Rainer Moritz – Wir Wirtschaftswunderkinder – 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland (2009)

FrontCover1So, da gibt es einen Autor namens Rainer Moritz:

Rainer Moritz wurde in Heilbronn am Neckar geboren. Er studierte Germanistik, Philosophie und Romanistik in Tübingen, wo er 1988 mit einer literaturwissenschaftlichen Studie über das Werk Hermann Lenz‘ promovierte. Von 1989 bis 2004 arbeitete er im Verlagswesen, zuletzt als Programmgeschäftsführer des Verlags Hoffmann und Campe. 2005 übernahm er die Leitung des Hamburger Literaturhauses.
Seit 1983 schreibt er Essays und Literaturkritiken, derzeit vor allem für die „Neue Zürcher Zeitung“, „Die Literarische Welt“, „Literaturen“, Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur. Regelmäßig übernimmt er Lehraufträge, zuletzt an der Universität Bamberg, und amtiert als Vize-Präsident der Marcel Proust Gesellschaft.
Doch er beschäftigt sich nicht nur mit Literatur, sondern lässt sich auch von dem beeinflussen, was der Alltag an kulturellen Phänomen heranträgt. Als ehemaliger Schiedsrichter befasst er sich mit dem Fußball auf unterschiedlichste Weise, nachzulesen etwa in den im Antje Kunstmann Verlag erschienenen Büchern »Vorne fallen die Tore« und »Abseits. Das letzte Geheimnis des Fußballs«.
Da er in seiner Jugend Sympathien für Mary Roos, Bernd Clüver und Nana Mouskouri hegte, schreibt er regelmäßig über die Kulturgeschichte des Schlagers (zum Beispiel in »Und das Meer singt sein Lied«, Marebuch). Und damit das alles unter einen Hut kommt, hat er zuletzt in »Ich Wirtschaftswunderkind. Mein famoses Leben mit Peggy March, Petar Radenkovic und Schmelzkäseecken« (Piper Verlag) das Lebensgefühl der Sechziger- und Siebzigerjahre nachgezeichnet, woraus sich die Idee zu diesem Feature entwickelte. Rainer Moritz lebt in Hamburg. (der-audio-verlag.de)

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Rainer Moritz

Wie glücklich waren wir damals: 2009 hat Rainer Moritz in „Wir Wirtschaftswunderkinder“ die Geschichte der Bundesrepublik als einzigartige Erfolgsstory erzählt. Mit dem Abstand von zehn Jahren wird deutlich, wie sehr sich die Gesellschaft seither verändert hat.

„Wir Wirtschaftswunderkinder“ wurde 2009 anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Bundesrepublik für den NDR produziert. Das Radiofeature erzählt in weniger als 60 Minuten die Geschichte Deutschlands von 1949 bis 2009. Und handelt dabei alle wichtigen Stationen der Nation ab: Wirtschaftswunder und Westbindung. Die Studentenunruhen und die Jahre der sozialliberalen Regierung. Helmut Kohls „Wende“ und die Wiedervereinigung. Rot-Grün und die Kanzlerschaft Merkels.

Nicht nur die politischen Stationen, auch das kulturelle und gesellschaftliche Leben kommt zur Sprache: Vom „Das Wunder von Bern“ über die in den „Capri-Fischern“ besungene Italiensehnsucht der Nachkriegsdeutschen bis hin zu kulinarischen Erfindungen wie dem Toast Hawaii. Das alles wird in einen suggestiven Erzählstrom eingebettet und dank vieler originaler Tondokumente lebendig.

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Das Skript stammt aus der Feder des Autoren Rainer Moritz, der seit 2005 das Literaturhaus Hamburg leitet. Moritz, der 1958 in Heilbronn geboren wurde, hat einen Großteil der BRD-Geschichte selbst erlebt und streut immer mal wieder eigene Erinnerungen ein, ohne sich dabei unangenehm in den Vordergrund zu drängen.

