Weihnachten 2018 (16): Rolf Becker – Eine Weihnachtsgeschichte (Charles Dickens) (2001)

FrontCover1Sie gilt gemeinhin als   d i e   Weihnachtsgeschichte:

„Humbug!“ – So bezeichnet der Geschäftsmann Ebenezer Scrooge (sprich Ebenieser Skruhdsch) Weihnachten, Güte und Mitgefühl: Das alles ist Unsinn in seinen Augen. Scrooge hat sich vollständig der Arbeit und seinem Geld verschrieben.

Es ist Heilig Abend, am Ende des 19. Jahrhunderts. Wie jedes Jahr schlägt Scrooge die Einladung seines Neffen zum Weihnachtsessen aus, beschimpft seinen treuen Mitarbeiter Bob Cratchit, faul zu sein, und weigert sich, den Armen an den Feiertagen Geld zu spenden.

In dieser Nacht erscheint plötzlich der Geist von Jacob Marley, Scrooges ehemaligem Geschäftspartner. Marley rät dem alten Mann, dringend sein Leben zu ändern. Denn wenn er weiterhin so kaltherzig und geizig bleibt, wird er nach dem Tod in alle Ewigkeit dafür büßen. Kurz vor seinem Abschied kündigt Marley drei weitere Geister an, die Ebenezer besuchen werden.

Der erste Geist ist jener der vergangenen Weihnacht. Er führt Scrooge auf eine Reise in seine Vergangenheit. Sie besuchen einige Weihnachtsfeste in Ebenezers Kindheit, auch jenes, an dem er seine große Liebe kennenlernte. Dann zeigt der Geist das Weihnachten, an dem Scrooge diese große Liebe endgültig des Geldes wegen verlässt. Scrooge ist von diesen Erinnerungen erschüttert und bittet den Geist, ihn gehen zu lassen. Der Geist verschwindet.

Der zweite Geist in dieser Nacht ist jener der gegenwärtigen Weihnacht. Er bringt Scrooge zu seinem verarmten Sekretär Bob Cratchit und dessen Familie. Cratchit wird immer sehr schlecht von seinem Arbeitgeber behandelt. Obwohl die Familie fast nichts besitzt, feiert sie ein schönes Weihnachten und spricht sogar einen Trinkspruch auf Scrooge aus. Hier sieht der alte Mann auch Tim Cratchit, den jüngsten Sohn des Angestellten, der aufgrund einer Behinderung nur mit Krücke gehen kann und sehr abgemagert ist. Zum ersten Mal seit langer Zeit zeigt Scrooge Mitgefühl und fragt den Geist, ob Tim noch lange zu leben hat. Der Geist verneint und entlässt damit den fassungslosen Geschäftsmann.

Der dritte Geist, der Scrooge besucht, ist der unheimlichste von allen. Er spricht nicht und bringt den bereits erschöpften alten Mann zur zukünftigen Weihnacht. Dort unterhalten sich die Menschen auf der Straße über einen alten, geizigen Mann, der vor kurzem verstorben sei, und dem wohl niemand nachtrauert. Scrooge versteht, dass es sich bei dem unbeliebten Geizkragen um ihn selbst handelt und ist nun vollends gebrochen. Er verspricht verzweifelt, sich zu ändern.

Als Scrooge am Morgen in seinem Bett aufwacht, stellt er fest, dass nur eine Nacht vergangen und nun Weihnachten ist. Sofort stürzt er auf die Straße, kauft einen großen Truthahn für Bob Cratchit und dessen Familie und nimmt die Einladung seines Neffen zum Weihnachtsessen an. Dann spendet er eine großzügige Summe für die Armen.

Titelblatt der Erstausgabe von A Christmas Carol, kolorierte Illustration von John Leech, 1843

Das Buch „Eine Weihnachtsgeschichte“ (im Original: „A Christmas Carol“) endet damit, dass Scrooge sich endlich zum Besseren verändert und sich auch des kleinen Tim Cratchit annimmt, dem es bald erheblich besser geht.

