Felix Janosa – In der Hitfabrik (2012)

FrontCover1Für mich ein ganz besonderes Kaliber:

Felix Janosa (gb. 1962) ist zu Hause Komponist und auf der Bühne Pianist, Sänger und Kabarettist. Musik begleitet das Allround-Talent schon sein ganzes Leben. Mit zwölf schrieb er seine ersten Kompositionen, später studierte er Schulmusik mit Hauptfach Komposition an der Folkwang Hochschule in Essen. Aber statt dann Musiklehrer zu werden, schlug er zunächst eine Karriere als Musik-Kabarettist ein. Nach Erfolgen beim „Bundeswettbewerb Gesang“ in der Sparte „Chanson“ (1987 & 1989) reüssierte er mit seinen ersten Soloprogrammen „Tauben vergiften“, „Lass das Tier raus aus Dir“ und „Doppelstunde“ auf renommierten deutschen Kabarett-Bühnen wie dem Mainzer Unterhaus, dem Stuttgarter Renitenz-Theater oder dem Bonner Pantheon.

Seine zunehmenden Tätigkeiten als Komponist, Produzent und musikpädagogischer Autor unterbrachen seine Live-Karriere. Gemeinsam mit dem Zeichner und Autor Jörg Hilbert rief er Anfang der Neunziger „Ritter Rost“ ins Leben: Bis 2017 erschienen im Carlsen Verlag bereits sechzehn multimediale Ritter-Rost-Bände mit Zeichnungen, Text, Noten und CD, die in Millionenhöhe verkauft wurden.

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Die musikalische Qualität, welche der „Hochkultur-Punk“ Janosa seinen erwachsenen Kabarettfans bietet, wollte er auch deutschen Familien präsentieren – das musikpädagogische Langzeitprojekt „Ritter Rost“ bringt deshalb mal Big-Band Jazz, mal Beethoven oder Renaissance-Musik, aber auch Beatles-Nostalgie ins Kinderzimmer.

2011 entschied sich Felix Janosa mit dem Programm „In der Hitfabrik“ als Live-Performer auf die Bühne zurückzukehren. Er gestaltet seine Programme durchweg mit der eigenen Mischung aus Skurrilität, schwarzem Humor und menschlichem Mitgefühl und findet immer Wege diese mit virtuosen Klavierbegleitungen zu verknüpfen.

Nach der „Hitfabrik“ folgten 2014 das Ü50-Programm „Giftschrank – Alles muss raus!“ und 2016 „A bit too radical“ ein satirischer Streifzug durch 75 Jahre deutsch-amerikanische „Freundschaft“ mit Janosas Übersetzungen der genialen Lieder von Tom Lehrer. (Selbstdarstellung)

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Und hier sein wirklich bemerkenswertes Album „In der Hitfabrik“:

Felix Janosa, wohnhaft in der Aachener Region, wird als Komponist der „Ritter Rost“-Lieder von Eltern geschätzt und von Kindern geliebt.

Viele dieser CDs sind im Aachener Tonstudio von Alex Jacobi aufgenommen worden. Unterstützung gab es von Musikern der hiesigen Jazzszene, die die für Kinderlieder verblüffend komplexen Arrangements kongenial umsetzten. An gleicher Stelle ist jetzt Janosas neueste Sammlung leicht ironischer Lieder unter Mitwirkung von u.a. Antoine Pütz, Steffen Thormählen oder Echo-Preisträger Jonas Burgwinkel entstanden. Der Sänger und Pianist würfelt kunterbunt Pop und Jazz – oft im Bigbandsound arrangiert – zu einem kurzweiligen Album (für Erwachsene) zusammen. (klenkes.de)

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Eine sehr gelungene humorvoll-satirische Sicht auf die Musikindustrie:
Habe mir diese Woche das Album gekauft und muss sagen: Hut ab, der Typ trifft es echt auf den Punkt! Von Bohlen über Xavier Naidoo bekommt jeder sein Fett weg. Dass unsere heutige Musikindustrie nur noch Hits produzieren will und dabei der Künstler ausgebeutet wird und wie bei „Die Kugel“ schon an Selbstmordgedanken denken muss, damit seine Produktion erfolgreich wird…wie wahr! Aber das alles super humorvoll verpackt und musikalisch genial. Er bedient einfach alle Stile von Jazz bis Pop und das noch dazu mit solch einem Groove, dass man nicht still sitzen bleiben kann! Besonders angetan haben es mir allerdings die beiden Ohrwürmer „In der Hitfabrik“ und „Billig“ – tolle musikalische Motive, perfektes Klavierspiel (durchweg auf der ganzen Platte) und dazu noch gewitzte parodistische Texte. Man muss erst mal auf die Idee kommen, dass Bohlen und alle anderen Möchte-Gern-Produzenten theoretisch in einer großen Fabrik sitzen könnten (nach so einem Einheitsbrei klingt es ja bei den großen Radios!) und den ganzen Tag Hit für Hit produzieren und sich dabei noch selbst auf die Schulter klopfen.
Insgesamt wirklich eine der besten Musikkabarettplatten, die ich seit langem gehört habe. Sehr zu empfehlen! (Regina)

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Ich habe den Song „500 Prozent“ im Radio gehört und musste gleich mitsummen … Auch die anderen Lieder sind klasse, teilweise ziemlich sarkastisch. Sein Musikstil ist schwer zu beschreiben: Eine Mischung aus Jazz, Pop und Liedermacher. Janosa kannte ich bisher nicht, habe aber gehört, dass er auch der Komponist der Kinderlieder „Ritter Rost“ ist. Die hat mein kleiner Neffe zuhause und jetzt sind wir beide große Fans von Felix Janosa (auch wenn Ritter Rost natürlich was ganz anderes ist). (muc75)

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Und in der Tat: thematisch behandelt dieses Album die Strukturen (Machtstrukturen)der Musikindustrie, mit all den vielen Begleiterscheinungen („Die Mädchen vorn“) und einem durchgeknalltem Paul McCartney (man lese sich mal den ergänzenden Text zu „Sir Pauls neue Sinfonie“ durch).

Besonders lobenswert das ausführliche Begleitheft… und da hab ich schon wieder was zu meckern:

Warum es nicht möglich war, all die famosen Begleitmusiker zumindest einmal abzubilden … versteh ich – verdammt noch mal – einfach nicht. Denn ohne die, wäre es nicht so ein großartiges Album geworden … auch so ein eil der Musikindustrie, der mir immer wieder auf den Keks geht … dass nämlich die Begleitmusiker oftmals ihr Licht unter den Scheffel stellen (müssen).

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Besetzung:
Henning Beckmann (trombone)
Jörg Brohm (trumpet)
Jons Burgwinkel (drums)
Matthias Erlewein (saxophone)
Dietmar Fuhr (bass)
Felix Janosa (keyboards, vocals)
Jörg Kufmann (saxophone)
Antoine Pütz (bass)
Martin Reuthner (trumpet)
Wolf Simon (drums)
Steffen Thormählen (percussion)
Markus Wienstroer (guitar)
+
Dieter Brink (guitar bei 04.)
+
background vocals:
Julita Elmas – Anne Hartkamp – Natassia Ney

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Titel:
01.Rückruf 2.53
02. In der Hitfabrik 3.25
03. Fünfhundert Prozent 4.10
04. Die Kugel 3.46
05. Sie kann sich nicht verkaufen 3.07
06. Bescheiden 4.09
07. Billig 2.33
08. Die Mädchen vorn 3.14
09. Musikjuwel 3.28
10. Sir Pauls neue Sinfonie 2.57
11. Die Häkchen im Karriereplan 3.46
12. Wenn Bach heut leben würde 3.29
13. Fred Weasley durfte niemals sterben 3.02

Musik und Texte: Felix Janosa

CD1

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Hüllentext

Und fein, dass er bis heute aktiv ist:
website

Dalida – Kleine Schlagerparade mit Dalida – Folge 2 (1960)

FrontCover1Und eine weitere Chansonette aus Frankreich, die bei uns Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre antrat, den deutschen Musikmarkt zu erobern … und wieder einmal haben wir es dann mit einer ziemlich tragischen Biographie zu tun:

Dalida, eigentlich Yolanda Christina Gigliotti (* 17. Januar 1933 in Kairo; † 3. Mai 1987 in Paris), war eine französische Sängerin und Schauspielerin italienischer Abstammung. Sie fand international Beachtung mit Titeln wie „Bambino“ (1956) und „Ciao, ciao Bambina“ (1959) und verkaufte etwa 150 Millionen Schallplatten weltweit.

Für ihre zahlreichen Hits erhielt Dalida 55 Goldene Schallplatten sowie Platinplatten und als erste Sängerin überhaupt eine Diamantene Schallplatte.

