Margot Werner – So ein Mann + Insel meiner Träume (1976)

FrontCover1.jpgFür die Margot Werner kann ich mich immer wieder mal erwärmen, wenn nicht gar begeistern. Und 1972 war für sie ein besonderes Jahr, denn …

der Komponist Bert Grund komponierte 1972 drei Lieder für Margot Werner, mit denen sie eine zweite Karriere startete, bei der auch Abi Ofarim ein wesentlicher Förderer war. 1972 sang sie im Wiener Konzerthaussaal mit Peter Kreuder. Es folgten eine eigene Fernsehshow mit dem Titel Von Margot bis Montag (Regie: Peter Hajek, Gäste: Klaus Kinski, Heinz Bosl u. a.), Auftritte im Spielcasino von Travemünde und von November 1973 bis März 1974 ein Gastspiel bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Seit 1975 trat Werner in zahlreichen Fernsehshows als Tänzerin, Sängerin und Entertainerin auf, etwa bei Hans-Joachim Kulenkampff in Feuerabend, bei Max Greger oder Roberto Blanco, in Dalli Dalli und Am laufenden Band.

1976 ging sie mit dem Programm Wasser, Feuer, Luft und Erde auf Deutschland-Tournee, weitere Tourneen folgten. 1977 hatte sie mit dem Song So ein Mann einen ihrer größten Erfolge. (Quelle: wikipedia)

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Heinz Domez and Margot Werner in dem Simmel Film  „Lieb Vaterland magst ruhig sein“ (1976)

Mehr von ihrer letztlich tragischen Geschichte kann man dann hier lesen.

Hier mal diese erfolgreiche Single (quasi als Vorgriff auf das dazu passende Album „Wasser, Feuer, Luft und Erde“, das ich demnächst hier präsentieren will und im ürigen von Abi Ofarim produziert und von dem unvergessenen Paul Vincent arrangiert  wurde).

Margot Werner in der großen Pose als femme fatale … schwelgend-romantisch dann bei „Insel meiner Träume“.

Und gelegentliche kann ich in solchen Chansons geradezu baden …

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Besetzung:
Margot Werner (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. So ein Mann (Frank-Jacoby/Hofer) 3.20
02. Insel meiner Träume (Ofarim/Pacher) 3.23

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Verschiedene Interpreten – Das Herz von St. Pauli (1992)

FrontCover1Dieses blog hat ja – bedingt durch meine bajuwarische Herkunft –  eine spürbare Südstaaten-Tendenz. Umso mehr freut es mich immer, wenn ich auch Musik aus anderen Regionen Deutschlands in die Finger bekomme, einfach weil mich regionale Musikansätze schon heftig interessieren.

Und so kommt´s , dass ich nun einen St.Paui/Reepberbahn – Sampler präsentieren kann, der schon ein ganz besonderes Format aufweisen kann.

Die Konzeption und Realisation dieses Projekts lag bei Rita Flügge-Timm und Oliver Helwig; diese wurden wiederum von dem Autor Jürgen Stark konzeptionell unterstützt und Jürgen Stark schrieb auch ein paar Einführungsworte zum Mythos St. Pauli.  Und der Stark ist in der schreibenden Zunft der Musikjournalisten wahrlich kein Leichtgewicht:

Jürgen Stark (* 20. März 1957 in Hamburg) ist ein deutscher Autor, Journalist und Mitglied des Deutschen Musikrates.

Stark veröffentlichte zahlreiche Bücher zu kulturpolitischen und insbesondere popularmusikalischen Themen, darunter Biografien von Künstlern wie Udo Lindenberg und der Band Die Prinzen. Gemeinsam mit Thomas Böhm gab er von 1984 bis 2000 die Taschenbuchreihe „Rock Kalender“ heraus. Mit Dieter Gorny veröffentlichte er mehrere Jahrbücher zum Thema Popkultur.

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Jürgen Stark (und der sagt: „Pop und Politik gehören zusammen.“)

Als Journalist war er unter anderem als Konzertkritiker für Die Welt tätig und sieben Jahre Korrespondent für den Entertainment Media Verlag (Musikwoche, Blickpunkt:Film, musikwoche.de). Als freier Journalist schrieb er Reportagen für Musikzeitschriften, Magazine und Tageszeitungen. Darüber hinaus war er an der Konzeptentwicklung für die Zeitschrift Metal Hammer beteiligt und auch zwischenzeitlich Chefredakteur des Blattes.

Stark arbeitete wissenschaftlich für das rock’n’popmuseum der Stadt Gronau und konzipierte die Inhalte zur dortigen Dauerausstellung über „Die Kulturgeschichte der Popularmusik im 20. Jahrhundert“. Im Auftrag der Deutschen Phono-Akademie entwickelte Stark als Projektleiter in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung das Projekt SchoolTour, das 1999 als Kampagne für mehr Musik und Kreativität an Schulen gestartet wurde.

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Die Domenica Single

An der Hamburger Hochschule für Musik und Theater war Stark Gast-Dozent für den Fachbereich Medien und Design (Popkurs). Er ist berufenes Mitglied im Bundesfachausschuss Populäre Musik beim Deutschen Musikrat.

Stark unterrichtet als Lehrbeauftragter an Hochschulen (u.a. Hochschule der populären Künste, Berlin) in den Fachbereichen Medien und Kultur (u.a. Geschichte der elektronischen Medien, Geschichte der Popularmusik im 20. Jahrhundert) und ist Mitbegründer des Institut für kulturelle Kommunikation IKK an der Hochschule Offenburg. Beim IKK ist Stark stellvertretender Direktor für Medienjournalismus.

Jürgen Stark veröffentlicht monatlich seine “Kulturkolumne” im Offenburger Tageblatt.

