Eckhardt Walter u.a. – 50 Jahre Sigurd (2003)

TitelDie Comicfigur Sigurd ist aus der deutschen Comicgeschichte nicht mehr wegzudenken, mehr noch, kaum eine andere Figur wurde derart zum Kult, wie Sigurd.

Sigurd, der ritterliche Held, ist ein von Hansrudi Wäscher 1953 für den Walter Lehning Verlag geschaffener Comic-Held. Er ist unter den Wäscher-Helden der bekannteste, älteste und der mit den meisten Abenteuern.

Der Ritter Sigurd von Eckbertstein trägt eine immer flott frisierte, blonde Haartolle, die immer auf die Seite fällt, in die Sigurd gerade blickt. Seine Freunde sind Bodo, der sich dank der Großmut des Titelhelden von dessen Feind zum Freund gewandelt hat, und Cassim, dem Sigurd einst das Leben rettete. Sein Erzfeind ist Ritter Laban. Die ursprünglich von Wäscher geplante lockere Adaption des Nibelungenliedes konnte er gegen die Verlagsvertreter nicht durchsetzen.

Von Oktober 1953 bis Februar 1960 erschienen 324 Piccolos; von diesen wurden die Hefte 54 und 269 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert. Von Juni 1958 bis April 1968 wurde eine weitere Reihe mit 257 Großbänden veröffentlicht, in der anfangs noch (Nummer 1–124) die Piccolos (allerdings nicht alle) nachgedruckt wurden, ab der Nummer 125 neue Fortsetzungsgeschichten erschienen. Parallel dazu erschienen in den Reihen Piccolo-Sonderband und Bild Abenteuer im Lehning-Verlag auch zahlreiche in sich geschlossene Einzelabenteuer. Zudem gab es 1965 noch einen Sonderband.

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1976 wurden 20 Hefte (Lehning Großband 125–144) vom Melzer-Verlag nachgedruckt. Seit 1980 erschien Sigurd im Norbert Hethke Verlag, der sowohl die alten Geschichten in verschiedenen Formaten (Faksimile-Nachdrucke, gebundene Buchausgaben etc.) nachdruckt als auch neue Geschichten exklusiv veröffentlicht. Seit September 1993 läuft die 3. Piccolo-Serie (eine zweite Serie erschien von August 1961 bis April 1963 mit 87 Heften zu 30 Pfennig, aber beinhaltete lediglich stark gekürzte Nachdrucke aus der ersten Serie) mit neuen Geschichten, die zunächst von Wäscher geschrieben und auch gezeichnet (bis Piccolo 100) wurden. Etwas mehr als die ersten 100 Piccolos dieser Reihe wurden (unter anderem) coloriert in einer Heftreihe (kleineres Micky-Maus-Format) nachgedruckt. Bereits seit Mai 1991 erscheinen die Sigurd-Sonderbände im Hardcoverformat, die in den ersten 14 Bänden neue Geschichten, seither Nachdrucke liefern.

Bis auf wenige Ausnahmen stammen sowohl Text als auch Zeichnungen der im Walter Lehning Verlag veröffentlichten Sigurd-Comics von Wäscher. Zur Anfangszeit lieferte Gerhard Adler die Texte, bis Wäscher, dessen Stärke laut Andreas C. Knigge eher im textlich-inhaltlichen als im grafischen Bereich lag, auch diese Aufgabe übernahm. Während Wäschers Hochzeitsreise sprang Walter Kellermann für ihn ein, sodass dieser für die Heftnummern 202 bis 206 verantwortlich war. (Quelle: wikipedia)

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Hansrudi Wäscher

Und anlässlich des 50. Geburtstag dieses wackeren Helden gab es dann dieses Jubiläumsband:

Das Phänomen SIGURD, DER RITTERLICHE HELD beurteilen zu wollen, lässt sich eigentlich nur emotional angehen. Wohin sind sie eigentlich entschwunden, die wunderbaren Jahre der Kindheit? Als wir in den großen Ferien schmökernd in unseren selbstgebastelten Indianerzelten lagen, umgeben von diesen tollen Schundheftchen die uns sämtliche Eltern und Pädagogen strikt verboten hatten. Heute sind Pädagogen und Eltern froh, wenn ihre Bälger wenigstens Comics lesen und sich nicht nur noch vor PC oder Bildschirm von der Bilderflut berieseln lassen. So ändern sich die Zeiten. In den 50er Jahren von der Elterngeneration noch als „Halbstarke“ beschimpft, heute, nach 50 Jahren schon wieder postmodern.

Mit einem prallgefüllten Prachtband feiert der HETHKE-Verlag dieser Tage den Geburtstag von SIGURD und alles daran ist Reminiszenz an unwiederbringliche Jugend. Vom Hansrudi-Wäscher-Fanclub Bayern initiiert und auch weitgehendst zusammengestellt, bekommt man einen umfassenden Einblick, was in 50 Jahren alles von SIGURD erschienen ist. Auf 46 Seiten wird eine unglaubliche Menge an Exponaten aufgelistet und mit sehr gut reproduzierten Abbildungen faksimiliert. Schon beim groben durchblättern kommen einem angenehme Jugenderinnerungen in den Sinn. Ergänzend dazu erfolgt eine umfassender Rückblick auf die 50er und 60er Jahre in Verbindung mit den Abenteuer-Zyklen des wackeren Recken. Absolutes Highlight ist natürlich ein neuer 12-seitiger-Sigurd-Comic in Farbe, die vorerst letzte Sigurd-Story die noch komplett aus der Feder von Hansrudi Wäscher stammt.

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Und zum Schluss sei auch noch ein anderes Gustostückerl erwähnt, das allererste Sigurd-Piccolo-Heftchen aus dem Jahre 1953. Hansrudi Wäscher hat sich den Spaß erlaubt, es noch einmal textlich zu überarbeiten und in seinem heutigen Stil noch einmal komplett neu zu zeichnen. Ebenfalls beim Hethke-Verlag zu beziehen. Auf Seite 9 zeigt Wäscher mir (und vielleicht auch Ihnen) dann, was ihn mir immer sympathisch gemacht hat – das allzumenschlich Unzulängliche. Sigurd kämpft dort mit seinem späteren Freund Bodo. Der gute Bodo kann dabei eigentlich nur verlieren. Hansrudi Wäscher hat ihm nämlich zwei linke Füße verpasst (siehe Abbildungen). Auf dass es mit den neuen Sigurd-Zeichnern, die Wäschers ritterlichen Recken fortsetzen, die nächsten 50 Jahre ebenso unterhaltsam weitergehen möge. (G. N.; highlightzone.de)

Beeindruckend mit wieviel Liebe und Detailkenntnisse dieses Autorenteam (allesamt vermutlich hardcore Sammler) die Geschichte, aber auch die Wirkung dieser Comicfigur zusammengestellt haben.

