Rundfunkchor und Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig – Ein deutsches Requiem (Joahnnes Brahms (1985 + 2012)

FrontCover1Eigentlich sollte „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms (1833-1897) “Ein menschliches Requiem” heißen und vielleicht wäre dies tatsächlich der geeignetere Name gewesen um auszudrücken, dass sich Brahms’ Totenmesse primär nicht um das Seelenheil der Toten, sondern um die Auseinandersetzung der (Über-)Lebenden mit dem Tod dreht, “A Requiem for the Living” wie das renommierte Gramophone-Magazine in einem aufschlussreichen Artikel über die verschiedenen Einspielungen überschrieb.

Und natürlich gibt es zahllose Aufnahmen: Ein Deutsches Requiem gilt heute schließlich als das bedeutendste deutsche geistliche Werk der Romantik und es ist gleichzeitig zweifelsohne eines der populärsten und bewegendsten Werke des Hamburger Komponisten. Kaum ein wichtiger Dirigent des 20. und 21. Jahrhunderts, kaum ein Orchester, kaum ein Chor, der das Werk noch aufgeführt oder aufgenommen hätte. Sucht man etwa beim exquisit sortierten deutschen CD-Versender JPC nach dem Begriff “Johannes Brahms Ein Deutsches Requiem”, so erhält man 90 CD-Einträge. Selbst wenn man die verschiedenen Ausgaben derselben Aufnahme nur einfach zählt, kann man heute von rund fünf Dutzend verschiedener Aufnahmen ausgehen. Und um ehrlich zu sein: Es gibt viele Aufnahmen, die zumindest hörenswert sind.

Rundfunchor und RSO Leipzig, H. Kegel: J. Brahms – Ein deutsches RequiemUnter diesen zahlreichen ordentlichen Aufnahmen gibt es aber dann doch eine handvoll Aufnahmen, die immer wieder genannt werden, wenn es um besonders empfehlenswerte Einspielungen geht, die den Test der Zeit überstanden haben (denn nicht alles, was bei der Erstveröffentlichung von Kritik gefeiert wird, besteht die Jahre unbeschadet): Herbert von Karajans frühe 1947er Mono-Aufnahme für EMI und die spätere für Deutsche Grammphon von 1964er, Rudolf Kempes Berliner Aufnahme von 1955 (auch nur in Mono), Otto Klemperers Aufnahme von 1962 mit dem Philharmonia Orchestra & Chorus, John Eliot Gardiners 1990er-Aufnahme und – last but not least – die vorliegende Aufnahme des Rundfunkchor Leipzig und Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig unter Herbert Kegel von 1985.

Radner

Maria Radner + Oleg Bryjak

Unbestritten ist, dass Brahms in seinem Requiem nicht unbedingt den religiösen Aspekt in den Vordergrund stellen wollte. Dementsprechend inszeniert Kegel in seiner Einspielung das Requiem nicht als sakrales Werk,sondern als dramatische, düstere, schmerzvolle Umsetzung menschlicher Trauer. Nicht das Geistige, also die Erlösung der Seele des Toten, sondern das Irdische, der Schmerz der Hinterbliebenen und dessen Überwindung macht Kegel intensiv erfahrbar. Dabei lässt er das RSO Leipzig seine volle Wucht entfalten und den leitet den Leipziger Rundfunkchor an, damals wie heute einer der besten Chöre Deutschlands, die menschlichen Abgründe der Trauer und des Schmerzes geradezu schonungslos offenlegen. MariAnne Häggander (Sopran) und Siegfried Lorenz (Bariton) lassen sich als Solisten vom Sog der Intensität mitreißen und offenbaren echte, berührende Menschlichkeit ihrem Gesang. Die phantastische Klangqualität der digitalen Aufnahme macht die Eindringlichkeit dieser Interpretation unmittelbar erfahrbar.

