album ist das Debüt des Trios und erscheint bei dem Label Fuego. Die Gruppe hat in Teamarbeit alle Songs geschrieben und Timo Gross saß im Produzentenstuhl. Zusammen mit Andreas Schorpp war er auch für das Mixing zuständig. Dabei hat man für klare Verhältnisse bezüglich des Sounds der Scheibe gesorgt.

Karte

Der rote Pfeil weist auf den Ort Insheim/Pfalz

Alles unter Dach und Fach. Jetzt muss es nur noch mit der Musik hinhauen. Die Johnny Rieger Band hat es mit dem Blues und ihn gut studiert. Nein, so etwas reicht natürlich nicht. Alles nur Theorie. Davon abhängig ist begeisternder Blues nicht unbedingt, steht ihm aber auch nicht im Weg. Worauf es ankommt, sind die auf dem Papier befindlichen Noten so zu spielen, dass dem Hörer dieses bedeutungsvolle Feeling entgegenschwappt.
Da geht bei der Johnny Rieger Band die Saat über ins Keimen. Der Mann an der Gitarre und dem Gesangsmikrofon beeindruckt mit Frische, ohne die Tradition aus dem Blick zu verlieren und seine Stimmbänder sind sehr gut geölt. Ab und an vernimmt man einen gewissen Reibeiseneffekt und der hat überzeugende Wirkung.
Aus meiner Sicht ist das Titelstück „Come Closer“ eines der Highlights des Albums. Einerseits setzt es den Gesang mit den Backing Vocals von Michael Jochum bestens in Szene und andererseits kommen in diesem gleichermaßen die Akustische sowie E-Gitarre zum Zug. Durchgehend klasse ist Jan Becker an den schwarzen und weißen Tasten. Er ist für mich das vierte Bandmitglied. Die Rhythmusabteilung liefert einen tollen Groove dazu und schon ist die Freude des Hörers groß, aber bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht befriedigt.

Johnny Rieger Band02
Johnny Riegers Gitarrenspiel ist voller Kraft und emotionaler Verführung auf sechs Saiten. Er hat sich die Meister sehr gut angehört und seine eigene Sache daraus entwickelt. In diese Lobhudelei passt auch die Erwähnung des Bottlenecks, das nicht unbedingt alle Bluesgitarristen einsetzen. Johnny Rieger stellt es in so manchem Track (zum Beispiel „Good For You“) prominent in den Vordergrund seiner Fingerakrobatik, bevorzugt auf der Dobro. Damit kreiert man ja immer eine besondere Atmosphäre, die einen unter anderem an das Mississippi Delta denken lässt.
Nicht nur das kollektive Songwriting bürgt für Qualität. Die Texte zeugen ebenfalls von der Klasse der Gruppe. Musikalisch bewegt sich bei der Johnny Rieger Band viel. Man findet auch zwischen den Spektralfarben des 12-Takters (Funk, Soul, Country) seine Spielräume, die hervorragend ausgenutzt werden. Der Wechsel von Strom-Gitarre und Akustischer ist sehr gut gelungen und so werden „Hey Boy“ oder „Free And Alive“ zu wunderschönen Akustik-Nummern. Bei dem hohen Standard des Songwritings kann man sich quasi schon bildlich vorstellen, wie die Johnny Rieger Band während einer Tour das eine oder andere Konzert als Acoustic Set ankündigt.

JohnnyRieger2015

Johnny Rieger, 2015

 

Natürlich verstehen sich der Dreier sowie Jan Becker auch auf die rockige Variante des Blues. Dann heißt es zum Beispiel „Seven Month Out“ oder „Break Out“. In letztgenanntem Track zeigt der Frontmann, was es heißt, staubig-knackige Riffs an den Mann zu bringen. Matthias Scherer (Bass) sowie Schlagzeuger Michael Jochum bilden eine zupackende Rhythmusfraktion, die es versteht, im Slow Blues zusammen mit Johnny Rieger Ausrufezeichen zu setzen. Die Scheibe wird zur Dauerrotation im Player verpflichtet. Im souligen „Moon Wakes Up“ ist im Refrain die Rede von »light shines bright« oder »lucky guy«. Diese Zitate darf man ruhig auf die Johnny Rieger Band beziehen. Ein Trio und Jan Becker bahnen sich ihren Weg durch die südpfälzischen Swamps und werden bei ihren nationalen und internationalen Konzerten wahre Begeisterungsstürme entfachen.
Vielleicht wird man in fünf bis sechs Jahren und zirka drei weiteren Alben das Titelstück „Come Closer“ bereits als eine Art Klassiker in den Setlists zu den Konzerten und Auftritten bei Festivals zählen dürfen.