Dalida wurde 1933 in Kairo als zweites von drei Kindern geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend vorwiegend in Ägypten, da ihr Vater Pietro Gigliotti als erster

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Dalida (1954)

Geiger am Kairoer Opernhaus engagiert war. Ihre Großeltern waren um die Jahrhundertwende aus der Provinz Catanzaro im süditalienischen Kalabrien ausgewandert. Dalida besuchte eine katholische Schule. 1951 nahm sie erstmals an einem Schönheitswettbewerb teil. Drei Jahre später wurde sie zur „Miss Ägypten“ gewählt und spielte kleinere Nebenrollen in den Filmen „Joseph et ses frères“, „The Mask of Toutankhamon“ und „A Glass and a Cigarette“. Am 25. Dezember 1954 ging sie nach Paris, um Schauspielerin zu werden. Sie wirkte in zwei Filmen als Nebendarstellerin mit.

Eddie Barclay gab Dalida einen Plattenvertrag bei seinem Label Barclay Records. Hier wurde bei ihren Plattenaufnahmen als Orchesterbegleitung meistens Raymond Lefèvre eingesetzt. Ihre Debüt-Single war Madonna / Guitare flamenco / Flamenco bleu / Mon cœur va (EP Barclay 70034; veröffentlicht am 28. August 1956). Als zweite Single folgte im Dezember 1956 La violetera / Gitane / Le torrent / Fado (70039). Dann kam am 8. Februar 1957 als dritte Single Bambino / Por favor / Aime-moi / Eh! ben’ (70068) auf den Markt. Diese Aufnahme war mit dem Orchester Lefèvre im neuen labeleigenen Tonstudio in der Pariser Rue Hoche 9 entstanden. Die Platte verbrachte ab April 1957 insgesamt 31 Wochen als Nummer-eins-Hit in der französischen Hitparade. Am 19. September 1957 bekam Dalida als erste Künstlerin in Frankreich – und auch Barclay Records – die erste Goldene Schallplatte für mehr als 300.000 verkaufter Exemplare von Bambino. 1958 wählte man Dalida zur „Sängerin des Jahres“ und zeichnete sie zusammen mit dem Franzosen Yves Montand mit dem „Music Hall Bravo“ aus.Dalidas Laufbahn als Sängerin begann am 9. April 1956 im Pariser Olympia mit der französischen Version von Stranger in Paradise (Etrangère au Paradis). Bei diesem Nachwuchswettbewerb wurde sie entdeckt vom Chef des Hauses, Bruno Coquatrix, sowie dem Plattenproduzenten Eddie Barclay und dem Programmdirektor des Senders „Europe 1“, Lucien Morisse.

Weitere Goldene Schallplatten bekam Dalida 1959 für „Ciao Ciao Bambina“, „Guitare et Tambourin“ sowie für Am Tag, als der Regen kam, das Platz 1 der deutschen Hitparade erreichte und sich ein halbes Jahr lang unter den zehn erfolgreichsten Schlagern behauptete. Dalida galt in einschlägigen Publikationen als „Königin der Jukebox“. Allein 1960 schaffte sie fünf Goldene Schallplatten mit „Romantica“, „T’aimer follement“, „Les enfants du Pirée“, „Itsi-Bitsi“ und „Milord“.

Am 18. April 1961 heiratete die 28-Jährige in Paris ihren Entdecker Lucien Morisse. Doch die Ehe scheiterte schon einige Monate später, als Dalida mit dem etwas jüngeren Maler Jean Sobieski zusammenzog.

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Dalida (1964)

Künstlerisch war 1961 für Dalida ein weiteres erfolgreiches Jahr. Sie erhielt Goldene Schallplatten für „Last Waltz“, „Achète-moi un jukebox“ und „Garde moi la dernière danse“. Im Dezember 1961 bezog sie eine Villa auf dem Montmartre in Paris und trennte sich von Sobieski.

1964 begleitete Dalida für den Rundfunksender „Europe 1“ die Tour de France. Jeden Abend trat sie nach dem Rennen auf einer Bühne auf. Sie fuhr durch ganz Frankreich und sang fast 3.000 Lieder. Im September 1964 nahm Dalida für mehr als zehn Millionen verkaufte Schallplatten ihre erste Platinplatte entgegen. 1967 ehrte man sie in Italien als populärste Sängerin mit dem „Oscar Canzonissima“.

Am 25. Januar 1967 nahmen Dalida und ihr Freund, der italienische Komponist und Sänger Luigi Tenco, am Festival von Sanremo teil. Bei der Veranstaltung sang erst Tenco, dann Dalida das Lied „Ciao amore, ciao“. Als die Jury entschied, dass beide Künstler nicht am Finale teilnehmen durften, schrieb Tenco im Hotel „Savoy“ einen Abschiedsbrief, in dem er die kommerzielle Entscheidung der Jury anprangerte, und tötete sich durch einen Schuss in den Kopf.

Nach dem Vorfall litt Dalida unter psychischen Problemen und Depressionen, ein Suizidversuch scheiterte. Dalida überwand die Krise mit Hilfe einer Psychotherapie. Der Schriftsteller Arnaud Desjardins, der sein Leben fernöstlichen Religionen gewidmet hatte, wurde ihr neuer Freund. Sie begleitete ihn nach Indien und bereiste das Land drei Jahre lang allein, um sich in die Obhut eines geistlichen Führers zu begeben.

1968 erhielt Dalida für ihre Verdienste um das französische Chanson die Medaille des Präsidenten Charles de Gaulle. Das Maison des Intellectuels erhob sie zum Commandeur des Arts, Sciences et Lettres und verlieh ihr das Ehrenkreuz von Vermeil. Für „Le temps des fleurs“, „Gigi“ und „J’attendrai“ nahm sie weitere Goldene Schallplatten entgegen.

 

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Dalida (1972)

Im November 1971 trat Dalida nach vierjähriger Pause mit neuem Repertoire wieder im „Olympia“ in Paris auf. Da man nicht an ihr Comeback glauben wollte, musste sie die Saalmiete selbst tragen. Doch ihr Auftritt wurde ein Riesenerfolg.Nach etwa 15-jähriger Zusammenarbeit mit der Firma „Barclay“ übernahm Dalida 1970 selbst die Produktion ihrer Schallplatten und verpflichtete ihren jüngeren Bruder Bruno (genannt Orlando) Gigliotti als Produzent und Manager.

1972 wurde der Maler und Sänger Richard Chanfray Dalidas neuer Lebensgefährte. Chanfray war in der Pariser Gesellschaft als „Graf von Saint-Germain“ bekannt. Mit ihm lebte sie auf der Mittelmeerinsel Korsika zusammen.

1973 nahm sie das Duett „Paroles, paroles“ (Worte, Worte) mit dem Schauspieler Alain Delon auf. Der Song wurde in Frankreich, Kanada, Japan und in vielen anderen Ländern ein Hit. 1974 eroberte sie mit „Gigi l’amoroso“ (Gigi, der Geliebte) und „Il venait d’avoir 18 ans“ (Er war gerade 18 Jahr) erneut die Spitze der Hitparade. Sie erhielt zum zweiten Mal den „World Oscar for the Hit Record of the Year“. Für „Gigi“ erhielt sie 1975 eine Platinplatte.

1981 trennte sich Dalida von Richard Chanfray, im Juli 1983 beging dieser Selbstmord.

Mit dem Lied „J’attendrai“ war sie ab 1975 in der Disco-Welle erfolgreich. Weitere Disco-Erfolge waren „Besame Mucho“ (1976), „Laissez-moi danser“ (1979) und „Gigi in Paradisco“ (1980).

1977 trat Dalida zum ersten Mal in der New Yorker Carnegie Hall auf. In demselben Jahr feierte sie auch ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum im Pariser „Olympia“. Mit „Salma Ya Salama“, das sie in fließendem Arabisch im Raï-Stil sang, landete sie einen weiteren Hit. Man nannte sie deswegen auch „Friedenssängerin“ von Ägypten. Die Konzerttournee in Ägypten und im Libanon war ausverkauft.

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Dalida (1980)

1980 gastierte Dalida als Revue-Star im Pariser „Palais des Sports“. Im selben Jahr überreichte man ihr anlässlich ihres 25-jährigen Künstlerjubiläums die seltene Diamantene Schallplatte. 1981 begann eine große Tournee mit der Show, die sie im Palais des Sports aufgeführt hatte. In den Achtzigerjahren hatte Dalida noch weitere große Erfolge mit „Mourir sur scène“ (1983) und „Pour te dire je t’aime“, die französische Version von Stevie Wonders „I just Called To Say I love You“ (1984).

Für den Film Der Kämpfer mit Alain Delon sang sie 1983 den Filmtitel Je n’aime que lui ein.

