Concertgebouw Orchester Amsterdam -Symphonie Nr. 1 (Linzer Fassung) (Anton Bruckner) (1972)

FrontCover1.JPGVom Anton Bruckner und seiner 1. Symphonie war hier noch nicht die Rede … Zeit wird´s also, denn diese Symphonie erhält von mir das Prädikat furios:

Die Sinfonie Nr. 1 c-Moll (WAB 101) von Anton Bruckner ist eine Sinfonie in vier Sätzen.

Bruckners 1. Sinfonie entstand in den Jahren 1865/66, als der Komponist am Linzer Dom als Domorganist angestellt war. Uraufgeführt wurde das Werk unter seiner eigenen Leitung am 9. Mai 1868, einige Monate bevor er nach Wien übersiedelte. Die Aufführung, die übrigens von Bruckners späterem Feind Eduard Hanslick durchaus positiv rezensiert wurde, geriet zwar zu einem Achtungserfolg, konnte allerdings für die spätere Laufbahn des Komponisten nichts bewirken. Dies war wohl auch im Anschluss mit ausschlaggebend für den Umzug aus der Provinz in die Hauptstadt der k. u. k. Monarchie. Als sich in der zweiten Hälfte der 1880er Jahre die Musik Bruckners mit der siebenten Sinfonie allmählich auch international durchsetzen konnte, fanden auch die früheren Sinfonien mehr Beachtung. So war es nicht verwunderlich, dass der Dirigent Hans Richter, einer der entschiedensten Förderer des Komponisten, bei Bruckner nach dem Aufführungsmaterial der Ersten anfragte. Bruckner sagte zwar zu, entschied sich allerdings auch, das seit der Uraufführung nicht mehr gespielte Werk noch einmal zu überarbeiten. In dieser Neufassung erklang die Sinfonie am 13. Dezember 1891. Zwei Jahre später wurde sie in Druck gegeben und gehört seitdem zum Standardrepertoire der Orchester.

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Anton Bruckner

Hermann Levi hingegen wollte Bruckner von einer Neubearbeitung abhalten, er hielt die Linzer Fassung für ausgezeichnet. Bis zum Druck, im Rahmen der Bruckner Gesamtausgabe (1935), war die Linzer Fassung unbekannt. Franz Schalk – der der Idee einer Gesamtausgabe zumindest sehr kritisch gegenüberstand – forderte aber schon 1927 deren Veröffentlichung. (Max Auer, «Anton Bruckner Sein Leben und Werk» S. 508)
Die Fassungen

Die Entstehungsgeschichte zeigt, dass es von der ersten Sinfonie zwei verschiedene Fassungen gibt, die im Gegensatz zu anderen Bruckner-Sinfonien ausschließlich vom Komponisten ohne Fremdeingriffe erstellt wurden. Sie werden nach ihren Entstehungsorten als „Linzer Fassung“ (1866) bzw. „Wiener Fassung“ (1891) bezeichnet, wobei anzumerken ist, dass die Linzer Fassung in Wien 1877 kleineren Retuschen unterzogen wurde. Während die Wiener Fassung seit den 1890er Jahren gedruckt vorlag, wurde die Linzer erst in den 1930er Jahren wiederentdeckt und im Rahmen der Bruckner-Gesamtausgabe durch Robert Haas 1935 herausgegeben. Beide Fassungen haben einen sehr ähnlichen Formverlauf. Die Unterschiede betreffen im Wesentlichen die Instrumentation sowie Details in der Verarbeitung der thematischen Gedanken: So konstruiert Bruckner im dritten Satz der Wiener Fassung – einmalig in seinem Schaffen – eine Überleitungspassage vom Trio zur Reprise des in der Linzer Fassung klar abgetrennten Scherzos.

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In der Konzertpraxis wird die insgesamt lebhaftere (von Bruckner deshalb als sein „keckes Beserl“ [ein freches Frauenzimmer] bezeichnete) Linzer Fassung eindeutig vorgezogen, was oft mit dem Argument gerechtfertigt wird, dass hier die ursprünglichen Intentionen Bruckners dokumentiert vorlägen. Außerdem verfälsche die Wiener Fassung – immerhin 25 Jahre und sieben Sinfonien später hergestellt – den Charakter dieses Frühwerkes. Die Befürworter der Wiener Fassung halten dagegen, dass diese den „letzten Willen“ des Komponisten dieses Werk betreffend darstelle und die inzwischen gesammelten kompositorischen Erfahrungen die Qualität der Sinfonie heben. Dennoch haben beide Fassungen jeweils ihre speziellen Vorzüge und geben auch einen guten Einblick in Anton Bruckners Entwicklung als Sinfoniker. Die Spieldauer der Sinfonie beträgt etwa 50 bis 55 Minuten.

