Mary Roos – Jugendsünden (2011) ( CD 3)

FrontCover1Jetzt wird es wieder mal oppulent und intensiv … das frühe Werk von Mary Roos … und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus … was diese Mary Roos so alles angestellt hat, allein in ihren jungen Jahren. Ausführlichere Informationen dazu findet man in Teil 1 dieser Edition.

Und hier Teil 3 dieser Edition, wobei man dazu sagen muss, dass diese Edition hier erweitert wird um einen Teil 4 mit weiteren interessanten und raren Sachen zu dem Thema: “Die Jugendsünden der Mary Roos”. Verdanken können wir das wiedermal dem Mr. Jancy, der sich wieder mal mit dieser Leihgabe mehr als spendabel gezeigt hat … vielen Dank !

Und man kommt deshalb kaum aus dem Staunen heraus, weil der output der jungen Mary Roos schier unglaublich ist, und  der dritte Teil dieser Edition enthält 33 Titel ! Und insgesamt sind es 100 Titel aus dem Zeitraum 1958 – 1969 ! Unglaublich !

Mit einer eher ungewöhnlichen Offenheit stellt Mary Roos ihre Zeit in den 60er Jahren sehr realistisch dar:

“Alles in allem ist Mary Roos zwar in den 60er-Jahren kontinuierlich auf Festivals und in den Medien präsent, das aber tendenziell als B-Sängerin. Sie ist durchaus bekannt, bislang jedoch eher mäßig erfolgreich. Obwohl Toningenieure, Autoren, Produzenten und Kritiker über alle Maßen von Marys Talent überzeugt sind, lässt der große Durchbruch auf sich warten.” (Quelle: Mary Roos website)

Das änderte sich dann aber und die gute Mary Roos ist bis heute aktiv !

Mit Udo Jürgens in Knokke, Belgien (1968)

Mit Udo Jürgens in Knokke, Belgien (1968)

Hier aber nun die ausführliche Würdigung ihrer “Jugendsünden” in den 60er Jahren und zwar mit dem Teil 3 dieser prachtvollen Edition:

AutogrammkarteUnd ich weiß auch nicht warum, dieser dritte Teil ist besonders interessant, denn hier finden sich etliche „anspruchsvollere“ Lieder. Das mag ja daran liegen, dass viele der Lieder aus den späten 60er Jahren stammen und somit der damalige Zeitgeist auch an ihr, bzw. an ihren Textern nicht vorbei ging.

Bei ihren Aufnahmen aus dem Jahr 1968 hat sie sich endgültig entpuppt … aus einer trällernden Schlagersängerin wurde eine beeindruckende Chansoneuse, die mehr als einmal an die große Hildegard Knef erinnert. Es ist wirklich mehr als erstaunlich, welche Entwicklung Mary Roos gemeinsam mit ihrem langjährigen Produzenten Horst Heinz Henning in den 60er Jahren gemacht hat.

Und dieser Teil drei zeigt dies mehr als eindrücklich, denn aber dem track 24 kann man dann ihre Aufnahmen, die sie als „Rosemarie“ in den Jahren 1958/1959 gemacht hat hören: Drolliger 50er Jahre Sing-Sang (Little-Teenager-Songs: Ich möcht schon 16 Jahre sein), über den man heute nur herzhaft schmunzeln kann. Und bereits in ihren jungen Jahren konnte sie perfekt jodeln !

Und eigentlich wäre ja nun Schluß, denn diese wirklich beeindruckende Edition enthält „nur“ 3 CD`s. Aber der famose Mr. Jancy hat mir dann noch ein extra Päckchen geschict, mit mehr als wertvollen Ergänzungen:

– Das gesammte booklet
– Die komplette und megarare LP „Golden Love“ (Center Records)- ein Interview mit Mary Roos genau zu dieser Edition und
– eine ziemlich komplette Diskographie von Mary Roos …

Und deshalb gibt es demnächst Teil 4 dieser erfreulichen Jungendsünden der Mary Roos.

DieEdition

Titel:
01. Allein unter Millionen (Henning/Brunner/Schwer) 2.56
02. Riesenrad Ballade (Henning) 2.24
03. Sommerzeit (war die Zeit uns’rer Liebe) (Summertime) (Gershwin/Henning) 2.38
04. Leise (Henning) 2.32
05. Ich schenk‘ Dir zum Geburtstag einen Parkplatz (Henning/König) 2.28
06. Die kleine Stadt will schlafen geh’n (Bochmann/Berger) 3.01
07. Der Baum (Henning) 3.16
08. Aus Dunkelrot wird Rosa (Henning/Chrislin/Lehn) 2-28
09. Meines Großvaters Uhr (Traditional/Henning/Work) 3.02
10. Die Legende vom gläsernen Berg (Henning) 3.04
11. Paff, der Zauberdrachen (Colpet/Yarrow/Oldörp/Lipton) 4.02
12, Das kleine Chinamädchen Li (Sulzböck/Reindl) 2.26
13. Das Lied von St. Bernadette (Henning/Parker) 2.43
14. Froschballade (Jary/v.Stollberg) 3.07
15. Aquarium Ballade (Henning) 2.57
16. Der Mond sprach zur Sonne (Jary/Orling) 2.33
17. Du (Mogol/Oldörp/Donida) 2.47
18. Gold ist nur Gold  (Henning) 2.21
19. La legende de l’amour (Henning/Exwell) 2.24
20. Det är härligt att leva (Henning) 2.23
21. Livet är en strid  (Henning) 2.36
22. Another World Tomorrow (Siegel/Busch/Exwell) 3.11
23. Are You Ready For Love? (Hawkshaw/Cameron) 2.20
24. Ferien-Polka (Lindau/v.Kessler) 2.42
25. Ja, die Dicken sind ja so gemütlich (Götz/Ackermann/Schuhmacher) 2.41
26. Little-Teenager-Song (Götz/Ackermann/Schuhmacher) 2.30
27. Dann wär‘ was los (Wenn das mein Vati wüßte) (Olias/Doll/Zeller) 2.32
28. Jodel-Rosemarie (Hildebrandt/Henning) 2.10
29. Ich möcht schon 16 Jahre sein (Götz/Heinzelmann/Prinz) 2.02
30. In Musik hab‘ ich ’ne „1“  (Gestern sprach der Lehrer…) (mit den Horst Wende Tanzsolisten) (Lüth/Nowa/Lindenau) 2.40
31. Wir fahren mit der Choo-Choo-Choo (Blecher/Götz) 2.47
32. Blue-Jean-Boy (Niessen/Ström) 2.17
+
33. Tausend und ein paar Meilen (Henning/Lomen) 2.01