Fazit: Die hier wiederveröffentlichte Aufnahme von 1985 (ursprünglich auf Capriccio erschienen) gehört zu den besten, intensivsten und düstersten Aufnahmen des Werkes und kann sowohl klanglich, als auch interpretatorisch den Vergleich mit den allerbesten Aufnahmen des Werkes standhalten. Eine ähnlich überzeugende Gesamtleistung von Solisten, Orchester und Chor wird man selten finden (sal)

InGedenken

Besetzung:
MariAnne Häggander (sopran)
Siegfried Lorenz (bariton)
+
Rundfunkchor Leipzig unter der Leitung von Jörg-Peter Weigle
+
Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig unter der Leitung von Herbert Kegel

inlay1Titel:
01. Selig sind, die da Leid tragen 11.23
02. Denn alles Fleisch, es ist wie Gras 13.47
03. Herr, lehre doch mich 10.12
04. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth  5.02
05. Ihr habt nun Traurigkeit 7.16
06. Denn wir haben hie keine bleibende Stadt 11.22
07. Selig sind die Toten, die in dem Herren sterben 12.44

OriginalFrontCover1985

Original Cover aus dem Jahre 1985

* (momentan offline)
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Verschiedene Interpreten – Europäische Bildungsgemeinschaft – Hörprobe (Ende der 50er Jahre)

FrontCover1Und wieder einmal will ich den Stapel meiner alten Singles reduzieren und da fiel mir dann auch diese „Hörprobe“ in die Hände.

Leider ist eigentlich so gut wie nichts über den Herausgeber dieser Hörprobe, der Europäischen Bildungsgemeinschaft bekannt. Ich weiß nur, der Sitz war in Stuttgart und sie hatten den „Europäischen Buchclub“ und den „Europäischen Schallplattenclub“.

Scheinbar trotzten sie einige Jahre dem großem Bruder, dem Bertelsmann Buch-und Schallplatten-Ring, bis dann die Bertelsmänner die Europäische Bildungsgemeinschaft 1963 aufkauften … so einfach ist dann.

Geboten wird dann überwiegend leichtere Kost der Klassik für den Bildungsbürger der damaligen Zeit. Wobei ich schon sagen muss, das wiederhören mit dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms hat mich mal wieder auf all diese Ungarischen Tänzer von Brahms neugierig gemacht. Davon werden wir hier ganz sicher noch was hören.

Unter der Solisten ist natürlich Fritz Wunderlich am bekanntesten, aber auch die mir bis dato Sari Barabas hatte eine eindrucksvolle Karriere als Opernsängerin hinlegen können.

Nun, kleine Appetithäppchen für Neugierige … kostet ja nichts, denn diese Schallplatte war ja schon damals ein (Werbe- ) Geschenk.

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Titel:

01. Ungarischer Tanz Nr. 5 (Brahms) 3.16
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Leopold Ludwig

02. Vater, Mutter, Schwestern, Brüder (Lortzing) 3.29
Fritz Wunderlich – Die Berliner Symphoniker unter der Leitung von Artur Rother

03. Als geblüht der Kirschenbaum (aus „Der Vogelhänder“) (Zeller) 2.45
Sari Barabas – Orchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Werner-Schmidt-Boelke

04. Ich hab´ kein Geld + Finale (aus „Der Bettelstudent“) (Millöcker) 1.59
Ursula Schirrmacher, Rainer Süß, Martin Ritzmann u.a. – Der Marcony Operettenchor – Die Berliner Symphoniker unter der Leitung von Alois Melchior

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Fritz Wunderlich + Sari Barbas

Horntrio + Klarinetten-Trio – Johannes Brahms (1972)

FrontCover1Den meisten von uns Musikliebhabern ist dieses fulminante MPS Label aus dem Schwarzwald bekannt. Wir kennen es als ein Label, das als profundes Jazz-Label Geschichte gemacht hat.

Aber wer glaubt, MPS hätte sich nur auf Jazz beschränkt, der irrt.

Hier ein Beispiel mit klassischer Musik von diesem herrlichem Label (damals im Vertrieb von dem weniger herrlichen BASF Label).

Ein Horntrio und ein Klarinetten-Trio teilen sich jeweils eine Seite, aber beide Trios spielen Musik von Joahnnes Brahms.

Was es mit beiden Trio-Kompositionen aufsich hat, kann man dann in jeweils einer pdf-Datei bei der Präsentation nachlesen.

