Katja Ebstein – Witkiewicz (2005)

FrontCover1Für meine Ohren und für mich ein unglaublich wichtiges, enormes Album und mit der Einschätzung bin ich auch nicht ganz allein:

Rothaarig, grünäugig, endlos lange Beine — und eine unverkennbare Stimme, mit der sie einfach alles singen kann, und zwar glaubwürdig. Als Katja Witkiewicz wurde sie 1945 in Schlesien geboren, als Katja Ebstein wurde sie zu einem der wenigen deutschen Superstars. „Wunder gibt es immer wieder“ war 1970 sozusagen der Startschuss: 3. Platz beim Grand Prix, 1971 folgte abermals der 3. Platz mit „Diese Welt“. Danach reihten sich Hit an Hit, Lieder wie „Der Stern von Mykonos“, „Es war einmal ein Jäger“, „Theater“, Songs, die heute schon zu den Evergreens gehören. Doch das war nur die eine Seite der Katja Ebstein. Sie sang daneben ebenso erfolgreich Musicals und interpretierte Gedichte von Heinrich Heine und Bertold Brecht; sie stand vor der Fernsehkamera und auf der Theaterbühne; sie brachte uns internationale Songpoeten wie Bob Dylan, Leonard Cohen und Stevie Wonder auf deutsch nahe; sie sang in sieben Sprachen und war auch da erfolgreich. Und ihr geliebtes Berlin, in dem sie nach der Flucht aufwuchs, besang sie liebevoll mit Couplets von Otto Reuter, Erich Kästner und Kurt Tucholsky. Eine faszinierende, ungeheuer vielseitige Künstlerin.

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Vor acht Jahren hat Katja Ebstein ihr letztes Album eingesungen. Diese neue CD zeigt, dass Katja Ebstein immer noch und immer wieder zu den Allerbesten gehört. Da gibt es das zarte Liebeslied „Unrasiert“, da gibt es die wunderschöne hochdeutsche Version von Fendrichs „Bergwerk“, da gibt es Jacques Brels Chanson „Flaches Land“ als Hymne an die Nordsee. Von Pe Werner stammt die eingängige Ballade „Rosen unterm Schnee“, Manfred Maurenbrecher schrieb mit Katja die Pop-Ballade „In diesem Land“, eine deutsche Bestandsaufnahme im Jahr 2005, und Xavier Naidoo ließ sich für sie das ungewöhnliche „Schlaf in meinen Armen ein“ einfallen. Bitterböse und traurig ist die Selbstmörderballade „Was geht’s mich an“, bei der Katja von Michael Janz stimmlich unterstützt wird. Dazu singt Katja Klassiker wie „Wilde Wasser“ und „Funny Valentine. „Die schlesischen Weber“ und „Wunder gibt es immer wieder“ sind übrigens in neuer Version zu hören. Fazit: Mit diesem Album hat sich Katja Ebstein selbst das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht. Eine rundum gelungene CD, mit Liedern, die man sich mehr als einmal anhören kann. Und ein erneuter Beweis dafür, dass Katja Ebstein auch mit 60 noch zu unseren Topstars gehört — und stimmlich war sie noch nie so gut und eindringlich und überzeugend wie heute. (Julia Edenhofer)

CDPräsentation

Pe Werner, Dieter Falk und Katja Ebstein bei der Präsentation der Cd „Witkiewicz“

Und selbst auf der Jazz website jazzdimensions findet dieses Album eine prachtvolle Würdigung:
Katja Ebstein meldet sich nach einigen Jahren mit einem neuen Album zurück: Auf „Witkiewicz“, benannt nach ihrem Mädchennamen, präsentiert die Ebstein Songs unterschiedlicher Songwriter – und vom Schlager bis zu Chansons über sozialkritsche Liedermacherstücken ist alles dabei.

Die Künstlerin, die dieser Tage ihren 60. Geburtstag feiert – was man ihr nicht ansieht – hat eine Stimme, der man nur zuhören kann, die Herzen und Seelen erweicht. Mit dieser Popgesangsstimme (von der manch Gesangssternchen nur träumen kann) setzt sie insbesondere bei „Ungläubig“, dem Maurenbrecher-Song „In diesem Land“ oder „Was geht´s uns an“ so kraftvolle, wie kritische Akzente – die Ebstein als sozialpolitische Botschafterin, die sich in dieser Rolle auch gut gefällt.