1986 feierte man sie in ihrer Geburtsstadt Kairo bei der Uraufführung des Films „Le sixième jour“ (Der sechste Tag) von Youssef Chahine, in dem sie die Hauptrolle spielte.

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Dalida (1986)

Am 3. Mai 1987 wurde Dalida in ihrem Pariser Haus auf dem Montmartre gegen 18 Uhr von einer Hausangestellten tot aufgefunden. Die Polizei teilte mit, sie sei an einer Überdosis Schlafmittel gestorben. Im Abschiedsbrief der 54-Jährigen stand lediglich der eine Satz: „Das Leben ist mir unerträglich geworden – vergebt mir.“ Dalida wurde auf dem Pariser Friedhof Montmartre, Div. 18, beigesetzt.

Am 24. April 1997 wurde 10 Jahre nach ihrem Tod zu ihrem Gedenken die Place Dalida, unweit ihrer Wohnung und ihres Grabes, im 18. Arrondissement eingeweiht. (Quelle: wikipedia)

Tja … mir scheint, da ist dann eine verbrannt, die wohl ziemlich heftig auf der Überholspur gelebt hat, vielleicht getrieben nach der Gier des ewigen Glücks (ich weiss, ein wenig gewagt).

Welch großartige Sängerin sie war, kann man hier hören: Die A-Seite dieser EP („Sonderauflage für die Mitglieder des Bertelsmann Schallplattenrings“) enthält zwei deutschsprachige Lieder (darunter die deutsche Version des Klassikers „Milord“).

Seite 2 enthält dann zwei Originalversionen (eine davon – „Le bonheur“ stammt eigentlich von dem griechischem Komponisten Manos Hadjidakis)  … hach … ich kann von diesen mal schmissigen, mal sentimentalen Chansons nicht genug kriegen …

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Dalida (vocals)
+
Raymond Lefévre mit seinem Orchester

BackCover1Titel:
01. Milord (deutsche Version) (Mannot/Moustaki/Bader) 3.47
02. Glaub an mich (Aznavour/Bader) 2,34
03. Vieni vieni si….. (Rossi/Constantin) 2.15
04. Le bonheur (Hadjidakis/Larue) 2.40

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Dalida (1960)

 

Mireille Mathieu – Bonjour Mireille (1971)

FrontCover1Ich glaube ich muss irgendwie so ne Art Abbitte leisten denn …

… früher konnte ich sie ja gar nicht ausstehen ….

Mireille Mathieu (* 22. Juli 1946 in Avignon) ist eine französische Sängerin. In Frankreich wird sie auch La Demoiselle d’Avignon genannt, in Deutschland ist sie als „Spatz von Avignon“ bekannt. Mathieu hat rund 190 Millionen Platten verkauft.

Mireille Mathieu wuchs als erstes von vierzehn Kindern mit den Eltern Roger, einem Friedhofs-Steinmetz, und Marcelle in ärmlichen Verhältnissen in Avignon auf. Frankreichs ehemaliger Staatspräsident Charles de Gaulle hat im Mai 1967 die Patenschaft des jüngsten Kindes übernommen. Ihren ersten Gesangsauftritt hatte sie im Alter von vier Jahren in einer Mitternachtsmesse. Die Schule verließ sie ohne Abschluss, da sie 1960 als Hilfsarbeiterin in einer Konservenfabrik früh für das Auskommen der Familie mitarbeiten musste.

Im Juni 1964 gewann sie in Avignon mit Edith Piafs La vie en rose den Gesangswettbewerb „On chante dans mon quartier“ („Wir singen in meiner Nachbarschaft“). Aufgrund dieses Sieges erhielt sie eine Einladung nach Paris zum Vorsingen für die Fernsehshow Télé-Dimanche. Im November 1965 kam sie erneut nach Paris zu Proben für „Palmarès des Chansons“ im Olympia; sie nahm jedoch am Wettbewerb nicht teil, sondern zog erneut Télé-Dimanche vor. Dort startete sie am 21. November 1965 beim Gesangswettbewerb „Le Jeu de la Chance“ („Hasardspiel“), sang bei ihrem TV-Debüt das Piaf-Lied Jézebel und gewann zusammen mit Georgette Lemaire. Diese zog sich am 28. November 1965 zugunsten von Mathieu zurück, so dass Mathieu der Weg für die Bühne frei war. Ende Dezember 1965 trat sie im Olympia-Theater im Vorprogramm von Sacha Distel („Sacha Show“) und Dionne Warwick auf. Johnny Stark – der schon Yves Montand, Françoise Hardy, Johnny Hallyday und Sylvie Vartan gefördert hatte – war bei der Show anwesend und wurde ihr Manager.

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Mireille Mathieu (1965)

Auch Musikproduzent Eddie Barclay befand sich unter den Zuschauern und bot ihr einen Plattenvertrag bei seinem Label Barclay Records an. Noch im Dezember 1965 entstand eine Live-LP von ihrem Auftritt. Im Juni 1967 erreichte diese LP Rang 14 der deutschen LP-Charts. Gleichzeitig spielte Mathieu 1966 für das Barclay-Label einige Singles ein; die erste war Mon Crédo im März 1966, es folgte in kurzem Abstand C’Est ton nom. Mon crédo entwickelte sich zu einem großen Erfolg, der sich in 1,7 Millionen verkauften Exemplaren und ihrem ersten Nummer-eins-Hit in der französischen Hitparade zeigte. Bereits im Mai 1966 wurden hiervon alleine in Frankreich 500.000 Exemplare verkauft.

Bravo1967Einen weiteren Nummer-eins-Hit feierte sie im November 1966 mit Paris en colère aus dem Kinofilm Brennt Paris?. Als sie im Oktober 1967 die französische Version von The Last Waltz (La dernière valse; Text: Hubert Ithier) herausbrachte, konnte Barclay Records hiervon bis Dezember 1967 über 200.000 Exemplare in Frankreich verkaufen. Am 6. März 1966 trat sie in Vereinigten Staaten in der Ed-Sullivan-Show vor 50 Millionen Zuschauern auf; im selben Jahr gastierte sie im Ostberliner Friedrichstadt-Palast erstmals in Deutschland. Ihre erste Deutschland-Tournee bestritt sie Anfang Mai 1967, danach schloss sich eine 26-tägige Tournee durch die Sowjetunion an. Bereits zu jener Zeit wurde sie von den Medien als „neue Piaf“ gefeiert. Im Mai 1967 stimmten Billboard zufolge 39 % der Befragten in Frankreich für Mireille Mathieu als beliebteste französische Sängerin. Die Jugendzeitschrift Bravo berichtete im selben Monat über die Tournee. Ihre erste Platte in Deutschland war im Juli 1967 die LP Mireille Mathieu I mit Chansons.

In der James-Bond-Parodie Casino Royale singt sie in der deutschen Synchronfassung ihre erste deutsche Aufnahme Ein Blick von Dir. Von Mitte bis Ende Mai 1968 ging sie erneut auf Deutschland-Tournee. 1969 begann ihre Zusammenarbeit mit dem Schlagerkomponisten-Team Christian Bruhn (Musik)/Georg Buschor (Text), deren etwa 100 Schlagertexte für Mathieu überwiegend Liebe, Frankreich und Paris thematisierten. Um Mathieu vor Vergleichen mit Edith Piaf zu schützen, die ihr selbst nie recht waren, sorgte ihr langjähriger Manager Johnny Stark dafür, dass sie schnellstmöglich ein eigenes Repertoire bekam und bis in die 1970er Jahre hinein kaum noch Piaf-Lieder interpretierte.

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So sah man sie in Deutschland eigentlich nicht

Ihren Durchbruch hatte sie im April 1969 mit dem Stück Hinter den Kulissen von Paris / Martin (Ariola 14285; Rang 5 der deutschen Hitparade), aufgenommen im Berliner Ariola-Tonstudio. Als ihr Manager Johnny Stark dort das noch nicht zu Ende komponierte Lied hörte, rief er begeistert „C’est ça! Justement!“ („Das ist es!“). Die Aufnahmen zu Hinter den Kulissen von Paris dauerten für die der deutschen Sprache unkundigen Mathieu drei Stunden.

Das Format für künftige deutschsprachige Schlager von Mathieu war gefunden. Katja Ebstein machte Demoaufnahmen, nach denen Mathieu die Texte phonetisch lernte, Bruhn war bis 1980 ihr Musikproduzent. (Quelle; wikipedia)

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Und hier ein für die damaligen Fans von ihr ein prachtvoller Sampler, was insbesondere auf die Gestaltung des Albums zutrifft:

In einem aufwendige gestaltetem Begleitheft gab es haufenweise perfekt inszenierte Portraitaufnahmen von ihr.

