Carsten Bohn’s Bandstand – Mother Goose Shoes (1978)

FrontCover1Keine Frage: Ein Urgestein bundesdeutscher Rockmusik:

Carsten Bohn (* 18. August 1948 in Hamburg, Spitzname CeBee) ist ein deutscher Musiker aus Hamburg und früherer Schlagzeuger der City Preachers sowie einer der Gründer der in den 1970er Jahren populären Band Frumpy. Bekannt ist er vor allem für seine Musik älterer Europa-Hörspiele.
Carsten Bohn bei einem Auftritt mit der Band Frumpy in Hamburg (1971)

Carsten Bohn betreibt das Plattenlabel BigNote-Records; sein Sohn Dennis Bohn ist der Produzent der deutschen Dance-Formation Brooklyn Bounce. Unter anderem betreibt Dennis das Plattenlabel Mental Madness Records.

Carsten Bohn komponierte von 1979 bis 1983 98 Musikstücke für das Miller-International-Label Europa, von denen 78 Kompositionen in deren bekannten Hörspielserien (Fünf Freunde, TKKG, Die drei ???, H. G. Francis Die Gruselserie (neonfarbene), Larry Brent, Macabros, Flash Gordon, Edgar Wallace, Die Funk-Füchse, Pizzabande u. a.) verwendet wurden. Carsten Bohn singt das Titellied der Fünf-Freunde-Hörspielserie („Wir sind die Fünf Freunde, Julian und Dick, Anne und George …“).

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Carsten Bohn bei einem Auftritt mit der Band Frumpy in Hamburg (1971)

1986 wurde recherchiert, dass auf 172 Hörspielen von Europa die Musik von Carsten Bohn zu hören ist (insgesamt 2006 Sequenzen mit einem Durchschnitt von 3:38 min. pro Folge).

2008 komponierte Carsten Bohn exklusiv neue Hörspielmusik für das Hörspiel-Label canora media und deren Umsetzung der Heftromanserie Professor Zamorra aus dem Hause Bastei-Verlag.

Die Musikstücke wurden von Europa damals u. a. unter dem von Miller International geschaffenen Pseudonym Bert Brac veröffentlicht. Weitere von Miller International geschaffene Sammelpseudonyme sind Ralph Bonda, Phil Moss und Betty George. Diese Pseudonyme wurden auch von Heikedine Körting und Andreas E. Beurmann genutzt.

Seit 1988 streiten Carsten Bohn und Sony BMG als Nachfolgerin der Plattenfirma Miller International vor Gericht um Tantiemen und Urheberrechte. Weder Bohn noch Sony BMG dürfen die alten Musikaufnahmen während des immer noch laufenden Verfahrens verwenden. Seitdem wurden die betroffenen Folgen, mit den alten Abmischungen der Hörspiele, durch Neuabmischungen mit Musikstücken anderer Musiker ersetzt. Bei den Drei ??? betrifft dies z. B. die Folgen 1 bis 39, bei TKKG die Folgen 1 bis 33.

Die Original-Kassetten bzw. -Schallplatten mit den alten Musik-Abmischungen haben aus diesem Grund zum Teil einen beachtlichen Liebhaberwert, insbesondere die 1982 veröffentlichte Folge 29 aus der Die-drei-???-Serie (Katalog-Nr. 115 929.1 (LP) und 515 929.6 (MC)) und die Folge 15 Horror Pop Sounds aus der neonfarbenen H. G. Francis Grusel-Serie.

Das Fünf-Freunde-Titellied wurde als Produkt pauschal einschließlich aller Verwertungsrechte verkauft und wird daher auch heute noch verwendet.

Im Oktober 2004 veröffentlichte Carsten Bohn mit Brandnew Oldies Volume 1 die erste CD, auf der er mit seiner Band 18 alte Stücke erstmals in voller Länge neu eingespielt hat.[4] Die Brandnew Oldies Vol. 2 ist im Dezember 2005 erschienen.

Am 31. Oktober 2009 wurde die Brandnew Oldies Vol. 3 veröffentlicht. Zu diesem Anlass fand am selben Tag, — im Anschluss an den Auftritt der Drei-Fragezeichen-Sprecher in der Hamburger Color Line Arena, — Carsten Bohns Veröffentlichungs-Konzert der Brandnew Oldies Vol. 3 im Delphi Showpalast Hamburg statt.

Die aktuelle Bandstand-Besetzung (2009) ist: Carsten Bohn (Schlagzeug/Gesang), George Kochbeck (E-Piano/Keyboards/Orgel), Bernd Schultze (E-Piano/Keyboards/Orgel), Frank Fischer (Bass), Carola Kretschmer (E-Gitarre), Frank Stehle (E-Gitarre), Corinna Ludzuweit (Perkussion). (Quelle: wikipedia)

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Jetzt aber mal ne kleine Zeitreise in ein Jahr, in dem Rechtsstreitigkeiten noch nicht den Ton angaben. Den Ton gab da halt dann die Musik an und zwar auf dieser LP:

„Angeblich haben im Falle männlicher Besitzer zumeist „verflossene Freundinnen“ die Vinylversionen der insgesamt drei LPs von Carsten Bohns Bandstand mitgehen lassen, ohne sie je zurückzuerstatten. Nicht zuletzt deshalb sah sich das Label veranlaßt, die drei Platten als remasterte CDs erneut zu veröffentlichen. Geld will man aber trotz dieser noblen Geste dafür haben.
Nach dem schwächeren Debüt „Humor Rumor“ stellt „Mother Goose Shoes“ den zweiten Anlauf der Mannen um Carsten Bohn dar. Die Platte beginnt mit einem rhythmisch abwechslungsreichen Instrumental und weist sich dadurch – und durch die eröffnenden Sitarklänge – in jedem Fall schon einmal als „progressiv“ aus. Wer zu der Abstraktionsleistung fähig ist, über gewisse Klangkonventionen (z.B. beim Drumming und bei den Keyboards) eines mehr als zwanzig Jahre alten Albums hinwegzuhören, wird feststellen, daß manche Instrumentalpassage bei Neoproggern à la IQ durchaus nicht Lichtjahre von einem Stück wie „Cycle of the 5th“ entfernt ist. („Cycle of the 5th“ bedeutet deutsch übrigens Quintenzirkel, zur speziellen Bedeutung des Begriffs in der Rockmusik siehe den entsprechenden Eintrag in unserem Glossar.) Allerdings fällt bei letzterem eine jazzige Verspieltheit stärker ins Gewicht. Das gilt auch für „Seven Eleven“, das den Hörer mit dem typischen Vocalsound der Bandstand-Aufnahmen vertraut macht. Häufig werden Gesangsspuren übereinander gelegt, zudem auch gerne Backgroundsängerinnen eingesetzt. Hier dient das dazu, einen rhythmisch locker vorangetriebenen Song zum Klingen zu bringen.

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Aus „Sounds“, 1979

Das folgende, rockige „Amptown City Dues“ wirkt – gemessen am Gesamteindruck der Platte – etwas ruppig, um so sanfter demgegenüber „Do me no Paradise“, dessen Arrangement einen massiven Bar-Jazz-Touch hat. Weiter geht es instrumental mit „Tabula Rasa“, immer unter Beweis stellend, daß die siebziger Jahre neben so vielem anderen auch das Jahrzehnt des Jazzrocks waren. „Excuse my Weakness“ ist der stärkste Auftritt der in diesem Song sehr lässig daherkommenden Gesangsstimme Carsten Bohns. (Die Lässigkeit hat ihren Grund zweifellos nicht zuletzt im geringen Tonumfang der Melodie, die dennoch äußerst effektvoll ist.) Der nächste Track, „Disco Cisco“, verrät bereits im Titel, worum es geht, ums Tanzen nämlich, und die Discorhythmik ist in gelungener Manier mit den in diesem Song besonders opulent bestückten Gesangsspuren verkoppelt (unter Kopfhörern erschließt sich das am besten, wobei auch dem unaufmerksamsten Hörer klar werden dürfte, daß in diesem Stück Ironie obwaltet). „Mary Truebadour“ ist mit sieben Minuten der längste Track des Albums, und der beinharte Progfan, für den das das Minimum ist, um überhaupt die Ohrmuschel zu heben, wird bitter enttäuscht sein. Das eher hübsche als proggige Stück ist eindeutig viel zu lang geraten. (Hübsch ist es aber trotzdem.) „Mother Goose Shoes“ als Titeltrack setzt wiederum auf Rhythmik und das abschließende „Soap opera“ schließt als erneutes Instrumental den Kreis der zehn Songs.

Dies ist keine „schwierige“, jedoch sehr hörenswerte Platte. Wer angesichts der oben zitierten Freundinnenthese die Befürchtung hegt, das Album könnte progtypisches, musikalisches Muskelprotzgehabe allzu sehr vermissen lassen, dem kann eigentlich nicht geholfen werden. Immerhin sei gesagt, daß der Rezensent männlich ist und die Platte liebt. Seine Lebensgefährtin hingegen findet sie zum Gähnen.“ (Ralf J. Günther).

Ganz so euphorisch bin ich nicht … und das liegt wieder mal am Gesang (das alte Kreuz deutscher Rockmusik) … instrumental wissen aber die Burschen aufzutrumpfen (wobei manche Kompositionen ein wenig seicht sind) … Mein lieber Scholli … da springt der Funke über … ein Instrumentalalbum wäre da allemal besser gewesen.

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Besetzung:
Joram Bejarano (bass)
Carsten Bohn (drums, keyboards, guitar, vocals)
Thommy Goldtschmidt (percussion)
Manfred Rürup (keyboards)
Richard Schumacher (guitar)
Mick Stickdorn (drums)
+
background vocals:
Claudia Schwarz – Gitta Walther – Renate Mauerer

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Titel:
01. Cycle Of The 5th 5.41
02. Seven Eleven 4:28
03. Amptown City Dues 4:16
04. Do Me No Paradise 4:21
05.Tabula Rasa 4:52
06. Excuse My Weakness 3:26
07. Disco Cisco 4:11
08. Mary Truebadur 7:00
09. Mother Goose Shoes 4:16
10. Soap Opera 4.58

Musik und Texte: Carsten Bohn

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