Theodor Storm – Der kleine Häwelmann (Hörspiel) (60er Jahre)

FrontCover1.JPGEin klassisches Märchen aus deutschen Landen, ausnahmsweise mal nicht von den Gebrüdern Grimm, sondern von Theodor Storm:

Der kleine Häwelmann ist ein Märchen von Theodor Storm, das er im Jahr 1849 für seinen Sohn Hans schrieb. Häwelmann ist niederdeutsch und bezeichnet ein kleines Kind, das übertriebene Aufmerksamkeit für sich fordert.

Zu Beginn des Märchens findet sich ein kleines Gedicht als Motto. Es bezeichnet den kleinen „Häwelmann“ als den Sonnenschein der Familie und steht damit ein wenig im Kontrast zur nachfolgenden Geschichte, in der sich der Kleine als aufsässiger, ungeduldiger Bursche zeigt, der nicht schlafen will.

Der kleine Häwelmann kann nicht einschlafen. Seine Mutter im großen Bett daneben rollt ihn noch in seinem Rollenbettchen ein wenig im Halbschlaf hin und her, aber dann schläft sie fest ein. Der kleine Häwelmann ist aber immer noch munter. Der Mond schaut durch das Fenster und sieht, wie er sich aus seinem Nachthemd ein Segel gebaut hat und mit seinem Rollenbett im Zimmer umherrollt.

Als er drei Mal die Reise gemacht hatte, guckte der Mond ihm plötzlich ins Gesicht. „Junge“, sagte er, „hast du noch nicht genug?“

„Nein“, schrie Häwelmann, „mehr, mehr! Mach mir die Tür auf! Ich will durch die Stadt fahren; alle Menschen sollen mich fahren sehen.“

„Das kann ich nicht“, sagte der gute Mond; aber er ließ einen langen Strahl durch das Schlüsselloch fallen; und darauf fuhr der kleine Häwelmann zum Hause hinaus.

TheodorStorm

Theodor Storm

In der Stadt schlafen aber alle und das ist ihm zu langweilig. Darum will er in den Wald zu den Tieren. Im Wald schlafen aber die Tiere auch, außer Hinze, einem kleinen Kater, der von Ast zu Ast springt und „illuminiert“, d.h. mit seinen funkelnden Augen die Sterne imitiert. Doch Häwelmann ist es auch hier langweilig, und er ruft wieder „mehr, mehr!“

Der kleine Häwelmann fährt schließlich bis zum Ende der Welt und mitten in die Sterne am Himmel hinein, so dass etliche vom Himmel fallen; dem Mond rollt er frech über die Nase. Das ärgert den Mond so sehr, dass er sein Licht auslöscht und nun auch die Sterne schlafen gehen. Häwelmann fährt weiter umher, bis schließlich die Sonne aufgeht und ihn ins Meer wirft.

OriginalIllustration

Originalillustrationen von Else Wenz-Vietor

Jetzt darf das Kind, dem das Märchen erzählt wurde, fragen:

Und dann?

Ja und dann? Weißt du nicht mehr? Wenn ich und du nicht gekommen wären und den kleinen Häwelmann in unser Boot genommen hätten, so hätte er doch leicht ertrinken können!

„Der kleine Häwelmann“ wurde 1926 als Bilderbuch mit Bildern der Kinderbuchillustratorin Else Wenz-Viëtor im Stalling-Verlag Oldenburg neu publiziert und damit eigentlich erst einem größeren Publikum bekannt. Die Illustrationsarbeit Wenz-Viëtors gilt als eine ihrer besten. In dieser Ausgabe wurde das Buch zum Bilderbuchklassiker und erlebt bis in die jüngere Zeit immer wieder neue Auflagen.

Die kleine Geschichte Storms ist eine auch tatsächlich für Kinder konzipierte Märchenerzählung im damals überall anzutreffenden Stil des Kunstmärchens. Eine besonders hübsche Idee ist es, dass sich der Erzähler und der Zuhörer am Ende selbst als Personen der Handlung einbringen, indem sie den abgestürzten Häwelmann aus dem Meer retten. (Quelle: wikipedia)

Buchausgaben

Diverse Buchausgaben

Auf dieser LP endet die Geschichte allerdings anders … da sind die Wolken hilfreich … Aber auch so macht dieses Hörbuch aus den 60er Jahren amüsant … wunderbar kindlich-naiv …

Und zumindest 2 Erzähler sind mir noch bekannt: Da ist die ganz junge Susanne Uhlen (* 17.1.1955; die Tochter von Schauspieler und Synchronsprecher Wolfgang Kieling und der Schauspielerin Gisela Uhlen)

SusanneUhlen1964

Susanne Uhlen als Werbemodell, 1964

Und dann noch der Erik Schumann, ein deutscher Schauspieler, der mir als erstes in einer Karl May Verfilmung 1965 (Old Surehand, Teil 1) aufgefallen ist und der eine beeindruckende schauspielerische Vita aufweisen kann.

ErikSchumann1965

Erik Schumann in „Old Surehand“ (1965)

Aber zurück zu diesem Hörspiel:

Die Marlies Schoenau als Glashexe ist herrlich diabolisch … und das ganz Hörspiel wurde einfach sehr sympathisch inszeniert.

Kurzum, selbst einem alten Knacker wie mir kann so ein Hörbuch noch Spaß machen.

Und wie oft habeich meinen Töchternin den 80er Jahren dieses Märchen vorgelesen und wie oft riefen sie dann „mehr…mehr … “

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Besetzung:
Wolfgang Dörich (Haushofmeister)
Lore Eberhard (Mutter)
Hans Ernst Jäger (Mond)
Harry Kalenberg (2. Popanz und Brausewind)
Alexander Malachowski (Hahn)
Herbert Mensching (1. Popanz und Nieselpeter)
Margot Philipp (Sonnenscheinchen)
Alfred Pottien (Erzähler)
Horst Sachtleben (Tollpatsch)
Marlies Schoenau (Glashexe)
Erik Schumann (Sternschnuppe)
Susanne Uhlen (Häwelmann)

Text: Theodor Storm
Bearbeitung: Anke Beckert

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Titel:
01. Der kleine Häwelmann (Teil 1) 14.20
02. Der kleine Häwelmann (Teil 2) 15.14

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