Also hereinspaziert in jene Welt die damals kleine und heute große Buben weiterhin fasziniert:

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Das allererste Heft, 1953

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Hier beginnt eine akribische Werkanalyse

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Man glaubt ja nicht, was da alles zusammengetragen wurde …

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Gerhard Seyfried – Invasion aus dem Alltag (1980)

TitelIch habe ihn geliebt, ich liebe ihn noch immer … Gerhard Seyfried … dieser unverzichtbare Chronist jener Tage, als man mit dem Begriff „Sponti“ noch was anfangen konnte:

Gerhard Seyfried (* 15. März 1948 in München) ist ein deutscher Comiczeichner, Karikaturist und Schriftsteller.

Gerhard Seyfried absolvierte zunächst von 1963 bis 1967 eine Lehre als Industriekaufmann, der sich eine weitere Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker in München anschloss. 1967 begann er ein Studium der Malerei und Grafik an der Münchner Akademie für das Graphische Gewerbe. Ende 1969 erfolgte sein erzwungener Austritt aus der Akademie wegen Streiks gegen die Notstandsgesetze und er war ab 1970 selbstständiger Grafiker und Karikaturist für Werbeagenturen, lokale Firmen und das Münchner Stadtmagazin Blatt.

Seit 1971 bezeichnet sich Gerhard Seyfried als freischaffender Karikaturist und seit 1976 lebt er in West-Berlin, das seither den Hintergrund seiner Comics und Cartoons bildet. Die Geschichten sind in der linksalternativen Hausbesetzerszene angesiedelt, die Seyfried satirisch aufs Korn nimmt. Von 1978 an verbrachte er mehrere Studienaufenthalte in den Vereinigten Staaten. 1990 lernte er die Berliner Autorin und Zeichnerin Ziska kennen, mit der er vier Comic-Alben veröffentlichte. Insgesamt veröffentlichte er elf Comic-Alben.

1996 schrieb er mit Mathias Bröckers Hanf im Glück. Nach einem Arbeitsaufenthalt in Solothurn (Schweiz) kehrte er 2004 nach Berlin zurück.

Seyfried zeichnete u. a. ein satirisches „Conspiracy Diagramm“ für das 9/11-Buch von Mathias Bröckers, das 2002 zweimal wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beschlagnahmt wurde.

Gerhard Seyfried arbeitete gelegentlich auch als Grafiker, Übersetzer, Modellbauer, Fotograf und Journalist. Berühmt, aber nicht öffentlich, ist seine internationale Polizeistern-Sammlung.

Seyfrieds dritter historischer Roman 2008 schildert abermals einen Aufstand von Unterdrückten, diesmal den sogenannten Boxeraufstand 1900 in Peking.

2013 unterstützte Seyfried Die Linke im Wahlkampf. (Quelle: wikipedia)

Gerhard Seyfried, 2004

Als diese Buch 1980 erschien, schrieb „Der Spiegel“ folgendes:

„Nun hat es auch den Zeichner der „Szien“, den Lieblings-Cartoonisten von WGs, von Hausbesetzern und Schwarzfahrern, erwischt: Gerhard Seyfried, 33, ist endgültig zum Bestseller-Comicer avanciert.

War schon sein erstes Buch „Wo soll das alles enden“ (SPIEGEL 48/1978) mit inzwischen 130 000 verkauften Exemplaren ein Renner, so sprengt der neue Seyfried selbst die optimistischen Umsatzerwartungen, die man beim Berliner Rotbuch-Verlag hatte.

Innerhalb von sechs Wochen wurde „Invasion aus dem Alltag“ 57 000mal verkauft, 40 000 weitere Exemplare sind gerade nachgedruckt worden.

Seyfried gehört nicht zu jenen Linken, die gleich ein schlechtes Gewissen kriegen, wenn sie Erfolg haben und mit ihren Fähigkeiten auch gutes Geld verdienen.

Beispiel01Nein, er ist „nicht unglücklich darüber“, daß er jetzt freier arbeiten kann und nicht mehr, wie bei seinem ersten, eigens ein Buch machen muß, um sich S.127 eine Reise ins Heimatland der Comics zu finanzieren.

Was ihn an seinem Erfolg lediglich stört, ist die Tatsache, daß er in der Berliner Szene ins Gerede kommt, daß da nun Leute herumspekulieren, „wie reich oder nicht reich ich bin“, und ihn gar „mit Investitionsvorschlägen“ behelligen.

In Seyfrieds Buch freilich ist von Schwierigkeiten oder Identitätsstörungen eines Bestseller-Freaks, der in einem vor zwei Jahren besetzten Haus in Kreuzberg lebt, nichts zu merken.

So hat Seyfried, ohne sich vom eigenen Aufstieg einschüchtern zu lassen, mit besonderer Sorgfalt gerade auch die Aufsteiger unter den Aussteigern, die „Freak-Aristokratie“ karikiert.

Cool und gelangweilt sitzen da zwei Angehörige der „linken Oberschicht“ im Garten vom „Cafe EinStein“: Er im teuren „la Rinascente“-Hemd, dazu rote Jeans und Turnschuhe, im Gesicht die Sonnenbrille für 75 Mark vom Flohmarkt, am Arm die ultra-elektronische Uhr, die am Stuhlbein lehnende Mappe, „1939, Erbstück mit Messingbeschlag“, enthält „diverse politische und moderne Bücher, Flugplan, Terminkalender (roter), Scheckheft“; sie posiert im rosa Hemd, einem „Ex-Unterrock (1940)“, erstanden für ganze 3 Pfund auf dem Londoner Fleamarket, dazu die sündhaft teuren Cowboy Boots von Bloomingdale“s zeigen die ganze Schärfe, mit der die Freak-Aristokratie den Klassenkampf am eigenen Leib austrägt.

Obwohl Seyfried in seinen Zeichnungen die Moden, die Lebens- und Ausdrucksformen der buntscheckigen Szien verspottet, sind seine Arbeiten doch allemal Liebesgrüße ans eigene Milieu.

Wenn er etwa ins alternative Bücherregal als Parodie auf die Alles-selbermachen-Wut auch ein Selbsthilfewerk mit dem Titel „Selber atmen“ hineinmogelt oder wenn er sich in einer Kleinanzeige — „Wer hilft uns bei der Müsli-Ernte? Barbara Bescheid sagen“ — über Bio-Dogmatiker belustigt, dann fügt seine Ironie der Szene eben etwas hinzu statt ihr durch denunziatorischen Witz etwas wegzunehmen.