Katja Ebstein gehört auf die Bühne, pflegt einen natürlich-herzlichen Umgang mit dem Publikum und ist dennoch ganz Showdame. „Witkiewicz“ ist ein Album mit größtenteils wunderbaren Songs, aber auch mal einem Ausrutscher wie „Unrasiert“, der etwas stark in die Liebeslied-Schlager-Schmonzette abgleitet. Insgesamt: erstklassig – Hut ab vor dieser begnadeten Sängerin mit Herz und Engagement. (Carina Prang)

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Dani Fromm auf laut.de hatte aber auch was zu meckern:

„Einzig zwei Nummern stoßen wirklich übel auf: „In meinen Armen“ – komponiert, getextet und angerichtet von Xavier Naidoo – ist kaum auszuhalten. Der Mann ist, wenn er nicht gerade mit Jan Delay zusammenarbeitet, einfach eine unerträgliche Heulsuse, der mich mit seiner plakativst zu Markte getragenen Religiosität von einem Würgereiz in den nächsten treibt. „Herr, Du musst das Größte sein, das auch im Kleinsten ist. Du hauchst das Leben ein. Herr, Du bist, der Du bist.“ Halleluja. Ich bitte um einen Eimer.

Und „Bergwerk“, das mir in der von Dieter Falk arrangierten Version musikalisch wesentlich besser gefällt, als Reinhard Fendrichs Original (Zugegeben: Das ist auch nicht besonders schwer.), verliert durch die 1:1-Übertragung des Textes aus Bergsprache ins Hochdeutsche sehr. Wenn sich „weinst“ auf „lehnst“, und „weißt“ auf „hast“ reimen muss, fühlt man sich zwangsläufig an Reim-dich-oder-ich-fress-Dich-Lyrik der Kampfklasse „Kaum zu glauben, aber wahr: der Schmidthuber-Opa wird heut 97 Jahr“ erinnert. Naidoo jault übrigens auch in „Was Geht’s Uns An“ im Refrain mit; hier allerdings nicht ganz so störend.“

Da mag ja jemand den Xaver besonders gut *g*

Ergänzend will ich noch darauf hinweise, dass die beteiligten Musiker wirklich ganz famos aufspielen (Thomas Simmerl und Christian von Kaphengst gehören z.B. zur Till Brönner Band). Und das booklet besticht auch durch die intensive Fotographien von Jim Rakete !

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Besetzung:
Dieter Falk (keyboards)
Wolfgang Haffner  (drums, percussion)
Christian von Kaphengst (bass)
Berthold Matschat (harmonica)
Ossi Schaller (guitar)
Thomas Simmerl (drums, percussion)
Christoph Titz (trumpet)
+
German Pops Orchestra

Booklet04ATitel:
01. Ungläubig (Falk/Ebstein/Winkelmann) 4.28
02. Unrasiert (Sacher/Hofer) 3.04
03. In diesem Land (Rau/Ebstein/Maurenbrecher) 4.29
04. Die schlesischen Weber (Bruhn/Heine) 3.00
05. Sei nicht alt (Sacher/Demmler) 3.07
06. Wildes Wasser (Traditional/Werner/Ebstein) 3.53
07. Was geht’s uns an (Sacher/Demmler)
08. Bergwerk (Fendrich) 3.16
09. Funny Valentine (Rodgers/Hart/Maurenbrecher) 4.40
10. In meinen Armen (Naidoo/Herberger) 4.12
11. Rosen unter’m Schnee (Werner) 3.51
12. Flaches Land (Brel/Grasshoff) 3.31
13. Wunder gibt es immer wieder (Bruhn/Loose) 3.23

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Und ja, sexy ist die Katja Ebstein schon auch … Und mit Verlaub: wenn sie (man)  sich so ablichten lässt, dann  weiß sie (man) sehr wohl was sie (man) tut.

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Georg Kreisler + Helen Vita – Du bist neurotisch + La malade à la mode (1960)

FrontCover1Wieder mal so eine kleine Werbeplatte, die man damals wohl an Mediziner verteilte, den die Firma „Pro Medico“ warb ein wenig verschämt „gegen quälenden Husten: Tussipect und Embrocin“. Aha !

Und man bediente sich zweier Künstler mit mit Witz und Hunor das Thema Gesundheit auf die Schippe nahmen:

Charmant und zugleich bitterböse der Georg Kreisler (wir kennen ihnen nicht anders).

Liebreizend und spitzbübisch dann die unverwüstliche Skandalnudel Helen Vita …

Beide waren damals für ein aufgeklärtes Publikum ganz sicher ein Renner, denn in dem musikalischem Allerlei jener Jahre stachen sie eben durch ihre Individualität deutlich heraus.

Man lasse sich nicht von den anfänglichen Knistergeräuschen bei Kreisler irritieren … Das kleine Vergnügen an dieser kleinen Schallplatte wird dadurch nicht wirklich getrübt.

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Besetzung:

Georg Kreisler (piano vocals be 01.)
+
Paul Burkhard (piano bei 02.)
Helen Viata (vocals bei 02.)

Titel:
01. Du bist neurotisch (Kreisler) 3.30
02. La malade à la mode (Burkhard/Witt) 3.41

Labels

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Manfred Krug + Gunther Fischer-Quintett – No. 3 – Greens (1974)

FrontCover1.jpgFür mich war der Manfred Krug nicht nur ein vertitabler Schauspieler (klar: Tatort !), sondern auch ein starker Sänger:

Manfred Krug (* 8. Februar 1937 in Duisburg; † 21. Oktober 2016 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler, Sänger und Schriftsteller. Als Pseudonyme verwendete er zu DDR-Zeiten Clemens Kerber (als Liedtexter) und Isa Karfunkelstein (als Interviewer seiner selbst).