Wir hören überwiegend ihre deutschsprachigen Aufnahmen, aber auch französische Chansons …  für mich wurde diese großartige Chansonsängerin (die Stimme ist zuweilen atemberaubend) hier bei uns deutlich unter Wert verkauft …

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Und immer ging bei diesem Album (in dem es natürlich wieder fast ausschließlich um die Liebe ging), wie es da so einer Sängerin geht …:

Die zierliche Sängerin berichtete in einem vielbeachteten Interview mit der Freizeit Revue, dass sie zuweilen unter Einsamkeit und Depressionen gelitten habe:

„Ich musste nur noch funktionieren. Der Wechsel vom umjubelten Star auf der Bühne zur Privatperson, um die sich keiner kümmert, hat mich immer sehr traurig gemacht. Mit dieser Leere kam ich nicht zurecht.“ (schlagerplanet.com)

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Besetzung:
Christian Bruhn Orchester (bei 01.. 02. , 04., 05., 07., 08.,
Orchester Jean Bouchety (bei 03., 09.
Orchester Christian Gaubert (bei 06.

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Mal ein ganz anderer Haarschnitt

Titel:
01. Ganz Paris ist ein Theater (Bruhn/Buschor) 3.28
02. Die weiße Rose (Bruhn/Buschor) 2.42
03. Donne Ton Cœur, Donne Ta Vie (Carli) 2.42
04. C’est La Vie, Mais Je T’Aime (Dabadie/de Senneville) 2.56
05. Die Spatzen von Paris (Bruhn/Buschor) 2.45
06. On A Tous Rendez-Vous Un Jour (Gaubert/Dousset) 2.21
07. Der Pariser Tango (Bruhn/Buschor) 2.46
08. Wann kommst du wieder (Bruhn/Buschor) 2.52
09. Je Ne Sais Pas, Ne Sais Plus (Schmitt/Carli) 2.55
10. Wenn du mich liebst (Bruhn/Buschor) 2.40
11. 
C’est Dommage (Missir/Carli) 3.03
12. Et Quand Tu Seras Là (Gaubert/Dousset) 3.09
+
13. Bonjour Mireille (ungeschnitten) 32.39

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Und sie ist immer noch aktiv .. hier die Startseite ihrer aktuelle website:
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Dieses Bild passt in meine heutige Stimmung: Peer Green ist gestorben … aber das nur so nebenbei

 

 

Erika Pluhar – Erika Pluhar singt (1972)

FrontCover1Für mich ist sie eine der interessantesten und facettenreichsten Künstlerinnen, die Österreich in den letzten 50 Jahren der Welt geschenkt hat.

Erika Pluhar (* 28. Feber 1939 in Wien) ist eine österreichische Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin.

Erika Pluhar ist die Tochter von Anna und Josef Pluhar, der während des Zweiten Weltkriegs als Verwaltungsbeamter (u. a. Adjutant des SS-Gruppenführers Otto Wächter) im Generalgouvernement tätig war. Ihre ältere Schwester ist Brigitte King, ihre jüngere die Malerin und Bildhauerin Ingeborg G. Pluhar.

Sie studierte nach der Matura 1957 am Max-Reinhardt-Seminar, der Wiener Akademie für Musik und Darstellende Kunst (Abschluss 1959 mit Auszeichnung), und wurde danach Schauspielerin am Burgtheater, wo sie von 1959 bis 1999 Ensemblemitglied war.

Wichtige Rollen waren unter anderem Luzie in Hermann Bahrs Das Phantom (1959), Ismene in Antigone (1961), Doña Angela in Calderóns Dame Kobold (1964), Amalia in Die Räuber (1965), Desdemona in Othello (1967), Königin in Grillparzers Die Jüdin von Toledo (1968), Ljudmila in Babels Marija (1969), Königin in Don Carlos (1973), die Titelfigur in Maria Stuart (1974), Lady Milford in Kabale und Liebe (1975), Ruth in Harold Pinters Heimkehr (1977), die Titelfigur in Ibsens Hedda Gabler (1978), Helene in Hofmannsthals Der Schwierige (1978), Esther in Vitracs Victor oder die Kinder an der Macht (1978), Warwara in Gorkis Sommergäste (1979), Regine in Musils Die Schwärmer (1981), Ranjewskaja in Tschechows Der Kirschgarten (1982), Katarina in Lars Noréns Dämonen (1985/1986), Natalja in Turgenjews Ein Monat auf dem Lande (1986) und die Mutter in Noréns Nacht, Mutter des Tages (1991). Sie gastierte unter anderem an den Münchner Kammerspielen (1973), bei den Bad Hersfelder Festspielen, den Bregenzer Festspielen und den Burgfestspielen Jagsthausen.

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Erika Pluhar und Rolf Bossi in dem Tatort-Krimi „Der Richter in Weiß“ (1971)

Nach großen Erfolgen unter mehreren Intendanten, besonders zur Zeit von Achim Benning, wurde sie unter der Leitung von Claus Peymann kaum mehr besetzt und entschied sich gegen die Theaterarbeit. 2004 kehrte sie im Wiener Stadttheater Walfischgasse und St. Pölten auf die Theaterbühne zurück und spielte mit Werner Schneyder in dessen Dramatisierung ihres Romans Verzeihen Sie, ist das hier schon die Endstation?

Ihrer ersten Ehe mit Udo Proksch von 1962 bis 1967 entstammte Tochter Anna Proksch (1962–1999), die an einem Asthmaanfall erstickte. Deren Sohn, der Schauspieler Ignaz Pluhar (1984 in Wien), mit dem sie in ihrem Grinzinger Haus wohnt, ist eigentlich der von ihrer Tochter zur Adoption auserkorene Enkel sahraudischer Abstammung. Erika Pluhar adoptierte ihn selbst, um ihm die Turbulenzen rund um den Namen „Proksch“ zu ersparen. Den ersten Besuch von Ignaz in seinem Herkunftsland Westsahara dokumentierte sie in dem Film Sahara in mir (2012). – Udo Proksch, dessen Schuld Pluhar bis heute bezweifelt, wurde wegen sechsfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Eine zweite Ehe ging sie 1970 mit André Heller ein, die – nach der Trennung 1973 – erst 1984 geschieden wurde. Nach dem Ende des Zusammenlebens mit Heller war sie einige Jahre, bis zu dessen Suizid 1978, mit Peter Vogel verbunden.

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Erika Pluhar, Greta Keller und André Heller (Fotografie: Michael Horowitz)

Anfang der 1970er Jahre begann ihre gesangliche Karriere. Erika Pluhar interpretierte zunächst Schlager der 1920er und 1930er Jahre sowie Lieder von André Heller, Stephan Sulke und Wolf Biermann. Seit Anfang der 1980er Jahre singt sie nur noch eigene Texte. Musikalische Wegbegleiter waren und sind António Victorino de Almeida, Peter Marinoff und Klaus Trabitsch.

Geschrieben hat Erika Pluhar seit Kindertagen. Die erste Buchveröffentlichung erfolgte 1981.

Politisch gilt Pluhar als der SPÖ nahestehend. Sie tritt unter anderem gegen Rechtsextremismus ein, etwa anlässlich der Kandidatur von Barbara Rosenkranz zur Bundespräsidentin. (Quelle: wikipedia)

Pluhar03Und hier ihr Debütalbum, das überraschenderweise bei BASF Schallplatten erschien. Überraschend deshalb, weil BASF eigentlich mehr für Billigproduktionen bekannt war (sieht man mal davon ab, dass sie ne zeitlang die großartigen MPS-Jazz-Alben vertrieben haben).

Sie interpretiert hier hauptsächlich Texte von ihrem damaligen Ehemann, André Heller (das ist wiederum weniger überraschend) und gleich dasd erste Lied „Die ersten 10 Jahre der Erika Pluhar“ ist von einer beeindruckenden Intensität und Wucht.

Und dann geht´s Schlag auf Schlag … mal herrlich frivol („Ich weiß nicht zu wem ich gehöre“ im Original von Marlene Dietrich), dann sentimental („Theater, noch ist nicht alles verloren“) und natürlich kommt die Liebe auch nicht zu kurz.

Bereits mit diesem ersten Album machte sie der großen Hildegard Knef Konkurrenz … ich sag´s mal so: ein Album, an dem man eigentlich nicht vorbeikommt.

Und an ihrer Seite musizierten excellente Musiker aus der österreichischen Jazz-Szene … Herz, was willst du mehr !