Das geht dann z.B. so los:

„Baden-Baden im Sommer 1865: Abseits von den Roulettetischen der feinen Gesellschaft und dem mondänen Flair der Opernaufführungen in der vornehmsten Kurstadt Europas schreibt Johannes Brahms ein Trio für Waldhorn, Violine und Klavier. Der hamburgische Komponist hat sich, wie immer im Sommer, in einer eher bescheidenen Wohnung eingenistet, im Vorort Lichtental nahe am Wald und fern vom Treiben der Kurgäste gelegen. Auf einem seiner geliebten morgendlichen Waldspaziergänge fällt Brahms das Thema zum ersten Satz des Trios ein, eine unscheinbare Melodie, die erst in Sekunden um F kreist und dann immer größere, gleichsam konzentrische Kreise der Melodik bildet. Es ist fast eine Art in Noten übertragener Naturlaut, der sich im Laufe des Satzes blühend entfaltet. Jene Stelle in den lieblichen Ausläufern des Schwarzwalds, wo ihm diese Melodie einfiel, wird Brahms wenig später seinem Freund Albert Dietrich zeigen, der ihn in Lichtental besucht. Brahms scheint der Hinweis auf das Naturerlebnis wichtig zu sein, er scheint signalisieren zu wollen, dass sein Trio nicht bloß abstrakte Kammermusik sei, sondern romantisches Naturerleben widerspiegelt.“ (Trio Es-Dur Major für Klavier, Violine und Waldhorm, Op. 40)

HermannBaumann

Hermann Baumann

Auch weiterhin bin ich kein profunder Kenner der klassischen Musik, aber MPS Records wäre nicht MPS Records, hätten sie sich hier nicht Kompositionen ausgesucht, die teilweise schon so richtig avantgardistisch sind … leichte Koste ist also nicht zu erwarten.

Umso mehr könnten diese Aufnahmen eine Freude für all diejenigen sein, die neues mal gerne aufnehmen/hören wollen.

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Johannes Brahms (* 7. Mai 1833 in Hamburg; † 3. April 1897 in Wien)

Besetzung:

Horntrio:
Hermann Baumann (horn, french horn)
Malcolm Frager (piano)
Stoika Milanova (violin)

Klarinetten-Trio:
Anner Bylsma (violincello)
Malcolm Frager (piano)
Piet Honingh (clarinet)

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Titel:

Horntrio: Trio Es-Dur Major für Klavier, Violine und Waldhorm, Op. 40:    
01. Andante 7.34
02. Scherzo, Allegro 6.47
03. Adagio Mesto 7.40
04. Finale, Allegro Con Brio 6.08

Klarinetten-Trio: Trio a-moll für Klavier, Klarinette und Violoncello, Op. 114:    
05.  Allegro  7.01
06. Adagio 6.22
07. Andantino Grazioso 4.35
08. Allegro 4.18

Musik: Johannes Brahms

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Verschiedene Interpreten – Erkennen Sie die Melodie (60 Minuten Car-Sette) (1984)

FrontCover1.jpgJetzt wird es ein wenig arg profan:

Hier ne sog. Kauf-MC aus den 80er Jahren, deren Titel schon ein wenig dümmlich ist … „Erkennen Sie die Melodie“ …

Kann man vermutlich nur verstehen, wenn man weiß, dass es damals eine gleichnamige TV-Show im ZDF mit dem Moderator Günther Schramm gab.

Diese MC hat mit dieser Show allerdings überhaupt nichts zutun.

Vielmehr hören wir hier „Hits“ der klassischen Musik im Weichspüler-Sound „moderner“ Interpreten wie Franz Lambert, Klaus Wunderlich, Günter Noris oder Richard Clayderman.

Für die eher seichten Interpretationen können übrigens die Komponisten nix dafür.

Und man ließ sich dieses „Werk“ dann auch noch sponsern, denn auf der Hülle ist zu lesen:

„Von Autoradioherstellern empfohlen: Panasonic, Fisher, Gelhard“.

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Und damit ist auch der Zweck dieser MC hinreichend geklärt. Die Musik sollte dem Autofahrer die Fahrzeit versüßen …

Nun gut, damals habe ich mir für diesen Zweck dann doch lieber selber eigene MC´s produziert, mit denen der gleiche Zweck weitaus besser erfüllt wurde, frei nach dem Motto „Take The Highway“ …