Und hier sein vorletztes Album, dass r in seinen DDR-Zeiten aufgenommen hat:

Wenn ich vorhin schrie, dass der Mnred Krug auch ein starker Sänger war, denntritt er bei dieser LP leider keinen überzeugenden Beweis an. Er interprtiert überwiegen Songmaterial des Klassenfeindes aus den USA … ne Gilbert O’Sullivan Komposition ist auch mit dabei.

ManfredKrug

Manfred Krug 1974 während einer Autogrammstunde in der Buchhandlung „Internationale Buch“ am Alexanderplatz in Ost-Berlin.

Das Album bleibt arg blaß, arg farblos…von der seiner Dynmaik und dem Schwung seiner früheren Aufnahmen ist er doch ziemlich weit entfernt. Und so wird selbst ein ansich feiner Blues wie „Machs gut, ich muß gehn“ ziemlich verhunzt.

Mag das am Gerd Michaelis-Chor oder an der Streichergruppe Otto Karl Beck liegen … keine Ahnun, aber auf der Hüllen finden wir noch den Namen  Siegbert Schneider und er fungierte bei den Aufnahmen als „Sound Designer“  … hier liegt w0hl die Wurzel allen Übels …

Sei´s drum, zu em Gesamtkunstwerk des Manfred Krugs gehören dann halt auch solche Alben.

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Besetzung:
Fred Baumert (guitar)
Günther Fischer (flute, piano, saxophone)
Joachim Graswurm (trumpet, flugelhorn)
Wolfgang „Eddie“ Greiser (bass)
Hubert Katzenbeier (trombone)
Siegfried Krause (violin)
Masnfred Krug (vocals)
Mario Peters (keyboards)
Wolfgang „Zicke“ Schneider (drums)
+
Gerd Michaelis-Chor
Streichergruppe Otto Karl Beck

Labewls (UdSSR)

Dieses Album erschien wohl auch in der UdSSR

Titel:
01. Que Serà (Migliacci/Fontana) 3.33
02. The More I See You (Warren/Gordon) 3.49
03. I Can’t Give You Anything But Love (McHugh/Fields) 4.38
04. Mame (Herman) 3.42
05. Niemand liebt dich so wie ich (Lehár/Jenbach/Knepler) 3.51
06. Alone Again (Naturally) (O’Sullivan) 3.36
07. Parlez Moi D’amour (Lenoir) 3.18
08. Greensleeves (Traditional/Hacks) 3.14
09. Machs gut, ich muß gehn (Baby, It’s Cold Outside) (Loesser/Krug/Barwandt) 4.16
10. There’s A Boat That’s Leavin‘ Soon For New York (G.Gershwin/Dubois/Heyward/ I.Gershwin) 2.18
11. Alles geht einmal zu Ende (When It’s Sleepy Time Down South) (Muse/Rene/Krug) 1.47

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Mehr vom Manfred Krug:

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Katja Ebstein – Was ich noch singen wollte (1974)

FrontCover1.JPGIch gestehe, ich bin in diese FRau ein wenig vernarrt:

Katja Ebstein, bürgerlicher Name Karin Ilse Überall (* 9. März 1945 als Karin Ilse Witkiewicz in Girlachsdorf), ist eine deutsche Sängerin und Schauspielerin. International bekannt wurde sie mit dem dritten Platz beim Eurovision Song Contest 1970, dem 1971 ein weiterer dritter und 1980 ein zweiter Platz folgten, was sie zur damals erfolgreichsten deutschen ESC-Teilnehmerin machte. Sie veröffentlichte bisher über 30 Alben in den Bereichen Schlager, Popmusik, Chanson, Kabarett und Musical.

Ebstein kam im niederschlesischen Girlachsdorf (heute Gilów, Gmina Niemcza, Polen) zur Welt. Sie wuchs im West-Berliner Bezirk Reinickendorf in der Epensteinstraße auf,

KatjaEbstein1965

Katja Ebstein, 1966

Noch durch Gaze lernte sie um 1967 den Komponisten und Produzenten, ihren späteren Lebensgefährten und ersten Ehemann Christian Bruhn kennen, der von nun an ihre Produktionen begleitete. Auf dem Festival Chanson Folklore International auf Burg Waldeck im Hunsrück traf sie auf Siegfried Loch, den damaligen Deutschlandchef der US-amerikanischen Schallplattenfirma Liberty/United Artists, der nach neuen Talenten für den internationalen Markt suchte. Er verhalf ihr zu einem festen Vertrag bei Liberty/United Artists Records mit Sitz in München.

