Michael Bloomfield – Unterwegs mit Big Joe (1982)

UnterwegsMitBigJoe01ANatürlich habe ich auch einen Faible für Klein- und Kleinstverlage, insbesondere dann, wenn sie mich mit dringend benötigter Literatur versorgen, die man ansonsten eben in Deutschland nicht bekommen kann.

So ist es auch mit diesem Buch (61 Seiten): Als glühender Verehrer des amerikanischen Bluesmusikers Mike Bloomfield war ich damals überglücklich, seine Reiseeindrücke, die er mit der Blueslegende Big Joe Williamson im Jahre 1953 sammeln konnte  (also bevor sich einen Namen gemacht hat) auf deutsch lesen zu können.

Und ja, es waren für Mike Bloomfield so ne Art Lehr- und Wanderzeit, als er mit dem knorrigen, oftmals auch missgelaunten Williams unterwegs war.

Übersetzt wurde das Büchlein von Juergen Abi Schmitt und der war dann gleich auch noch Verleger tätig: „Juergen A. Schmitt“m Frankfurt am Main …

Und der schrieb dann auch noch gleich ein Gedicht auf den 1081 verstorbenen Gitarristen (I have seen the needle and the damage done) und ein beachtliches Essay eben über diesen Ausnahmemusiker

Und der deutsche Fotograf, der wohl wie kaum ein anderer Fotograf aus Deutschland in die amerikanische Blues-Szene eingestiegen ist, Axel Küstner (über den werde ich hier demnächst auch mal berichten) steuerte aus seinem gigantischem Fotoarchiv etliche, stimmungsvolle Bilder bei, die allerdings aufgrund der nicht so dollen Druckqualität nicht so prickelnd rüberkommen.

Und was wurde aus Juergen Abi Schmitt ? Nun, er veröffentlichte in seinem Verlag vielleicht noch zwei, drei weitere Bücher (eins davon über John Coltrane), schrieb im bescheidenem Umfang auch für andere Zeitschriften und war dann auch noch in den 80er Jahren Produzent für das Schweizer Label „Creative Works Records“ … irgendwie hätte ich gerne mehr über ihn gewußt … Und ein lautes Dankeschön für diese Veröffentlichung würde ich auch noch gerne sagen.

Hier ein paar Eindrücke aus dem Buch, bevor´s dann zur Präsentation geht (dieser habe ich den Originaltext beigefügt mit Illustration von Robert Crumb, das damals, 1980 die amerikanische Originalausgabe illustrierte).

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Titelbild der US Ausgabe (1980)

Titelbild der US Ausgabe (1980)

Blues Forum – Blues Forum Nr. 5 (1. Quartal) (1982)

TiteVon einem Thomas Gutberlet wurde das mehr als kenntnisreiche deutsche Blues-Magazin „Blues Forum“ veröffentlicht. Die erste Ausgabe erschien im November 1980.

Und einige Exemplare davon liegen in meinem Keller-Archiv und nun möchte ich einfach mal die Ausgabe Nr. 5 hier präsentieren. Sie erschien im 1. Quartal 1982 (vermutlich im März) und bot Beiträge über

  • Lonnie Brooks
  • Furry Lewis
  • Gene Barge und
  • Lightnin´ Hopkins

an. Dazu die üblichen Rubriken, wie sie halt in den meisten Musik-Zeitschriften angeboten wurden und werden: Konzertbesprechungen, Platten-Tipps, diverse Kleinigkeiten wie Kleinanzeigen) und natürlich auch eine Tournee-Übersicht von Bluesmusikern, die damals in Deutschland gastierten.

Das Blues Forum wurde von Enthusiasten für Enthusiasten gemacht und man kann nur staunen mit welcher Akribie und Detailwissen der Leser informiert wird. Wesentlichen Anteil daran hatte natürlich auch der Autor Norbert Hess, ein Schwergewicht unter den Blues-Journalisten, der auch als bekannte Fotograf von Bluesmusikern unterwegs war.

Und natürlich interessierte mich auch, wer eigentlich dieser Thomas Gutberlet ist, der mit soviel Liebe zum Blues ein großartiges Magazin geschaffen hat. Ein bisschen musste ich schon suchen, aber dann stieß ich zumindest auf eine sehr seriöse Quelle:

BioThomasGutberlet

Quelle: Ich hab den Blues schon etwas länger: Spuren einer Musik in Deutschland von Michael Rauhut, Reinhard Lorenz (2008)

Wenn mich meine Recherchen nicht trügen, trug die oben erwähnte Dissertation den Titel „Strukturuntersuchungen von isolierten Lipoteichonsäuren und Lipoteichonsäure-Lipid Mischsystemen“ (aha !)