SingleTausendundeinpaarMeilen
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Mehr von Mary Roos:

MaryRoos

 

Hermann Leopoldi – Der Krankenkassenpatient + Ich bin ein Durchschnittswiener (1958)

FrontCover1Eine wahrhaft wackere Bigraphie:

Hermann Leopoldi (* 15. August 1888 in Gaudenzdorf, Meidling-Schönbrunner Straße (heute Wien, 12. Bezirk, Schönbrunner Straße 219[1]) als Hersch Kohn; † 28. Juni 1959 Wien, 9. Bezirk, Mariannengasse 10 (Poliklinik)), war ein österreichischer Komponist, Kabarettist und Klavierhumorist.

Sein Vater Leopold Kohn – die offizielle Änderung des Familiennamens in Leopoldi erfolgte 1911[2] – war Musiker und brachte seinen Söhnen Ferdinand (1886–1944) und Hermann das Klavierspiel bei. Er bemühte sich auch um Engagements für die beiden; 1904 ging Hermann bereits in sein erstes Engagement als Klavierbegleiter, später wurde er Kapellmeister, Barpianist und bald Klavierhumorist und Komponist.

1911 heiratete er Eugenie Kraus (1894–1982), aus der Ehe gingen zwei Kinder, Norbert (1912–1992) und Gertrude (1915–1992), hervor. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges rückte er ein und betätigte sich bald als Klavierhumorist und Kapellmeister im Frontvarieté. 1916 erfolgte sein erster großer Auftritt im Wiener Etablissement Ronacher. Nach dem Ersten Weltkrieg war das Unterhaltungsbedürfnis groß, dementsprechend waren auch die Brüder Leopoldi viel beschäftigte Künstler. 1922 eröffneten sie schließlich zusammen mit dem Conférencier Fritz Wiesenthal das Kabarett „Leopoldi-Wiesenthal“, kurz „L.W.“, in der Rothgasse 5 im ersten Wiener Gemeindebezirk. Das Lokal wurde bald weit über die Landesgrenzen bekannt. Neben Leopoldi-Wiesenthal traten hier mehr oder weniger regelmäßig Charlotte Waldow, Franzi Ressel, Armin Berg, Hans Moser, Szöke Szakall, Max Hansen, Fritz Grünbaum, Karl Valentin oder Raoul Aslan und Otto Tressler auf. 1925 mussten sie das Lokal jedoch aus finanziellen Gründen schließen, keiner der Betreiber hatte jemals kaufmännisches Handeln erlernt. Daraufhin gastierten sie in Berlin, in der Schweiz und unternahmen Tourneen.

„Am Klavier: Leopoldi von der Savoy-Bar in Wien“, Baden, 1913

„Am Klavier: Leopoldi von der Savoy-Bar in Wien“, Baden, 1913

Hermann Leopoldi wurde langsam zu einem der populärsten Liederkomponisten und Vortragskünstler. Er schuf die Musik zu Wienerliedern und Chansons, vertonte Texte von Peter Herz, Rudolf Skutajan, „Salpeter“ (d.i. Karl Pollach), Theodor Waldau, Robert Katscher, Fritz Löhner-Beda, Fritz Rotter oder Hanns Haller. Seine Bühnenpartnerin war ab 1929 Betja Milskaja, eine gebürtige Russin. Gemeinsam gastierten sie unter anderem in Berlin, Paris, Budapest, Bukarest, Prag, Karlsbad und natürlich Wien.

Um dem unmittelbar drohenden Anschluss Österreichs am 11. März 1938 zu entkommen, fuhren beide noch in der Nacht zu einem schon geplanten Auftritt am 12. März nach Brünn. Der bereits mit Flüchtlingen überfüllte Zug, unter ihnen war auch Fritz Grünbaum, wurde an der tschechischen Grenze angehalten. Edvard Beneš hatte die Grenze für Flüchtlinge sperren lassen, und so wurden alle zurückgeschickt. Am 26. April 1938, Leopoldi hatte zusammen mit seiner Frau bereits die Einreise in die USA vorbereitet, wurde er aus seiner Wohnung zur „Auskunft“ ins Polizeikommissariat gebracht, von dort in das Notgefängnis in der Karajangasse und anschließend ins KZ Dachau überstellt, wo er gemeinsam mit Fritz Grünbaum, Paul Morgan und Fritz Löhner-Beda inhaftiert war. Im September 1938 wurden sie ins KZ Buchenwald deportiert. Dort entstand das Buchenwaldlied, zu dem er auf den Text von Löhner-Beda die Musik komponierte. Die Melodie zum so genannten Dollfußlied (Lied der Jugend) stammt dagegen Peter Diem zufolge von Alois Dostal (Wien 1878–1953 Wien) und nicht von Leopoldi, dem es weithin zugeschrieben wurde. Textdichter und Komponist traten unter dem Pseudonym Austriacus auf; es wurde auch von den Nationalsozialisten Hermann Leopoldi zugeschrieben, der im KZ festgehalten wurde, bis Rudolf Henz als Zeuge bestätigte, dass Leopoldi mit dem Dollfußlied nichts zu tun habe.

