Engerling – So oder so (1988)

EngerlingFrontCover1Keine Frage:Engerling – eine meiner Lieblings Blues-Rock Bands, deren Wurzeln in der DDR waren:

„Wir wünschen Ihnen einen Guten Morgen“ grüßen Engerling mit dem Frühprogramm. Das Eröffnungsstück ihres 1988 erschienenen Albums „So oder so“ zeigt wo es langgeht: lyrisch und rockend durch den grauen Alltag.

Es ist die große Stärke von Engerling, dass sie Geschichten erzählen, die zwar irgendwie immer in der DDR zu Hause waren die aber auch jenseits der Mauerzeiten noch immer Alltagssituationen bis in den Kern treffen. Die laute Musik die man braucht, um wieder runter zu kommen nach einem harten Tag, die verschlossenen Gesichter am morgen, die verzweifelte Suche nach dem Unmöglichen.

Musikalisch hatte Engerling die Blueswurzeln zwar nicht verraten. Doch spielen die zwölf Takte in den Liedern nicht mehr diese Rolle, wie noch auf den ersten Alben. Doch dafür hatte Bodag Melodien gefunden, die ohne Anbiederung an irgendwelche jemals aktuellen Trends einfach zeitlos und gut sind.

Engerling1986

Engerling, 1986

Als 1988 „So oder so“ erschien, da waren es vor allem Lieder wie „Nr. 48“ und der „Narkose Blues“, die nicht nur im Radio nicht zu überhören waren. Sie waren auch bei der Bluesgemeinde echte Hits wegen ihrer Texte. (Nur das Muschellied von der „Tagtraum“ und „Gleichschritt“ vom ersten Album sind in ihrer Vieldeutigkeit dem zu vergleichen.) Als die Platte nach der Wende auf CD wiederveröffentlicht wurde, spendierte man ihr als Bonus zwei Titel: Die weiße Ziege und Da hilft kein Jammern waren bislang nur als Single erschienen und die wurde offiziell nicht mehr gespielt. Denn bei einer Melodie hatte sich Bodag zu deutlich bei einer Komposition von Willie Dixon bedient. (Quelle: wasser-prawda.eu)

Und der Wolfram Bodag konnte ja nicht nur komponieren, seine Texte sind auch heute noch mehr als hörenswert.

Und wenn man weiß, dass Engerling die europäische Tourband von Mitch Ryder ist … man wundert sich nicht …

AlternativeFrontCover

Alternative Frontcover

Besetzung:
Wolfram Bodag (keyboards, vocals, harmonica)
Manfred Pokrandt (bass)
Friedemann Schulz (drums)
Heiner Witte (guitar, slide-guitar)

BackCover1

Titel:
01. Frühprogramm 5.33
02 Pfeif drauf 3.24
03 Moll’s Party 3.41
04 Nr. 48 4.21
05. Hat nichts gebracht 3.50
06. Narkose Blues 5.34
07. So oder so 4.27
08. Die anderen 5.03
09. Das letzte Lied 4.47

Musik + Texte: Wolfram Bodag

LabelB1

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Und hier ein Portrait der Band aus ihren frühen Jahren, einfach nur ganz und gar großartig … man lausche z.B. der slide-guitar bei er Instrumentalfassung von „Can´t Find My Way Home“ von Blind Faith !) … man lausche, was Wolfram Bodag über den Blues zu saen hat ….  Aufgenommen überwiegend in ihrem Proberaum in der Dunckerstraße, Berlin)

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Dieter Kropp – Eine schöne Bescherung (2012)

FrontCover1Und nun zum Abschluß meiner diesjährigen Advents- und Weihnachtpräsentationen ein ganz besonderes Schmankerl:  „Süßer die Glocken nie klingen“ auf der Blueshhamonika intoniert !

Und das ist nicht der einzige Knaller auf diesem quietschfidelen Weihnachts-Album. Da gibt es dann noch „O Tannenbaum“ als Rock N Roll Schmachtfetzen … und dann noch „Schneeflöckchen, Weißröckchen“, „Morgen, Kinder, wird’s was geben“ und natürlich ist auch „Stille Nacht, Heilige Nacht“ (als Blues-Instrumental) zu hören …

Hier weitere Gedanken zu dieser CD:

Sie alle haben es getan – von Elvis bis zu Billy Idol, und da darf Lippes Schmalztolle Nummer Eins natürlich nicht fehlen: Dieter Kropp hat eine Weihnachts-CD gemacht. „Eine schöne Bescherung …“ lautet der Titel.