JohnnyRieger2013

Johnny Rieger Band, 2013

Musikalisch bewegt sich die Band,verstärkt durch Hammond-Orgel und Wurlitzer Piano, filigran zwischen den Stilen. Ob Südstaatenrock mit ZZ Top-Anmutung, akustischen Bluesballaden oder Bluesrock mit im Ohr bleibenden Melodieführungen – in jeder Note ist die Könnerschaft der Musik hörbar, die sich auch durch eine geschmeidige Leichtigkeit auszeichnet. „Spaß“ scheint das Motto der Künstler bei der Aufnahme gewesen zu sein. Bemerkenswert auch Riegers Stimme, die eine Tiefe erlangt, die man bei einem 30-jährigen nicht unbedingt vermuten würde. Wenn man auf der Suche nach einem runden, hochklassigen Album mit internationalem Potential wäre, dann könnte man nun die Suche einstellen,denn „Come Closer“ erfüllt diese Kriterien komplett. (timezone-records.com)

Johnny Rieger Band03
Und obwohl diese Band mehr als wohlwollende Kritiken bekommen haben und obwohl die Band landauf, landab live gespielt hat, haten sie dennoch keinen durchschlagenden Erfolg … und so war dann um 2015 Feierabend, bis , ja bis …

,,, Vier Jahre lang war der Bluessänger und Gitarrist Johnny Rieger aus Insheim von der Bildfläche verschwunden. Mit neuem Sound und alten Freunden meldet er sich nun zurück. Am Freitag spielt sein Trio Nitrotrigger im Blues-Club in Baden-Baden. Bald soll auch die erste CD rauskommen.

NitroTrigger

„Nach 15 Jahren haben wir gemerkt, wir wollen woanders hin als der Mainstream, den Blues weiterentwickeln, modern spielen.“ So beschreiben Jonathan „Johnny“ Rieger und der Schlagzeuger Michael Jochum den Weg vom traditionellen Blues der Johnny Rieger Band zum modernen Blues-Rock, den sie im Trio mit dem Bassisten Moritz Grenzmann unter dem neuen Namen Nitrotrigger einschlagen wollen. Nitro soll für den neuen explosiven Sound stehen, Trigger für den Impuls, der die Fans begeistert vom Hocker reißen soll.

Deren Erstlingswerk kenne ch noch nicht, aber bereits ihr „Come Closer“ hat eine erstaunliche Reife … und ist wahrlich ein Gewinn … für all jene Ohren, die bluesgetränkte  Rockmusik zu schätzen wissen,

BackCover1

Besetzung:
Michael Jochum (drums, vocals)
Johnny Rieger (guitar, vocals)
Matthias Scherer (bass)
+
Jan Becker (keyboards)

Booklet1

Titel:
01. Road Trip 3.34
02. Good For You 4.12
03. I Want To Fly 4.12
04. Hey Boy 4.23
05. Closer To Me 4.02
06. Seven Months Out 3.15
07. Free And Alive 3.04
08. Butchery 5.09
09. Power Comes Back 3.53
10. Break Out 4.22
11. Moon Wakes Up 4.34
12. Sandy Ground 3.34

Musik und Texte: Michael Jochum – Johnny Rieger – Matthias Scherer

CD1

*
**

Tray1

Hamburg Blues Band – Friends For A LIVEtime Vol. 1 (2013)

FrontCover1.jpgGanz sicher ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der deutschen Blues (Rock) Bands:

Die Hamburg Blues Band ist eine deutsche Blues-Rockgruppe und wurde u. a. von dem Sänger und Rhythmusgitarristen Gert Lange im Jahre 1982 gegründet.

Die HBB spielt einen harten Blues, der besonders durch die Stimme von Gert Lange und die Gitarrenriffs von Alex Conti lebt und zum Großteil Hardrockelemente in die Musik miteinbezieht und somit nicht als klassische Bluesband bezeichnet werden kann. Die HBB lebt besonders bei ihren Liveauftritten gerade von den beiden Protagonisten Lange und Conti, die sich die Bälle immer wieder zuwerfen, was aber auch oftmals zu ausufernden Soli des Gitarristen Conti führt. Ebenfalls fällt auf, dass zwar die Studioproduktionen recht gekonnt produziert wurden, aber an die Qualität und Intensität eines Livekonzerts nicht heranreichen können, denn dazu klingen sie einfach zu glatt.

