Willy Schneider – Singt Loewe Balladen (1965)

frontcover1Der Willy Schneider sonnte sich wohl viele, viele Jahre in dem Ruf, eine „deutscher Volkssänger“ zu sein.

Willy Schneider (* 5. September 1905 in Köln; † 12. Januar 1989 ebenda) war ein deutscher Volks- und Schlagersänger mit der Stimmlage Bassbariton. Zu seinen erfolgreichsten Liedern gehören Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein und Man müsste nochmal 20 sein.

Willy Schneider war der Sohn von Joseph und Bertha Schneider, geboren in Köln-Ehrenfeld. Nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule ging er ab 1921 in der elterlichen Metzgerei in die Lehre. Als der Vater im Jahr 1927 starb, führte der Sohn den Metzgerei-Betrieb weiter. Ab 1928 besuchte er die Praktische Fleischer-Schule Köln, wo er am 28. Februar 1929 die Diplom-Prüfung zur Herstellung feiner Fleisch- und Wurstwaren mit Auszeichnung bestand.

Seine ersten Erfahrungen als Sänger machte er in einem Kirchenchor. Am 24. Januar 1930 fand er als Bassist unter 354 Bewerbern Aufnahme in den Kammerchor des Reichssenders Köln, dem er bis 1937 angehörte. Seine Stimmausbildung als Bariton erhielt er bei den Kölner Kantoren Hermann Fleischmann und Clemens Glettenberg. Er war regelmäßiger Gast in der Radiosendung Der frohe Samstagnachmittag aus Köln, der von Ende 1934 bis Ende 1939 fast ununterbrochen ausgestrahlt wurde. Hierdurch wurde er so bekannt, dass er 1935 seine erste Schallplatte mit dem Titel Schwalbenlied (Mutterl unterm Dach ist ein Nesterl gebaut) veröffentlichte, die mit 300.000 verkauften Tonträgern zu einem großen kommerziellen Erfolg wurde. Es folgte die Single Das Grab auf der Heide (1935). Danach trat er auch als Sänger von Soldatenliedern hervor, wie Soldatenständchen, Tapfere kleine Soldatenfrau und Wovon kann der Landser denn schon träumen.

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Ein ganz junger Marius Müller Westernhagen mit Willy Schneider

Sowohl während des Krieges als auch mit zunehmendem Erfolg in der Nachkriegszeit sang Schneider Volkslieder und Schlager. Im Bereich der Operette entstanden viele Aufnahmen mit dem Dirigenten Franz Marszalek. Besonders erfolgreich war er auch mit eher nachdenklichen Karnevalsliedern. Im Jahre 1947 übernahm er anlässlich des 700-jährigen Domjubiläums den von August Schnorrenberg (* 1896, † 1973) komponierten Titel Am Dom zo Kölle, zo Kölle am Rhing. Am 18. November 1947 heiratete Schneider die aus Köln stammende Hanny Osslender (* 1915, † 1996). Noch Ende 1947 konnte er seine Rundfunkkarriere beim NWDR in Köln erfolgreich wiederaufnehmen. Seine große Popularität beruhte auch auf zahlreichen Fernsehauftritten, u. a. war er regelmäßig Gast in der HR-Sendung Zum Blauen Bock. Er erhielt den Beinamen Der Sänger von Rhein und Wein. Seine erfolgreichsten Schallplatten erschienen 1952 und 1953, nämlich Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein und Man müsste nochmal 20 sein. 1960 erhielt er als erster Sänger Deutschlands für 6 Millionen verkaufter „Lieder vom Rhein“ eine Goldene Schallplatte. Erst im Alter von 82 Jahren nahm er seinen letzten Titel Geschenkte Jahre (1988) auf, eine Hommage an seine Ehefrau.

Insgesamt nahm er rund 800 Schallplatten auf, die mit ca. 18 Millionen Exemplaren weltweit verkauft wurden.

