Die Tanzrhythmiker + der Robert-Pappert-Chor – Heute geht´s rund (Jubel, Trubel, Heiterkeit) (1969)

Fast hätte ich es ja vergfrontcover1essen … wir befinden uns wieder mal in der „närrischen Zeit“, der Fasching/Karneval strebt dem Höhepunkt entgegen …

Wie auch immer … die Geschichte der unterfränkischen „Tanzrhythmiker“ ist kaum dokumentiert, gäbe es da nicht einen Artikel im Main-Echo (3. Juli 2009)

Das Gründungsjahr der Bundesrepublik Deutschland hatte auch für ein paar junge Musiker aus dem Kahlgrund weitreichende Folgen, nachdem sie an Ostern 1949 erstmals als die „Tanzrhythmiker“ aufgetreten waren
Wer in alten Zeitungsartikeln des Main-Echo stöbert, wird schnell entdecken, dass die Tanzrhythmiker von Heinz Peter aus Strötzbach gegründet wurden. Weitere Gründungsmitglieder waren Helmut Scheps, Willibald Junker, Eduard Koch und Walter Fladung. Bald kamen weitere Musiker hinzu, so dass „eine ansehnliche Combo-Besetzung“ entstanden war, wie Walter Scharwies in einem Zeitungsbericht zum 25-jährigen Jubiläum 1974 schrieb.

James Last plus Blasmusik Besonders beliebt waren sie für ihren „James-Last-Sound“, der um volkstümliche Blasmusik ergänzt wurde. Die meisten Lieder arrangierte Peter, der den Grund für den Erfolg einmal so formuliert hat: „Durch die gute Interpretierung moderner Tanzmusik und die laufende Erweiterung der Kapelle wurden wir über das Heimatgebiet hinaus bekannt und beliebt.“

Ihre ersten Auftritte konnten die Tanzrhythmiker noch mit dem Fahrrad bewältigen. Ludwig Lotz, der ebenfalls einige Lieder arrangiert hat, notierte als Chronist, dass die Bandmitglieder damals meistens „lustig und ohne Blick auf die Promillegrenze“ spät abends nach Hause radelten, mit den Instrumenten in den Rucksäcken.

Schnell folgten Auftritte bei den verschiedensten Veranstaltungen im Umkreis von etwa 200 Kilometern. Als die Musiker einmal am Rhein einen Auftritt hatten, schwang sogar der damalige FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Mischnik den Taktstock.

„Mindestens einmal pro Woche, vor größeren Auftritten zweimal, haben wir damals geprobt“, erinnert sich Bernhold Kunkel, der die Band von 1951 bis 1981 verstärkte und heute noch aktiv im Gesang- und Musikverein Harmonie Strötzbach ist.

Bei einem Sängerfest in Michelbach wurden die Tanzrhythmiker von Chormeister Robert Pappert entdeckt, als dieser im Auftrag des Produzenten Hans Podehl (einst Mitglied im Tanzorchester Kurt Edelhagen) eine „gute Blaskapelle“ für Langspielplatten suchte.

Mit den Fröhlichen Weinsängern vom Gesangverein Bavaria Michelbach und dem unterfränkischen Heimattrio Die Kahlgrund-Lerchen gingen die Musiker aus dem Kahlgrund ins Studio in Walldorf.

1967 war es dann so weit: die erste Schallplatte „Wir machen durch – Stimmungslieder am laufenden Band“ wurde veröffentlicht. Damit war auch der neue Name „Die Kahltaler“ geboren. Vier Platten, darunter eine mit Liedern zum Muttertag, sollten folgten. Sie sind allesamt nicht mehr im Handel erhältlich. Es existieren nur noch ein paar Exemplare, wie jene von Kunkel.

Als Heinz Peter 1972 mit gerade mal 42 Jahren starb, gab es Überlegungen aufzuhören. Peters Cousin Horst Schmidt (er starb 1991) schaffte es schließlich, dass Die Kahltaler weiter existierten und 1975 über den großen Teich nach Amerika reisten. Dort traten sie beim Weinfest in Alpine Village auf, einem Vergnügungspark in der Stadt Torrance, nahe Los Angeles.

„Wir kamen dahin, weil der Manager des Parks uns bei einem Deutschland-Urlaub gehört hatte. Insgesamt waren wir dreimal in Alpine Village. Damals waren alle in Amerika verrückt nach Blasmusik. Wir waren sogar die erste Blasmusikkapelle, die im Disneyland spielen durfte“, so Kunkel weiter.

Band Mitte der 80er aufgelöst Es sollten noch viele Auftritte folgen, bis sich die Band Mitte der 1980er Jahre, damals unter Heinz Hartmann, auflöste. Ein allerletztes Aufbäumen gab es 1997 beim 100-jährigen Jubiläum der Harmonie Strötzbach, als Die Kahltaler nach der akademischen Feier mit Tanzmusik bis in die frühen Morgenstunden aufwarteten.(Marion Stah)

Und auch über den Chorleiter Robert Pappert gibt es etwas zu berichten:

Robert Pappert (* 12. Februar 1930 in Hausen (Obertshausen); † 20. März 2010 in Obertshausen) war ein deutscher Komponist.

Pappert erhielt eine Ausbildung von 1941 bis 1950 am Konservatorium Offenbach am Main, bei Karl Hartmann in Frankfurt am Main und am Institut für Kirchenmusik Mainz. Dort legte er das Examen als Chorleiter und Organist ab.

Der erfolgreiche Dirigent von Jugend-, Frauen-, Männer- und gemischten Chören ist als Komponist von etwa 1400 Chormusikstücken einer der meistgesungenen deutschen Komponisten der Gegenwart.

Er war Gründer und künstlerischer Leiter des Kammerchores Hausen, mit dem er auf internationalen Chorwettbewerben in Arezzo, Gorizia und Tolosa 1. Preisträger wurde. Dieser Chor hat sich 1998 aufgelöst. Die Wettbewerbe, Festivals und Konzertreisen nach Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien beeinflussten seine kompositorische Tätigkeit. Er schrieb seine Kompositionen für alle Chorgattungen und für Chöre verschiedenster Qualifikation.

Als Juror war er bei nationalen und internationalen Chorwettbewerben tätig. Er war Mitglied im Fachverband deutscher Berufs-Chorleiter.

Robert Pappert war Leiter des Vokalensembles „Die Nussknacker“. Sie traten von 1955 bis 1964 als Doppelquartett und bis 1972 als Quartett auf, bei Schallplatten-Produktionen solistisch und als Background-Chor. Mitwirkung bei Fernsehproduktionen. (wikipedia)

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Robert Pappert mit Ehefrau im Jahr 2010

Uns erwartet eine geballte Ladung deutscher Stimmungsmusik im Medley-Modus … einschließlich begeisterter Publikums-Reaktionen … kennt man ja … der Stil der damaligen Zeit eben … Blasmusik aus Franken mit einer kleinen Verbeugung vor James Last.

 

Besetzung:
Die Tanzrhythmiker unter der Leitung von Heinz Peter
Robert-Pappert-Chor

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Titel:

01. Heute geht´s rund (Teil 1) 17.02

seite1
02. Heute geht´s rund (Teil 2) 18.37

seite2

(zum vergrößern der Titelliste auf die Bildchen klicken;
ich war heute schlicht und ergreifend zu faull, all die Titel abzutippen)

 

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