Während die „offiziellen“ Medien über Hausbesetzer, Punker oder Stadtindianer mit besorgter Verständnislosigkeit für Lebensgewohnheiten ohne Krawattenzwang berichten und die Szene im Verdächtigungs-Stil von sachdienlichen Hinweisen auf Latzhose, Müsli, Softie reduzieren, schildern Seyfrieds autobiographische Comic-Reportagen die Normalität des freaklichen Lebens.

Seine Figuren legen Tarot, trinken Milch, reichen ein „Frustschutzmittel“, sprich: einen Joint herum, sie tragen den Müll runter, sehen vor Langeweile fern, sind Mitglieder der „Vishy-Vashy“-Sekte oder suchen gerade das Teesieb.

Ihre Haare sind gelb oder kurz, rot oder lang, man sieht sie in Jeans, Latzhose oder Frack, sie gehen zu Fuß, fahren Auto oder Skateboard.

Als „Alternativling“ oder sonst etwas Bestimmtes vermag Seyfried denn auch weder sich selbst noch seine in den Comics verewigten Freunde zu begreifen: „Wir essen sowohl Müsli als auch Knackwurst, wir gehen demonstrieren und bleiben auch zu Hause.“

Das tägliche Leben, und nicht nur das der Freaks, von eindeutigen Bestimmungen und steckbrieflichen Ordnungsmustern zu befreien, geregelte Realitäten penibel in Unordnung zu bringen, von der Lust am Unglaublichen leben Seyfrieds Zeichnungen.

Beispiel02Diese Lust äußert sich mal in absurden Details, wenn etwa im Bodensee, dem konspirativen Standort eines untergetauchten RAF-Kämpfers, neben anderen Fischen auch Fischstäbchen herumschwimmen.

Mal bringt sie lupenreinen Nonsens hervor, in Gestalt eines eigens angebrachten verkehrsamtlichen Warnschildes beispielsweise, auf dem zu lesen ist: „Vorsicht Schild“.

Und wer, wie Seyfried, vor der Enge verordneter Realität lieber das Weite sucht, der zieht es natürlich auch vor, sich die Welt mal etwas anders vorzustellen, als sie zu sein scheint.

So malt er in der karnev+alistischen Bildergeschichte „Invasion aus dem All“, die das Zentrum des Buches bildet, eine wünschenswert verkehrte Welt aus, in der die Menschen „absolut unregierbar“ geworden sind und „Gehorsam S.130 und Angst“ sich in „Hohn und Spott“ verwandelt haben.

Der solchermaßen das Bewußtsein revolutionierende Wirkstoff, enthalten in einer Bombe, ist das Gastgeschenk von Ufos, ein Dank an die Freaks, die als einzige den hohen Freundschafts-Besuch in Berlin höflich empfangen, während die zuständigen Politiker in Panik aus dem Schöneberger Rathaus getürmt sind und dabei ein Chaos zurücklassen, daß ein Chaot nur staunen kann: „So sieht also der Senat aus. Genauso schlampig wie wir.“

Die Szien und die Ufos schließen einen interstellaren Freundschaftsvertrag, die Bombe mit dem Anarchie-Stoff wird übergeben, nicht ohne die ausdrückliche Auflage, sie nur als Druckmittel zu benutzen. Weil aber in Seyfrieds Zeichnungen immer irgendwas auf dem Boden herumliegt, stolpert der Freak, der die Bombe gerade in Sicherheit bringen will, über eine Flasche: Das Ding fällt zu Boden und geht hoch, der Planet ist ab sofort unregierbar.

In Amerika kauert nun der Präsident zitternd auf der Straße und fürchtet sich vor dem Mann von seiner Body Guard, der dann aber doch seiner Wege geht und mit verächtlichem Daumen auf die zurückbleibende Jammergestalt weist: „Irgendwie finde ich Präsidenten plötzlich überflüssig.“

Der Chefpilot im Flugzeug erntet auf den wiederholten Befehl „Ich hab“ gesagt: Fahrwerke raus“ von seinem Ko-Piloten nur ein ungerührtes „Du siehst doch, daß ich lese“. Und als er, die Bruchlandung vor Augen, den zweiten Mann im Cockpit anherrscht „du mußt“, vertieft der sich noch mehr in seine Lektüre: „Dann sag “bitte“.“

Klar, daß in dieser von Herrschaft und Vorgesetzten befreiten Welt auch die Soldaten den Appell zum Antreten überhaupt nicht verstehen und allenfalls, ohne von der Zeitung aufzublicken, mit einem „Gar net ignorieren“ beantworten.

Am nachhaltigsten aber wirkt der Stoff in Berlin. Da sehen sich Motorrad-Rocker unversehens von Greisen mit Rauschebart und Krückstock umzingelt, die „den Ofen da“ — „Her damit, Alter“ — mal ausgeliehen haben wollen. Eine Oma erkundigt sich bei einem bunthaarigen Punker mit hochgedrehten Zöpfen: „Sag mal Kindchen, wie macht man so “ne Frisur?“ Eine Schere hat sie gleich mitgebracht.

Beispiel03Auch die Polizei ist wie umgewandelt. Statt Demonstranten schleppen uniformierte Beamte nun Plündergut in ihre Bullis, höflich und bürgernah geben sie Auskunft auf die Frage, „wo man hier noch was plündern kann“. Und dienstlich wie ehedem reagieren die Freunde und Helfer jetzt nur, wenn etwa Freaks zur Besetzung eines Hauses anrücken, das ihre Kollegen schon besetzt haben.

Doch die Invasion aus dem All mit ihren Folgen im Alltag war leider nur der Traum einer WG, die über dem Fernsehprogramm eingeschlafen war und die am Ende der Geschichte bei den Spätnachrichten wieder aufwacht.

Da verliest der Sprecher gerade mit schadenfroher Miene die Meldung, daß es sich bei den seltsamen Himmelserscheinungen über der Bundesrepublik „lediglich um völlig harmlose Nachtübungen der Bundesluftwaffe“ gehandelt habe — eine Nachricht, die Seyfried mit dem Stilleben eines dampfend dahingeschiedenen, von einer Axt bis tief ins Gekröse getroffenen Fernsehers quittiert.

Ein Bild, das sich TV-Moderatoren, Politiker und wer sonst den telegenen Dialog mit der Jugend sucht, genau ansehen sollten.“ (Christian Schultz-Gerstein)

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Fix und Foxi – Band 31 (3. Jahrgang) (1955)

TitelAlso: zumindest aus meiner Kindheit sind die Comic Helden „Fix und Foxi“ nicht wegzudenken … auch wenn meine Eltern mit einem gewissen Stirnrunzeln diese bunen Bildchen zur Kenntnis nahmen:

Fix und Foxi ist ein deutsches Comic-Magazin. Seine Titelfiguren wurden von Rolf Kauka geschaffen. Das Heft wurde mit Unterbrechungen zwischen 1953 und 2010 herausgegeben.