Und der MC-Player im Auto ist ja mittlerweile gänzlich verschwunden …

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Titel:
01. Richard Clayderman: Liebestraum (Liszt) 3.08
02. Georges Schmitt-Randall: Humoreske (Dvorak) 3.22
03. Franz Lambert: Solvejgs Lied (Peer Gynt Suite II) (Grieg) 3.45
04. Nicolas de Angelis: Prälidium in d-moll (Bach) 2.02
05. Günter Noris: Träumerei (Schuhmann) 4.08
06. Jean-Michel de France: Nocturne (op. 55 No. 2) (Chopin) 3.13
07. Georges Schmitt-Randall: Badinerie (Bach) 2.10
08. Richard Clayderman: Ode To Joy (Beethoven) 3.10
09. Franz Lambert: Andante Klavierkonzert Nr. 21 (Mozart) 3.22
10. Nicolas de Angelis: Etüde (Sor) 2.53
11. Franz Lambert: Thema aus Die Moldau (Smetana) 3.13
12. Richard Clayderman: Mondscheinsonate (Beethoven) 3.13
13. Georges Schmitt-Randall: Menuett (Boccherini) 2.36
14. Nicolas de Angelis: Concerto d´Aranjuez (Rodrigo) 5.54
15. Günter Noris: Etüde in E-Dur (In mir erklingt ein Lied) (Chopin) 2.56
16. Jean-Michel de France: Romanze (Beethoven) 3.00
17. Franz Lambert: Air (Suite Nr. 3 D-dur) (Bach) 3.01
18. Günter Noris: Ungarischer Tanz Nr. 5 (Brahms) 3.30
19. Klaus Wunderlich: Leise flehen meine Lieder (Schubert) 3.12

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Franz Konwitschny – Grosse Dirigenten der Vergangenheit (Werke von Brahms, Mozart und Beethoven) (1994)

FrontCover1Seine politischen Ansichten waren mehr als dubios (er trat bereits 1923 der NSDAP bei, da war er gerade mal 22 Jahre alt), sein Status als Stardirigent in der DDR der 50er Jahren war dennoch unumstritten.

Franz Konwitschny (* 14. August 1901 in Fulnek, Nordmähren; † 28. Juli 1962 in Belgrad) war ein deutscher Dirigent.

Konwitschny entstammte einer mährischen Musikerfamilie. Von 1920 bis 1923 nahm er zunächst Geigenunterricht an der Akademie des Musikvereins in Brünn, bevor er von April 1923 bis 1925 Schüler von Hans Bassermann (* 1888) am Konservatorium der Musik in Leipzig wurde. Während dieser Zeit war er aushilfsweise als Geiger und Bratscher im Gewandhausorchester beschäftigt. 1925 wurde Konwitschny als Bratscher Mitglied des 1894 gegründeten Fitzner-Quartetts in Wien;[1] 1927 ging er nach Stuttgart, zunächst als Korrepetitor, ab 1930 als Erster Kapellmeister am Staatstheater. Mit Beginn der Spielzeit 1933/34 wurde er musikalischer Oberleiter des Philharmonischen Orchesters Freiburg in Freiburg im Breisgau, wo er 1934 zum Generalmusikdirektor ernannt wurde. 1938 übernahm er die Position Musikdirektor und musikalischer Leiter der Oper in Frankfurt am Main.

Konwitschny trat am 1. Juli 1923 in Fulnek, Kreis Mährisch-Ostrau erstmals der NSDAP bei (Mitglieds-Nummer 2.756). Seine damalige politische Überzeugung kam auch in einer Freiburger Fidelio-Aufführung vom 1934 zum Ausdruck, wo er anlässlich von Hitlers Geburtstag SA-Männer und SA-Fahnen auf die Bühne bringen wollte, was aber von der Intendanz untersagt wurde. Andererseits dirigierte er im November desselben Jahres in einem Abonnementskonzert die Sinfonie Mathis der Maler des verfemten Komponisten Paul Hindemith. Zum 1. August 1937 trat Konwitschny erneut in die NSDAP ein (Nr. 5 508.995). Am 16. Oktober 1937 dirigierte Konwitschny bei der Schlusskundgebung der unter dem Motto „Rasse und Kultur“ stehenden 2. Badischen Gaukulturwoche vor der Rede Alfred Rosenbergs den Germanenzug von Bruckner. Im Dezember 1942 war Konwitschny Gastdirigent in der Ghetto-Stadt Łódź, wobei nach der Litzmannstädter Zeitung vom 17. Dezember 1942 der „von stärkster Vitalität getragene Musizierstil“ faszinierte.

Er wirkte auch an der Staatsoper in Hamburg und war in den Kriegsjahren 1943/44 Chefdirigent des Orchesters in Ludwigshafen, der heutigen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.

Franz Konwitschny und Margarete Klose 1955.jpg

Franz Konwitschny und Sängerin Margarete Klose bei einem Gastspiel in Moskau (Dezember 1955)

Franz Konwitschny verstarb während einer Konzertreise am 28. Juli 1962 in Belgrad. Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt.