Pluhar04Besetzung:
Fritz Pauer (piano)
Erika Pluhar (vocals)
Julius Scheybal (guitar)
Toni Stricker (violin)
+
unbekanntes Orchester + Kinderchor

Booklet01ATitel:
01. Die ersten 10 Jahre der Erika Pluhar (Heller/Opratko) 3.07
02. Ich weiß nicht zu wem ich gehöre (Holländer/Liebmann) 2.17
03. Theater, noch ist nicht alles verloren (Heller/Opratko) 2.47
04. Einfach ein Liebeslied (Heller/McKuen) 2.02
05. Damals (Heller) 2.38
06. Wienerlied (Heller/Opratko) 1.08
07. Bel Ami (Mackeben/Beckmann/Heller) 3.13
08. Kauft euch Lola (Heller/Traditional)
09. Resümee (Heller/Danzer) 2.37
10. Pi Pa Po (Heller) 2.41
11. Autobiographisches (Heller/Opratko) 2.18

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Text

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Verschiedene Interpreten – Paris singt (1966)

FrontCover1Ich finde es immer wieder interessant, aber auch amüsant, was uns „Deutschen“ in der alten BRD so alles an musikalischen tatsächlichen oder vermeintlichen musikalischen Offenbarungen an das Herz gelegt wurde.

Hier geht es um den ehemaligen Erzfeind Frankreich mit all seinen zauberhaften Chansons:

„Heute erlebt die Welt wieder eine Blütezeit des Chansons. Seine schillernde Vielfalt läßt die vorliegende Cassetten-Einspielung deutlich werden: Da hören wir den „Olympia“ – Senior Maurice Chevalier, den „Show-Kavalier alter Schule“, und die schon legendäre Piaf mit dem melancholisch-beschwingten Chanson „L’accordéoniste“ . Wir treffen aber auch die Filmschöne B.B., den musikalische Zeit- und Sozialkritiker Jacques Brel und den humorvollen Sacha Distel („Mon beau chapeau“).

Selbst Chanson-Schlager wie France Galls „Poupée de cire“ oder Johnny Hallydays Slow-Beat Titel „Le penitencier“ („The House Of The Rising Sun“) fehlen nicht, so daß diese STERN-Cassette jeden Liebhaber französischer Gesangskunst eine bunte Folge unterschiedlichster Chansons zu bieten vermag.“ (Hüllentext)

EdithPiafBrigitteBardot

Edith Piaf & Brigitte Bardot

Na denn: stürzen wir uns in dieses betörende Vergnügen durch die einschlägigen Gassen und Cafe´s oder sonstiger Etablissement von Paris zu schlendern … ein oder auch mehrere Pernods sind dann inbegriffen.

Booklet01A

Titel:
01. Georges Brassens: Le pornographe (Brassens) 3.42
02. Juliette Greco: Marions-les (Verlor/Nyel) 2.25
03. Yves Montand: La chnsonette (Gérard/Dréjac) 2,43
04. Barbara: Göttingen (Serf) 2.40
05. Edith Piaf: L’accordéoniste (Emer) 3.14
06. Maurice Chevalier: Valentine (Christiné/Willemetz) 0.43
07. Zizi Jeanmarie: La gambille (Bèart/Fallet) 2.38
08. Jacques Brel: Les flamanders (Brel) 2.36
09. Brigitte Bardot: Je danse donc je suis (Popp/Massoulier) 1.54
10. Johnny Hallyday: Le penitencier („The House Of The Rising Sun“) (Traditional) 4.02
11. France Gall: Poupée de cire, poupée de son (Gainsbourg) 2.31
12. Henri Salvador: Le petit Indien (Salvador/Pon) 3.12
13. Sheila: Le folklore américain (Woods/Holtzman/Piante/Carreré/Loose) 2.30
14. Herve Vilard: Capri c’est fini (Vilard) 3.07
15. Sacha Distel: Mon beau chapeau (Disgtel/Tézé) 3.28

MC2A

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Hüllentext

Georg Kreisler – Die Georg Kreisler Platte (1962)

CDFrontCover1Und hier nun ein weiteres Frühwerk des genialen Georg Kreislers.

Kreisler zählt zu den widerständlerischsten Wortkünstlern im deutschsprachigen Raum. Man nennt ihn den Sprachjongleur, den Kabarettisten, den Autor, den Satiriker oder wie Hans Weigel, der ihn treffend als österreichischen „Dichterkomponistchansonnierpianist“ bezeichnete und der damit versucht hat, das Multitalent oder vielmehr die schillernden Kompetenzen Georg Kreislers in ein Wortkonstrukt zu fassen.
Kreislers Sprache hat viele Qualitäten. Er benennt, kann schön reden, zwar nicht immer, aber schönredet er auf keinen Fall. Demzufolge waren ihm immer viele seiner Kollegen zu angepasst – und heute ist das nicht anders. Kreisler hat Kanten, gewaltige, mit denen er authent anecken will und muss, ohne dabei die Poesie der Sprache, der Atmosphären außer Acht zu lassen. Er will sich bemerkbar machen, sagt er.(scharf-links.de)

Und genau davon kann man sich bei dieser „Platte“ überzeugen.

Auf 2 Titel will ich ganz besonders verweisen. Da ist zum einen das Lied „Gelsenkirche“, zu der es eine nette Geschichte aus der alten Bundesrepublik gibt:

„Am 24. Oktober 1961 sang Er mit Topsy Küppers im Norddeutschen Rundfunk das Chanson „Das gibt es nur bei uns in Gelsenkirchen“ (1958 war das Lied schon einmal gesendet worden), protestierte die Stadt Gelsenkirchen.

Oberstadtdirektor Hans Hülsmann beschwerte sich beim NDR-Intendanten Dr. Walter Hilpert. Daraufhin sah sich Dr. Hilpert schließlich genötigt, in einem Schreiben an den Oberstadtdirektor erklären zu müssen:

„Ich möchte Ihnen hiermit ausdrücklich versichern, daß es dem Norddeutschen Rundfunkunk besonders dem verantwortlichen Hauptabteilungsleiter Unterhaltung ferngelegen hat, die Bürger Ihrer Stadt zu diskreditieren.“

GeorgKreisler01Überall Verschwörer gegen das Gelsenkirchener Image witternd, hatte man 1961 gar geargwöhnt, das Chanson sei aus persönlichen Ressentiments entstanden, weil Topsy Küppers einige Jahre zuvor in Unfrieden vom Gelsenkirchener Stadttheater geschieden sei. Georg Kreisler bekannte später, daß er mit dem GE-Song zum ersten Mal einen schlechten Ruf in der Bundesrepublik bekam.“ (Quelle: wikipedia)

Und dann natürlich noch der Klassiker „Tauben vergiften“, ein Klassiker des bösen Humors, eine höllengemütliche Hassliebeserklärung an seine Heimatstadt Wien.

Und just bei diesem Lied flogen ihm die Plagiatsvorwürfe nur so um die Ohren, denn den US-Songwriter Tom Lehrer hatte bereits im Jahr XX das Lied „Poisoning Pigeons in the Park“ veröffentlicht.

Kreisler schreibt in seiner Autobiograühie („Die Alten Bösen Lieder“, Wien 1989) dazu folgendes:

„„Ich möchte aber keineswegs behaupten, daß (sic)Lehrer, das betreffende Lied von mir gestohlen hat, denn dann wäre ich ja nicht klüger als er. Viele Varianten sind möglich. Vielleicht hat jemand mein Lied gehört und ihm die Idee vorgeschlagen, ohne meinen Namen zu nennen. Ebensogut (sic) ist es möglich, daß wir unabhängig voneinander auf dieselbe Idee kamen…“

Ich habe einen sehr interessanen Artiekl zu diesem Thema aus dem georg Kreisler Forum als Ergänzun in meine Präsentation gepackt.

Ursprünglich erschien diese LP übrigens in einer kleinen Auflage auf „Unikum Schallplatten), dann aber auch fast gleichzeitig auf dem Hauslabel von Kreiser „Preiser Schallplatten“)

Wie auch immer: eion weiteres Beispiel für die ganz spezialle Genialität des Georg Kreislers. Es wird hier nicht die letzte bleiben.