Inzwischen konnten seine Frau, die bereits in den USA war, und deren Eltern Leopoldi „freikaufen“ und schickten ein Affidavit. Er gelangte über Hamburg nach New York, wo er von Familie und Reportern erwartet wurde. Gleich nach dem Betreten amerikanischen Bodens küsste er diesen, ein Bild, das um die Welt ging.

LeopolidInNewYork
Dieser Beginn half ihm beim Einstieg in das amerikanische Unterhaltungsgeschäft. Bald trat er in „Eberhardt’s Café Grinzing“ in New York mit seinen Wiener Liedern auf und lernte dort Helly Möslein, seine spätere Bühnen- und Lebenspartnerin, kennen. Mit den ebenfalls emigrierten Textdichtern wie Robert Gilbert, Kurt Robitschek, Arthur Berger und auch mit Helly Möslein wurde Leopoldis Repertoire an die neue Sprache angepasst. Mit I am a quiet Drinker oder A Little Café Down the Street konnten beide bald mit großem Erfolg eigene Vorstellungen in deutschsprachigen New Yorker Exilcafés, wie dem „Old Vienna“ oder im „Viennese Lantern“, und auch in anderen Städten der USA geben.

Nach Kriegsende und auf Einladung des damaligen Unterrichtsministers Hurdes sowie des Wiener Kulturstadtrates Matejka kehrten Leopoldi und Möslein 1947 nach Wien zurück. Leopoldi konnte dort weitermachen, wo er 1938 jäh unterbrochen worden war. Bars, Varietés, Vergnügungslokale rissen sich um ihn, er unternahm gemeinsam mit Möslein Tourneen durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. 1955 wurde ihm und Möslein ein Sohn Ronald geboren.

Hermann Leopoldi, Helly Möslein und Arthur Berger (v.l.n.r.), USA ca. 1943

Hermann Leopoldi, Helly Möslein und Arthur Berger (v.l.n.r.), USA ca. 1943

 

Sein ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof, (Gruppe 15C, Reihe 2, Nr. 18) wo auch seine Lebenspartnerin Helly Möslein beerdigt ist. (Quelle: wikipedia)

Angesichts dieser Biographie kann man mal wieder nur staunen, dass dieser Mann seinen Humor nicht verloren hat. Und davon hatte er genug, wie man sich bei dieser Single überzeugen kann …. Wiener Schmäh in Perfektion und Reinkultur !

BackCover1

Besetzung:
Hermann Leopoldi (piano, vocals)

Single mit Firmencover

Titel:
01. Der Krankenkassenpatient (Leopoldi/Haller) 4,27
02. Ich bin ein Durchschnittswiener (Leopolid/Berndt) 2.56

LabelA1

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Brief von Hermann Leopoldi aus dem KZ Buchenwald an Eugenie Leopoldi (Januar 1939)

Georg Kreisler – Everblacks zwei (1974)

FrontCover1Da gibt es so ne ganz spezielle Steigerungsform und die lautet:

Böse – bitterböse – Gerog Kreisler:

Ich habe ja ein Herz für schräge Typen … und von daher ist der Georg Kreisler genau richtig …

Georg Franz Kreisler (geboren am 18. Juli 1922 in Wien; gestorben am 22. November 2011 in Salzburg) war ein Komponist, Sänger und Dichter. Weltanschaulich sah er sich als Anarchist. Er stammte aus einer österreichischen Familie. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft war er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich 1938 mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten emigriert und nahm 1943 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. 1955 kehrte er nach Europa zurück.

Dagegen, vorrangig als Kabarettist bezeichnet zu werden, hat sich Kreisler, der diesen Beruf in jungen Jahren zur Bestreitung seines Lebensunterhalts ausgeübt hatte, immer wieder gewehrt. Ebenso verwahrte er sich dagegen, als Österreicher bezeichnet zu werden: „Aber auf keinen Fall bin ich Österreicher… Ich bin seit 1943 amerikanischer Staatsbürger, obwohl mir der Clinton noch nie zum Geburtstag gratuliert hat.“

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Die Anfänge seiner Karriere lagen in den USA. Seit Mitte der 1950er Jahre wurde er im deutschen Sprachraum durch Lieder wie Tauben vergiften, Der Tod, das muss ein Wiener sein und Wie schön wäre Wien ohne Wiener populär. Mit seinem schwarzen, tiefsinnigen Humor und Sprachwitz hat Kreisler das musikalische deutschsprachige Kabarett seiner Zeit als Interpret und Verfasser eigener Werke stark geprägt (Quelle: wikipedia)

Hier in diesem blog ein weiteres Beispiel für seinen genial-schwarzen Humor (den man freilich auch mögen muss) oder auch, wie er es formulierte „makabre Grotestke“.

Und ja, der Georg Kreisler muss ne Art Hassliebefür sein Heimatland und möglichweise auch für die Stadt Wien gehabt haben („Wien ohne Wiener“, „Der Tod, das muß ein Wiener sein“

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Ansonsten nimmt er alles auf Korn, was ihm wohl jemals vor die Flinte kam … und kann da auf seinen ganz speziellen Wortwitz bauen.

Und ja, der Konstantin Wecker war wohl auch von dieser ganz speziellem Vortragsspiel geprägt.

Und ja … dieses Doppelalbum (ein kleiner Hinweis, wie populär er damals wohl war) bietet nicht nur all die Facetten des Georg Kreislers, sondern auch viel Substanz zum hinhören und zum nachdenklich werden.

