Verschiedene Interpreten – Lachkabinett (1979)

FrontCover1Mit dem Humor ist es so eine Sache.

Der eine oder andere kann sich über den einen oder anderen Humoristen köstlich amüsieren, während dem anderen sich der Humor einfach nicht erschließt.

Ich zähle zur jenen Spezies, die den sog. „schrägen“ Humor mehr als zu schätzen weiß. Und überraschenderweise hatten die „alten“ Humoristen früherer Jahrzehnte jede Menge von diesem schrägen Humor zu bieten … und dieser Sampler von K-tel bietetet etliche Beispiele, die zur Gattung des schrägen Humors gezählt werden dürfen.

Da ist der Peter Frankfeld mit seiner Schildungerung „seiner“ Zeit bei dem Barras (ein Beitrag, den man durchaus subversiv nennen kann).

Heinz Erhardt, war eh ein genialer Sprachverdreher, Walter Reichert scheint mir heute ziemlich vergessen zu sein (was eigentlich ne Schande ist). Die Österreicher Fritz Muliar, Helmut Qualtinger und Hans Moser (sein „Der Dienstmann“ ist längst ein Klassiker) waren jemals in ihrem Metier unschlagbar …

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Karl Valentin und Liesl Karlstadt

Aus der Abteilung boarisch/müchnerischer Humor hören wir den Weiß Ferdl, den Fritz Straqssner (beide kann man immer wieder mal hören) und die legendären Karl Valtentin/Lisl Karstadt und dann noch den damaligen Jungspund den Fredl Fesl, der für die humoristischen Szene in Bayern wirklich eine Bereicherung war.

 

Und es gab für mich auch neues zu entdecken: Ernst Waldbrunn (noch so ein Österreicher) war mir bisher völlig unbekannt und glänzt auf dieser LP als „Portier“ im Hotel Meran.

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Titel:
01. Peter Frankenfeld: Etwas über Ballistik 4.22
02. Heinz Erhardt: Schalk im Nacken – Frisch vom Rill, Teil 1  4.19
03. Wilhelm Bendow und Franz-Otto Krüger: Auf der Rennbahn 4.03
04. Wilhelm Reichert und Oscar Heiler: Der Zeuge 7.10
05. Fritz Muliar: Fremdenverkehr 0.40
06. Ernst Waldbrunn: Hier spricht der Portier 7.05
07. Hans Moser: Der Dienstmann 6.33
08. Fritz Muliar: Der Verdacht 0.22
09. Weiß Ferdl: Linie 8   9.27
10. Fritz Strassner: Ein Münchener im Himmel 8.56
11. Fritz Muliar: Die Folianten 2.01
12. Helmut Qualtinger und Gerhard Bronner: Travnicek im Urlaub 1.53
13. Karl Valentin und Liesl Karlstadt: Im Schallplattenladen  3.12
14. Fritz Muliar: Am Totenbett 1.49
15. Heinz Erhardt: Schalk im Nacken – Frisch vom Rill, Teil 2   4.32
16. Fredl Fesl: Fußball-Lied 2.11

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Verschiedene Interpreten – Glasl vor´m Aug´(Vienna Midnight Cabaret) (1957)

FrontCover1Und jetzt ein wahres Schmankerl aus den der Wiener Kabarett-Szene der 50er Jahre … ein Schmankerl, das sich gewaschen hat … ob der Hinterfotzigkeit der Texte.

Rafael Wagner über diese Jahres des Kabaretts in Wien:

„Nach dem Zweiten Weltkrieg nimmt der musikalische Anteil eine noch nie da gewesene Qualität
an.
Zeitgleich mit den neuen Aufnahme-und Verbreitungsmöglichkeiten der Medien –Schallplatten und Fernsehsendungen –erreicht das Kabarett ungeahnte Erfolge und eine Verbreitung, wie es sie noch nie in diesem Genre gegeben hat (Hilscher 2003, S. 928-929).

In den 1950er Jahren, die auch als die Goldene Zeit des Kabaretts bezeichnet wird, sind diese Erfolge zum großen Teil einer Gruppe zuzuschreiben, welche bis heute das  Namenlose Ensemble genannt wird. Neben anderen, sich abwechselnden Teilnehmern sind berühmte 3 Kabarettisten wie Helmut Qualtinger und Carl Merz ein fixer Bestandteil diese Gruppierung.

