Elmar Gunsch & Die Nürnberger Symphoniker – Peter und der Wolf + Die Geschichte vom faulen Bären (1981)

FrontCover1Das musikalische Märchen „Peter und der Wolf“ dürfte den meisten bekannt sein; aber zur Erinnerung hier die Inhaltsangabe:

Peter und der Wolf op. 67  ist ein Musikmärchen für Kinder von Sergei Prokofjew aus dem Jahre 1936. Ein Hörspielsprecher erzählt das Märchen des Komponisten und ein Sinfonieorchester verklanglicht es mit der Programmmusik des Komponisten. Das Werk hat das Ziel, Kinder mit den Instrumenten eines Sinfonieorchesters vertraut zu machen. Heute ist es Prokofjews bekanntestes Werk und weltweit eines der am meisten gespielten Werke klassischer Musik.

Peter, ein kleiner Junge, lebt mit seinem Großvater im ländlichen Russland. Ein langer Winter ist vorbei. Am ersten Frühlingsmorgen öffnet Peter vergnügt das Gartentor und geht hinaus auf die große Wiese vor dem Haus. Dort begrüßt ihn sein kleiner, freudig aufgeregt zwitschernder Freund, der Vogel. Beide setzen sich auf einen Baum und der Vogel zeigt ihm dort den Grund für seine Freude, sein Nest, in dem sechs frisch gelegte Vogeleier liegen. Während Peter und der Vogel sich auf dem Baum vergnügen, ist noch eine Freundin von Peter mit heftigem Frühlingsfieber aufgewacht: eine leicht verwirrte Ente. Die Ente weiß, dass sie im Garten bleiben soll, aber der Winter war auch ihr sehr lang geworden, und sie will so gerne wieder einmal richtig schwimmen. „Na ja, der kühle, blaue Teich ist doch nur ein paar Watschelschritte entfernt“, denkt sich die Ente und watschelt heran. Sie stürzt sich ins Wasser. Als der Vogel die Ente sieht, fliegt er zu ihr und meint hämisch: „Was bist du für ein Vogel, wenn du nicht fliegen kannst?!“ Da erwidert die Ente: „Und was bist du für ein Vogel, wenn du nicht schwimmen kannst?!“ So gibt ein Wort das andere, bis ein anderes Wesen auf leisen Pfoten durch das Schilf geschlichen kommt: Peters Kater. Er hört den Vogel. „Der Vogel ist damit beschäftigt, sich mit der Ente zu beschäftigen“, denkt der Kater, „wenn ich mich näher heranschleiche, dann kann ich ihn vielleicht erwischen.“ Der Kater stürzt sich auf den Vogel, aber der ist blitzschnell in der Luft. „Na ja, da ist ja auch noch die Ente“, denkt sich der Kater. Aber damit hat er auch nicht mehr Glück. Da kommt Peters Großvater über die Wiese gestampft und schimpft wie ein altes, rostiges Fagott, weil Peter alleine auf der Wiese ist und vergessen hat, das Gartentor zu schließen. Es sei sehr gefährlich auf der Wiese. Der Wald beginnt gleich hinter der Wiese und darin versteckt leben alle möglichen, wilden Tiere. Was wäre, wenn mit einem Male ein böser Wolf aus dem Wald käme und würde Peter fressen? „Du wärst dann in seinem Bauch!“, warnt er seinen Enkel. Mit Nachdruck warnt der Großvater Peter nochmals, dass die Sache mit dem Wolf nicht zum Lachen, sondern eine sehr ernste Sache sei. Aber ein Junge wie Peter hat keine Angst vor Wölfen. Der Großvater nimmt den Jungen, schließt das Gartentor und kommt mit Peter wieder ins Haus.