Original Cover

Besonders bekannt wurde Konwitschny als Dirigent der Opern von Richard Wagner und von Konzerten mit Werken von Ludwig van Beethoven, Richard Strauss, Max Reger und Anton Bruckner.

Sein Sohn Peter Konwitschny (* 1945) ist ein bekannter Opernregisseur. (Quelle: wikipedia)

Fest steht wohl, dass sein Tod in der Stadt Leipzig große Erschütterung ausgelöst hat …

Auf dieser CD sind seine letzten Einspielung zusammengefasst, sie entstanden 1 Monat vor seinem Tod und in der Originalveröffentlichung heißt diese CD dann auch „Die letzte Aufnahme des großen Dirigenten“

Nicht dass ich mich jetzt als wirklich guten Kenner dieser Musik ausweisen könnte: Dennoch eine für meine Ohren absolut überzeugende Aufnahmen, mit einer bestechenden Dynamik und einem z.T. atemberaubenden Klangvolumen. Kurzum: in Genuss, denn auch die Klanqualität ist beeindruckend (die Burschen von Eterna verstanden ihr Handwerk !)

Eine kleine Anekdote noch am Rande:

„Franz Konwitschny, 59, Generalmusikdirektor, Professor, Ehrendoktor, Chefdirigent der Ostberliner Staatsoper Unter den Linden und des Leipziger Gewandhaus – Orchesters, wurde in der Berliner Ausgabe der „Bild“-Zeitung durch ein wohlwollendes Konwitschny-Feuilleton („Er liebt die Musik und eine gute Küche“ – „Wunderknabe Franzl“ – „Papa Konwitschny“) nebst zweispaltigem Konwitschny-Photo geehrt, nachdem der Dirigent in Hamburg gegen „Bild“ Strafanzeige erstattete. „Bild“, das sich einige Wochen vorher mit Konwitschnys Trinkfreudigkeit beschäftigt hatte, ging einem lästigen Prozeß aus dem Wege und brachte nach einer Absprache der Rechtsanwälte die positive Konwitschny -Würdigung.“ (Spiegel 38/1960)

Ach ja, das Brahms Konzert wurde bereits 1962 (vermutlich kurz nach seinem Tode) in der DDR auf Eterna Schallplatten veröffentlicht (siehe unten).

 

FranzKonwitschny

Besetzung:
Gewandhaus-Orchester Leipzig unter der Leitung von Franz Konwitschny

Booklet1

Titel:

Johannes Brahms –  Symphonie No. 1 c-moll:
01. Un poco sostenuto – Allegro  14.00
02. Andante sostenuto 10.37
03. Un poco Allegretto e grazioso 5.12
04. Adagio – Allegro non troppo, ma con brio 18.30

Wolfgang Amadeus Mozart:
05. Adagio und Fuge c-moll KV 546 9.50

Ludwig van Beethoven:
06. Große Fuge B-Dur op. 133 17.34

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Das Brahms Konzert „Symphonie No. 1 c-moll“ auf Eterna Schallplatten, 1962

Verschiedene Interpreten – Baby Klassik (2012)

frontcover1Da kann man jetzt eigentlich schreiben: „Aus gegebenen Anlass“ … :

Die positive Wirkung, die klassische Musik auf Babys hat, ist unumstritten. Die sanften Klänge beruhigen, es entstehen positive Gefühle, und Ängste werden abgebaut. Für „Baby Klassik“ wurde mit viel Liebe die Musik speziell auf die Bedürfnisse unserer Kleinen abgestimmt. Die wunderschön interpretierten Werke von Mozart, Bach, Brahms und vielen mehr tragen dazu bei, dass sich nicht nur die Babys, sondern auch deren Eltern rundum wohl fühlen und entspannen.
Das liebevoll gestaltete Booklet enthält kleine Tipps, Tricks und Kniffe, die helfen können, die Babys besser zu verstehen und das neue gemeinsame Leben spielend zu meistern. (Produkt-Info)

Mit Ausnahme des ersten Titels empfinde ich die Musik durchaus passend für diese kleine Zielgruppe … Klar das sind etliche Klassiker dabei, die einfach das Ohr schmeicheln („Für Elise“ oder der großartige „Pachelbel'“ von Pachelbel).