Rolf Kauka gründete 1947 in München den Kauka Verlag und brachte 1953 sein erstes Comicheft unter dem Titel „Till Eulenspiegel“ auf den Markt. Namensgebend war die deutsche Sagenfigur Till Eulenspiegel, neben dieser traten weitere Fabelfiguren wie Isegrim und Reineke Fuchs in den Erzählungen auf. In Heft 6 erschienen zum ersten Mal in einer Kurzgeschichte die Füchse Fix und Foxi, die bald zu Publikumslieblingen wurden. Ab Heft 10 wiesen mehrere Ausgaben auf der Titelseite groß auf „Fix und Foxi“ hin, ab Nr. 29 wurde die Reihe in „Fix und Foxi“ umbenannt.

Das „Fix und Foxi“-Magazin erschien in Deutschland zu seinen besten Zeiten wöchentlich mit einer Auflage von bis zu 400.000 Exemplaren. Das Gesamtvolumen betrug über 750 Millionen verkaufte Hefte. Neben dem wöchentlichen Heft gab es, vor allem von Mitte der 1960er bis Mitte der 1980er Jahre, auch diverse Nebenprodukte in Form von Heften, Taschenbüchern, Paperbacks, Alben, etc. Als besonders langlebig erwiesen sich das Fix und Foxi-Sonderheft (1959–94, Hauptausgaben „Ostern“, „Sommer“, „Ferien“, „Weihnachten“) und das Taschenbuch Fix und Foxi Extra (1969–86).

Mit der Zeit hatte Kauka für sein Heft eine bunte Riege der verschiedensten Illustratoren engagiert, die zumeist aus Jugoslawien, Italien und Spanien stammten. Einige der verdientesten Zeichner von Fix und Foxi sowie anderer Kauka-Serien (siehe unten) waren – in chronologischer Reihenfolge – der holländische Kunstmaler und Illustrator Dorul van

Das erste Heft: Till Eulenspiegel Nr. 1 (1953)

Das erste Heft: Till Eulenspiegel Nr. 1 (1953)

der Heide (erster FF-Zeichner), Werner Hierl (dessen Nachfolger, erster Zeichner von Pauli), Josef Braunmüller (entwickelte Hops und Stops), Helmuth Huth, Becker-Kasch (es ist möglich, dass sich hinter dem Namen zwei Personen verbargen), Walter Neugebauer (Chefzeichner bis 1972, u.a. Schöpfer von Tom und Klein Biberherz, stilprägender FF- und Mischa-Zeichner, Titelbilder), Vlado Magdic (wichtigster Tom und Klein Biberherz-Zeichner), Branco Karabajić (wichtigster Pauli-Zeichner), Charilaos Theodorou, Franz Roscher, Ludwig Fischer, Florian Julino (Titelbilder, Schöpfer von Diabolino), Heinz Körner, Maria Luisa Uggetti, Tiberio Colantuoni, Giovan Battista Carpi, Giulio Chierchini, Riccardo Rinaldi (Schöpfer der Pichelsteiner), Vjekoslav Kostanjsek, Kurt Italiaander, Öktemer Köksal, Helmut Murek (FF, Pauli, Titelbilder ab Mitte 80er), Berck (Mischa 70er), Jaime Mainou, Angel Nadal (Bussi Bär, Fridolin um 1980), Massimo Fecchi („Starzeichner“ ab Mitte 70er), Josep Marti, Sandro Costa und Luciano Gatto. Ab den frühen 1980er Jahren ging ein Großteil der Comic-Produktion an das spanische Zeichnerstudio Comicup über, unter dessen Mitarbeitern Carlos Grangel, José Antonio González und Julian Jordan herausragten.

In Fix und Foxi und in den anderen Kauka-Publikationen wurden auch Lizenzserien publiziert, die größtenteils frankobelgischen Ursprungs waren. Dies gilt etwa für Boule und Bill (als „Schnieff und Schnuff“), Bobo, Die Schlümpfe, Spirou und Fantasio („Pit und Pikkolo“), Lucky Luke (vor allem in den Nebenpublikationen), Schwarzbart, Gaston Lagaffe („Jo-Jo“), Johann und Pfiffikus („Prinz Edelhart und Kukuruz“), Benni Bärenstark („Der kleine Winni“) Sophie („Die lustige Lilly“) und Sammy und Jack.

1973 verkaufte Rolf Kauka seinen Verlag an die englischen Verleger IPC und an die niederländische Verlagsgruppe VNU, behielt sich aber ein Mitspracherecht vor. Ende der 1970er Jahre löste sich das Verlagskonsortium auf und Rolf Kauka kaufte den Verlag zurück. Kurze Zeit später, Ende 1979, übergab er die Veröffentlichungsrechte als Lizenz an den Verlag Pabel-Moewig (VPM).

Im August 1994 wurde das Heft aufgrund rapide sinkender Verkaufszahlen von wöchentlicher auf monatliche Erscheinungsweise umgestellt. Zudem wurde der ohnehin bereits stark reduzierte Comicanteil durch den Ausbau redaktioneller Elemente weiter eingeschränkt. Rolf Kauka war mit der Umgestaltung unzufrieden, er stieß sich vor allem an der Einbeziehung von Geschichten über Popstars (Die Prinzen, Take That), die als verkaufsfördernde Maßnahme gedacht waren. Schließlich entzog er dem Verlag die Produktionsrechte. Die Dezemberausgabe 1994 durfte nicht mehr erscheinen.

1995 wurden bei VPM noch einige Sonderausgaben des Comic-Heftes herausgegeben, in denen allerdings hauptsächlich Geschichten aus früheren Heften gedruckt wurden. Die Lizenz für neue Fix-und-Foxi-Comics erhielt VPM nicht mehr.

Von 1993 bis 1998 brachte der Norbert Hethke Verlag in einer kleinen Auflage Nachdrucke der ersten fünfzig Hefte heraus.