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Sergei Prokofjew

Ganz plötzlich wird es auf der Wiese sehr still. Und dann, kaum hörbar, raschelt es im Laub am Ende der Wiese unter ein paar Bäumen, die am Rande des tiefen dunklen Waldes stehen. Der Wolf wittert die Ente. Er hört die Ente. Als erster sieht der Kater den Wolf. Dann sieht auch der Vogel den Wolf und versucht die Ente zu warnen. Aber es ist zu spät! Der Wolf packt die Ente und schluckt sie herunter.

Nun beginnt Peters großes Abenteuer.

Der Kater sitzt auf einem Ast, der Vogel auf einem anderen. Inzwischen läuft der Wolf um den Baum herum und beäugt den Kater und den Vogel mit gierigem Blick. Die Ente ist offenbar nur die Vorspeise gewesen. Peter ist wachsam und tapfer: „Ich muss etwas unternehmen“, denkt er sich und will den Wolf überlisten: Er holt ein Seil und klettert über die Gartenmauer und rennt schnell über die Wiese. Er muss den Wolf ablenken. Dann klettert er zu seinem Kater und dem Vogel in den Baum hinauf. „Nun sei doch nicht so ein Angsthase“, mahnt Peter seinen Kater. Er trägt dem Vogel auf, dem Wolf um den Kopf herumzufliegen, um ihn abzulenken. Sein Freund, der Vogel, macht dies, und das ärgert den Wolf sehr, denn er kann den Vogel nicht fangen. Nun schickt Peter seinen Kater mit einer Seilschlinge hinab, mit der sie den Wolf am Schwanz fangen. Peter fängt den Wolf, indem er sich am anderen Ende des Seils vom Baum lässt und den Wolf in der Seilschlinge an den Baum hängt. Der Wolf ist in die Falle getappt! Das ärgert ihn noch viel mehr.

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Da kommen die Jäger aus dem Wald und schießen auf den Wolf. Doch das will Peter nicht! Er hat eine viel bessere Idee: Der Wolf wird in den Zoo gebracht. Alle gehen hintereinander her: Peter, sein Großvater, sein Kater, die Jäger und eingesperrt der böse Wolf. Am Schluss hört man noch die Ente im Bauch des Wolfs quaken, „denn der Wolf hatte sie in der Eile lebendig hinuntergeschluckt.“

Sergei Prokofjew schrieb das Libretto für einen Hörspielsprecher, der das Märchen von Peter und der Wolf erzählend vorträgt.

Verschiedene Deutungen der Komposition reichen von einer „naiven Geschichte“ über das erfolgreiche Aufbegehren (Peter) gegen das Establishment (Großvater, Eltern, Partei?) bis zur Parabel über die junge Sowjetunion und das gierige kapitalistische Europa und Hitler-Deutschland. (uelle; wikipedia)

Weitaus weniger bekannt ist die B-Seite dieser LP.

Die Geschichte vom faulen Bären entführt den Hörer in eine paradiesische Tierwelt, in der der Löwe als König herrscht; in einer fernen Zeit, noch ganz nahe an der Schöpfung, als nämlich die Tiere noch keine Schwänze hatten, um lästige Fliegen zu verscheuchen.

Diesem Notstand hilft der gütige Monarch ab; er lässt eine große Auswahl kommen, so dass sich jeder seiner vierbeinigen Untertanen einen Schweif aussuchen darf. Natürlich kommt der blaue Fuchs als erster und kriegt den schönsten, dann Pferd, Eichhörnchen, Hund, Katze und schließlich der Hase. Nur der Bär, der lieber im Wald Honig schleckt, geht leer aus. Er wird aber von seiner kleinen Freundin Lisa mit einem großen Honigtopf entschädigt.

Noten

Mark Lothar öffnet den animalischen Zaubergarten sachte, bis der Löwe die Szene betritt. Er lässt die Vögel schwirren, die die Botschaft zu verkünden haben und porträtiert den tapsigen Bären mit der Solo-Tuba. Die Musik erzählt, wie Meister Petz den Bienen den Honig stehlen will, ihren surrenden Rache-Überfall, die Parade der Tiere, die Begegnung des Bären mit dem Mädchen im Wald, den Tanz der hohnlachenden Tiere über den Trottel im Zottelfell. Ein Tier-Märchen von poetischem Liebreiz!

