Sounds (Zeitschrift) – Mai 1971

TitelUnd wieder mal …  wurde ich im Keller fündig … und konnte so weitere alte „Sounds“ Hefte sichten.

Zur Erinnerung:

Sie war definitiv das Flagschiff des deutschen Rockmusik- Journalismus ! Die Rede ist von dem legendärem Magazin „Sounds“:

Sounds, deutsche Musikzeitschrift, erstmals 1966 von Rainer Blome in Solingen herausgegeben; später wurden Redaktion und Verlag der Zeitschrift zunächst nach Köln, dann nach Hamburg verlegt.

Die Zeitschrift im Format DIN A4 erschien zunächst unregelmäßig, dann zweimonatlich und schließlich monatlich. Thematisch widmeten sich die ersten Ausgaben – Untertitel: Die Zeitschrift für Neuen Jazz – dem zeitgenössischen Jazz, zumal dem Free Jazz, etwa der Musik von Ornette Coleman, Sonny Rollins und Albert Ayler; Aylers Feststellung: »Our music is no longer about notes, it’s about sounds« wurde der Titel der Zeitschrift entnommen. Der Rockmusik wandte sich die Redaktion vermehrt erst ab 1968 zu, ging aber schon1967 mit einer Kritik der LP »Freak Out« der Mothers of Invention, Frank Zappas Band, auf die Rockmusik der Zeit ein.

Schon bald aber stand die Rockmusik im Mittelpunkt des Interesses der Redaktion, die Berichterstattung über den aktuellen Jazz fristete nur noch ein Schattendasein und der Untertitel wurde in »Die Zeitschrift für Popmusik« geändert. 1970 verkaufte Blome, der 1968 den Redaktionssitz nach Köln verlegt hatte, den Titel an Erika Azderball, blieb aber Herausgeber. War Sounds bis dahin unregelmäßig erschienen, so gab es ab Februar 1970 zehn Ausgaben, mit Doppelnummern der Monate Juli/August. 1972 wechselte die Zeitschrift abermals den Besitz, neuer Eigentümer wurde Jonas Porst. Mitte des Jahres verließ Blome die Redaktion, die nunmehr von Michael Wallossek geleitet wurde; im August des Jahres trat Jürgen Legath in die Redaktion ein.  (Quelle: wikipedia) … und hier kann man weiterlesen.

Die wichtiges Thema in diesem Heft waren:

  • Miles Davis
  • Quatermass
  • Mountain (hier bedarf es der dringenden Anmerkung, dass diese Gruppe zu meinen Top-Favoriten gehört … bis zum heutigen Tag !)
  • Tangerine Dream
  • Pink Floyd
  • Muddy Waters
  • Sea Train
  • + die üblichen Rubriken (Nachrichten aus der Welt der Rockmusik, Live -und LP Reviews, Leserbriefe …)

Und dieses Heft ist für mich ein besonderer Leckerbissen, denn hier interessieren mich nun wirklich alle Artikel !

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Mehr Sounds:

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Sounds (Zeitschrift) – März 1971

TitelUnd wieder mal …  wurde ich im Keller fündig … und konnte so weitere alte „Sounds“ Hefte sichten.

Zur Erinnerung:

Sie war definitiv das Flagschiff des deutschen Rockmusik- Journalismus ! Die Rede ist von dem legendärem Magazin „Sounds“:

Sounds, deutsche Musikzeitschrift, erstmals 1966 von Rainer Blome in Solingen herausgegeben; später wurden Redaktion und Verlag der Zeitschrift zunächst nach Köln, dann nach Hamburg verlegt.

Die Zeitschrift im Format DIN A4 erschien zunächst unregelmäßig, dann zweimonatlich und schließlich monatlich. Thematisch widmeten sich die ersten Ausgaben – Untertitel: Die Zeitschrift für Neuen Jazz – dem zeitgenössischen Jazz, zumal dem Free Jazz, etwa der Musik von Ornette Coleman, Sonny Rollins und Albert Ayler; Aylers Feststellung: »Our music is no longer about notes, it’s about sounds« wurde der Titel der Zeitschrift entnommen. Der Rockmusik wandte sich die Redaktion vermehrt erst ab 1968 zu, ging aber schon1967 mit einer Kritik der LP »Freak Out« der Mothers of Invention, Frank Zappas Band, auf die Rockmusik der Zeit ein.