Nach Achtungserfolgen mit den beiden ersten Singles, Der Draht in der Sonne und … und wenn der Regen fällt, sowie ihrem ersten Fernsehauftritt als „Katja Ebstein“ im April 1969 in der Sendung Sing and swing – Ein Abend mit internationalen Gaststars erschien im Herbst 1969 die erste LP Katja, insbesondere promotet durch die Jugendzeitschrift Twen und das von Truck Branss, dem Macher der ZDF-Hitparade, produzierte Fernsehporträt Katja – Die Stimme, das allerdings erst 1970 nach ihrer erfolgreichen Teilnahme an der Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision de la Chanson ausgestrahlt wurde. Im Spätherbst 1969 sang sie mit Wovon träumt ein Weihnachtsbaum im Mai den deutschen Original-Soundtrack des Titels Do You Know How Christmas Trees

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Katja Ebstein, 1974

Are Grown? der Sängerin Nina aus dem James-Bond-Film Im Geheimdienst Ihrer Majestät und war mit der zugehörigen Single-A-Seite Warum ist die Welt so schön erstmals häufiger im deutschen Fernsehen präsent.

Am 16. Februar 1970 gewann Ebstein die deutsche Vorentscheidung mit dem von Christian Bruhn komponierten und von Günter Loose getexteten Wunder gibt es immer wieder und erreichte damit beim Eurovisionsfestival in Amsterdam den dritten Platz. Dies war der Start in ihre internationale Karriere. Ihre Lieder erschienen weltweit auf Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch und Japanisch. Noch zweimal nahm Ebstein am Grand Prix Eurovision de la Chanson teil. Den Titel für den Wettbewerb 1971 in Dublin, Diese Welt, komponierte Dieter Zimmermann, der Text stammte von Fred Jay. Mit dem Umweltsong erreichte sie erneut den dritten Platz. Bei ihrer dritten und letzten Teilnahme im Jahr 1980 mit Theater, geschrieben von Ralph Siegel und Bernd Meinunger, belegte sie den zweiten Platz. Auch diese beiden Titel wurden Evergreens in Deutschland und kamen weltweit in verschiedenen Sprachen auf den Markt. Aufgrund ihrer Verdienste um den Grand Prix moderierte sie die Vorentscheidung 1981 und war gern gesehener musikalischer und Gesprächsgast in diversen diesbezüglichen Sendungen.

1970 wurde sie beim Internationalen Songfestival in Rio de Janeiro zur besten Sängerin gewählt. Eine Tournee mit dem Orchester James Last schloss sich von September bis November 1970 an, weitere Tourneen – unter anderem auch mit dem Orchester Paul Kuhn durch die Sowjetunion – folgten in den Jahren darauf, in denen Ebstein mit Titeln wie Und wenn ein neuer Tag erwacht, Ein kleines Lied vom Frieden, Der Stern von Mykonos oder Ein Indiojunge aus Peru zu einer der erfolgreichsten deutschen Schlagersängerinnen avancierte. 1972 trat sie in der Sendung Ein Kessel Buntes erstmals in der DDR auf. (Quelle: wikipedia)

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Und zwei Jahre später erschien dann diese LP und natürlich hatte auch ihr ihr damaliger Ehmann Christian Bruhn gewaltig mitgemischt.

Und so ist ein Album entstanden, das ein wenig zerrissen wirkt … da sind natürlich jede Menge betrörrender Melodien, jede Menge Texte, die auch heute noch ihre Wirkung haben können („Und dein Zug, der geht in 5 Minuten“), ein Album, das zwischen ambitioniertem Schlager und Chanson pendelt … und das auenzwinkernde „Nostalgie“ könnte auch als kleines Motto über diesem blog schweben.

Und bei „Aranjuez“ versucht man etwas ganz ambitioniertes: Auf den weltbekannten Melodien von Joaquín Rodrigo versuchte sich Walter Brandin als Texter … nun ja … der Versuch hat mich nun nicht überzeugt.

Und dass die Ebstein auch mal „Sag mir, wo die Blumen sind“ singen wollte, versteht sich chon fast von selber, wenn man ihr durchaus politischen Wurzeln kennt … im Berlin der 60er Jahre kannte sie u.a. auch den Benno Ohnsorg …

Aber auch eine zuweilen arg heftige Prise Sozialkitsch (z.B. bei“Ein Indiojunge aus Peru“)

Aber über allem schwebt dann diese wunderbare Stimme der Katja Ebstein … und das versöhnt dann auch ein wenig für dieses „zerrissen“ wirkendes Album.

