Verschiedene Interpreten – Musik aus Asien und Afrika (Ende 50er/Anfang 60er Jahre)

FrontCover1Nicht, dass einer denkt, das Interesse an Weltmusik sei erst in den letzten Jahren entstanden. Nein, es gibt wohl schon sehr lange so eine kleine, versprengte Gruppe von Menschen, die sich für musikalische Klänge aus ganz anderen Erdteilen interessieren konnten.

Und natürlich wurden Rundfunkjournalisten, die speziell für das Ausland oder im Ausland arbeiteten in besonderer Weise mit diesen anderen Kulturen „frontiert“.

Und genau davon handelt die 10″ LP, die von der „Deutschen Welle“ irgendwann mal Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre veröffentlicht wurde (man fragt sich unwillkürlich, welche Vertriebswege hatten die denn damals für so eine skurille Scheibe ?)

Die Deutsche Welle (kurz: DW) ist der staatliche Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland und Mitglied der ARD. Die deutschen Standorte befinden sich in Bonn und Berlin, wobei der Standort in Bonn als Hauptsitz fungiert. Die DW sendet in 30 Sprachen, sie bietet Fernsehen (DW-TV), Radio und Internet (dw.de) sowie internationale Medienentwicklung im Rahmen der DW Akademie. Wegen ihres Auftrags, das Ausland zu bedienen, sendete die Deutsche Welle in Deutschland selbst nie über Ultrakurzwellen (UKW), konnte aber – bis zur weitgehenden Aufgabe der Sender – über die viel weiter reichenden Mittel- und Kurzwellen weltweit empfangen werden.

Die DW ging 1953 erstmals auf Sendung. Der Sender ging aus der Deutsche Welle GmbH hervor, die im August 1924 von Ernst Ludwig Voss in Berlin gegründet wurde, und am 7. Januar 1926 regelmäßig auf Sendung ging. Eigentümer waren zunächst zu 70 % die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft und zu 30 % das Land Preußen. Ab 1931 sendete die Deutsche Welle aus dem Berliner Haus des Rundfunks, am 1. Januar 1933 wurde die Deutsche Welle GmbH offiziell in die Deutschlandsender GmbH überführt.

Die Deutsche Welle sieht sich in der Tradition des ersten deutschen Auslandsrundfunks, des Weltrundfunksenders der Weimarer Republik. Der Weltrundfunksender wurde 1933 von den Nationalsozialisten in den Deutschen Kurzwellensender umgenannt.

DW-Studio1953

DW-Studio beim NWDR, 1953

Die Deutsche Welle ging am 3. Mai 1953 mit deutschsprachigem Hörfunk auf Kurzwelle erstmals auf Sendung. Die Grußadresse „an die lieben Landsleute in aller Welt“ wurde vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gesprochen. Wenige Wochen später, am 11. Juni 1953, wurde zwischen den Mitgliedern der ARD der Vertrag über die Einrichtung des gemeinsamen Kurzwellenprogramms „Deutsche Welle“ unterzeichnet. Die Verantwortung für das Programm lag zunächst beim damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR), später beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Köln, so dass dessen jeweiliger Intendant auch für die „Deutsche Welle“ verantwortlich war. Bereits ein Jahr später startete die Deutsche Welle Radiosendungen auf Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Polnisch.

Im Jahr 1960 wurde die „Deutsche Welle“ per Bundesgesetz eine eigenständige Anstalt des öffentlichen Rechts. Das am 26. Oktober 1960 vom Deutschen Bundestag verabschiedete Gesetz über die Errichtung von Rundfunkanstalten des Bundesrechts vom 29. November 1960 legte fest, dass die Deutsche Welle als Kurzwellensender Rundfunksendungen für das Ausland und der mit diesem Gesetz ebenfalls gegründete Deutschlandfunk Rundfunksendungen für (ganz) Deutschland und das europäische Ausland produzieren sollten. Mit Inkrafttreten des Gesetzes am 16. Dezember 1960 galten die beiden neuen Anstalten nach § 33 als errichtet. Der Auftrag der ARD an den WDR, die „Deutsche Welle“ als Gemeinschaftseinrichtung zu betreiben, erlosch. Die DW mit Sitz in Köln trat jedoch am 7. Juni 1962 der ARD bei, so dass die ursprüngliche Verbindung der ARD mit der DW wieder hergestellt wurde.

1962 wurde das Hörfunkprogramm erweitert. Seitdem sendete die Deutsche Welle zusätzlich auf Persisch, Türkisch, Russisch, Polnisch, Tschechisch, Slowakisch, Ungarisch, Serbisch und Kroatisch. (Quelle: wikipedia)

ArabischeRundFunkStationDW

Arabische Rundfunkredaktion der Deutschen Welle, 1960

Und genau in diese Zeit fällt die Veröffentlichung dieser LP, die wahrlich nicht für die Massen produziert wurde.  Auf der Rückseite der Hülle findet man dann folgenden erläuternden Text zur Intension der LP:

„Diese Schallplatte soll einen Ausschnitt aus der bunten Palette der Musikprogramme der Deutschen Welle, die ihre Sendungen in 29 Sprachen auf Kurzwelle in allte Teile der Welt ausstrahlt, widerspiegeln. Daher stehen Folklore und moderne Tanzmusik und tradtionelle Klassik unbekümmert nebeneinander“.

Die Ansagen sind dann in der jeweiligen Landessprache gehalten, die Rückseite bietet kurze Texte zum besseren Verständnis der Musikstücke an. So ist z.B. das chinesiches Lied „Li da ma“ ein „lustiges Lied von der dicken, glücklichen Tante Li“).

Bedauerlicherweise ist die Klangqualität ab der Seite 2 (Titel 06. und weitere) gelegentlich arg beeinträchtigt. Gefällt mir auch nicht, dennoch wollte ich diese Scheibe hier mal präsentieren, denn spannend sind solche Aufnahmen allemal. Und für weitergehende Informationen über die „Deutsche Welle“ habe ich noch zwei pdf. Daeien beigelegt.

BackCover1

Titel:
01. Si gule pong (Indonesien) 1.46
02. A ja sanam (Ceylon/Sri Lanka) 1.26
03. Shaba chararkha chandan da (Indien) 2.28
04. Raga bhupali todi (Indien) 1.58
05. Bruhi mukundeti – Raga Kuranjil (Indien) 2.57
06. Tani-Avarta (Indien) 1.04
07. Li da ma (China) 1.16
08. Aldoressi (Kongo) 2.09
09. Karamba (Senegal) 1.38
10. Munakampala (Uganda) 2.28
11. Ruf der Trommel (Malu und Guinea) 0.41
12. Arabische Volksweisen (Arabische Länder) 1.27
13. Solo für die persische Trommel Zarb (Iran) 1.48
14. Reng-e-Schadi (Iran) 2.02

LabelB1.JPG

*
**

VW-Bus Deutsche Welle