Filmplakat

Doch zurück zu diesem köstlichem Sampler: Natürlich fängt er mit dem Hans Albers Klassiker „Das Herz von Stz. Pauli“ (1958; aus dem gleichnamigen Film) und dann geht es im Affentempo quer durch alle Stile weiter: Da interpretiert ein Joachim Witt souverän einen weiteren Klassiker dieser Stadt („Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“; ebenfalls ein Filmsong aus dem 1939 entstandenem Streifen „Das Junggesellenparadies“). Schmachtfetzen ala „Junge komm bald wieder“ oder „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ wechseln sich mit FC St. Pauli Schlachtgesängen („1:0 St. Pauli vor“ und „Er gehört zu mir“) ab. Dann gibt´s noch die gute alte Rockmusik von Udo Lindenberg und Achim Reichel und selbst der Schauspieler Ulrich Tukur kann mit seiner Interpretation von „Meine kleinen Träume“

Historische  Postkarte: St. Pauli (Spielbudenplatz)

Das ist aber immer noch nicht alles. Zumindest zwei weitere Songs verdienen eine besondere Erwähnung:

Da ist zum einen der Song „Alle meine Freier (…hiessen alle Meier)“ von jener Domenica, die bereits zu Lebzeiten als ex-Domina und späteren Drogenberaterin Kultstatus hatte … Der Song kam auch als Single (in drei unterschiedlichen Versionen) auf den Markt.

Und dann noch jenes skuril-rätselhafte Projekt zwischen Pater Leppich und dem Duo Metallic Traffic: Diese unterlegten einen Original-Ansprache des religiösen Eiferers Pater Leppich (dem „Maschinengewehr Gottes“) mit einem stakattoartigen Sounds … Glaubt man dem booklet, so hat Pater Leppich dieser aberwitzigen Montage zugestimmt (könnte stimmen, denn Leppich ist erst im November 1992 verstorben).

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Und das bemerkenswerte Cover stammt von der Künstlerin Sigrid Wilke (1940 – 2000); das gleiche Bild wurde übrigens für oben erwähnte Domenica-Single verwendet.

Also: zugreifen und reinhören … dann kann man auch noch so schräge Vögel wie „Die Stammgäste featuring das Heiligengeist-Sextett“ die „Die Macht vom Millerntor“ hören.

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Titel:
01. Hans Albers:  Das Herz von St. Pauli (Jary-Herz) 2.09 (1958)
02. Joachim Witt & Maritim Intim: Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern (Balz/Jary) 3.20 (1992)
03. Gunslingers:  St. Pauli (Hervé/Rozoum) 3.50 (1990)
04. Lolita: Seemann, deine Heimat ist das Meer (Scharfenberger/Busch) 2.50 (1960)
05. Udo Lindenberg: Reeperbahn (Lindenberg) 3.50 (1989)
06. Domenica: Alle meine Freier (…hiessen alle Meier) (Menke/Gutowski) 3.30 (1992)
07. King Rocko Schamoni And The Explosions: Was kostet Liebe (Schamoni) 3.42 (1990)
08. Hannes Kröger: Der blonde Hans (Hoffmann) 4.11 (1988)
09. J. Of Barcelona & His Bar Bee Boom: I Want Your Money (St.-Pauli-Sample-Mix) (J. Of Barcelona) 3.46 (1992)
10. Big Balls & The Great White Idiot: Across The Ocean (A.Grund/P.Grund/Lorenz) 4.40 (1992)
11. Achim Reichel:  St. Pauli Blues (Reichel/Peers-Steil) 4.19 (1989)
12 . Bully Buhlan featuring MC Anker: Hab’n sie nicht ’ne Braut für mich? (1992 Remix) (Gaze) 2.52 (1992)
13. Ulrich Tukur: Meine kleinen Träume (Tukur) 2.53 (1989)
14 . Freddy Quinn:  Junge, komm bald wieder (Olias/Rothenburg) 3.05 (1962)
15. Metallic Traffic featuring Pater Leppich: Christus auf der Reeperbahn (Achtung! Achtung! Pater Leppich!) (M.T.P./Leppich) 3.00 (1992)
16. Die Stammgäste featuring das Heiligengeist-Sextett: 1:0 St. Pauli vor (live aus dem „Silbersack“) (Schwebel/Westermann) 3.58 (1987)
17 . Hans Albers: Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht (Gray/’Reisch) 3.20 (?)
18. Shanghai’d Guts: St. Pauli Girl (Kraft/Charlton/Lyn)     3:13 (1991)
19. Die Macht vom Millerntor: Er gehört zu mir (Heider/Heilburg) 3.58 (1992)

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Pater Leppich auf der Reeperbahn …

… und Achim Reichel zelebriert der St. Pauli Blues:

Mein Daddy war’n Sailorboy,
Und meine Mama stand am Kai – Ahoi.

Die war’n echtes Liebespaar,
Warum ich auch’n echtes Wunschkind war,
Oh oh oh mit’m St. Pauli Blues.
Die Schule war ne Sauerei,
Wir ham se abgerissen,
Heut steht da ne Brauerei.

Die erste Liebe hast du mir gegeben,
Und die letzte oh oh oh ist der St. Pauli Blues.

Du liegst mir im Blut,
Und das tut so gut,
Drück mich an dein Herz,
Ich vergess‘ mein Schmerz.
(und ich schenk dir’n Nerz)
.net/en/lyrics/achim-reichel-st-pauli-blues
Hier wird in den Straßen noch gelacht und gesungen,
Hier wird aber auch um jeden Freier gerungen.

Feine Pinkel wie Bauernpack,
Keine Angst, hier kommt ihr alle in den Sack.
Oh oh oh zum St. Pauli Blues.

Du liegst mir im Blut…..
Wir sind doch alle deine Kinder,
Ob Chinese, Italiener, Neger oder Inder
Und wenn dann alles mal zusammenfällt,
Was soll’s, hier bin ich doch gleich am Tor zur Welt,
Oh oh oh mit’m St. Pauli Blues.

Du liegst mir im Blut…..

Hey wenn du Nachts nicht schlafen kannst,
Wer hilft dir dann, und wenn nix mehr läuft.

Einer läuft immer, oh oh oh der ST. Pauli Blues

Udo Jürgens – Seine 40 größten Erfolge (1976)

FrontCover1Über den Udo Jürgens bin ich heute eigentlich nur durch Zufall gestolpert. Ich war gerade dabei mich mit dem dem längst verstorbenen Joachim Fuchsberger zu beschäftigen, da ist mir wieder eingefallen, dass dieser Fuchsberger hat auch so einige Texte für Udo Jürgens Kompositionen verfasst hat. Und dann habe ich mich an diesen raren Sampler aus dem Jahr 1976 erinnert, der von K-Tel Records veröffentlicht wurde.