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Besetzung:
Katja Ebstein (vocals)
+
eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. Athena (Hadjidakis/Bradtke) 3.34
02. Und dann fühlen sie sich nicht mehr so alleine (Bruhn/Colpet) 3.18
03. Nostalgie (Bruhn/Kunze) 2.46
04. Aranjuez (Rodrigo/Brandin) 4:44
05. Wölfe und Schafe (Daniel/Kunze) 2.59
06. Wie ein Vogel fliegen (Bruhn/Kunze) 3.47
07. Mississippi Jane (Heider/Kunze) 2.50
08. Sag mir, wo die Blumen sind (Seeger/Colpet) 4.18
09. Schreib an Dr. Klugmann (Bruhn/Kunze) 3.19
10. Ein Indiojunge aus Peru (Bruhn/Buschor) 3.13
11. Jedes Lied ist einmal zu Ende (Sedaka/Kunze) 3.58
12. Und dein Zug, der geht in 5 Minuten (Bruhn/Brandin) 3.36

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Mehr von Katja Ebstein:

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Adamo – Hinter den Herzen (Kieselsteine 3 ) (1977)

FrontCover1.jpgGanz sicher gehöre ich zu jenen, die Adamo früher falsch einschätze, und ihn „nur“ als Schlager-Fuzzi definitiert habe … Das ist aber ne gewaltige Täuschung …

Salvatore Adamo (* 1. November 1943 in Comiso auf Sizilien) ist ein belgischer Musiker, Liedermacher und Schlagersänger italienischer Herkunft. Adamo singt in neun Sprachen.

Als Salvatore vier Jahre alt war, zog seine Familie ins belgische Kohlerevier nach Mons, da der Vater dort Arbeit fand. Da in Belgien eine doppelte Staatsbürgerschaft nicht möglich war, behielt er, nach eigenem Bekunden aus Respekt und in Erinnerung an seinen Vater, die italienische. Neben seiner schulischen Laufbahn sang er noch im Kirchenchor und lernte Gitarre spielen.

1962 wurde in Belgien seine erste Schallplatte veröffentlicht, nachdem er zuvor in Frankreich einen Musikwettbewerb gewonnen hatte. Alsbald spielte er seine Kompositionen, obwohl der Sprache kaum mächtig, auch auf Deutsch ein. Bereits 1966 trug ein Viertel aller Schlager-Platten, die in Frankreich verkauft wurden, seinen Namen. Ein Jahr später führte ihn eine Tournee auch durch Deutschland. Seinen größten Hit in Deutschland hatte er 1968 mit Es geht eine Träne auf Reisen (die deutsche Version von Une larme aux nuages), der sich 15 Wochen in den Top 10 hielt und dort den zweiten Platz erklomm. Im März 1969 war er gemeinsam mit der deutschen Sängerin Alexandra auf Deutschland-Tournee.

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Sie schrieb den deutschen Text Walzer des Sommers für ihn und Adamo komponierte und Alexandra textete Kinderjahre gemeinsam. Nach Alexandras Tod 1969 nahm Adamo das Lied auf und veröffentlichte es 1978. Einen aus heutiger Sicht der Tatsachen ausgesprochen bemerkenswerten Titel stellt die Single Les gratte-ciel aus dem Jahre 1969 dar. Der Titel wurde 1972 ins Deutsche übersetzt.

In den siebziger Jahren zeichneten sich seine LPs Kieselsteine, gefolgt von Seiltanz – Kieselsteine 2 und Hinter den Herzen – Kieselsteine 3 durch anspruchsvolle Texte aus. Lieder wie In deinen Armen sterben, Der Gehängte, Die Feen sterben nicht, Was soll ich da noch für Euch singen? und Wenn Du wiederkommst (übersetzt von Reinhard Mey) waren gelungene Übersetzungen seiner französischen Chansons. Kieselsteine erschien in den achtziger Jahren auch als CD, aber nur in geringer Auflage. (Quelle: wikipedia)

Von seinem ersten Kieselsteine war ich ja nicht angetan, sondern ziemlich begeistert.

Das gleiche gilt auch für dieses 3. Kieselstein-Album, wenngleich sich dies nur auf die Texte bezieht.

Musikalisch hat sich dann doch eher für schlagerbetonte Melodien entschieden, der eigentlich große Chansonnier hat sich zurück gezogen und das tat diesem Album alles andere als gut … schade, denn die anspruchsvollen Tete hätten eine andere Musik verdient. So bleiben jedoch viele Melodien eher belanglos.

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Besetzung:
Adamo (vocals)
+
Eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. Du bist (Adamo/Hachfeld) 4.18
02. Der Zirkus Antony (Adamo/Hachfeld) 3.43
03. Werde nicht gross mein Sohn (Adamo/v.Hülse) 4.04
04. Zu spät (Adamo/v.Hülse) 4.04
05. Alle Bänke sind feucht (Adamo/Hachfeld) 4.10
06. Immer das alte Lied (Adamo/Hachfeld) 3.06
07. Lili und das Kind (Adamo/Hachfeld) 3.00
08. Der Hund (Adamo/Hachfeld) 3.23
09. Du Unbekannte (Adamo/Hachfeld) 4.09
10. Es gibt Tage wo man nicht leben möcht‘ (Adamo/Hachfeld) 3.22
11. Die Zeit in einer Flasche (Adamo/Hachfeld) 4.10

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Mary Roos – Jugendsünden (2011) ( CD 3)

FrontCover1Jetzt wird es wieder mal oppulent und intensiv … das frühe Werk von Mary Roos … und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus … was diese Mary Roos so alles angestellt hat, allein in ihren jungen Jahren. Ausführlichere Informationen dazu findet man in Teil 1 dieser Edition.

