Comanche Nr. 1 – Red Dust (1991)

TitelUnd nun wieder mal ein Griff in die Comic-Kiste.

Durch Zufall verschlägt es Red Dust, einen rothaarigen Cowboy irischer Abstammung, in das verschlafene Nest Greenstone Falls in Wyoming. Er kommt auf der Triple Six Ranch der jungen Farmerin Comanche unter. Zusammen mit dem schrulligen Ten Gallons, dem Farbigen Toby und dem Greenhorn Clem bewirtschaftet und verteidigt er das Anwesen seiner Arbeitgeberin gegen Indianer und Viehdiebe. Als Red Dust einer Verbrecherbande das Handwerk legt, muss er ins Gefängnis. Nach seiner Entlassung zieht es ihn weiter in den Westen, um der immer näher rückenden Zivilisation zu entgehen. Später kehrt er wieder zu Comanche und ihrer Ranch „666“ zurück.

Greg schrieb die Westernserie. Die Zeichnungen stammten von Hermann, der die Protagonisten letztmals 1985 auf einer Seite in Les aventures mystérieuses et rocambolesques de l’agent spatial zeichnete. Michel Rouge übernahm 1990 die zeichnerische Gestaltung. Das letzte Szenario wurde von Rodolphe zu Ende geschrieben. Die Serie erschien zwischen 1969 und 1980 in der belgischen[2] und zwischen 1969 und 1982 in der französischen Ausgabe von Tintin. Eine weitere Episode wurde 1990 in Hello Bédé veröffentlicht. Einige Kurzgeschichten kamen in Tintin Sélection und Super Tintin heraus. Die Alben veröffentlichte Le Lombard und Dargaud. Im deutschen Sprachraum begann die Veröffentlichung im alten Zack. Weitere Episoden brachte Koralle in Zack Parade[6] und Zack Comic Box heraus. Die ersten Alben erschienen in der Reihe Die großen Edel-Western von Ehapa (by wikipedia)

Hier der erste Band … und da hab ich doch glatt einen interessanten Text dazu gefunden:

Auftakt zu einem Western-Klassiker: Der erste Auftritt des Cowboys namens Red Dust ist zwar heroisch, aber nicht sonderlich glamourös. Inmitten der Prärie hält er sein Gewehr zum Gruß erhoben, um eine Pferdekutsche zu stoppen. Der Kutscher will ihn mitnehmen, sein Mitfahrer, ein professioneller Killer, hat jedoch andere Pläne. Er droht den Kutscher zu erschießen und ihn für die weitere Strecke durch Red Dust zu ersetzen. Auf dem letzten Panel der zweiten Seite fordert ihn Red Dust zum Duell, auf dem letzten Panel der dritten Seite stürzt der Killer getroffen zu Boden.

Was frühzeitig ein furioses Strukturprinzip erahnen lässt, führt zur antiklimaktischen und unglamourösen Wende: Auf dem letzten Panel der vierten Seite verscharrt Red Dust den Leichnam direkt am Wegesrand. Kein Westerner des alten Schlags müsste sich mit derartig profanen Aufgaben aufhalten. Er wüsste aber mit der Waffe ebenbürtig umzugehen, so wie ihm sein Gerechtigkeitsempfinden diktierte, wann er sie benutzen muss. Und es ist dieses Gerechtigkeitsempfinden, das Red Dust dazu veranlassen wird, fortan als Beschützer ihrer allseits bedrohten Ranch seine Dienste der jungen, titelgebenden Comanche zu überantworten.
1969 startete die Reihe des Teams Greg und Hermann in der 50. Ausgabe der Comiczeitschrift „Tintin“ und brachte es in dieser Besetzung auf insgesamt zehn Alben (denen, nachdem Hermann sich an seine eigene Serie „Jeremiah“ begab, fünf weitere mit dem Zeichner Rouge folgen sollten;

An ihrem rapide einsetzenden qualitativen Aderlass lässt sich indes nachvollziehen, wie stark das visuelle Erzähltalent Hermanns „Comanche“ bestimmte) und auch wenn sie für ein jugendliches, männliches Klientel konzipiert war, hinterließ sie doch Spuren im Genregerüst.

AlleAusgaben

Alles Ausgaben von „Comanche“ in einer Deluxe-Version

Das liegt vordergründig an der Habitualisierung der Figur des Red Dust, mehr aber noch an der Stilisierung des Settings durch die narrativen Mittel, auch wenn sie ambivalent bleiben. Zwar ist Red Dust mit den typischen Eigenschaften des Helden ausgestattet, bleibt als Figur jedoch durchgehend asexuell, wie auch seine Physiognomie keine charismatischen Züge trägt. Sein Handeln bleibt reaktiv (wie auch das aller anderen Figuren), seine moralische Haltung ist einzig aus seinen Taten ablesbar.