HBB02.jpg

Die aktuelle Besetzung der HBB besteht aus Miller Anderson an der Leadgitarre (ehemals bei Keef Hartley und Savoy Brown), davor waren es Clem Clempson und Alex Conti, Gert Lange (Vocals und Rhythmusgitarre), Hans Wallbaum an den Drums, Michael „Bexi“ Becker am Bass (ebenso Lake) sowie ehemals Adrian Askew an den Keyboards (ebenso Lake). Der renommierte britische Saxophonist Dick Heckstall-Smith (vormals Bluesbreakers und Colosseum) war seit Beginn fester Bestandteil der HBB, verstarb allerdings am 17. Dezember 2004 an Krebs, kurz vor der Veröffentlichung des letzten Albums „Live – On The Edge of A Knife“. Auf diesem Album wurde ihm mit seinem 18 Minuten-Titel „Woza Nasu“ (Bring Home The Goods) ein besonderes Denkmal gesetzt. Das „sechste“ Mitglied agiert hinter den Kulissen und ist der Texter Pete Brown, der schon für die Gruppe Cream schrieb und für Klassiker wie „White Room“ und „Sunshine Of Your Love“ verantwortlich ist.

HBB03

Ein ganz besonderes Erlebnis waren die im Sommer 2006 für das „Burg Herzberg Festival“ zusammengestellten „Herzberg Blues Allstars“. Die HBB bildete hier die Basisband, eröffnete das Konzert und wurde im Laufe des Abends durch jede Menge Stars der europäischen Bluesszene verstärkt. Dies waren insbesondere: Chris Farlowe, Clem Clempson, Mike Harrison und Pete Brown. Festgehalten wurde dies auf einer vom WDR-Rockpalast produzierten Doppel-DVD.

Nach dem Ausstieg des Leadgitarristen Alex Conti im Frühjahr 2008 wurde der ehemalige Humble Pie- und (noch) Colosseum-Gitarrist Clem Clempson als festes Mitglied der Band präsentiert. Dieser verließ 2012 die Band wieder und machte für Miller Anderson Platz. Ebenfalls 2012 verließ der Keyboarder Adrian Askew Lake die Band um fortan Clem Clempson bei dessen Solokarriere zu unterstützen. Beide spielen bereits auf dem 2008 produzierten Studioalbum „Mad Dog Blues“ mit, das allerdings erst Mitte Januar 2009 ausgeliefert wurde. 2011 gingen sie mit Arthur Brown und Chris Farlowe auf Tournee.

Booklet03A

Bei der „Friends for a LIVEtime“-Tournee im Winter/Frühjahr 2013 traten das Trio Lange/Becker/Wallbaum weiterhin zusammen mit dem Gitarristen Miller Anderson auf. Als Gastsängerin war die ex-Stone the Crows-Sängerin Maggie Bell mit auf Tour.

HBB01

2015 heuerte die Band den jungen Gitarristen Krissy Matthews beim Musikfestival „Musik am Noor“ an. Seitdem tourt die Band mit ihm als festem Lead-Gitarristen. (Quelle: wikipedia)

Wirklich erstaunlich, welche Flut von britischen Gastmusikern immer wieder ans Land ziehen konnten.

Und davon zeugt auch dieses Jubiläumsalbum, ne Art Compilation (= neudeutsch), voll gestopft mit überwiegend bis dato unveröffentlichten Livetracks.

Dabei fängt dieses Album erstmalig gar nicht so gut an; der Titel „Hypnotized“ aus dem Jahr 1997 ist erstmal überflüssig, aber dann geht´s Schlag auf Schlag …
„Waiting For The Wind“ von „Spooky Tooth“ gibt`s in einer Killer-Live-Version (und natürlich singt Mike Harrsion )… und all die weiteren Stücke gehören überwiegend in die Kategorie „High Class Blues“ …

Booklet02A

„Wishing Well“ (mit einer fulminanten Maggie Bell), „Superstition“ (mit der großartigen Inga Rumpf), „When A Blind Man Cries“ (mit einem souverän inspiriertem Miller Anderson), „Stormy Monday Blues“ (na klar … Chris Farlowe), „It Should’ve Been Me “ (Zoot Money tobt sich mal wieder aus … er kann nicht anders) oder „Fire“ (Arthur Brown zelebriert sich selbst) … jeder mag nach eigenem Gusto diese Liste vorführen.