Single

Die Single „Das gibt es nur bei uns in Gelsenkirchen“

 

Besetzung:
Georg Kreisler (vocals, piano)

LPBackCover

Rückseite der Original-LP aus dem Jahre 1962

 

Titel:
01. Zwei alte Tanten tanzen Tango (1962 Version) 4.58
02. Das Triangel 4.07
03. Der guate, alte Franz 3.30
04. Biddla Buh (1962 Version) 3.10
05. Frühlingsmärchen 2.39
06. Der Musikkritiker 7.08
07. Der schöne Heinrich 5.16
08. Der Bluntschli 4.02
09. Tauben vergiften 2.29
10. Sport ist gesund 2.31
11. Herberts blaue Augen 3.44
12. Gelsenkirchen 8.10
+
13. Der Weihnachtsmann auf der Reeperbahn 5.51
(bonus von dem Album „Kreisleriana“, 1971)

Musik und Texte: Georg Kreisler

CD1

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Booklet

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Verschiedene Interpreten – 50 Jahre Musik bei Reader´s Digest – Vol 1 (1960 – 1966) (2010)

FrontCover1Eine ganz und gracht prachtvolle Edition veröffentlichte „Reader´s Digest“ im Jahre 2010. Auf 5 CD präsentieren sie Lieder aus den letzten Jahrzehnten und dabei gigb es auch einiges, was man durchaus als rar bezeichnen kann. Aber der Reihe nach. Genehmigen wir den Jungs von „Reader´s Digest“ erstmal jede Menge Eigenlob:

„Reader’s Digest feiert 50 Jahre Musikgeschäft in Deutschland und Österreich mit einer prachtvollen Jubiläumsedition und dem Start der Online-Rubrik „Musikwelt“

Mit Tschaikowskys Capriccio Italien startete Reader’s Digest vor genau 50 Jahren in Deutschland und Österreich das Musikgeschäft. Der Auftakt signalisierte von Anfang an den bis heute geltenden Anspruch des Medien- und Marketingunternehmens im Musikgeschäft: Ob Klassik, Oper, Operette, Chormusik, Evergreens, Schlager, Jazz, Swing, Pop, Country, Volksmusik oder Entspannung – für jeden Geschmack und für jeden Anlass gibt es bei Reader’s Digest genau die richtige Musik. Seit Jahrzehnten zählt Reader’s Digest daher zu den größten Anbietern von Musik im deutschsprachigen Raum. Insbesondere bei klassischer Musik und bei deutschen Schlagern ist Reader’s Digest der größte Anbieter auf dem direkten Postweg.

Zum Jubiläum präsentiert Reader’s Digest eine prachtvolle Edition mit den Höhepunkten der Unterhaltungsmusik aus fünf Jahrzehnten und startet seine neue Online-Rubrik Musikwelt mit einem exklusiven Gewinnspiel. Der Hauptgewinn, der insgesamt fünf Mal verlost wird: ein Treffen mit dem Sänger und TV-Moderator Gunther Emmerlich in Dresden samt Rahmenprogramm.

LogoDie Geburtsstunde der Produktlinie „Recorded Music“ schlug 1960, als die erste Kollektion Zauber der Musik – Unvergängliche Melodien aus drei Jahrhunderten erschien. In einem großen Schuber erwarb der Musikfreund zwölf große HiFi-Langspielplatten mit exklusiven Aufnahmen – mit Tschaikowskys eingängiger Italien-Reminiszenz als Entrée der ersten Schallplatte.

Auch wenn die sperrigen Langspielplatten und die zeitweise beliebten MusiCassetten längst von der CD abgelöst wurden, ist das Erfolgsrezept im Kern über Jahrzehnte hinweg gleich geblieben: Musikkollektionen von Reader’s Digest werden mit Liebe und Sorgfalt nach den Wünschen der Kunden zusammengestellt – seien es die besten Single1Stücke einer Epoche, einer Musikrichtung oder eines Superstars. Die Musikredaktion geht mehrmals im Jahr auf die Kunden zu, fragt die Einschätzung zu neuen Ideen und Konzepten für Kollektionen ab, bevor sie in die Produktion gehen. Dank enger Kontakte zu Tonträgerfirmen, Verlagen, Agenturen und Künstlern entstehen einzigartige Musiksammlungen mit hohem Sammlerwert.

Seit 1960 hat Reader’s Digest im deutschsprachigen Raum
–       rund 1.000 Musikkollektionen herausgebracht
–       über 13 Millionen Kollektionen verkauft
–       mit 52 Millionen Tonträgern (CDs, MCs, Schallplatten)
–       mit einer Gesamt-Spielzeit von rund 60 Millionen Stunden
–       mit insgesamt 884 Millionen Einzel-Titeln.

Allein um das bislang veröffentlichte Repertoire mit seinen rund 70.000 Titeln zu hören, wäre ein Musikfreund mehr als halbes Jahr – 193 Tage – rund um die Uhr damit beschäftigt. Wer sogar jedes einzelne verkaufte Musikstück auch nur einmal hören möchte, würde dafür 6.840 Jahre brauchen.

Single2Im Mittelpunkt des Jubiläums steht „Die große Jubiläumsedition 50 Jahre Musik bei Reader’s Digest“. Diese prachtvoll gestaltete Kollektion präsentiert „Das Beste“ aus der Unterhaltungsmusik der vergangenen 50 Jahre. „Wir wollen mit Ihnen die Schätze entdecken, die zu Meilensteinen unseres Musikprogramms wurden“, schreibt die Musikredaktion in der Begleitbroschüre. Und lädt dazu ein, auf sechs CDs einen Streifzug durch das Musikarchiv von Reader’s Digest zu unternehmen.

Die luxuriöse Gestaltung im A4-Format unterstreicht den hohen Anspruch: Die aufwendige Verpackung besteht aus einer exklusiven Hochglanz-Stecktasche zum Aufklappen. Darin ist neben den CDs das Booklet enthalten, das mit 36 Seiten im A4-Format freilich eher ein Musikführer ist als ein herkömmliches Booklet. “ (Pressetext)

Hier nun die erste CD dieser Edition und man mögen mir verzeihen: Aber ich bin begeistert (dabei habe ich mit „Reader´s Digest“ eigentlich so gar nichts am Hut).

Aber hier geht´s mit Perlen der bekannten und unbekannten Art dieser Jahre Schlag auf Schlag. Wo soll ich da nur anfangen ?

Mit einer Marlene Dietrich die „Blowing In The Wind“ singt (muss man sich mal vorstellen … der deutsche Alt-Star singt ein Lied des jungen Folkies aus den USA auf deutsch !).

Hugo Strasser zeigt was er wirklich drauf hat und spielt eine überzeugende Version von „Take Five“ !

Oder all die deutschen Schlagererfolge, die mich damalsnoch begeisterten, zumindest bevor aus dem Radio „I Can´t Get No (Satisfaction)“ dröhnte.

Das kecke „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini“ von Caterina Valente ?

Es versteht sich von selbst, dass im Laufe der nächsten Tage die restlichen 5 CD hier präsentiert werden und dann am Schluß natürlich auch das bereits erwähnte 36seitige booklet.

Wer eine vergnügliche musikalische Revue jener Jahre will, wird hier bestens bedient. Wenngleich man dann feststellen muss, dass Drafi´s „Marmor, Stein und Eisen bricht“ nicht in der Originalfassung präsentiert wird; stattdessen gibt es ein albernes Remake … ärgerlich.

BookletTitel:
01. Edith Piaf: Milord (1960) (Monnot/Moustaki) 4.27
02. Elvis Presley: Wooden Heart (Muss i denn zum Städtele ’naus) (1960) (Wise/Weisman/Twomey/Kampfert/Traditional) 2.03
03. Caterina Valente + Silvio Francesco: Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini (1960) (Pockriss/Vance) 2.10
04. Heidi Brühl: Wir wollen niemals auseinander gehn (1960) (Jary/Balz/de Vos) 2.58
05. Hugo Strasser und seine Hot Five: Take Five (1960) (Desmond) 4.34
06. Harry Belafonte: Angelina (1961) (Burgie) 3.55
07. Gerhard Wendland: Tanze mit mir in den Morgen (1961) (Götz/Hertha) 2.55
08. Monika & Peter: Drei weiße Birken (1961) (Lemberg/Kaegbein) 2.31
09. Kurt-Adolf Thelen: Ich hab den Vater Rhein in seinem Bett gesehen (Korn/Steingass) 2.42
10. Marlene Dietrich: Die Antwort weiß ganz allein der Wind (1962) (Dylan/Bradtke) 3.57
11. Gitte: Ich will ’nen Cowboy als Mann (1963) Lindt/Ström) 2.39
12. Freddy Quinn: Junge, komm bald wieder (1963) (Olias/Rothenburg) 3.12
13. Johnny Cash: Ring Of Fire (1963) (Carter-Cash/Kilgore) 2.37
14. Bobby Bare: 500 Miles Away From Home (1963) (West/Williams/Bare) 2.42
15. Bert Kaempfert und sein Orchester: Danke schön (1963) (Kampfert/Schwabach/Gabler) 2.40
16. Caterina Valente: La ragazza di Ipanema (The Girl From Ipanema – 1963) (Jobim/de Moraes/Gimbel) 2.28
17. Cliff Richard: Rote Lippen soll man küssen (1963) (Leiber/Bradtke) 2.42
18. The Beach Boys: Fun, Fun, Fun (1964) (Wilson/Love) 2.19
19. Frank Schöbel: Blonder Stern (1964)  (Hugo/Shneider) 2.19
20. Hildegard Knef: Ich hab noch einen Koffer in Berlin (1964) Siegel/v.Pinelli) 2.35
21. Manfred Krug: Wenn du schläfst, mein Kind (1964) (Heicking/Kerber) 3.05
22. Nini Rosso: Il Silenzio (1964) (Traditional) 3.06
23. Drafi Deutscher: Marmor, Stein und Eisen bricht (1965) (Bruhn/Deutscher/Loose) 3.18
24. Freddy Quinn: Hundert Mann und ein Befehl (1966) (Moore/Sadler/Bader) 2.32
25. Roy Black: Ganz in Weiß (1966) (Arland/Hertha) 2.32
26. La Montanara: Das Lied der Berge (1966) (Ortelli/Pigarelli) 3.21

CD1

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Verdammt noch mal, warum ist dieser Text aus dem Jahr 1963 auch heute noch so gültig ?