Die Udo Jürgens Fan-Seite schreibt dazu:

„Mit insgesamt drei verschiedenen Covers, wovon bei den „roten“ nur die Backcovers unterschiedlich sind, hatte K-Tel 1976 versucht, die 40 größten Erfolgen von Udo Jürgens „an den Mann zu bringen“. Eine an und für sich gute Zusammenstellung der populären Songs – es fehlt kaum ein Hit darauf und es wurden auch Lieder einbezogen, die erst wenige Monate zuvor erschienen sind (z.B. „Ein neuer Morgen“).
Das blaue Cover ist das in der Erstauflage erschienene und ist etwas rarer, da es nach kurzer Zeit durch das rote ersetzt wurde.“

Udo Jürgens + Joachim Fuchsberger (2004)

Für absolute Udo Jürgens Sammler ist vielleicht noch die Information von Interesse, dass auf diesem Album der Titel „Rot blüht der Mohn“ in der Maxi-Version vorliegt, und dass der Titel „Die Sonne und Du“ in der (längeren) CD-Fassung gepresst wurde.

Aber das nur am Rande …

In meiner letzten Präsentation von Udo Jürgens (eine seltene italienische Single: hier) schrieb ich ja:

„Ich mache gar keinen Hehl daraus, dass ich Udo Jürgens für den bedeutendsten Schlager-Sänger aus deutschen Landen halte. Nicht nur, weil er als einer der wenigen die Kunst der Komposition wie kaum ein zweiter beherrscht, nein auch hat er immer wieder mit seinen Texten mehr zu sagen gehabt, als nur die üblichen “Herz-Schmerz” Themen.“

Und auf diesem Doppel-Album kann man etliche seine Lieder finden, die mehr als bemerkenswert sind. Da sind zum einen seine „sozialkritischen“ Beitzräge zum Zeitgeschehen (ich nenne da nur „Ein ehrenwertes Haus“, „Griechischer Wein“, „Matador“ „Lieb Vaterland“, aber auch das bissige „Aber bitte mit Sahne“), dann sind dann desweiteren seine „philosophischen“ Beiträge wie „Was wirklich zählt auf dieser Welt“ oder „Ich glaube“ und „Mein Freund der Clown“.

Und ja, auch seine romantischen Schmachtfetzen haben es mir angetan („Mercie Cherie“, „Was ich dir sagen will“, „Warum nur warum“) und dann auch seine „anzüglichen“ Lieder („Es wird Nacht, Senorita“ oder auch das köstliche „Anuschka“).

Kurz und gut: Udo Jürgens ist weitaus mehr als Schlagersänger …

Davon kann man sich hier überzeugen und wer die volle Dröhnung Udo Jürgens will … ist hier mehr als gut bedient! (Wenngleich auch der Knaller „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ irgendso ein Remake und eben nicht die Originalfassung ist!)

Und irgendwie habe ich heute mit diesen Lieder Abschied von Joachim Fuchsberger genommen … und von diesem Joachim Fuchsberger wird hier demnächst noch mehr zu lesen sein.

BackCover

Titel:
01. Merci Cherie (Jürgens/Hörbiger) 3.15
02. Warum nur warum (Jürgens) 2.40
03. Mein Freund der Clown (Jürgens/Brandin) 3.03
04. Was ich dir sagen will (Jürgens/Fuchsberger) 3.31
05. Jenny (Jürgens) (Version 1973) 3.14
06. Sag ihr, ich laß sie grüßen (Jürgens/Bohlen) 3.04
07. Dein letzter Brief (Jürgens/Brandin) 2.28
08. Ich glaube (Jürgens/Brandin) 3.45
09. Sag mir wie (Jürgens/Relin) 2.52
10. Immer wieder geht die Sonne auf (Jürgens/Hörbiger) 3.06
11. Ein ehrenwertes Haus (Jürgens/Kunze) 3.30
12. Aber bitte mit Sahne (Jürgens/Hachfeld/Spahr) 3.38
13. Do Swidanja (Jürgens/Brandin) 4.03
14. Spiel Zigan, spiel (Jürgens/Brandin) 3.34
15. Anuschka (Jürgens/Brandin) 2.53
16. Der Teufel hat den Schnaps gemacht (Jürgens/Kunze) 2.45
17. Ich bin wieder da (Jürgens) 2.39
18. Mathilda (Span) 3.03
19. Cottonfields (Ledbetter) 3.05
20. Es wird Nacht, Señorita (Aufray/Brandin) 2.13
21. Wahre Liebe ist ganz leise (Jürgens/Relin) 2.53
22. Lieb Vaterland (Jürgens/Hachfeld) 4.13
23. Deine Einsamkeit (Jürgens/Brandin) 4.00
24. Matador (Jürgens/Brandin) 3.39
25. Der große Abschied (Jürgens/Fuchsberger) 3.39
26. Was wirklich zählt auf dieser Welt (Jürgens/Brandin) 2.28
27. Eine Art von Serenade (Jürgens/Mey) 2.45
28. Dann kann es sein, daß ein Mann auch einmal weint (Jürgens/Fuchsberger) 3.00
29. Ich glaube an die Liebe (Jürgens/Loose) 3.38
30. 17 Jahr, Blondes Haar (Jürgens/Hörbiger) 2.33
31. Griechischer Wein (Jürgens/Kunze) 4.06
32. Und dabei könnt‘ sie meine Tochter sein (Jürgens/Kunze) 3.50
33. Zeig mir den Platz an der Sonne (Jürgens/Hachfeld) 3.54
34. Es war einmal ein Luftballon (Jürgens/Krüss) 2.34
35. Es wär so schön, die ganze Nacht bei dir zu bleiben (Jürgens) 3.25
36. Geschieden (Hachfeld/Delpech/Vincent) 3.57
37. Ein neuer Morgen (Jürgens/Kunze) 5.18
38. Vier Stunden in der Woche (Jürgens/Kunze) 4.31
39. Illusionen (Jürgens/Alexandra) 3.29
40. Auf der Straße der Vergessenheit (Jürgens/Hachfeld) 4.50

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Booklet

Verschiedene Interpreten – Lieder die uns Brücken bauen (1971)

FrontCover1.JPGFrüher konnte ich solche Benefiz-Sampler eigentlich au den Tod nicht leiden. Heute sehe ich ihnen durchaus interessante Zeitdokumente … da sie etwas vom jeweiligen Zeitgeist verraten.