Und hier Teil 3 dieser Edition, wobei man dazu sagen muss, dass diese Edition hier erweitert wird um einen Teil 4 mit weiteren interessanten und raren Sachen zu dem Thema: “Die Jugendsünden der Mary Roos”. Verdanken können wir das wiedermal dem Mr. Jancy, der sich wieder mal mit dieser Leihgabe mehr als spendabel gezeigt hat … vielen Dank !

Und man kommt deshalb kaum aus dem Staunen heraus, weil der output der jungen Mary Roos schier unglaublich ist, und  der dritte Teil dieser Edition enthält 33 Titel ! Und insgesamt sind es 100 Titel aus dem Zeitraum 1958 – 1969 ! Unglaublich !

Mit einer eher ungewöhnlichen Offenheit stellt Mary Roos ihre Zeit in den 60er Jahren sehr realistisch dar:

“Alles in allem ist Mary Roos zwar in den 60er-Jahren kontinuierlich auf Festivals und in den Medien präsent, das aber tendenziell als B-Sängerin. Sie ist durchaus bekannt, bislang jedoch eher mäßig erfolgreich. Obwohl Toningenieure, Autoren, Produzenten und Kritiker über alle Maßen von Marys Talent überzeugt sind, lässt der große Durchbruch auf sich warten.” (Quelle: Mary Roos website)

Das änderte sich dann aber und die gute Mary Roos ist bis heute aktiv !

Mit Udo Jürgens in Knokke, Belgien (1968)

Mit Udo Jürgens in Knokke, Belgien (1968)

Hier aber nun die ausführliche Würdigung ihrer “Jugendsünden” in den 60er Jahren und zwar mit dem Teil 3 dieser prachtvollen Edition:

AutogrammkarteUnd ich weiß auch nicht warum, dieser dritte Teil ist besonders interessant, denn hier finden sich etliche „anspruchsvollere“ Lieder. Das mag ja daran liegen, dass viele der Lieder aus den späten 60er Jahren stammen und somit der damalige Zeitgeist auch an ihr, bzw. an ihren Textern nicht vorbei ging.

Bei ihren Aufnahmen aus dem Jahr 1968 hat sie sich endgültig entpuppt … aus einer trällernden Schlagersängerin wurde eine beeindruckende Chansoneuse, die mehr als einmal an die große Hildegard Knef erinnert. Es ist wirklich mehr als erstaunlich, welche Entwicklung Mary Roos gemeinsam mit ihrem langjährigen Produzenten Horst Heinz Henning in den 60er Jahren gemacht hat.

Und dieser Teil drei zeigt dies mehr als eindrücklich, denn aber dem track 24 kann man dann ihre Aufnahmen, die sie als „Rosemarie“ in den Jahren 1958/1959 gemacht hat hören: Drolliger 50er Jahre Sing-Sang (Little-Teenager-Songs: Ich möcht schon 16 Jahre sein), über den man heute nur herzhaft schmunzeln kann. Und bereits in ihren jungen Jahren konnte sie perfekt jodeln !

Und eigentlich wäre ja nun Schluß, denn diese wirklich beeindruckende Edition enthält „nur“ 3 CD`s. Aber der famose Mr. Jancy hat mir dann noch ein extra Päckchen geschict, mit mehr als wertvollen Ergänzungen:

– Das gesammte booklet
– Die komplette und megarare LP „Golden Love“ (Center Records)- ein Interview mit Mary Roos genau zu dieser Edition und
– eine ziemlich komplette Diskographie von Mary Roos …

Und deshalb gibt es demnächst Teil 4 dieser erfreulichen Jungendsünden der Mary Roos.