Inlet02AIm Booklet erklärt Kropp direkt seine ganz persönliche Beziehung zu Weihnachtsplatten. Da gab es zunächst die, die in der Familie aufgelegt worden sind – und bald schon fand Klein-Dieter, früh infiziert vom Rock’n’Roll-Virus, heraus, „dass so ziemlich alle Künstler, die ich mochte und schätzte, schon mal Weihnachtsplatten gemacht hatten.“ Später auch Götz Alsmann & The Sentimental Pounders. Und damit gelangt man direkt zum Kropp von heute, dem adventlich gestimmten, der deutsch singt und es dazu ganz uramerikanisch swingen lässt.

Viele Gastmusiker waren bei den Aufnahmen dabei: Mickey Meinert spielte Gitarre, Zacky Tsoukas auf einem Stück die Drums, Anette Gebauer singt mal mit – präsent sind ansonsten häufig Bläser-Sektionen, die Tom Müller arrangierte, und flotte Doo-Wop-Chöre, die Peter-Andreas Stolle organisiert hat.

Zu hören gibt es Klassiker wie „Süßer die Glocken nie klingen“, „Schneeflöckchen, Weißröckchen“, „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Oh Tannebaum“ sowie moderne Klassiker wie „Rockin’ Around The Christmas Tree“ in der deutschen Version als „Wir tanzen um den Tannenbaum“, was auch für „Weißer Winterwald“ („Jingle Bells“) gilt, und Stücke aus der Feder von Mickey Meinert („Schöne Bescherung“) sowie Götz Alsmann („Der Weihnachtsumtausch“). Einige Nummern spielt Kropp als Instrumentals auf der Blues-Harp.

BookletFrontCover1Gut, gleich zum Auftakt klingt er da mit Glockengeläut bei „Süßer die Glocken…“ und beim Rauswerfer „Stille Nacht…“ arg traditionell, aber das ist gewollt, und man darf sich nicht davon in die Irre führen lassen. Dazwischen aber swingt es wie beim Brian-Setzer-Orchestra mit saftigen Bläsersätzen, da jammert Meinerts Slide-Gitarre mit Kropps Harp um die Wette. Stilistisch gibt es Swing, Blues, Country, Tex-Mex-Mambo und Rockabilly auf die Ohren – alles gespielt von versierten Musikern, und da ist das Lauschen schon eine wahre Freude. Ein Weihnachtsprogramm, das Spaß macht. (Sven Koch)

Eine weitere, ganz ausführlich Besprechung von Christian Reder habe ich dieser Präsentation beigelegt.

Also: ein ganz spezielles, besonderes Weihnachts – Album, das ich – kurz vor dem Ende meiner weihnachtlichen Entdeckungsreise durch deutsche Klänge dieser Art keinem vorenthalten wollte.

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Besetzung:
Dieter Kropp (vocals, harmonica)
Micky Meinert (guitar)
Jochen Reich (drums, percussion)
Dirk Vollbrecht (bass)
+
Annete Gebauer (background vocals)
Stefan Gössinger (trumpet)
Martin Grünzweig (trombone)
Dennis Koeckstadt (piano)
Achim Meier (organ)
Tom Müller (saxophone)
Peter Andreas Stolle (background vocals)
Athanasios Tsoukas (drums)

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Titel:
01. Süßer die Glocken nie klingen (Traditional) 1.54
02. Ein kleiner weißer Schneemann (Jingle Bells) (Piermont/Twardy) 2.04
03. Weißer Winterwald (Winter Wonderland) (Bernard/Schwielow) 2.10
04. Schöne Bescherung (Meinert) 2.48
05. Frohe Weihnacht, Baby (Meinert/Vollbrecht/Reich/Kropp/Janosa) 3.30
06. Schneeflöckchen, Weißröckchen (Traditional) 2.47
07. Morgen, Kinder, wird’s was geben (Hering/’Bartsch) 3.27
08. Oh Tannenbaum, Oh Tannenbaum (Traditional/Zarnack/Anschütz) 2.19
09. Weiße Weihnacht (White Christmas) (Berlin/Balz) 4.02
10. Leider nur ein Traum (Janosa) 2.58
11. Der Weihnachtsumtausch (Alsmann/Striepens) 3.03
12. Sonderangebote (Janosa/Kropp) 4.01
13. Rockin‘ Around The Christmas Tree (Wir tanzen um den Tannenbaum) (Marks) 2.36
14. Stille Nacht, Heilige Nacht (Gruber) 3.40