Und hier habe ich ein besonders schönes Beispiel … Ich nenn´das mal einen Sampler aus den glorreichen Tagen der Sozialdemokratie (und das nicht nur, weil Gustav Heinemann Bundespräsident war).

Und getreu dem Zeitgeist dieser Jahre gibt man sich in dem umfangreichen Booklet gesellschaftlich engagiert:

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Und bei diesem Album hat man sich dann auch noch die Mühe gemacht, jeden             einzelnen Song zu charakterisieren und so ist ein durchaus ansprechendes Album entstanden … mit viel Licht ..

Das geht schon los mit den beiden Sängerinnen Nana Mouskouri und Vicky Leandros (für beide empfinde ich ja immer wieder mal nne Portion Sympathie)

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Das Album bietet aber auch Künstler, die man nicht so unbedingt kennen kann, kennen muss … aber dennoch interessant sind.

So z.B. der Schweizer Bass Peter Lagger, der den Lee Marvin Hit „Wand’rin Star “ interpretiert.

Oder auch die Lee Patterson Singers, die mit ihrer Version von „Rock My Soul“ wie die Les Humphries Singers für arme klingen.

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Über Reinhard Mey und Hildegard Knef braucht man gar nicht diskutieren, hier hören wir zwei unbekanntere Lieder … sehr beeindruckend.

Na ja … und wenn der Louis Armstrong zu seinem „What A Wonderful World“ anhebt … da kann man wieder mal die tröstende und optimistische Kraft der Musik spüren und erleben … gerade für mich nach einer emotional sehr bewegenden Woche:

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Wo viel Licht, da ist natürlich auch Schatten. Auf Roger Whittaker hätte ich gerne verzichten können (wobei der Text ein wenig überrascht):

Now if you load your rifle right
And if you fix your bayonet so
And if you kill that man my friend
The one we call the foe
And if you do it often lad
And if you do it right
You’ll be a hero overnight
You’ll save your country from her plight
Remember God is always right
If you survive to see the sight
A friend now greeting foe
No you won’t believe in If anymore
It’s an illusion
It’s an illusion
No you won’t believe in If anymore
If is for children
If is for children
Building daydreams
If I knew then what I know now
(I thought I did you know somehow)
If I could have the time again
I’d take the sunshine leave the rain
If only time would trickle slow
Like rain that melts the fallen snow
If only Lord if only

Und  die Ramona (später dann aktiv bei Silver Convention) ist einfach nur albern …

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Gustave Heinemann (Mitte) mit den RK Funktionären Marcel A. Naville und Walter Bargatzky

Die Schirmherrschaft für dieses Album der bereits oben erwähnte Gustav Heinemann übernommen … der würde ja eigentlich mal einen eigenen Beitrag verdienen.

Nun gut …

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Titel:
01. Nana Mouskouri: Bridge Over Troubled Water (Simon) 4.14
02. Peter Lagger: Wand’rin Star (aus ,,Paint Your Wagon“) (Loewe/Lerner) 3.48
03. Vicky Leandros Singers: Wo ist er? (My Sweet Lord) (Harrison/Munro) 4.06
04. Roger Whittaker: I Don’t Believe In If Anymore (Whittaker) 3.18
05. Hildegard Knef: Insel meiner Angst (Hammerschmidt/Knef) 2.43
06. Louis Armstrong: What A Wonderful World (Weiss/Douglas) 3.19
07. The New Seekers: What Have They Done To My Song, Ma? (Safka) 3.18
08. Ramona: Alles, was wir woll’n auf Erden (Henning) 2.13
09. Lee Patterson Singers: Rock My Soul (Traditional) 1.56
10. Alexandra: Weißt du noch? (Oltra La Notte) (Vandor/Fishman/Alexandra) 2.45
11. Reinhard Mey: Heimkehr (Mey) 3.00
12. Oliver Franklin: A Song Of Joy (Beethoven/Rios/Orba/Parker/Lilibert) 3.19

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Werbung für weitere Benefiz-Schallplatten zugunsten des Roten Kreuz

Sonja Kehler – Mitteilung an meine bedrückten Freunde (1981)

FrontCover1Irgendwie ein ganz spezielles Album und das nicht nur, weil es auf „Linkshändle Records“ erschienen ist:

Sonja Kehler (* 1933) ist eine deutsche Schauspielerin und Diseuse, die durch ihre Brecht-Interpretationen internationale Bekanntheit erlangte.

Nach ihrem Schauspielstudium an der Theaterhochschule Leipzig war sie zunächst einige Jahre erfolgreich an verschiedenen DDR-Bühnen tätig, unter anderem als Luise in Kabale und Liebe, Shen Te in Der gute Mensch von Sezuan, Grusche in Der kaukasische Kreidekreis. Als Eliza Doolittle in My Fair Lady und Seeräuber-Jenny in der Dreigroschenoper gab sie erste größere Kostproben ihres auch musikalischen Talents. Feste Engagements hatte sie in Brandenburg und Karl-Marx-Stadt.

Letztlich war es auch die Gestaltung der Gesangsstücke der Brecht-Rollen, die Kehler bereits während ihres Schauspielstudiums zum Chanson brachte und die sie mit neuen Nuancen belebte. Bereits zu dieser Zeit nannte man sie die „singende Schauspielerin“. 1967 nahm sie an dem 1. Chanson-Wettbewerb der DDR teil und erhielt den Sonderpreis des Rundfunks.

1971 in Berlin stand Kehler schließlich mit ihrem ersten, eigenen Brecht-Programm (Musik: Kurt Weill, Brecht, Dessau, Hanns Eisler, Medek) auf der Bühne und wurde von Publikum wie Kritik gut aufgenommen. Bald auch von der internationalen Kritik als eine der erfolgreichsten und wichtigsten Interpretinnen deutscher Sprache beachtet, erschienen ihre Schallplatten, die sie fortan veröffentlichte, zum Teil auch in Westdeutschland und im Ausland. Sonja Kehler sang ihre Chansons häufig auch in mehreren Sprachen.

Diverse Tourneen und Reisen ins Ausland – noch zu DDR-Zeiten nach Polen, Ungarn, Bulgarien, Algerien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Belgien, Luxemburg, in die CSSR und nicht zuletzt in die BRD – zeugten des Weiteren vom internationalen Format der Künstlerin, die damals von einer Combo unter Leitung von Bernd Wefelmeyer begleitet wurde. In der DDR war sie zudem häufig im Radio und Fernsehen zu hören.