(In der unten stehenden Werkbeschreibung wird von der Linzer Fassung ausgegangen.)

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Zur Musik:
Erster Satz: Allegro

Der erste Satz (c-Moll, 4/4-Takt) basiert, wie bei Bruckner bereits seit der f-Moll-Sinfonie üblich, auf drei Themen. Er beginnt leise über tappenden Bässen mit einem marschähnlichen Hauptthema in den Violinen, das bald unter Hinzunahme weiterer Instrumente zum Fortissimo gesteigert wird. Nach nochmaligem Ansetzen des Themas löst sich die Marschrhythmik in ruhige Achtelbewegung auf, und Holzbläser und Hörner leiten zum zweiten Thema über. Obwohl hier noch deutlich eine Melodiestimme dominiert, zeigt es bereits Bruckners typischen Gesangsthemenstil auf, in dem sich mehrere überlagernde thematische Figuren zu einem Thema zusammenfinden. Das sofort kraftvoll einsetzende dritte Thema wird im Wesentlichen von einem Motiv dominiert, das bereits den Rhythmus des Finale-Hauptthemas vorwegnimmt. Es wird von einem wuchtigen, fortissimo von den Blechbläsern vorgetragenen Gedanken beschlossen. Die pianissimo beginnende Durchführung verarbeitet zunächst dieses Thema. Nachdem damit ein erster dynamischer Höhepunkt erreicht ist setzen rhythmische Figuren, die an das erste Thema erinnern, ein. Alsbald erscheint es auch selbst, woraufhin es in seine einzelnen Elemente gespalten wird, deren wechselvolle Verarbeitung den Rest dieses Formteils beherrscht. Die Durchführung endet mit einer kurzen Reminiszenz an das dritte Thema. Die leicht variierte Reprise entspricht im Großen und Ganzen in ihrem Ablauf der Exposition. Das dritte Thema leitet nahtlos in die stürmische Coda über, welche nach einem kurzen Ruhepunkt das Kopfmotiv des Hauptthemas steigernd wieder aufnimmt und den Satz nach einer kanonisch geführten Passage in hämmernden c-Moll-Klängen abschließt.

WDR Sendungen

In der Präsentation enthalten: Eine Radiobeitrag über diese Symphonie (WDR)

Zweiter Satz: Adagio
Das Adagio (As-Dur, 4/4-Takt) besitzt noch nicht den formalen Aufbau A-B-A′-B′-A″, den Bruckner in späteren Sinfonien (mit Ausnahme der dritten und sechsten) immer wieder variiert verwenden wird, sondern läuft nach dem Schema A-B-C-A′-B′ ab. Das erste Thema (A) setzt in Hörnern und tiefen Streichern ein. Eigentlich ist es weniger ein geschlossenes Thema, als eine Ansammlung diverser miteinander verbundener Motive, die abwechselnd von verschiedenen Instrumentengruppen beleuchtet werden. Nach mehreren Einsätzen dieses Themas folgt das zweite Thema (B), das im Vergleich dazu wesentlich geschlossener anmutet. Eine gewisse Verwandtschaft zum zweiten Thema des Kopfsatzes ist festzustellen. Es steigert sich allmählich zu einem Einsatz des vollen Orchesters. Im Anschluss beginnt der Mittelteil des Satzes, der sich von den Eckteilen durch seinen ¾-Takt abhebt. Er wird beherrscht durch ein sehr gesangliches Thema (C), das im weiteren Verlauf immer stärker von Sechzehntelfiguren begleitet wird, die sich schließlich verselbstständigen und den Taktwechsel bei der Reprise des ersten Themas (A′) kunstvoll verschleiern. Selbiges gelangt durch Beibehaltung der Begleitfiguren zu stärkerem Zusammenhalt als zuvor. Das zweite Thema (B′) führt wiederum zu einem Höhepunkt, der aber gegenüber dem im ersten Satzteil wesentlich breiter ausgeführt ist. Anschließend löst sich die Melodie in Dreiklangsbrechungen auf und sanfte Dur-Akkorde beenden im Pianissimo den Satz.