CD1

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BackCover1

Blues Co. – Ich hab den Blues schon´n bißchen länger (1982)

FrontCover1Nicht wegzudenken von der deutschen Blues-Szene, die „Blues Company“ … die sich auf diesem Frühwerk noch „Blues Co.“ nannten.

Die Blues Company ist eine deutsche Bluesband aus Osnabrück. Die Band hat über 20 Tonträger veröffentlicht, die beim Musiklabel Inakustik erscheinen. Mit der Frankfurt City Bluesband, der Pee Wee Bluesgang und der Band Das dritte Ohr gehört sie zu den Wegbereitern des Blues in Deutschland.

Die Band wurde 1976 von Todor „Toscho“ Todorovic und Christian Rannenberg als „Christian Rannenbergs Bluesband“ gegründet und kurze Zeit später in Blues Company umbenannt. Sie hat über 3000 Konzerte in ganz Europa gespielt.

Anfangs spielte die Band als Begleitband für die Bluesmusiker, die vom Veranstalter Rolf Schubert nach Europa geholt wurden. Die erste Platte entstand mit „Live“ im Jahr 1980. Seitdem sind noch zahlreiche Tonträger erschienen, welche die Band zur langlebigsten und erfolgreichsten deutschen Bluesband machten. (Quelle: wikipedia)

Ein bisschen dürftig diese wikipedia Zeilen … zumindest hätte doch dieses Album erwähnt werden müssen, denn dieses Album ist das einzige deutschsprachige Bluesalbum der Blues Company. Und musikalische waren sie bereits damals ziemlich hochwertig und die Text, hm, die bedienen sich ein wenig arg von gängigen Bluesklischees (besonders dürftig: „Boogie Typ“)… aber da finden sich auch Zeilen wie „Ich hab´ im Kopf nicht viel begriffen, doch mein Bauch verstand den Blues“. Feine Erinnerung, mir ging´s am Anfang meiner Musikbegeisterung ganz sicher nicht viel anders ! Und musikalisch ist die LP ne Wucht !

Also: zugreifen !

BackCover1

Besetzung:
Rudi Marhold (drums)
jan Schäfer (piano)
Michael Schürmann (bass)
Todor Todorovic (guitar, vocals)
+
Günther Eschkotte (harmonica)

Logo

Titel:
01. Ich hab´ den Blues schon ´n bisschen länger (Todorovic/Miller) 3.10
02. Lahmer Zahn (Todorovic/Michaelis) 7.01
03. Voll Breit (Todorovic/Michaelis) 4.14
04. Hey Bedienung (Todorovic/Dulisch) 4.35
05. Eifersucht (Todorovic) 3.44
06. Mag schon sein… (Todorovic/Miller) 6.13
07. Boogie Typ (Todorovic/Michaelis) 4.28
08. Ich komm´mir vor wie´n Blöder (Todorovic/Michaelis) 5.23

LabelA1

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Günther Wölfle – I möcht so gern a Rockstar sei (1978)

FrontCover1Ja, da hat der Hermann wieder mal zugeschlagen … und zwar mit einer ganz besonderen Mundart-LP aus dem Schwäbischen.

Günther Wölfle – Jahrgang 1951, ist hauptberuflich als Rechtsanwalt in Böblingen tätig.
Seit etwa 1973 erste Auftritte mit schwäbischen Lieder, 1975 belegte er Platz zwei beim Liedermacherwettwerb des SDR mit den Liedern „I mecht so gern a Rockstar sei“ und dem „Skat Blues“. Platz eins machte damals Wolle Kriwanek mit dem „Badewannenblues“.
Danach erschien die erste LP „I mecht so gern a Rockstar sei“, es folgten der Live-Mitschnitt „I glaub i werd so langsam alt“, zusammen mit dem Fingerpicking-Gitarristen Harry Häussel eingespielt, mit dem er dann auch viele Jahre zusammen auftrat.
1981 folgte die LP „Goischderfahrer“, ebenfalls mit Harry Häussel, aber auch mit Rockmusikern wie Werner Dannenmann aufgenommen.
Sein bekanntestes Lied ist sicherlich „Yeschderday“, doch auch der „Schwobakarle“ war oft im Rundfunk zu hören.