Der klassische Abenteurer übt sich in sexueller Askese, um seine Autonomie und Handlungsfähigkeit nicht von den „Gefahren“ der weiblichen Lust angetastet zu wissen. Er bewegt sich aber zugleich in einer degenerierten Welt, für deren Korrektur er verantwortlich ist, und hier zeugt bereits Hermanns äußerst filmisches Erzählen, dass er den Sphären des Italowesterns viel näher steht. Die schmutzigen Farben, die zerfurchten Gesichter, die ungewöhnlichen Außenseiter-Figuren, die die Triple Six-Farm Comanches bewohnen, die Allgegenwart von Korruption, Selbstjustiz, organisiertem Verbrechen und institutionalisierter Willkür – nichts davon bewahrt den Mythos des guten Westerns, sondern reiht sich ein in die Ankündigung einer seinen Anarchismus zähmenden Urbanität.

Transzendiert wird hier allerdings nichts, an den Konventionen des Gerüsts allenfalls gekratzt. „Comanche“ ist vielmehr beeindruckendes Dokument des gescheiterten Versuchs seine Entromantisierung mit dem Rückgriff auf Tradition anzukurbeln und deswegen amerikanischer als es ein Leone je sein konnte. (Quelle: tagesspiegel,de vom 11.10.2009)

Unabhängig davon … man kann sich an diesem Comic einfach auch nur mal erfreuen … wissend, dass ein Comic ein Comic ist ….
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Herman + Greg – Comanche – Das Geheimnis um Algermon Brown (1983/1995)

TitelZwischendurch immer wieder mal interessant … diese Comics für Erwachsene … und natürlich ist daraus inzwischen darau eine eigene Kunstrichtung entstanden und zwar mit fürchterlich vielen Verästelungen.
Gerne stelle ich mal diese Serie vor:
Comanche ist eine zwischen 1969 und 2002 erschienene frankobelgische Comicserie.
Durch Zufall verschlägt es Red Dust, einen rothaarigen Cowboy irischer Abstammung, in das verschlafene Nest Greenstone Falls in Wyoming. Er kommt auf der Triple Six Ranch der jungen Farmerin Comanche unter. Zusammen mit dem schrulligen Ten Gallons, dem Farbigen Toby und dem Greenhorn Clem bewirtschaftet und verteidigt er das Anwesen seiner Arbeitgeberin gegen Indianer und Viehdiebe. Als Red Dust einer Verbrecherbande das Handwerk legt, muss er ins Gefängnis. Nach seiner Entlassung zieht es ihn weiter in den Westen, um der immer näher rückenden Zivilisation zu entgehen. Später kehrt er wieder zu Comanche und ihrer Ranch „666“ zurück.
Michel Régnier alias Greg (* 5. Mai 1931 in Ixelles/Elsene, Belgien; † 29. Oktober 1999)  schrieb die Westernserie. Die Zeichnungen stammten von Hermann Huppen (* 17. Juli 1938 in Bévercé), der die Protagonisten letztmals 1985 auf einer Seite in Les aventures mystérieuses et rocambolesques de l’agent spatial zeichnete. (Quelle: Wikipedia)

Hier präsentiere ich mal den Band 10 vor, der 1983 in Frankreich/Belgien erschien und dann 1995 in einer deutschen Übersetzung hierzulande veröffentlicht wurde.
HermanHuppen

Herman Huppen

Diese Serie hat ein paar Besonderheiten innerhalb dieses Genres… zum einen ist eine Frau („Comanche“) die Titelheldin … und die ist auch ganz schön pfiffig, wenngleich Mr. Red Dust die eigentliche Titelfigur ist. Bedauerlicherweise wird er hier als ein ziemlich asexuelles Wesen dargestellt … auch nicht üblich für Western dieser Art.

Und dann fällt auf, dass zumindest dieser Band eigentlich auch eine Detektiv-Sroy ist (nicht nur weil die Detektei Pinkerton mit von der Partie ist.

Hier geht´s also nicht nur um Action … sondern viel mehr um zusammenfügen von Indizien und Puzzleteilchen, um dann daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Von entscheidender Bedeutung ist dabei ein altes Modeheft …

Nun ja, und der Pinselstrich ist ja nun genau meine Kragenweite … von daher: ne feine Sache.
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Beispiel05
 Beispiel06
Beispiel07

Na endlich geht die Ballerei los …

Beispiel08

  Beispiel10
 Beispiel11
Beispiel12

Und endlich gibt’s ne Keilerei …

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Die Spur führt in die Vergangenheit

Beispiel15

Jetzt wird´s brenzlig für Comanche

Beispiel16

Beispiel17

Darf natürlich nicht fehlen: Das klassische Feuer-Roß im Wilden Westen

Beispiel18

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Beispiel20

Die Vorschau auf das nächste Heft