Und ja … politisch war er auch („Wo sind die Zeiten dahin“)

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Besetzung:
Georg Kreisler (vocals, piano)

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Titel:
01. Telefonbuchpolka 5.07
02. Alpenglühen 5.22
03. Lied für Kärntner Männerchor 4.57
04. Wien ohne Wiener 4.48
05. Der Tod, das muß ein Wiener sein 4.45
06. Der Bluntschli 4.12
07. Der schöne Heinrich 5.43
08. Bessarabien 3.40
09. Sport ist gesund 2.21
10. Wo sind die Zeiten dahin 4.15
11. Ich hab ka Lust 3.26
12. Dreh das Fernsehen ab 4.47
13. Der Paule 4.14
14. Der Ausländer 4.15
15. Max 6.59
16. Onkel Joschi 6.07
17. Der Witz 4.18
18. Mein Weib will mich verlassen 2.06
19. Treten Sie näher, Franz Josef 5.14
20. Zu leise für mich 4.09

Texte und Musik: Georg Kreisler

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Bessie Brühl – 2 Augen für die Nacht (2001)

FrontCover1Jetzt wird es ganz schön schräg, wenn die Rede auf Bessie Brühl kommt.

Eigentlich heißt sie ja Elisabeth Gräfin von Brühl … und kann wohl auf einen formidablen Stammbaum blicken … Der interessiert sie aber nicht sonderlich … denn:

Geb. 1959 als Maria Elisabeth Annaberta Desiree Gertrud Henriette Gräfin von Brühl, keimte in einer halbadligen Künstlerfamilie mit Hang zur Dramatik.

Nach intensiven Fluchttätigkeiten ab dem 4. Lebensjahr – Arbeit als Filmkomponistin, Synchronsprecherin, Theatermusik u. Tourneen traf sie anlässlich ihrer 1. Solo-LP in Wien bei ihrem Auftritt in d. Fernseh-Sendung „Live aus dem Alabama“ den „Ostbahnkurti“ und Günther Brödl, der sie und ihren Song „Blaua Montag“ als Gast für die nächste Live-LP einlud.
Es folgten gemeinsame Tour-Auftritte und künstlerische Zusammenarbeit mit G. Brödl samt Freundschaft („Samtfreundschaft“)

BessieBrühl01Bessie Brühl blieb in Wien „bappen“, spielte und komponierte für Filme, Wiener Theater, schrieb f. d. Wiener Frauenverlag, veranstaltete die ersten „Wiener Erotikwochen“ und entdeckte ihre Liebe zur Wiener Unterwelt.
In der „Oberwelt“ wurde sie mehrmals für „Playboy“ fotografiert, welche Fotos jedoch nie erschienen, weil diverse Artdirektoren zu Tode kamen …

1992 zog sie in die Schweiz, lebte in besetzten Häusern, tourte, komponierte, spielte und schrieb – und arbeitete in der Gastronomie, als Regisseurin und Privatlehrerin.

Nach einem schweren Unfall seit 1999 wieder in ihrer Heimatstadt München, schreibt sie seltsame Kochbücher, als Ghostwriter und für Undergroundmagazine. (Quelle: cafeconcerto.at, 2013)

Das klingt nach einem mehr als bewegtem Leben und musikalisch trat sie erstmals 1983 in Erscheinung mit der Single „Die Rose vom Wörthersee“ … dann 1985 die LP „Prinzessin auf dem Mond“ …

Ihre Zeit mit dem Ostbahn-Kurtie war wohl auch ziemlich heftig … :

OstbahnKurtiBrühl

Bessie Brühl und der Ostbahn Kurti

„Der Kurti hatte schon im Zuge der Aufnahme zu „NOCHSCHICHT“ 1976 die echte Bluessängerin und Gräfin Elisabeth „Bessie“ von Brühl in einschlägigen Etablissements bewundert. Neun Jahre später treffen die beiden wieder zusammen, und Bessie Brühl kommt im Oktober 85 mit der Chefpartie #10 nach Wien um an den Aufnahmen für „LIVE“ mitzuwirken.
Nach einer chaotisch verlaufenen Adventtour 85 und dem, in nur einer Nacht aufgenommenen Duett „Rendezvous“ verläßt Bessie pünktlich am Morgen des 24. Dezember die Chefpartie um fürderhin eigene Wege zu gehen.
Das während ihrer Übersiedlung von Wien nach München gestartete Projekt „Bessie Brühl Band“ (mit Charly Horak am Baß) wird nach internen Turbulenzen und nach einem TV-Auftritt in der BRD auf Eis gelegt. Wohl für immer.“ (Quelle: ostbahn.at)

Wie gesagt es folgten diverse Kunst- und Musikprojekte …

Eines dieser Projekte der eher unbekannten Art ist diese CD, die wie mir scheint, so ne Art Mini-Privat-Pressung ist (billiger Druck auf billigstem Papier, die CD war ne CD zum selber brennen, handbeschriftet). Es ist ein Live-Mitschnitt (vermutlich in einem kleinen Club) und der ist nicht unbedingt was für zarte Bemüter. Da kotzt sich eine auf der Bühne aus … wenn man weiss, was diese Gräfin schon alles erlebt hat (demnächst mehr davon) … der wundert sich dann nicht mehr.

Sie ist schrill, hysterisch, poetisch und schauderhaft … diese Mischung muss man mögen …

Na ja … und das noch: Bessie Brühl; 8. 7. 1959 – 9. 8. 2017 … wie gesagt: demnächst mehr davon

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Besetzung:
Bessie Brühl (vocals, guitar, piano)

ImEmmental

Im schweizerischem Emmental

Titel:
01. Schwester Morphium 3.09
02. Zeitlos 2.09
03. Livin´ In Abundance 2.56
04. … es ist spät wie die Hölle 4.13
05. Party´s Over Now 3.36
06. Kalt wie Gummi 2.10
07. Dying Swans 5.36
08. Halleluja, ich fall runter 4.08
09. Prinzessin auf dem Mond 4.45
10. My Name Is Frank Silver 4.36
11. Ich bin Mona Lisa 4.44

Texte und Musik: Bessie Brühl

CD1

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Ute Lemper – Sings Kurt Weill (1988)

FrontCover1Also für mich ist die Ute Lemper schon eine der großen Ausahmekünstlerinnen, die auch internationale Erfolge aufweisen kann:

Ute Gertrud Lemper (* 4. Juli 1963 in Münster) ist eine deutsche Musicaldarstellerin, Chansonsängerin und Schauspielerin.