Günther Wölfle, im Zeitalter der Beatles und Stones aufgewachsen, hat derzeit viele Songs dieser Band auf schwäbisch im Programm. So wird aus „When I`m 64“ der Beatles schwäbisch – typisch „Wenn mir 40 sen“, oder aus „Angie“ von den Stones wird „Oh Marie Zuckerle“. Penny Lane wird zur „Marktgass“ und die Route 66 führt als Radweg von Kirchheim-Teck nach Oberlenningen.

Auch eigene neue Lieder sind im Programm, so das „Keller-Lied“ zu Stuttgart 21 oder das App-Lied“ zum Handy-Wahn. (Wolfgang Wutz)

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Günther Wölfle, Anfang der 80er Jahre

Und so blickt der Günther Wölfle zurück:

„Damals – lang, lang ist‘s her – studierte der Liedermacher und Schwaben-Blueser Günther Wölfle Jura in Tübingen. 1973, sein Studium hatte gerade begonnen, entstanden die ersten schwäbischen Texte und Lieder. So richtig bekannt, „dr Necker nauf on nonter“, wurde der langhaarige, lockige Barde nach dem Liedermacherwettbewerb beim Süddeutschen Rundfunk (SDR) 1977. Wolle Kriwanek belegte mit dem „Badewanna-Blues“ Platz eins, gefolgt von Günther Wölfle mit „I möcht‘ so gern a Rockstar sei“, und dem „Skat-Blues“. Danach nahm ihn die Schallplattenfirma EMI unter Vertrag und brachte den „Rockstar“ groß heraus.
Wölfle03„Des war mei beschte Zeit zwischa ‘77 ond ‘82. Damit hab‘ i mei Schtudium finanziert“, erinnert sich der inzwischen etwas ergraute, kurzhaarige Rechtsanwalt. War er bereits vor dem SDR-Wettbewerb in kultur-politischen Klubs, Jugendhäusern und ähnlichen als subversiv geltenden Einrichtungen zugange, so hatte er nach dem Schwaben-Contest zwischen Mannheim und dem Bodensee so richtig gut zu tun. Besonders der „Schwoba Karle“, der auf der ersten Wölfle-LP zu hören ist, hatte es seinen Zuhörern angetan.“

Und hier erschallt nun seine zutiefst sympthises Debütalbum … die Musik ist buesgetränkt, aber auch Anleihen von Barry McGuire sind zu hören, seine Begleitmusiker veredeln ein ums andere mal die Kompositionen mit feinen, nie aufdringlichen Beiträgen. Man lausche mal dem Saxophon bei „Frtagelied“.

Und die Texte … ja … die hat einer geschrieben, der ein so ganz aufmerksamer Beobachter des Alltags war (und vermutlich noch ist). Manchmal ein wenig sperrig, manchmal augenzwinkernd, manchmal poetisch, manchmal aber auch kritisch und bissig.

Oder, in anderen Worten: genau meine Kragenweite … und diesen Leckerbissen der besonderen Art haben wir dem Hermann zu verdanken … Vielen Dank !

Nürtinger Zeitung 1978

Besetzung:
Bodo Feldmann (bass)
Peter Finger (guitar)
Matthias Frey (piano, synthesizer)
Kurt Hummel (drums)
Günther Wölfle (vocals, guitar, harmonica, autoharp)
+
Peter Claasen (drums bei 01.)
Wilfried Kunkler (saxophone)
Volkmar Zimmermann (guitar bei 01.)