Oder aber auch:

Die 15 Tracks (Spielzeit ca 79 Minuten) bieten – wie schon die Ankündigung „Compilation “ erwarten lässt – Titel aus den letzten 30 Jahren der Bandgeschichte, darunter viele unveröffentlichte Aufnahmen und größtenteils Live Material. Als ganz besondere Perlen empfinde ich die Stücke mit dem verstorbenen Dick Heckstall-Smith (z.B. „On Your Way Down“) – schön ihn wiederzuhören. Auch die Songs von den Herzbergfestivals mit Micky Moody & Geoff Whitehorn sind etwas ganz besonderes – unbedingt reinhören. Miller Andersons „When a blind man cries“ , aufgenommen kurz nach dem Tod seines Freundes Jon Lord 2012, berührt. Der Sound aller Aufnahmen ist – trotz der vielen Live Tracks – von sehr guter Qualität und druckvoll abgemischt. Eine schöne & liebevolle Zusammenstellung der Bandgeschichte mit vielen illustren Gästen… (W. Gehrmann)

Als da wären (u.a.): Alex Conti – Miller Anderson – Adrian Askew – Ingo Bischof – Pete Brown -Clem Clempson –  Chris Farlowe – Mike Harrison – Dick Heckstall-Smith – Zoot Money – Micky Moody – Inga Rumpf – Stretch – Geoff Whitehorn und Reggie Worthy

BackCover1

Besetzung:
Michael Becker (bass, background vocals)
Alex Conti (guitar bei 01., 02., 05. 08.,11. , background vocals bei 02.
Gert Lange (vocals, guitar)
Hans Wallbaum (drums)
+
Miller Anderson (guitar, vocals bei 07., slide-guitar bei 14.)
Adrian Askew (keyboards bei 04., 07. – 15.,)
Maggie Bell (vocals bei 04.)
Bernie Bird (slide-guitar bei 03.)
Ingo Bischof (organ bei 02., 03., 12.)
Pete Brown (vocals, percussion bei 08.)
Paul Burgess (drums bei 08., 11.)
Clem Clempson (guitar bei 04., 09.,10., 11., 14., 15., 20., slide-guitar bei 08., vocals on 11.)
Chris Farlowe (vocals bei 14.)
Mike Harrison (vocals bei 02.)
Dick Heckstall-Smith (saxophone bei 01., 03., 05.
Manne Kraski (guitar bei 03., 05., 12.)
Zoot Money (keyboards, vocals bei 14.)
Micky Moody (guitar, vocals bei 09.)
Dave Moore (piano bei 05.)
Hans Moser (bass bei 12.)
Darryl van Raalte (bass bei 05.)
Inga Rumpf (vocals bei 06.)
Stretch (drums bei 05.)
Geoff Whitehorn (guitar bei 10.)
Reggie Worthy (bass, background vocals bei 03.)

Inlet1A

Titel:
01. Hypnotized (Conti/Lange/Brown) 4.43
02. Waiting For The Wind (live) (Wright/Grosvenor/Harrison) 5.26
03. On Your Way Down (Toussant) 5.12
04. Wishing Well (Bundrick/Kossoff/Rodgers/Kirke/Yamauchi) 3.27
05. Inner City Blues (live) (Gaye) 5.26
06. Superstition (live) (Wonder) 5.12
07. When A Blind Man Cries (live) (Gillan/Paice/Lord/Blackmore) 5.18
08. The Old Soulsinger (live) (Brown) 6.58
09. Get Off My Back (live) (Moody) 4.00
10. Help The Poor (live) (Singleton) 6.01
11. Done Somebody Wrong (live) (James) 3.49
12. Rockin‘ Chair (Lange/Wallbaum) 4.56
13. Stormy Monday Blues (live) (Walker) 8.01
14. It Should’ve Been Me (live) (Curtis) 3.46
15. Fire (live) (Brown/Crane) 5.39

CD1.jpg

*
**

Inlet3A

Und auch 2019/2020 ist die Band „on tour“, aber dann ist leider bei den Konzertankündigungen zu lesen:

Leider können Schlagzeuger Hansi Wallbaum und Bassist Michael Becker aus gesundheitlichen, bzw. persönlichen Gründen diesmal nicht dabei sein.

Inga Rumpf – Live At The Rockhouse, München (1980)

FrontCover1Also das nenn ich schon einen ganz besonderen Leckerbissen:

Die Inga Rumpf machte 1980 Station in München und zwar im Bayerischen Rundfunk, um eine Live-Session für die BR Sendung „Rockhouse“ aufzunehmen.

