Die Prinzen – So viel Spass für wenig Geld (1999)

FrontCover1Zu den „Prinzen“ bin ich quasi gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Es waren meine begeistert durch das Wohnzimmer hopsenden Töchter, die mich dazu brachten.

Und ihre ersten Alben fand ich dann überraschend ganz schön pfiffig:

Die Prinzen sind eine aus Leipzig stammende deutsche Musikgruppe. Mit fast 6 Millionen verkauften Tonträgern gehören sie zu den erfolgreichsten deutschen Bands. Ihre bekanntesten Hits sind unter anderem Millionär (1991), Mann im Mond (1991), Küssen verboten (1992), Alles nur geklaut (1993), Du musst ein Schwein sein (1995) und Deutschland (2001).

In ihrer Jugend waren Tobias Künzel, Sebastian Krumbiegel, Wolfgang Lenk sowie Henri Schmidt bis in die erste Hälfte der 1980er-Jahre Mitglieder des Leipziger Thomanerchors, Jens Sembdner sang im Dresdner Kreuzchor.

Nach der Gesangsausbildung gründeten Krumbiegel und Lenk im Jahr 1981 die Band Phönix. 1985 nannte sich die Band Phönix in Rockpol um. Weil sie keinen großen Erfolg hatten, wurde im Jahr 1987 mit Krumbiegel, Lenk und Dirk Schrot das Trio Die Herzbuben gegründet. Auf Anraten des Managers Joachim Zetzmann versuchte das Trio mit A-cappella-Stücken in der DDR Fuß zu fassen. Die Produzenten des DDR-Rundfunks produzierten mit den Herzbuben 1987 ein Dutzend Titel, welche bis zum Ende der DDR nur im deutschen Rundfunkarchiv und auf diversen Amiga-Samplern zu finden waren. Sie coverten den Song Du hast den Farbfilm vergessen sowie die Hymne My Generation von The Who (übrigen: auch sehr pfiffig gemacht)

Herzbuben

Als sie noch die „Herzbuben“ waren …

Noch im Gründungsjahr stieß Jens Sembdner zur Band. Von nun an hatte die Band folgende Besetzung: Sembdner, Lenk, Krumbiegel und Schrot. Als die Band mit ihrer Show einen nicht unerheblichen Popularitätsschub erreicht hatte, wurde Sembdner im Herbst 1988 zur NVA eingezogen. Ihn ersetzte Kai Oliver, den die Band an der Leipziger Musikhochschule entdeckt hatte, aber die Zusammenarbeit hielt nur ein Jahr, weil er sich entschlossen hatte, die DDR zu verlassen. Als Ersatz folgte Henri Schmidt. Auch Dirk Schrot verließ im November 1989 die Band und das Land. Aufgrund der häufigen Personalwechsel war die Band bis zur Rückkehr von Jens Sembdner im Januar 1990 inaktiv. Manager Zetzmann hatte Beziehungen zum ZDF und zum Musikverleger George Glueck, sodass sie in der Nachwuchsshow Hut ab auftraten. George Glueck saß in der Jury und stellte den Kontakt zu Annette Humpe her.

Im Herbst 1990 besuchte Humpe die Band, um sie kennenzulernen. Danach buchte sie im November 1990 das Tonstudio von Anselm Kluge, um erste Aufnahmen zu machen. Um einer Verwechslung mit den zur selben Zeit plötzlich sehr bekannt gewordenen Wildecker Herzbuben zu entgehen, nahm die Band im April 1991 den neuen Namen Die Prinzen an.

Die Prinzen01

Die Prinzen Anfang der 90er Jahre

Einen Tag vor der Fotosession für das Single-Cover stieg Tobias Künzel ein, der bis 1989 Mitglied in der Band Amor & Die Kids gewesen war und anschließend eine Solokarriere versucht hatte. Ali Zieme stieg im August 1991 als Schlagzeuger in die Band ein. Gleich darauf hatten sie ihren Durchbruch mit ihrem ersten Hit Gabi und Klaus. Im September desselben Jahres brachten sie ihr erstes Album Das Leben ist grausam heraus und gingen mit Udo Lindenberg auf Tournee.

Die Prinzen gingen im Frühjahr 1992 auf ihre eigene Clubtour, dabei wurden sie vom Schlagzeuger Ali Zieme begleitet. Im Herbst veröffentlichten sie die Single und das Album Küssen verboten. Im Dezember 1992 standen die Prinzen in Frankfurt am Main beim Festival Heute die! Morgen Du! auf der Bühne, um ihr Engagement gegen rechte und ausländerfeindliche Tendenzen mit ihrem Titel Bombe zu repräsentieren.

 

Von Februar bis Mai 1993 gingen sie auf Tour. Mathias Dietrich stieg im Jahr 1994 als Bassist in die Band ein. Außerdem kamen in diesem Jahr die Single und das Album Alles nur geklaut auf den Markt, auf die 1994 die zugehörige Tour folgte. Von der erfolgreichsten Tour wurde in Leipzig ein Video mitgeschnitten und herausgebracht. Ein Jahr später erschienen die Single Du musst ein Schwein sein und das Album Schweine. Dabei änderte die Band ihren Stil, denn die Musik wurde rockiger und sie benutzten vermehrt elektronische Hilfsmittel. Die Texte beschäftigten sich mehr mit Sex und Gesellschaft, die Wortwahl wurde aggressiver. Die zentrale Aussage („Du musst ein Schwein sein in dieser Welt“), wenn auch teilweise ironisch gemeint, stand im krassen Gegensatz zu den Texten der ersten drei Alben.