RolfKaukaA2000 startete Kauka bei Ehapa einen Wiederbelebungsversuch des Fix-und-Foxi-Magazins. Die Hefte erreichten jedoch nur unzureichende Verkaufszahlen. Die Qualität war mangelhaft, Ehapa stellte das Heft nach nur drei Ausgaben mit dem Einverständnis Kaukas wieder ein. Nach dem Tode Kaukas im September 2000 übernahm seine Witwe Alexandra Kauka den leitenden Part ihres Mannes bei „Promedia, Inc.“. Diese Gesellschaft, die aus dem Kauka-Verlag hervorgegangen war, verwaltet seit 1982 die Lizenzrechte an den Kauka-Comics. Von Oktober 2003 bis April 2009 wurde mit der Firma „Andromeda Central Community Medien GmbH“ das Joint-Venture „Kauka Promedia“ (bzw. kurzzeitig auch in „Rolf Kauka Comics“ umbenannt) begründet, das die operativen Geschäfte durchführte. „Kauka Promedia“ vergab 2005 die Lizenz für Fix und Foxi an den neugegründeten Tigerpress-Verlag in Hamburg, der bis Mitte 2009 neue Kauka-Comics produziert und verlegt hat. Zum Start erschien am 10. Oktober 2005 ein großes Fix-und-Foxi-Comicbuch in Zusammenarbeit mit der Boulevardzeitung BILD. Ab dem 25. Oktober 2005 war auch das Fix-und-Foxi-Comicmagazin wieder monatlich am Kiosk erhältlich. Dazu erschienen eine Zeitlang alle 2 Monate ein LUPO-Heft sowie je 2 Ausgaben eines PAULI-Vorschulmagazins und eines Fix & Foxi-Albums.

Nachdem die Auflage der Fix-und-Foxi-Serie stark gesunken war, stellte der Tigerpress-Verlag Anfang Juni 2009 Insolvenzantrag beim Amtsgericht Hamburg. Ab Januar 2010 erschien das Heft nun bei New Ground Publishing (ehemals Comicstars), hinter denen unter anderem Droemer Knaur stand, wieder monatlich als Print und in digitaler Form. Im Konzept des neuen Verlags spielten außerdem neue Medien und Geräte wie das iPhone und E-Book-Reader eine große Rolle. So wurde ein Großteil des Archivmaterials seit 1953 über das Internet verfügbar gemacht. Aber auch das neue Vertriebskonzept sowie eine Änderung des Heftformats ab Juli 2010 führte den gewünschten kommerziellen Erfolg nicht herbei. Zwar erschien das Heft im Jahr 2010 noch einmal durchgehend von Januar bis Dezember, jedoch gab der Verlag zum Jahresende die Lizenz für die Kaukafiguren zurück und das Erscheinen von Fix und Foxi wurde erneut eingestellt. (Quelle: wikipedia)

Wie gesagt: wahrlich keine große Kunst … aber ans Herz gewachsen ist vielen von uns diese Rasselbande schon !

 

RolfKauka2A

Und hier eine kleine Inhaltsangabe aus Heft Nr. 31, das 1955 erschien:

Hops und Stops

Seite 2 (1 Zeile)
Zeichnungen: ?
Figuren: Stops, Hops
Inhalt: Stops benutzt seinen Spiegel als Ersatz-Fernseher.

Niki

Seite 3-7 (5 Seiten)
Zeichnungen: ?
Figuren: Niki, Pauli, Max Frosch
Inhalt: Niki nervt Pauli erst mit einem falschen Spiegel, dann lässt er ihn von einer Metallfeder mehrmals in die Wolken schleudern, bis er sich schließlich selbst darin verfängt.

Hops und Stops

Seite 8 (1 Seite)
Zeichnungen: ?
Figuren: Hops, Stops
Inhalt: Hops und Stops veranstalten eine Schneeballschlacht.

Fix und Foxi, die kühnen Jäger

Seite 12-24 (13 Seiten)
Zeichnungen: ?
Figuren: Fix, Foxi
Inhalt: Fix und Foxi kämpfen als Cowboys gegen zwei steckbrieflich gesuchte Coyoten-Mörder (sehen die nicht einem gewissen Lupo ähnlich?!). Zunächst versuchen sie ihr Jagdglück bei Hirsch und Bären, bis Foxi von den Coyoten gefangen wird, die dringend Futter für ihren Achtarm brauchen. Wer das ist, erfährt er gleich, als er im Tümpel gegen einen Riesenkraken antreten muss, den er mit ein paar Knoten schnell zum Vierarm degradiert, worauf er fliehen kann. Übrigens ist auch Fix immer noch auf der Flucht vor dem Bären (glaubt er zumindest). Auch er fällt den Coyoten in die Pfoten, kann sich aber schnell befreien. Die Brüder finden einander wieder und gehen jetzt gemeinsam auf die anderen „Brüder“ los. Mit perfektem Lassowurf werden Coyoten samt Zelt zu einem Paket verschnürt. Die können sich allerdings „herausbeißen“ und holen mit einem Holzprügel zum entscheidenden Schlag gegen Fix und Foxi aus… Sie übersehen dabei, dass sie ein Holzdach über dem Kopf haben, treffen nur einen der Stützbalken und werden von den herabstürzenden Brettern endgültig outgeknockt.

Zudem gabs Preisausschreiben, Rätselseiten und Texteseiten („Der listige Sterndeuter“ und „Wo kommen die Zahlen her?“)

Und hier ein kleiner Vorgeschmack auf dieses Heft:

BeispielBeispiel02Beispiel03Beispiel04Beispiel05Na denn, hier geht´s mit einem schmunzeln zur Präsentation:

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Die Rasselbande

Brockhaus Literaturcomics – Folge 1 – In 80 Tagen um die Welt (Jules Verne) (2012)

TitelUnd hier zum Auftakt der großartigen Edition „Brockhaus Literaturcomics“ der Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“:

Reise um die Erde in 80 Tagen (auch In 80 Tagen um die Welt, In achtzig Tagen um die Erde, Die Rettung der Maharani, Die Wette des Phileas Fogg oder Der Wettlauf des Phileas Fogg) ist ein Roman des französischen Autors Jules Verne. Der Roman wurde erstmals am 30. Januar 1873 unter dem französischen Titel Le Tour du monde en quatre-vingts jours von dem Verleger Pierre-Jules Hetzel veröffentlicht. Die erste deutschsprachige Ausgabe erschien im selben Jahr im Verlag der Gebrüder Légrády in Pest unter dem Titel Reise um die Erde in 80 Tagen.

Einband der französischen Originalausgabe von 1873
Ausgabe von 1891

Der reiche englische Gentleman Phileas Fogg ist geradezu ein Exzentriker in Sachen Pünktlichkeit und täglichen Gewohnheiten sowie ein leidenschaftlicher Whist-Spieler. Er wettet mit anderen Mitgliedern des Reform Club in London um 20.000 Pfund Sterling, dass es ihm gelingen werde, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. Noch am selben Abend bricht er mit seinem gerade erst eingestellten französischen Diener Jean Passepartout auf. Mit dem Zug fahren sie über Paris nach Brindisi, wo sie das Dampfschiff nach Bombay durch den Suez-Kanal besteigen. In einem Reisesack hat er 20.000 Pfund Sterling dabei, die andere Hälfte seines Vermögens.