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Titel:
01. I möcht so gern a Rockstar sei 2.20
02. Der Erlkönig 3.00
03. Schwobakarle 4.45
04. Skat-Blues 3.24
05. Isch es dann soweit 3.33
06. Spielautomaten-Blues 4.14
07. Käsblättle 3.56
08. Lied vom Warta 2.55
09. Fragelied 5.57
10. Wieder mol ischs achte 4.58

Musik und Texte: Günther Wölfle

LabelB1
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Der aktuelle Günther Wölfle … still alive and well

 

Fritz Rau & Biber Hermann – Ein Plädoyer für den Blues – Vortrag mit Live-Musik (2012)

FrontCover1Ich hatte ja leider vor ein paar Jahren (in einem anderen blog) die traurige Pflicht über den Tod von Fritz Rau zu berichten … Damals am 21.08.13 schreib ich dann: „Und ganz sicher wird hier von Fritz Rau noch öfters die Rede sein“ …

Und hier nun ein weiteres Puzzle-Teilchen zum Thema Fritz Rau …:

In diesem Vortrag, aufgezeichnet vom Hessischen Rundfunk, erzählt Fritz Rau seine Geschichte des Blues, lässt in seiner Erinnerung die afroamerikanischen Blues-Musiker, die er ab 1962 durch zwei Jahrzehnte der von Lippmann+Rau produzierten American Folk Blues Festivals geführt hat, lebendig werden.

Wir erfahren, welche Rolle John Lewis, Willie Dixon und John Lee Hooker für die Festivals spielten und mit welchen Eigenheiten von Sonny Boy Williamson und Shakey Jake sich Fritz Rau auf mehr oder weniger unkonventionelle Art auseinandersetzen musste.

Sehr authentisch berichtet Fritz Rau außerdem von seinen Deutschland- und RauBiberEuropatourneen mit den Rolling Stones, inklusive einiger höchst unterhaltsamer Backstage-Anekdoten.
50 Jahre Musikgeschichte blättert Fritz Rau in diesem Vortrag auf und berichtet, welche Entwicklung die Blues-Rock-Szene seit Mitte des letzten Jahrhunderts erfahren hat.

Begleitet werden Fritz Rau´s Blues Vorträge durch den Gitarrist und Singer/Songwriter Biber Herrmann.
Robert Johnson, Muddy Waters, Henry Thomas, Willie Dixon – Biber Herrmann spielt den traditionellen Blues mit einer Lebendigkeit, die Herz und Seele berührt, und krönt so in eindrucksvoller Weise die Ausführungen von Fritz Rau.

Die unnachahmliche Weise, in der Fritz Rau es versteht, seine Zuhörer mit Charme und Witz, Verve und Nachdenklichkeit an seinen Erinnerungen teilhaben zu lassen, muss man erleben. Ebenso wie die Magie und die Kraft der Live-Musik von Biber Herrmann, die sich neben dem gesprochenen Wort auf diesem Hörbuch entfalten. Man muss den beiden einfach zuhören. Dann kann es geschehen, dass man das Wesen des Blues versteht. (Promo-Text)

Ein mehr als eindrucksvolles Dokument der Zeit- und Musikgeschichte !

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Friederike Weisse-Rau, Fritz Rau & Biber Hermann

Besetzung:
Biber Hermann (guitar, vocals, harmonica)
Fritz Rau (Sprecher)

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Titel:

CD 1:
01. Begrüßung und Einleitung 0.47
02. Come On In My Kitchen (Johnson) 2.45
03. Der Blues – Ein Heilmittel 7.34
04. Ansage : „Blues Im Weinberg“ 0.59
05. Kindhearted Woman (Johnson) 4.36
06. Auf den Spuren schwarzer Bluesmusiker 5.53
07. Got My Mojo Working (Preston/Foster) 4.26
08. „I’m Black And I’m Proud“ – Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung 5.56
09. Ansage : „Unsere Weisheit ruht in der Seele“ 0.55
10. Rain Of Love (Hermann) 4.39
11. Der Blues kommt nach Europa – „Kulturschock“ – Und wie man damit umgeht 11.54
12. Ansage : „One Man Band Guitar“ 0.51
13. Going Up The Country (Thomas/Wilson) 4.12