Der Schauspieler Matthias Brandt liest den einstündigen Text – und das ist aus zwei Gründen eine gute Wahl: Zum einen ist er ein herausragender Sprecher, der den Hörer unaufdringlich durch den Text geleitet. Zum anderen bekommt sein Vortrag durch seine eigene biografische Verstrickung eine besondere Note: Er ist der Sohn von Willy Brandt – der als Bundeskanzler der Jahre 1969 bis 1974 sowie als Architekt der Entspannungspolitik eine nicht unbedeutende Rolle in der hier erzählten Geschichte spielt.

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Für mich der zentrale Wendepunkt deutscher Außenpolitik: Die Jahre des Willy Brandt

Als Rainer Moritz 2009 dieses Feature anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Bundesrepublik schrieb, konnte er guten Gewissens ein positives Fazit ziehen: In den Jahrzehnten nach der Nazi-Barbarei hat sich Deutschland zu einem demokratischen Staat entwickelt, der seinen festen Platz in der europäischen Völkerfamilie eingenommen hat. Die BRD war wirtschaftlich eine einzige Erfolgsgeschichte, hat sich friedlich wiedervereint und auch die Demokratie schien damals gefestigt – von Schwarz-Gelb zu Rot-Grün zur großen Koalition gingen Regierungswechsel stets friedlich vonstatten.

Nichts ließ 2009 an der Stabilität der Republik zweifeln. Zehn Jahre später hat sich die Stimmung signifikant verschlechtert. Mittlerweile hat sich in Deutschland eine rechspopulistische Partei etabliert, die einige unserer Freiheiten und Rechte unter Beschuss nimmt. Das Land ist tief gespalten. Und auch außenpolitisch bröckelt die westliche Wertegemeinschaft, die durch den Aufstieg von Politikern wie Donald Trump oder Boris Johnson unter Beschuss gerät.

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„Wir Wirtschaftswunderkinder“ erinnert an eine glückliche Zeit, die noch nicht lange zurück liegt und doch wie eine Ewigkeit her erscheint. Heute ist klar: Die liberale Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie muss jeden Tag von Neuem erkämpft und verteidigt werden.

Dieses Radiofeature sei jedem interessierten Bürger ans Herz gelegt: Verständlicher und gleichzeitig unterhaltsamer kann man die deutsche Geschichte nicht aufbereiten.
Themen in diesem Artikel  (Carsten Heidböhmer, Der Stern, 28. November 2019)

Also ganz so euphorisch bin ich jetzt nicht. Auf der eine Seite ist es dem Autor durchaus gelungen, quasi im Zeitraffer 60 Jahre bundesdeutsche Geschichte auf unterhaltsame Weise zu präsentieren, das hat auch damit zu tun, dass man sich historischer Originalaufnahmen bediente:

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Ein wenig zu kurz kommt mir in dieser Präsentation, dass diese 60er Jahr Bundesrepublik Deutschland auch Jahre von massiven Konflikten war und damit meine ich nicht nur die sog. Generationskonflikte, die ihren Anfang spätestens in den 60er Jahre hatte.

Aber natürlich, was kann und soll oder gar muss man in einem solchem Hörbuch mit einer Laufzeit von gut 57 Minuten unterbringen ? Sympathisch auf jeden Fall, dass der Autor auch ein paar persönliche Anmerkungen, Anekdoten und Empfindungen beisteuert.

Wenn er z.B von einer „sorglosen“ Zeit spricht, so vertuscht er aber zu massiv, die Gescichte unserer Gesellschaft als eine Geschichte der Konflikte oder, darf man das heut noch sagen: als eine Geschichte der Klassenkämpfe ?

Dennoch: Als Einstieg in das Thema ein lohnendes Hörbuch.