Nach der Wende arbeitete die Schauspielerin am Exzellenzhaus Trier auch als Regisseurin, tritt aber auch weiterhin mit literarischen Programmen auf, die immer noch zum Besten gehören, was diesbezüglich angeboten wird. Ihre bevorzugten Autoren sind hierbei Brecht, Kästner, Tucholsky, Ringelnatz, Heinrich Heine und Else Lasker-Schüler, deren Texte sie sowohl gesprochen, gespielt, als auch gesungen darbietet; häufig mit Milan Šamko als Begleiter am Klavier, mit dem sie schon in der DDR für Plattenaufnahmen u.ä. zusammengearbeitet hat.

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Sonja Kehle (Mai 1974)

1999 war sie zudem in dem Kinofilm Helden wie wir, nach einem Roman von Thomas Brussig zu sehen.

Bis heute sind über ein Dutzend langspielende Tonträger der Diseuse erschienen. (Qelle: wikipedia)

LinkshändleDieses Album entstand während ihre Tournee  durch Süddeutschland im Spätherbst 1981 und es muss eine wahrlich bemerkenswerte Tournee gewesen sein. Zum einen interpretierte sie eher unbekannte Brecht Texte, zuweilen erstmalig vertont durch ihren Pianisten Bernd Werfelmeyer (der ein bis heute aktiver Komponist und Dirigent ist). Zum anderen gibt sie einen Einblick in literarische Texte, die damals in der DDR

„Aber etwas fehlt – sie ist immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, hier mit literarischen Texten aus der DDR fabelhaft verschlüsselt, märchenhaft verfremdet, parabolisch schillernd – zielen alle auf eine Stärlung des Einzelnen“ (FAZ, 14.5.1981)

Interessant auch ihre „feministischen“ Beiträge (siehe die Lieder 10. – 12.), die in der damaligen feministischen Szene der BRD wohl mit Begeisterung aufgenommen wurden …

Und sie wird  begleitet von famosen Musikern … die z.b. bei „Morgenstund“ zeigen, dass sie einfach nur großartig sind.

Ach ja … dieses Album erschien auf „Linkshändle Records“ und entsprechend dem Namen musste man die LP auf der „falschen“ Seite rausziehen, also links …

Ein nachdenkenswertes (man höre sich z.B. mal „Gedanken-Kinder-Mord “ an), ein bemerkenswertes, ein empfehlenswertes Album.

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Sonja Kehler mit Paul Dessau

Besetzung:
Sonja Kehler (vocals)
Konrad Körner (saxophone, clarinet, flute)
Hanjo Papa (guitar, harmonica, banjo)
Dietrich Unkrodt (bass, trombone)
Bernd Werfelmeyer (piano)

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Titel:
01. Aber etwas fehlt (Brecht/Weill) 3.48
02. Das Eigentliche (Braun) 1.14
03. Lied von der Unersättlichkeit (Bartsch/Krtschil) 1.47
04. Shimmy in grün (Hacks/Wefelmeyer) 2.32
05. Halten Sie sich fest (Bartsch/Wefelmeyer) 2.09
06. Mein Fehler, der mich nicht reut (Braun) 1.48
07. Lied vom Philosophen und seinem König (Stolper/Wefelmeyer) 2.40
08. Ladislaus und Komkarlinchen (Hacks/Wefelmeyer) 3.02
09. Kanonen-Song (Brecht/Weill) 3.23
10. Prolog (Bartsch/Wefelmeyer) 2.42
11. Lied der liebenden Witwe (Brecht/Wefelmeyer) 2.35
12. Berliner Wiegenlied (Mehning/Heymann) 1.58
13. Orges Lied (Brecht/Wefelmeyer) 2.09
14. Lied von den jungen Hähnen (Stolper/Wefelmeyer) 3.36
15. Mitteilung an meine bedrückten Freunde (Braun) 1.50
16. Morgenstund (Bartsch/Wefelmeyer) 2.14
17. Gedanken-Kinder-Mord (Braun) 0.55
18. Abschiedslied (Roehricht/Wefelmeyer) 2.32
19. Schlaflied (Strahl/Traditional) 2.11

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Helen Vita – Die frechsten Chansons aus dem alten Frankreich (1965)

FrontCover1Und jetzt wird´s frivol … und zwar mit der fidelen Helen Vita:

Helen Vita, bürgerlich: Helene Vita Elisabeth Reichel, verheiratet: Baumgartner (* 7. August 1928 in Hohenschwangau; † 16. Februar 2001 in Berlin) war eine Schweizer Chansonsängerin, Schauspielerin und Kabarettistin.

Helen Vita wurde als Tochter des Konzertmeisters Anton Reichel und der Solo-Cellistin Jelena Pacic als Helene Vita Elisabeth Reichel geboren. Nach der Ausweisung 1939 aus Deutschland zog die Familie nach Genf in die Schweizer Heimat des Vaters.

Nach der Schauspielausbildung am Conservatoire de Genève sammelte sie 1946 ihre ersten Bühnenerfahrungen am Théâtre du Vieux Colombier in Paris. Zwei Jahre war sie dann am Schauspielhaus Zürich engagiert, wo sie in der Uraufführung von Bertolt Brechts Herr Puntila und sein Knecht Matti mitwirkte. Bertolt Brecht war es auch, der ihr komisches Talent entdeckte und sie dazu ermunterte, Kabarett zu machen. Dem HelenVita01.jpgWunsch, an sein Berliner Ensemble mitzukommen, folgte sie nicht, da sie Brechts Eintreten für ein sozialistisches Deutschland nicht teilen konnte. Stattdessen trat sie 1949 ins Zürcher Cabaret Fédéral ein. 1952 ging sie nach München und spielte an der Kleinen Freiheit, für die Erich Kästner die zeitkritischen Texte schrieb. Hier traf sie auf Friedrich Hollaender, dessen Lieder sie in ihr Repertoire übernahm. Später wirkte sie bei den Berliner Wühlmäusen mit. Aus ihrer 1956 geschlossenen Ehe mit dem Schweizer Komponisten Walter Baumgartner gingen zwei Söhne hervor. In Berlin bezog sie 1965 ihre Zweitwohnung.