So ganz genau konnte ich nicht herausfinden, was Thomas Gutberlet heute so treibt, eventuell ist er noch für die Zeitschrift „Blues News“ aktiv … Schade, dass nicht mehr zu erfahren war, denn sein Beitrag zum Blues in Deutschland war ganz sicher ein entscheidender.

Witzig: in dem Heft gibt von dem bereits erwähnten Norbert Hess den Beitrag „Weihnachtsblues“ (warum dieser Beitrag aber in einer Frühjahrsausgabe erschien, bleibt mir ein Rätsel). Hier hätte ich nun wirklich etliche Anregungen für meine „Christmas 2019“ Kollektion in einem andren blog …

Und bedauerlicherweise wurde dann das Heft im März 1987 eingestellt: Aber immerhin: 7 Jahre lang gab es für uns Blues-Entusiasten profunde Information. Dafür mal ein ganz herzliches dankeschön meinerseits !

Aber nun ein paar Vorschau-Bilder und dann – wie gewohnt – geht´s ab zur Präsentation:

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Ich habe der Präsentation dann noch eine kleine Übersicht über alle erschienen Heft des Blues Forums beigelegt (Zusammenstellung: Stefan Wirz).

 

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Quelle: Michael Rauhut: Der schöne Schein des Echten. Zum kulturellen Gebrauch des Blues in Deutschland von 1945 bis 1990. In: Deutschland Archiv 1/2008, S. 29-39

Record Collector´s Magazin – Record Collector´s Magazin Nr. 1 (1982)

TitelWann sich in Deutschland die Plattensammler-Szene so richtig etabliert hat, kann ich gar nicht so genau datieren. Mitte bis Ende der 70er starteten die ersten speziellen Sammler-Zeitschriften, von denen heute wohl nur noch der „Oldie Markt“ (dieses Magazin hieß damals aber – so glaube ich – noch anders) aktiv ist.

Als „Konkurrenzprodukt“ erschien dann im Mai 1982 erstmalig das „Record Collector´s Magazin“. Und hier mal gleich die Nr. 1 dieses Magazins.

Dabei verfolgte man eine ähnliche Strategie wie der „Oldie Markt“: Man bot den Sammlern die Möglichkeit, z.B. im Rahmen einer Auktion rare Teile zu veräußern (so war z.B. für eine Witthüser & Westrup Live-LP das Mindesgebot 100 DM !), aber auch eine Festpreis-Rubrik gab es.

Zudem bemühte man sich auch um einen „umfangreichen redaktionellen Teil“ mit diversen Informationen für den begierigen Sammler.

In dieser Erstausgabe kann man sich so z.B. Lou Reed´s damals neue Scheibe „Blue Mask“ informieren, einen Beitrag über Rockabilly gibt es auch. Plattenbesprechung und „News“ gehörten natürlich auch dazu.

Am interssantes wohl das Interview mit Hannes Wader anlässlich seines neuen Live-Albums.

Der Herausgeber des Magazins, ein Manfred Schmidt aus Frankfurt räumt in seinem Vorwort gleich ein, dass es in „Form und Inhalt noch Mängel“ gibt; aber das war Sammlerfreaks wie ich einer war (und wohl noch bin) ziemlich gleichgültig. Begierig saugten wir alle nur erhältlichen Informationen auf, denn damals war es noch arg schwierig, umfassende Informationen über Musiker, Musikstile, Discographien etc. zu erhalten.

Über dieses Magazin findet sich eigentlich gar nichts im Internet und nun nach einem „Manfred Schmidt“ zu googlen, macht auch keinen rechten Sinn.

In meinem Keller-Archiv habe ich auch noch die 2. Ausgabe, ich vermute mal, sehr lange existierte diese Sammler-Zeitschrift nicht. Und natürlich würde ich mal wieder gerne wissen, was aus all diesen Enthusiasten geworden ist … im Laufe der Jahre.

Hier ein paar Beispiele aus dem Heft (40 Seiten)

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Beispiel06
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Und hier geht´s zur Präsentation:

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Record Collector´s Magazin – Record Collector´s Magazin Nr 2 (1982)

TitelÜber das kleine Magazin für Schallplattensammler habe ich hier schon mal berichtet und zwar hier.