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Schon bald aber stand die Rockmusik im Mittelpunkt des Interesses der Redaktion, die Berichterstattung über den aktuellen Jazz fristete nur noch ein Schattendasein und der Untertitel wurde in »Die Zeitschrift für Popmusik« geändert. 1970 verkaufte Blome, der 1968 den Redaktionssitz nach Köln verlegt hatte, den Titel an Erika Azderball, blieb aber Herausgeber. War Sounds bis dahin unregelmäßig erschienen, so gab es ab Februar 1970 zehn Ausgaben, mit Doppelnummern der Monate Juli/August. 1972 wechselte die Zeitschrift abermals den Besitz, neuer Eigentümer wurde Jonas Porst. Mitte des Jahres verließ Blome die Redaktion, die nunmehr von Michael Wallossek geleitet wurde; im August des Jahres trat Jürgen Legath in die Redaktion ein.  (Quelle: wikipedia) … und hier kann man weiterlesen.

Die wichtiges Thema in diesem Heft waren:

  • Quicksilver Messenger Service
  • Grand Funk Railroad („DasModell einer kapitalistischen Popgruppe“)
  • Quintessence
  • Ike & Tina Turner
  • Pink Fairies
  • Duster Bennet
  • Orentte Coleman
  • Sexuelle Kontakt im nachindustriellen Zeitalter Rolf Schwendter)
  • sowie diverse Rubriken (News, Plattenbesprechungen, Leserbriefe)

Keine Frage: auch dieses Heft ist ein wunderbarer Nostalgie-Trip in jene Jahren, die zumindest mich entscheidend prägten und das nicht nur musikalisch.

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Die deutsche Band „Sameti“ …kennt auch keiner mehr

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Hier geht´s um Quicksilver Messenger Service mit John Cippolina !

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Pete Frame war übrigens der mit den irren Family Trees“

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Underground-Pornographie ?

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Die Bestandsaufnahme, natürlich marxistisch geprägt

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Aha …

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Was hab´ ich mir damals an den Schaufenstern des „Musik-Markt“ die Nase platt gedrückt … all die herrlichen Gitarren und Bässe

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Bei den Leserbriefen beschwert sich ein gewisser Rolf-Ulrich Kaiser

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Der beschwert sich auch

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Die Rückseite des Heftes

Mehr Sounds:

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Hans-Otto Meissner – Expedition ins Abenteuer – Männer erobern die Welt (1971)

Titel.jpgDiese Präsentation erfolgt mit arg gemischten Gefühlen, denn das Buch „Expedition ins Abenteuer“ stammt aus der Feder von Hans-Otto Meissner:

Hans-Otto Meissner (* 4. Juni 1909 in Straßburg; † 8. September 1992 in Unterwössen) war ein deutscher Diplomat und Schriftsteller.

Meissner wurde 1909 als ältestes von zwei Kindern des Juristen und Staatsbeamten Otto Meissner und seiner Ehefrau Hildegard Roos im elsässischen Straßburg geboren. Eine jüngere Schwester, Hildegard Meissner, kam 1916 zur Welt.

Den Ersten Weltkrieg verbrachte Meissner mit seiner Mutter und Schwester in Straßburg, während der Vater als Offizier an verschiedenen Fronten und ab 1918 als Diplomat in der Ukraine eingesetzt wurde. Obwohl die Familie aufgrund ihrer Abstammung – beide Elternteile sowie einige Großeltern waren im Elsass geboren worden – auch nach der Annexion des Elsass durch Frankreich bei Kriegsende weiterhin das Bleiberecht im nunmehr französischen Straßburg besaß, siedelte sie anlässlich der Ernennung von Otto Meissner zum Leiter des Büros des ersten Reichspräsidenten der im Frühjahr 1919 gegründeten Weimarer Republik, Friedrich Ebert, nach Berlin über.