Schon in den frühen 1950er Jahren war Helen Vita für den Film entdeckt worden. Sie spielte in 58 Kino- und Fernsehfilmen mit: zumeist Heimatfilme, Schlagerschnulzen und Sexklamotten, worin sie oft den drallen Gegenpart zu Caterina Valente und Sonja Ziemann mimte. Das Klischee «scharfe Nutte mit viel Ausschnitt» verfolgte sie jahrelang. Nicht in dieses Klischee passte die Rolle der Cornelia Gatzka im 5. Teil des Fernsehklassikers Am grünen Strand der Spree, in dem sie als Partnerin von Gerhard Just und Günter Pfitzmann zu sehen war. Sie spielte auch in den 08/15- und den Immenhof-Filmen mit. Später stand sie in dem Musical-Film Cabaret neben Liza Minnelli in der Rolle des Fräulein Kost vor der Kamera. Doch gelten liess sie zeitlebens nur ihre Rollen in einigen Filmen von Rainer Werner Fassbinder: Liebe ist kälter als der Tod, Satansbraten, Berlin Alexanderplatz und Lili Marleen.

Während ihrer Filmkarriere blieb Vita stets ihrer grossen Leidenschaft, dem «seriösen» Theater treu. In Klassikern von Shakespeare, Molière und Goethe überzeugte sie ebenso wie in modernen Stücken von Thornton Wilder, T. S. Eliot oder Hans Henny Jahnn. An der Seite von Hans Albers spielte sie in Liliom und war später über Jahre am Münchner Volkstheater eine umjubelte «Seeräuber-Jenny» in der Dreigroschenoper.

HelenVita02Zur Skandalfigur der Saubermann-BRD vor 1968 wurde Vita vor allem als «fromme Helene» und mit der seinerzeit aufsehenerregenden Schallplattenserie mit den «frechen Chansons aus dem alten Frankreich» in deutscher Übersetzung von Walter Brandin. Die aus heutiger Sicht eher harmlosen, über Jahrhunderte tradierten Volks- und Kinderlieder riefen deutsche Staatsanwälte und Sittenwächter auf den Plan. Es folgten jahrelange juristische Auseinandersetzungen: Die galant-lasterhaften Lieder wurden von Staats wegen zu verbotenen Liedern erklärt, es ergingen Strafbefehle, Urteile wurden verkündet und wieder aufgehoben, Prozesse neu aufgerollt. «Unter Kunst versteht das Gericht ein Erzeugnis, das den Durchschnittsbürger über den Alltag erhebt und ihm das edelste darstellt, was er sich vorstellen kann», so begründete der Kölner Richter Bubenberger die Beschlagnahmung der «kunstlosen Schweinerei». Zeitweilig durften die Platten nur noch mit dem Aufdruck «Für Jugendliche verboten!» unter dem Ladentisch verkauft werden, was sie aber umso erfolgreicher machte. Von der Kritik dagegen wurden sie gelobt und erhielten zweimal den Deutschen Schallplattenpreis. Zu den französischen Chansons gesellten sich nun auch die «bawdy Songs» englischsprachiger Troubadoure. Ihre folgenden Platten hiessen Dolce Helen Vita Vol. I und Vol. II. Erst 1969 wurde in einem offiziellen Bescheid des Regierungspräsidiums Nordbaden in Karlsruhe festgestellt, dass Helen Vitas Lieder «künstlerisch hochstehend» seien.

Ihre zahlreichen Soloprogramme trugen so selbstironische Titel wie: Lotterlieder von Brahms bis Brecht, Von wejen Liebe, Helen Vita total und Die Seuse singt. 1985 erhielt sie den Deutschen Kleinkunstpreis. Immer dabei: der 1989 verstorbene Pianist Paul Klein. Ab 1991 wurde sie begleitet von dem Pianisten und Kabarettisten Frank Golischewski, der ihr zahlreiche Chansons („Die Alte singt ja immer noch“ u. a.) schrieb sowie das Programm „Drei Alte Schachteln unterwegs“ initiierte und begleitete. Songs von Hollaender und Brecht/Weill sowie Texte von Kästner und Tucholsky gehörten stets zu ihrem Lieblingsrepertoire.

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Ihren letzten grossen Erfolg feierte sie Ende der 1990er Jahre mit Evelyn Künneke und Brigitte Mira als eine der Drei alte Schachteln. Bis kurz vor ihrem Tode wirkte sie noch in zahlreichen Fernsehproduktionen mit und stand mit ihrem Programm Die Alte singt ja immer noch auf der Bühne.

Helen Vita trat auch als Hörspielsprecherin in Erscheinung. So spielte sie 1969 in Rolf und Alexandra Beckers Dickie Dick Dickens die Gangsterbraut «Effi Marconi».

In ihrer Wahlheimat Berlin erlag sie am 16. Februar 2001 einem Krebsleiden. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof Zollikerberg/Zollikon bei Zürich. (Quelle: wikipedia)

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Front + Back cover der Originalausgabe aus dem Jahr 1965

Hier ihr drittes Album ihrer sogenannten oder tatsächlichen „frechen Chansons“ aus dem alten Frankreich. Überlegt man sich die damaligen juristischen Auseinandersetzungen um diese Aufnahmen, kann man heute tatsächlich nur noch den Kopf schütteln.

Also, uns erwartet harmloses Zeug … aber dennoch, insbesondere durch den kecken Gesangsvortrag der Helen Vita wird einem schon deutlich, dass sie mit diesen LP´s dem Klischee des keusch-schüchternem Weibes doch einiges entgegen zu setzen hatte …

Von daher … eine alte Scheibe (mir liegt die Wiederveröffentlichung von Bellaphon vor). die einem zum schmunzeln verleiten kann.

