Christiane + Frederik – Der Fuchs (1976)

FrontCover1Aus den Kinderzimmern von „linken“ Eltern waren die Scheiben von Frederick Vahle wahrlich nicht wegzudenken:

Fredrik Vahle (* 24. Juni 1942 in Stendal; eigentlich Friedrich-Eckart Vahle) ist ein deutscher Liedermacher und Autor. Bekannt wurde er durch seine Kinderlieder und -bücher. Frederik Vahle ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Vahle ist zudem als außerplanmäßiger Professor für Germanistik an der Universität Gießen und als Übersetzer tätig. Er wohnt seit Jahrzehnten im Lollarer Stadtteil Salzböden.

Friedrich-Eckart Vahle wurde 1942 in Stendal als Kind künstlerisch tätiger Eltern, des Malers Fritz Vahle und der Grafikerin Ingeborg Vahle-Giessler, geboren, beim Großvater lernte er Klavierspielen. Er übersiedelte mit seiner Familie 1956 in die Bundesrepublik, wo er nach dem Abitur Deutsch und Politik studierte. 1968 nahm er im Duo Ulli und Fredrik mit Ulrich Freise seine erste LP mit Liedern auf. Nach seinem Universitätsabschluss promovierte er in Soziolinguistik und verfolgte sein Interesse für Kinderlieder in einer Habilitation über Kindersprache und Kinderlied.

Gemeinsam mit Christiane Knauf verfasste er bei der Arbeit mit einer Gruppe lernbehinderter Kinder erste eigene Kinderlieder. Christiane & Fredrik traten regelmäßig in Kindergärten, Buchhandlungen und Kinderliederfestivals im In- und Ausland auf und veröffentlichten 1973 mit Die Rübe ihre erste Kinderplatte. Die Veröffentlichung verschiedener weiterer MCs und CDs folgten. Nach Reisen durch Mittelamerika in den 1980ern verfasste er auch Kinderbücher, die von dem Leben von Kindern in diesen Ländern erzählen, so etwa Manuel und Ich erzähle von Pedro.

Seine Hauptbeschäftigung blieben aber die eigenen Kinderlieder, die er in Zusammenarbeit mit Dietlind Grabe-Bolz als Gesangspartnerin aufnahm und vortrug.

Fredrik Vahles frühe Kinderlieder der 1970er Jahre griffen Themen auf, die für Kinder zu dieser Zeit noch tabuisiert waren wie Arbeit und Arbeitslosigkeit, Schule, Erziehung, Sexualität und das Leben ausländischer Einwohner. Die neueren Titel beschäftigen sich vor allem mit Freude an Musik, Sprache und Bewegung.

Zu seinen bekanntesten Liedern zählen „Anne Kaffeekanne“, das „Katzentanzlied“, „Der Spatz“, „Der Hase Augustin“, „Der Fuchs“, „Das Hau-Mich-Nicht-Lied“, „Der Cowboy Jim aus Texas“ und „Der Friedensmaler“. Mit dem Titel „Kawuras, der Krebs“ produzierte er das in Deutschland bislang erfolgreichste auf einem Kalamatianos-Rhythmus basierende Lied. Daneben verfasste er Nonsenslieder und sprachspielerische Verse und zweisprachige Lieder für die Ausländerintegration (Der Elefant – Lieder in unserer und in Eurer Sprache, 1981).

In den letzten Jahren nahmen die „neuen Bewegungslieder“ und Workshops zum Thema „Sprache und Bewegung“ einen Großteil seiner Arbeit, auch seiner Lehrtätigkeit an der Universität Gießen, ein.

Für seine Verdienste in der Entwicklung des „neuen Kinderliedes“ wurde ihm am 29. Februar 2000 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Im Juni 2007 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Lollar auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zuerkannt. (Quelle: wikipedia)

Fredrik Vahle und Beate Lambert 2010

Fredrik Vahle und Beate Lambert 2010

Oder auch so, eine Laudation zu seinem 70. Geburtstag:

Fredrik Vahle 70: Extrem ideenreich, produktiv und engagiert

Es begann 1972, als er 30 Jahre alt und Christiane Knauf an seiner Seite war, mit eigenen Liedern für lernbehinderte Kinder. Furore, in positiver und negativer Hinsicht, sollte 1973 die erste Langspielplatte »Die Rübe« machen.

Eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen schloss sich an und brachte ihm Apostrophierungen wie »Vater des neuen deutschen Kinderliedes« oder »Urvater des guten Kinderliedes« ebenso ein wie Vergleiche mit Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz und Bertolt Brecht. Fredrik Vahle, seit fast 42 Jahren und damit mehr als sein halbes Leben in Salzböden zu Hause, vollendet am morgigen Sonntag, 24. Juni, das 70. Lebensjahr. Der Sprachbildner und Sprachjongleur, der sich mit Liedern, Büchern und Veranstaltungsprogrammen auch an Erwachsene wendet, wurde in Stendal (Sachsen-Anhalt) geboren. Seine künstlerisch tätigen Eltern verließen mit ihm und seinem Bruder 1956 die damalige DDR und ließen sich in Hessen nieder.