Hier nun die zweite Ausgabe des Magazins. Im Vorwort berichtet der Herausgeber über die Anfangsschwierigkeiten und auch darüber, dass in der damaligen Szene der Vinyl-Freaks scheinbar auch gezielt Gerüchte gestreut wurden, dass es mit dem Heft eh nix wird.

Eigentlich sehr erschreckend, aber auch und vielleicht erst recht ging es damals in dieser Szene wohl auch um Pfründe und Marktanteile … wie es so halt ist, in der freien Marktwirtschaft.

Aber davon ließ sich die Redaktion nicht schrecken und veröffentlichte diese zweite Ausgabe.

Damals gab´s noch die sog.“Chatterbox“ (die dann später zum „Oldie Markt“ wurde … eine Zeitschrift für Sammler, die es heute noch gibt … ).

Das kann man von diesem Magazin nicht behaupten … ob jemals eine Nummer drei erschien, entzieht sich meiner Kenntnis, ich glaube aber eher nicht, weil ich damals diese Szenerie sehr aufmerksam verfolgt habe.

Und das ist eigentlich schade, denn gerade in diesem Heft sind die redaktionellen Beiträge insofern sehr interessant, da man die Mühe gab, auch ein wenig intensiver über Künstler abseits des Mainstreams zu berichten, so z.B. über

  • Andreas Vollenweider
  • Ives Montand
  • Wolfgang Ambros
  • Julie Tippets (die ehemalige Julie Driscoll)
  • Klaus Hofmann
  • Barcley James Harvest
  • Angelo Branduari
  • Glen Campbell
  • Jochen Vetter und Helmuth Scherner (Obertongesang)
  • Hannes Wader

Dazu dann im Mittelteil seitenweise Liste von LP´s& Co. die man privat entweder im Rahmen einer Auktion oder aber auch als Festpreisangebote feil bot (quasi das eBay der damaligen Zeit).

Und nachdem ich dieses Heft mehrfach durchgeblättert habe, eingescannt habe …. schließe ich es wieder und bring es zurück in den Keller (es zu entsorgen bringe ich noch nicht übers Herz) und bei diesem Gang begleitet mich ein heftiger Hauch von Sentimentalität … in jene 80er Jahre, als meine Sammelleidenschaft zur vollen Blüte kam … und somit fester Bestandteil meines Lebens wurde … und ohne jenen Jahre gäbe es vermutlich auch diesen blog nicht.

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Ganz schön saftige Preise

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Da kann man schon ins grübeln kommen: Wer braucht eine LP von Alan Parson, bei der dann auf der B-Seite der Otto daherkommt ?

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Für Anbieter von Jazz-Schallplatten gab´s einen günstigeren Tarif

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Kleiner Scherz der Redaktion

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Listen über Listen: da hatte man was zum studieren ….

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Beispiel10

Das Blanko-Formular zum ausfüllen. Das hieß damals … das Blatt in die Schreibmaschine spannen und dann lostippen …. und ich weiß von was ich rede *ggg*

Record Collector´s Magazin – Nr. 1 (Mai 1982)

titelWann sich in Deutschland die Plattensammler-Szene so richtig etabliert hat, kann ich gar nicht so genau datieren. Mitte bis Ende der 70er starteten die ersten speziellen Sammler-Zeitschriften, von denen heute wohl nur noch der „Oldie Markt“ (dieses Magazon hieß damals aber – so glaube ich – noch anders) aktiv ist.

Als „Konkurrenzprodukt“ erschien dann im Mai 1982 erstmalig das „Record Collector´s Magazin“. Und hier mal gleich die Nr. 1 dieses Magazins.

Dabei verfolgte man eine ähnliche Strategie wie der „Oldie Markt“: Man bot den Sammlern die Möglichkeit, z.B. im Rahmen einer Auktion rare Teile zu veräußern (so war z.B. für eine Witthüser & Westrup Live-LP das Mindestgebot 100 DM !), aber auch eine Festpreis-Rubrik gab es.

Zudem bemühte man sich auch um einen „umfangreichen redaktionellen Teil“ mit diversen Informationen für den begierigen Sammler.

In dieser Erstausgabe kann man sich so z.B. Lou Reed´s damals neue Scheibe „Blue Mask“ informieren, einen Beitrag über Rockabilly gibt es auch. Plattenbesprechung und „News“ gehörten natürlich auch dazu.