Wie viele Straßen auf dieser Welt
Sind Straßen voll Tränen und Leid?
Wie viele Meere auf dieser Welt
Sind Meere der Traurigkeit?
Wie viele Mütter sind lang schon allein,
Und warten und warten noch heut‘?

Die Antwort, mein Freund, weiß ganz allein der Wind,
Die Antwort weiß ganz allein der Wind.

Wie viele Menschen sind heut‘ noch nicht frei,
Und würden es so gerne sein?
Wie viele Kinder geh’n abends zur Ruh‘
Und schlafen vor Hunger nicht ein?
Wie viele Träume erflehen bei Nacht,
Wann wird es für uns anders sein?

Die Antwort, mein Freund, weiß ganz allein der Wind,
Die Antwort weiß ganz allein der Wind.

Wie große Berge von Geld gibt man aus,
Für Bomben, Raketen und Tod?
Wie große Worte macht heut‘ mancher Mann,
Und lindert damit keine Not?
Wie großes Unheil muß erst noch gescheh’n,
Damit sich die Menschheit besinnt?

Die Antwort, mein Freund, weiß ganz allein der Wind,
Die Antwort weiß ganz allein der Wind.

Mireille Mathieu – Tarata-Ting, Tarata-Tong + Das Wunder aller Wunder ist die Liebe (1969)

FrontCover1Früher konnte ich sie ja gar nicht ausstehen ….

Mireille Mathieu (* 22. Juli 1946 in Avignon) ist eine französische Sängerin. In Frankreich wird sie auch La Demoiselle d’Avignon genannt, in Deutschland ist sie als „Spatz von Avignon“ bekannt. Mathieu hat rund 190 Millionen Platten verkauft.

Mireille Mathieu wuchs als erstes von vierzehn Kindern mit den Eltern Roger, einem Friedhofs-Steinmetz, und Marcelle in ärmlichen Verhältnissen in Avignon auf. Frankreichs ehemaliger Staatspräsident Charles de Gaulle hat im Mai 1967 die Patenschaft des jüngsten Kindes übernommen. Ihren ersten Gesangsauftritt hatte sie im Alter von vier Jahren in einer Mitternachtsmesse. Die Schule verließ sie ohne Abschluss, da sie 1960 als Hilfsarbeiterin in einer Konservenfabrik früh für das Auskommen der Familie mitarbeiten musste.

Im Juni 1964 gewann sie in Avignon mit Edith Piafs La vie en rose den Gesangswettbewerb „On chante dans mon quartier“ („Wir singen in meiner Nachbarschaft“). Aufgrund dieses Sieges erhielt sie eine Einladung nach Paris zum Vorsingen für die Fernsehshow Télé-Dimanche. Im November 1965 kam sie erneut nach Paris zu Proben für „Palmarès des Chansons“ im Olympia; sie nahm jedoch am Wettbewerb nicht teil, sondern zog erneut Télé-Dimanche vor. Dort startete sie am 21. November 1965 beim Gesangswettbewerb „Le Jeu de la Chance“ („Hasardspiel“), sang bei ihrem TV-Debüt das Piaf-Lied Jézebel und gewann zusammen mit Georgette Lemaire. Diese zog sich am 28. November 1965 zugunsten von Mathieu zurück, so dass Mathieu der Weg für die Bühne frei war. Ende Dezember 1965 trat sie im Olympia-Theater im Vorprogramm von Sacha Distel („Sacha Show“) und Dionne Warwick auf. Johnny Stark – der schon Yves Montand, Françoise Hardy, Johnny Hallyday und Sylvie Vartan gefördert hatte – war bei der Show anwesend und wurde ihr Manager.

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Mireille Mathieu (1965)

Auch Musikproduzent Eddie Barclay befand sich unter den Zuschauern und bot ihr einen Plattenvertrag bei seinem Label Barclay Records an. Noch im Dezember 1965 entstand eine Live-LP von ihrem Auftritt. Im Juni 1967 erreichte diese LP Rang 14 der deutschen LP-Charts. Gleichzeitig spielte Mathieu 1966 für das Barclay-Label einige Singles ein; die erste war Mon Crédo im März 1966, es folgte in kurzem Abstand C’Est ton nom. Mon crédo entwickelte sich zu einem großen Erfolg, der sich in 1,7 Millionen verkauften Exemplaren und ihrem ersten Nummer-eins-Hit in der französischen Hitparade zeigte. Bereits im Mai 1966 wurden hiervon alleine in Frankreich 500.000 Exemplare verkauft.

Bravo1967Einen weiteren Nummer-eins-Hit feierte sie im November 1966 mit Paris en colère aus dem Kinofilm Brennt Paris?. Als sie im Oktober 1967 die französische Version von The Last Waltz (La dernière valse; Text: Hubert Ithier) herausbrachte, konnte Barclay Records hiervon bis Dezember 1967 über 200.000 Exemplare in Frankreich verkaufen. Am 6. März 1966 trat sie in Vereinigten Staaten in der Ed-Sullivan-Show vor 50 Millionen Zuschauern auf; im selben Jahr gastierte sie im Ostberliner Friedrichstadt-Palast erstmals in Deutschland. Ihre erste Deutschland-Tournee bestritt sie Anfang Mai 1967, danach schloss sich eine 26-tägige Tournee durch die Sowjetunion an. Bereits zu jener Zeit wurde sie von den Medien als „neue Piaf“ gefeiert. Im Mai 1967 stimmten Billboard zufolge 39 % der Befragten in Frankreich für Mireille Mathieu als beliebteste französische Sängerin. Die Jugendzeitschrift Bravo berichtete im selben Monat über die Tournee. Ihre erste Platte in Deutschland war im Juli 1967 die LP Mireille Mathieu I mit Chansons.

In der James-Bond-Parodie Casino Royale singt sie in der deutschen Synchronfassung ihre erste deutsche Aufnahme Ein Blick von Dir. Von Mitte bis Ende Mai 1968 ging sie erneut auf Deutschland-Tournee. 1969 begann ihre Zusammenarbeit mit dem Schlagerkomponisten-Team Christian Bruhn (Musik)/Georg Buschor (Text), deren etwa 100 Schlagertexte für Mathieu überwiegend Liebe, Frankreich und Paris thematisierten. Um Mathieu vor Vergleichen mit Edith Piaf zu schützen, die ihr selbst nie recht waren, sorgte ihr langjähriger Manager Johnny Stark dafür, dass sie schnellstmöglich ein eigenes Repertoire bekam und bis in die 1970er Jahre hinein kaum noch Piaf-Lieder interpretierte.

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So sah man sie in Deutschland eigentlich nicht

Ihren Durchbruch hatte sie im April 1969 mit dem Stück Hinter den Kulissen von Paris / Martin (Ariola 14285; Rang 5 der deutschen Hitparade), aufgenommen im Berliner Ariola-Tonstudio. Als ihr Manager Johnny Stark dort das noch nicht zu Ende komponierte Lied hörte, rief er begeistert „C’est ça! Justement!“ („Das ist es!“). Die Aufnahmen zu Hinter den Kulissen von Paris dauerten für die der deutschen Sprache unkundigen Mathieu drei Stunden.

Das Format für künftige deutschsprachige Schlager von Mathieu war gefunden. Katja Ebstein machte Demoaufnahmen, nach denen Mathieu die Texte phonetisch lernte, Bruhn war bis 1980 ihr Musikproduzent. (Quelle; wikipedia)

Hier nun als erstes Beispiel der Sangeskunst der Mireille Mathieu eine Single eben aus jenem Jahr 1969 eine Single aus dem Jahr 1985.

