Anna Moffo – Meine Lippen, sie küssen so heiß (1969)

FrontCover1Jetzt mal ein internationaler Oper- und Operettenstar mit einer LP, speziell für den deutschen Markt produziert (d.h. die Operettenarien dieses Albums sind in deutsch eingesungen worden):

Anna Moffo (* 27. Juni 1932 in Wayne oder Philadelphia, Pennsylvania; † 9. März 2006 in New York City) war eine US-amerikanische Opernsängerin (lyrischer Sopran) und Schauspielerin.

Anna Moffo war die Tochter des italo-amerikanischen Schuhmachers Nicolas Moffo und seiner Frau Regina (Cinti). Daneben trat sie auch als Sängerin in Liederabenden, auf Hochzeiten, Beerdigungen und in Chören auf. Nach Angaben von Moffo wollten ihre Eltern, dass sie nach ihrem Schulabschluss katholische Nonne wird. Stattdessen gewann sie einen Freiplatz für eine vierjährige Ausbildung am Curtis Institute of Music in Philadelphia, nachdem sie die einzige Opernarie vorsang, die sie kannte: „Un bel di vedremo…“ aus Puccinis Madama Butterfly. Sie studierte dort zunächst Literaturgeschichte und Musik und kam 1953 zum Abschluss dieser Ausbildung nach Italien. Dort studierte sie an der Universität Perugia.

AnnaMoffo021954 nahm sie an einem Sängerwettbewerb des Philadelphia Orchestra teil, den sie auch gewann. Ihr Preis war ein Fulbright-Stipendium, mit dem sie nach Rom zur Accademia Nazionale di Santa Cecilia ging, um die italienische Sprache und Gesang zu studieren. Während dieser Zeit gehörte sie der italienischen Damen-Hockey-Nationalmannschaft an.

1955 gab sie als Norina ihr Operndebüt in Donizettis Don Pasquale in Spoleto. Ihren Durchbruch erlangte sie im nächsten Jahr, als sie die Hauptrolle in Puccinis Madama Butterfly für eine Fernsehübertragung gab, bei der Mario Lanfranchi Regie führte. Zugleich war Lanfranchi auch ein Produzent für die Schallplattenfirma RCA Victor und beim italienischen Fernsehen RAI. Bereits im selben Jahr machte sie auch erste Aufnahmen bei RAI (Madama Butterfly, La sonnambula, La figlia del reggimento und Falstaff). Moffo und er heirateten im Jahr 1957. Sie beklagte sich jedoch später in einem Interview darüber, dass er sie in den ersten vier Jahren ihrer Karriere in jeweils durchschnittlich zwölf neuen Rollen eingesetzt hatte.

1957 debütierte sie an der Mailänder Scala, am 10. August 1957 bei den Salzburger Festspielen sowie am 15. September 1957 an der Wiener Staatsoper als Nanetta in Verdis Falstaff unter dem Dirigat von Herbert von Karajan. An der Staatsoper trat sie als Gilda in Rigoletto, in der Titelrolle von Jules Massenets Manon, als Marguerite in Charles Gounods Faust, als Micaela in Georges Bizets Carmen, als Mimì in Giacomo Puccinis La Bohème sowie als Violetta in La traviata auf.

AnnaMoffo03Ihr Debüt in den USA gab Moffo 1957 in La Bohème an der Lyric Opera of Chicago. Am 14. November 1959 erfolgte ihr erstes Engagement an der Metropolitan Opera in New York als Violetta in La Traviata, die eine ihrer wichtigsten Rollen werden sollte.[4] Fast zwei Jahrzehnte blieb sie der Met treu und trat dort in 21 Partien auf, darunter Lucia, Gilda, Adina, Mimì, Liù, Marguerite, Nedda, Pamina, Juliette, Manon, Mélisande sowie die vier Frauen in Hoffmanns Erzählungen. Durch Überanstrengung der Stimme hatte sie Mitte der siebziger Jahre eine Stimmkrise, konnte aber 1976 ihre Karriere wieder aufnehmen.[7] In diesem Jahr hatte sie auch ihren letzten regulären Auftritt an der Metropolitan Opera. Zuletzt sang sie dort 1983 bei einer Gala.