Da Otto Meissner als engster Mitarbeiter des deutschen Staatsoberhauptes – zunächst bis 1925 Ebert, dann bis 1934 Paul von Hindenburg – gehalten war, sich stets zu dessen Verfügung zu halten, bezog er eine eigene Dienstwohnung im Reichspräsidentenpalais (Wilhelmstraße 73) im Berliner Regierungsviertel, in der sein Sohn den Rest seiner Kindheit verbrachte. Seine Erlebnisse und Beobachtungen als Mitglied des Haushaltes des Staatsoberhauptes in den Jahren 1919 bis 1934 hat Hans-Otto Meissner später in einem Memoirenband (Junge Jahre im Reichspräsidentenpalais) festgehalten.

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Hans-Otto Meissner mit Adolf Hitler

Nach dem Besuch des Mommsen-Gymnasiums, des Wilhelm-Gymnasiums, des Falck-Realgymnasiums und des Arndt-Gymnasiums in Berlin Dahlem (Abitur 1929) begann Meissner mit dem Studium der Fächer Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft. In den Jahren 1929 bis 1933 besuchte er die Universitäten Heidelberg, Lausanne, Grenoble, Freiburg im Breisgau, Berlin und Göttingen sowie das Trinity College der britischen University of Cambridge. In Cambridge gehörte dabei unter anderem John Maynard Keynes zu seinen Dozenten. Bereits in seiner Studienzeit begann Meissner für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften Artikel zu schreiben, unter anderem für den Querschnitt.[1] Das Referendarexamen bestand er am 20. Juli 1933.
Diplomatische Laufbahn (1933–1945)

Nach dem Abschluss seines Studiums an der Universität Göttingen arbeitete Meissner 1933 zunächst einige Monate im preußischen Justizdienst. Im Dezember 1933 bestand er das Eintrittsexamen für den Auswärtigen Dienst. Am 12. Dezember 1933 wurde er in die SS (Mitgliedsnummer 241.955) aufgenommen, und zwar in die so genannte Motor-SS (seit dem 1. Mai 1940 im Rang eines Hauptsturmführers). Nach Meissners eigenen Angaben in seiner Autobiographie soll Josias zu Waldeck und Pyrmont ihm diese Mitgliedschaft nahegelegt haben.

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Im Februar 1934 trat Meissner als Beamter des höheren Dienstes im Rang eines Attachés in den diplomatischen Dienst ein. Er gehörte zunächst der Abteilung IV „Osteuropa, Skandinavien, Ostasien“ an. Zu den jungen Führungsbeamten, die mit ihm in den Staatsdienst kamen, zählte unter anderem Ernst vom Rath.

1934 wurde Meissner in der Kaserne der Leibstandarte SS Adolf Hitler in Lichterfelde, der ehemaligen Hauptkadettenanstalt – in die er gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Berliner Gliederung der Motor-SS beordert worden war, um im Falle einer SA-Erhebung die Anstalt zu verteidigen –, Augenzeuge von Exekutionen, im Zuge der als „Röhm-Putsch“ bekannten politischen Säuberungswelle.

Am 1. November 1934 wurde Meissner mit einer Dissertation über Vollmacht und Ratifikation bei völkerrechtlichen Verträgen nach deutschem Recht zum Dr. jur. promoviert.

Vom August 1935 bis März 1936 war Meissner an der deutschen Botschaft in London beschäftigt. Nach dem Bestehen der diplomatisch-konsularischen Prüfung am 24. Juni 1936 wurde er im September desselben Jahres an die deutsche Botschaft in Tokyo entsandt. Dort war er von Dezember 1936 bis Dezember 1938 – seit Juli 1938 im Rang eine Legationssekretärs – unter Botschafter Eugen Ott tätig. Während dieser Zeit, am 12. Dezember 1936, wurde Meissner zudem Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 3.762.629). Am 22. September 1937 heiratete er Estelle Dittenberger. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor, Andrea Meissner (* 1. März 1943). Von März 1939 bis zur Kriegserklärung am 3. September 1939 wurde er erneut an der deutschen Botschaft in London eingesetzt.

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Aber der Kragen ist weiß

Von September 1939 bis März 1940 wurde er in der Informationsabteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin im Referat II (Militärischer Nachrichten- und Propagandadienst) beschäftigt, um dann vom März bis Juli 1940 an der deutschen Botschaft in Moskau zu wirken. Vom August 1940 bis Januar 1941 diente er in der Wehrmacht (XXXXI. Armeekorps), um vom Januar 1941 bis März 1941 erneut an der Botschaft in Moskau zu arbeiten. Es folgte, vom März bis Dezember 1941, erneuter Dienst im XXXXI. Korps des deutschen Heeres, in dem er bis zum Oberleutnant der Reserve (ab 1. November 1941) befördert wurde. Nach einer Verwundung an der Ostfront in der Panzerschlacht an der Dubysa im Dezember 1941 kehrte er in den Diplomatischen Dienst zurück.