Früher konnte ich sie ja gar nicht ausstehen, aber im Alter wird man milder:

Der Christian Bruhn wusste schon, wie man eine Sängerin wie Mireille Mathieu musikalisch zu präsentieren hatte: entweder so richtig schmissig („Tarata-Ting, Tarata-Tong“) oder aber auch inning-sentimental und beides beherrschte sie perekt !  Und ihre Stimme ist nun tatsächlich unverkennbar und damit auch ein wenig einzigartig.

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Besetzung:
Mireille Mathieu (vocals)
+
Orchester Christian Bruhn

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Mireille Mathieu (1970)

Titel:
01. Tarata-Ting, Tarata-Tong (Bruhn/Buschor) 3.04
02. Das Wunder aller Wunder ist die Liebe (Bruhn/Buschor) 2.27

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Konstantin Wecker – Wut und Zärtlichkeit (2011)

FrontCover1Ganz sicher einer der bedeutendsten Songpoeten, die wir „in diesem unserem Lande“ haben … auch wenn ich viele Jahre mich mit dem Konstantin Wecker schwer getan habe …

Hier ein weiteres Beispiel seiner unglaublichen Schaffenskraft:

Freundlich und gewinnend schaut Konstantin Wecker dem Betrachter ins Gesicht. Und gleichzeitig wie einer, der es faustdick hinter den Ohren hat. Dennoch hat seine gelegentliche Wut nichts mit dem oft etwas dumpfbackig daherkommenden, eigentlichen Wutbürger gemein.

Lang vorbei die Zeiten, da Liedermacher ausschließlich als weinerlich-betuliche Zeigefingeronkel daherkamen, mehr schlecht als recht begleitet von einigen wenigen Akkorden auf der selbstgezupften Wanderklampfe. Mit sinnlicher Lust schwelgt Wecker in Instrumentierungen unterschiedlichster musikalischer Stilrichtungen, reich inszeniert dank Gastmusikern wie Pianist Jo Barnikel, dem Linzer Spring String Quartett oder Percussion-Experte Jens Fischer-Rodrian. Ein – künstlerisch – egomaner Einzelkämpfer ist er also nicht mehr, aber auch kein Mitläufer in Massendemonstrationen.

Sicher im Player bei Angela Merkels nächster Geburtstagsparty: Weckers spöttisch als Liebeslied getarnte, bissige Beobachtungen über „Die Kanzlerin“. „Und selbst mein kleines rotes Herz / pocht auf der falschen Seite / das Lächeln meiner Kanzlerin / raubt mir den Verstand“. Dabei auch den Zorn der eigentlichen Gesinnungs-Genossen nicht fürchtend: „Man wird mich nicht mehr schätzen / in meinem linken Kreis / wird Hunde auf mich hetzen / lässt Züge entgleisen“

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Nebenbei wehrt sich der Künstler gegen das Lagerdenken aller Fraktionen. Der Feind lauert überall, doch Wecker ist lebenserfahren genug, daraus keinen Tunnelblick entstehen zu lassen. Hier agiert kein Salon-Intellektueller und Rotkäppchensekt-Bohemian, sondern ein wachsamer Kopf, dem erfreulicherweise Humor nicht fremd ist.

Die „Damen Von Der Kö“ skizziert der gebürtige Münchner mit launigem Boogie Woogie-Klavier und trefflich intonierten Rock’n’Roll-Passagen. In der Upperclass kommt es nicht nur auf makelloses Äußeres an: „Geliftet auch ihr Herz“, erkennt Wecker und setzt damit ein Statement für von innen gelebte Aufrichtigkeit. Oft erinnern die Songs an eine Art musikalisches „Scheibenwischer“-Kabarett mit Wecker als lustvoll agierendem Hildebrandt der Liedermacher-Szene.

Produzent Florian Moser arbeitet auch als Arrangeur und komponiert Filmmusiken. Das steht den Liedern prächtig zu Gesicht: hier handelt es sich nicht um nur aneinandergereihte Songs. Das ganze Album entspricht einem homogenen Film mit ineinander verwobenen, und dennoch für sich selbst stehenden Kapiteln.

Ob unterlegt mit Rock, Blues, Zirkuswalzer, Reggae, klassisch inspirierten Piano-Klänge und auch mal der vielstrapazierten Weltmusik – die Gegensätze „Wut Und Zärtlichkeit“ sind in den Augen des Künstlers Vereinbarkeiten. Sie ergänzen einander, und bewahren in gemeinsamer Kombination vor allzu einseitigem Abdriften.

Eine Klasse für sich: Weckers Lyrics, gespickt mit punktgenauen Beobachtungen, frischen Wortspielen und viel Poesie. Sarkasmus findet sich zuhauf, doch nie bitterer Zynismus. Es gilt zu leben, trotz aller Widrigkeiten. Und Wecker liebt bei alledem das Licht. (Artur Schulz)

Hörempfehlung weil gar so beeindruckend !

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Besetzung:
Jo Barnikel (piano, cornet, trumpet, background vocals)
Jens Fischer-Rodrian (guitar, bass, percussion)
Nils Tuxen (guitar, sitar, ukulele, mandolin, harmonica)
Konstantin wecker (vocals, piano)
+
Demba Nabeh Boundzound (clarinet)
Sven Faller (bass)
Sandro Friedrich (wind)
Stefan Gruschwitz (didgeridoo)
Florian Moser (guitar)
Norbert Nagel (clarinet, saxophone, flute)
Tim Neuhaus (drums)
Nikos Papadopoulos (bouzouki, baglama)
+
Spring String Quartett (strings)
+
Gesangverein Maisach e.V. unter der Leitung von Christian Meister
+
African Chor: Nijamy Stitson + African Angel
+
Vocals:
Alexa Rodrian – Pippo Polina – Jeff Mezzrow – Jasnnis Zoto – Vered Dekel – Njamy Sitson – Philipp Weiss – Caroline von Brünken –

KonstantinWeckerBand

Titel:
01. Wut und Zärtlichkeit (Wecker) 3.45
02. Absurdistan (Wecker) 3.43
03. Die Kanzlerin (Wecker) 3.52
04. Weil ich dich liebe (Wecker) 4.09
05.  Schwanengesang (Wecker) 4.01
06.  Es gibt michts gutes (Wecker/Barnikel) 2.59
07.  Damen von der Kö (Wecker) 3.35
08. Weltenbrand (Wecker) 3.41
09. Der Virus (Wecker) 3.36
10. Empört euch (Wecker/Rottenfusser) 6.48
11. Buonanotte Fiorellino (de Gregori/Wecker) 4,42
12. Es geht zu Ende (Wecker) 3.52
13. Soscheeschoa (Wecker) 6.27
14. Tropferl im Meer (Wecker) 7.38

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Inlay1

Adamo – International (1968)

FrontCover1Auch über Adamo wurde hier schon mal berichtet und zwar hier)

Adamo war ja bei uns schon in den 60er Jahren kein unbekannter mehr und als dieser Sampler 1968 erschien, gab es schon mindestens 4 Alben für den deutschen Markt.

Und vermutlich dache man sich damals … die Deutschen können auch mal den Adama „international“ hören und vor allem kaufen.

Und so hören wir nun Adamo auf französisch, englisch, deutsch und italnisch an …und er war in den 60er Jahren wohl ein sprachlicher Hans-Dampf-in-allen-Gassen …  und qwnn man sich dieses Album anhört, weiss man auch, wie souverän dieser Adamo war.

Und in der Tat: dieser Sampler zeigt erneut einen Adamo, der sogar nicht in das spätere Schlager-Image passen wollte … Man höre sich beispielsweise die Dramatik in „On se bat toujours quelque part“ an:

Also: Ein Sampler, den ich empfehlen möchte  … Adamo (den ich damals nicht verstanden haben) gilt es zu entdecken, es lohnt sich !

AdamoPersonnel:
Adamo (vocals)
+
a bunch of unknown studio musicians

BackCover1Tracklist:
01. Notre Roman (Adamo) 3.18
02. On se bat toujours quelque part (Adamo) 3.35
03. Dans Ma Hotte (Adamo) 2.03
04. Another Love Affair (Adamo/Kennet) 2.37
05. Elle Était Belle Pourtant (Adamo) 3.37
06. Du kamst zurück (Tu Me Reviens) (Adamo/Werner) 2.55
07. Cezx Que J’aime (Adamo) 2.10
08. Viens ma brune (Adamo) 3.08
09. She Was An Angel (Adamo) 2.12
10. Quand Les Roses (Adamo) 2.31
11. Gridare Il Tuo Nome (Adamo/Angelo) 2,17
12. Porque Yo Quiero (Adamo/Coroega) 2,38
13. Petit camarade (Adamo) 2.43
14. The Tramp With A Beard (Le barbu sans barbe) (Adamo/Newell) 2.59

LabelB1

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Mehr Adamo:
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