Der Komponist Mark Lothar hat eine ziemlich üble, unrühmliche Biographie:

Mark Lothar (eigentlich Lothar Hundertmark; * 23. Mai 1902 in Berlin; † 6. April 1985 in München) war ein deutscher Komponist.

Er studierte in Berlin bei Franz Schreker, bei Walther Carl Meiszner (Klavier, 1921–1926) und in München bei Ermanno Wolf-Ferrari. Frühzeitig wurde Mark Lothar als Liedbegleiter berühmter Sänger und Sängerinnen bekannt, darunter Erna Berger und Hermann Prey sowie Corry Nera, die 1934 Lothars Frau wurde. 1933 wurde Lothar, der Mark LotharMitglied im völkisch gesinnten, antisemitischen Kampfbund für deutsche Kultur war, von Max Reinhardt als Musiksachverständiger an das Deutsche Theater berufen. 1934 erfolgte seine Berufung durch Gustaf Gründgens an das Preußische Staatstheater in Berlin, wo er bis 1944 als musikalischer Leiter tätig war. Während der NS-Zeit erhielt er verschiedene Kompositionsaufträge der Goebbels unterstellten Reichsstelle für Musikbearbeitungen. Im August 1944 wurde Lothar von Adolf Hitler in die Gottbegnadeten-Liste mit den in seinen Augen wichtigsten Komponisten aufgenommen, was ihn von einem Kriegseinsatz, auch an der Heimatfront bewahrte.

Ab 1945 arbeitete Mark Lothar am Bayerischen Staatstheater und ab 1955 als freischaffender Komponist in München.

Mit „Tyll“ errang er 1928 seinen ersten großen Opernerfolg. Diese humorvolle Spiel-Oper mit lyrischen und heiteren Partien begeisterte auch 1984 bei ihrer Wiederaufführung am Theater Oberhausen Publikum und Kritiker. „Tyll“ schlossen sich u. a. Opern wie „Münchhausen“ (1933), „Schneider Wibbel“ (1938), „Rappelkopf“ (UA: München 1958)[3] und „Momo und die Zeitdiebe“ (1978) an. Aus den 1930er Jahren stammt sein Bühnenwerk „Hans Sonnenstössers Höllenfahrt“.

Einen Namen erwarb sich Lothar auch als Komponist von Bühnenmusiken, Filmmusiken (zum Beispiel zu „Friedemann Bach“, „Zärtliches Geheimnis“ sowie zu „Faust“ von Gustaf Gründgens) und Liedern nach Texten von Hermann Löns, Joachim Ringelnatz, Christian Morgenstern und anderen. Großen Anklang findet sein Liederzyklus „Musik des Einsamen“ op. 69 nach Gedichten von Hermann Hesse, den auch Dietrich Fischer-Dieskau interpretierte. (EMI SME 91660)

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Solln in München. (Quelle: wikipedia)

Anders verhält es sich da bei dem Sprecher dieser Aufnahmen, Elmar Gunsch:

Elmar Gunsch (* 14. Januar 1931 im Vinschgau; † 3. Januar 2013 in Frankfurt am Main) war ein österreichischer Moderator, Autor und Schauspieler. Wegen seiner markanten, sonoren und weichen Bassstimme erhielt er den Beinamen The Voice (Die Stimme).

Elmar Gunsch wuchs im österreichischen Vorarlberg auf. Seine Eltern stammten aus Südtirol, der Vater war als Vertreter für Miederwaren viel unterwegs. Deshalb lebte Elmar Gunsch einige Zeit bei den Großeltern in Nürnberg, wo er am Hans-Sachs-Gymnasium sein Abitur machte. Er betätigte sich zunächst fünf Jahre lang als Schauspieler an Bühnen in Wien und Klagenfurt, bevor er 1957 Hörfunkmoderator wurde.