Ute Lemper erhielt Klavier- und Ballettunterricht. Sie studierte Tanz am Institut für Bühnentanz in Köln und Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Lemper war unter anderem in den ersten deutschsprachigen Produktionen von Cats zu sehen.Darüber hinaus war sie bei Peter Pan, Der blaue Engel, Chicago zunächst in London und später in New York am Broadway, Cabaret in Paris und bei Starlight Express zu sehen. Für ihre Engagements in New York zog sie mit ihren beiden Kindern in die Vereinigten Staaten. 1982 nahm sie am ersten Popkurs in Hamburg teil, wurde jedoch schon nach der Halbzeit von Peter Weck nach Wien geholt.

Für die deutschen Versionen der Disneyfilme Arielle, die Meerjungfrau (Synchronisation von 1989) und Der Glöckner von Notre Dame (1996) sang sie die Parts der weiblichen Hauptfiguren Arielle und Esmeralda.

1991 trat Lemper im Rahmen der Wohltätigkeitsveranstaltung Stars in der Manege als Vertikalseilartistin auf.

Außerdem ist sie Interpretin von Kurt-Weill-Werken. Lempers Interesse gilt dabei besonders Komponisten und Autoren der Zwischenkriegszeit sowie der Kriegsjahre, insbesondere aus dem Cabaret. Daneben ist ihre Zusammenarbeit mit Michael Nyman erwähnenswert. Ute Lemper lebt heute in den USA, an der Upper West Side in New York, und hat in Konzerthäusern weltweit Erfolge. Aus ihrer Ehe mit dem US-Komiker David Tabatsky gingen ein Sohn (* 1994) und eine Tochter (* 1996) hervor. Mit dem Musiker Todd Turkisher, der als Schlagzeuger mit ihr auf Tour geht und den sie 2011 heiratete, hat sie zwei Söhne (* 2005, * 2011).

UteLemper
2007 war Lemper Jurymitglied in den ersten sieben Folgen der zweiten Staffel der RTL-Tanzshow Let’s Dance, im Finale der Show wurde sie von Dieter Bohlen vertreten, da sie eine Konzertverpflichtung hatte.

Ute Lemper hatte im Jahr 1994 einen Kurzauftritt in Robert Altmans Film Prêt-à-Porter. Sie tritt als hochschwangeres Model, zum Ende des Films sogar nackt auf. Auf die Frage, was ihr Bauch zu bedeuten habe, erwidert sie: „Großer Fisch im Aquarium“ (im Original: „Big fish in the trunk“).

1987 hatte sie eine Serienrolle in der ZDF-Serie Das Erbe der Guldenburgs in der Rolle der Peggy Brinkley. Des Weiteren spielte sie 1985 eine Nebenrolle an der Seite von Stephan Remmler in dem Film Drei gegen Drei.

Hauptrollen spielte sie in französischen Filmproduktionen wie Moscou Parade, Coupable d’innocence und zuletzt 1997 in dem von Benoît Lamy inszenierten Thriller Der Mann im Lift (Combat des fauves), in dem sie als Femme fatale den im Lift stecken gebliebenen Richard Bohringer quält. Weiters spielte sie in Appetite (1998) von George Milton an der Seite von Trevor Eve eine alternde Pornodarstellerin und war in A River Made to Drown In (1997) mit Richard Chamberlain zu sehen.

Ferner wirkte sie in Ilona Zioks international preisgekröntem Cabaret-Film Kurt Gerrons Karrusell mit, der 1999 in der Panorama-Sektion der Berlinale seine Weltpremiere feierte. Darin sang sie Die Moritat von Mackie Messer, deren erster Interpret im Theater Kurt Gerron gewesen war. (Quelle: wikipedia)

Und ihre Interpretation all dieser klassischen Kurt Weill Songs kann man nur beeindruckend nennen. Sie intoniert bissig, scharf, schneidend …

Und bei Mackie Messer krieg ich ne Gänsehaut …

Und wenn ich vorhin schrieb, dass Ute Lemper eine Ausnahmekünstlerin ist, dann trifft das umso mehr auf den Komponisten Weill zu !

UteLemper2
Besetzung:

Ute Lemper (vocals)
Wolfgang Sebastian Meyer (harmonium)
Kai Rautenberg (piano)
+
RIAS Berlin Kammerensemble unter der Leitung von John Mauceri

Booklet03A

Titel:

Der Silbersee:
01. Fennimores Lied (Kaiser/Weill) 3.08
02. Cäsars Tod (Kaiser/Weill) 2.46

Die Dreigroschenoper:
03. Die Moritat von Mackie Messer (Brecht/Weill) 3.12
04. Salomon-Song (Brecht/Weill) 4.25
05. Die Ballade von der sexuellen Hörigkeit(Brecht/Weill) 3.23

Berliner Requiem:
06. Zu Potsdam unter den Eichen (Traditional/Weill) 2.08
07. Nannas Lied (Brecht/Weill) 3.42

Der Silbersee:
08. Lied des Lotterieagenten (Kaiser/Weill) 4.42

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny:
09. Alabama-Song (Brecht/Weill) 4.39
10. Denn wie man sich bettet (Brecht/Weill) 4.28
11. Je ne t’aime pas (Brecht/Weill) 3.42

One Touch Of Venus:
12. I’m A Stranger Here Myself (Perleman/Nash/Weill) 3.01
13. Westwind (Perleman/Nash/Weill) 2.47
14. Speak Low (Perleman/Nash/Weill) 4.11

CD1

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Verschiedene Interpreten – Gala-Show der Stars (1970)

FrontCover1.JPGUnd wieder einmal eine dieser sog. Benefiz-LP´s der 70er Jahre …

Wir schreiben das Jahr 1970 und bei dieser LP geht es darum, die „Deutsche Sporthilfe“ zu unterstützen. Klar, es ging um die Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele 1972 in München … da wurde dieses Ereignis gepusht wie sonst noch was.

