Bourbon Skiffle Company – Kunstkopf-Stereofonie (1974)

FrontCover1Da gab´s mal ne Skiffleband aus Hannover:

Seit 1972 ist die Bourbon Skiffle Company (BSC) Garant für mitreißende Musik und gute Laune. Dabei haben die 5 Skiffler aus Hannover ein ganz einfaches Erfolgsrezept: sie haben selbst noch Spaß an ihrer Musik und zeigen das auch!

Ihre musikalischen Anregungen beziehen sie aus Jazz, Blues, Country, Folk und Rock – auch gelegentlichen „Saitensprüngen“ in die Popmusik sind sie nicht abgeneigt. Doch stets drückt die BSC solchen Adaptionen ihren eigenen Stempel auf, und so gelingt es immer wieder, das Publikum zu überraschen. Und ganz nebenbei hat sich die hierzulande wohl dienstälteste Skiffleformation einen Eintrag im Heyne Jazz-Lexikon erspielt.

Einer der größten Erfolge war die Single Giff mi Kalk, mit der die BSC 1980 in der ZDF-Hitparade auftrat.

Für Abwechslung sorgen auch die beiden stilistisch völlig unterschiedlichen Frontsänger Dirk Fehlauer (voc.& guit.) und Wolfgang Düe (voc., bj., guit., mand.).

Die Soli des Ausnahmepianisten Julian Bergerhoff begeistern nicht nur Skiffle-Fans – kein Wunder, denn er hat ein abgeschlossenes Studium als Jazzpianist vorzuweisen!

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Für Waschbrett und Percussion ist Martin Troike zuständig – er hatte sich schon als kleiner Junge vorgenommen, eines Tages bei der „Bourbon“ mitzuspielen – hat geklappt!

Nachdem Gründungsmitglied Manfred (Teppich) Müller mit 67 in den verdienten Ruhestand gegangen ist, hat die Band mit Kalle Kohlhaas einen kompetenten Nachfolger gefunden, da kommt wieder neuer Schwung in die Bude! Schließlich ist Kalle ein alter Hase: seit über 40 Jahren schon spielt er mit alten Kumpels in einer Oldie-Band!
Auftritte

Im Laufe der Jahrzehnte hat die BSC regelmäßig ganz Norddeutschland beschallt und inzwischen so manchen beliebten Auftrittsort überlebt. Nach wie vor sind die Skiffler aber dreimal pro Jahr im Hamburger Cotton Club, dem wohl ältesten und renommiertesten Jazzclub Deutschlands. Geradezu Kultstatus hat seit Jahrzehnten das BSC-Himmelfahrts-Openair in Hannover vor tausenden Fans, und auch beim legendären Maschseefest war die Band schon von Anfang an dabei: an allen drei Sonntagen präsentiert sie dort auf der Löwenbastion den Jazzfrühschoppen. Immer wieder nachgefragt sind die Hannoveraner auch beim Wolfsburger Openair Jazz & More. (Selbstdarstellung)

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Und: Mehrere Schallplatten der Bourbon Skiffle Company wurden in den 1970er-Jahren in Kunstkopfstereofonie aufgenommen.

Und hier ist die erste die sog. Kunstkopfstereofonie – Aufnahmen:

Mit dem Wort Kunstkopf oder englisch Dummy Head verbindet man eine spezielle Tonaufnahmetechnik – die „Kopfhörer-Stereofonie“ oder binaurale Tonaufnahme. Der Kunstkopf besteht aus einer Kopfnachbildung, in der an Stelle der Ohren je ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik am Eingang der Gehörgänge mit der Nachbildung der Ohrmuscheln angebracht ist. Durch die abschattende Wirkung des Kopfes und die für das Gehör auswertbaren Gangunterschiede zwischen den beiden Mikrofonpositionen können Aufnahmen gemacht werden, die durch die so aufgenommen interauralen Signaldifferenzen, also die Ohrsignale, bei der Wiedergabe über Kopfhörer eine recht gute Richtungslokalisation der Schallereignisse vermitteln. Die Rechts-links-Lokalisation geschieht sicher, Oben-unten- und Vorne-hinten-Unterscheidungen sind dagegen schwieriger. Die direkte Vorne-Lokalisation scheint immer in einem bestimmten Winkel nach oben verschoben. Kunstköpfe können laut Physikalisch-Technischer Bundesanstalt auch zur Messung der Belastung der Ohren durch Kopfhörer und anderer „ohrnahen Schallquellen“ eingesetzt werden.