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Dritter Satz: Scherzo. Schnell
Gleich der Fortissimo-Beginn im Orchestertutti betont den wilden und hitzigen Charakter des Scherzos (g-Moll, ¾-Takt). Es basiert auf zwei Themen, die nach Art eines einfachen Sonatensatzes verarbeitet werden. Die Thematik des verhaltenen Trios (G-Dur) besteht aus Hornrufen, die von den Streichern meist mit Achteln im Staccato begleitet werden. Das Hauptthema des Finalsatzes klingt kurz an. Auf den Übergang vom Trio zur Scherzo-Reprise in der Wiener Fassung wurde bereits hingewiesen. Dem Da Capo des Scherzos fügt Bruckner noch eine kurze, furiose Coda an, die in G-Dur ausklingt.

Vierter Satz: Finale. Bewegt, feurig
Das Finale (c-Moll, 4/4-Takt), der längste Satz der ersten Sinfonie, ist der einzige Schlusssatz einer von Bruckner als „giltig“ bezeichneten Sinfonie (vom vierten Satz der f-Moll-Sinfonie abgesehen überhaupt der einzige sinfonische Finalsatz Bruckners), der nicht im Pianissimo, sondern sofort laut anhebt. Das Hauptthema trägt Züge einer Fanfare und ist folglich wie das entsprechende Thema im Kopfsatz stark rhythmisch gehalten. Sein vorwärts drängender Charakter wird noch unterstützt von den wilden Streicherfiguren, die es begleiten. Auch im Finale setzt das Hauptthema zweimal an, bevor eine relative Beruhigung eintritt und Triller zum zweiten Thema überleiten. Seine charakteristischen Merkmale sind der Auftakt zu Beginn und der Triller am Schluss. Das dritte Thema erinnert wieder stark an seine Entsprechung im ersten Satz.

Die Durchführung setzt leise ein und verarbeitet zuerst das Hauptthema, das jetzt deutlich melodischer wirkt. Sein rhythmischer Charakter wird allerdings kurz darauf umso wirkungsvoller wieder ausgespielt, das Thema zunehmend auf sein Kopfmotiv reduziert. Es folgt die Verarbeitung des zweiten Themas, in deren Verlauf sich das Trillermotiv immer stärker herausschält. Diese Episode wurde in der Wiener Fassung erweitert.

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Die Triller leiten zu einem wilden, fugatoartigen Teil über, der sich der Motive aus dem dritten Thema bedient und sich zum Schluss in ostinate Figuren fest rammt. Eine kurze Überleitung führt zur Reprise des Hauptthemas in C-Dur. Die Übergänge zwischen den Themen sind hier stark verkürzt. Die Coda steigert das Hauptthema über einem Streicherostinato zum breiten Abschluss im glänzenden C-Dur-Fortissimo des vollen Orchesters. In der Wiener Fassung wurde in Anpassung an die Schlüsse der späteren Sinfonien die zuvor im schnellen Tempo des Finales gehaltene Coda durch mehrere Ritardandi deutlich verlangsamt. (Quelle: wikipedia)

Hier hören wir dieses Werk in einer Einspielung mit dem alt-ehrwürdigem Concertgebouw Orchester Amsterdam …

Genug der Worte … man lausche entzückt … denn die haben sich mächtig ins Zeug gelegt.

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Besetzung:
Concertgebouw Orchester Amsterdam unter der Leitung von Bernhard Haitnik

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Bernhard Haitnik

Titel:
01. Allegro – Molto – Moderato 12.00
02. Adagio 13.13
03. Scherzo. lebhaft 8.53
04. Finale – Bewegt und feurig 12.40
+
05. Die Urauführung der 1. Symphonie am am 09.05.1868 (WDR Zeitzeichen 2018) 14.29

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Weihnachten 2018 (03): Verschiedene Interpreten – Gloria In Excelsis Deo (1966)

FrontCover1.JPGEigentlich nur ne halbe Weihnachts-LP, denn nicht alle dieser Kompositionen wurden explizit für das Weihnachtsfest komponiert. Auch sog. „Krönungsmessen“ waren Anlass für die kompositionen.
Aber wir hören diverse „Gloria“ Kompositionen von namhaften Komponisten der klassischen Musik.