Und deshalb schreibt auch der schleimige und „ehrenwerte“ Herr Josef Neckermann ein paar Zeilen. Zur Erinnerung:

Am 15. September 1935 wurden die Nürnberger Rassengesetze erlassen. Jüdische Kaufleute wurden dadurch sowohl persönlich als auch unternehmerisch unter Druck gesetzt und deren Unternehmen auf legale Weise zu Spottpreisen „arisiert“. Neckermann profitierte mehrfach von diesen Zwangsverkäufen:

Josef Neckermann ließ sich von seiner Mutter seinen Erbanteil an der Kohlenhandlung in Höhe von 200.000 Reichsmark (RM) auszahlen. Am 25. Oktober 1935 übernahm er vom jüdischen Unternehmer Siegmund Ruschkewitz (1871–1940)[2] für 100.000 RM (wovon durch Neckermann nur 46.000 RM auf ein Sperrmark-Konto überwiesen wurden)[3] dessen 1898 gegründetes und wenig später in der Würzburger Schönbornstraße[4] befindliches Textilkaufhaus sowie das Niedrigpreisgeschäft Merkur mit insgesamt 130 Angestellten und 60 Außendienstmitarbeitern unter Übernahme der Schulden und Hypotheken. Die Warenhausbranche steckte in diesen Jahren in der Krise und der Kaufpreis lag deutlich unter dem Wert des Unternehmens.

Neckermann war 1933 der Reiterstaffel der SA beigetreten und wurde 1937 mit der Mitgliedsnummer 4.516.510 in die NSDAP aufgenommen. Im Jahr darauf entstand durch Arisierung des Unternehmens von Karl Amson Joel, (dem Großvater des US-amerikanischen Singer-Songwriters Billy Joel und des Dirigenten Alexander Joel) – er hatte sich in Nürnberg und in Berlin ein florierendes Textilherstellungs- und -versandunternehmen aufgebaut – die Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann.

Neckermann drückte den Kaufpreis und richtete beim Bankhaus Hardy & Co. in Berlin ein Treuhandkonto auf – wie sich im späteren Wiedergutmachungsprozess herausstellte – seinen eigenen Namen ein. Neckermann begründete dies damit, dass er das Geld vor dem Zugriff der NSDAP schützen wollte. Der mittlerweile in die Schweiz geflüchtete Joel klagte auf Auszahlung des Geldes, die Klage wurde aber mit der Begründung abgewiesen, er sei „Devisenausländer“.

Neckermann besaß damit das viertgrößte deutsche Textil-Versandhaus (nach Quelle, Witt Weiden und Schöpflin). Mit den Unternehmen Joels übernahm Neckermann auch den Mietvertrag von dessen Villa in der Tannenbergallee im Berliner Westend, die er mit seiner Frau Annemarie Neckermann bezog. (Quelle: wikipedia)

Das nur so am Rande … aber unerwähnt lassen wollte ich diese Fakten nicht.

SinglePack1

Nun gut … wir hören hier ausschließlich „Stars“ aus dem Hause Decca/Telefunken:

Die meisten davon kann man in die Kategorie „abgehalfterte Schlagersternchen“ einordnen … das gilt natürlich nicht für die Knef die hier gleich zweimal vertreten ist. Und auch die Valente war alles andere als ein kurzfristiger Erfolg.

Aber dann treten u.a. auf: Die Peggy March (die fand ich damals Klasse), Manuela (deren Frühwerke Mitte der 60er Jahre hatten wirklich Pfiff) und die France Gall (nun ja … die fand ich als 15jähriger auch nicht schlecht *ggg*).

Der Ronny ist auch vertreten und eine Tanja Berg zelebriert die deutsche Version des Gassenhauers „Na Na Hey Hey Goodbye“ …

SinglePack2

11 der 12 Songs erschienen übrigens auch als Single, nur die „Schiwago Melodie“ in der Fassung von Martin Böttcher gab´s damals nur auf einer LP (zumindest mein jetziger Kenntnisstand) … da damals lauschenden Damen war das sicherlich gleichgültig, denn zum Schmelzen brachte sie diese Melodie auch so.

Gleiches gilt wohl für den ersten Peter Maffay Hit „Du“ … der hier ja neulich schon mal sehr kritisch bewertet wurde. Nicht ganz zu Unrecht … aber ich gestehe freimütig … damals hörte ich mir den Songs heimlich, ganz heimlich an (bevor ich dann wieder „Paranoid“ von Black Sabbath auflegte …) er wecke in mir als eben 15jährigen Knaben furchtbare Sehnsüchte nach der ewigen, allumfassenden Liebe … nun ja … das Leben hat mich natürlich eines anderen gelehrt … aber ich gestehe nicht minder freimütig: selbst heute noch lösen diese Zeilen (und die entsprechende Musik) in mir … sentimental-kitschige Emotionen rühren sich und der sentimentale Hund in mir, beginnt mit dem Schwanz zu wedeln (das soll jetzt allerdings kein obszöne Metapher sein …).

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Schwamm drüber.

Solche Benefiz LP´s haben ja auch immer wieder aus heutiger Sicht ein paar Raritäten zu bieten,so auch hier:

Da ist zum einen ein „Michelangelo“: Der heißt eigentlich Rainer Limpert:

Michelangelo, bürgerlich Rainer Limpert, (* 10. Mai 1946 in Binenwalde, Gühlen-Glienicke) ist ein deutscher Schlagersänger.