Sehr interessant fand ich dann das liebevoll gestaltete Begleitheft (die Texte verfasste Ruth Seiberts) , in dem auch wissenswertes über die beruhigende oder auch heilende Kraft der Musik zu finden sind

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Da freut sich der besorgte Großvater … 

Und dann hat – vermutlich ne Oma – folgenden Gedanken zu diesem Album formuliert:

Mithilfe der CD findet man für das Kleinkind einen schönen Übergang vom Tag zur Nacht. Bei regelmäßigem Abspielen vor dem Schlafengehen wird die CD nach kurzer Zeit zu einem festen Ritual: Wenn die beruhigende Musik erklingt, wird geschlafen – egal wie spät es ist. Vermutlich klappte das Ritual auch mit Kinderliedern, aber wir möchten unseren einjährigen Enkel damit (und mit anderer, kindgerechter Klassik) ein wenig prägen und seinen Geschmack entsprechend bilden.

Und da grinst der Bildungsbürger um die Ecke … aber ich kann ja meiner Enkeltochter nicht die Liveaufnahmen der MC 5 überreichen … aber gedanklich bin ich schon bei weiteren Musikzusammenstellungen abseits der Klassik … denn ich will ja mein Enkelkind auch ein wenig prägen *ggg*

Die Tipps für die ersten Monate mit einem Baby (50 an der Zahl) erscheinen mir recht hilfreich … und sie erinnern mich schmunzelnd an meine Zeiten als frischgebackenen Vater … heute hoffe ich, dass für meine Tochter eine interesssante Lektüre sind

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Und am Schluss des Albums erklingt dann die gute alte Spieluhr: „Guten Abend, gut Nacht“ !

Und; man kann die Musik doch glatt auch genießen, wenn man kein Baby ist !

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Titel:
01. Phillippe Entremont: Variationen über Twinkle (Mozart) 2.18
02. Wolfgang Emamnuel Schmidt: Karneval der Tiere – Der Schwan (Saint-Saens) 2.59
03. Phillippe Entremont: Albumblatt „Für Elise“ (Beethoven) 3.02
04. Tafelmusik Baroque Orchestra: Eine kleine Nachtmusik – Romanze (Mozart) 4.39
05. Ekaterina Dershavina: Aria aus Goldberg-Variationen (Bach) 4.20
06. Shigenori Kudo & Naoko Yoshino: Greensleeves (Traditional) 3.33
07. Andreas Bach: Kinderszenen: Träumerei (Schumann) 2.23
08. Ralph Manno & Staaatskapelle Weimar: Klarinettenkonzert A-Dur: Adagio (Mozart) 7.43
09. Tchikovsky Chamber Orchestra: Streichquartett F-Dur: Serenade (Haydn) 5.46
10. London Festival Orchestra: In the Bleak Midwinter (Holst) 3.30
11. Philharmonia Virtuosis of New York: Canon in D (Pachelbel) 5.47
12. Fou Ts´ong: Nocturne Es-Dur (Chopin) 3.41
13. Philadelphia Orchestra: Notenbüchlein für Anna Magdalena: Bist du bei mir (Bach) 3.44
14. Jean-Pierre Pampal & Marielle Nodmann: Sicilienne op. 78 (Faure) 3.29
15. Philharmonia Virtuosis of New York: Air (Bach) 5.00
16. Peter Sorger: Guten Abend, gut Nacht (für Spieluhr) (Brahms)

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Die Inspiration, mich mit dem Thema „Baby Musik“ zu beschäftigen, kam von der Graugans: dafür ein herzliches Dankeschön !

Verschiedene Interpreten – Holzhauser Musiktage (2008)

FrontCover1Ein durch und durch sympathisches Projekt sind die „Holzhauser Musiktage“

Seit über 3 Jahrzehnten finden um das malerische Örtchen Holzhausen am Starnberger See alljährlich die Holzhauser Musiktage statt. Von dem bekannten Geiger Denes Zsigmondy und der Pianistin Anneliese Nissen 1978 ins Leben gerufen, hat dieses kleine Festival viele große Interpreten der klassischen Musik zu Gast haben dürfen.