Und ich kleiner Glückspilz klebte nicht nur mit den Ohren am Radio, sondern nahm dieses Mini_Konzert dann auch gleich noch auf …

Und diese Aufnahme hat bei mir und meinen diversen Umzügen einfach überlebt … und hier ist sie nun,

Was soll ich schreiben: Möchte man einem erklären warum die Inga Rumpf zu den beeindruckendsten Sängerinnen der deutschen Musik-Szene zählt (und das seit ihren Tagen bei Frumpy – also Ende der 60er Jahre) …. dem spiele man diesen Konzertmitschnitt vor …

Bei diesem Konzert zelebriert sie ihre bluesgetränkte Stimme und paart diese mit knackigem Rock u.a. mit Songs von Mickey Jupp und Tom Petty.

Leider wurde dann damals der letzte Song „Willie & The Hand Jive“ ausgeblendet … die Sendezeit war halt vorbei …

Dennoch: eine wahrlich feine Rarität, wie ich meine.

Und wo, verdammt nochmal, ist eigentlich der Bassist Karl-Heinz Schott abgeblieben ???

IngaRumpf1980

Inga Rumpf bei einem Auftritt in „Rock Pop“ (ZDF) (hier auch noch ergänzt durch Olaf Kübler)

Besetzung
Karl Allaut (guitar, harmonica)
Inga Rumpf (vocals, guitar)
Karl-Heiz Schott (bass)
+
unbekannter Drummer

Poster1981.jpg

Poster aus dem Jahr 1981

Titel:
01. The Right Road (unbekannt) 3.31
02. I´m On The Hurry (unbekannt) 3.55
03. Gambling Blues (Rumpf) 2.22
04. Ansage (Georg Kostya) 0.33
05. If Only Mother Could See Me Now (Jupp) 3.19
06. Break Down (Petty) 5.15
07. Willie & The Hand Jive (Otis) 2.24

MC1

Auf dieser MC findet sich dieses Rockhouse Konzert … daneben noch ne Roger Chapman Flexi-Disc und das gesamte Nils Lofgren Rockpalast Konzert aus dem Jahr 1979; die MC stammte übrigens aus dem Hause Neckermann)

*
**

Georg Kostya1971

Georg Kostya, 1971

Engerling – So oder so (1988)

EngerlingFrontCover1Keine Frage:Engerling – eine meiner Lieblings Blues-Rock Bands, deren Wurzeln in der DDR waren:

„Wir wünschen Ihnen einen Guten Morgen“ grüßen Engerling mit dem Frühprogramm. Das Eröffnungsstück ihres 1988 erschienenen Albums „So oder so“ zeigt wo es langgeht: lyrisch und rockend durch den grauen Alltag.

Es ist die große Stärke von Engerling, dass sie Geschichten erzählen, die zwar irgendwie immer in der DDR zu Hause waren die aber auch jenseits der Mauerzeiten noch immer Alltagssituationen bis in den Kern treffen. Die laute Musik die man braucht, um wieder runter zu kommen nach einem harten Tag, die verschlossenen Gesichter am morgen, die verzweifelte Suche nach dem Unmöglichen.

Musikalisch hatte Engerling die Blueswurzeln zwar nicht verraten. Doch spielen die zwölf Takte in den Liedern nicht mehr diese Rolle, wie noch auf den ersten Alben. Doch dafür hatte Bodag Melodien gefunden, die ohne Anbiederung an irgendwelche jemals aktuellen Trends einfach zeitlos und gut sind.

Engerling1986

Engerling, 1986

Als 1988 „So oder so“ erschien, da waren es vor allem Lieder wie „Nr. 48“ und der „Narkose Blues“, die nicht nur im Radio nicht zu überhören waren. Sie waren auch bei der Bluesgemeinde echte Hits wegen ihrer Texte. (Nur das Muschellied von der „Tagtraum“ und „Gleichschritt“ vom ersten Album sind in ihrer Vieldeutigkeit dem zu vergleichen.) Als die Platte nach der Wende auf CD wiederveröffentlicht wurde, spendierte man ihr als Bonus zwei Titel: Die weiße Ziege und Da hilft kein Jammern waren bislang nur als Single erschienen und die wurde offiziell nicht mehr gespielt. Denn bei einer Melodie hatte sich Bodag zu deutlich bei einer Komposition von Willie Dixon bedient. (Quelle: wasser-prawda.eu)

Und der Wolfram Bodag konnte ja nicht nur komponieren, seine Texte sind auch heute noch mehr als hörenswert.