Es gibt wahrlich berufenere Geister, die sich über die Qualität dieser Kompositionen und die jeweiligen, hier zu hörenden Interpretationen äußern können.

Aber zumindest die Aufführungen des Münchener Bach-Chor und des Münchener Bach-Orchester unter der Leitung von Karl Richter) scheinen mir zeitlose Referenzaufnahmen zu sein.

Aber allen Aufnahme sind in ihrer Wirkung wuchtig, vehement und fulminant … selten hat man so geballt die Kraft klassischer Chöre zu hören und zu spüren bekommen.

Da kann man dann schon mal ne Gänsehaut bekommen.

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Titel:

Münchener Bach-Chor, Münchener Bach-Orchester (Ltg.: Karl Richter):
01. Gloria – Chor Nr. 4 aus der Messe in h-Moll, BWW 232 (Bach) 6.51
02. Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn – Chor Nr. 3 aus „Der Messias“ (Händel) 3.21
03. Ehre Sei Dir, Gott – Chor Nr. 43 aus dem Weihnachts-Oratorium, BWW 248 (Bach) 6.50

Chor und Sinfonie-Orchester Des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Eugen Jochum):
04. Gloria – Chor aus der Missa Sanctae Caeciliae (Cäcilien-Messe) (Haydn) 2.51

Maria Stader, Oralia Dominguez, Ernst Haefliger, Michael Roux, Choeurs Elisabeth Brasseur, Orchestre Des Concerts Lamoureux (Ltg.: Igor Markevitch):
05. Gloria – Chor aus der Messe Nr. 14 C-Dur, KV 317 „Krönungsmesse“ (Mozart) 4.03

Karl Kohn, Chor und Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks (Ltg.:  Rafael Kubelik):
06. Gloria – Chor aus der Messe in tempore bell – „Paukenmesse“ (Haydn) 10.42

Szecsődy Irén, Tiszay Magda, József Simándy, András Faragó, Chor und Orchester der Krönungskirche Budapest (Ltg.: János Ferencsik):
07. Gloria – Chor aus der Ungarischen Krönungsmesse (Liszt) 7.21

Maria Stader, Claudia Hellmann, Ernst Haefliger, Kim Borg, Chor und Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Eugen Jochum Gloria):
08. Chor aus der Messe Nr. 3 f-mollac (Bruckner)

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Bergedorfer Kammerchor – Deutsche Messe (Schubert) + Messe in E-moll (Bruckner) (1973)

FrontCover1Passend zu einem Sonntag … Zwei klassische Werke, komponiert, um im Rahmen einer Messe aufgeführt zu werden.

Die so genannte Deutsche Messe (Originaltitel: „Gesänge zur Feier des heiligen Opfers der Messe“, D 872) ist ein geistliches Musikwerk des Komponisten Franz Schubert aus dem Jahre 1826.

Das Werk wurde von dem Professor an der Wiener Technischen Hochschule Johann Philipp Neumann, der auch die Texte verfasste, in Auftrag gegeben. Von Schubert selbst gibt es zwei Fassungen, eine für vierstimmigen gemischten Chor mit Orgel sowie eine weitere, die zusätzlich je zwei Oboen, Klarinetten, Fagotte, Hörner und Trompeten, sowie drei Posaunen, Pauken und einen Kontrabass vorsieht. Daneben gibt es mehrere Bearbeitungen von Schuberts Bruder Ferdinand, darunter eine für drei Knabenstimmen mit Orgel sowie eine für vier Männerstimmen ohne Begleitung. Verbreitung gefunden hat das populäre Werk aber durch eine Vielzahl weiterer Bearbeitungen, die häufig auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Pfarrgemeinden zugeschnitten wurden.

Ihren Namen hat die Deutsche Messe daher, dass sie, anders als die meisten geistlichen Werke der Zeit, die deutsche Sprache verwendet. Dies sowie die sehr freie, assoziative und romantisierende Übertragung und Interpretation des liturgischen Textes (s. u.) führte zur anfänglichen Ablehnung des Opus durch das Wiener Erzbischöfliche Konsistorium, erlangte jedoch bald weite Popularität, insbesondere durch die Verbreitung der deutschen Bet- und Singmesse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Gesänge der Deutschen Messe sind im kirchlichen Alltag, insbesondere in Österreich und in Süddeutschland, bis zum heutigen Tag sehr verbreitet und populär. Einzelne Lieder aus der Messe sind im Stammteil des katholischen Gebets- und Gesangbuches Gotteslob enthalten, nämlich Wohin soll ich mich wenden (GL 145), Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe (GL 413) und Heilig, heilig, heilig ist der Herr (GL 388); die vollständige Messe ist in mehreren Regionalanhängen des Gotteslob abgedruckt, so z. B. in der österreichischen Ausgabe unter der Nummer 711.