Beispiel39

Titelblatt von Reise um die Erde in 80 Tagen von 1875 des Zeichners Léon Benett

Etwa zur selben Zeit wird ein Raub in der Bank of England verübt, und der etwas übereifrige Detektiv Mister Fix glaubt, in Suez anhand der telegrafisch übermittelten Personenbeschreibung und der äußeren Umstände des auf schnelles Fortkommen dringenden Fogg, diesen als Räuber zu erkennen. Fix fordert aus London einen Haftbefehl für Fogg an, der ihm nach Bombay geschickt werden soll. Zum Schein freundet er sich mit Passepartout an und besteigt ebenfalls das Schiff nach Bombay. Von Bombay soll es mit dem Zug nach Kalkutta gehen, doch muss die Reise aufgrund einer noch nicht fertig gebauten Eisenbahnstrecke unterbrochen und mit einem Elefanten fortgesetzt werden. Der englische General Sir Francis Cromarty begleitet sie. Im Dschungel retten sie gemeinsam die junge parsische Witwe Aouda, die als Sati lebend, mit ihrem toten Gatten von einer brahmanischen religiösen Sekte auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden sollte. Passepartout, der seinen Namen (frz. passer „hindurchgehen“ und partout „überall“) aufgrund seiner Verkleidungskünste und Akrobatentricks nicht zu Unrecht trägt, verkleidet sich und spielt dabei die Rolle des wiedererweckten Ehegatten. Ihm gelingt es, die unter Drogen stehende Aouda von dem Scheiterhaufen der Brahmanen zu retten. Den Reisegefährten gelingt die Flucht, ehe der Schwindel entdeckt wird. Sie beschließen, Aouda, die eine europäische Erziehung genossen hat, aus Indien wegzubringen, da sie dort nicht mehr sicher sei.

In Kalkutta werden Fogg und Passepartout von drei Priestern aus Bombay wegen widerrechtlichen Betretens einer Pagode verklagt. Fix hat die Priester zur Klage angestiftet, um Zeit bis zum Eintreffen eines Haftbefehls zu gewinnen. Die beiden werden zu längeren Haftstrafen verurteilt, aber Fogg erreicht die Freilassung gegen Zahlung einer hohen Kaution und reist zum Ärger von Fix weiter.

Von Kalkutta geht die Reise nach Hongkong. Der Verwandte, zu dem die Reisegefährten Aouda bringen wollten, lebt jedoch nicht mehr dort. Phileas Fogg ist Gentleman genug, sie bis nach Europa mitzunehmen. Fix, der von der geplanten Reiseroute wusste, ist inzwischen auch in Hongkong angekommen. Er wartet auf einen telegrafischen Haftbefehl, um Fogg auf dem Boden der britischen Kolonie zu verhaften. Aus diesem Grund betäubt er Passepartout mit Opium, damit dieser seinem Herrn nicht mehr die vorgezogene Abfahrt des Dampfschiffes nach Yokohama mitteilen kann. Der Diener kann sich im ausklingenden Rausch jedoch noch daran erinnern, dass das Dampfschiff vorzeitig abfährt, und begibt sich, noch halb benommen, an Bord – ohne jedoch seine Reisegefährten zu informieren. Das Schiff fährt ohne Fogg und Aouda nach Yokohama ab.

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Die Reiseroute des Phileas Fogg

Fogg mietet daraufhin ein Schiff nach Shanghai, um dort das Postschiff nach Yokohama zu erreichen, und nimmt ahnungslos den ihm unbekannten Detektiv Fix mit. Mit Glück erreichen sie das Postschiff nach Yokohama. Dort hatte Passepartout inzwischen einen Job in einem Zirkus angenommen. Aouda und Fogg wissen, dass Passepartout mit dem Dampfschiff aus Hongkong angekommen ist, und finden ihn in diesem Zirkus. Der Diener schließt sich ihnen wieder an und gemeinsam fahren sie über den Pazifik nach San Francisco. Von dort reisen sie mit der Eisenbahn quer über den nordamerikanischen Kontinent nach New York City. Nicht nur mit einem Colonel Proktor, der Phileas Fogg beleidigt, haben die Protagonisten Probleme, sie müssen sich zudem mit einer Herde Bisons, die das Gleis blockieren, einer baufälligen Brücke und Mormonen, die Passepartout verehelichen möchten, herumschlagen. Schließlich wird auch noch ihr Zug mitten in der Prärie von Nebraska von Sioux überfallen. Passepartout kuppelt während der Fahrt die Waggons von der Dampflokomotive und dem Schlepptender ab, damit die Personenwagen des Zuges auf der Strecke in der Nähe des Militärstützpunktes Fort Kearney zum Stehen kommen können. Er wird von den Sioux verschleppt, aber von Fogg mit Hilfe der Truppen von Fort Kearney befreit. Sie verpassen dadurch die Weiterfahrt mit dem Zug. Stattdessen gelangt die Reisegesellschaft mit Hilfe eines mit Segeln angetriebenen Schlittens zum nächsten Bahnhof nach Omaha und über Chicago nach New York. Das Schiff nach Liverpool ist jedoch kurz zuvor abgefahren. Fogg mietet einen Raddampfer, der eigentlich nach Bordeaux fahren soll. Unterwegs führt er eine Meuterei

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Einband der französischen Originalausgabe von 1873

gegen den ungeliebten Kapitän an, um das Fahrtziel ändern zu können. Als das Brennmaterial für die Kessel der Dampfmaschine ausgeht, kauft Fogg das gesamte Schiff und lässt alle Bestandteile aus Holz verfeuern. Die Gesellschaft macht einen Umweg über Queenstown und Dublin, um in Irland ein schnelleres Schiff nach England zu erreichen. Bei der Ankunft in Liverpool nimmt Fix, der die gesamte Zeit über zähneknirschend mitgereist ist, Fogg fest. Dessen Unschuld stellt sich schnell heraus, da der wirkliche Bankräuber kurz zuvor verhaftet worden ist. Mit einem Extrazug geht es von Liverpool nach London, jedoch hat man bei Ankunft in London die vereinbarte Zeit von 80 Tagen um 5 Minuten überschritten. Die Wette ist verloren. Niedergeschlagen fahren Fogg, Aouda und Passepartout direkt zu Foggs Haus in der Saville-Row.