Und wenn man weiß, dass Engerling die europäische Tourband von Mitch Ryder ist … man wundert sich nicht …

AlternativeFrontCover

Alternative Frontcover

Besetzung:
Wolfram Bodag (keyboards, vocals, harmonica)
Manfred Pokrandt (bass)
Friedemann Schulz (drums)
Heiner Witte (guitar, slide-guitar)

BackCover1

Titel:
01. Frühprogramm 5.33
02 Pfeif drauf 3.24
03 Moll’s Party 3.41
04 Nr. 48 4.21
05. Hat nichts gebracht 3.50
06. Narkose Blues 5.34
07. So oder so 4.27
08. Die anderen 5.03
09. Das letzte Lied 4.47

Musik + Texte: Wolfram Bodag

LabelB1

*
**

Und hier ein Portrait der Band aus ihren frühen Jahren, einfach nur ganz und gar großartig … man lausche z.B. der slide-guitar bei er Instrumentalfassung von „Can´t Find My Way Home“ von Blind Faith !) … man lausche, was Wolfram Bodag über den Blues zu saen hat ….  Aufgenommen überwiegend in ihrem Proberaum in der Dunckerstraße, Berlin)

Engerling – Blues (1979)

EngerlingFrontCover1Die DDR hatte ja nicht nur Rockbands und kritische Liedermacher, sondern natürlich auch das gesamte Spekturm populärer Musik. Und da darf natürlich auch der Blues nicht fehlen. Beginnen wir mal mit der Blues(Rock) Band „Engerling“:

Engerling wurde 1975 als Amateurband von Wolfram Bodag in Ost-Berlin gegründet.

Alle Mitglieder spielten vor Gründung der Band in verschiedenen anderen Amateurbands wie mobil, medoc und Pardon. Während Wolfram Bodag und Heiner Witte eine Ausbildung an der Musikschule in Berlin-Friedrichshain absolvierten, waren alle anderen Bandmitglieder Autodidakten. Der Bandname Engerling wurde ohne tieferen Bezug gewählt und entspricht eher dem urwüchsigen Charakter der Band. Diesem Stil ist die Band bis heute treu geblieben. Sie ist alles andere als eine „Star“-Band. Sie kam von Anfang an ohne aufwendige Bühnenshow und Promotion aus und tat wenig dieses Image zu verändern. Sicherlich ist das ein Grund dafür, dass ihre Titel kaum in Hitparaden zu finden waren.

Engerling

Ein begeistertertes Publikum unter der DDR-Jugend hatten die „Engerlinge“ dennoch.
1977 erschienen mit den Singles Da hilft kein Jammern/Der Zug oder Die weiße Ziege und Schwester Bessies Boogie/Mama Wilson die ersten Plattenaufnahmen bei Amiga (VEB Deutsche Schallplatten Berlin). 1979 folgte dann die erste Langspielplatte names „Blues“, die sich über 100.000 Mal verkaufte.

Nach diversen durchaus erfolgreichen Alben kam dann ab 1994 der Ritterschlag, als sie die offizielle Mitch Ryder Band durch die deutschprachigen Landen tourten und auch an diversen Einspielungen des Urgesteins der amerikanischen Blues-Rock Szene mitwirkten.

Hier nun ihr wirklich enthusiatisches Debütalbum „Blues“ … mit Verbeugung vor der Allman Brothers unds Canned Heat und jede Menge eigener Ideen.

Auszeichnung

Besetzung:
Wolfram Bodag (keyboards, vocals, harmonica)
Bernd Kühnert (guitar)
Rainer Lojewski (drums)
Heiner Witte (guitar)
Jens Saleh (bass)
+
Micha Arnold (bass on 02., 06. + 07.)
Gottfried Klier (saxophone)

BackCover

Titel:
01. Sechs Tage auf dem Rad (Bodag) 3.48
02. Schwester Bessies Boogie (Bodag) 3.22
03. Gleichschritt (Bodag) 3.58
04 Moll-Blues (Bodag) 10.09
05. Die Dünne Haut (Bodag) 5.34
06. Blues vom roten Hahn (Bodag) 4.06
07. Mama Wilson (Bodag) 4.55
08. Montgolfière (Bodag/Kühnert/Lojewski/Witte/Saleh) 7.13

LabelA1
*
**

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung

der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net