Alfred Brendel, Julian v. Karoly, Andras Schiff, Gerhard Lenssen, das Cherubini Quartett, Juliane Banse, Isabelle Faust und viele mehr spielten hier in Tennen und Kirchen, mit großer Freude und zur Begeisterung des zahlreichen Publikums. Wilhelm Kempff gab in Holzhausen 1980 sein letztes Konzert. Mit der 30. Wiederkehr 2008 arrivierte der jetzige künstlerische Leiter, Professor Ingolf Turban, ein Festival, das es in dieser Form noch nicht explizit gab: ein „Raritätenfestival“ für Streicher. Dieses sei zudem die Antwort aus dem Süden der Republik auf das seit vielen Jahren bekannte und hochgeschätzte Festival „Raritäten der Klaviermusik“ im Schloss vor Husum. Auch in Holzhausen ist nun das Programm der Star.

BookletBackCover1Anlässlich des 30jährigen Jubiläums haben wir eine CD zusammengestellt, die Sie bei Konzerten oder der angegebenen Kontakt E-mail-Adresse zum Preis von Euro 15.- erwerben können. Die CD enthält musikalische Höhepunkte der letzten 20 Jahre, das Cover wurde liebevoll von Loriot gestaltet, der im Rahmen der Musiktage den „Karneval der Tiere“ aufführte und die Musiktage stets unterstützte.(Selbstdarstellung anläßlich der Veröffentlichung dieser CD)
Also, geboten wird ein musikalischer Rückblick unter Mitwirkung von Loriot (der das Cover gestaltete)  auf 30 Jahre großartige Festivalgeschichte bei den Holzhauser Musiktagen.

Sie enthält einzigartigen Archivaufnahmen aus diesen 30 Jahren (enthalten sind Aufnahmen von 1986 bis 2007, zumeist privat aufgenommen von Axel Bauer) und einer Neuaufnahme des Beethoven Trios Op.1 Nr.3 entstanden. Festivalleiter Ingolf Turban, Sebastian Hess und Johannes Umbreit waren die Künstler.

Und natürlich möchte ich auch ein wenig über den Gründer dieses Festivals, berichten. Er verstarb im Feburar 2014). Hier ein paar biographische und beeindruckende Notizen aus einem Nachruf im „Münchner Merkur“:

Dénes Zsigmondy ist tot. Der bekannte Geigenvirtuose wurde 91 Jahre alt. Seine letzten Lebensjahre verbrachte der gebürtige Ungar in der Seeresidenz „Alte Post“.

Der hochmusikalische Zsigmondy hatte in Budapest studiert, doch seine eigentliche Karriere begann erst 1944, nachdem er sein Heimatland aus politischen Gründen verlassen hatte. Er wurde zum weltweit gefragten Interpreten klassischer und zeitgenössischer Musik, vor allem in den USA und Japan. Dénes Zsigmondy war auch ein genialer Pädagoge: 1972 folgte er dem Ruf nach Seattle, später lehrte er an den Hochschulen in Mainz und Augsburg. In den siebziger Jahren zog es Zsigmondy ans Ostufer des Starnberger Sees. Hier gründete er 1978 die „Holzhauser Musiktage“, die den Ort in der Musikwelt bekannt machten.

Dénes Zsigmondy hatte Bela Bartok noch persönlich gekannt, für die Einspielungen der Werke des ungarischen Komponisten war Zsigmondy berühmt. Viele Seeshaupter haben das im April 1995 anlässlich der Enthüllung des Mahnmals persönlich erlebt: Als Zeitzeugen aus dem KZ-Zug und aus dem Dorf vor großem Publikum aus ihren Erinnerungen gelesen hatten, holte Zsigmondy einfach seine Violine hervor und spielte Bartok – nichts hätte besser als Abschluss gepasst, als diese schnörkellose Komposition. (Münchner Merkur, 21.02.2014)

Und in einem anderem Rückblick findet man folgende Zeilen:

DénesZsigmondy

Dénes Zsigmondy

„Er war ein Musikbesessener im positiven Sinn“, erinnert sich Verena-Maria Fitz, die ab ihrem 15. Lebensjahr bei Zsigmondy Geigenunterricht bekam. Die heute 31-jährige Violinistin ist inzwischen Mitglied der Bayerischen Staatsoper und spielt auf einem Instrument von Zsigmondy. „Ich habe ihn als einen wahnsinnig energetischen Menschen kennen gelernt. Da war er schon über 70 Jahre alt, aber ein Energiebündel hoch zehn.“ Eigentlich habe sie ihm ihre Karriere zu verdanken, sagt sie. „Er hat mich auf den richtigen Weg gebracht. Und zwar durch seine besondere Herangehensweise. Mit ihm wurde die Musik zum Erlebnis.“

Später nahm die gebürtige Augsburgerin regelmäßig an den Holzhauser Musiktagen teil, die Zsigmondy 1978 ins Leben gerufen hatte und 28 Jahren leitete. „Ich habe nur schöne Erinnerungen an die Atmosphäre im Sommer am See.“ Seine Meisterschüler unterrichtete Zsigmondy 25 Jahre lang in einem romantischen Teepavillon an der Ammerlander Seestraße, von 2003 an fand der Unterricht im alten Schulhaus in Holzhausen statt.