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Die Labels der Originalausgabe aus dem Jahr 1965

Besetzung:
Helen Vita (vocals)
+
Bert Grund und sein Orchester

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Titel:
01. Der Geigenunterricht (Dans Notre Ville Est Venu …) 3.31
02. Die Mädchen in Camaret (Les Filles Du Camaret) 3.03
03. Der Keuschheitsgürtel (La Ceinture) 4.27
04. Floh und Spinne (Le Pou Et L’Araignée) 4.28
05. Oh Komm‘, Mein Treuer Schäfer (O, Mon Berger Fidèle) 2.34
06. Eines Tages ging Suzette … (La P’tite Suzette) 2.20
07. In einem Turm zu London (Dans Un Tour De Londres) 4.01
08. Jeanneton nahm ihre Sichel … (Jeanneton Prend Sa Faucille) 1.54
09. Ach, mein armes Mütterlein! (O, Ma Mère, Ma Pauvre Mère!) 2.33
10. Plaisir d’Amour (Plaisir D’Amour) 3.43

Musik: Bert Grund
Deutsche Texte: Walter Brandin

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*
**

  • Eva ist die umgearbeitete, verbesserte und gekürzte Ausgabe von Adam.
  • Männer sind wie Taschenlampen – sie blenden ohne viel Licht zu verbreiten.
  • Frauen sind wie Fluglotsen: wenn sie nicht wollen, kann keiner landen.
  • Es kann nur Männern einfallen, nächtliche Aktivitäten als „Tagungen“ zu bezeichnen. (Helen Vita)
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Helen Vita, 1996

Therese Giehse – Therese Giehse singt Brecht (1975)

FrontCover1Ganz sicher war sie eine der ganz großen Schauspielerinnen des letzten Jahrhunderts:

Therese Giehse, geborene Therese Gift, (* 6. März 1898 in München; † 3. März 1975 ebenda) war eine deutsche Schauspielerin.

Therese Giehse kam 1898 als Tochter des jüdischen Kaufmannsehepaars Gertrude und Salomon Gift zur Welt. Von 1918 bis 1920 nahm Giehse Schauspielunterricht bei Tony Wittels-Stury. Ihre Saison-Engagements von 1920 bis 1926 („meine Lernjahre“) führten sie durch die Provinz: Siegen/Westfalen, Gleiwitz/Oberschlesien, Landshut/Niederbayern, die Bayerische Landesbühne, Breslau bei Paul Barney. Von 1926 bis 1933 war sie Mitglied an den Münchner Kammerspielen bei Otto Falckenberg.

Giehse gründete Anfang 1933 zusammen mit ihrer Freundin Erika Mann sowie mit deren Bruder Klaus Mann, der ihr später seinen Roman Mephisto widmete, in München das Kabarett „Die Pfeffermühle“. Mit diesem emigrierte sie noch im gleichen Jahr, da sie als Jüdin und politisch links stehende Künstlerin mit der Verfolgung durch die Nationalsozialisten rechnen musste. Erste Station ihrer Flucht war Zürich. Danach verlief ihr Fluchtweg von 1934 bis 1936 über Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Österreich bis in die Tschechoslowakei. Am 26. April 1936 erlebte die „Pfeffermühle“ ihre 1000. Vorstellung in Amsterdam.

Am 20. Mai 1936 heiratete die lesbische Giehse den homosexuellen englischen Schriftsteller John Hampson-Simpson († 1955), um auf diese Weise einen britischen Pass zu erhalten und so dem Zugriff der Nationalsozialisten entgehen zu können. 1937 wurden in Amerika begonnene Aufführungen der „Peppermill“ nach kurzer Zeit wegen Erfolglosigkeit wieder eingestellt. Sie kehrte an das Zürcher Schauspielhaus zurück, dem sie ihr Leben lang treu blieb. Nach 1945 stand sie in München, Berlin, Salzburg und auch in Wien auf der Bühne.

Therese Giehse in der Rolle der Mutter Courage, Porträt von Günter Rittner, 1966

Therese Giehse in der Rolle der Mutter Courage, Porträt von Günter Rittner, 1966

Als zeitweiliges Mitglied des Berliner Ensembles von Bertolt Brecht war Giehse nach dem Krieg eine gefragte Interpretin seiner Werke. So erschien ihr Rezitations-Abend Ein Bertolt Brecht-Abend mit Therese Giehse auf mehreren Schallplatten sowohl in der BRD wie auch in der DDR.

Therese Giehse starb 1975 drei Tage vor ihrem 77. Geburtstag in München. Während der Gedenkfeier in den Münchner Kammerspielen starb der Regisseur Paul Verhoeven an Herzversagen, als er während der ersten Sätze seines Nachrufs auf Giehse zusammenbrach. Therese Giehse wurde auf ihren eigenen Wunsch auf dem Friedhof Fluntern in Zürich begraben.Als zeitweiliges Mitglied des Berliner Ensembles von Bertolt Brecht war Giehse nach dem Krieg eine gefragte Interpretin seiner Werke. So erschien ihr Rezitations-Abend Ein Bertolt Brecht-Abend mit Therese Giehse auf mehreren Schallplatten sowohl in der BRD wie auch in der DDR.

Während der Zeit von 1937 bis 1966 war Giehse am Schauspielhaus Zürich sowohl als festes Ensemblemitglied wie auch als Gast engagiert. Sie wirkte in den Brecht-Uraufführungen von Mutter Courage und ihre Kinder am 19. April 1941 sowie von Herr Puntila und sein Knecht Matti am 23. April 1948 mit. Am 22. September 1949 spielte sie in der ersten Premiere nach ihrer Emigration an den Kammerspielen in München in Der Biberpelz von Gerhart Hauptmann mit. Von 1949 bis 1952 war Giehse Mitglied am Berliner Ensemble und von 1949 bis 1973 auch an den Münchner Kammerspielen engagiert.

Am Zürcher Schauspielhaus wirkte Giehse in den Uraufführungen von Friedrich Dürrenmatts Theaterstücken Der Besuch der alten Dame am 29. Januar 1956 sowie in Die Physiker am 21. Februar 1962 mit. Die Physiker wurden ihr vom Autor gewidmet. An den Kammerspielen in München wirkte sie am 4. Oktober 1967 in der Uraufführung von Die Landshuter Erzählungen von Martin Sperr mit.

Am 24. Juni 1955 verlieh man ihr das Filmband in Silber für ihre Rolle in dem Spielfilm Kinder, Mütter und ein General.

Am 10. November 1988 wurde Giehse mit einer Briefmarke der Dauermarken-Serie Frauen der deutschen Geschichte geehrt. Da es sich bei dem Wert der Marke seinerzeit um das Standardporto für Briefe handelte, wurde Giehse hierdurch auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt.