Am interessantesten ist wohl das Interview mit Hannes Wader anlässlich seines neuen Live-Albums.

Der Herausgeber des Magazins, ein Manfred Schmidt aus Frankfurt räumt in seinem Vorwort gleich ein, dass es in „Form und Inhalt noch Mängel“ gibt; aber das war Sammlerfreaks wie ich einer war (und wohl noch bin) ziemlich gleichgültig. Begierig saugten wir alle nur erhältlichen Informationen auf, denn damals war es noch arg schwierig, umfassende Informationen über Musiker, Musikstile, Discographien etc. zu erhalten.

Über dieses Magazin findet sich eigentlich gar nichts im Internet und nun nach einem „Manfred Schmidt“ zu googlen, macht auch keinen rechten Sinn.

In meinem Keller-Archiv habe ich auch noch die 2. Ausgabe (demnächst in diesem Theater), ich vermute mal, sehr lange existierte diese Sammler-Zeitschrift nicht. Und naürlich würde ich mal wieder gerne wissen, was aus all diesen Enthusiasten geworden ist … im Laufe der Jahre.

Hier ein paar Beispiele aus dem Heft (40 Seiten)

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Natur (Zeitschrift) – Februar 1982

titelEs war einmal … ein gewisser Horst Stern … und der hatte es „damals“ so richtig krachen lassen … denn er wollte sich nicht abfinden mit dem, was ihm gegen den Strich ging … nämlich der verantwortungslose Umgang von uns Menschen mit der Natur:

Horst Stern (* 24. Oktober 1922 in Stettin) ist ein deutscher Journalist, Filmemacher und Schriftsteller.

Horst Stern ist gelernter Bankkaufmann. Am Zweiten Weltkrieg nahm er als Fallschirmjäger teil und geriet in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung arbeitete er als Dolmetscher bei der US Army in Ludwigsburg. Ab 1947 war er Gerichtsreporter der Stuttgarter Nachrichten, versuchte sich aber auch in Lyrik und Belletristik. So erschien 1949 von ihm Obergefreiter Kluncke im Organ der Gruppe 47 Der Ruf. In den 1950er Jahren war er im Bielefelder Delius Klasing Verlag tätig und gab unter anderem die Zeitschriften Gute Fahrt, Unterwegs und Yacht heraus.

In den 1960er Jahren begann Stern mit dem Verfassen von Manuskripten zu Tiersendungen für den Schulfunk des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart. Zeitgleich begann er ein kongeniales Zusammenspiel mit dem damaligen Chefredakteur der Monatszeitschrift Kosmos, Wolfgang Bechtle, mit dem er etliche Tiergeschichten veröffentlichte. Bundesweit bekannt wurde der Autor mit der Fernsehreportagen-Serie Sterns Stunde, in deren 27 Folgen auf neuartige und unsentimentale Weise verschiedene Haustiere in Haltung bzw. Hege sowie Wildtiere gezeigt wurden. Stern ging es darum, Tiere nicht zu vermenschlichen – so zeigte er, dass gerade die artifiziellsten Figuren der Pferdedressur Entsprechungen in natürlichen Bewegungen haben – und menschliche Vorurteile etwa gegenüber Spinnen und Insekten abzubauen. Sterns Thema war die Mensch-Tier-Beziehung, die er von der sentimentalen auf eine rationale, aber keineswegs gefühllose Ebene zu bringen versuchte. Dafür, dass ihm dies in Bezug auf die landwirtschaftliche Nutztierhaltung gelang, erhielt er 1974 die Ehrendoktorwürde der Universität Stuttgart Hohenheim. Seine Dankesrede, „Mut zur Emotion“, gilt bis heute als ein Lehrstück des Wissenschaftsjournalismus.

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1972 gehörte Horst Stern (zusammen mit Konrad Lorenz, Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Bernhard Grzimek, Heinz Sielmann und Josef H. Reichholf) zu den Gründern der „Gruppe Ökologie“, die sich als Protestbewegung gegen mangelndes ökologisches Bewusstsein der Industriegesellschaft verstand. Von 1972 bis 1979 war Stern Naturschutzbeauftragter des Landkreises Lindau (Bodensee).

1975 war Horst Stern (zusammen mit Bernhard Grzimek, Hubert Weinzierl und achtzehn weiteren Umweltschützern) einer der Gründer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND). 1980 gründete er die Zeitschrift Natur, die er bis 1984 als Herausgeber leitete.