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Besetzung:
Matthias Brandt (Sprecher)
Judith Rosmair (Sprecherin)
Stephan Schad (Sprecher)
+
Lutz Büchner (clarinet)
Marcio Doctor (keybopards, sampler)
Cesar Lerner (accordeon)

Regie und Redaktion: Ulrike Toma

Text: Rainer Moritz

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Titel:
01. Als ich geboren wurde 2.04
02. Die Wirtschaft kam ins Laufen 5.55
03. Camping war uns nicht gemäß 6.58
04. Der Onkel in Fürstenwalde 6.33
05. Der Kalte Krieg erwärmte sich 8.11
06. Leere Straßen 5.12
07. Deutschland im Ausnahmezustand 6.00
08. Osterglocken im Bundestag 6.36
09. Freudentaumel an der Mauer 5.42
10. Als die Zwillingstürme einstürzten 4.21

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Matthias Brandt – Psycho (Robert Bloch) (Hörbuch) (2010)

FrontCover1Keine Frage: Ein Klassiker der Filmgeschichte – Grundlage für diesen Hitchock Film war ein Roman:

Der Roman Psycho wurde 1959 von Robert Bloch veröffentlicht und zweimal verfilmt (1960 und 1998).

Mary Crane, eine Angestellte in einem Immobilienbüro, unterschlägt 40.000 Dollar ihres Arbeitgebers und ist auf dem Weg zu ihrem Verlobten, Sam Loomis, um ihm einen Teil des Geldes abzugeben, da er Schulden hat. Jedoch verfährt sie sich und kommt nachts bei einem Unwetter zu Bates Motel. Der Inhaber, Norman Bates, empfängt sie und erzählt ihr von sich und seiner Mutter. Mary geht in ihrem Zimmer duschen und Bates beobachtet sie durch ein Loch in der Wand. Bates ist betrunken und schläft ein. Der Duschvorhang wird von einer „alten verrückten Frau“ aufgerissen, die Mary mit einem Schlachtermesser den Kopf abschneidet. Als Norman wieder aufwacht, ist Mary bereits tot und er beseitigt die Leiche, das Auto und alle Spuren, die auf einen Mord hinweisen könnten, in einem angrenzenden Sumpf, um seine Mutter zu schützen.

Seitdem ist eine Woche vergangen und Lila, Marys jüngere Schwester, macht sich auf die Suche, um Mary zu finden, und besucht Sam. Auch Sam hatte sich Sorgen um Mary gemacht, da sie nicht auf seine Briefe antwortete. Kurz nach Lilas Eintreffen in Sams Laden kommt Milton Arbogast, ein Versicherungsinspektor, hinzu und verhört Sam und Lila wegen des gestohlenen Geldes und Marys aktuellem Aufenthaltsort.

Robert Bloch

Robert Bloch

Sam und Lila erzählen ihm, dass sie selbst Mary vermissen und nicht wissen, wo sie sei. Arbogast macht sich auf die Suche nach Mary und gelangt zu Bates Motel. Dort sieht er eine Frau im Fenster sitzen. Als er jedoch Norman verhört und auch seine Mutter befragen will, wird er ebenfalls umgebracht. Wie bei Mary wird Arbogasts Leiche samt seinem Wagen in den Sumpf gefahren. Norman versteckt seine Mutter im Obstkeller, damit sie keinen Unsinn mehr anstellt.