Nachdem er bereits im August 1941 den Rang eines Gesandtschaftsrates erhalten hatte, wurde Meissner im Dezember unter der Bezeichnung eines Konsuls die Leitung des deutschen Generalkonsulats in Mailand übertragen, das er bis 1945 führte. Er hatte dabei auch die Funktion des Kulturreferenten. In dieser Funktion nahm er an der Tagung der Antijüdischen Auslandsaktion unter Horst Wagner Anfang April 1944 in Krummhübel teil, wo sich die „Judenreferenten“ (da es keine hauptamtliche Judenreferenten gab, handelte es sich um mit „Judenangelegenheiten“ vertraute Mitarbeiter, meistens die Kulturreferenten) der Botschaften trafen, um über eine Verschärfung der europaweiten Judenverfolgung und eine Verstärkung der propagandistischen Maßnahmen gegen die öffentliche Anprangerung der Judenverfolgung durch die Alliierten zu beraten.[4] Laut Tagungsprotokoll empfahl Meissner, „bei der antijüdischen Informationsarbeit in Italien die starke jüdische Beteiligung an verbotenen Handlungen (Schwarzhandel, Sabotage usw.) herauszustellen“.[5] Der Historiker Sebastian Weitkamp bewertet die im Tagungsprotokoll dokumentierten Aussagen Meissners als „Vorschläge zur Intensivierung der antisemitischen Propaganda“. Am 1. Mai 1944 wurde Meissner zum Konsul I. Klasse ernannt.

Im Mai 1945 wurde Meissner, zwei Wochen nach Kriegsende, gemeinsam mit seinem Konsulatspersonal von amerikanischen Truppen bei Bellagio verhaftet und im Gefangenenlager Nr. 334 bei Scandicci interniert. Nach einigen Wochen in diesem Lager wurden er und seine Mithäftlinge in ein komfortables Lager in einer Hotelanlage im Badeort Salsomaggiore verlegt. Meissner selbst meinte später, dass wahrscheinlich ein briefliches Hilfeersuchen seinerseits an Papst Pius XII. – seit seiner Zeit als Nuntius im Berlin der 1920er Jahre ein enger Freund der Familie Meissner – zu dieser Verbesserung der Situation geführt habe.

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Nach dem Krieg bestritt Meissner die Echtheit des Tagungsprotokolls der Krummhübler Tagung vom April 1944 und leugnete bei einer Vernehmung in alliierter Haft am 29. April 1947, seine dort dokumentierten antisemitischen Vorschläge gemacht zu haben.[8] Nach seiner Entlassung aus der amerikanischen Internierung im Oktober 1947 betätigte Meissner sich als freiberuflicher Journalist und Schriftsteller. Bis 1991 veröffentlichte er zahlreiche Reiseberichte, Romane und Lebensbeschreibungen großer Entdecker. Hinzu kamen autobiographische Schriften sowie Werke zur jüngeren Zeitgeschichte. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, u. a. ins Bulgarische, Dänische, Englische, Finnische, Französische, Italienische, Niederländische, Norwegische, Polnische, Portugiesische, Russische, Schwedische, Slowenische, Spanische und Tschechische.

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Alle Rechte vorbehalten: Du kannst mich mal … 

Daneben trat er öffentlich als Präsident des Deutschen Instituts für Lebensformen hervor, ein Amt, in das er am 28. Juni 1953 in Bad Pyrmont auf dem Gründungskongress der Gesellschaft gewählt wurde. Seine Wahl wurde begründet mit seinen „Verdienste[n] um die Wiederbelebung kultivierter Umgangsformen“. 1956 heiratete Meissner in zweiter Ehe die Schriftstellerin Marianne Mertens.