Rainer Limpert besuchte das Gymnasium bis zur Obersekunda und absolvierte dann die MichelangeloAusbildung zum Buchhändler. In Frankfurt am Main nahm er Gesangsunterricht und wirkte in der Pop-Band seines Bruders mit.

1969 veröffentlichte er seine erste Single Sie trägt blau, blau, blau und trat mit seinen Begleitmusikern als Michelangelo and his Group damit am 18. Oktober 1969 in Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade auf. Die Singles Sie trägt blau, blau, blau und Wie ein Feuerwerk schafften es in die „Top 20“ der Zeitschrift Musikmarkt. 1971 konnte er seinen Titel Du bist meine Liebe zwei Wochen lang in den niederländischen „Top 40“ platzieren und erreichte dort Platz 22. Am 13. September 1971 trat er im ZDF-Magazin Die Drehscheibe als Sänger auf. Außerhalb der Niederlande erzielte er keine Charterfolge. Ein Tag mit Maria wurde ebenfalls von Michael Holm 1972 veröffentlicht.

Als 1971 Gunter „Yogi“ Lauke auf Anfrage von Albert-Carl Weiland (SR) Sänger für das Gesangsensemble Family Tree suchte, holte er Limpert mit ins Boot. Limpert sang bis zur Auflösung 1975 bei der Formation. (Quelle: wikipedia).

Er bracht es wohl auf insgesamt 8 Singles und hier macht er seine Sache gar nicht mal so schlecht.

Und dann haben wir noch eine gewisse Kirsti (Sparboe) … und stammte aus Norwegen:

Kirsti Sparboe (* 7. Dezember 1946 in Tromsø) ist eine norwegische Schlagersängerin und Schauspielerin.

Nach einer kaufmännischen Lehre arbeitete sie als Sekretärin. Sie trat in einer Tanzkapelle auf, nahm Gesangsunterricht und erhielt mit 17 Jahren ihren ersten Schallplattenvertrag. Bereits mit ihrer ersten Single Ballerina war sie 1964 in Norwegen und Schweden erfolgreich. 1965 nahm sie mit Karusell erstmals für Norwegen am Eurovision Song Contest teil, blieb aber ohne Erfolg wie auch bei ihren Teilnahmen 1967 und 1969.

KirstiEnde der 1960er Jahre kam sie unter dem Namen „Kirsti“ mit ihren von Telefunken produzierten Schlagern auch in die deutsche Hitparade. Ihren größten Erfolg hatte sie in der Bundesrepublik mit dem Titel Ein Student aus Uppsala, womit sie 1969 14 Wochen lang in den deutschen Charts vertreten war. 1970 beteiligte sie sich mit Pierre, der Clochard an der deutschen Vorentscheidung für den Grand Prix, konnte sich jedoch nicht qualifizieren. Mit den Singles Die treuen Husaren, Herzklopfen, Ich hab’ in Essen mein Herz vergessen, Pierre, der Clochard, Mr. Christopher Brown und Napoleon und Josephine konnte sie sich noch in einigen Rundfunk-Hitparaden platzieren. Sie wirkte auch in einigen Filmproduktionen mit. (Quelle: wikipedia)

Die konnte sich übrigens wesentlich länger halten … Bis in die 80er Jahre veröffentlichte LP`s und Singles.

Aber jetzt hinein ins Vergnügen, frei nach dem Motto:

Was so alles geschieht,
in der Carnaby Street,
und ein Carnaby Boy
spielt auf seiner guitar
für die Leute ein Lied
in der Carnaby Street.

Was so alles geschieht,
ja die Girls und die Boys
kommen raus aus dem Haus,
denn sie hören den Beat
in der Carnaby Street.

Allen geht der Beat in die Beine,
und die Melodie geht ins Ohr,
ja und alle denken das eine.
Das gibt es nur in der Carnaby Street.

Was so alles geschieht
in der Carnaby Street,
ja die Girls und die Boys
pfeifen alle das Lied
auf der Carnaby Street.

Was so alles geschieht
in der Carnaby Street,
ja die Girls und die Boys
zahlen gerne den Preis
und sie kaufen den Hit
auf der Carnaby Street.

la la la la …

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Titel:
01. Peggy March: In der Carnaby Street (Mayer/Bradtke) 3.05
02. Michelangelo: Wie ein Feuerwerk (Siegel/Sondock) 2.38
03. Caterina Valente: Tausend rosarote Pfeile (Little Arrows) (Hammond/ Hazelwood/Henning) 2.45
04. Peter Maffay: Du (Orloff/Kunze) 3.28
05. Hildegard Knef: Eins und eins, das macht zwei (Niessen) 2.53
06. Tanja Berg: Na Na Hey Hey Goodbye (de Carlo/Frashmur/Leka/Holm) 3.20
07. Hildegard Knef: Für mich soll’s rote Rosen regnen (Hammerschmid/Knef) 3.12
08. France Gall: A Banda (de Hollanda/Weyrich/Conta) 2.53
09. Manuela: Wenn du liebst (Heider/Relin) 3.59
10. Martin Böttcher: Schiwago-Melodie (Jarre) 2.12
11. Kirsti: Ein Student aus Uppsala (Mayer/Buschor) 2.17
12. Ronny: Nun leb wohl (Roloff/Hee) 2.55

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Die deutschen Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexico City:

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Hildegard Knef – So oder so ist das Leben (1963)

FrontCover1.JPGBei einer meiner früheren Hildegard Knef Präsentationen schrieb ich:

„Ich weiß beim besten Willen nicht, warum ich so lange gebraucht habe „die Knef“ als einen ganz besonderen musikalischen Schatz für mich zu entdecken.