Lila und Sam warten vergeblich auf Arbogast und beschließen, den Sheriff zu informieren. Dieser glaubt jedoch nicht, dass Norman im Stande wäre, jemanden zu töten, und gibt sich keine große Mühe. Lila und Sam fahren auf eigene Faust zum Motel, geben sich als Paar aus und nehmen Marys Zimmer. Dort finden sie einen Ohrring und Blut. Lila soll zum Sheriff fahren, während Sam auf Norman aufpasst. Norman erzählt Sam, dass er seine Mutter, nachdem sie vergiftet wurde, ausgegraben und ausgestopft hat, weil er es nicht ertragen konnte, dass sie tot war. Außerdem berichtet er von dem Gespräch zwischen Lila und Sam, welches er belauscht hat, und sagt, dass Lila nicht weggefahren, sondern im Haus sei. Als Sam zu ihr will, schlägt Norman ihm eine Flasche auf den Kopf. Als Sam wieder zu sich kommt, sitzt der Sheriff bei ihm und sie hören Lilas Schrei. Lila hat das Haus durchsucht und ist im Keller angelangt, wo die mumifizierte Mrs. Bates liegt, und stößt einen Schreckenschrei aus. Norman erscheint auf der Treppe, geschminkt, in einem Spitzenkleid (als Mrs. Bates verkleidet), mit einem Messer in der Hand und will Lila töten, wird jedoch von Sam überrascht.

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Norman kommt in die Psychiatrie. Es stellt sich heraus, dass Norman unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung litt und drei Persönlichkeiten hatte: sich selbst, den jungen Norman und seine Mutter. Seine Mutter und sein Onkel Joe wollten heiraten, jedoch vergiftete Norman beide mit Strychnin (Rattengift), schrieb einen Abschiedsbrief seiner Mutter an sich und wurde ins Krankenhaus gebracht. Später bereute er es, seine Mutter vergiftet zu haben, grub sie aus, stopfte sie aus und trug sie mit sich herum wie eine Puppe. Als Norman Mary Crane ermordete, tat er es in einem Zustand, in dem seine Mutter von ihm Besitz ergriffen hatte, da „sie“ auf die Gefühle eifersüchtig war, die Norman für Crane empfand. Am Ende des Romans hat die Mutter komplett die Persönlichkeit Bates‘ übernommen. (Quelle: wikipedia)

Dieses Hörbuch (5 CD´s ) orientiert sich ausschließlich an der Romanvorlage.

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Die Aufmachung des Hörbuchs ist sehr gelungen. Das kleine Booklet ist interessant und kurzweilig zu lesen, aber vor allem muss dem Hörbuch 5 von 5 Punkten gegeben werden, da Matthias Brandt den Roman einfach gigantisch vorträgt. Bereits der Einstieg im Bates Wohnzimmer während der Regennacht ist mehr als fesselnd! Brandt liest nicht nur, er achtet in seinem Vortrag auf die kleinsten Nuancen aus Paranoia, Wahnsinn und Spannung und so schafft er es eine Atmosphäre zu erzeugen, die man als Kino im Kopf bezeichnen könnte und dabei wird der Hörer feststellen, die literarische Vorlage ist besser als der Hitchcock-Film! (Peter Wacker)

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Alfred Hitchcock erklärt der Schauspielerin Janet Leigh die legendäre „Duschszene“

Na ja, ganz so euphorisch bin ich nicht, aber was Matthias Brandt hier als Sprecher abliefert, ist schon mehr als bemerkenswert … von daher … Prädikat atemberaubend !

Und interessant ist dann noch zu realisieren, dass die Romanvorlage etliche weitere Facetten ausleuchtet, die bei einer Literaturverfilmung naturgemäß eben nicht gänzlich erfasst werden können, hier z.B. das Psychogramm der Mary Crane.

Aber Achtung: Laufzeit ca 344 min … da brauch tman ein wenig Zeit und Geduld ! aber das lohnt sich allemal.