Trotz vereinzelter Kritik wegen seiner Vergangenheit als NS-Diplomat wurde Meissner im Nachkriegsdeutschland mit zahlreichen Ehrungen bedacht. 1986 bekam er auf Vorschlag von Franz Josef Strauß das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. In diesem Zusammenhang kam es zu Kontroversen wegen seiner Teilnahme an der Krummhübler Tagung, wobei Meissner sich darauf berief, ahnungslos zu der Tagung gefahren zu sein. (Quelle: wikipedia)

Tja … eine deutsche Biographie … hier schreibt also ein Wolf im Schafspelz !

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So kann man auch eine Biographie beschönigen …

Dass ich dieses Buch (116 Seiten) hier dennoch präsentiere hat viel damit zu tun, dass mich als Kind solche Geschichten unendlich faszinierten … wohl aber auch, dass ich gelegentlich einen Hang zum Trivialen habe.

Und so geht´s ja nicht nur mir: So erinnert sich einer an dieses Buch (es wurde von Esse verkauft und um das Buch vollständig zu bebildern, konnte man nach dem Tanke die nötigen Sammelbilder bekommen):
Als Kind war es immer wieder schön, nach dem tanken bei esso ein neues Klebebild für mein Album mitgebracht zu bekommen. schön, dass man sowas heute zu einem lächerlich niedrigen Preis nachkaufen kann, mir ist von den damaligen Alben leider nur eines der Sielmannbücher über Tierkinder erhalten geblieben. in anschaulicher form wurde von Meisner Kids erklärt, wer wann was entdeckt hat. quasi das, was Terra x oder Phoenix heute macht, nur in analoger Form; das ab und an auch die eigentlich nicht so wichtigen Abenteuer deutscher Entdecker hervorgekehrt wurden, ist dem Alter des Autors geschuldet, vielleicht wurde Anfang der siebziger der Nationalstolz noch für wichtiger gehalten als heute. (Holger H.)

Oder:

Ja, ich habe noch das Original ESSO Sammelalbum von 1971 und es sind alle Klebebilder zu den Geschichten über Kolumbus, Marco Polo und Sven Hedin enthalten. Die farbigen Abbildungen sind naturgetreu gezeichnet und gemalt und passen zu den 29 kurzen Abenteuergeschichten, die meist nur über etwa 3 Seiten des Buches gehen. Es gibt ergänzend Weltkarten und Darstellungen in schwarz/weiss z.B. zu Waffen und Kultgegenständen etc.

Da meine Eltern bis heute kein Auto besitzen, haben wir diese Bilder immer von unserer Tante und anderen Autofahreren bekommen. Eine schöne und besondere Erinnerung. (Darker Scratcher)

Auch in dem mir vorliegende Buch waren alle Klebebilder (die prächtigen Illustrationen stammend von Ary Bergen (Farbillustrationen) und Werner Friedrichs (Zeichnungen und Karten)) enthalten. Ob all die historischen Fakten „sauber“ sind, entzieht sich meiner Kenntnis, aber zuweilen hat man schon das Gefühl, in Grimms Märchenwelt zu sein.

Von all den biographischen Details des Hans-Otto Meissner wusste die damaligen Buben natürlich nichts. Wie auch: hatte er es doch – wie viele, viele anderen – geschafft, in der damaligen BRD fast als Saubermann zu gelten.

Und so ist dieses Buch auch ein Teil jener Wahrheit, die dann 1968 … usw. usw.

Und Esso hätte sich wahrlich einen anderen Autor für dieses Buch leisten können … aber das Thema an sich … fasziniert mich weiterhin.

Und engagierte Damen mögen sich über den Untertitel „Männer erobern die Welt“ aufregen … hilft aber nix: So war das halt damals, mir fehlt auch die Kenntnis, ob Frauen ebenfalls solche Expeditionen unternommen haben …

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Bis heute liebe ich solche Karten    . vermutlich kein Wunder, war doch mein Vater nicht nur Lehrer für Deutsch nd Geschichte, sondern auch für Erdkunde

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Der große Irrtum !

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Als Kind übten solche Waffen auf mich durch ause Faszination … heute verabscheue ich sie …

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Da friert´s einen ja schon beim ansehen …

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Thor Heyerdal erleidet Schiffbruch

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Die ‚Rückseite des Buches

 

Johannes Mario Simmel – Affäre Nina B. (1958/1971)

RoRoRoTitel1Also eigentlich wollte ich hier ja die Verfilmung dieses Simmel Romans präsentieren, aber es ist mir bisher nicht gelungen, eine digitale Kopie dieses Streifens aus dem Jahr 1961 mit Nadja Tiller und Walter Giller) aufzutreiben.