DieEdition

Titel:
01. Allein unter Millionen (Henning/Brunner/Schwer) 2.56
02. Riesenrad Ballade (Henning) 2.24
03. Sommerzeit (war die Zeit uns’rer Liebe) (Summertime) (Gershwin/Henning) 2.38
04. Leise (Henning) 2.32
05. Ich schenk‘ Dir zum Geburtstag einen Parkplatz (Henning/König) 2.28
06. Die kleine Stadt will schlafen geh’n (Bochmann/Berger) 3.01
07. Der Baum (Henning) 3.16
08. Aus Dunkelrot wird Rosa (Henning/Chrislin/Lehn) 2-28
09. Meines Großvaters Uhr (Traditional/Henning/Work) 3.02
10. Die Legende vom gläsernen Berg (Henning) 3.04
11. Paff, der Zauberdrachen (Colpet/Yarrow/Oldörp/Lipton) 4.02
12, Das kleine Chinamädchen Li (Sulzböck/Reindl) 2.26
13. Das Lied von St. Bernadette (Henning/Parker) 2.43
14. Froschballade (Jary/v.Stollberg) 3.07
15. Aquarium Ballade (Henning) 2.57
16. Der Mond sprach zur Sonne (Jary/Orling) 2.33
17. Du (Mogol/Oldörp/Donida) 2.47
18. Gold ist nur Gold  (Henning) 2.21
19. La legende de l’amour (Henning/Exwell) 2.24
20. Det är härligt att leva (Henning) 2.23
21. Livet är en strid  (Henning) 2.36
22. Another World Tomorrow (Siegel/Busch/Exwell) 3.11
23. Are You Ready For Love? (Hawkshaw/Cameron) 2.20
24. Ferien-Polka (Lindau/v.Kessler) 2.42
25. Ja, die Dicken sind ja so gemütlich (Götz/Ackermann/Schuhmacher) 2.41
26. Little-Teenager-Song (Götz/Ackermann/Schuhmacher) 2.30
27. Dann wär‘ was los (Wenn das mein Vati wüßte) (Olias/Doll/Zeller) 2.32
28. Jodel-Rosemarie (Hildebrandt/Henning) 2.10
29. Ich möcht schon 16 Jahre sein (Götz/Heinzelmann/Prinz) 2.02
30. In Musik hab‘ ich ’ne „1“  (Gestern sprach der Lehrer…) (mit den Horst Wende Tanzsolisten) (Lüth/Nowa/Lindenau) 2.40
31. Wir fahren mit der Choo-Choo-Choo (Blecher/Götz) 2.47
32. Blue-Jean-Boy (Niessen/Ström) 2.17
+
33. Tausend und ein paar Meilen (Henning/Lomen) 2.01

SingleTausendundeinpaarMeilen
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Mehr von Mary Roos:

MaryRoos

 

Hermann Leopoldi – Der Krankenkassenpatient + Ich bin ein Durchschnittswiener (1958)

FrontCover1Eine wahrhaft wackere Bigraphie:

Hermann Leopoldi (* 15. August 1888 in Gaudenzdorf, Meidling-Schönbrunner Straße (heute Wien, 12. Bezirk, Schönbrunner Straße 219[1]) als Hersch Kohn; † 28. Juni 1959 Wien, 9. Bezirk, Mariannengasse 10 (Poliklinik)), war ein österreichischer Komponist, Kabarettist und Klavierhumorist.

Sein Vater Leopold Kohn – die offizielle Änderung des Familiennamens in Leopoldi erfolgte 1911[2] – war Musiker und brachte seinen Söhnen Ferdinand (1886–1944) und Hermann das Klavierspiel bei. Er bemühte sich auch um Engagements für die beiden; 1904 ging Hermann bereits in sein erstes Engagement als Klavierbegleiter, später wurde er Kapellmeister, Barpianist und bald Klavierhumorist und Komponist.

1911 heiratete er Eugenie Kraus (1894–1982), aus der Ehe gingen zwei Kinder, Norbert (1912–1992) und Gertrude (1915–1992), hervor. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges rückte er ein und betätigte sich bald als Klavierhumorist und Kapellmeister im Frontvarieté. 1916 erfolgte sein erster großer Auftritt im Wiener Etablissement Ronacher. Nach dem Ersten Weltkrieg war das Unterhaltungsbedürfnis groß, dementsprechend waren auch die Brüder Leopoldi viel beschäftigte Künstler. 1922 eröffneten sie schließlich zusammen mit dem Conférencier Fritz Wiesenthal das Kabarett „Leopoldi-Wiesenthal“, kurz „L.W.“, in der Rothgasse 5 im ersten Wiener Gemeindebezirk. Das Lokal wurde bald weit über die Landesgrenzen bekannt. Neben Leopoldi-Wiesenthal traten hier mehr oder weniger regelmäßig Charlotte Waldow, Franzi Ressel, Armin Berg, Hans Moser, Szöke Szakall, Max Hansen, Fritz Grünbaum, Karl Valentin oder Raoul Aslan und Otto Tressler auf. 1925 mussten sie das Lokal jedoch aus finanziellen Gründen schließen, keiner der Betreiber hatte jemals kaufmännisches Handeln erlernt. Daraufhin gastierten sie in Berlin, in der Schweiz und unternahmen Tourneen.

„Am Klavier: Leopoldi von der Savoy-Bar in Wien“, Baden, 1913

„Am Klavier: Leopoldi von der Savoy-Bar in Wien“, Baden, 1913

Hermann Leopoldi wurde langsam zu einem der populärsten Liederkomponisten und Vortragskünstler. Er schuf die Musik zu Wienerliedern und Chansons, vertonte Texte von Peter Herz, Rudolf Skutajan, „Salpeter“ (d.i. Karl Pollach), Theodor Waldau, Robert Katscher, Fritz Löhner-Beda, Fritz Rotter oder Hanns Haller. Seine Bühnenpartnerin war ab 1929 Betja Milskaja, eine gebürtige Russin. Gemeinsam gastierten sie unter anderem in Berlin, Paris, Budapest, Bukarest, Prag, Karlsbad und natürlich Wien.