Das von Fogg mitgenommene Vermögen von 20.000 Pfund ist bis auf einen unbedeutenden Rest von rund 1.000 Pfund aufgebraucht. Die andere Hälfte seines Vermögens von 20.000 Pfund schuldet er seinen Wettpartnern im Reform Club. Fogg steht vor dem Ruin. Am Abend des folgenden Tages gesteht Aouda, die sich im Laufe der Reise in Fogg verliebt hat, ihre Liebe und fragt Fogg, ob er sie heiraten will. Fogg erkennt seine Liebe zu Aouda und willigt ein. Umgehend wird Passepartout zu dem Priester Reverend Wilson geschickt, um für den nächsten Tag die Heirat zu vereinbaren. Dort erfährt er, dass es nicht Sonntagabend, sondern erst Samstagabend ist. Durch die Überschreitung der Datumsgrenze Richtung Osten hat man einen ganzen Tag gewonnen. Fogg eilt zum Reform Club und gelangt drei Sekunden vor dem Ablauf der Zeit in den Saal des Clubs und gewinnt somit die Wette. Am übernächsten Tag heiraten Aouda und Fogg. Fogg hat durch die Wette einen relativ kleinen finanziellen Gewinn gemacht, aber eine große Liebe gefunden. Den Gewinn von 1.000 Pfund teilt er großzügig zwischen Passepartout und Mister Fix auf.

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Jules Verne 1856

Der Roman beruht auf der Weltreise des Amerikaners George Francis Train, der 1870 jene Reise und 1890 und 1892 noch zwei weitere Weltreisen unternahm, 1892 sogar in nur 60 Tagen. Über die Änderung seines Namens in Phileas Fogg zeigte er sich erbost. Im Jahre 1869 waren der Suezkanal und die Eisenbahn quer durch die USA geöffnet worden. Zuvor war eine Reise um die Erde in 80 Tagen nahezu unmöglich.

Der Roman enthält einen logischen Fehler. Es ist zwar zutreffend, dass man bei einer Reise um die Erde ostwärts einen Tag „gewinnt“. Allerdings müsste dies, da die Datumsgrenze auch damals schon durch den Pazifischen Ozean verlief, Phileas Fogg spätestens in Amerika aufgefallen sein. Tatsächlich verpasst er aber in New York das fahrplanmäßig abfahrende Dampfschiff, weil er zu spät kommt. Warum er sich dann bei seiner Ankunft in London in Bezug auf das Datum irrt, kann so nicht mehr erklärt werden. (Quelle: wikipedia)

Und diesen Klassiker nahm sich im Jahr 2010 der Zeichner und Texter  Chrys Millien vor, um ihn – mit extrem viel Gespür für Details – als Literaturcomic zu bearbeiten.

Zwei Jahre später erschien dann dieses großartige Werk auch bei uns und zwar im ehrwürdigen Brockhaus Verlag. Mit „In 80 Tagen um die Welt“ startete man die Edition „Brockhaus Literaturcomics“ (Motto: „Weltliteratur im Comic Format“).

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Weltliteratur ist ein wenig hoch gegriffen, aber zumindest handelte es sich bei diesem Roman um einen Klassiker der Jugendliteratur … ich behaupte mal … ganze Generationen von Jungs haben diesen Roman „gefressen“ … und erneut tauchen meine „roten Bäckchen“ vor meinem geistigen Auge auf … hier gabv es einfach alles … wonach eine Jungsseele dürstete … Aufregung, Abenteuer, exostische Schauplätze …

Und hier in diesem Comic werden all diese Wünsche und Sehnsüchte erneut zum Leben erweckt … und zwar auf höchstem Niveau … man beachte nur die sehr flexible Bildgestaltung … vom Pinselstrich will ich erst gar nicht reden …

Bemerkensswert dann auch noch, dass sich Phileas Fogg  in eine dunkelhäutige Frau verliebt ….

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Die Rückseite des Buches

Demnächst in diesem Theater:

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Günter Brödl + Ronald Putzker -Hasenjagd (Anna Stein Edition – Teil 1) (1989)

TitelDass dem Günter Brödl die Mischung „Crime & Sex“ nicht fremd ist, konnte man sich ja fast denken … erinnert man sich nur an seine Ostbahn Kurti Krimis …

Und hier konnt eer sich noch ganz anders austoben, denn er fand mit dem Graphiker Ronald Putzker  einen kongenialen Partner, um all seine – wohl auch feuchten Träume – auszuleben … Und das mit einer Trilogie, die eine gewisse Anna Stein, ihres eichens engagierte Journalistin,  als Heldin in den Mittelpunkt dieser Comic-Serie stellt.

„Die Autoren dieses erotischen Thrillers, der Wiener Journalist Günter Brödl und der Zeichner Roland Putzker (Aglaya), entwerfen mit ihrer Triologie „Anna Stein“ ein aufregendes Bild des modernen Österreich. Die Enthüllungen der Anna Stein begleiten den Untergang der österreichischen Alpenrepublik. (Auszug aus dem Klappentext)“

Sex and Crime im Alpenland – eine Verbindung, die man vielleicht nicht zwangsläufig herstellt. Doch Putzker und Brödl kennen die schwarze Seele Österreichs jenseits der Piefke-Saga und offenbaren schonungslos die dunkle Seite von Macht und Geld. Anna Stein ist ziemlich starker Tobak – auch wenn Anna am Ende als strahlende Siegerin hervorgeht. (Doris hat ja zu guter Letzt auch alles richtig gemacht – fand ich klasse!) Anna Stein ist mal was anderes, aber eines sicher nicht: nämlich jugendfrei. (Quelle: comicworld.at).

Na ja … ganz so schlimm ist dieser Comic dann doch nicht, zumindest ist er weit entfernt von den klassischen pornographischen Comics, die as auch so gibt.

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Günter Brödl + Ronald Putzker

Und darum geht´s im ersten Teil dieser Triolgie:

Die Wiener Journalistin Anna Stein ist so manchem einflußreichen Politiker ein Dorn im Auge. Schonungslos deckt sie auf, wie sich Korruption und Kriminalität in das Geschäft mit der Macht mischen. Das Buch, an dem Anna gerade schreibt, behandelt einen Bestechungsskandal in Zusammenhang mit dem Freizeitpark „Sunnyland“, der umfunktionierten Ruine des Kernkraftwerks Zwentendorf. Als Annas Mittelsmann, der Juwelier Urban, buchstäblich aus dem Verkehr gezogen wird, gerät auch die Journalistin in große Gefahr.

Also, begleiten wir die Anna Stein auf ihrem Weg durch eine fieser, ganz fiese und morbide Geschichte … und soviel sei verraten, diese Geschich, nein diese Geschichte hat kein Happy End parat …

Und, darauf sei ausdrücklich hingewiesen … der Pinselstrich des Ronald Putzker ist wirklich von exquisiter Qualität … auch davon kann man sich hier überzeugen.