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Bronner spielt Klavier, Peter Wehle steht daneben

Mit ihren Liedinterpretationen, Sketches und Conférencen gestalten sie Erfolgsprogramme wie Glasl vor’m Aug (1957), Spiegel vor’m Gesicht(1958) oder  Dachl über’m Kopf (1959) erheblich mit. Zuständig für die Musik sind jedoch zum größten Teil Gerhard Bronner, Peter Wehle und Georg Kreisler, die eine Vielzahl an Kabarettliedern schreiben, welche sich teils sogar weit über den Kabarettbühnenrand hinaus verbreiten und sich – auf Schallplatte gepresst – bis über hunderttausend Mal verkaufen (Bronner
1995, S.21).

Auch wenn für das Kabarett –  oder nach dessen Theorie – unter anderem eine gewisse Aktualität obligatorisch ist und ihm deswegen der Hang zur Kurzlebigkeit zugeschrieben wird, gelten die oben genannten auch heute noch als DIE österreichischen Musikkabarettisten schlechthin. Mit ihren Tätigkeiten als Liederschreiber, Barbesitzer oder Radiosendungsgestalter haben sie sogar einen maßgeblichen Einfluss auf die österreichische Popularmusik – Szene.

HelmutQualtingerSingle1957

Helmut Qualtinger Single „Weil mir so fad is“ (1957)

„Das Gift Georg Kreislers […] und die intelligente jüdische Weiterführung der Tradition durch Bronner und Wehle boten Ventile. Und es entstand, was als Austropop später kurze Zeit europäische Bedeutung erhalten sollte“ (Flotzinger/Gruber 1995, S.255)

Bronner und Wehle pflegen eine lange und produktive Freundschaft über viele
Jahre, in denen sie als Duo tausende (sic!) von Liedern komponieren, Welttourneen
bestreiten und im Fernsehen und im Radio tätig sind. Auch wenn der dritte der oben
erwähnten grundsätzlich in den selben Tätigkeitsbereichen zur selben Zeit vergleichbar eifrig und erfolgreich ist, unterscheiden sich jedoch Wertvorstellung und Anspruch zu sehr, was die Zusammenarbeit dieser drei Künstler nur eine von kurzer Dauer werden lässt. Kurz NACHDEM diese begann und kurz BEVOR sie wieder endete, wird jedoch zusammen eine zweiteilige Schallplattenreihe aufgenommen, in der alle drei Musikkabarettisten einen Teil ihrer damaligen, eigens komponierten Kabarettlieder zusammenfassen:

Vienna Midnight Cabaret(1957) und Vienna Midnight Cabaret II (1958).
So unterschiedlich oder parallel ihre Lebenswege bis zu und nach diesen Aufnahmen
auch gewesen sein mögen: Hier wurde ein (=sechs) Stück Zeit – und  Musikkabarettgeschichte festgehalten, in denen drei der bedeutendsten Kabarettisten und Kabarettliederschreiber der späten 1950 Jahre ihr Werk in Form von insgesamt 50 Liedern präsentieren.  (aus der Diplomarbeit „Musik und Humor – Bronner + Kreissler – Wehle“, 2013)

Kreissler&Co

Georg Kreisler, Carl Merz, Gerhard Bronner und Helmut Qualtinger

Dringendste Hörempfehlug meinerseits: Bitterböse Texte z.B. über die heilige Kuh „Auto“ über die Nacktposen von manchen Frauen auf den Herrenmagazines …

Und es fällt auf, dass die mitwirkende weibliche Künstlerin, Louise Martini sowas von keck zu Werke gehen … ein Genuss !

Und auch musikalisch hat man sich jede Menge einfallen lassen …

Wie gesagt: wahres Schmankerl aus den der Wiener Kabarett-Szene der 50er Jahre !

Louise Martini

Louise Martini

Besetzung:

Gerhard Bronner – Georg Kreisler – Martini – Carl Merz – Helmut Qualtinger – Peter Wehle
+
Orchester des intimen Theaters, Wien unter der Leitung von Kurt Werner
+
Kurt Werner (piano bei 05. – 07.)

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Titel:
01. …Weil mir so fad is (Freizeit die ich meine) (Bronner) 5.35
02. Das becoverte Girl (Kreisler/Bronner) 11.21
03. Der Kreisverkehr (Perpetuum Automobile) (Bronner/Wehle) 6.08
04. Der dialektische Materialismus-Rock (Bronner) 3.14
05. Der Jedermann-Kollapso (Bronner) 2.54
06. Die alte Engelmacherin (Bronner) 5.01
07. Einen Juke will er sich machen (Die Musikbox) (Wehle) 5.47

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