CD 2:
01. Erste Begegnung mit den späteren Rolling Stones / Gründung der Band / Die erste Deutschland Tournee 5.05
02. Little Red Rooster (Dixon) 4.03
03. Die Europa – Tourneen Der Stones – „How About An Open Air? 8.35
04. Tomorrow Is A Long Time (Dylan) 4.32
05. Große Erfolge und eine Trennung / Konzertpreise und ihre Entwicklung 7.52
06. Satisfaction (Jagger/Richards) 3.02
07. Ein Rückblick auf Tournee – Erlebnisse / Verehrung und Freundschaft 8.37
08. I Just Wanna Make Love To You (Dixon) 6.09
09. Happy Birthday To Fritz 2.35
10. Ansage : „Abschied und Aufbruch“ 1.02
11. Leaving Town (Hermann) 3.24

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Fritz Rau

(* 9. März 1930 in Pforzheim, Republik Baden; † 19. August 2013 in Kronberg im Taunus, Hessen)

 

Crazy Chris Kramer – Chicago Blues (2010)

FrontCover1Also, dieser Crazy Chris Kramer ist schon wirklich ne ganz besondere Erscheinung in der deutschen Blues-Szene:

Christian „Chris“ Kramer (* 1970 in Marl) ist ein deutscher Bluesmusiker.

Kramer lernte von seinem Vater die ersten Töne auf der Harp. Mit 18 Jahren begann er dann als Bluesmusiker aufzutreten. Zunächst mit der Harp, später auch als Sänger und Gitarrist. Mit der Gründung der Gruppe „Crazy Chris Kramer and his Groovehands“ (mit dem Violinisten Bernd Kullack, dem Bassisten Wolfgang Engelbertz und dem Gitarristen Mirko van Stiphaut) erfüllte er sich einen Traum von einer stilistisch offenen Band. Sie präsentierten dem Publikum unterschiedliche Stile und Rhythmen und verbanden Musikrichtungen wie Blues, Funk, Bossa Nova, Klezmer, Jazz, Zigeunerswing, Country, Bluegrass sowie originelle Coverversionen von Pop- und Rockklassikern miteinander.

Kramer trat in mehreren unterschiedlichen Besetzungen auf. Mit Christoph John trat er als das Blues-Duo Bluebyrds auf. Er arbeitete auch mit den Gitarristen Manfred Portugall und Dirk Edelhoff und dem Schlagzeuger Josef Kirschgen zusammen.

2010 nahm ihn Peter Maffay mit auf seine Jubiläums-Tour „Tattoos 2010/2011“ und auch auf dem dazugehörigen Album ist Kramers Harp zu hören.

KramerChris Kramer hat bisher vier Fachbücher für das Harp-Spiel geschrieben und bei einem Buch über das Erlernen des Didgeridoo-Spiels mitgeschrieben. Kramer hat 17 Jahre lang Harp-Workshops gegeben und dabei etwa 12.000 Menschen das Mundharmonikaspiel beigebracht. (Quelle: wikipedia)

Und 2010 brachte er dann ein weiteres Album heraus, das einerseits traditionellen Chicago-blues auf höchstem Niveau darbot aber andererseits auch mit deutschen Texten glänzte … und seine Crew ist bemerkenswert !

Das Internet_Magazin „Rocktimes“ schreibt über dieses Album dann auch folgendes:

Mit …unterwegs hat der Harper ‚Crazy‘ Chris Kramer aus dem »Ruhr-Gebeat«, wie er es lieber nennt, eine weiteren großen Schritt in seiner Karriere gemacht. Beim Deutschen Rock und Pop Preis hatte er es gleich in mehreren Kategorien geschafft, aufs Treppchen zu kommen: Gold in der Sparte bester Instrumentalsolist und Silber für das beste Blues-Album sind die Spitzenpositionen.
»Es mag verrückt klingen, aber je mehr ich mich von meinen Vorbildern löste und je stärker mein eigenes Profil wurde, desto größer wuchs der Wunsch in mir eine wirklich traditionelle Blues Platte aufzunehmen.«

Dann hat es der Dortmunder Harper perfekt gemacht, denn er ist für die Aufnahmen nicht nur nach Amerika gereist, sondern hat mit Pinetop Perkins, Willie ‚Big Eyes‘ Smith sowie Bob Stroger eine schillernde Begleitband für seinen „Chicago Blues“ ausgesucht. Allesamt Leute, die mit Muddy Waters groß wurden oder bei ihm gespielt haben. In einem Atemzug muss auch der Vertreter an der Gitarre genannt werden: Frank Karkowski. Hinzu kommt noch, dass auf Mick Taylor in die Saiten greift und Riley Osborne (Mike Morgan, Guitar Shorty, Townes Van Zandt) einmal die Orgel spielt.