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Damals tippe man halt noch auf einer modernen Schreibmaschine …

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Kaum ist Frank in der Wohnung träumt Anna schon vom heißen Sex …

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Aus dem ehemlaigen AKW Zwentendorf wurde der Wellness-Tempel „Sunnyland“

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Diese Nummer wird sich noch rächen …

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Und natürlich baut der Günter Brödl auch Zitate aus der Rocjmusik ein

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Klar, der Frank ist natürlich verheiratet und hat Familie …

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Aber Anna hat auch noch weitere Geschlechtspartner (der hier heißt Max) …. so ist das nicht …

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Und a bisserl SM darf auch sein, gell

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Ganoven und ihre Mädels unter sich

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Die Hasen-Jagd beginnt …

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Die Punk-Szene kommt auch nicht zu kurz …

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Da haben wir den Salat … die Verfehlung wird als Erpressung genutztb …

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Die Methoden der Gegenseite werden immer ruppiger …

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Derweil in einem Luxus-Bordell …

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Nun sieht auch Anna die kompromittierenden Videos …

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und wird nicht nur traurig, sondern ahnt auch böses …

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Roy Tiger – Das Dschungelgold lockt (Heft 1) (Comic) (1968)

TitelUnd jetzt wieder mal ein Griff in die Comic-Kiste vergangener Zeiten:

Roy Tiger war eine deutsche Comic-Reihe, die vom Bastei-Verlag zwischen 1968 und 1970 in Heft-Form herausgegeben wurde.
Inhalt

Die Hauptfiguren der realistisch gezeichneten Abenteuerserie, die vorwiegend im indischen Dschungel spielte, waren drei Jugendliche, die sog. „Dschungelboys“: Roy Tiger, der Sohn eines britischen Urwaldarztes und seine beiden indischen Freunde Khamar und Paki. Bei ihren jeweils abgeschlossenen Abenteuern bekamen die drei Jungen regelmäßig Unterstützung von vier gezähmten Tieren: Shimmy (dem Affen), Lahani (dem Elefanten), Sheeta (dem schwarzen Panther) und Shumba (der Schlange).

Die Bände 1 bis 5 erschienen zunächst noch im Rahmen der Western-Comic-Serie Lasso, ab Band 6 bekam Roy Tiger eine eigenständige Reihe, die bis Band 79 fortgeführt wurde. Innerhalb der Comic-Reihe Wastl erschienen 1970 elf weitere 24-seitige Roy-Tiger-Abenteuer, wobei sich eine Geschichte immer aus jeweils drei 8-seitigen Teilen zusammensetzte (drei nacheinander herausgekommene Wastl-Hefte ergaben eine abgeschlossene Roy-Tiger-Geschichte).

Daneben wurden 1968 in den Bastei-Comic-Reihen Bessy und Felix insgesamt zwölf zweiseitige Kurzgeschichten veröffentlicht.

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Diverse Roy Tiger Hefte (später dann „Der Dschungel-Boy“)

1966 erschien die Serie auch in Spanien innerhalb der Reihe Aventuras ilustradas unter dem Titel Aventuras en la selva.

Zu den namentlich bekannten Zeichnern der Serie Roy Tiger gehörten Esteban Maroto, Carlos Giménez, Luis García Mozos, Adolfo Usero und Juan López Ramón. (Quelle: wikipedia)

So ganz erfolgreich war diese Serie nicht, wenn wenn sie schon nach 2 Jahren eingestellt wurde, ist das für damalige Comics aus dem Bastei Verlag eine nur sehr kurze Zeit.

Hier das Heft dieser Serie, un darum geht´s:

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Aber natürlich haben sie die Rechnung ohne den jungen Roy Tiger und seinem indischem Freund Khamar gemacht, denn diese haben weitere Freunde im indischen Dschungel: Als da wären, ein Affe, Sheeta der Panther und dann auch noch ne Schlange und ein Elefant …  So kann natürlich nix schiefgehen.

Ach ja, zwei goldgierige weiße Forscher die Kashmiro angestachelt … mit List und Tücke …  mehr wird nicht verraten. Basta !

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Ja, das schleichen will gelernt sein …

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Da droht die Gefahr …

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„Unsere Frauen werden uns verspotten …“

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Das kennen wir von Winnetou …

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An die Filzer kann ich mich sogar noch erinnern …

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Die Abenteuer hören nicht auf …

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Die Wissensseiten: Die Entstehung der Erde

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Die Rückseite des Heftes

Franco Fossati – Das grosse illustrierte Ehapa Comic Lexikon (1992)

TitelDas nenn ich ne Fleißarbeit:

Diese Enzyklopädie bietet eine umfassende und aktuelle Übersicht über den Comic aus aller Welt. Sie präsentiert über 600 Figuren, die von ihrer Entstehung bis hin zu ihren neuesten Umsetzungen beschrieben werden. Viele Artikel sind den Zeichnern und Szenaristen gewidmet, die im Laufe eines Jahrhunderts dazu beigetragen haben, daß sich der Comic zu einer eigenständigen Kunstform entwickelte, die sogar das Kino, die Literatur und die bildenden Künste im Allgemeinen beeinflußte.
Großer Raum wurde den wichtigsten Zeitschriften, die die Comics in jeden Winkel der Welt verbreitet haben, und ausführlichen Abhandlungen über die Entstehung und Weiterentwicklung der Comics in den bedeutsamsten Ländern reserviert.
Auf zahlreichen Sonderseiten werden die verschiedenen Genres und Gattungen – Humor und Abenteuer, Science Fiction und Horror, Erotik und Krimi, Satire und Western – beschrieben und einzelne Themenbereiche wie Comic-Romanzen, die Vorläufer der Comics, der Sport im Comic und die Underground-Comix näher betrachtet. (www.comicguide.de)

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Natürlich ist diese Enzyklopädie längst hoffnungslos veraltetm neue Trends wie „Graphic Novels“ findet man hier noch nicht und ich hätte mir auch mehr über BRD/DDr Comics gewünscht … aber der internationale Ansatz ist dennoch faszinierend … Die Vielfalt dieser Kunstform ist schon beeindruckend.

Und natürlich begegnen uns hier viele der altbekannten und vertrauten Freunde aus früheren Jahren … einige sind mir ganz schön ans Herz gewachsen.

Viel Vergnügen beim stöbern !

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Was wäre Walt Disney ohne Carl Barks gewesen ?

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Unvergessen: Nick Knatterton

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Walt Disney

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Aus den ganz frühen Jahren des Comics

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Die sog. „Marvel“ Helden

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Das kann nur einer sein !

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Die Rückseite des Buches

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