Also vorerst, die Textausgabe (wobei ich ja diesbezüglich die Hoffnung nie aufgebe).  Und … deshalb komme ich auf diese Präsentation … eines meiner Bücher, die ich in meinem Urlaub auf Teneriffa mit großes Interesse gelesen habe …

Und darum geht´s in diesem Frühwerk von Simmel:

„Wäre doch hübsch, wenn jemand behaupten könnte: Das war nicht ich, das war ein anderer! Ein Doppelgänger! Ein zweites Ich, das alles auf sich nimmt, was man getan hat, jede Gemeinheit, jeder Fehler, jeden Irrtum… Ein Doppelgänger, bei Gott, das wäre die Erfindung des Jahrhunderts!“ So spricht der millionenschwere fette Schieber Julius Maria Brummer zu seinem Chauffeur Robert Holden, nachts auf der Autobahn. Den Reichtum verdankt Brummer dem Wissen um die Verbrechen anderer während der Nazizeit, und wegen ihrer Vergangenheiten müssen seine Feinde sich von ihm beherrschen lassen. Es sind viele Feinde, die ihn hassen. Keiner haßt ihn so wie Robert Holden. Er liebt Brummers Frau Nina, Nina liebt ihn, und der korrupte Millionär ahnt nicht, welche phantastische Idee seine Worte in jener Nacht auf der Autobahn bei Holden entstehen ließen… Mit sicheren Strichen zeichnet Johannes Mario Simmel die Akteure dieses tödlichen Spiels um politische Vergangenheiten, Geld, Macht und Liebe.

Filmbild„Er hatte viele Feinde. Ich war sein größter. Es gab viele Menschen, die ihn haßten. Niemand haßte ihn mehr als ich. Viele Menschen wünschten ihm den Tod. Ich war entschlossen, ihn herbeizuführen, den Tod des Mannes, den ich über alle Maßen haßte.

An diesem Tage war es soweit. Ich hatte lange gewartet. Nun hatte das Warten ein Ende. Ich hatte lange gezögert. Nun war es mit dem Zögern vorbei. Nun ging es um mein Leben – und um seines.

Es war schon sehr warm in Baden-Baden an diesem 7. April. Der sanfte, bewaldete Talkessel, auf dessen Grund die Stadt errichtet stand, fing die Kraft der jungen Sonne ein und hielt sie in seiner dunklen, fruchtbaren Erde fest. Viele Blumen blühten in Baden-Baden, gelbe, blaue und weiße. Ich sah Primeln und Himmelschlüssel, Krokusse und Veilchen an den Ufern der schläfrig murmelnden Oos, als ich den schweren Wagen durch die Lichtentaler Allee lenkte. Es war sein Wagen, einer von den dreien, die er besaß, und er paßte zu ihm: ein protziger, riesenhafter Cadillac mit weißen Reifen, rot und schwarz lackiert.

Filmbild2

Alle Menschen auf den Straßen hatten freundliche Gesichter. Die Frauen lächelten mysteriös. Sie trugen bunte, leichte Kleider. Viele trugen verwegene Hüte. Ich sah eine Menge von verwegenen Hüten an diesem Morgen, als ich zum Polizeipräsidium führ, um eine Anzeige zu erstatten. Dies schien ein Frühling der Hüte zu werden, dachte ich.

Die Männer trugen graue, hellbraune, hellblaue oder dunkelblaue Anzüge, viele hatten bereits ihre Mäntel zu Hause gelassen. Die Männer sahen die Frauen an und ließen sich. Zeit dabei. Sie hatten keine Eile. Niemand hatte an diesem Frühlingstag Eile in Baden-Baden, niemand außer mir. Mich hetzte mein Haß, mich hetzte ein unsichtbares, unhörbares Uhrwerk, das ich selbst in Gang gesetzt hatte und vor dessen Stunde Null es kein Entrinnen gab – für ihn und mich.“

rororo 359 1960/05 Johannes Mariio Simmel - Affäire Nina B. - Oesterreich

Die Originalausgabe aus dem Jahr 1958

Nun, ein ganz und gar typischer Simmel Roman mit allen Zutaten, die ihn dann später so populär gemacht haben: Spannung, ein wenig Sex (da wurde er später dann ein wenig unverblümter) und politische Akzente im Hinblick auf die Nachkriegszeit und deren spezieller Verarbeitung des III. Reiches.