Aber seit geraumer Zeit bin ich ganz vernarrt in ihre Musik“ …

… und dieses Album steigert meine Begeisterung nur noch:

Hier hören wir ihre erste Langspielplatte … und mit einer atemberaubenden Leichtigkeit und Souveränität singt sie sich durch eine Flut von Klassikern (im Potpourri-Stil) der deutschen Unterhaltungsmusik (man schaue sich mal die Titelliste an), gepfeffert mit einer heftigen Prise Jazz … und so findet eine Veredelung statt, die nun wirklich grandios ist.

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Textlich sind all diese Klassiker alles andere als „harmlos“ … sie zeichnen ein Bild einer üppigen, zuweilen auch frivolen Sicht des Lebens und fast in jedem Lied finden sich Zeilen … die quasi als Motto eines überschäumenden aber auch nachdenklichem Lebensstil sind.

Und sie zelebriert mit Genuss auch all jene Klischees, mit denen wir unser Leben versüßen (z.B. all ihre Paris-Lieder).

Und sie zelebriert auch ihre Lust auf Liebe („Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da“) … und kokettiert dann auch nur zu gerne mit Begegnungen, die man unter Vernunftgründen alles andere als vernünftig bezeichnen würde („Er war nie ein Kavalier“

Die Knef … sie ist zärtlich, störrisch, schroff, lustvoll, verzweifelt, voller Illusionen und zugleich illusionslos und sentimental ist sie auch noch … sie hat einfach so viele Facetten … ich wiederhole mich: atemberaubend !

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Da könnte man jetzt Stunden dafür verwenden … Zitate an Zitate zu reihen … das schenkt ich mir jetzt einfach mal … stattdessen meine dringende Empfehlung: reinhören:

Und dann als Draufgabe noch etliche Raritäten aus den Jahren 1952 bis 1957) …

Die CD-Wiederveröffentlichung enthält neben diese insgesamt „13 Bonustiteln“ auch noch ein Begleitheft, das den Namen nun wirklich verdient … mi t größter Sorgfalt weren die einzelen Titel vorgestellt und auch in ihrem historischem Zusammenhang gestellt. So lob´ ich mir das … eine mehr als angemessene Würdigung.

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Ich verneige mich vor dieser Diva !

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Besetzung:
Hildegard Knef (vocals)
+
Orchester Gerde Wilden
+
RIAS Tanzorchester unter der Leitung von Heinz Kiessling (bei 29.)
Unbekanntes Studio-Orchester (bei 32. – 34.)

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Titel:

Slowfox-Potpourri:
01. So oder so ist das Leben (Beckmann/Mackeben) 1.37
02. Ich hab‘ so Heimweh nach dem Kurfürstendamm (Kamp/Schwenn) 0.56
03. Good By, Jonny (Beckmann/Kreuder) 1.53

Langsamer Walzer-Potpourri:
04. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt (Holländer) 1.17
05. Illusionen (Meyer/Rotter) 2.01
06. Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre (Holländer/Liebmann) 1.04

Slowfox-Potpourri:
07. Zwei in einer großen Stadt (Kollo) 2.02
08. Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt (Schwenn/Kreuder) 1.59
09. Wake The Town And Tell The People (Livingstone/Gallop) 1.26

Foxtrott-Potpourri:
10. So ist Paris (Ferré/Siegel) 1.15
11. Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da (Hesse/Mackeben) 0.31
12. Pigalle (Bradtke/Gietz) 0.35
13. Hallelujah (Grey/Robin/Youmans) 1.18

Shuffle-Fox-Potpourri:
14. C’est si bon (Betti/Siegel) 1.14
15. Bel Ami (Beckmann/Mackeben) 0.53
16. All Of Me (Harks/Simons) 1.43
17. Wenn wir zwei uns wiedersehen (… wie damals in Paris) (Wayne/Loose) 0.58

Walzer-Potpourri:
18. Der Reigen (Feltz/Straus) 1.16
19. Sous les ponts de Paris (Rodor/Scotto) 1.17
20. Domino (Ferrari/Siegel) 1.16

Blues-Potpourri: 
21. Rififi (Feltz/Philippe-Gérard/Siegel) 1.27
22. Der Schleier fiel von meinen Augen (Kosma/Siegel) 1.21
23. Ich hab‘ mich so an dich gewöhnt (Rotter/Gaze) 1.06
24. Georgia On My Mind (Carmichael/Gorrell) 1.46

Slowfox-Potpourri:
25. Die Gigerlkönigin (Lincke/Jürgens/Seifert) 1.57
26. Es war in Schöneberg (Bernauer/Schanzer/Kollo) 0.43
27. Wenn ein Mädel einen Herrn hat (Pordes-Milo/Haller/Kollo/Wolff) 0.41
28. Die Männer sind alle Verbrecher (Bernauer/Schanzer/Kollo) 0.42
+
29. Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin (‚Siegel/v.Pinelli) 2.37
30. Frag‘ nicht, warum ich gehe (Das Lied ist aus) (Stolz/Reisch/Robinson) 2.11
31. Die Welt war jung (Le Chevalier de Paris) (Phillippe/Vannier/Colpet) 2.27
32. Illusionen (1. Version, 1952) (Meyer/Rotter) 3.30
33. Heut‘ gefall‘ ich mir (Heymann/Gilbert) 3.20
34. Das Lied vom einsamen Mädchen (Heymann/Gilbert) 3.52
35. Es war beim Bal Paré (Niessen/Relin) 2.39
36. Er war nie ein Kavalier (Niessen/Relin) 2.45
37. Er hiess nicht von Oertzen (Niessen) 3.06
38. Das Lied vom Leierkastenmann (Niessen) 3.06
39. …Und der Mann mit der Harmonika (Wilden/Niessen) 2.40
40. Aber schön war es doch (Niessen/Relin) 3.03
41. Einsam (de Vol/Siegfried) 2.24

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Der Hüllentext der LP aus dem Jahr 1963

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