Von November bis Dezember 1995 gingen sie auf Tour durch Deutschland. 1996 erschienen die nächste Single und das nächste Album Alles mit’m Mund, welches von Stefan Raab und Lenk produziert wurde. 1997 folgte die Tour. Dazu gab es im selben Jahr noch ein Best-of-Album Ganz oben: Hits MCMXCI – MCMXCVII. Nach diesen vielen Alben im Jahrestakt legten Die Prinzen eine schöpferische Pause ein. 1999 wurde das Album So viel Spaß für wenig Geld veröffentlicht; noch im selben Jahr folgte das Weihnachtsalbum Festplatte. Im Anschluss gab es eine Weihnachtsclubtour zur Festplatte. (Quelle: wikipedia)

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Hier ihr 99er Album ..  Die Prinzen hatten die erste Jahre, die ja mega erfolgreich waren hinter sich gebracht … ihre schöpferische Pause hatten sie hinter sich gebracht und nun versuchten sie ein Album ohne Anette Humpe als Produzentin.

„Zu DDR-Zeiten in den 80ern nannten wir uns ‚Die Herzbuben‘, tingelten mit zwei Trabbis durchs Land. Heute sind wir mit einem 16 Meter langen 16 Tonner unterwegs. Damals hatten wir bei 30 Auftritten insgesamt nur 3000 Zuschauer, jetzt kommen 150.000 Fans pro Konzert.“ Diese Aussage von Sebastian Krumbiegel, dem Ober-Prinzen, drückt eigentlich alles aus.

Aus der DDR-Combo mit ehemaligen Thomaner-Chorknaben wurde eine erfolgreiche Pop-Band, die nicht nur fantastisch singen, sondern auch eben solche fantastischen Lieder schreiben kann. Für „Küssen verboten“ gab’s zum Beispiel Platin, für „Das Leben ist grausam“ Triple-Gold. Und für ihr Gesamtwerk erhielten die Prinzen dieses Jahr den begehrten Fred-Jay-Preis.

Abgesehen von den excellenten A-Capella-Gesängen bietet die neue CD wieder das, was man von den Prinzen erwartet: witzige, unmögliche, urkomische, sagenhafte, boshafte, satirische und ganz und gar ungewöhnliche Texte. Wer sonst im deutschen Schlagergeschehen wagt solche Reime: „So viel Spaß für wenig Geld, von Tokio bis Bitterfeld“ oder „Oh Bella Ragazza gib mir einen Schmatza“ oder „Ich sage ja zu deutschem Wasser, und ich sage ja zu Dir“ und — der Höhepunkt der Fred-Jay-Preisverleihung — „Mein Hund ist schwul, die dumme Sau, er macht nicht kläff, er macht nur wau!“ Der Titel ist Programm: So viel Spaß für wenig Geld!  (Julia Edenhofer)

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Aber nicht alle waren so begeistert:

So kann man dann auf Amazon auch folgendes lesen:

„Nachdem die Prinzen meinen, ohne ihre alten Produzenten (A. Humpe, Stefan Raab) auszukommen, ist ihr Stern merklich am sinken.
Die wirklich guten Songs auf dieser CD kann man sich an einer Hand abzählen – und benötigt noch nicht einmal alle Finger dafür. Positive Ausnahmen: So Viel Spaß…, Hasso, Du hast ge**** im Schlaf.
Zu wenig Spaß fürs Geld.“

„Die Texte der Prinzen waren immer gut ,genauso ist es auch bei dieser Platte. Aber der Sound.Technobeats nein danke,die ganzen Lieder werden da durch verschändet.Die Prinzen sollten lieber wieder mit Gitarren arbeiten.Einzig gelungen sind Bello und Siegmud Jähn.“

Und in der Tat: die Musik haut einen nicht unbedingt vom Hocker (aber ich bin ja auch nicht die Zielgruppe der Prinzen) … Textlich schließe ich mich dem an, was die charmante Juliane Edenhofer geschrieben hat.

 

Singles

Die Singles von diesem Album

Besetzung:
Sebastian Krumbiegel – Tobias Künzel – Wolfgang Lenk – Henri Schmidt – Jens Sembdner
+
Ali Zieme (drums)

Booklet03A

Titel:
01. So viel Spass für wenig Geld 3.13
02. Bella Ragazza 3.16
03. Du müsstest jetzt hier sein 2.48
04. Sie will mich 3.06
05 Doris K. 3:41
06. Hasso (Mein Hund ist schwul) 1.50
07. Meine Welt 3.00
08. Geh bitte raus (Aus meinen Träumen) 3.23
09. Ungesund 2:57
10. 1000 Liebe Worte 3.10
11. Du wirst mich niemals heulen seh’n 4.09
12. Manager 2.15
13. Wer ist Sigmund Jähn? 2.00
14. Gefühl 8.41

Musik + Texte: Sebastian Krumbiegel – Tobias Künzel – Wolfgang Lenk – Henri Schmidt – Jens Sembdner – Ali Zieme

CD1
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