Dem Abitur im Jahr 1962 folgten das Studium der Germanistik und Politologie in Frankfurt und Gießen, 1976 die Promotion über Soziolinguistik, 1988 die Habilitation mit einer Arbeit über Kindersprache und Kinderlied, 1994 die Professur für deutsche Sprache und ihre Didaktik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, 2000 die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes und 2007 die Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Lollar. »Sein« Salzböden beschenkte er mit einem zeitgemäßen »Heimatlied« (»Vom Atzenest zur Junkersmühl«) und »seine« Salzbödetal-Schule, in der ihn alle Kinder kennen, mit einem eigenen Schullied. Zum Salzbödener hatte sich »der Fritz« schon 1975 zur 1200-Jahr-Feier des Lollarer Stadtteils mit einer heimatkundlichen Szenenfolge geschrieben, die von Laiendarstellern höchst erfolgreich aufgeführt wurde.

Christiane+Frecerick1976

Selbstverständlich verschwendet der Texter, Komponist, Sänger, Gitarrist und Flötespieler keinen Gedanken an Ruhestand. Fortgesetzt wird das Musizieren mit (der Gießener Oberbürgermeisterin) Dietlind Grabe-Bolz (Gesang), Jochen Kaboth (Banjo), Heinz Müller (Bass) und Manfred Vetter (Percussion). Eine Reihe neuer Lieder ist fertig, aber noch nicht für CD aufgenommen, sagt Fredrik Vahle im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung.

In Arbeit ist ein Buch, in dem die »wahre Geschichte der Anne Kaffeekanne« enthüllt wird. Außerdem sitzt er an einem Buch mit dem geplanten Titel »Singen, sagen, sich bewegen«. In Vorbereitung sind mit Pfarrer Wolfgang Gerhard darüber hinaus das Herbst- und das Weihnachtssingen der evangelischen Kirchengemeinde, nachdem das Frühlings- und das Sommersingen mit spirituellen Vahle-Liedern für Kinder und Erwachsene großes Interesse gefunden hatten. Nicht zuletzt hat er sich auf die Spuren von Orpheus begeben (»Sehr viel Kleinarbeit. Das wird mich länger beschäftigen«) und meint damit nicht den aus der griechischen Mythologie, sondern den historischen Wissenschaftler, Erfinder, Arzt und Schamanen aus Thrakien.

Gefeiert wird das 70. Wiegenfest, wie Vahle verrät, in zwei Etappen. Zunächst trifft sich der enge Kreis von Familie, weiterer Verwandtschaft und nahen Freunden zu Gesang, Musik, philosophischen Beiträgen und allerlei Vorführungen in der Grillhütte auf dem Hahnenkopf, um Landschafts- und Naturspezialitäten zu genießen. Für den Abend hat der Liedermacher und Autor rund 100 Personen in das Dorfgemeinschaftshaus gebeten. Kredenzt wird den geladenen Gästen ein Vier-Jahreszeiten-Menü mit Frühlingsrolle, Sommersalat, Herbstragout und Wintergestöber. (Margot-Gabriele Bode, Gießener Allgemeine Zeitung)

Hier nun das 2. Album seiner „Die Rübe – Lustige und listige Kinderlieder“ veröffentlicht – wie könnte es anders sein – auf dem Pläne-Label. Und noch heute, wenn ich diese Lieder wieder mal höre … sie sind witzig, pfiffig, musikalisch durchgehend kurzweilig und ja … Lieder wie „Der Vater ist die Arbeit los“, „Die Postfrau, „Das Lied von der kleinen Klasse“ (Musik: Mikis Theodorakis) waren damals wichtig und ja, sind auch heute noch wichtig.

Und ja: meine Töchter haben den Frederick Vahle noch heute gut in Erinnerungt (allerdings ist sein „Anne Kaffeekanne“ bei ihnen noch mehr im Ohr) …  Von daher erlaube ich mir auch einen Hauch von Rührseligkeit an vergangene Tage, als ich noch ein so ganz aktiver Papa war …

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass ein gewisser Wolfgang Dauner bei „Die Weltraumfahrt“ am synthesizer agiert und dass ein gewisser Dieter Süverkrüp die Grafik für das Frontcover lieferte … was ich allerdings so gar nicht verstehen kann, warum man eine LP für Kinder mit einem Begleittext (auf der Rückseite der LP Hülle) versieht, den man kaum lesen kann …

Booklet02A

Besetzung:
Christiane Knauf (vocals)
Frederick Vahle (guitar, vocals)
+
Günther Leimstoll Orchester
+
Wolfgang Dauner (synthesizer bei 08.)
Jochen Kaboth (banjo)

BackCover1

Titel:
01. Der Fuchs (Traditional) 2.30
02. Das Lied von der müden Fliege (     1:32
03. Onkel Ede (Vahle/Brecht) 0.52
04. Frosch und Maus (Traditional/Vahle) 3.36
05. Unser Haus (Vahle) 3.23
06. Die Oma (Vahle) 2.33
07. Das Omnibuslied (Guthrie/Vahle) 1.40
08. Die Weltraumfahrt (Vahle) 4.50
09. Der Maurer Otto (Vahle/Traditional) 2.34
10. Der Vater ist die Arbeit los (Vahle/Maiwald) 0.56
11. Kinderverse (Brecht/Vahle) 1.34
12. Der Rattenfänger von Hameln (Vahle) 6.49
13. Die Postfrau (Theodorakis/Vahle) 2.43
14. Es war einmal ein Schwein (Brecht/Vahle) 1.03
15. Das Lied von der kleinen Klasse (Theodorakis/Vahle) 3.34
16. Was ein Kind braucht (Maiwald/Vahle) 1.38

LabelB1

 

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