In den folgenden Jahren verlegte sich Stern auf das Verfassen literarischer Texte, blieb dabei jedoch der Thematik Ökologie und Tierschutz treu. Anfang der 1990er Jahre siedelte Stern nach Irland über in die Nähe von Killarney, County Kerry, und war auch während dieser Zeit journalistisch tätig. Er lieferte Beiträge für die Wochenzeitungen Die Woche (inzwischen eingestellt) und Die Zeit. Von Irland zog Stern nach Passau, wo er heute lebt.

Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. (Quelle: wikipedia)

Und hier ein Beispiel seines Engegemants (es wird nicht das letzte Beispiel hier bleiben) … Die Zeitschrift „Natur“ … und hier die Ausgabe vom Februar 1982,

Folgende Themen werden hier u.a.  mit sehr viel Detaillwissen behandelt:

  • Gänseleber: Das große Geschäft mit leidenden Tieren
  • Startbahn West: Wie Politiker ein Großprojekt durchboxen
  • Flurbereinigung: Westfälische Bauern wollen nicht mehr mitmachen
  • Kernkraft: Argumente für und wider
  • Ökofoto: Vom Nutzen abgestorbener Bäume
  • Amphibien: Frosch und Kröte in Not
  • Mensch und Auto: Straßenbaurichtlinien zerstören Dörfer und Städte

Man kann staunen, wieviele der Themen noch heute Relevanz haben (man kann darüber auch traurig sein), aber auf jeden Fall wird mit diesem Heft deutlich …  welche Vorreiter für einen vernünftigen Umgang mit unserer Umwelt und einer artgerechten Tierhaltung dieser Hort Stern und seine Crew war.

Man könnte ja fast sagen, Horst Stern war ein Visionär … und da fällt mir doch glatt das widerwärtige Zitet von Helmut Schmidt ein:

„Wer eine Vision hat, der soll zum Arzt gehen.“

Das nenn ich ne schallenden Ohrfeige für Politiker wie Willy Brandt oder Martin Luther King, die unsere Welt – aufgrund ihrer Visionen – verändert haben.

Nun denn … vieles was die damaligen „grünen Spinnern“ thematisiert haben, ist mittlerweile Allgemeingut geworden … der Merkel´sche Ausstieg aus der Atomenergie ist dabei ein ganz besonders amüsantes Kapitel (wenn´s nicht so traurig wäre)

Wer mag, kann sich von der hohen Qualität dieses Heftes überzeugen und virtuell ein wenig blättern …

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Widerwärtig, mit welchen Worten die damaligen Starköche (u.a. auch Eckhard Witzigmann) die Zwangsmästung der Gänse rechtfertigen

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Startbahn West  … mehr sag´ ich nicht …

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Hier geht´s um die Problematik der sog. Flurbereinigung

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Pro & Contra Kernenergie

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So ganz zielgruppenorientiert sind diese ganzseitigen Anzeigen ja nicht gewesen

 

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Reingard Witzmann – Wiener Typen – Historische Alltagsfotos aus dem 19. Jahrhundert (1982)

titelEin kleiner aber feiner Band aus der Reihe „Die bibilophilen Taschenbücher“, die sich ganz dem sog. „Wiener Typen“ widmet.

Aus der Verlagsankündigung:
Kaum ein Wiener Lied, das nicht von dem Wiener Typen erzählt, von den Fiakerkutschern, den Rastelbindern, den Händlern mit allerlei Tand …

Die „Wiener Typen“, die das Flair und Kolorit der Stadt lange Zeit prägten, haben in den Bühnenwerken von raimund und Nestroy eine zeitlos gültige literarische Gestaltung gefunden. „Naturgetreu“ sind sie auf frühen Fotografien aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts dargestellt, die sich aus dieser Zeit erhalten haben … Die bildlichen wie volkskundlichen Raritäten stammen von den Fotografen Otto Schmidt, I. Bachrich und Emanuel Wähner.

Im Nachwort umreißt Reingard Witzmann historische Herkunft und gesellschaftliche Stellung der Wiener Typen.

Übrigens: auch solche bibliophilen Kostbarkeiten kann und muss man durchaus zum Themenkomplex „Geschichte von unten“ zählen, denn hier zeigen sich eben diese Typen, wie es sie wohl zu Hauf gab und ganz sicher nicht zu den oberen Zehntausend gehörten.

Und hier ein paar Beispiele aus dem Buch:

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Beispiel04     Beispiel05     Beispiel06

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Rückseite des Buches