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Für „…unterwegs“ war Kramer schon viel auf Achse und so gibt es jetzt ein schönes Wiederhören mit zwei guten Bekannten: „Es gibt gut, besser und es gibt mich“… selbstbewusst nimmt sich der Protagonist aufs Korn und man lässt es grooven bis dort hinaus. In „Ich beiß mich da jetzt durch“ geht es mit dem typisch stampfenden Chicago Blues zur Sache. Dieser Karkowski ist ein hervorragender Gitarrist im Umfeld dieser Produktion, die ja mehrere Generationen von gestandenen Bluesern zusammenbringt.
Los geht der brillante Reigen mit einem Instrumental namens „Harp Boogie“.
Nein, der Kramer ist hier nicht alleine zugange. Die erfahrenen Begleiter sind natürlich auch mit von der Partie und dass hier der Boogie auf geschickte Weise entstaubt wird, ist sonnenklar. Ein weiterer Song ohne Gesang macht ebenfalls Laune. Der für die Rhythmusabteilung bekannte Groove wird durch einen leckeren Shuffle getauscht. Im Slow Blues „Jedesmal“ sitzt zunächst Perkins im Spotlight. Sein Solo ist zugleich perfekt und irgendwie cool. Kramer lässt sich danach auch nicht lumpen und brilliert auch mit tollem Bending. Noch hält sich Karkowski im Hintergrund auf. Die Dinge ändern sich, seine Person betreffend allerdings ziemlich schnell. „Ich bat um einen Kuss zum Abschied“ rockt nicht nur, sondern hat abermals einen hinreißenden Groove. Nach einem furiosen Kramer-Solo kommt der Gitarrenmann zu Wort. Unglaublich, was dieser Musiker drauf hat! Auf diesem Album passt einfach alles zusammen…

Aus der Geschichte heraus definieren Künstler wie Perkins, Smith sowie Stroger den Blues und gemeinsam mit dem Harper und Sänger als auch Karkowski ist ein überragendes Ergebnis dabei heraus gekommen. In Kramers Texten geht es um vielschichtige Beziehungskisten und den Mann könnte man auch als Frauenversteher bezeichnen. Ein weiterer Slow Blues wie „Die Frau von meinem Vermieter ist krank“ mag das belegen. Zu Ehren des Chicago Bluesers Muddy Waters gibt es auf der Platte noch einen Bonus Video Track mit dem Titel „Manish Boy“. Den hätte ich gerne gesehen, allerdings befindet sich das Video nicht im Inhaltsverzeichnis der CD.
Scherz und Schmerz gehen beim Kramer ebenfalls zusammen. Der Akzente setzende „Froschkönig Blues“ groovt abermals toll und schon gehört diese Nummer zu meinen Lieblingen auf „Chicago Blues“. Highlights gib es en masse. Allerdings setzen Kramer & Co. mit „Viel zu lang gewartet“ ein dreifaches Ausrufezeichen. Diese Ballade ist eine Offenbarung der Gefühle. Dazu bedient sich Kramer der chromatischen Mundharmonika und im längsten Track der Platte ist dann auch sein Solo sehr ausladend.

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Mit „Chicago Blues“ hat sich ‚Crazy‘ Chris Kramer einen Traum erfüllt. Traumhaft gut ist das Album geworden und mit Stuart Sullivan saß eine Koryphäe hinter der Scheibe des Aufnahmeraums. Er stand schon in Diensten für Musiker wie Angela Strehli, Sue Foley, Duke Robillard, Candye Kane, Jimmy Rogers, Smokin‘ Joe Kubek oder den Butthole Surfers. Dieses Album ist nichts anderes als eine dicke Empfehlung. (Joachim ‚Joe‘ Brookes)

KramerPerkins

Pinetop Perkins & Crazy Chris Kramer

Besetzung:
Frank Karkowski (guitar)
‚Crazy‘ Chris Kramer (harmonicas, vocals)
Pinetop Perkins (piano)
Willie ‚Big Eyes‘ Smith (drums)
Bob Stroger (bass)
+
Riley Osborne (keyboards bei 12.)
Mick Taylor (guitar bei 05. + 11.)