Auch wenn der Simmel früher in der Literaturkritik nicht sonderlich gut wegkam … für mich war und bleibt er ein wichtiger Autor. Er war im weitesten Sinne eine zutiefst sozialdemokratischer Autor (man traut sich heute dieses Wort allerdings kaum mehr in den Mund zu nehmen), er war ein Autor der Willy Brandt Ära …

Weitere Buchausgaben

Weitere Buchausgaben

Und von daher breche ich gerne ne Lanze für diesen engagierten Schriftsteller, der sich natürlich der leichten Muse verschrieben hat, das aber ohne Fehl und Tadel (und deshalb verbieten sich aus meiner Sicht aus Vergleiche mit dem Konsalik).

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Werbung in der rororo Ausgabe aus dem Jahr 1971

 

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Noch mehr Werbung aus dem Buch des Jahres 1971

Hans Dieter Göbel – Texte zur Literatursoziologie (1971)

TitelMal was ganz anderes: Literatursoziologie !!!

Literatursoziologie ist die Wissenschaft von den gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen der Produktion, Distribution und Rezeption von Literatur.
Während die meisten Literaturtheorien die Verwiesenheit des individuellen Autors auf die gesellschaftlichen Bedingungen seines Schaffens anerkennen (mit bedeutenden Ausnahmen im russischen Formalismus, im New Criticism, im Strukturalismus und in der Dekonstruktion), untersucht die Literatursoziologie den Einfluss von Klasse, Geschlecht und politischem Interesse eines Autors, den „Zeitgeist“ einer spezifischen Epoche, auf die ökonomischen Rahmenbedingungen des Schriftstellerstands und des Buchhandels sowie auf die soziale Zuordnung und die Werte von literarischem Adressaten und Rezipienten. Hinzu kommt die Auslegung von Literaturkritik und -interpretation in Anbetracht ihrer gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
Grundlage ist dabei das problematische Abbildverhältnis von Literatur und Gesellschaft. Wird die Literatur als reines Spiegelbild einer Gesellschaft interpretiert, geht ihr Anspruch auf ästhetische Autonomie verloren; ist die Kunst hingegen vollkommen autonom, werden alle soziologischen Fragestellungen an sie hinfällig.
Eine Mittelstellung zwischen beiden Extremen nimmt die Literaturtheorie Adornos ein: gerade weil Kunst die Gesellschaft radikal negiert, lässt sich anhand dessen, was sie konkret negiert, der Zustand einer Gesellschaft ablesen – sie ist zugleich autonom und fait social.

Eine Alternative hierzu ist Bourdieus Theorie des literarischen Feldes. Bourdieu geht davon aus, dass zwischen dem literarischen Schaffen eines Akteurs, seiner habituellen Wahrnehmung und Beurteilung der sozialen Welt sowie seiner sozialen Statusposition ein enger Zusammenhang besteht, der sich theoretisch als Strukturhomologie erfassen lässt.
Eine weitere Spielart moderner Literatursoziologie, die unter dem Begriff der systemtheoretischen Literaturwissenschaft firmiert und zu der auch die Empirische Literaturwissenschaft zu rechnen ist, versucht den Literaturbetrieb und seine Instanzen als Handlungs- oder Kommunikationssystem zu beschreiben.
Oft wird Literatur auch unter dem Aspekt der Utopie analysiert: sie wird nicht verstanden als Beschreibung dessen, was die Gesellschaft ist, sondern was sie sein sollte.