Schubert

Textdichter J. P. Neumann und Komponist Franz Schubert

Musikalisch ist die Deutsche Messe von schlicht-eingängiger, diatonischer Melodik und gleichmäßiger Rhythmik geprägt; Modulation wird weitgehend vermieden, wodurch sie für jedermann leicht singbar ist. Ihre acht strophisch gehaltenen und homophon gesetzten Teile erinnern in ihrer schlicht-syllabischen Deklamation an den Gemeindegesang und verraten deutlich, dass ihr Schöpfer seinen Weltruhm insbesondere als Liedkomponist errungen hat. Dabei stützt er sich zudem eindeutig auf das Vorbild des Deutschen Hochamtes von Michael Haydn, eines Komponisten, den er sehr schätzte.
Text
Der Text stellt keine Übersetzung der tradierten lateinischen Vorlagen dar, sondern beruht vielmehr auf der Sammlung Geistliche Lieder für das heilige Messopfer des Auftraggebers J. P. Neumann aus dem Jahre 1826. Während die lateinischen Texte des katholischen Ritus großteils den Lobpreis Gottes in den Mittelpunkt stellen, rücken die Texte der Deutsche Messe eher den Menschen mit seinen irdischen Sorgen und Nöten ins Blickfeld und sollen auch als Messandachten dienen. (Quelle: wikipedia)

Und dann noch die die „Messe e-moll“ von Anton Bruckner:

Die Messe Nr. 2 in e-Moll für achtstimmigen gemischten Chor und Blasorchester ist ein musikalisches Werk des österreichischen Komponisten Anton Bruckner (WAB 27). Er komponierte in seinem Leben mehrere geistliche Werke, unter diesen geistlichen Werken befinden sich auch einige Messen, von denen drei nummeriert werden: d-Moll (Nr. 1), e-Moll (Nr. 2) und f-Moll (Nr. 3).

Die Messe in e-Moll entstand im Jahr 1866 anlässlich der Eröffnung der Votivkapelle des Linzer Doms und wurde am 28. September 1869 uraufgeführt. Da die Aufführung im Freien stattfand, musste Bruckner ein Bläserensemble verwenden, das damals von der örtlichen Militärmusik gestellt wurde.

Anton Bruckner

Anton Bruckner

Die Messe fußt stark auf altkirchlicher Musiktradition mit einer Thematik, die sich nachhaltig an die Intonation des gregorianischen Gesanges anlehnt. Die Messe erfordert einen bis zu achtstimmigen gemischten Chor und 13 Blasinstrumente in folgender Besetzung: 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen.

Verglichen mit den anderen Messen, ist es das heikelste seiner großen Chorwerke. Große Abschnitte sind ohne Begleitung zu singen und Bruckner fordert von den Singstimmen viele langsame, extrem anstrengende Passagen. Besonders das Sanctus, das a cappella beginnt, und das Bruckner besonders langsam wünschte, kann in der Tonhöhe leicht absinken, was beim Einsatz der Bläser (T. 26.) schmerzhaft bemerkt wird. Im Erstdruck wurden hier deshalb durchgängig Bläser hinzugezogen, was auch heute oft als Notlösung gemacht werden muss.

PartiturBruckner

Abweichend von der f-Moll-Messe, muss auch hier die Intonation zum Gloria und Credo vom Priester, einem Solisten oder einer Schola gesungen werden. Bruckner hatte diese Textzeilen nicht vertont. Das entspricht durchaus katholischer Tradition.

Der Erstdruck ließ den Chorsatz fast unverändert, die im Sanctus vorgenommene taktweise Vertauschung der Sopranstimmen ist sogar sehr sinnvoll; er nahm aber einige Veränderungen am Orchestersatz vor, die Bruckner nicht abgesegnet hatte.