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Titel:
01. Harp Boogie (Kramer) 2.41
02. Jedesmal (Kramer) 4.02
03. Ich bat um einen Kuss zum Abschied (Dulisch/Kramer) 4.00
04. Es gibt gut, besser und es gib mich (Kramer) 4.30
05. Die Frau von meinem Vermieter ist krank (Kramer) 5.37
06. Darf ich bitten Kramer) 3.16
07. Froschkönig Blues (Dulisch/Kramer) 3.37
08. Was geschehen ist, ist geschehen Kramer) 4.45
09. Ich beiss mich da jetzt durch (Kramer) 3.24
10. Ich sitz hier und warte (Kramer) 3.24
11. Ich wach heut morgen auf (Kramer) 4.32
12. Viel zu lang gewartet (Dulisch/Kramer) 7.08

Bonus Video-Track:
Manish Boy (Muddy Waters) (nicht im Päckchen enthalten)

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Engerling – Blues (1979)

EngerlingFrontCover1Die DDR hatte ja nicht nur Rockbands und kritische Liedermacher, sondern natürlich auch das gesamte Spekturm populärer Musik. Und da darf natürlich auch der Blues nicht fehlen. Beginnen wir mal mit der Blues(Rock) Band „Engerling“:

Engerling wurde 1975 als Amateurband von Wolfram Bodag in Ost-Berlin gegründet.

Alle Mitglieder spielten vor Gründung der Band in verschiedenen anderen Amateurbands wie mobil, medoc und Pardon. Während Wolfram Bodag und Heiner Witte eine Ausbildung an der Musikschule in Berlin-Friedrichshain absolvierten, waren alle anderen Bandmitglieder Autodidakten. Der Bandname Engerling wurde ohne tieferen Bezug gewählt und entspricht eher dem urwüchsigen Charakter der Band. Diesem Stil ist die Band bis heute treu geblieben. Sie ist alles andere als eine „Star“-Band. Sie kam von Anfang an ohne aufwendige Bühnenshow und Promotion aus und tat wenig dieses Image zu verändern. Sicherlich ist das ein Grund dafür, dass ihre Titel kaum in Hitparaden zu finden waren.

Engerling

Ein begeistertertes Publikum unter der DDR-Jugend hatten die „Engerlinge“ dennoch.
1977 erschienen mit den Singles Da hilft kein Jammern/Der Zug oder Die weiße Ziege und Schwester Bessies Boogie/Mama Wilson die ersten Plattenaufnahmen bei Amiga (VEB Deutsche Schallplatten Berlin). 1979 folgte dann die erste Langspielplatte names „Blues“, die sich über 100.000 Mal verkaufte.

Nach diversen durchaus erfolgreichen Alben kam dann ab 1994 der Ritterschlag, als sie die offizielle Mitch Ryder Band durch die deutschprachigen Landen tourten und auch an diversen Einspielungen des Urgesteins der amerikanischen Blues-Rock Szene mitwirkten.

Hier nun ihr wirklich enthusiatisches Debütalbum „Blues“ … mit Verbeugung vor der Allman Brothers unds Canned Heat und jede Menge eigener Ideen.

Auszeichnung

Besetzung:
Wolfram Bodag (keyboards, vocals, harmonica)
Bernd Kühnert (guitar)
Rainer Lojewski (drums)
Heiner Witte (guitar)
Jens Saleh (bass)
+
Micha Arnold (bass on 02., 06. + 07.)
Gottfried Klier (saxophone)

BackCover

Titel:
01. Sechs Tage auf dem Rad (Bodag) 3.48
02. Schwester Bessies Boogie (Bodag) 3.22
03. Gleichschritt (Bodag) 3.58
04 Moll-Blues (Bodag) 10.09
05. Die Dünne Haut (Bodag) 5.34
06. Blues vom roten Hahn (Bodag) 4.06
07. Mama Wilson (Bodag) 4.55
08. Montgolfière (Bodag/Kühnert/Lojewski/Witte/Saleh) 7.13

LabelA1
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