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Besetzung:
Matthias Brandt (Sprecher)

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Titel:

CD 1:
01. Ansage – Norman Bates hörte das Geräusch
02. Er wollte ihr ins Gesicht schreien 8.57
03. Schon seit mehreren Minuten hatte es drauflosgeregnet 6.43
04. Du machst jetzt Urlaub 7.44
05. Mary hasste ihn 10.28
06. Suchen sie ein Zimmer ? 7.38
07. Mary klopfte aufs neue 10.21
08. Er verstummte 11.23

CD 2:
01. Kaum war Norman im Büro, fing er zu zittern an 8.58
02. Norman trank noch einen Schluck 10.10
03. Norman machte die Tür hinter sich zu 8.33
04. Draußen in der Finsternis 9.51
05. Er tat es fast mechanisch 11.44
06. Um Punkt 6 Uhr 9.39
07. Er nickte 6.06

CD 3:
01. Der graue Stetson lag auf dem Tisch 7.46
02. Also fuhr ich nach Norden 8.27
03. Aus dem Morgen wurde heute 7.18
04. Leila machte einen entspannten Eindruck 5.07
05. Draußen im Laden klingelte das Telefon 8.02
06. Am Sonnabendnachmittag rasierte sich Norman Bates 7.14
07. Am vorigen Sonntag hatte er natürlich hinten am Sumpfrand endlich aufgeräumt 6.29
08. Aber bis gegen vier Uhr ereignete sich nichts 11.11
09. Bestimmt nicht 11.17

CD 4:
01. Norman sah den älteren Herrn lächelnd an 9.00
02. Das sei es gewesen 8.17
03. Sam und Leila saßen im Hinterzimmer des Ladens 10.07
04. Als sie auf die Straße hinauskamen 9.56
05. Sam und Leila aßen im Hotel 11.25
06. Lange bevor Norman sie in die Zufahrt einbiegen sah 9.50
07. Der Mann trat an den Tisch heran 11.52

CD 5:
01. Einen Augenblick lang hoffte Sam 7.49
02. Eigentlich haben wir keinen Mangel an Aufregung 8.39
03. Leila ging die Stufen hinauf 9.40
04. Verdutzt hielt Leila inne 7.18
05. Leila machte kehrt und rannte die Treppe hinunter 7.36
06. Man benötigte fast eine Woche 6.02
07. Sam zündete sich eine Zigarette an 11.20
08. Das eigentliche Ende kam leise und still 5.52

CDs

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Und vor einiger Zeit ging Matthias Brandt mit einer Lesung von Psycho auf Tournee. Begleitet wurde er dabei von dem famosen Jazz-Pianisten Jens Thomas:

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Und diese Live-Lesungen mit musikalischer Begleitung sind noch erheblich stärker … da liest ein Brandt, der die psychisch kranke Persönlichkeit des Norman Bates bis in die letzten Winkel auslotet.

Und als Zugabe gab´s dann noch ne absolut schräge Fassung von „Highway To Hell“ !

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Roger Willemsen, Sofia Brandt, Matthias Brandt – Das müde Glück (Eine Geschichte von Hiob) (2012)

FrontCover1Basis für dieses Hörbuch ist ja eigentlich ein Kinderbuch, verfasst von Roger Willemsen und Kitty Kahane (Illustrationen):

Herr Hopp ist ein aller Welt wohlgesonnener Mensch. Er hat am Rande des Städtchens einen kleinen Zirkus mit Tieren, Artisten, Clowns und einem lustigen Papagei. Jeden Morgen führt er sein Dromedar spazieren, und jeden Morgen trifft er dabei auf Herrn Gottlieb. Der ist ein Griesgram,dessen Lieblingsbeschäftigung es ist, anderen die gute Laune zu vermiesen: seiner Frau Margarete, seiner Tochter Viola und eben auch dem herzensguten Herrn Hopp. So ist es Herrn Gottlieb ein gemeines Vergnügen, Herrn Hopp als Hiob zu enttarnen und tatsächlich: Mit dem Klarnamen Hiob kehrt das Glück dem Zirkusdirektor den Rücken zu. Seine Tiere sterben, seine Frau und seine Söhne verlassen ihn, er wird krank. Roger Willemsen erzählt in feinster Manier eine tragikomische Hiobsgeschichte für Kinder ab dem Grundschulalter. Seine heiter-weisen Sprachbilder ergeben mit den frechen Figuren von Kitty Kahane ein fulminantes Epos über die Wechselfälle des Lebens.