Die beiden Ausgaben in Gesamtausgabe der zweiten Fassung sind fast identisch. Schon 1941 hatten Robert Haas und sein damaliger Assistent Leopold Nowak gemeinsam die Partitur herausgegeben. Die 1. Fassung legte Nowak erst 1977 vor. Sie wird aber nur sehr selten aufgeführt. Erwähnenswert ist die Orgelstimme von Vincenz Goller, die auch Chören ohne Bläser eine stilvolle Aufführung ermöglicht. Der Erstdruck ist nicht ganz in Praxis verschwunden, noch Fritz Rieger verwendete ihn gerne. (Quelle: wikipedia)

Bergedorfer Kammerchor

Der Bergedorfer Kammerchor — anno dazumal

Dargeboten werden beide Werke vom Bergedorfer Kammerchor:

Der Bergedorfer Kammerchor ist ein 1946 von Hellmut Wormsbächer gegründeter Kammerchor aus Hamburg, der seit 2003 von Frank Löhr geleitet wird. Der Chor hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins.

Hellmut Wormsbächer

Hellmut Wormsbächer

Die Chortätigkeit umfasst regelmäßige Konzerte mit Werken der weltlichen und geistlichen Chorliteratur. Es werden sowohl Konzerte aus vielen kürzeren Stücken als auch abendfüllende Kompositionen unter Mitwirkung von Orchester und Solisten aufgeführt, so beispielsweise im Jahr 2006 die Hohe Messe in h-Moll von J. S. Bach. Der Chor führt Konzertreisen in das In- und Ausland durch und nimmt an Wettbewerben für Chöre teil.

Die Leitung des Chores lag die ersten 55 Jahre des Bestehens in den Händen seines Gründers Hellmut Wormsbächer, der während dieser Zeit die Grundlage für eine ambitionierte Chorarbeit mit engagierten Laiensängern legte und diese stetig ausbaute. Zwei Jahre wurde der Chor anschließend von Tobias Brommann geleitet, der heute die Berliner Domkantorei betreut. Nach dessen Ausscheiden wurde 2003 Frank Löhr vom Chor mit dem Dirigat betraut. (Quelle; wikipedia)

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Mit James Last haben sie auch musiziert: Erinnerungsstück: Hellmut Wormsbächer zeigt die Biografie von James Last – mit einer persönlichen Widmung für den Bergedorfer Dirigenten.

Man muss diese Musik nun wahrlich nicht mögen … aufgrund meiner extrem katholischen Erziehung läst mich diese Musik jedoch alles andere als kalt … viele, vielleicht zuviele Erinnerungen steigen da in mir auf …  der kleine Riffmaster als Ministrant … und der bildet sich ein, die Schubert Messe im Rahmen eines Festgottesdienses gehört zu haben … damals noch innerlich sehr bewegt ob der „Heiligkeit dieser Musik.

Heute gefällt mir das Choralwerk von Anton Bruckner noch besser: transzendentale Musik, die man auch als Agnostiker genießen kann … an einem Sonntag wie diesem.

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Besetzung:
Bergedorfer Kammerchor unter der Leitung von Hellmut Wormsbächer
+
Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg

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Titel:

Franz Schubert: Gesänge Zur Feier Des Heiligen Opfers Der Messe (Deutsche Messe);
01. Zum Eingang: »Wohin soll ich mich wenden« 3.28
02. Gloria: »Ehre, Ehre Sei Gott In Der Höhe« 2.44
03. Zum Evangelium und Credo: »Noch Lag Die Schöpfung Formlos Da« 2.59
04.. Offertorium: »Du gabst, o Herr, mir Sein Und Leben« 1.29
05.. Sanctus: »Heilig, Heilig, Heilig« 2.48
06.. Nach der Wandlung: »Betrachtend deine Huld und Güte« 1.23
07.. Zum Agnus Dei: »Mein Heiland, Herr und Meister« 2.11
08.. Schlußgesang: »Herr, du hast mein Fleh’n vernommen« 1.55
09.. Anhang: »Anbetend deine Macht und Größe« 1.31

Anton Bruckner: Messe E-moll:
10. Kyrie 7.13
11. Gloria 6.21
12. Credo 9.03
13. Sanctus 3.01
14. Benedictus 5.29
15. Agnus Dei 4.35

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Bergedorf

Bergedorf ist übrigens ein Stadtteil von Hamburg