Charles Dickens, einer der berühmtesten Schriftsteller Englands, schrieb „A Christmas Carol“, wie „Eine Weihnachtsgeschichte“ im Original heißt. Das Buch wurde am 19. Dezember 1843 erstmals veröffentlicht. Dabei musste Dickens noch selbst für den Druck bezahlen, weil sein Verleger das Geld nicht aufbringen konnte. Das Buch wurde bald zum Verkaufsschlager, aber reich wurde Dickens davon nicht: Es gab zu dieser Zeit noch keinen Urheberschutz in England, weshalb bald viele Raubkopien des Buches verkauft wurden. Dickens verklagte die Verantwortlichen zwar vor Gericht, gab bei den Verhandlungen aber sein ganzes, mit dem Buch verdientes Geld aus. Das war aber nicht sehr schlimm, denn Dickens hat noch einige andere erfolgreiche Werke geschrieben, die heute als wahre Schätze der Literatur gelten: Zum Beispiel Oliver Twist oder David Copperfield. Ein sehr bekannter Magier fand durch diesen Roman seinen Künstlernamen.

Viele von Charles Dickens‘ erschaffene Charaktere sind heute so bekannt, dass sie sogar schon in der englischen Sprache verwendet werden. So wurde auch die Figur von Ebenezer Scrooge unsterblich. In England wird ein Geizkragen nämlich als „scrooge“ bezeichnet, ebenso auch eine Person, die sich ständig beklagt. Und auch in Amerika ließ sich ein berühmter Comic-Zeichner von der Romanfigur Ebenezer Scrooge beflügeln. Er schuf nach der Vorlage des alten, mürrischen Geizhalses eine der bekanntesten Comicfiguren unserer Zeit. Ihr deutscher Name spiegelt diesen Ursprung nicht wieder, wohl aber ihr amerikanischer Name: Es handelt sich dabei um eine Ente namens „Scrooge McDuck“. Und das ist kein Geringerer als der größte Geizhals der Comic-Welt: Dagobert Duck höchstpersönlich. Der Erfinder von Donald, Dagobert und Co., Carl Barks, benannte seine Schöpfung nach Ebenezer Scrooge und gab ihm dessen Aussehen. Doch wie auch Ebenezer Scrooge wandelt sich Dagobert Duck vom miesepetrigen Knauser zu einer Person mit Mitgefühl und Herz.

Und das ist wohl das größte Vermächtnis der „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens: Die Botschaft, dass Güte und Mitgefühl für die Mitmenschen zu den höchsten Gütern der Menschheit zählen. Nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über.

Und es gibt nicht nur aberwitzig viele Verfilmungen, sondern auch unendlich viele Hörbücher von diesem Buch (erst neulich ist eine Fassung mit Hans Korte veröffentlicht worden).

Hier aber die Fassung mit dem Schauspieler Rolf Becker (der übrigens der Vater von Ben Becker ist), auch so einem Urgestein von einem Schauspieler aus deutschen Landen. Die mir vorliegende Fassung wurde von Karstadt vertrieben (jener Kaufhauskette die seit geraumer Zeit ums Überleben kämpfen muss).

Scheinbar war die Geschichte ein guter Werbeträger, denn im Jahr 2004 wurde die gleiche Geschichte dann von als Werbeartikel angeboten und hier die Ankündigung zu diesem Produkt:

Promo-CD der Peugeot Deutschland GmbH
„Mit Dickens Klassiker als Hörbuch-CD möchten wir Sie auf Weihnachten einstimmen. Der Text der Geschichte wird von Schauspieler Rolf Becker gesprochen und ist von Musik begleitet.Um Ihre kostenlose Hörbuch-CD zu erhalten, füllen Sie bitte einfach das Adressformular unter peugeot.de/weihnachtsgeschichte bis zum 14. Dezember 2004 12:00 Uhr aus. Das Angebot gilt nur innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und nur so lange der Vorrat reicht. Handeln Sie am besten gleich: Unser Geschenk ist auf 4.000 CDs für die schnellsten Leser limitiert!“

Nun gut … Auch hier gilt natürlich: Lieferung nur solange der Vorrat reicht … ich vermute mal, im Frühjahr 2015 wird dann dieses Produkt nicht mehr lieferbar sein *ggg*

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Sprecher:
Rolf Becker

Musik:
Steve Bourbon Project

Peugot Ausgabe (2004)

Peugot Ausgabe (2004)

Titel:
01. Intro, Im Kontor – Die Stadthalter 14.07
02. Geist der vergangenen Weihnacht 13.03
03. Geist der gegenwärtigen Weihnacht 14.23
04. Geist der zukünftigen Weihnacht 13.10
05. Geläutert 10.04
+
06. Because It’s Christmas Time (Bourbon) 3.21

CD1
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DagobertDuck