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Kunstkopf mit externen Mikrofonen

 

Kunstkopfaufnahmen mit freifeldentzerrtem Kunstkopf sind ausschließlich zur Wiedergabe über Kopfhörer geeignet. Bei einer Lautsprecherwiedergabe wirken sie verfärbt, eng und unnatürlich, denn interaurale Signaldifferenzen (Ohrsignale) sind grundverschieden von Interchannel-Signaldifferenzen (Stereo-Lautsprechersignale). Interaurale Signaldifferenzen entstehen bereits bei der Aufnahme und werden bei der Lautsprecherwiedergabe mit den hier entstehenden interauralen Signaldifferenzen gemischt, was zu Frequenz- und Lokalisationsproblemen führt. Nur wenn interaurale Signalfrequenzen beim Abhören einer Aufnahme vermieden werden, indem ein Kopfhörer verwendet wird, kann die Kunstkopfaufnahme ihrem Zweck gerecht werden. Auch die Lautsprechertauglichkeit bei diffusfeldentzerrtem Kunstkopf ist umstritten

Neben Kunstköpfen sind auch Kugelflächenmikrofon, Kopfbügelmikrofon, und Jecklin-Scheibe für binaurale Aufzeichnungen geeignet.

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Schaut ja ganz schön futuristisch aus …

Beim nicht mehr produzierten Kopfbügelmikrofon Sennheiser MKE-2002 sind die Mikrofone in zwei externen Bügeln untergebracht, die in die Ohren einer Person oder bei einem mitgelieferten künstlichen Kopf (MZK 2002) am Ohr-Referenz-Punkt (ear reference point) in nachgebildete Ohrmuscheln gehängt werden. Ein Mikrofon, das ähnlich arbeitet und wie ein Walkman-Kopfhörer im Ohr getragen wird, ist das Originalkopfmikrofon (OKM) der Firma Soundman. (Quelle: wikipedia)

Nun ja … dieser Technologie hat sich ja mittlerweile mehr oder weniger in der Luft ausgelöst (nach dem Motto: braucht kein Mensch — ähnlich wie bei der Quadrophonie)

Was bleibt ist diese fidele Skiffle-LP, bei denen mehr als einmal ein große Verbeugung vor den großen Vorbildern wie Lonnie Donegan oder Woody Guthrie macht.

Hier wird als geskiffelt, was das Zeug hält … wunderbar !

Da gab´s mal ne Skiffleband aus Hannover … und man glaubt es kaum … die gibt´s heute noch !

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Besetzung:
Wilhelm Bauer (guitar, vocals)
Dirk Fehlbauer (guitar, vocals)
Hans Helmut Hamisch (washboard, harmonica)
Jürgen Kraemer (bass, vocals)
Manfred Müller (banjo, mandolin)
Uwe Schnepel (piano)

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Titel:
01. BSC-Song I (Voigt/Kraemer) 2.20
02. Jack O’Diamonds (Donegan/Curry) 2.48
03. Old Dan Tucker (Traditional) 1.54
04. I Know The Lord (Whyton) 2.50
05. Tom Dooley (Warner/Lomax) 3.06
06. Gambling Man (Guthrie/Donegan) 2.48
07. Have A Drink On Me (Ledbetter/Lomax/Donegan) 2.41
08. Streamline Train (Traditional) 2.36
09. Mama Don’t Allow It (Traditional) 5.12
10. The Golden Rocket (Traditional) 2.35
11. Hey Liley Liley (Austin/Lomax) 1.55
12. So Long (Guthrie) 3.35
13. Don’t You Rock Me Daddy-O (Whyton/Varley) 2.02
14. BSC-Song III (Voight/Schnepel) 0.42

LabelB1

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Im Laufe der Zeit …