Anne Louise Germaine de Staël formuliert in De la littérature considérée dans ses rapports avec les institutions sociales (1800) deutlich die gesellschaftliche Bedingtheit der Literatur. Hippolyte Taine erklärt in seiner Geschichte der englischen Literatur (1863) literarische Werke durch den Rekurs auf drei Faktoren: der „Rasse“ seines Autors, seinem geographischen und „sozialen Milieu“ und seinem historischen „Moment“.
Doch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, mit der Entwicklung allgemeiner Methodologien der Soziologie, finden literatursoziologische Themen systematische Behandlung, etwa in den Analysen Georg Simmels, Max Webers und Georg Lukács‘, die allerdings nur geringe Resonanz auf die eigentliche literaturwissenschaftliche Forschung fanden. Auch Arnold Hausers bedeutendem Beitrag zur Sozialgeschichte der Kunst und Literatur (1953) war dieses Schicksal beschieden.
Beeinflusst von den publikumssoziologischen Thesen Robert Escarpits unternahm in den 1960ern Alphons Silbermann die empirische und statistische Erforschung der Literaturdistribution, -produktion und -rezeption, wobei der ästhetische Eigenwert des literarischen Kunstwerks ausgeblendet bleibt. Dieser rückt später ins Zentrum des Interesses von Lucien Goldmann und Pierre Bourdieu, die als Hauptvertreter eines genetischen Strukturalismus innerhalb der Literatursoziologie gelten und Aspekte horizontaler sowie vertikaler Differenzierung miteinander in Verbindung bringen.

In den Arbeiten der Frankfurter Schule, besonders von Walter Benjamin und Theodor W. Adorno, wird das Kunstwerk zur ‚geschichtsphilosophischen Sonnenuhr‘, die den jeweiligen historischen Entwicklungsstand einer Gesellschaft besonders klar ausdrückt.
In der heutigen Forschung sind marxistische und feministische Literaturtheorien besonders von literatursoziologischen Fragestellungen geprägt, welche im New Historicism ihren reinsten Ausdruck finden. Auch Theoretiker der Systemtheorie, der Semiotik oder der Diskursanalyse versuchen, an literatursoziologische Fragestellungen Anschluss zu gewinnen.
Das immer wieder nur kursorische Interesse der Soziologie an i. e. S. literatursoziologischen Fragen (in einem ganz brotlosen Forschungsfeld) hat insgesamt dazu geführt, dass seit den 1970er Jahren eine beachtliche literatursoziologische Erweiterung des Blickfeldes und der Analysen innerhalb der Literaturwissenschaft selbst stattgefunden hat. (Quelle: wikipedia)

Hier ein kleines Büchlein ( 62 Seiten) zu diesem Thema (und ja … ich finde das auch spannnend) aus dem Jahr 1971 und wenn ich das Jahr 1971 nenne … dann dürfte es den „Eingeweihten“ klar sein, dass die marxistische Betrachtung – auch zu diesem Thema – damals unerlässlich war.
Und das Büchlein bietet Informationen „über die drei Hauptrichtungen der Literatursoziologie:
  • die empirisch-positivistische Richtung
  • die Kritische Theorie
  • die Theorie des Sozialistischen Realismus

(Klappentext)

Und der Autor (über den ich leider so gar nichts in Erfahrung bringen konnte) hat wahrlich eine belesene Fleißaufgabe geleistet.

Und ich sehe ihn vor mir … an der Schreibmaschine … beseelt von dem Thema auf der Tastatur einer mechanischen Schreibmaschine tippend, möglicherweise mit einem Glas Rotwein und einer Zigarettenkippe im Mundwinkel …

Und ja, ich liebe dieses Bild ….  denn ich habe mich damals (oder bzw. ein paar Jahre später) mich selbst mit Begeisterung über Sekundärliteratur dieser Art gestürzt …

Von daher ist diese Präsentation jener Zeit gewidmet, in der Quer- und Vordenker die Möglichkeit hatten, sich zu artikulieren … und das gesellschaftliche Klima dafür auch ein wenig offen dafür war.

Dieses Büchlein habe ich neulich einfach mal so erworben, die Unterstreichungen und gelegentlichen Anmerkungen stammen also nicht von mir … und besonders nett: dem Buch lag noch die Originalquittung aus dem Jahr 1971 bei (insgesamt gab von diesem Buch 3 Auflagen; dies hier ist die Erstauflage)

Und wer jetzt denkt, der Betreiber dieses Blogs ist ein bisschen Bluna … Widerspruch wird nicht erfolgen.
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Inhaltsverzeichnis (Auszug)

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Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

 

Beispiel14

So sah das damals aus: Die Quittung für den Kauf dieses Buches (datiert: 04.11.1971)