In München wurde 1975 die Therese-Giehse-Allee in Neuperlach nach ihr benannt, in Unterschleißheim 1995 die Therese-Giehse-Realschule. In Zürich-Oerlikon existiert eine Therese-Giehse-Straße. Im Hamburger Bezirk Bergedorf ist im Stadtteil Neu-Allermöhe-Ost ebenfalls eine Straße nach ihr benannt, der Therese-Giehse-Bogen. Auch in Berlin-Spandau gibt es eine Therese-Giehse-Straße. (Quelle: wikipedia)

Therese Giehse in

Und die interessante Seite fembio weiß folgendes über Therese Giehse zu berichten:

Thereses gutbürgerliche jüdische Familie riet ihr davon ab, zum Theater zu gehen; sie sei »doch überhaupt nicht schön«. Zum Glück besaß die junge Frau schon früh ihren später so berühmten Eigensinn und folgte dem eigenen Willen – und wurde zur überragenden und beliebten, immer sozial und politisch engagierten Schauspielerin, die von der Weimarer Republik bis zu ihrem Tode fast ununterbrochen das moderne Theaterleben bereicherte und schließlich prägte. Nach sieben »Lehr- und Wanderjahren« in der Provinz wurde Giehse 1926 nach München an die Kammerspiele geholt. Zu den vielen politischen Dramen, die damals dort aufgeführt wurden, zählt auch Cyankali, das Stück des Arztes und Schriftstellers Friedrich Wolf gegen den Paragraphen 218.

Giehse, eine der meistbeschäftigten SchauspielerInnen an den Kammerspielen, war bei Hitler und seinen Nazis, die das Theater trotz seines politischen Protestcharakters oft besuchten, besonders beliebt. »Endlich ein deutsches Weib in diesem verjudeten Haus!« meinten sie, aus Unkenntnis ihrer jüdischen Herkunft. Auch Thornton Wilder, Karl Kraus und Thomas Mann gehörten zu ihren Bewunderern.

BriefmarkeKnapp einen Monat vor der Machtübernahme der Nazis gründeten Therese Giehse, Erika und Klaus Mann und der Musiker Magnus Henning in München das literarische Kabarett Die Pfeffermühle. Das Kabarett, das »indirekt politisch« gegen die Nazis arbeitete, mußte bald ins Ausland, und am 13. März 1933 floh Therese Giehse zur Mann-Familie in die Schweiz. Bis 1937 reiste sie mit der Pfeffermühle quer durch Europa. Die international beliebte deutsche EmigrantInnentruppe feierte am 26.4.36 in Amsterdam ihre 1000. Vorstellung, bevor sie sich 1937 nach einer enttäuschend verlaufenen Amerika-Tournee auflöste. Erika Manns Versuch, die antifaschistische Botschaft der Pfeffermühle auch in New York zu verkünden, war auf taube Ohren gestoßen.

1936 hatte Giehse den schwulen englischen Schriftsteller John Hampson-Simpson geheiratet, um zu einem britischen Pass zu kommen, da die EmigrantInnen von Hitler ausgebürgert worden waren. Über ihre Liebesbeziehung zu Erika Mann in dieser Zeit hatte sie ihrer späteren Gesprächspartnerin und Biographin Monika Sperr »nichts zum Sagen«, wie sie sich auch grundsätzlich dagegen sträubte, etwas über ihr Privatleben preiszugeben: »Aber über mich red’ ich nicht.«

Nach der Auflösung der Pfeffermühle ging Giehse zurück ans Zürcher Schauspielhaus. Aus dem finnischen Exil schickte Brecht ihr 1941 seine Mutter Courage zur Uraufführung. 1948 begann dann ihre entscheidende Zusammenarbeit mit Brecht, der sie 1949 nach Berlin an sein Berliner Ensemble holte. Dort hat sie auch selbst (im Zerbrochenen Krug) Regie geführt. Nach 1952 wieder an den Münchener Kammerspielen, war sie mit Marieluise Fleisser befreundet, in deren Komödie Der starke Stamm sie 1950 die Hauptrolle spielte.

Während der 50-er und 60-er Jahre machte Giehse die großen Frauenrollen von Friedrich Dürrenmatt berühmt und trat im Film (Mädchen in Uniform, Kinder Mütter und ein General u.a.) und im Fernsehen auf. Bis zuletzt war sie aktiv und engagiert, stets für neue Ideen offen, vor allem für die Bemühungen von jungen Theaterleuten wie Peter Stein, Martin Sperr, Franz Xaver Kroetz. Nach einer Augenoperation starb Therese Giehse unerwartet an Nierenversagen. (Quelle: fembio)

Als Therese Giehse dann 1975 verstarb veröffentlichte man diesen Zusammenschnitt von Aufnahmen die zwischen 1967 – 1972 auf der Deutschen Grammophon unter dem Titel „Ein Berthold Brecht Abend“ erschienen sind (2 Alben).

So sperrig ihr Gesangsstil auch sein mag, so überzeugend ist er … und man kann sich nicht nur von der Giehse begeistern lassen, sondern wiedermal mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen, mit welcher Sprachgewalt Berthold Brecht seine bissigen aber auch verzweifelten Kommentare formuliert hat.

Therese Giehse mit Klaus Havenstein in dem Film

Besetzung:
Therese Giehse (vocals)
+
Peter Fischer (musikalische Leitung)

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Titel:

Die Lieder der Mutter Courage:
01. Lied der Mutter Courage 5.40
02. Das Lied von der grossen Kapitulation 4.38
03. Das Wiegenlied 1.13
(Musik: Paul Dessau)

Die Lieder der Mutter:
04. Lob des Kommunismus 1.17
05. Lob der dritten Sache 0.58
(Musik: Hanns Eisler)

Lieder von Hanns Eisler:
06. Ballade vom Wasserrad 4.12
07. Deutsches Miserere 2.20
08. Lied einer deutschen Mutter 1939 1.32
09. Mutter Beimlen 1.47

Lieder von Peter Fischer:
10. Der Apfelböck oder die Lilie auf dem Felde 4.52
11. Der Wolf ist zum Huhn gekommen 1.48
12. Die Krücken 1.40
13. Das Lied von der Tünche 2.28
14. Die haltbare Graugans 1.55
15. Lied der Schwestern 2.09
16. Gegen Verführung 1.33
17. Grosser Dankchoral 2.25

Alle Texte: Bertholt Brecht

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