Willy Schneider trat auch in zahlreichen Kinofilmen auf, so in Zwischen gestern und morgen (Premiere am 11. Dezember 1947), Wenn abends die Heide träumt (19. Dezember 1952) oder Südliche Nächte (8. September 1953). Im Film Kirschen in Nachbars Garten (1956) ist er mit dem Lied Anka Marianka zu hören. (Quelle: wikipedia)

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So kannte man ihn: Zusammen mit Kurt Lauterbach in der Sendung „Die Fröhliche Weinrunde“ 1967

Hier versucht sich Willy Sommer als Kunstsänger und ich schreibe bewußt „versucht“, denn das ist ihm dann nicht so ganz gelungen … er war halt eher der Schunkel- und Unterhaltungssänger rheinischer Wein- und Karnevalslieder …

Wie heißt es so schön: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ … aber man kann hier natürlich schon die Schmachtballaden des Carl Loewe studieren und auch insbesondere die  – nun ja – Texte, die zuweilen arg rührselig sind.

Aber halt: Zwei der Lieder kenne ich noch aus den Musikabenden in meinem Elternhaus … als mein Vater am Klavier sitzend „Prinz Eugen, der edle Ritter“ und „Heinrich der Vogler“ schmetterte … *schumnzel*

Und nun noch kurz zu Carl Loewe:

Johann Carl Gottfried Loewe (* 30. November 1796 in Löbejün; † 20. April 1869 in Kiel) war ein deutscher Komponist.

Carl Loewe hat die Ballade, als besondere erweiterte Form des Sololiedes im 19. Jahrhundert, bekannt gemacht – als Komponist und auch als Sänger. Loewe hat, sechs Jahre vor Robert Schumann, auch den Gedichtzyklus Frauenliebe und -leben von Adelbert von Chamisso vertont (1834). In den Balladen kommt seine Fähigkeit der anschaulichen Schilderung, der bildhaften Tonmalerei und eindringlichen Charakterisierung von Gestalten, Schauplätzen und Vorgängen am besten zum Ausdruck. Seine Themenvielfalt ist weitgespannt. Neben den bevorzugten Bereichen der Historie, der Sage und dem Märchen hat er Alltags- und Genrebilder geschaffen, Idyllen und moralische Fabeln; Großes steht neben Kleinem, Schlichtes neben Phantastischem, Unheimliches neben Verspielt-Humoristischem. Loewe verfügte überdies über eine schöne Tenorstimme und galt als eloquenter, intensiver Vortragskünstler.

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Carl Loewe

Besetzung:
Willy Schneider (vocals)
+
Orchesterbegleitung unter der Leitung von Richard Müller-Lampertz

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Titel:
01. Prinz Eugen, der edle Ritter (Loew/Freiligrath) 3.28
02. Die Uhr (Loewe/Seidl) 5.02
03. Das Erkennen (Loewe/Vogl) 3.33
04. Tom der Reimer (Loewe) 6.16
05. Heinrich der Vogler (Loewe/Vogl) 3.10
06. Fridericus Rex (Loewe/Alexis) 3.47

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Richard Müller-Lampertz

Viel rührseliger geht´s nicht mehr („Das Erkennen“):

Ein Wanderbursch mit dem Stab in der Hand
Kommt wieder heim aus dem fremden Land.
Sein Haar ist bestäubt, sein Antlitz verbrannt,
Von wem wird der Bursch‘ wohl zuerst erkannt?

So tritt er ins Städtchen durchs alte Tor,
Am Schlagbaum lehnt just der Zöllner davor.
Der Zöllner, der war ihm ein lieber Freund,
Oft hatte der Becher die beiden vereint.

Doch sieh – Freund Zollmann kennt ihn nicht,
Zu sehr hat die Sonn‘ ihm verbrannt das Gesicht;
Und weiter wandert nach kurzem Gruß
Der Bursche und schüttelt den Staub vom Fuß.

Da schaut aus dem Fenster sein Schätzel fromm,
„Du blühende Jungfrau, viel schönen Willkomm!“
Doch sieh – auch das Mägdlein erkennt ihn nicht,
Die Sonn‘ hat zu sehr ihm verbrannt das Gesicht.

Und weiter geht er die Straße entlang,
Ein Tränlein hängt ihm an der braunen Wang.
Da wankt von dem Kirchsteig sein Mütterchen her,
„Gott grüß euch!“ so spricht er, und sonst nichts mehr.

Doch sieh – das Mütterchen schluchzet vor Lust;
„Mein Sohn!“ und sinkt an des Burschen Brust.
Wie sehr auch die Sonne sein Antlitz verbrannt,
Das Mutteraug‘ hat ihn doch gleich erkannt.

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