Ensemble Noisten – Anständige Leute (2005)

FrontCover1Und jetzt mal wieder so eine Perle der modernen Kleinkunstszene:

Das Ensemble Noisten wurde 1999 in Nordrhein-Westfalen vom Klarinettisten Reinald Noisten gegründet. Es spielt nicht nur traditionelle und jazzige Klezmer-Musik, sondern hat es sich zur Aufgabe gemacht, jüdische Musik durch Improvisation und Eigenkompositionen weiterzuentwickeln.

Das Ensemble arbeitete daher am Projekt Klezmer trifft Sufi, einer Verbindung von jüdischer mit islamischer Musik einschließlich Tanz. Eine erste Aufführung fand am 19. Juni 2005 beim Festival Kemnade International in der Hattinger Wasserburg Haus Kemnade statt.

Ein weiteres Konzept ist die Verbindung von Musik und Lyrik-Rezitationen in Zusammenarbeit mit Schauspielern wie Hannelore Hoger und Nina Hoger. Eine Aufnahme erschien 2008 im Handel. Darin werden Gedichte von Else Lasker-Schüler musikalisch begleitet.

Der Gitarrist Helmut Sanftenschneider wurde 2009 durch Claus Schmidt ersetzt. (Quelle: wikipedia)

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Und hier beschreiben sie ihre Musik:

Vom Klezmer schlägt das Ensemble Noisten musikalische Brücken hin zu allerlei anderen Musikrichtungen wie z .B. der Klassik, dem Flamenco, Blues oder der indisch-tamilischen Musik.

Das raffinierte, farbenreiche Spiel mit den Elementen und die Vielfalt ihrer Instrumente macht dies deutlich. Dies reicht von der indischen Tabla über arabischen Darbuka bis hin zur afrikanischen Djembe, von der Gitarre über die griechische Bouzouki bis hin zur Ukulele – und all diese unterschiedlichen Klangfarben werden umrahmt von Kontrabass und Klarinette.

Alles wirkt so überzeugend, dass der Zuhörer vergisst, wie multikulturell die Band agiert.

Wichtig ist dem Ensemble dabei, basierend auf der jüdischen Musik, das perfekte Spiel mit den Elementen verschiedener Stile.
Und manchmal fährt ihre Musik direkt in die Beine, manchmal ist man von ihr einfach zutiefst berührt. Global Klezmer eben.

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Klezmer: Die musikalische Basis

Von Ost nach West, von Nord nach Süd ist das Ensemble Noisten in ihrer musikalischen Tradition zahlreicher Kulturen daheim.
Doch Ihre Basis ist Klezmer.

Klezmer ist osteuropäische jüdische Tanz- und Hochzeitsmusik. Klezmermusik ist vor allem Ausdruck tiefempfundener Religiosität und überschwänglicher Lebensfreude.

Ein Klezmermusiker lebt von seiner authentischen Spielweise. Das Lebendige dieser Musik ist, dass Sie während der Jüdischen Wanderungen immer wieder Elemente anderer Musikrichtungen, wie die der Ukraine, des Balkans, des Jazz… aufgesaugt haben und trotzdem in ihrer Eigenständigkeit erkennbar blieb. Daher wirkt sie echt und berührt. (Selbstdarstellung)

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Und wie sich das dann anhört … kann man hier trefflich studieren. Eine Musik, die so anmutig, so vital und ja auch so sinnlich verzaubert.

Und selten habe ich eine derart liebevolle und zärtliche Musik gehört … und ganz erfreulich ist, dass dieses Ensemble weiterhin aktiv ist …

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Besetzung:
Shan-Dewaguruparan (tabla, percussion)
Andreas Kneip (bass, ukulele, vocals)
Maxim Lysov (guitar)
Reinald Noisten (clarinet, vocals)
+
Murat Cakmaz (ney bei 11.)
Dirk Lattenkamp (bouzouki bei 01., 05. guitar bei 05., 09. + 10.)
Helmut Sanftenschneider (vocals bei 05.)
+
background vocals bei 05.:
Mariya Kats – Ewa Stefanek – Natascha Novosel

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Titel:
01. Freylach 118 (Traditional) 2.58
02. Anständige Leute (Noisten) 4.49
03. Walzer Nr. 2 (Noisten) 4.09
04. Reinalds Nign (Noisten) 3.07
05. Russische Romanze (Sanftenschneider) 5.58
06. Freylach Duo (Traditional) 2.36
07. Parallele Ukulele (Kneip) 3.30
08. Stetl (Noisten) 7.23
09. Odessa Bulgarish (Traditional) 3.06
10. Kolyn (Traditional) 3.04
11. Un as der Derwisch tantst (Noisten) 7.20

CD1

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Hüllentext

Die Musik sehe ich als eine Brücke, die verschiedene Menschen, Kulturen, Sprachen, aber auch verschiedene Religionen miteinander verbinden kann.
(Shan-Dewaguruparan)