Buch

Das Buch zum Hörbuch

Hier die Hörspiel-Fassung mit Willemsen und Sofia und Mathias Brandt …

Herr Hopp ist ein froher Mensch, ein Glas-halb-voll-Mann, dem es mit seiner Zirkus-Menagerie „Hopps Welt“ immer wieder gelingt, Kinder und Erwachsene dem Alltag zu entreißen und selige Momente zu schaffen. Doch so viel Glück und Zufriedenheit macht ihn für seine Umwelt, vor allem für seinen Nachbarn, den Grantler Herrn Gottlieb, suspekt. Dessen Missgunst führt zur Enttarnung des sanften Zirkusdirektors. Wohl wissend um die Wirkung seines eigentlichen Namens Hiob, hatte er diesen kurzerhand geändert. Nun bricht sein Leben auseinander, es scheint, als müsse er sich in die Rolle seines Namenspatrons als Unglücksbote fügen.

Willemsens Miniatur ist eine hübsche Parabel auf das Leben und den Umgang mit Glück. Sein Vortrag ist wendig und spielfreudig, seine intime Textkenntnis tut ein Übriges. Unterstützt vom großartig wankenden Matthias Brandt als geschundenen Zirkusdirektor und Sophia Brandt, die die höchst unterschiedlichen Gattinnen der beiden Kontrahenten stimmig hinzufügt, entsteht ein kleines Kunstwerk. Ulrich Tukurs stimmungsvolle Musik, der man gerne noch etwas länger gelauscht hätte, komplettiert dieses wirklich schöne, wenngleich etwas teure Hörbuch. (Quelle: buecher-magazin.de)

Sofia Brandt

In der Tat: ein wirklich beeindruckendes Hörbuch … und natürlich muss ich ein wenig über den Roger Willemsen ein paar Worte verlieren:

Roger Willemsen, geboren 1955 in Bonn, gestorben 2016 in Wentorf bei Hamburg, arbeitete zunächst als Dozent, Übersetzer und Korrespondent aus London, ab 1991 auch als Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis in Gold, den Rinke- und den Julius-Campe-Preis, den Prix Pantheon-Sonderpreis, den Deutschen Hörbuchpreis und die Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft. Willemsen war Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin, Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins und stand mit zahlreichen Soloprogrammen auf der Bühne. Zuletzt erschienen seine Bestseller „Die Enden der Welt“, „Momentum“ und „Das Hohe Haus“.

So gut mir das Hörspiel auch gefällt … ob Kinder ab 8 Jahren damit was anfangen können … ich mag es in Frage stellen.

Von daher eher etwas für ältere „Kinder“ … sehr empfehlenswert !

Und der Ulrich Tukur spielt melancholische Melodien …

ImStudio

Den dreien scheint es im Studio Spaß gemacht zu haben ….

Besetzung:
Matthias Brandt
Sofia Brandt
Roger Willemsen
+
Ulrich Tukur (piano, accordeon)

Erläuterung

Titel:
01.  Es kommt der Tag… (Teil 1) 3.45
02.  Es kommt der Tag… (Teil 2) 4.56
03.  Es kommt der Tag… (Teil 3) 3.06
04. Am Nachmittag besuchte Herr Gottlieb 5.56
05. Als er in der Nacht heimkehrte 5.33
06. So fing denn sein Unglück an… (Teil 1) 3.24
07. So fing denn sein Unglück an… (Teil 2) 3.13
08. So fing denn sein Unglück an… (Teil 3) 3.25
09. So fing denn sein Unglück an… (Teil 4) 3.17
10. So fing denn sein Unglück an… (Teil 5) 3.02
11. Dennoch rappelte er sich wieder auf 3.49
12.  An einem Abend 3.04

Text: Roger Willemsen

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