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1961 ging er als Rundfunkjournalist zum Hessischen Rundfunk nach Frankfurt am Main. 1963 berichtete er vom Besuch des US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy in der Frankfurter Paulskirche. Ferner machte er Reportagen für die Sendungen Zeitfunk und Unterwegs in Hessen. Mitte der 1970er Jahre ging er zum Bayerischen Rundfunk, für den er bis in die 1990er Jahre arbeitete. Hier moderierte er zunächst die Sendung Funkpost und ab 1983 die Sendung Das geht ins Ohr, wo er Schlager und Evergreens vorstellte. Von 1980 bis 1983 arbeitete er auch für das deutsche Programm von Radio Luxemburg (RTL) sowie während der 1990er Jahre für den Hörfunksender SWF4 Rheinland-Pfalz.

Neben seiner Tätigkeit beim Radio war er Moderator von Fernsehsendungen in den Sendern ARD, Sat.1 und ORF 2 sowie Autor und Sprecher von Hörkassetten und Langspielplatten. Beim ZDF präsentierte er von 1978 bis 1986 donnerstags das Wochenendwetter nach dem heute-journal, die Sendungen Wiedersehen macht Freude (1978–1984) und Lustige Musikanten (von 1980 bis 1985, gemeinsam mit Carolin Reiber) sowie diverse Specials und wirkte in Sketchen der Kinderreihe Babbelgamm mit. Ende der 1980er Jahre wechselte Gunsch zu Sat.1, wo er eine eigene Show moderierte. In der Harald Schmidt Show trat er ab Januar 1998 mit Rezitationen von deutschen Übersetzungen bekannter Popsongs auf.

In den Jahren 2000 bis 2010 tourte er mit seiner Eigenproduktion „Eine Reise ins Reich der Phantasie“ zusammen mit der klassischen Gitarristin Barbara Hennerfeind durch Deutschland. Am Institut für Stimm- und Sprecherziehung in Bensheim war er als Dozent tätig. Im Fernsehen war Gunsch zuletzt am 18. Oktober 2008 im ARD-Fernsehspielfilm Das Musikhotel am Wolfgangsee zu sehen.

Kurz vor seinem 82. Geburtstag starb Elmar Gunsch an den Folgen eines Treppensturzes. Er wurde anonym in einem Friedwald im Taunus bestattet. (Quelle; wikipedia)

Es gibt ja unzählige Aufnahmen „Peter und der Wolf“ … hier ist halt eine weitere … und meine FRau Mama war damals ganz hin und weg von diesem Elmar Gunsch und seinem sonorem Bass …

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Besetzung:
Elmar Gunsch (Sprecher)
+
Die Nürnberger Symphoniker unter der Leitung von Klauspeter Seibel

Klauspeter Seibel

Klauspeter Seibel

Titel:

Peter und der Wolf:
01. Vorstellung der Personen und deren Instrumente 1.29
02. Peter 0.58
03. Der Vogel und die Ente 3.39
04. Die Katze schleicht heran 1.47
05. Der Großvater 2.24
06. Der Wolf erscheint 2.50
07. Der Wolf, die Katze und der Vogel 2.33
08. Peter fängt den Wolf 3.20
09. Die Jäger kommen aus dem Wald 2.16
10. Der Triumphzug 4.50

Musik und Text: Sergei Prokofjew

Die Geschichte vom faulen Bären:
11. Als die Tiere noch keine Schwänze hatten 3.06
8. Der tapsige, faule Bär 3.38
9. Die Tiere dürfen sich einen Schweif aussuchen 3.40
10. Die Begegnung des Bären mit dem Mädchen im Wald 4.29
11. Wie der Bär zu seinem Schwanz kam 4.10
12. Lisa und der versprochene Honigtopf 3.35

Musik: Mark Lothar; Text: Rolf Badenhausen

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