Um dem unmittelbar drohenden Anschluss Österreichs am 11. März 1938 zu entkommen, fuhren beide noch in der Nacht zu einem schon geplanten Auftritt am 12. März nach Brünn. Der bereits mit Flüchtlingen überfüllte Zug, unter ihnen war auch Fritz Grünbaum, wurde an der tschechischen Grenze angehalten. Edvard Beneš hatte die Grenze für Flüchtlinge sperren lassen, und so wurden alle zurückgeschickt. Am 26. April 1938, Leopoldi hatte zusammen mit seiner Frau bereits die Einreise in die USA vorbereitet, wurde er aus seiner Wohnung zur „Auskunft“ ins Polizeikommissariat gebracht, von dort in das Notgefängnis in der Karajangasse und anschließend ins KZ Dachau überstellt, wo er gemeinsam mit Fritz Grünbaum, Paul Morgan und Fritz Löhner-Beda inhaftiert war. Im September 1938 wurden sie ins KZ Buchenwald deportiert. Dort entstand das Buchenwaldlied, zu dem er auf den Text von Löhner-Beda die Musik komponierte. Die Melodie zum so genannten Dollfußlied (Lied der Jugend) stammt dagegen Peter Diem zufolge von Alois Dostal (Wien 1878–1953 Wien) und nicht von Leopoldi, dem es weithin zugeschrieben wurde. Textdichter und Komponist traten unter dem Pseudonym Austriacus auf; es wurde auch von den Nationalsozialisten Hermann Leopoldi zugeschrieben, der im KZ festgehalten wurde, bis Rudolf Henz als Zeuge bestätigte, dass Leopoldi mit dem Dollfußlied nichts zu tun habe.

Inzwischen konnten seine Frau, die bereits in den USA war, und deren Eltern Leopoldi „freikaufen“ und schickten ein Affidavit. Er gelangte über Hamburg nach New York, wo er von Familie und Reportern erwartet wurde. Gleich nach dem Betreten amerikanischen Bodens küsste er diesen, ein Bild, das um die Welt ging.

LeopolidInNewYork
Dieser Beginn half ihm beim Einstieg in das amerikanische Unterhaltungsgeschäft. Bald trat er in „Eberhardt’s Café Grinzing“ in New York mit seinen Wiener Liedern auf und lernte dort Helly Möslein, seine spätere Bühnen- und Lebenspartnerin, kennen. Mit den ebenfalls emigrierten Textdichtern wie Robert Gilbert, Kurt Robitschek, Arthur Berger und auch mit Helly Möslein wurde Leopoldis Repertoire an die neue Sprache angepasst. Mit I am a quiet Drinker oder A Little Café Down the Street konnten beide bald mit großem Erfolg eigene Vorstellungen in deutschsprachigen New Yorker Exilcafés, wie dem „Old Vienna“ oder im „Viennese Lantern“, und auch in anderen Städten der USA geben.

Nach Kriegsende und auf Einladung des damaligen Unterrichtsministers Hurdes sowie des Wiener Kulturstadtrates Matejka kehrten Leopoldi und Möslein 1947 nach Wien zurück. Leopoldi konnte dort weitermachen, wo er 1938 jäh unterbrochen worden war. Bars, Varietés, Vergnügungslokale rissen sich um ihn, er unternahm gemeinsam mit Möslein Tourneen durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. 1955 wurde ihm und Möslein ein Sohn Ronald geboren.

Hermann Leopoldi, Helly Möslein und Arthur Berger (v.l.n.r.), USA ca. 1943

Hermann Leopoldi, Helly Möslein und Arthur Berger (v.l.n.r.), USA ca. 1943

 

Sein ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof, (Gruppe 15C, Reihe 2, Nr. 18) wo auch seine Lebenspartnerin Helly Möslein beerdigt ist. (Quelle: wikipedia)

Angesichts dieser Biographie kann man mal wieder nur staunen, dass dieser Mann seinen Humor nicht verloren hat. Und davon hatte er genug, wie man sich bei dieser Single überzeugen kann …. Wiener Schmäh in Perfektion und Reinkultur !

BackCover1

Besetzung:
Hermann Leopoldi (piano, vocals)

Single mit Firmencover

Titel:
01. Der Krankenkassenpatient (Leopoldi/Haller) 4,27
02. Ich bin ein Durchschnittswiener (Leopolid/Berndt) 2.56

LabelA1

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Brief von Hermann Leopoldi aus dem KZ Buchenwald an Eugenie Leopoldi (Januar 1939)