Das Konzept und die Besonderheit der Holzhauser Musiktage begründete Zsigmondy selbst folgendermaßen: „Mir war die Tatsache bewusst, dass nicht jeder ein tolles Talent ist. So habe ich immer versucht, ein bisschen auszugleichen. Wenn jemand kein so großes Geschick hat, aber musikalisch sehr gut ist, dann lobe ich dafür mehr. Etwas strenger bin ich bei denjenigen, von denen ich sehr viel erwartete. Dadurch hat sich nie jemand zurückgesetzt gefühlt.“

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Viele berühmte Menschen waren mit ihm befreundet. Besonders gerne erinnerte sich Denes Zsigmondy an den Pianisten Alfred Brendel und an Vicco von Bülow (Loriot), der nicht nur ein Nachbar von ihm war, sondern auch mit seinem „Karneval der Tiere“ bei den Holzhauser Musiktagen auftrat.

Der Geigenvirtuose Denes Zsigmondy war „ein Genussmensch. Er feierte die Feste, wie sie fielen“, sagt Verena-Maria Fitz. Sein Haus in Ambach sei ein „Sammelsurium eines erfüllten Lebens gewesen“. Das Wichtigste für ihn war, „das Leben in vollen Zügen zu genießen“. (Roswitha Diemer)

Wenn ich anfangs schrieb: „Ein durch und durch sympathisches Projekt sind die „Holzhauser Musiktage“, dann meine ich das nicht nur wegen der hochkarätigen Musik, die dort Jahr für Jahr geboten wird, sondern auch weil ich Projekte dieser Art abseits der großen Kulturmetropolen einfach nur großartigen finde … Auch in der

BackCover1
Besetzung:
Julian Banse (sopran bei 04. – 10.)
Isabelle Faust (violine bei 11.)
Sebastian Hess (cello bei 15. – 18.)
Nikolai Lugansky (piano bei 12. – 14.)
Anneliese Nissen (piano bei 02.)
Christoph Poppen (violin be 04. – 10.)
Wolfgang Rieger (piano bei 04. – 10.)
Noreen Silver (cello bei 03.)
Phillip Silver (piano bei 03.)
Ingolf Turban (violine bei 15. – 18.)
Johannes Umbreit (piano (bei 15. – 18.)
Jörg Widmann (clarinet bei 04. – 10.)
Denes Zsigmondy (violin bei 01. – 03.)

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Titel:

Johann Sabastian Bach: Sonate Nr 1 In G-Minor, WMV 1001:
01. IV. Presto 4.00 (1995)

Ludwig van Beethoven: Sonatain A-Major For Violin and Piano (Kreutzer) op. 47:
02. III. Finale – Presto 7.03 (1986)

Joseph Haydn: Piano Trio in G-Major, Hob XV: 25
03. III. Rondo all´ongarese: Presto 3.39 (1987)

Jörg Widmann: Sieben Abgesänge auf eine tote Linde:
04. – 10. Sieben Abgesänge auf eine tote Linde 15.38 (1997)

Johannes Brahms: Violin Sonata No. 1 in G-Major, op 78:
11. III. Allegro molto moderato 8.24 (1994)

Sergei Rachmaninov: Etudes Tableaux, op. 33:
12. No. 6 in e-flat minor, Non allegro 1.39
13.  No. 8 in g-minor, Moderato 3.58
14. No. 9 in c-sharp-minor, Grave 2.44 (1989)

Ludwig van Beethoven: Trio Op. Nr. 1 No. 3 in C-Minor:
15. I. Allegro con brio 7.07
16. II. Andante cantible con variazioni 7.31
17. III. Menuetto, Quasi Allegro 3.44
18. IV. Finale. Prestissimo 6.00 (2007)

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Dieses kleine Festival auf dem Lande gibt´s immer noch: Hier die Künstler des Festivals 2018