Besonderer Hervorhebung bedarf ihre Rolle als Violetta Valéry in La Traviata, über die Michael Parouty resümierte: „Eine Zeit lang gehörte es zum guten Ton, eine Anna Moffo mit Herablassung zu betrachten: Starfigur und Kinokarriere, sinnlicher, glamouröser Gesang und eine Theatralik, die ihre Nähe zu Hollywood verriet. Doch unleugbar ist sie eine gewandte und intelligente Darstellerin der Violetta, ihr hintertriebener Charme ist nicht ohne Reiz, und ihre Stimme hat etwas wahrhaft Strahlendes.“

1964 und 1967 hatte sie ihre eigene TV-Show in Italien, die „Anna Moffo Show“. Sie wirkte in einigen Spielfilmen mit sowie in Opern- und Operettenverfilmungen: La Traviata (1968), Lucia di Lammermoor (1971), Die Csárdásfürstin, Die schöne Galathée.
1972 wurde sie von Lanfranchi geschieden und heiratete 1974 den früheren RCA-Präsidenten und Chef des TV-Senders NBC Robert Sarnoff, der 1997 starb.

Die Operndiva, die zuletzt in Manhattan lebte, starb nach Angaben ihrer Stieftochter Rosita Sarnoff an einem Schlaganfall. (Quelle: wikipedia)

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Hier also die deutschsprachige Sammlung von Hits auf der zauberhaften Welt der Operette …

Nun, mein bevorzugtes Metier ist das nun ganz sicher nicht … aber eins muss man der Dame lassen … Wie sie ihre Sopran-Stimme in schwindelerregende Höhe treiben kann … da bleibt einem schon die Spucke weg … mit einem Wort: atemberaubend !

Wie es allerdings dazu kam, dass diese ursprüngliche Telefunken-Produktion auch in Jugoslawien auf dem „Helidon“ Label erschien, entzieht sich meiner Kenntnis … interessant ist es dennoch.

Und der Blick auf die Hülle verrät, dass auch in dieser Welt der Klassik die Einflüsse von „flower-power“  durchaus bekannt waren.

Begleitet wird sie von einem Orchester, dem Hans Carste (der hat übrigens auch die Tagesschau-Melodie komponiert). Es muss sich um eine seiner letzten Arbeiten handeln, denn eigentlich hatte er sich schon 1967 vom aktiven Geschehen zurückgezogen und verstarb dann 1971.

Ich vermute jetzt aml ganz stark, dass diese Aufnahmen deutlich früher entstanden sind. Aber genaues weiß man (also: ich) nicht.

Hans Carste

Hans Carste

Besetzung:
Anna Moffo (vpcals)
+
Großes Orchester und Chor unter der Leitung von Hans Carste

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Titel:
01. Meine Lippen, sie küssen so heiß (aus „Giuditta“) (Lehar/Knepler/Löhner) 4.51
02. Heia, Heia in den Bergen ist mein Heimatland (aus „Csárdásfürstin“) (Kalman/Stein/Jenbach) 3.01
03. O habet acht (aus „Der Zigeunerbaron“) (Strauß/Schnitzer) 4.09
04. Frühlingsstimmen-Walzer (Strauß) 6.35
05. Csárdás (aus „Die Fledermaus“) (Strauß/Haffner/Genée) 4.11
06. Vilja-Lied (aus „Die lustige Witwe“) (Lehar/Leon/Stein) 5.55
07. Liebe, du Himmel auf Erden (aus „Paganini“) (Lehar/Knepler/Jenbach/Welleminsky) 3.01
08. Höre ich Zigeunergeigen (aus „Gräfin Marica“) (Kalman/Brammer/Grünwald) 5.13

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