Erich Wulffen, Erich Stenger u.a – Die Erotik in der Photographie (1931)

titelSo, und jetzt kommt endlich der Schmuddelkram zu seinem Recht … Zeit ist es geworden.

Eigentlich heisst das Buch ja: „Die Erotik in der Photographie –      Die geschichtliche Entwicklung der Aktphotographie und des erotischen Lichtbildes und seine Beziehung zur Psychopathia sexualis.“

Aha …

Es handelt sich dabei um ein reich illustriertes Kompendium zum Thema mit Textbeiträgen von

  • Rudolf Brettschneider („Die Anfänge der erotischen Photographie“, „Die Wandlungen der Aktphotographie und des erotischen Lichtbildes im Laufe der Zeit“ sowie „Die Rolle der erotischen Photographie in der Psychopathia sexualis“)
  • Erich Stenger („Die technische Entwicklung der Photographie“)
  • Gustav Bingen („Die Organisation des geheimen Photohandels“
  • Otto Goldmann („Das Aktbild und die Zensur“)
  • Erich Wulffen („Die behördliche Verfolgung des geheimen Photohandels“)
  • Paul Englisch („Die erotische Photographie als Blickfang“) und
  • Heinrich Ludwig („Die Erotik im Film“).

Man kann sich vermutlich vorstellen, dass ein solches Kompendium damals nur unter der Ladentheke zu haben war … und vermutlich gehörte es zum Plaisier gut betuchter Herrschaften aus den höheren Kreisen … sich solche Werke für die Geheimbibliothek zu beschaffen.

Dabei ist dieses Buch alles andere als eine Ansammlung von Fotos, die dem Voyeur in uns Vergnügen bereiten könnte … neun, sehr ernsthaft, sehr kenntnisreich setzten sich die kademischen Autoren mit o.g. Themen auseinander.

Interessant, dass der männliche Akt in diesem Buch keine Erwähnung findet … Nachtigall, ich hör dich trapsen …

Veröffentlicht wurde dieses Buch (mit 328 prallen Seiten !) im Verlag für Kulturforschung, Wien und dieser Verlag wurde entscheident von einem Leo Schidrowitz geprägt:

„Im Jahr 1925 wurde er Mitinhaber des „Amonesta- und Kulturforschungs-Verlags“, bei dem Schidrowitz eine Sittengeschichte der Kulturwelt und ihrer Entwicklung in Einzeldarstellungen herausgab, von den geplanten zehn Bänden sind acht erschienen, als Autoren konnte er u.a. Magnus Hirschfeld und Ferdinand von Reitzenstein gewinnen. Weiterhin erschien ein sechsbändiges Werk Allmacht Weib und ein fünfbändiges Die fünf Sinne, auch dieses Werke zu sexuellen Themen, auch druckte der Verlag ein dreibändiges Bilderlexikon der Erotik. Auch beim „Zinnen-Verlag“, einem Ableger des Kulturforschungs-Verlags, war Schidrowitz literarischer Leiter.

In den Räumen des Verlags am Kohlmarkt hatte das „Wiener Institut für Sexualforschung“ seinen Sitz, das von Schidrowitz geleitet wurde und in dem der Arzt Oskar F. Scheuer (1876–1941) beratend tätig war. Das Institut fungierte auch als Herausgeber verschiedener Schriften, die bei Amonesta verlegt wurden. Das Verlagsgeschäft wurde 1935 eingestellt, in den Jahren 1936 und 1937 kam es in Österreich zu mehreren Gerichtsverhandlungen und dem Verbot der Druckerzeugnisse des Verlags wegen Pornographie.“ (Quelle: wikipedia)

Der Leo Schidrowitz hatte übrigens neben seinen vermutlich durchaus frivolen Interessen noch ein weiteres Hobby: Fußball ! (*ggg*).

Wie auch immer … das Thema „Die Sittengeschichte im deutschsprachigen Raum“ wird hier zukünftig eine stärkere Beachtung finden.

Übrigens: Gemopst habe ich dieses Werk übrigens von dem großartigem Internet Archiv „archive.org“.

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Eine vermutlich sehr rare Farbfotografie jener Zeit

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